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#1
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Hallo Daniela,
das kann ich gern schreiben, aber man sollte sehr vorsichtig sein, und nicht von einem Fall zum nächsten schließen. Diese Krankheit ist sehr hinterhältig und der Verlauf kann durchaus sehr verschieden sein. Meiner Mutter ging es bis Januar 2007 ganz gut, ab da ging es stufenweise bergab und seit Mitte Februar wurde ihr Zustand von Woche zu Woche schlecht. Am 1.3.07 hat sie dann ein Sauerstoffgerät für zuhause bekommen und am 23.3.07 ist sie leider gestorben. Allerdings muss man auch sagen, dass die Nebenwirkungen bereits seit März 2006 groß waren. Seit dieser Zeit bekam sie Opiate, damit die Schmerzen einigermaßen erträglich waren. Allerdings gibt es auch Patienten, die nicht über eine so lange Zeit bereits mit diesen massiven Tumorschmerzen leben müssen. Jedoch sind diese bei guter Schmerztherapie ganz gut in Griff zu bekommen. Ganz schlecht war der Zustand meiner Mutter, als sie ihren letzten Krankenhausaufenthalt antrat, das war am 14.3.07, man hat hier dort stark bewußtseinsdämpfende Medikamente gegegen, so dass man sich nicht mehr großartig mit ihr unterhalten konnte. Das fand und finde ich auch heute noch sehr unangemessen, macht aber den Ärztenund Pflegekräften weniger Arbeit, da der Patient dann auch keine Wünsche mehr äußert. Vielleicht noch ein Hinweis, wie heimtückisch diese Krankheit ist. Meine Mutter hat im Krankenhaus eine Mitpatientin kennengelernt, die auch eine Kleinzeller hatte. Allerdings war dieser in einem ganz frühen Stadium im Juni 2005 erkannt worden, so dass sie sogar operiert wurde, was ja beim Kleinzeller eher ein Ausnahmefall ist. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Metastasen, aber auch sie ist nur 1,5 Monate nach meiner Mutter gestorben. Dies soll euch verdeutlichen, dass man nicht so einfach von einem Patienten auf einen anderen schließen soll. Das was ich in dieser Zeit gelernt habe, ist die Erwartungen nicht zu hoch zu setzen und sich zu vergegenwärtigen, dass dieser Krebs immer wieder kommt. Damit muss man eben erst umgehen lernen und es soll der Betroffene nicht ständig merken, wie furchtbar man das alles selber findet. Das was krebskranke überhaupt nicht mögen ist ständig bedauert zu werden. Und wenn jemand lebensfroh ist, warum auch sollte man dann die Stimmung verderben, diese Krankheit meldet sich schon früh genug zurück, so dass man die vielleicht beschwerdefreie Zeit genießen sollte. |
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#2
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Hallo Daniela,
eine unserer Moderatorinnen hat mit einem Kleinzeller ca 4 Jahre gelebt. Sie wußte das man sie nicht heilen konnte aber sie konnte zumindest noch ein paar wichtige Jahre bei ihrer Familie bleiben. LG lommi |
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#3
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Hallo Daniela,
nach Deinem Beitrag zu urteilen möchtest Du die Wahrheit hören. Bei meinem Mann wurde im Juni letzten Jahres ein Kleinzeller ED diagnistiziert. Beidseitig über die Lungenflügel und deren Lymphe verteilt. Keine anderen Organe, keine im Gehirn. Nach der 6. Chemo (Mitte Oktober) und einer prophylaktischen Kopfbestrahlung war der Tumor nicht mehr existent - im CT nicht mehr erkennbar und wir waren sehr erleichtert. Die nächste Untersuchung sollte Mitte Januar stattfinden, also nach 3 Monaten. Anfang Dezember bekam er einen kleinen Knoten am Hals und ein paar Tage später Husten. Wir dachten es wäre eine Erkältung, die gerade im Umlauf war. Am 24.12. hatte er Luftmangel und Schmerzen an der gesamten linken Seite - wollte aber in kein Krankenhaus. Also sind wir gleich am 27.12. ohne Termin in die IMO = ambulante Onkologie. Gleich CT - gleich Ergebnis. Das Biest war genauso groß wie im Juni. Am nächsten Tag ging dann die nächste Chemo los. Wir haben also zwischen den Chemozyklen 6-8 Wochen. In den nächsten "Pause" gehen wir für 4 Wochen in die USA. Danach geht es sicher gleich wieder weiter. Deine Freundin sollte dringenst ihre Untersuchungen auf 6-8 Wochen (Empfehlung unseres Onkologen = 6) reduzieren, ansonsten wandert das Biest weiter in andere Organe. Es tut mir leid, wenn ich Dir nichts besseres sagen kann, aber das sind nun mal die Erfahrungen, die fast alle Kleinzeller Dir hier berichten werden. Bleib hier und halt uns auf dem Laufenden. Wir brauchen die einzelnen Erfahrungen hier. Meine schreibe ich immer unter dem Thread "Neues vom Kleinzeller" oder "Kleinzeller wieder aktiv" Liebe Grüße Sigrid
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Die Hoffnung stirbt zuletzt - Sie starb am 18.06.08 genau ein Jahr nach der Diagnose |
