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  #1486  
Alt 17.02.2006, 14:00
Cordula Cordula ist offline
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Rotes Gesicht AW: Rippenfellkrebs

Hallo. Ich habe die Seite gerade durch Zufall gefunden und bin jetzt auch neu hier. Leider bin ich auch betroffen. Zwar geht es nicht um mich persönlich, aber um meinen Vater. Er ist im Dezember 70 Jahre alt geworden. Im Januar diesen Jahres ist er wegen Schmerzen beim Atmen vom Hausarzt auf beginnende Lungenentzündung 2 Wochen lang mit Antibiotika behandelt worden. Da das nichts brachte hat der Arzt ihn ins Krankenhaus eingewiesen. Doert ist eine Punktion vorgenommen worden. In der Flüssigkeit sind bösartige Zellen nachgewiesen worden und er wurde in ein anderes Krankenhaus verlegt. Bei der Thorakoskopie ist dann der Verdacht auf Pleuramesotheliom bestätigt worden. Die Ärzte haben dabei dann gleich die Verklebung (heißt glaube ich Talkumpleurodese) durchgeführt um weitere Flüssigkeitsansammlungen abzuwenden. Gestern ist er aus dem Krankenhaus entlassen worden und heute waren wir be seinem Hausarzt. Jetzt hat er eine Überweisung zur Onkologie und zur Strahlentherapie. Am Montag werden wir uns direkt darum kümmern.
Ich bin ganz durcheinander und habe auch noch nicht alle Beiträge hier im Forum gelesen. Meine Frage ist jetzt einfach wie sehen die Zukunftsaussichten aus, Wie lange kann man damit noch leben? Mein Vater hat einen starken Willen und will es schaffen. Wir wissen zwar das es keine Heilung gibt, aber wer kann mir Rat und Hilfe geben. Was kann man am besten tun? LG Cordula
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  #1487  
Alt 17.02.2006, 14:03
Cordula Cordula ist offline
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Beiträge: 28
Standard AW: Rippenfellkrebs

Ich habe noch etwas vergessen. Der Professor im Krankenhaus hat gesagt das er die Erkrankung meines Vaters der Berufsgenossenschaft melden wird, da mein Vater früher 20 Jahre mit Asbest gearbeitet hat. Muß ich da selbst noch etwas unternehmen, oder reicht der Antrag vom Arzt (den er hoffentlich wirklich bei der BG stellt.) LG Cordula
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  #1488  
Alt 17.02.2006, 22:46
Achim Deing Achim Deing ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hi,erstmal ne Antwort auf eine Frage .Ja es gibt einen Typ des Tumors der etwas!!! langsamer wächst,es ist der "ephitiale Subtyp".Den hat auch mein Alter Herr.Ihm geht es ausser den starken Schmerzen,einigermaßen gut.Die Ärzte haben ihm gesagt,das eine Schmerzen hauptsächlich Narbenschmerzen sind,damal bei der OP hat man ihn doch halb aufgeschnitten,um das Rippen und Lungenfell "abzuschaben".Viele Nerven wurden durchtrennt und sind jetzt teiweise in der Narbe usw verwachsen.Ich weiß nicht,ob das alle Schmerzen sind,die er hat.Er hat eigentlich das typhische Krankheitsbild im Endstadium.
Oft Luftnot und immer größer werdene Schmerzen.Man hört und liest ja immer wieder das der Tumor eine Zeit nach der Chemo explodieren soll.Aber angeblich bei meinem Vater nicht.Er soll sehr langsam wachsen.Die Ärzte bei der Hyperthermie haben gesagt,diesem Tumor ist nicht beizukommen,aber man könnte ihn bremsen.......
Ich bin mal gespannt,mein alter Herr kämpft wie ein Löwe und ist wie eh und jeh zäher wie Leder.Er stöhnt nie,obwohl er nachts oft 4-5mal Schmerzmittel nachtanken muß.Wir suchen jetzt eine reine Schmerzklinik in NRW.Von meiner Mutter möchte ich nichts erzählen,es wird immer schlimmer.


