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  #1  
Alt 19.05.2008, 15:15
Engel07 Engel07 ist offline
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Standard AW: Meine Mutter auch - ich brauche bitte eure Hilfe!

Liebes Blümchen,

das war bestimmt ein ganz besonderer Moment zwischen euch. Toll, dass du das geschafft hast. Trotz aller schlimmen Umstände ist es doch erleichternd, wenn dem Herzen eine Last genommen ist. Man kann aufhören, sich wegen dieser einen Sache das Hirn zu zermartern und gewinnt neuen Raum für gute Momente.

Lass dich mal ganz doll
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Engel

Paps: 07.11.1952 - 11.08.2008
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  #2  
Alt 19.05.2008, 17:24
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Blume68 Blume68 ist offline
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Standard AW: Meine Mutter auch - ich brauche bitte eure Hilfe!

Liebe Bibi,

nachdem ich 3x deine Zeilen gelesen habe, hoffe ich, ich habe sie richtig vestanden. Und möchte dir noch etwas darauf antworten.

Ich sprach von meiner Ma, weißt du. Nicht von anderen Müttern. Es ist keine Frage, daß man eine Art "Rollentausch" durchlebt - das ist meistens so, wenn die Eltern älter werden. Und ich gebe liebend GERN zurück, was mir meine Mutter mein ganzes Leben lang gegeben hat.

Wenn ich sagte "Sie ist sehr klein geworden" (die letzte Zeit), dann meinte ich das anders. In keiner Form wertend. Und schon gar nicht von oben herab.

Sie fühlt sich klein. Sie fühlt sich teilweise abhängig - man merkt ihr einfach manchmal die Erschwernisse an, die das (ihr) Alter eh mit sich bringt, und eine Chemobehandlung mit all seinen Nebenwirkungen macht´s nicht wirklich einfacher. Sie vergißt z.B. vieles, und fühlt sich dadurch unsicher. Ganz anders als noch vor vielleicht 20 Jahren.
Und auch wenn wir Kinder gern zurückgeben - die Eltern FÜHLEN die Abhängigkeit schon manchmal, wenn sie nicht mehr so können wir früher - und das ist auch für sie eine Umstellung. (Bitte vergiss nicht - meine Ma ist etwas älter als deine. )

Was ich sagen wollte: wenn sie sich so klein fühlt, manchmal, dann frag ich mich schon: "darf" ich das, ihr DANN noch mit Ratschlägen kommen, etc. Oder mit Kritik. Ich möchte nicht, daß sie sich "noch kleiner" fühlt. Und es kommt schon gern der Satz "...ihr hackt auf mir rum", obwohl das wirklich nicht zutrifft. Eher das Gegenteil. Dadurch traut man sich noch weniger, was konstruktiv-kritisches anzumerken...

Das meinte ich, in Bezug auf Krabbes Satz.

Ich hoffe, ich durfte das noch ergänzen zu deinem Satz "Aber kleiner sind sie nicht. Nein."

Nee, für mich ist sie die "Grösste"!

vom Blümchen
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Geändert von Blume68 (19.05.2008 um 18:33 Uhr)
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  #3  
Alt 19.05.2008, 17:38
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Blume68 Blume68 ist offline
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Standard AW: Meine Mutter auch - ich brauche bitte eure Hilfe!

Liebe Engel,

ja, es war ein schöner Moment, und tat der Seele gut. Es ist eben, Gottseidank und immer wieder, möglich, mit ihr auch mal sehr offen zu sprechen - ich muß nur sehr sorgfältig den Zeitpunkt abwägen, und mich vorher damit auseinandersetzen. So für mich, weißt du.
Was mir besonders gut tat, war, ihr sagen zu können, daß ich sie schon gern noch "behalten" möchte - und ihr tat das, merkte ich, auch gut. Zu spüren, daß ich sie brauche - auf eine gesunde Art - und daß sie das Positive mehr genießen soll. Es kommt eben immer auf den Zeitpunkt an - und ich bin froh und dankbar, daß der sich gestern so gut ergab.

Ich dich mal ganz dolle zurück!!

Blümchen
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  #4  
Alt 19.05.2008, 17:53
Gitta aus Nürnberg Gitta aus Nürnberg ist offline
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Standard AW: Meine Mutter auch - ich brauche bitte eure Hilfe!