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#4
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Liebe Daniela,
laß bitte Deiner Freundin ihren momentanen Seelenfrieden, und versuche doch, ihn einmal mit ihr zu teilen.Auch wenn Du meinst, viel über die Krankheit zu wissen, muß man klar sehen, dass der individuelle Verlauf von keinem noch so tüchtigen Arzt prognostiziert werden kann. Plane doch die Brasilienreise mit deiner Freundin einfach mal ganz unbefangen,letztendlich sind die Vorbereitung und das Träumen schon ein guter Teil des Spaßes.Und wenn du ganz ehrlich bist, weißt du nicht, ob du in einem Jahr noch lebst. Jedem von und kann beim nächsten Sturm ein Dachziegel ungünstig auf den Kopf fallen oder morgen sonst was passieren. Womit du deiner Freundin sicher nicht helfen kannst, ist, sie jetzt bei jeden Husten etc. zu beobachten und sie mit guten Ratschlägen zu verunsichern. Selbst wenn sie irgendwann 14 Tage zu spät zur nächsten Untersuchung gehen sollten, würde dies am weiteren Verlauf sicher nicht viel ändern.Stell dir einmal vor, du würdest feststellen, dass deine Freundin dich ständig sorgenvoll anschaut mit der Überlegung, ob bei der wohl gerade ein Krebs wächst, ob sie wohl gleich einen schweren Autounfall haben wird.....Im übrigen wissen Betroffene meist sehr genau, wie es um sie steht.Du wirst aber auch bei aller Freundschaft respektieren müssen, dass sie vielleicht nicht darüber sprechen will. Liebe Grüße AK |
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#5
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Hallo zusammen und vielen dank für eure Antworten und Erfahrungen!
Natürlich verhalte ich mich meiner Freundin gegenüber ganz anders, als ich hier spreche. Wenn wir zusammen sind bin ich hoffnungsvoll, blicke nach vorne und teile ihren Entusiasmus. Ich würde es nie übers Herz bringen und Ihre Hoffnung dämpfen. Aber hier ist eigentlich meine einzige Möglichkeit mitzuteilen, was ich wirklich denke und kann mein Herz ein bisschen ausschütten und mjeine Sorgen mitteilen. Vielleicht habe ich das ein bisschen falsch rüber gebracht. Ihre nächste große Untersuchung wird jetzt im März stattfinden, momentan hat sich keine Probleme. Ich hoffe dass es auch so bleibt, sie ist so glücklich momentan. Nach ihrer Diagnose hat sie sich sehr intensiv mit dem Sterben beschäftigt, hat im Geiste schon ihre Habseligkeiten verteilt. Und nun "planen" wir Brasilien ![]() Aber gestern abend hatten wir eine wirklich gute Idee! Nachdem sie im April 50 wird und eigentlich gar keine Lust zu feiern hat haben wir beschlossen, dass wir (sie und ihr Mann, ein guter Freund mit Sohn und ich mit Mann und Kind) dann nach Paris fahren für eine Woche. Die Männer und Kinder schicken wir ins Disneyland und wir beide gehen in den Louvre, Notre Dame, besuchen den Eifelturm usw. Das bekommt sie von uns zum Geburtstag und damit erfüllen wir ihr einen wirklichen Herzenswunsch. Das wird toll und gibt auch mir jetzt einen richtigen Blick nach vorne! Liebe Grüße, Daniela |
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#6
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Liebe Daniela,
ich finde es so toll,das du dich um deine Freundin kümmerst.Diese Reise wird ihr guttun und sie kommt auf andere Gedanken. Das du dir mal alles von der Seele schreiben willst,was und wie du denkst....ist vollkommen in Ordnung. ![]() Liebe Grüße Marita |
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#7
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Hallo Anna-Karin,
es hat mich sehr nachdenklich gestimmt, was Du geschrieben hast. Meine Mutter weiß auch nicht, wie es tatsächlich um sie steht und wirkt auf mich sehr zuversichtlich und positiv. Sie ruft gut gelaunt an und glaubt ganz sicher nicht an einen bevorstehenden Tod. Bei der Hospizgruppe sagte man mir, daß es für den kranken besser sei, die Wahrheit zu wissen. Da bin ich mir noch nicht so ganz sicher. Meine Mutter ist psychisch krank seit sie Mitte 20 ist und kann vielleicht nicht so gut mit der Schwere ihrer Erkrankung umgehen. Allerdings möchte sie in letzter Zeit einige Fotos nachgemacht haben und daher denke ich, daß sie fühlt wie krank sie ist und daß es mal ganz schnell gehen kann. Auf jeden Fall besorge ich ihr auch eine Karte für Chris de Burgh im August. Es wäre toll, wenn sie mitfahren könnte. Ich denke, daß es wieder Sitzplätze sind wie im letzten Jahr, als wir dort waren. Dann hat sie was worauf sie sich freuen kann. Hallo Daniela, die Paris-Reise finde ich eine supertolle Idee. Viel Spaß wünsche ich Euch! LG Sandra |
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