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#1681
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Auch bei meinem Dad wurde jetzt die Diagnose Rippenfellkrebs gestellt.
Inoperabel, daher Chemo...Ich fragte den Arzt, ob der Tumor dadurch verkleinert werden könnte..."Ja"....kann er verschwinden " nein", kann, sofern er sich verkleinert eine OP durchgeführt werden "Nein". Warum nicht? Kann mir das jemand erklären? Es macht mir ein wenig Hoffnung, was Shalom hier schreibt, denn in den meisten Berichten ist von einer kurzen Lebenserwartung die Rede. Ich habe Angst und bin verzweifelt. Gerne könnt ihr mir auch an heike-riemer@web.de eine PN senden. Lieben Gruß Heike |
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#1682
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Hallo Heike (Seagirl),
der Verlauf eines Rippenfellkrebses kann ganz unterschiedlich sein, da es auch verschiedene Ausprägungsarten des Mesothelioms gibt. Das Mesotheliom ist ein flächenhafter nicht lokal begrenzter Tumor, der das Rippenfell mit Plaque ummantelt. Er ist raumgreifend und infiltriert (d.h. befällt) ggf. auch die Rippenknochen), auch Abstrahlungen des Tumors in den Bauchraum sind möglich. Letzlich „mauert“ der Tumor den Lungenflügel ein und nimmt ihm die Möglichkeit zu atmen. Aus „unserer Erfahrung“: Da der Tumor raumgreifend ist, werden auch gesunde Organe wie das Herz ggf. in Mitleidenschaft gezogen. Es kann Wasserablagerungen im Herzbeutel geben. Dann kann aber wegen der eingeschränkten Pumpleistung des Herzens Leber und Niere nicht mehr richtig arbeiten. Es gibt einen Leberstau. Eine längere Fehlfunktion der Leber und Niere verursacht jedoch unumkehrbare Zerfallserscheinungen dieser Organe. Operative Entfernungen eines Tumors sind eigentlich nur möglich, wenn der Tumor klar begrenzt ist, das ist jedoch beim Rippenfellkrebs gerade nicht der Fall. Im sehr frühen Stadium dieses Krebses wird es noch keine großen flächenhaften Plaquebereiche geben, auch wird die Umgebung noch kaum infiltriert sein. Nur in diesen Fällen erscheint es sinnvoll, den kompletten Lungenflügel samt Rippenfell zu entfernen und anschließend ggf. noch eine Chemo nachzuschieben. Nutzt die gemeinsame Zeit, die ihr habt. Erfüllt dem Patienten die Wünsche, die für Euch möglich und zu erfüllen sind. Seid nah bei ihm und zeigt Eure Liebe und Zuneigung. Es ist das, was ihr tun könnt und das ist eine ganze Menge. Mit lieben Grüßen Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel |
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#1683
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Hallo, ich bin neu hier und habe in den letzten Jahren die Beiträge zu diesem Thema nur gelesen. Jetzt ist es aber an der Zeit, anderen Mut zu machen und auch die Erfahrungen weiterzugeben, die ich gemacht habe.
Mein Vater ist vor einem Monat am Rippenfellkrebs gestorben. Ich möchte nicht auch noch davon berichten, wie hinterhältig diese Krankheit ist, ich möchte vielmehr weitergeben, dass meinem Vater auch ohne Operation und nur mit der Gabe verschiedener Chemotherapien 2 Jahre und 8 Monate "geschenkt" wurden. Und es sei auch zu bemerken, dass gut 2,5 Jahre für meinen Vater sehr lebenswert gewesen sind. Er hat zunächst noch Fussball gespielt und ist später noch regelmäßig mit meiner Mutter zum Schwimmen gegangen. Ich weiß, dass sich auch diese Zeit zunächst kurz anhört, aber wenn man als Angehörige weiß, dass dies wahrscheinlich die letzte gemeinsame Zeit ist, dann lebt man sie viel intensiver! Wenn ihr Fragen habt, erzähle ich gerne mehr über die Erfahrungen, die ich gemacht habe. Ligrü |
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#1684
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Hallo Ilona 1976!