Allen anderen hier wünsch ich das Beste,aber macht euch auf das schlimmste gefasst,dieser Tumor ist einer der aggresivsten die es gibt.Wenn eure Angehörigen schon sehr !! alt sind und nicht mehr richtig gesund,laßt die Chemo lieber sein......

Mfg Achim
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  #1489  
Alt 18.02.2006, 01:04
Sabine D. Sabine D. ist offline
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Beiträge: 3
Standard AW: Rippenfellkrebs

hallo achim,

herzlichen dank für deine info betreffen den "langsam" wachsenden tumor. tatsächlich habe ich im histo befund den begriff "epithial" öfters gelesen. es scheint so, dass auch meine mutter diese art des mesothelioms hat.

jetzt fällt die entscheidung chemo ja/nein noch schwerer. meine mutter wird im sommer 66 jahre und hat aber wie schon erwähnt viele andere krankheiten. mein gott wie sollen wir uns entscheiden? wenn man nur wüsste was am besten für den betroffenen ist.

hatte dein vater auch die chemo mit ALIMTA, wenn ja - wie hat er sie denn vertragen, und wuchs der tumor danach wirklich noch rascher? irgendwo habe ich gelesen, das kann so ca. nach 3 monaten passieren. seit wann hat dein vater eigentlich die diagnose rippenfellkrebs?

dein vater hat anscheinend die große op gemacht. die ärzte im akh-wien sagten uns, dass diese op die einzige möglichkeit ist, die krankheit in den griff zu bekommen, allerdings nur in einem anfangsstadium. dass die atemnot dadurch noch schlimmer wird (auch durch die dabei entstehenden narben) haben sie uns auch mitgeteilt. op kommt für meine mutter aufgrund ihrer anderen krankheiten nicht in frage.

sei froh, dass dein vater so ein kämpfertyp ist und nicht aufgibt. meine mutti muss ich erst dazubringen dagegen anzukämpfen. ich denke das ist sehr wichtig.

ich hoffe das allerbeste für euch und wünsche allen viel kraft.

recht liebe grüße aus wien

sabine
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  #1490  
Alt 18.02.2006, 06:37
Cordula Cordula ist offline
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Beiträge: 28
Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo alle zusammen.
Ich hoffe es stört keinen wenn ich mich hier einfach bei euch so reindränge. Wie ich gelesen habe kennt ihr euch ja alle durch dieses Forum schon länger, ich hoffe ihr habt nichts dagegen wenn ich mich anschließen möchte. Ich wünsche euch und euren Familienmitgliedern alles Gute und hoffe auf diesem Wege einen Erfahrungsaustausch machen zu können.
Ich würde mich freuen wenn mir jemand antwortet, da die Krankheit meines Vaters noch so neu für uns ist und wir für jede Info dankbar wären. Jetzt am Wochenanfang werde ich mich um die Termine für Chemo und Bestrahlung kümmern. Mal sehen was die betreffenden Ärzte sagen. Ich hoffe er steht das durch. Um meine Mutter mache ich mir auch schon Sorgen, sie verdrängt das alles und redet kaum darüber. Zudem ist sie so unselbstständig, da sie ja immer alles mit meinem Vater unternimmt. Ich darf gar nicht daran denken wie das mal wird wenn mein Vater mal nicht so mehr kann.
Ich wünsche allen ein schönes Wochenende und melde mich dann wieder am Wochenanfang. Ich würde mich freuen wenn mir jemand antwortet. Liebe Grüße Cordula
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  #1491  
Alt 18.02.2006, 18:44
Anna Maria Anna Maria ist offline
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Beiträge: 25
Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo Cordula,

niemand hat es was dagegen, wenn Du im Forum dabei bist. Wir haben alle den gleichen Feind, den Krebs. Wenn Du alle Beiträge gelesen hast, weißt Du, welches Leid hinter jeder Erkrankung steckt. Sei stark auch für Deine Mutter, die nicht zerbrechen darf, weil Dein Vater sie braucht. Es ist so schwer, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Sei für beide da und hoffe wie wir alle auf ein Wunder. Resignation tötet! Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute

Anna
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  #1492  
Alt 18.02.2006, 19:40
Achim Deing Achim Deing ist offline
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Beiträge: 42
Standard AW: Rippenfellkrebs

Hi,nein mein Vater hatte nicht die große OP,die ich als Nicht-Fachmann aber auch für sinnlos halte,ich beschäftige mich extrem viel mit dieser Krankheit,aber die große Op verlängert auch nur max die Lebenserwartung.
Dieser Krebs ist bis jetzt unheilbar und die Leute die ihn haben sind hoffnungslos verloren.Diese große OP ist auch ne Qual die man sich gut überlegen sollte.Mein Vater ist nur geöffnet worden um "nachzuschauen" und um wie beschrieben,evtl betroffene Körperteile abzuschaben.

