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  #1456  
Alt 24.10.2006, 13:52
magicN magicN ist offline
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Hallo ihr Lieben,
freue mich über euren guten Ergebnisse und kann selbst auch positives berichten. Meine Nachuntersuchung ist bestens verlaufen, TM 7,6 habe jetzt ein Jahr geschafft. Bin super glücklich und beginne ab November mit der Wiedereingliederung, hoffe mein Leben gestaltet sich dann wieder normaler.
@ Fussel: Es tut mir sehr leid, dass bei deiner Mama noch keine wesendliche Besserung eingetreten ist. Ich denke oft an euch und schicke euch ein großes Kraftpaket. Haltet durch und gebt den Kampf nicht auf!

Liebe Grüsse Nena
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  #1457  
Alt 02.11.2006, 19:55
Fussel Fussel ist offline
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Hallo ihr Lieben!

Wie eigentlich schon erwartet habe ich heute keine guten Nachrichten! Mama sollte heute zur weiteren Chemo in die Klinik.

Mamas Bauch ist ja die ganze Zeit schon sehr fest und tut ihr weh! Außerdem kann sie so gut wie gar nichts mehr essen (gestern 1/2 Teller Suppe) ...ab und zu erbricht sie orangegelbe Galle .... und ich persönlich finde, dass sie inzwischen auch wirklich schlecht aussieht! Tja, die Ärzte heute haben gesagt, dass das "Feste" an Mamas Bauch WASSER ist, dieses drückt auch auf den Magen und die Galle = sie kann wenig/nichts essen. Das Wasser wird NICHT punktiert, da es nur umso schneller wieder nachläuft ... ob Mama künstlich ernährt wird - keine Ahnung - will ich am Samstag fragen! Normalerweise wird noch nicht nach zwei Chemozyklen geprüft, ob die Chemo geholfen hat - aber so wie die Situation ist, wird man dies nun doch schon machen und dann über die nächste Chemo nachdenken! Die Ärzte legen sich noch nicht 100%ig fest, aber diese Chemo hat wohl auch keinen Erfolg gezeigt! Sonst hätte sich nicht so viel Wasser bilden dürfen bzw. sich Mamas Zustand weiter verschlechtern. Weiteres werden die nächsten Tage bringen! Der Professor ist erst nächste Woche wieder da - Papa und ich werden mal ein ernstes Gespräch mit ihm führen. So kann und darf es nicht weitergehen ....!

Mama ist natürlich am Ende und der Meinung, dass wir - Zitat: Die längste Zeit eine Mama gehabt haben ....

Allmählich befürchte ich, wenn nicht ein Wunder passiert, wird das wohl auch so sein. Wie sollen wir sie nur aufbauen? An ihrer Situation ist wirklich alles furchtbar ... trotzdem versuchen wir natürlich, ihr für die nächste Chemo Mut zu machen!

Traurige Grüsse
Fussel
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  #1458  
Alt 03.11.2006, 01:35
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Flips Flips ist offline
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Liebe Fussel,

auch mir tut es sehr leid, daß es Deiner Mama so schlecht geht.

Kann und muß mich Christine voll anschließen:

Überlasse die Entscheidung von weiteren Maßnahmen und Therapien ganz allein Deiner Mama.
Will Sie kämpfen, ja dann hilf´Ihr, wo es nur geht. Steh´Ihr bei.
Möchte Sie nicht mehr kämpfen, versuche dies zu akzeptieren, zeige Ihr, daß Du Sie verstehst, und dass dieser Weg auch ok. ist.
Sie liebt Dich und Du liebst Sie.
Was kann es Schöneres geben.
Sei für Sie da, hilf Ihr, Ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen.

Ich schicke Euch unendlich viel Kraft

Moni
__________________
Jeder von uns ist ein Engel mit nur einem Flügel.
Und wir können nur fliegen,
wenn wir uns umarmen.
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  #1459  
Alt 03.11.2006, 07:59
Fussel Fussel ist offline
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Danke für Euren lieben Worte!

