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#1
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Lieber Mario!
Ich danke dir für deine lieben Zeilen - und ich würde dir gerne jetzt schon glauben können - aber noch kann ich einfach nicht begreifen, dass ich sie nun wirklich nicht mehr wiedersehe. manchmal ist diese schmerzliche erkenntnis ganz klar da - und dann verschwimmt es wieder und ich denke, dass alles nicht wahr ist. Hier zu hause gibt es 1000 Kleinigkeiten, die mich an sie erinnern und die mich glauben lassen, dass sie immernoch da ist. heute ist es genau 1 woche her und seither ist nichts mehr wie es war, alles ist in der schwebe, irgendwie. ich habe gestern beim amt halbweisenrente für mich beantragt, ich bin ja noch studentin... halbweise, furchtbare bezeichnung, das hat mir irgendwie nochmal echt zugesetzt, als ich die Sterbeurkunde vorlegen musste - da wars irgendwie nochmal amtlich. Shit, ich weiss gar nicht, wie es jetzt alles weitergeht, ich müsste am montag mal wieder in die fachhochschule aber ich habe gar keine lust, keine motivation. Ich denke, ich setz das komplette semester aus - aber ob das richtig ist? ich weiss es nicht, vielleicht könnte ich es auch als ablenkung nutzen und mich zum schluss nun nochmal reinknien. Ich weiss ja auch, dass es mam tootal wichtig war, dass ich mein studium fertig mach, das will ich ja auch,muss ja nur noch meine dipl. arb. schreiben, aber ich weiss nicht, ob ich jetzt schon kann. ich vermisse sie sehr und im moment bin ich einfach so traurig, dass ich mir noch gar nicht vorstellen kann, dass es je besser wird. Ich brauch wohl noch viel Zeit! Liebe Grüsse, Johanna
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Eines Tages werden wir wissen, dass er Tod uns nie rauben kann, was unsere Seele gewonnen hat - Tagore - |
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#2
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Liebe Johanna,
wenn ich Dir einen Rat geben darf bezügl. Deines Studiums: setz lieber jetzt noch einmal kurz aus, um dann zum Endspurt loszustürmen. Alles andere wäre nicht vernünftig. Viel zu viele Gedanken schwirren noch in Deinem Kopf rum und gerade in der Abschlußphase des Studiums mußt Du 150%ig da sein. Da geht es um alles. Gönn Dir auch einfach mal bewußt eine Pause- denn die hast du auch verdient. Klar könnte man gegenhalten und sagen - das Studium lenkt dich ab. Aber ist das wirklich gut? Die Trauer verdrängen, wegschieben? Ich hab das damals gemacht als meine Mutter an Krebs starb. Da war ich im 3. Semester. Da gings "nur" um die ersten Scheine, aber selbst das habe ich bereut. Ich hätte - wenn es finanziell gegangen wäre - eine echte Auszeit gebraucht. Ich habe mich nach Mamas Tod dann von Semester zu Semester geschleppt mit einer tiefen Depression und hab mein Examen letzten Endes nur knapp bestanden. Das hat mein gesamtes weiteres Leben sehr geprägt. Also, liebe Johanna - Du bist ein starkes Mädel und ich bin sicher, daß Du in dem Frei-Semester wieder genug Motivation sammeln wirst, um es allen da draußen zu zeigen. Leg Deiner Mama zuliebe einen phänomenales Diplom hin! Widme es ihr persönlich, aber laß Dir dafür die Zeit, die Du brauchst. Alles Liebe Peggy |
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#3
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liebe johanna
darüber habe ich auch nachgedacht, was das beste ist. du hast wirklich alles für deine mam getan und dich rund um die uhr gesorgt. bei mir sind es fast 3 monate her, aber auch jetzt noch schwirrt mir viel im kopf rum, was meinen dad betrifft. ich schließe mich peggys rat voll und ganz an. die auszeit brauchst du jetzt einfach, auch um das ganze geschehene aufzuarbeiten. @ peggy wie geht es bei euch?? was macht dein papa? viele kraft euch beiden liebe grüße iris
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#4
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@Iris
hab dir ne PM geschickt. |
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#5
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Liebe Mama!
Heute ist es 1 Woche her, seit ich dich das letzte mal sah und es ist so schwer ohne dich. ich kann mich auf nichts richtig konzentrieren, meine Gedanken schweifen immer wieder ab,bleiben bei dir hängen... Zuerst sind es schöne Gedanken und erinnerungen - doch dann kommen auch die Bilder deiner letzten Tage zurück und die Angst und der grosse Schmerz sind wieder da. Ach Mutter, an so Tagen wie heute haben wir draussen gewuselt, am Teich gesessen - und jetzt? Jetzt finde ich es unverschämt, dass die Sonne scheint, so als wäre nichts gewesen!!!! Und dabei ist doch nichts mehr wie es war, wie kann es dann sein, dass alles einfach weitergeht? Papa hat sich in sein Schneckenhaus zurückgezogen und ist oft froh, wenn er niemanden sehen muss. Ich lass ihn halt, er braucht das jetzt auch. Ich bin ja trotzdem immer da, da brauchst du dich nicht sorgen, Mama! Um mich auch nicht so- ich mach das wohl schon irgendwie. Ich weiss, das dir das wichtig war. Trotzdem würde es mir alles leichter fallen wenn du da wärest - und manchmal bist du es in meinem Bewusstsein ja noch - und dann wird mir wieder klar, dass es nicht wahr ist, dass du wirklich tot bist, gestorben. Ich finde keine richtigen worte um auszudrücken in welchen trümmern meine kleine welt liegt - und ich muss jetzt alles, was ich mir so für mein leben vorgestellt hatte, neu überdenken - dabei liebte ich unsere kleine heile welt... Auf Fotos, wo ich noch ein Kind bin, und wir beide zu sehen sind, siehst du immer fröhlich aus, lachst mich an und wenn ich das sehe, wünsche ich mir einfach nochmal dieses kleine kind zu sein, das Kind, das so ahnungslos von so grossem schmerz ist. Mama, du fehlst mir! Ich liebe dich immer! Deine traurige Tochter.
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#6
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Hallo Johanna,
ich kann nur immer wieder sagen, dass ich den Hut vor Dir ziehe und deine Einstellung sehr bewundernswert finde. Wenn ich Deine Zeilen lese, fühle ich mich um ein paar Monate zurückversetzt. Es ist wirklich fast so, als würdest Du meine Geschichte erzählen. Und dabei ist es alles so verdammt traurig und einfach nur scheiße. Was anderes fällt mir kaum ein. Es tut mir so unheimlich leid für Dich und Deine Familie. Es ist so schwer, einen geliebten Menschen zu verlieren. Wenn ich abends für mich alleine bin, nicht mehr abgelenkt durch den Alltag, bin ich sehr sehr traurig und kann das alles immer noch nicht glauben. Aber hier geht es ja grad nicht um mich Ich denke viel an Dich und wünsche Dir für die nächsten Tage weiterhin viel Kraft!!! Deine Katharina!
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#7
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Hallo liebe Katinka!
Ein ganz grosses Dankeschön an Dich! Hallo Liebe Peggy, liebe Iris! Auch euch will ich danken, ich denk mal, ihr habt schon recht, ich werd wohl noch ein wenig mit dem studium warten. Es ist alles noch so schwer! Liebe Grüsse, Johanna
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