Mit 66(mein Vater war 67,aber er war immer schon unnormal und zäh,der kannte früher weder großen Schmerz,weder irgendwelche Betäubungen,selbst beim Zahnarzt verzichtete er...) würde ich die Alimta Chemo noch machen,obwohl auch sie Nebenwirkungen hat.Bei uns war es so,das nach Beendigung der Chemo der alte Herr richtig aufblühte und sogar wieder arbeiten konnte.Auch die sonstigen Begleiterscheinungen dieser schrecklichen Krankheit sind mit Alimta besser auszuhalten.


Man hört allerdings immer wieder,das dann nach einer gewissen Ruhezeit der Tumor richtig wächst...
Wie es bei uns sein soll,schrieb ich schon.


Ich kann nur jedem empfehlen zusätzlich bei einem Alternativmediziner (unser ist auch Schulmediziner) sich beraten zu lassen.
Ich meine Selen und Zink haben auch geholfen,genauso wie Mistel.


Die Schulmediziner kennen auch nur ihr OP-und Chemoprogramm und das hat sich,seit langem schon totgelaufen...........zu einseitig,auch die Forschung,finde ich...

Die Diagnose bekam mein Vater vorletztes Jahr im Sommer nach langen Fehldiagnosen.Die Krankheit war damals auch schon sehr weit fortgeschritten.


Mfg Achim
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  #1493  
Alt 19.02.2006, 08:22
Cordula Cordula ist offline
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Beiträge: 28
Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo Anna Maria
Danke für den Zuspruch. Bei uns ist ja alles noch ganz neu. Montag werde ich versuchen Termine für die Chemo u. Bestrahlungen zu bekommen. Wenn ich meinen Vater so sehe kann ich gar nicht glauben das er die Krankheit hat. Er wirkt so gesund und fit. Er hat sich auch schon wieder einiges vorgenommen und redet von Urlaub im Sommer mit meiner Mutter. Sie wollen an die See, weil er meint das wäre für ihn das beste. Ansonsten ist bei meinen Eltern der Alltag eingekehrt. Wahrscheinlich ist das auch gut so. Eigentlich denke ich ist mein Vater ein Kämpfer, er wird sich nicht unterkriegen lassen. Hoffentlich dauert das mit den Terminen nicht so lange. Wie viele Chemos und Bestrahlungen werden eigentlich so gemacht? Sind die Nebenwirkungen sehr schlimm? Mein Vater will es ambulant machen um in seinem Umfeld zu bleiben. Denke das ist auch gut so. Zum Glück ist der Onkologe und die Klinik nur einige Kilometer von uns entfernt. Ich melde mich wenn ich genaueres weiß. Danke für die Antwort und ein schönes Wochenende. LG Cordula

Hallo Achim
das dein Vater schon seit vorletzten Sommer mit der Krankheit lebt ist für mich ein kleiner Hoffnungsschimmer. Vielleicht schafft es mein Vater ja auch länger als ich denke. Er ist genau so eine Kämpfernatur und läßt sich nicht unterkriegen wie dein Vater. Nie Schmerzen zeigen und nie jemandem zur Last fallen! Vielleicht ist das eine gute Voraussetzung um damit fertig zu werden.
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  #1494  
Alt 21.02.2006, 09:08
shalom shalom ist offline
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Beiträge: 221
Standard AW: Rippenfellkrebs

Liebe Betroffene,

ich hole mal meinen leicht modifizierten Beitrag aus einem parallelen Thread hierher, da er wohl in gerade diesen Thread gehört. Ich kann den Beiträgen von Achim nur zustimmen.