Ich bin heute nacht wachgelegen und an einem Punkt hängen geblieben!

Bei massiver Aszites sollte doch der Bauch dick sein - oder? Ich erinnere mich, dass meine Freundin mir erzählt hat, bei ihrer Mutter hätte der Bauch an eine Schwangere erinnert. Irgendwo auch logisch, das Wasser drängt den Bauch nach aussen. Aber DAS ist bei meiner Mutter nicht so! Im Gegenteil - sie bekommt ihre Hosen wieder zu - natürlich hat sie abgenommen - aber sollte das Wasser, bevor es auf den Magen drückt und kein Essen mehr "reinlässt" nicht erst mal den Weg nach "aussen" suchen. Oder ist ihr Bauchfell durch Tumore nicht mehr dehnbar genug??? Alles Fragen, die ich dem Prof. nächste Woche stellen will. Ich habe irgendwie das Gefühl, man sagt uns nicht alles. Es ist doch eigentlich auch nicht möglich, dass Mamas Bauchraum aussehen soll, wie ein "Streusselkuchen" (Aussage des Prof. nach OP) - aber Leber und Magen NICHTS haben?! Vielleicht drückt da ja gar kein Wasser sondern ein Tumor?

Irgendwie ist alles komisch oder man interpretiert zu viel hinein!

Natürlich lassen wir Mama ihren Weg gehen - allerdings sagt sie selbst, wenn mein Vater oder eines ihrer Kinder DAS hätte, würde sie auch erwarten, dass er/sie nichts unversucht lässt.

Liebe Grüsse

Fussel
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  #1460  
Alt 03.11.2006, 10:27
andrea38 andrea38 ist offline
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Liebe Fussel,

es tut mir sehr leid, dass es Deiner Mama so schlecht geht und die Chemo nicht anschlägt. Bei meiner Mutti war es im April diesen Jahres genauso. Ihr Bauchfell war voller Tumore (Streuselkuchen) und auch sie konnte nichts mehr essen und erbrach sehr oft, da das Wasser den Magen abdrückte. Ihr Bauch war auch sehr hart und Leber und Magen waren glücklicherweise nicht von Tumoren betroffen dafür aber der gesamte Dickdarm. Hätten wir die Chance in Hammelburg zu großen OP nicht wahr genommen würde meine Mutti heute nicht mehr leben. Wir waren am 31.10/01.11. in Hammelburg zur Chemo und man sagte uns, dass meine Mutti jetzt die Letzte Chemo erstmal bekommen hat da der Tumormarker sehr stark gefallen ist. Sie muss jetzt erst wieder am 01.02.06 nach Hammelburg mit CT Abdomen zur Nachkontrolle. Wir freuen uns natürlich sehr. Liebe Fussel ich will Dir damit nur sagen, falls Deine Mutti einer OP zustimmen würde, wäre Hammelburg sicherlich die richtige Adresse, Du hattest doch schon eine Zusage von Dr. Müller.
Ich wünsche Euch egal welchen Weg Ihr geht alles liebe und Gute und viel Kraft für die nächste Zeit.

Alles Liebe

Andrea
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  #1461  
Alt 03.11.2006, 12:31
magicN magicN ist offline
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Liebe Fussel,
ach es tut mir so leid, ich weiss gar nicht was ich schreiben soll. Du bist wirklich eine tolle Tochter und man merkt wie sehr du deine Mama liebst.
Denke aber bitte auch an dich, ich denke eine deiner Aufgaben in dieser schweren Zeit ist es, auch gut für dich zu sorgen. Nur dann wirst du die Kraft haben deine Mama weiterhin so gut zu unterstützen und sie wird erleichtert sein, wenn sie bemerkt dass du dich genauso gut um dich kümmerst, wie um sie. Oft ändern sich die Dinge im Angesicht solch einer schweren Erkrankung und irgendwann nach einem langen Kampf, kommt man zu dem Schluss, dass jeder weitere Versuch nur noch eine Verschlechterung der Lebensqualität mit sich bringt und das die Dauer des Lebens nicht so wichtig für einen ist, sondern wirklich nur noch die Lebensqualität zählt. Ich weiss nicht ob es bei deiner Mama so ist, aber sie kämpft schon so lange und so tapfer, dass es so sein könnte. Dann ist es um so wichtiger, dass sie dich an ihrer Seite hat und sie weiss das du verstehst und akzeptierst welchen Weg sie gehen will. Ich wünsche euch alles Gute und ganz viel Kraft eine nachdenkliche Nena
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  #1462  
Alt 06.11.2006, 19:50
Markus G. Markus G. ist offline
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Hallo,
auch ich möchte mich mit meinen Erfahreungen an Euch wenden. Ich hoffe der "Erstbericht" ist nicht zu lange.