Es steht mir nicht zu, eine Beurteilung abzugeben OP ja oder nein.Das sollte der Patient in Zusammenarbeit mit seinen Ärzten selbst entscheiden, welche Art der Therapie für Ihn lebenswerter erscheint. Bei meinem Vater war die OP genau das richtige, obwohl seine Tätigkeiten ziemlich eingeschränkt sind, aber richtig dosiert kann er gut mit seinen Kräften umgehen. Zur Zeit renoviert er gerade das Wohnzimmer(Tapezieren, streichen und Laminat lege. Das dauert dann eben ein paar Tage länger weil er immer wieder Pause machen muß, aber er ist stolz das er auch in diesem Zustand noch etwas leisten kann und gebraucht wird. Hoffe von Dir zu hören wie es bei Euch weitergeht!!! Liebe Grüße Andrea(ZOOM) |
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#1685
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Liebe Tina, entschuldige meine späte Antwort!
Vielen Dank für Deine lieben Zeilen!! Meiner Mutter gehts grad gar nicht so viel schlechter, aber mich "hat's" grad ziemlich ... muss mich jetzt einmal an alles gewöhnen ... wie macht Ihr das alle blos...? Von Herzen: Große Bewunderung für Dich und alle anderen hier, wirklich. lg Uhura |
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#1686
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Die ganze Arbeit hat sich gelohn!!! Wir haben die BU durch (gott sei dank)!!
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#1687
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Hallo,
mein Vater bekommt ab nächste Woche Cisplatin. Kann mir jemand dazu seine Erfahrungen schreiben. Vielen Dank. Heike |
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#1688
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Hallo Heike (Seagirl),
Cisplatin wird auch in Kombination mit anderen Chemos als "Kombinationschemo" angewandt. Bei meiner Frau war es so, dass mehrere Stunden VOR der Chemo und NACH der CHEMO Spüllösungen per Tropf-Infusion verabreicht wurden, um wegen der Zellgifte Nieren und Leber zu schonen. Die meisten Chemos verliefen bei ihr stationär und NICHT ambulant. In der Spätphase der Chemos wurde ihr ein Port gesetzt und die Chemos nicht mehr über die Arm-Venen, sondern direkt über den Port zugeführt. VOR der Chemo wurden geeignete Medikamente verabreicht, um die auftretende große Übelkeit / Erbrechen zu reduzieren. Was genau für den Patienten geeignet ist, sollte VOR der Chemo mit den Ärzten abgesprochen werden. Es bleibt ein paar Tage die Übelkeit, die Schlaffheit (Fatigue) ist groß und das Blutbild (rote Blutkörperchen) verschlechtert sich rapide. Danach geht es langsam wieder aufwärts. Das Blutbild wird geprüft VOR jeder weiteren Chemo, danach geht die Prozedur wieder von vorne los. Mit besten Grüßen Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel |
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#1689
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hallo seagirl!
sicherlich reagiert jeder mensch anders , aber mein papa war nur die ersten tage schlapp und übel.er mußte sich aber nie übergeben ,ich denke dank zofran. ich ging nach paar tagen sogar einkaufen, hat sich mit freunden getroffen und verübte leichte gartenarbeit.er hat auch keine haare verloren. ich wünsche euch viel viel kraft (mir gehts zur zeit nicht so gut weil mein papa mir so leid tut) und genießt jeden moment gruß andrea |
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Hallo Andrea,
das kenne ich. Mein Papa tut mir auch so leid und ich kann ihm nicht helfen. Das zieht mich auch total runter. Lieben Gruß Heike |
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#1691
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Hallo zusammen!
