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#1
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Hallo Tanja,
es ist gut, wenn Du versuchst Dein Leben in den geordneten Bahnen weiterlaufen zu lassen. Das gibt Dir ein wenig Sicherheit. ich habe aber z.B. im Büro alle über die Krankheit meiner Mutter informiert, so daß ich von allen Seiten mit viel Verständnis rechnen konnte, wenn ich mal "neben der Kappe" war. Natürlich wissen auch Freunde und Verwandte Bescheid, aber hier versuche ich "normal" weiter zu machen und mir hier nur im Notfall Hilfe zu holen. Wenn ich nämlich immer nur über das Thema Krebs rede, dann werden die Freunde zwangsläufig immer weniger. Das kann ich hier im Forum tun - hier sind nur Menschen, die zuhören "wollen". Damit habe ich z.B. meine Ehe entlastet, mein Mann - als "typischer Mann" - sieht das ganze viel weniger gefühlsbetont. Gut es ist auch nicht seine Mutter - aber so ist er eben. Er hilft mir wo er kann, aber zum über die Krankheit und Prognosen zu reden ist er halt nicht der Richtige. Als wir im Dezember 03 die Diagnose bekamen war ich erstmal sehr geschockt. Ich hatte nie ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter und das hat sich dann erstmal etwas gebessert. Ich habe sie öfter besucht und auch öfter telefoniert. Als dann nach der Chemo und der Bestrahlung ihr Leben wieder wie früher war (ab Sommer 2004 ungefähr) sind wir leider wieder in den alten Trott verfallen. Selten Anrufe, noch seltener Besuche. Das hat sich jetzt erst geändert als im Mai/Juni die Diagnose der Hirnmetas kam. Zum einen hatte sie sich sehr verändert - positiv -. Sie war viel offener als früher und hat über vieles geredet. Hier habe ich sie über den Sommer jede Woche einmal besucht. Jetzt im Winter ist es nicht mehr so regelmäßig. Ich mag nachts nicht mehr weite Strecken Autofahren und so reduziert sich das von ganz alleine. Aber wir haben fast täglich telefoniert - und ich denke, daß ich das auch so fortsetzen werde. Liebe Grüße Andrea |
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#2
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Hallo Tanja,
die Diagnose ist ja recht frisch bei Euch. Als meine Mum die Diagnose erhielt, war ich auch komplett durch den Wind - obwohl ich es vorher schon ahnte - und sah die schlimmsten Geschichten vor mir. Aber es hat sich mit der Zeit gelegt. Ich hab viel gelesen, mit den Ärzten gesprochen und auch das schlimmste Szenario geistig durchspielt. Es wurde besser. Meine Mutter hatte dreimal Chemo bis jetzt und ist auch noch gut drauf. So kehrte auch wieder Alltag ein. Mein Arbeitgeber weiß Bescheid, ist auch verständnisvoll, sollte was sein, hab ich die Gewißheit, dass ich mich nicht um die Arbeit sorgen muß. Gib auch Dir ein bißchen Zeit, mit der Diagnose umzugehen. LG Astrid |
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#3
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Ich habe meiner Mama gerade einen MP3 Player für die Chemo geschenkt,
mir gibt Musik Kraft, ich weiss es klingt bekloppt einen MP3 Player für ne Chmeo zu verschenken, aber hauptsache meine Mama findet es gut. Der Onkologe hat uns versprochen, dass wir das schaffen. Also muss das auch so passieren verdammt nochmal!!!!!!! Ich glaube an das Schicksal, meine Mama schafft das. Und das werde ich in mein Hirn prügeln, anders überlebe ich das nicht. Und jetzt werde ich verdammt nochmal meine Freundin schnappen und raus gehen!! So eine sch... Ich bin stinksauer, traurig ach alles. Und ich werde im Januar meinen Sport weitermachen und da alle Aggressionen abbauen und meine verdammte Ausbildung meiner Mutter zuliebe zu Ende bringen. Ich werde ihr zeigen, dass ich auf eigenen Beinen stehe, Sie aber trotzdem seeehr liebe und brauche. Sie soll sich nicht um mich sorgen, aber dennoch wissen dass ich Sie brauche. Ich habe mir mal in aller Ruhe das Forum durchgelesen und es ist wahnsinn wie hoch die Anteilnahme bei den Betroffenen u. Angehörigen ist. Hätte niemals gedacht, dass es sowas noch gibt. Wo doch heute vielen der Egoismus in die Wiege gelegt wurde. Aber hier werde ich eines besseren belehrt. Ich gehe jetzt raus und tanze alles raus. Und gieße mir vielleicht einen hinter die Binde und versuche zu lachen. Mit meinem rumgeheule helfe ich niemandem. Und wieder etwas was einfach mal raus musste. LG Tanja |
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#4
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Ach eins noch!