Meine Mutter (65 Jahre) hat Anfang des Jahres die ersten Beschwerden gehabt. Aber wie auch bei vielen anderen hier, ist die Ursache erst viel später erkannt worden. Inzwischen hat sie viel an Gewicht verloren.
Nach einem CT Ende August hat man dann die Vermutung gehabt, dass es Eierstockskrebs ist und sie so schnell wie möglich operiert werden sollte. Dieses ist dann am am folgenden Freitag auch passiert. Man hat das Stadium FIIIc festgestellt und entsprechend „geschnitten“. Bei der OP hat sie dann eine Bachhöhlenchemo bekommen.
Dann ging das ganze Drama erst los. Beim Legen des Venenkatheders wurde ihr die Lunge angestochen. An sich keine große Sache und es wurde Samstag ein Thoraxkatheder gelegt. Es hat sich dann eine Entzündung (erhöhter CRP-Wert) in ihr gebildet, die nicht lokalisiert werden konnte, da meine Mutter auch keine Schmerzen hatte. Seit der OP hat sie dann auch immer erhöhte Temperatur gehabt. Nach mehrfachen Kontrollen, wurde sie dann zur Genesung (zum Aufpäppeln) nach drei Wochen nach Hause geschickt. An Chemotherapie war nicht zu denken, da sie den erhöhten CRP-Wert (und auch andere Werte stimmten noch nicht) und die erhöhte Temperatur hatte. Sie war dann 16 Tage zu Hause, in denen sie sich nicht wirklich erholt hatte. Ganz im Gegenteil, sie hat noch weiter abgenommen (Appetitlosig- und Übelkeit). Sie kam wieder in die Klinik und man hat dann weiter versucht den Entzündungsherd zu finden. In einem erneuten CT meinte man dann etwas am Darm gefunden zu haben und es wurde eine erneute OP durchgeführt. Dabei hat sich herausgestellt, dass am Darm nichts zu finden ist, aber man konnte sehen, dass der Krebs auf die Bauchhöhlenchemo gut angesprochen hat und wir waren schon etwas beruhigter, dass 60 Tage nach der OP die Chemotherapie immer noch nicht begonnen hatte. Sie wurde wieder nach Hause entlassen. Nach 2 Tagen bekam sie einen schweren Fieberanfall mit Schüttelfrost und ging direkt wieder in die Klinik. Nach verschiedenen Eingriffen im Bereich Blase/Niere hat sie jetzt zwei künstliche Nierenausgänge. Nach fast zwei Monaten mit fast durchgehender Antibiotikerverabreichung (immer wieder verschiedene). Hat ein Arzt schädliche Bakterien im Darm gefunden, die die permanente Entzündung ausgelöst hatten. Als diese dann bekämpft wurden, hat sie sich wieder Bakterien in den Harnwegen eingefangen.
Es war ganz verständlich, dass es ihr neben dem gesundheitlichen Zustand auch mental immer schlechter ging. Keine wirkliche Aussicht auf Chemo und damit auf Bekämpfung des Krebs.