Ich habe vor ca. einer Woche erfahren, dass meine Mutter an Lungen und Rippfellkrebs erkrankt ist. Er sei auch schon sehr fortgeschritten, Therapie sei keine mögliche, das sagte mir zumindest der behandelnde Arzt. Ich weiss einfach nicht mehr weiter, ich muss stark sein für meine Mutter, ich lass es sie überhaupt nicht spüren wie sehr ich Angst davor habe was kommt und vor allem dass sie schnell sterben könnte, aber ich kann bald nicht mehr, ich halte das nicht aus. Sie ist so ein lieber Mensch sie hat eigentlich immer nur für andere gelebt um zu helfen, sie ist ein herzensguter Mensch sie hat das nicht verdient. Natürlich hat das niemand verdient, das steht auser Frage. Was kann ich nur tun ich werde mit dieser Diagnose einfach nicht fertig. Liebe Grüße Chris |
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#1692
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Hallo Chris,
lasse Deine Mutter spüren, dass Du sie liebst und Du ihr nahe bist, versuche zu erspüren, was ihr gut tut. Erfülle ihre Wünsche, so sie denn für Dich und sie schnell, unkompliziert und ohne viele Diskussionen umsetzbar sind. Versuche herauszubekommen, was Deine Mutter möchte. Halte von ihr ferne, was sie nicht möchte. Viel hängt auch davon ab, ob sie weiß, wie es um sie steht und ob sie sich der Krankheit stellen kann. So schwer es auch ist, man kann sich dann besser auf die weiteren Schritte einstellen, die dann noch kommen mögen. Du musst nicht unentwegt stark sein, vielleicht kannst Du Dich in dieser Situation lieben Menschen anvertrauen und auch Deinen Gefühlen und Ängsten freien Lauf lassen. Das wird Dich entlasten und Dir Kraft geben. Bei dieser Krankheit zählt jeder gemeinsam verbrachte Tag, den man in Liebe genießen kann. Deiner Mutter und Dir wünsche ich viel Kraft und viel liebevolle Gemeinsamkeit. Mit lieben Grüßen Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel |
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#1693
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Hallo,
nun bekommt mein Dad ja ab Donnerstag Chemo.... Nachdem ihm Ende März ja mit Talkum etwas verschweißt wurden ist, um die Wassereinlagerungen in der Lunge zu stoppen, hat dieses leider nicht gewirkt. Mein Dad hat wieder Wasser in der Lunge. Bedeutet das jetzt, dass er alle 2 Wochen punktieren lassen muss? Oder kann es durch die Chemo besser werden? Lieben Gruß Heike |
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#1694
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Hallo Heike (Seagirl),
wenn ich darf, schildere ich aus "unserer" Erfahrung ohne drum herum zu reden und ohne Schnörkel in meiner Laiensprache. Die entzündlichen Herde im Brustraum sind nach wie vor da, die Talkumbehandlung war lediglich ein Versuch, den Spalt zwischen Rippenfell und Lunge zu verschließen und dort somit KEINE Wasserablagerungen mehr zu haben. Das gelingt aber häufig nur zum Teil, sodass in den nicht verklebten verbliebenen Hohlräumen (Kaskaden) sich nun immer noch Wasseransammlungen bilden können. Punktionen können je nach angefallener Wassermenge eine deutliche Atementlastung bewirken und werden je nach ärztlicher Notwendigkeit durchgeführt. Die Chemo kann (muss aber nicht) im Laufe der Behandlung eine Rückbildung oder einen Stillstand der "Plaque" bewirken. Zeitlich unmittelbare Erfolge durch die Chemo sind aber wohl eher selten. Zudem ist auch nicht klar, ob nicht das Mesotheliom bereits die Knochen des Rippenfells infliltriert hat bzw. in den Raum zwischen den Lungenflügeln eingreift bzw. den Herzbeutel beengt. All das kann Wasseransammlungen bzw. Behinderungen gesunder Organe verursachen und hat eigentlich mit der Symptombehandlung "Talkumverklebung" nichts mehr zu tun. Mit lieben Grüßen Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel |
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#1695
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Hallo Shalom,
vielen Dank für Deine Antwort, Deine Worte taten wirklich gut. Morgen wird meine Mutter operiert, sie wollen ihr die Lunge verkleben damit kein Wasser mehr in ihre Lunge kommen kann. Ich weiss nicht ob sie weiss wie es um sie steht, wenn ich mit ihr spreche was die Ärzte zu ihr gesagt haben, ist das immer etwas völlig anderes was sie mir erzählen. Ich glaube sie möchte sich nicht eingestehn wie es um sie steht und ich weiss nicht wie ich in dieser Situation mit ihr umgehen soll. Soll ich es ihr klipp und klar sagen so wie die Ärzte es mir gesagt haben, oder was ich zum Beispiel über das Internet über diesen Krebs herausgefunden habe oder sie weiterhin das glauben lassen was sie möchte. Was soll ich nur tun? Liebe Grüße Christina |
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