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  #1  
Alt 06.12.2005, 09:36
Benutzerbild von Sani
Sani Sani ist offline
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Standard AW: ein Stern im Himmel

Liebe nessie,deine vorgelesenen Zeilen sind wunderbar und so ehrlich.Es ist ja auch wirklich so,manchaml möchte man allein sein,manchmal reden,reden,reden.Nur was wann wer möchte,ja,das ist die Schwierigkeit herauszufinden,da zu wissen,das jemand für einen da ist,das ist das größte Geschenk was man sich geben kann,deine Ma wird es zu schätzen wissen,da bin ich mir sicher.
Du hörst dich erleichert an wegen Silvester,das kann man zwischen den Zeilen spüren,es ist gut so,wie es so gekommen ist,ihr seit euch nah,das spürt man,Susanne
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  #2  
Alt 06.12.2005, 09:44
Benutzerbild von AndreaS
AndreaS AndreaS ist offline
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Standard AW: ein Stern im Himmel

Liebe Susanne,

ich habe es mir fast gedacht. Alles ist Veränderung und auch ich denke manchmal, dass es vielleicht nicht unbedingt gut ist, sich immer wieder auf alles einzulassen. Und doch denke ich dann an meine Anfangszeit zurück und weiß, wie sehr es hilft...

Ich kann deinen Entschluss verstehen und dennoch wird mir ganz schwer ums Herz, denn irgendwie heißt es auch hier dann wieder Abschied nehmen, geht wieder ein wichtiger Abschnitt im Leben zu Ende....

Ich danke dir für deine Sterne und Sonnenstrahlen, für jedes Gespräch, für jede Nachfrage und hoffe, du weißt, dass ich dich ganz fest in meinem Herzen habe. Ich wünsche dir alles Gute und weiterhin viel Kraft.

Ich umarme Dich

Andrea
__________________
Που να 'σαι τώρα που κρυώνω και φοβάμαι
και δεν επέστρεψες
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  #3  
Alt 12.12.2005, 22:12
nessie nessie ist offline
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Standard AW: ein Stern im Himmel

Nun ist fast ein Monat vergangen und heute geht es mir nicht gut. Ich vermisse ihn so.
Morgen vor einem Monat lieber Papa hast du uns für immer verlassen. Ich habe dir alles gesagt, was es zu sagen gibt. Ich sehe dich immernoch auf der Kautsch sitzen ( leider nur in meinen Träumen ). Wenn ich Mama besuche, dann schaue ich ins Schlafzimmer, aber du bist nicht da. Und auch im Wohnzimmer finde ich dich nicht. Du hast mir so viel gegeben. Du warst immer für mich da. Soll es jetzt wirklich vorbei sein ? Ich hab dich in den letzten Wochen immer bei mir gehabt, ich habe dich wirklich gespürt. Und ich fühlte mich wirklich gut. Nun sitze ich hier und bin nur noch traurig. Könntest du doch wieder bei mir sein !!!
Ich hab dich sooo lieb !!! Ich weiß, wir werden es schon schaffen. Du warst sooo stark und ich war soo stolz, aber jetzt bin ich einfach nur unendlich traurig. Ich vermisse dich.

alles Liebe und möge es dir jetzt richtig gut gehen

Deine Tochter

Andrea (Nessie)
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  #4  
Alt 13.12.2005, 15:34
nessie nessie ist offline
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Standard AW: ein Stern im Himmel

Die Augen voller Tränen und eine unglaubliche Schwere. Ein Monat ist nun vergangen. Ich rede gerne über meinen Papa. Erzähle jedem was für ein toller Mensch er war und wie stolz ich auf ihn bin. Vermutlich gehört auch diese Traurigkeit dazu zu verarbeiten. Aber jetzt kommen noch die richtig schweren Tage. Morgen mein Geburtstag, ohne ihn. Am zwanzigsten sein Geburtstag, auch ohne ihn. Weihnachten, dass erste mal ohne ihn. Geht das überhaupt ? Meine Mama hat drei Kinder, alle mit eigener Familie, aber dieses Jahr ist alles anders. Heiligabend sind wir alle zusammen und am ersten Weihnachtstag auch. Es wird das traurigste Weihnachtsfest überhaupt werden. Mir graut vor mir selbst. Auf Papas Geburtstag werde ich wohl erstmals zum Friedhof fahren und auch davor hab ich Angst. Ich will ihn bei mir behalten, ich will ihn dort nicht sehen. Nun weiß ich auch, dass ich für die kommende Zeit noch viel Kraft brauchen werde.

Lieben Gruß

Nessie
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  #5  
Alt 13.12.2005, 16:07
Benutzerbild von Kerstin63
Kerstin63 Kerstin63 ist offline
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Standard AW: ein Stern im Himmel

Hallo Nessie,

ich kann gut nachfühlen, was Du beschreibst. Bei mir ist diese "erste Zeit" zwar schon länger her, aber es ist ja nicht vergessen. Natürlich läuft es bei jedem immer etwas anders ab, aber irgendwie ist es auch immer wieder gleich.