Letzte Woche, nach über drei Monaten nach der OP, haben sich ihre Werte soweit stabilisiert, dass die Ärzte mit der Chemotherapie begonnen haben. Damit ging es ihr auch mental wieder sehr viel besser. Die ersten zwei Tage nach der Chemo hat sie auch super gut vertragen, dann am dritten Tage war sie völlig verwirrt und es ging ihr nicht gut. Sie ist körperlich sehr geschwächt und hat täglich neue Dinge (Verstopfung, Durchfall, zu wenig Calium, erhöhte Temperatur, extrem Verwirrt etc.).
Heute kam dann der behandelnde Oberarzt an und sagte meinem Vater, dass die Chemo abgebrochen würde, da sich ihre Werte wieder verschlechtern und sie auch wieder erhöhte Temperatur hat. Meine Eltern nehmen dies positiv auf, da sie Hoffnung hat, endlich wieder nach Hause zu kommen, raus aus dem Klinikum. Mich verwirrt die Aussage des Arztes: „Eigentlich brauch sie ja keine Chemo, da der Krebs bei der letzten OP ja nicht mehr zu sehen war. Die Chemo wäre vorbeugend gewesen. Sie muss jetzt erst wieder zu Kräften kommen…“. Da warten wir seit drei Monaten, dass die Chemo beginnen kann und dann plötzlich so eine Aussage.

Jetzt wollte ich mich mal an Euch wenden. Sie hat Krebs im Stadium FIIIc und soll keine Chemo bekommen, geht so etwas?
Besten Dank für Euren Rat
Markus

PS Von Gefühlen und Ängsten habe ich jetzt noch nicht gesprochen, damit der "Erfahrungsbericht" nicht zu lange wird.
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  #1463  
Alt 06.11.2006, 20:05
Fussel Fussel ist offline
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Hallo ihr Lieben!

Der Professor stand heute mit einem traurigen Gesicht an Mamas Bett und meinte, dass die Chemo das WASSER fast erledigt habe (ich dachte, es drückt auf den Magen????!) - die Tumormasse sich aber seit dem letzten CT (vor ca. 8 Wochen) verdoppelt habe und besonders schlimm, miteinanderverwachsen ist. Sie habe auch Formationen an der Leber entlang und unterhalb der nicht mehr vorhandenen Gebärmutter sei auch was! Es sei wohl sehr schwierig noch irgendetwas zu machen ... bevor weiter etwas unternommen wird, will er sich erst mit dem Familienrat (meinem Vater und mir) unterhalten. Dieses Gespräch wird morgen um 17.30 Uhr stattfinden. Mir graust es schon davor - will er uns sagen, dass er in einer Weiterbehandlung keinen Sinn sieht? Ich fürchte, dass es wohl etwas in diese Richtung sein wird. Vielleicht interpretieren wir aber auch alle zuviel hinein und es kommt gar nicht soooo schlimm! Achja - und dass das Wasser ist, wie der andere Arzt gemeint hat, das auf den Magen drückt, glaube ich nach den Worten des Profs auch nicht mehr ... man hat meiner Mutter zur Nasensonde/Flüssignahrung geraten ...! Das Zeug schmeckt widerlich - ich habe heute einen kleinen Schluck probiert!

Tja ... da stehen wir nun! Noch vor 1 Jahr wussten wir von Mamas Erkrankung noch nichts! OP und Diagnose-Sicherung war am 09.12.05. Noch im Mai 06 sagte die Ärztin: "So, Sie sind jetzt erst einmal geheilt und brauchen in diesem Jahr auch KEIN CT mehr!" Und im Juli war schon die nächste schlimme OP und seither nur eine Hiobsbotschaft nach der anderen.... was hat Mama schon alles erdulden müssen. Wir als Familie fragen uns immer wieder, ob die in Baden-Baden nicht doch bei der OP etwas übersehen haben! Selbst der untersuchende Pathologe hielt es damals für ausserordentlich unwahrscheinlich, dass in 8 Wochen (Mai-Juli) ein Tumorklumpen wachsen könne, der ca. 9x5 cm gross ist und den Dickdarm an einer Stelle komplett umschließt und abwürgt. Andererseits ist ja in den letzten 8 Wochen auch wieder viel gewachsen! Selbst wenn es so wäre, würde es ja nichts ändern ... es ist nur so verdammt ungerecht, dass Mama für eine solche evtl. Schlamperei so früh mit dem Leben bezahlen muss.