Leider ist Rippenfellkrebs (Mesotheliom) noch nicht heilbar. Operative Eingriffe bringen nur im absoluten Frühstadium der Krankheit mit anschließender Chemo ggf. eine Totalheilung. Das ist aber nur äußerst selten dokumentiert.

Leider helfen auch die Chemos nur mit geringen Chancen (höchstens 40:60) weiter, dass der Tumor sich ggf. zurückbildet. Auch die neuesten Studien mit Alimta belegen noch keine garantierte Heilung.

Es ist sehr schmerzlich mit anzusehen, wie das Atmen erschwert wird, da der Tumor raumgreifend wird und andere zunächst noch gesunde Organe in ihrer Funktion beeinträchtigt und nach und nach ggf. irreversibel geschädigt werden.

Der Haarausfall ist dabei eine "fast leichte" Begleiterscheinung einer schweren Chemo, nichts desto weniger macht es ziemlich traurig.

Ich spreche hier als Hinterbliebener, der hilflos zusehen mußte, wie das Atmen immer schwerer wurde, die Pleuraergüsse zunahmen, Herz, Leber und Nieren in ihren Funktionen nachhaltig gestört wurden. Wir wußten um den Fortgang der Krankheit, wir konnten untereinander und mit den Ärzten sehr offen sprechen. Wir konnten uns vorbereiten auf das Unabänderliche, wenngleich ich bis zum Ende noch auf ein Wunder gehofft habe.

Die Krankheit brach 1996 aus, die befallenen Stellen wurden operativ entfernt, danach gab es bis 1999 nur ganz leichte Atemeinschränkungen, keine Chemo, keine Schmerzen. Anfang 1999 wurden die Atembeschwerden größer, Stichschmerzen stellten sich ein, CTs brachten als Ergebnis eine deutliche Verdickung der Pleuraschwarte. Eine erste leichte Chemosequenz ab April 1999 mit "Gemzar" hat bei meiner ersten Frau nichts bewirkt, sie aber auch nicht belastet. Die darauf folgende schwere Kombinationschemo (Cisplatin und Doxurubicin) ab Herbst 1999 wurde nach 6 Zyklen abgebrochen, da sich nach einer kurzen Hoffnungsphase keine signifikanten Rückbildungen des Tumors erkennen liessen.

Eine Überlegung an Verwandte/Freunde der Kranken:

Laßt die Kranken entscheiden, was und wie etwas mit ihnen geschieht, wenn sie es denn entscheiden wollen. Für manche Kranke ist die Restlebenszeit so unersetzlich wichtig, daß sie im Wissen um die Unabänderlichkeit des Krankheitsverlaufs auf Operationen/Chemos verzichten.

Sprecht offen mit den Ärzten, aber zwingt Kranken nicht die Wahrheit auf, für die sie (noch) nicht bereit sind.

Verschafft Kranken noch ein wenig Lebensqualität, geniesst jeden Tag, denn er ist nicht wiederholbar.

Wenn gewünscht, verschafft Kranken oder auch Euch seelische Hilfe und Betreuung.

Gebt die Hoffnung nicht auf.

Shalom


P.S.:
Jeder geht anders mit Krankheit, Sterben und Tod um. Der eine kann und möchte viel darüber reden, andere können oder wollen das nicht.

Ich kann Verwandte/Freunde nur sehr unterstützen, die Krankheit OFFEN anzusprechen. Wenn der Kranke es nicht kann, so kann man versuchen über den Hausarzt, Onkologen die Wahrheit über den aktuellen Zustand der Krankheit zu bekommen.

Habt bitte aber auch Verständnis dafür, das Kranke Ängste vor der Wahrheit haben könnten.
__________________
Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun.


(Johann Wolfgang von Goethe)
"Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel
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  #1495  
Alt 22.02.2006, 09:43
Heike H Heike H ist offline
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Registriert seit: 26.12.2005
Beiträge: 3
Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo,

ich möchte alle, die dieses Forum besuchen, erst mal begrüßen.