Hallo liebe Blume,

ich bin ja Betroffene mit einem kleinen Feger (7). Gestern waren wir unterwegs, ein Mittelalterfest. Eine Treppe schien für mich unüberwindbar, zu wenig Luft. Ich habe meinen Mann und meine Tochter alleine hochgeschickt. Es stellte sich aber heraus, daß gerade da oben noch ein riesen Mittelalter-Dorf aufgebaut war.
Meine Tochter kam zurück, nahm mich bei der Hand: "Mama ich helfe dir, komm bitte mit nach oben."Ohne viele Worte nahm sie meine Hand.
Obwohl sie nicht weiß wie es um mich steht, spürt sie es im Innern. Sie hilft mir, normalerweise müßte ich sie bei der Hand nehmen.

Dies sind dann die Momente wo ich meinen ganzen Schmerz hinaus schreien möchte.



Bis bald
Gitta
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  #5  
Alt 19.05.2008, 17:59
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Blume68 Blume68 ist offline
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Standard AW: Meine Mutter auch - ich brauche bitte eure Hilfe!

Siehst du, Gitta...

du schaffst das, mich mit EINEM Beispiel und relativ wenigen Worten total zu berühren... Nehme dich gedanklich einfach mal doll in den Arm.

Blümchen
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  #6  
Alt 19.05.2008, 18:25
didi-mei didi-mei ist offline
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Standard AW: Meine Mutter auch - ich brauche bitte eure Hilfe!

Hey Blümchen und Ihr anderen Lieben,

wir haben ja schon oft Parallelen zwischen unseren Müttern entdeckt und deshalb kann ich Dir sagen: Jaaaa, sage bitte alles, was Dich bedrückt bzw. was Du vermutest offen zu Deiner Mama. In dem Moment ist sie vielleicht nicht so auf das Reden eingestellt, aber Du wirst sehen, es kommen Stunden, da fällt ihr das wieder ein und sie dankt Dir dafür oder bezieht im Stillen Kraft daraus. Unsere Mütter sind vielleicht schwer krank, aber immernoch Mütter und damit Löwinnen. Glaubst Du nicht, dass es ihr durch den Kopf geht, wenn Du sagst Du willst sie noch eine Weile haben oder du siehst sie in Depri versinken ?! Das mobilisiert unheimlich ! Nimm das Beispiel mit der Treppe zum Mittelaltermarkt oder sonst eine mütterliche Tat: Unsere Mamas können am Boden sein, würden aber immernoch vor jedes Auto für uns springen. Da werden ungeahnte Kräfte frei aus Mutterliebe. Nur die können nur frei werden, wenn Du sie auch anforderst. Du sagst doch mit Deinen Gedanken ganz ehrlich: mama ich mache mir Sorgen, ich will Dich nicht verlieren und nicht als häufchen elend sehen ! Das reicht und mobilisiert.
Bibi hat auch recht: Du bereust es mal, wenn Du es nicht sagst, weil Du dann nicht weißt, was es gebracht hätte. So kann sie dir nur sagen: Ach ich bin zu schwach, ich mag nicht kämpfen oder sei nicht so hart mit mir. Naja, das ist doch nichts schlimmes !
Weck den Tiger in Ihr !! ok, ein Tigerchen, aber immerhin

Sei gedrückt !
Claudi
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  #7  
Alt 19.05.2008, 21:38
Engel07 Engel07 ist offline
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Standard AW: Meine Mutter auch - ich brauche bitte eure Hilfe!

Liebe Gitta,

das hat mich auch sehr berührt. Ich seh das auch manchmal bei meinem Kleinen, wenn er dem Opa hilft, oder jetzt wo Opa oft aggressiv ist. Hab mit ihm gesprochen, ob ihm das sehr weh tut. Er hat ganz selbstverständlich gesagt: "Ach Mama, das macht mir nix, Opa geht es doch nicht so gut." Wenn man dabei in so schöne unschuldige Kinderaugen blickt in denen doch Traurigkeit verborgen scheint, kann einem schon das Heulen kommen.

Es ist bewundernswert, wie die Kleinsten das manchmal meistern.

Ich drück dich mal
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Engel

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  #8  
Alt 20.05.2008, 08:35
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Bianca-Alexandra Bianca-Alexandra ist offline
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Standard AW: Meine Mutter auch - ich brauche bitte eure Hilfe!

DIDIIIII !

erstmal ein ganz herzliches Hallo an Dich! Ich hoffe, es geht Dir besser. Deine Abstinenz war natürlich in Ordnung und gerechtfertigt, aber man macht sich ja so seine Gedanken. Wie geht es Dir?