Natürlich haben wir uns auch gefragt, ob es nicht doch besser gewesen wäre, nach Hammelburg zu fahren! Aber der Krebs saß ja schon im Rippenfell ....und nach OP - das wußten weder wir noch Dr. Müller - stellte sich ja heraus, dass der ganze Dünndarm mit einem"Krebsrasen" überzogen ist! Das ist nicht operabel und auch Dr. Müller hätte das nicht wegzaubern können. Der Darm ist jetzt denke ich irgendwann auch Mamas Todesurteil - ich wage gar nicht daran zu denken, was aus den Stippchen inzwischen geworden ist. Ich habe solche Angst, dass es zu einem Darmverschluss kommt! Das ist ja nur eine Frage der Zeit!

Meine Mutter möchte ja bei dem Gespräch NICHT dabei sein. ICH soll in ihrem Auftrag fragen, WIEVIEL Zeit ihr ca. noch bleibt und es ihr dann sagen! Wie kann man seiner Mutter SO ETWAS sagen - ich habe es ihr aber versprochen ... hoffentlich kommt es nicht zu schlimm. Meinem Vater zu liebe will sie - sollte es möglich sein - in jedem Fall eine evtl. Chance (sprich chemo oder sonstiges) noch nutzen ....

Meine Schwester und ich waren heute mit den Mädels (8, 4 und 1 Jahr alt) bei Mama! Sie spricht von ihren Enkelchen immer als von ihren "Medizinis". Meine Große hat ihr das Buch vorgelesen "Weisst du eigentlich wie lieb ich duch habe", meine Kleine (1) war hummelig und zappelig - lachte ihre Omi aber oft an und streichelte ihren Kopf! Meine Nichte sass mit am Bett und lauschte der Geschichte .... der Gedanke, dass Mama ihre "Medizinis" nicht mehr aufwachsen sieht, tut weh ....achherjee - das ist heute aber eine nachdenkliche und deprimierte Mail geworden! Seid bitte nicht böse - ich mußte mir das mal von der Seele schreiben! Bisher habe ich mir die Frage nach dem WARUM nicht gestellt - aber heute?!

Denkt an uns bei dem morgigen Gespräch und drückt uns alle Daumen!

Liebe Grüsse
Fussel
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  #1464  
Alt 06.11.2006, 21:27
PamelaS PamelaS ist offline
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Hallo Fussel,

ich kann dir das alles momentan so gut nachempfinden.
Heute war mein Vater im Krankenhaus (meine Ma ist noch zu Hause) und hat mit Ihrem Arzt gesprochen. Meine Mutter hatte zwischenzeitlich die Gallenblase entzündet, weil der Gallengang durch Tumorgewebe zugedrückt wurde. Daraufhin wurde ein Stent eingesetzt, was auch recht gut funktionierte. Dies ist jetzt aber schon ca. 5 Monate her. Jetzt hat meine Ma seit letzter Woche Dienstag hohes Fieber. Der Arzt meint, er wüsste nicht, woher es kommt. Vielleicht von der Chemo, könnte aber auch am Stent liegen. Essen kann meine Ma leider auch kaum noch etwas, da sie zuviel Wasser im Bauch hat, was wohl auf den Magen drückt. Jetzt war mein Vater heute, wie gesagt, bei dem Arzt und der hat ihm dann gesagt, dass es sehr schlecht aussieht für meine Mutter. Die Chemo, die sie im Moment bekommt, hat bisher nicht angeschlagen. Zudem sind Ihre Blutwerte sehr schlecht. Jetzt muss ich meine Mutter morgen ins Krankenhaus bringen. Da soll dann endlich mal was gegen das Fieber getan werden, und sie soll zudem künstlich ernährt werden.