Im Dezember 05 wurde bei meinem Mann (49 Jahre) ein Pleuramesotheliom festgestellt. Es war für uns wie ein Schlag ins Gesicht. Wir sind seit fast 7 Jahren zusammen, vor 4 Jahren haben wir geheiratet. Wir haben eine gemeinsame Tochter (3 1/2) und ich habe noch eine Tochter (12). Als ich ihn kennenlernte sagte ich immer, das er mein "6er im Lotto" wäre, denn einen besseren Mann als ihn, den gibt es nicht. Jetzt mußte ich mir sagen lassen, das es wie ein "6er im Lotto" wäre, wenn man diese Scheiß Krankheit bekäme. Ich habe sehr große Angst, denn man liest ja wirklich nichts gutes über den Verlauf dieser Krankheit.

Er sollte jetzt drei Zyklen Chemo (Alimta) bekommen, mit dem Ziel, ihn danach zu operieren. Jetzt wurde nach nur einem Zyklus die Chemo abgebrochen, da der Tumor weitergewachsen ist. Zur Zeit werden wieder Untersuchungen gemacht, um zu schauen, ob sie ihn jetzt operieren können oder ob sie noch weiter Chemo geben. Was diese OP betrifft, bin ich hin- und hergerissen. Viele schreiben ja, die so etwas schon miterlebt haben, das es besser gewesen wäre, man hätte nicht operiert. Man fühlt sich einfach nur hilflos, weil man wirklich nix machen kann und auch nicht weiß, welcher Weg der Richtige ist. Jetzt müssen wir abwarten, denn am Donnerstag fällt die Entscheidung OP oder weiter Chemo.

Ich hoffe und bete für alle die Betroffen sind, das bald was gegen diese Krankheit gefunden wird und weiterhin viel Kraft, dies alles durchzustehen.

Das Leben ist nicht fair !!!!

Liebe Grüße

Heike
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  #1496  
Alt 22.02.2006, 15:15
Isabelle (schnis) Isabelle (schnis) ist offline
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Registriert seit: 22.02.2006
Ort: Frankfurt
Beiträge: 1
Standard AW: Rippenfellkrebs

Liebe Ute,
(und auch alle anderen hier im Forum)

bei meinem Vater wurde Pleuromesotheliom diagnostiziert und Asbest nachgewiesen. Er war jedoch Lehrer, hat also nie mit Asbest gearbeitet.
Möglicherweise ist die Schule für die Asbestbelastung verantwortlich.
Weißt Du, wie das in diesem Fall mit BG etc. aussieht?

Vielen Dank für eine Antwort!

An alle da draußen:
Auch wenn es hier viel Schmerzliches zu lesen gibt, es tut gut zu wissen, dass Ihr da seid, dass man hier immer wieder Anregungen finden kann, dass ich etwas habe, wo ich mich hinwenden kann und - last but not least - dass es trotz allem so viel Hoffnung und Unterstüzung gibt.
Schon jetzt Danke und weiter so!

Liebe Grüße,

Isabelle
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  #1497  
Alt 22.02.2006, 20:50
Natiff0522 Natiff0522 ist offline
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Ort: Chemnitz
Beiträge: 5
Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo Shalom,

da Du Dich so gut auskennst, muss ich Dich nochmal etwas fragen.
Bei meinem Vater wurde im November Rippenfellkrebs diagnostiziert. Zwischenzeitlich hat er das 2. mal Chemo bekommen. Ich weiß leider nicht, was man als einen Zyklus bezeichnet, weiß aber, dass er noch weitere 4 Termine dahingehend vor sich hat. Insgesamt also 6 Verabreichungen von Alimta/Cisplatin/Aloxy (oder so ähnlich) mit jeweils 3-wöchiger Pause. Er muss wöchentlich zur Blutuntersuchung. Bis auf relativ starke Schmerzen im Brustkorb scheint es ihm den Umständen entsprechend zu gehen. Bei den Nebenwirkungen handelt es sich hauptsächlich um Appetitlosigkeit und ein ständiges Übelkeitsgefühl. Gegen die Schmerzen wird nur leider - außer das Verabreichen von starken Schmerzmitteln - nichts unternommen. Man gewinnt sogar den Eindruck, dass das derzeit keinen so richtig interessiert. Ist es ggf. so, dass man während der Zeit der Chemnotherapie keine weiteren Behandlungen vornehmen kann (sollte man überhaupt etwas dagegen tun können)? Weißt Du eventuell was die Schmerzen etwas lindern könnte und wodurch sie überhaupt entstehen? Obwohl anfangs gesagt wurde, dass eine OP nicht in Frage kommt, ist das jetzt wohl doch zur Sprache gekommen. Es scheint nun das Ziel zu sein, dass man nach der Chemo operiert. Nach dem was Du schreibst bin ich mir aber nicht so sicher, ob das erstrebenswert sein sollte. Wenn Du also nochmal kurz Zeit hättest und Deine Meinung dazu schreiben könntest, würde ich mich sehr freuen.