Liebe Blume,

entweder ich habe falsch formuliert oder Du es falsch aufgenommen, aber however, so wie es angekommen ist, sollte es nicht landen. So war es nicht gemeint. Keinerlei Forderung oder Angriff an Deine Person. Vielleicht kannst Du Dir vorstellen, dass gerade WEIL meine Mutter soviel jünger ist, für sie der Schritt in die Abhängigkeit von anderen vielleicht sogar noch etwas frappierender ist? Sicher steckt sie das ein oder andere "besser weg" als jemand, der älter ist. Aber sie hat doch genau wie alle die gleichen Ängste. Und von jetzt auf gleich ein Minimum der Leistung. GErade weil sie jung ist fällt ihr das oft so schwer zu akzeptieren.

Auch den Satz mit dem Erwachsen werden kann man, jetzt wo ich ihn noch mal gelesen habe, falsch verstehen. Ich unterschreibe jeden Brief, jede Karte an meine Mutter mit "Deine klitzekleine". Inzwischen habe ich ergänzt "Deine groß gewordene Klitzekleine". Liebe Blume, vielleicht habe ich zu sehr von mir gesprochen. Ich fühle mich noch nicht groß genug für all das. Ich will noch nicht so erwachsen sein müssen. Ich möchte immer noch das Kind sein. Ich hoffe sehr, dass Du verstehst was ich Dir geschrieben habe. Manchmal glaube ich, dass das Alter meiner Mutter als Joker angesehen wird. Ich bin nicht der Meinung, dass das immer so ist. Der Schritt, den sie rückwärts geht was Leistung und alles andere angeht ist hart. Ebenso wie bei jedem hier.

Liebe Gitta,

Deine Zeilen haben mich auch sehr berührt. Ich hoffe, Du konntest Deinen Erfolg genießen, auch wenn es Dich so traurig gestimmt hat. Ich glaube, Du hast Deiner Kleinen ganz viel auf den Weg gegeben, ihr Verhalten spricht ja für sich. Ich kann mir (wenn auch nur ansatzweise) vorstellen, wie es sich für Dich anfühlt manchen Dingen nicht mehr so gewachsen zu sein. Aber ich finde es toll, dass Du für Deine Kleine so sehr da bist und alles gibst.

Ein ganz dickes in die ganze Runde.
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Liebe Grüße - Bibi
*********************
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des Herzens
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  #9  
Alt 20.05.2008, 11:31
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annika33 annika33 ist offline
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Standard AW: Meine Mutter auch - ich brauche bitte eure Hilfe!

Hallo ihr Lieben,

ich schau auch mal wieder rein. Habe in den letzten Tagen über viele Dinge nachgedacht und für mich vorerst festgelegt, nur noch ab und an hier reinzuschauen.

Ich war gestern bei meiner Mutter (Fensterputzen u. andere dolle Tätigkeiten ) und wir haben uns sehr sehr gut unterhalten. Sie hat auch mit vielen Leuten gesprochen/telefoniert in den letzten Tagen, und meine Mutter hat inhaltlich einen Vergleich dahingehend gezogen, dass alle erstaunt sind, wie gut sie mit der Diagnose umgeht, und "wie gut sie sich anhört". Als ich abends wieder zu Hause war, habe ich unser gestriges Gespräch Revue passieren lassen und mich und mein derzeitiges Denken mal etwas genauer unter die Lupe genommen. In Anbetracht der Tatsache, dass meine Mutter zur Zeit positiver denkt als ich (nicht auf ein Wunder hoffend...realistisch...eben das Beste aus der verbleibenden Zeit machen wollend) habe ich mich innerlich für mich selbst geschämt. Ich habe von Anfang an versucht, mir so viel Wissen über die Erkrankung anzueignen, wie nur irgend möglich. Ich habe dabei soviel Schlimmes gelesen und damit meine "Angstmonster" selber immer größer werden lassen. Der Kleinzeller ist schlimm, aber im Moment ist meine Angst schlimmer als der Ist-Zustand (ich hoffe ihr wißt was ich meine!). Meiner Mama geht es den Umständen entsprechend gut und ich möchte die verbleibende Zeit (die, egal wie viele Erfahrungsberichte man liest, eh nicht konkret zu machen ist) gedanklich unbelasteter (doofe Formulierung...ich hoffe ihr versteht dennoch was ich meine) verbringen.

Ich bitte Euch, mich nicht falsch zu verstehen - in vielerlei Hinsicht tut der Austausch hier so unendlich gut. Die Tatsache zu wissen, dass man mit der Problematik nicht allein auf dem Planeten ist, und das Einholen von medizinischen Infos oder dergleichen ist unersetzlich. Aber ich habe für mich festgestellt, dass zu viel Wissen und zu viel Austausch auch sehr weh tun kann. Ich schaue auf jeden Fall wieder hier rein - das steht ausser Frage, aber gegenwärtig tut mir eine Auszeit gut, um besser für meine Mama da sein zu können.