Meine Mutter kämpft seit 2-3 Jahren mit Bronchitis etc. hätte man Sie da nicht eher durch eine CT jagen können??????? Nach der Diagnose kam Sie in die Klinik, in dem Bericht an den Arzt wurde mitgeteilt welche Medikamente meine Ma nun verschrieben kriegen muss. Glaubt Ihr der Hausarzt hat die verschrieben??? Nein, er wollte Sie auch noch in das Krankenhaus schicken wo die Lunge 3 mal geröntgt wurde innerhalb von 4 Monaten und der Krebs nicht gesehen wurde. Den Onkologen haben wir empfohlen bekommen von einer Bekannten die den Brustkrebs besiegt hat. Und erst der hat die Medikamente verschrieben, die der Hausarzt vergessen hatte. Da könnte ich kotzen. Aber was bringt es so zu denken, man JETZT nichts ungeschehen machen. Auch wenn Ärzte nur Ihren Job machen, sollen Sie einfach nicht vergessen, dass dort Menschen sind. Ansonsten hätten Sie wie ich einen Bürojob erlernen müssen. Wenn da Fehler passieren halb so schlimm. Puuh ich bin vielleicht geladen... |
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#5
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Hallo Tanja ich finde es gar nicht so verkehrt das du deiner Mum einen MP3 Player geschenkt hast sie wird es bestimmt bei der Chemo gut gebrauchen können oder ein schönes Buch.
Meine saß mit unter 5 Std an einer Chemo das kann ziemlich langweilig werden. Ich finde es gut das du dich versuchst irgendwie abzulenken es gibt dir viel Kraft die du auch gebrauchen wirst. Ich habe immer am Anfang gedacht warum wünschen sie mir alle Kraft,aber heute verstehe ich das ganz gut man ist schon am Boden zerstört,wenn man einen nahen Angehörigen leiden sieht. Lass dich mal ganz doll drücken LG Tanja
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Man kann nicht nicht kommunizieren |
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#6
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Hören diese Alpträume eigentlich mal auf?
Kann man irgendwann wieder schlafen? Ich werde noch wahnsinnig. Ich halte das alles nicht mehr aus... |
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#7
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Hallo Tanja,
die Alpträume werden mit der Zeit weniger und lassen wieder Platz für Freude. Ich war 18 Jahre alt, als meine Mutter gestorben ist und dachte ähnlich wie Du. Kann ich je wieder glücklich werden, geht mein Leben wirklich weiter? Innerhalb der nächsten Jahre sind dann noch mein Vater und alle Großeltern gestorben. Heute bin ich 37 und habe kurz vor Weihnachten meine Lebensgefährtin auf ihrer letzten Reise begleitet. Und.....ich wache noch immer jeden morgen auf - nicht wahnsinnig. Jeden Tag geht die Sonne auf und wieder unter. Wir kommen auf die Welt und gehen von der Welt. Nur eins habe ich in dieser Zeit immer wieder gesehen - es kommen tatsächlich nach schweren Zeiten auch immer wieder gute. Ich mag schlaue Sprüche oder Weisheiten eigentlich nicht, doch das folgende Gedicht hat meiner Freundin und mir immer wieder Kraft gegeben: Es gibt viel Trauriges in der Welt und viel Schönes. Manchmal scheint das Traurige mehr Gewalt zu haben, als man ertragen kann, dann stärkt sich indessen Leise das Schöne und berührt wieder unsere Seele. -Hugo von Hofmannsthal- Wie schon andere geschrieben haben, kann es Dir möglicherweise helfen, Hilfe bei einem Therapeuten zu suchen. Eine neutrale Person, bei der Du und mit der Du gefahrlos Deine Emotionen rauslassen und Wege für die Zukunft finden kannst. Nur eins wirst Du wahrscheinlich nicht - wahnsinnig. Du wirst reifer und offener für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Alles Gute Steffen
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steffenas |
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