Ich bin natürlich auch für alle anderen Meinungen und Ratschläge der hier anwesenden Forumbesucher jederzeit dankbar.

Ich wünsche Euch allen viel Kraft.

Natiff
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  #1498  
Alt 23.02.2006, 07:54
shalom shalom ist offline
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Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 221
Standard AW: Rippenfellkrebs

Liebe Natiff,

wir haben uns schon mal in einem anderen Thread "Pleuratumor" am 31.12.05 getroffen. Du weißt, ich bin Laie und kein Mediziner.

So wie ich das sehe, ist ein "Chemozyklus" eine Folge von mehreren Chemoterminen, danach macht man eine Pause, um den Körper regenerieren zu lassen.

Appetitlosigkeit, Übelkeitsgefühl und Mattigkeit ("Fatigue-Syndrom") sind im Allgemeinen "üblicher" Bestandteil der Nebenwirkungen von Chemos.

Der Körper und auch die Seele sind durch eine derartige Chemo sehr geschwächt und gestresst. In den Chemophasen bleibt daher nicht viel Spielraum für weitere medizinische Behandlungen als die Bekämpfung der Schmerzen, der Übelkeit und der Appetitlosigkeit.

Da Rippenfelltumore raumgreifend sind, engen sie die Bewegungspielräume anderer Organe im Brustraum und Bauchraum ein. Wo bisher z.B. freies Ausbreiten der Lunge beim Aus-/Einatmen möglich war, ist nun kaum Raum mehr. Das verursacht Stichschmerzen.

Man kann es in einschlägigen medizinischen Bildern eines Mesothelioms im Internet nachschauen ("danach geht es einem meist seelisch nicht so gut") oder aber mit Hilfe der Erläuterung eines CT-Bildes von einem Mediziner erläutern lassen, wo und wie sich überall die Pleuraschwarte ausbreitet und einengt.

Auch kann - wie bei meiner verstorbenen Frau - der Tumor die Rippenknochen infiltrieren. Zudem: Wird der Herzbeutel durch den Tumor in seiner Ausdehnung behindert, kann das Herz nicht mehr ordentlich arbeiten, das hat dann Konsequenzen für die Arbeit der Leber und der Niere (ggf. gibt es einen Leberstau). Können diese beiden wichtigen Organe jedoch über eine gewisse Zeit nicht mehr richtig arbeiten ("entgiften") kommt es zu irreversiblen Zerfallsprozessen. Auch diese medizinschen Folgeerscheinungen des Mesothelioms verursachen ggf. Schmerzen.

Daher ist neben der Chemo vor allem die Schmerztherapie sehr wichtig.

Was die OP angeht, hast Du Dir bereits Deine Gedanken gemacht und ich mich in meinem vorigen Beitrag geäußert.

Bitte mißverstehe die Mediziner nicht, sie sind Naturwissenschaftler und wollen konsequent durch eine Operation SEHEN und ABSCHÄTZEN, was mit dem Tumor zu machen ist. Sie sind nicht in erster Linie auf die mit der Krankheit verbundenen seelischen Probleme eines Kranken eingestellt, sondern rational abschätzend auf medizinische Prognose und Therapie von komplexen Krankheitsbildern spezialisiert.

Was ich als Laie gelesen, gehört und gesehen habe, ist in der Zusammenfassung:

Ist der Tumor großflächig im Brustraum verteilt und mit Knocheninfiltration verbunden, wird man keine Chance haben, den Tumor restlos zu entfernen. Ist er eindeutig sehr lokal begrenzt kann eine Operation Sinn machen. Laßt Euch mal die gemachten CTs zeigen und und die Ausbreitung des Tumors durch die Fachärzte erläutern, BEVOR Ihr Euch FÜR eine Operation entscheidet.