Ich wünsche Euch und Euren Mamas alles erdenklich Gute und werde zwischenzeitlich, Euer Einverständnis vorausgesetzt, mal einen Piep von mir geben.

Liebe Grüsse

Annika
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  #10  
Alt 21.05.2008, 20:16
Mapa Mapa ist offline
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Standard AW: Meine Mutter auch - ich brauche bitte eure Hilfe!

Liebe Blume,
das mit dem Psychologen ging ja wohl daneben. Da musst Du wohl neue Aufbauarbeit leisten. Ich hoffe, es ist Dir recht, wenn ich meine Meinung zu Deiner Frage wiedergebe, etwas verspätet zwar, weil ich in den letzten Tagen sehr stark beschäftigt war mit Arbeit, KH mit meinem Mann, usw.
Ich denke, dass Bibi schon recht hat. Allerdings ist es meiner Meinung nach ein nicht zu unterschätzender Unterschied beim Alter eines Betroffenen. Ich empfinde das vor allem so, weil ich mich noch gut an die letzten Jahre bei meiner Mutter erinnern kann. Die letzten Jahre hatte sie auch alleine in ihrer Wohnung verbracht. Allerdings habe ich sie jeden Tag, wirklich jeden Tag, für ca. 2 Stunden besucht. Samstags und manchmal, wenn ich nicht arbeiten musste, auch länger. Es war wie ein eingeschworenes Ritual und ich vermisse dieses heute noch so sehr. Mit ca. 76 bekam sie BK und wir haben diese Krankheit zusammen durchgestanden. Jetzt, im nachhinein fällt mir auf, dass sie eigentlich immer alles so gemacht hat, wie ich es ihr geraten habe. Darauf hat sie sich verlassen. Sie bekam im Anschluss an eine OP noch einige Bestrahlungen und musste dann täglich irgendein Medikament nehmen. Ansonsten hat sie nichts mehr von dem BK gemerkt und wir waren froh. Ab ca. 83 Jahren (sie wirkte wesentlich jünger und hat noch alle Arbeiten und ihren Haushalt alleine verrichtet) fiel mir immer mehr auf, dass sie irgendwie lustlos wurde. Ich habe mir den Mund fusselig geredet, dass sie doch mal was unternehmen soll, usw. Aber das wollte sie nicht. Sie war es einfach nicht gewöhnt. Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht bei ihr sein konnte, aber ich musste ja arbeiten und hatte ja auch noch meine Familie (Mann, zwei Kinder) und es war mir nicht möglich, noch mehr Zeit, als ich es sowieso schon gemacht habe, bei ihr zu verbringen. In der Zeit, tagsüber, wenn sie alleine war, muss sie dann viel gegrübelt haben und irgendwie erschien ihr wahrscheinlich alles sinnlos, oder sagen wir mal langweilig, eben immer der gleiche Ablauf. Der einzige Lichtblick war eben nur noch der, wenn ich oder die Enkel zu Besuch waren. Was ich Dir eigentlich damit sagen will ist folgendes: solange bei Deiner Mutter noch ein gewisser eigener Antrieb da ist, dass sie es schaffen will, solltest Du sie darin unterstützen und bestärken. Entscheide auch manchmal für sie, wenn sie sich unsicher ist. Solange sie sich noch unsicher ist, ist auch noch ein gewisser Lebenswille da. Den solltest Du dann auch unterstützen. Problematisch ist eben die Zeit, in der sie alleine ist. Ältere Menschen, vor allem unsere Vorgeneration denken einfach noch anders, als die, die jetzt erst die zukünftigen Älteren werden. Sie fühlen sich irgendwann irgendwie nutzlos und denken, sie wären für die Jüngeren eine Belastung. Und das wollen sie auf keinen Fall. Man kann sie auch nicht mehr zum Umdenken bewegen. Solange bei Deiner Mutter dieser letzte Denkprozess noch nicht eingesetzt hat, solltest Du Deine Aufbauarbeit auf jeden Fall weiterführen.
Ich hoffe, Du hast ein wenig nachvollziehen können, was ich meine.
Alles Liebe für Euch und einen schönen Feiertag, herzliche Grüße
Mapa
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  #11  
Alt 21.05.2008, 20:52
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Blume68 Blume68 ist offline
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Liebe Mapa, liebe Krabbe!

