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Alt 14.08.2006, 12:34
Anja21493 Anja21493 ist offline
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Registriert seit: 30.07.2006
Ort: Schwarzenbek
Beiträge: 9
Standard AW: Wie kann ich ihm helfen?

Wir wissen seit wenigen Tagen, dass der Mama meines Freundes nicht mehr geholfen werden kann. Die Metastasen wachsen in wenigen Tagen um mehrere Zentimeter. Außerdem haben sie bereits das Gehirn angegriffen. Die Atmung wird immer flacher und keuchender. :-(

Kurz bevor wir erfuhren was los ist, legte sie ihren Arm um meinen Freund und weinte. Es tut so weh.

Bisher gab es wenigstens noch einen Hoffnungsschimmer, aber nun wurde auch dieser genommen. Sie wird sterben.

Sie möchte zum sterben nach Hause. Das waren ihre Worte und das organisieren wir nun.

Die Nerven der gesamten Familie liegen blank, was ja auch zu verstehen ist. Aber es ist auch eine Zerreißprobe. Gestern Abend kamen wir ins Krankenhaus. Der Vater meines Freundes war das ganze Wochenende bei seiner Mama. Die Oma fing dann an so nach dem Motto "mach dies so und mach das anders". Da ist er verständlicherweise ausgerastet (vor der Mama) und hat auch sehr unschöne Dinge in seiner Wut gesagt. Mein Freund und ich waren gestern Abend beide stundenlang damit beschäftigt zwischen den beiden zu vermitteln. Teilweise wurde die Oma auch sehr bösartig in ihren Kommentaren. Mein Freund hat so schon genug Kummer. Da müssen er (27) und ich (24) uns hinstellen und einem 50-jährigen und einer 80-jährigen erklären, wie man sich erwachsen verhält und dass es momentan ganz einfach mal wichtigere dinge gibt als irgendwelche egotrips einzelner personen. und dass das bitteschön schon gar nicht vor der mama ausgetragen wird.
gestern abend hat er danach das erste mal in meinem arm geweint.

die gesamte situation ist wirklich nicht leicht. ich gebe mein bestes. ich habe auch schon den papa in den arm genommen, was er ganz offenbar auch mal gebraucht hat.

ich habe angst, dass wir noch viele solcher debatten wie gestern abend haben werden und dabei vergessen wird, dass es da einen menschen gibt, der seinem tod ins auge sieht.

ich habe meinem freund geraten, seiner familie psychologische betreuung nahezulegen. ich hoffe sehr, dass sie dies in anspruch nehmen werden, denn in meinen augen ist das dringend notwendig.

ich hoffe und bete für viel kraft für die nächste zeit.
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