Ich schrieb am 31.12.05 im Thread "Pleuratumor":

Daher spielt sicher die verbleibende Zeit und die Erhaltung der Lebensqualität eine entscheidende Rolle. Es sollte der Patient entscheiden, ob er sich einer OP und/oder einer schweren Chemo unterziehen möchte. Beides, OP und Chemo, sind starke Belastungen für den Kranken und die Angehörigen. Diese Belastungen sind zu tragen, wenn man genau weiss, dass die Heilung erreicht werden kann. Weiß man das jedoch nicht, so kann jeder Tag Lebensqualität ohne OP oder Chemowirkungen ein wertvolles Geschenk sein.

Die ärztliche Vorgehensweise: Versuch der OP und der Chemos ist die EINE Sache, die ANDERE ist die selbstverantwortliche Entscheidung des Kranken über seine verbleibenden Lebenstage, die mittels Schmerzmitteln durchaus noch gute Lebensqualität haben können, auch wenn irgendwann das Atmen zunehmend schwerer werden wird.


Liebe Grüße und viel Kraft

Shalom
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Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun.


(Johann Wolfgang von Goethe)
"Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel

Geändert von shalom (23.02.2006 um 08:52 Uhr)
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  #1499  
Alt 23.02.2006, 08:10
shalom shalom ist offline
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Beiträge: 221
Standard AW: Rippenfellkrebs

@Isabelle (schnis),

Auch meine Frau war Lehrerin. Wir haben aber gar nicht erst den Versuch gemacht, den baulichen Gegebenheiten der jeweiligen Schule eine Asbestverseuchung zu unterstellen.

Gibt es eine eine unumstößliche, nachweisbare Asbestexposition durch das berufliche Umfeld, wird sich dem auch eine Berufsgenossenschaft nicht verschließen können. Dennoch mag auch hier der formale Weg bis zur Anerkennung als Berufskrankheit noch mühsam genug sein.

Man kann in Literatur und Internet recherchieren:

Neben einer eindeutigen beruflichen Asbetsexposition gibt es zunehmend durch allgemeine Umwelteinflüsse hervorgerufene Mesotheliom-Neuerkrankungen.

Zudem kann der Zeitraum von der Aufnahme das Mesotheliom verursachender Stoffe bis zum Ausbruch der Krankheit bis zu 40-50 Jahre dauern. Man sieht also, daß nur ein wenigen Fällen dann noch ein eindeutiger kausaler Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung herstellbar ist.

Liebe Grüsse
Shalom
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(Johann Wolfgang von Goethe)
"Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel
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  #1500  
Alt 24.02.2006, 14:01
Cordula Cordula ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo an alle. Ich hoffe es geht euch und euren Angehörigen gut. Mein Vater war jetzt beim Onkologen und wird da Chemo mit Alimta und Cisplatin bekommen, allerdings sprach der Arzt davon das wir damit noch sehr viel Zeit haben. Wie soll ich das deuten? Ich konnte aber auch nicht fragen, mein Vater saß ja neben mir, da hatte ich nicht den Mut. Jetzt bekommt er erstmal ein neues Ct Und dann anschließend 4 Bestrahlungen an den Eintrittsöffnungen wo der Schlauch usw. saß, damit der Tumor dort nicht weiter nach außen wachsen kann. Er fühlt sich gut und ist fit. Manchmal hustet er etwas und ist etwas kurzatmig. Der Arzt sagt das wäre Folge der Verklebung da dadurch im Körper ein künstlicher Entzündungsprozeß ausgelöst wurde, das würde aber nach ca. 6 Wochen verschwinden. Mein Vater kommt damit auch gut klar. Ich kann aber nicht verstehen warum nicht mit der Chemo begonnen wird. Der Onkologe sprach tatsächlich noch von langer Wartezeit, eventuell Wochen oder Monate. Kennt sich damit jemand aus? Es wäre schön wenn mir jemand seine Erfahrungen schildern könnte.
Liebe Grüße und ganz viel Kraft wünscht euch Cordula
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