Ja, liebe Krabbe, natürlich hat Bibi grundsätzlich völlig Recht, das habe ich auch nie abgewehrt. Und ich bin IMMER offen für offene Worte. Auch wenn sie manchmal unbequem sein mögen. Sie sind ehrlich - das ist wichtig.
Allein in dieser Situation passte es nicht, was sie vermutete (Stichwort: Sprachrohr) - das wollte ich nur gern erklären.

Liebe Mapa, kann deine Gedanken gut nachvollziehen! Danke für deine Worte. Es IST in der Tat ein Unterschied, wie alt man ist, wenn man daran erkrankt. Ich kann Bibis Argumente (jünger, und erst recht traurig, weil einiges nicht mehr geht) sehr gut nachvollziehen! Alles hat immer zwei Seiten. Es war mir wichtig, ein bischen rüberzubringen, warum MEINE Ma einiges vielleicht noch anders sehen könnte, als ihre Mama. Eben, weil meine Ma auch manchmal sicher "müde" ist, so einiges.

Und genau das, was du sagst, liebe Mapa, tue ich - solange sie WILL, unterstütze ich sie. Und wenn sie mal nicht mehr will - ebenso. Das weiß sie, und sie sagt, dieses Wissen stärkt sie. Darum weiß sie auch, sie kann und darf offen zu mir sein. Es gibt keine Tabus. Sie hat mir ja mal bereits gesagt, daß sie nicht mehr möchte - und ich habe ihr keinerlei Vorhaltungen gemacht. Ihr wohl gesagt, daß ich natürlich traurig bin, wenn...aber daß ich hinter ihr stehe. Darum schrieb ich Bibi: diese Art von "Sprachrohr" brauchen wir, gottseidank!, nicht.

Ich war heute abend bei ihr, und konnte sie unerwartet gut ermutigen, ihren Weg, für den sie sich entschieden hat, weiterzugehen. Wohl wissend - beide!- daß es sehr wohl von den Untersuchungsergebnissen abhängt, wie es weitergeht - alles KÖNNEN wir nicht beeinflussen. Ich möchte nur, solange sie WILL, ihr nicht vorher das Gefühl vermittelt wissen: es ginge wohl (solange die Chemo anschlägt), aber es sieht jetzt komisch aus, nachdem sie vor 2 Wochen ihren Durchhänger hatte, und sich auch über andere Wege informiert hat, für irgendwann... das Gefühl kam in den Gesprächen heute mit PsychO und Arzt etwas rüber. Und das fände ich schade und blöd. Solange ein Patient für sich was tun möchte, und das medizinisch möglich und vertretbar ist, finde ich, sollte das auch unterstützt werden, selbst wenn er ab und zu einen Durchhänger hat. Das ist doch sicher von einigen anderen Patienten auch bekannt! Oder?

danke - ganz lieben Dank für eure Antworten!

euer Blümchen

PS: ...und ehrlich gesagt, ich weiß, wir sind alle nur Menschen...auch die Psychos, und Ärzte...und die sehen ja immer nur den Teil eines Menschen, den sie für ein paar Tage "mitbekommen"...danach sollen sie sich ein Bild machen...auch nicht immer einfach.
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Geändert von Blume68 (21.05.2008 um 21:07 Uhr)
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  #12  
Alt 22.05.2008, 21:44
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Blume68 Blume68 ist offline
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Ein liebes Hallo an alle!

Ich hatte erst heute abend Gelegenheit (weil erst spät kopiert) und Ruhe, mir den KH-Befund von Anfang Mai durchzulesen - nachdem ich meine Ma wegen schlimmem Schwindel etc. nochmal ins KH gebracht habe.

Nun lese ich - und "stolpere" über einen Satz, den ich auch mit Bruchstücken aus Google nicht so auf die Schnelle erklärt bekomme.
Könnt ihr mir helfen?

"Im EEG waren erneut auffällige Herde, nicht epilepsietypisch, zu sehen. Nach Rücksprache mit dem Neurologen xx sollte während der nächsten Chemotherapie ein Kontroll-EEG laufen, und bei Persistens des patholotischen Befundes eine MRT-Schädel durchgeführt werden."

Der zweite Absatz ist schon klar - aber was heißt "auffällige Herde etc."?
Sie haben nicht direkt zu diesem Zeitpunkt ein CCT durchgeführt, weil das letzte davor nicht lange her und da nichts zu sehen war.

Ich weiß ja, welche Risiken immer bestehen (Metastasen etc.) - aber kann man sowas im EEG feststellen? Hat jemand Erfahrung?

Danke und ganz liebe Grüsse
Blümchen
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