Natürlich wird Weihnachten schwer für Euch. Aber wenigstens habt ihr Euch noch - die Familie. Hier ist seit dem Tod meines Vaters alles zerstritten und nur noch doof. Ich denke, es ist eine ganze Menge wert, wenn man wenigstens miteinander reden und vielleicht sogar weinen kann. Ich hatte dazu (ganz plötzlich, vorher kannten wir uns kaum) nur die zweite Frau meines Vaters und ihre (auch schon erwachsene) Tochter. Das war richtig "schön", in all der Traurigkeit, dass wir reden könnten und manchmal liefen bei einer oder allen von uns die Tränen, und manchmal haben wir uns auch erinnert und zusammen gelacht......

Das erste Weihnachten ohne meinen Vater war für mich nicht ganz so schlimm, weil wir seit Jahren nicht zusammen gefeiert hatten, da "fehlte" er nicht so sehr. Schlimmer war es an meinem 1. Geburtstag im November '04 ohne ihn. Ich hab nicht gefeiert, u.a. um ein Zusammentreffen mit dem "Rest" der Familie zu vermeiden. Weihnachten ist mir dieses Jahr auch wieder ein Greuel, weil in der Familie alles so verbissen und doof ist und mein Vater "totgeschwiegen" wird.

Wenn Du es zulassen kannst, dann versuch das kommende Weihnachtsfest mit allen Emotionen so zu nehmen wie es kommt, zu weinen wenn Dir danach ist und zu lachen wenn es geht. Vielleicht könnt Ihr ein Foto von deinem Vater aufstellen, dann ist er mit dabei (in Gedanken natürlich sowieso, aber ich finde solche Rituale können auch manchmal helfen). Mir hat es in den ersten Monaten geholfen, ihm auch etwas "zu schenken", was schönes fürs Grab, er hat da jetzt kleine Laternchen und selbst bemalte Grabvasen und kleine Engel und jetzt auch wieder etwas "Weihnachts-Deko".... Ich hab das Wintergesteck dieses Jahr auch selbst gemacht. Sonst bin ich eigentlich nicht so eine "Basteltante" aber das gehört für mich zur Trauerbewältigung mit dazu, zum Gefühl im noch was geben zu können, indem ich das Grab besonders schön mache. Es tut mir gut, mich damit zu beschäftigen.

Bei Dir ist das alles jetzt noch so frisch, und ich kann gut verstehen dass Du jetzt Angst hast und Dir das alles bevorsteht. Aber Du wirst es überstehen, und Du wirst am Ende stärker daraus hervorgehen, da bin ich ganz sicher. Natürlich würden wir alle gern auf diese Art Herausforderung verzichten ... aber ich denke Du weisst schon wie ich das meine. Da es ja nun mal so ist, müssen wir lernen damit umzugehen. Jeder findet seinen eigenen Weg. Ich denke, das Wichtigste ist, dass man auf sich selbst hört und das tut was sich für einen selbst richtig anfühlt. Ich hatte eine Zeit, in der bin ich regelrecht in diese Trauer hineingestürzt, es war als hätte ich gar keinen Boden mehr unter den Füssen. Sowas hätte ich vorher nie für möglich gehalten. Aber wenn so ist, dann muss man da durch, ich glaube nicht dass man dem entgehen kann.

Ich wünsche Dir für Deinen Tag morgen ganz viel Kraft.

Warum graut Dir vor Dir selbst?

Viele Grüsse
Kerstin
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  #6  
Alt 13.12.2005, 16:53
Wolke Wolke ist offline
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Standard AW: ein Stern im Himmel

Hallo Nessi, hallo Kerstin,

ich finde du Kerstin hast wieder schöne und treffende Worte gefunden.

Nessi, versuche daran zu denken, dass es hoffentlich besser wird. Der erste Geburtstag, das erste Weihnachten, wenn wir das geschafft haben, dann tut es beim zweiten hoffentlich weniger weh.

Es ist doch schön, dass du an Heiligabend und am ersten Feiertag schon weißt, dass du ihn mit deiner Familie verbringen wirst.

Liebe Grüße und viel Kraft für morgen. Oft ist es nicht so schlimm wie wir es uns vorher ausmalen.

Wolke
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  #7  
Alt 19.12.2005, 16:03
nessie nessie ist offline
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Beiträge: 110
Standard AW: ein Stern im Himmel

Liebe Kerstin und liebe Wolke,

es ist wirklich schön, dieser Zusammenhalt innerhalb der Familie. Wir stützen uns gegenseitig und sind für den anderen da, wenn er uns braucht. Manchmal klingelt das Telefon und meine Mama ist dran und weint und manchmal bin ich diejenige die anruft und weint. es ist keiner böse darüber, wir sind dann füreinander da. Es zeigt sich in dieser schweren Zeit, dass wir doch eine intakte und auch starke Familie sind.
Mir graut einfach davor, dass die Emotionen überkochen. Aber dazu gibt es eigentlich keinen Grund. Denn es geht uns allen recht gut. Wir werden ein sehr friedliches Weihnachtsfest haben. Einfach zusammensein. Das wir wohl auch weinen werden, gehört einfach dazu, aber wir werden auch lachen und uns an all die schönen Sachen mit meinem Papa erinnern.
Morgen werde ich zum ersten Mal auf den Friedhof gehen und Papa zum Geburtstag gratulieren. Ich weiß noch nicht, was mich dort erwartet. Und auch nicht, wie es mir danach gehen wird, aber ich muss ihm doch wenigstens zum Geburtstag gratulieren.

Lieben Gruß

Nessie
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