Ich bin heute echt schon den ganzen Tag fix und fertig. Ich weiß nicht, wie ich noch mit der ganzen Sache umgehen soll. Ich meine, das kann es doch jetzt noch nicht gewesen sein. Meine Mama ist erst 48 Jahre alt. Das ist doch noch kein Alter. Außerdem brauche ich sie so sehr.
Aber sie hat so sehr abgemagert und ist nur noch ein kleines Häufchen Elend. Ich kann das einfach nicht mit ansehen. Ich versuche, Ihr immer wieder etwas zu essen anzubieten. Aber sie kann einfach nichts essen. Heute hat sie es gerade mal geschafft, zum Mittag eine halbe Scheibe Brot zu essen.

Außerdem meinte der Arzt, dass er keine Alternativen mehr nach dieser Chemo hätte. Es gäbe nur noch eine Chemo aus Amerika. Patienten, bei denen diese Chemo aber nicht angeschlagen ist, hatten einen sehr qualvollen, schmerzhaften Tod. Mehr weiß ich jetzt nicht darüber. Ich weiß auch nicht, ob mein Vater das alles so genau verstanden hat, was der Arzt ihm gesagt hat. Mein Vater ist zur Zeit auch ziemlich durch den Wind.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich kann und will mich einfach nicht damit abfinden, dass es dann nichts mehr geben soll, was man noch machen kann.

Ich verbringe jeden Tag viel Zeit bei meiner Mutter und versuche trotz allem den Tag so normal wie möglich ablaufen zu lassen. Aber sie schläft fast den ganzen Tag und ich sitze dann einfach da und warte auf die Zeit, wo sie wieder aufwacht und ich ihr etwas erzählen kann und versuchen kann, sie irgendwie ein wenig aufzuheitern.
Sie weiß nicht, dass der Arzt gesagt hat, dass es schlecht um sie steht. Aber ich denke, sie fühlt das. Es geht ihr ja auch wirklich nicht gut.

Ich glaube, ich könnte das nicht so wie du. Ich könnte meiner Ma dann nicht sagen, wie lange sie noch ungefähr hat. Ich würde wahrscheinlich die ganze Zeit nur weinen und kein Wort mehr rausbekommen.
Aber man muss ja tapfer sein. Und in schwierigen Situationen hat man auf einmal Kräfte, die man vorher nicht kannte.

Ich drücke euch für morgen ganz feste die Daumen. Vielleicht verläuft das Gespräch ja auch gar nicht so schlimm und der Arzt kann euch doch noch eine Behandlungsalternative vorschlagen.
Ich hoffe jedenfalls das Beste!

Liebste Grüße,
Pamela
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  #1465  
Alt 06.11.2006, 22:49
HeidiHeidi HeidiHeidi ist offline
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Hallo Pamela, Hallo Fussel,


irgendwie teilen wir alle das gleiche Schicksal als Töchter und es ist so unbeschreiblich schmerzhaft und schwer. Dieses Leben in Angst halte ich bald nicht mehr aus. Liebe Fussel ich würde den Arzt nicht fragen wie lange sie noch zu leben hat, nein nein nein, keiner kann das wissen und sollte es vielleicht auch lieber nicht. Deine Mutter hat genug durchgemacht, du kannst ja vielleicht sagen das der Dr. gesagt hätte, das dass keiner wissen kann. OK es ist gelogen, aber wie soll das deine Mutter bloss verkraften? Das sie beim Gespräch nicht dabei ist finde ich besser! Hoffentlich wird alles gut!

Und bitte frag auch nach dem VEFG trap!

Ich denke an euch alles Gute!
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  #1466  
Alt 06.11.2006, 23:45
elisabeth_s elisabeth_s ist offline
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lieber markus,
herzlich willkommen in diesem forum, auch wenn es traurig ist, dass du jetzt auch zu uns gehörst

ich denke, es hat keinen sinn, chemo anzusetzen, wenn der patient noch derart schwach ist, wie es deine mutter zu sein scheint. was sagen denn ihre tumormarker?

euch alles gute,
elisabeth
__________________
I'm going to beat this cancer or die trying.
Michael Landon, 1991
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  #1467  
Alt 07.11.2006, 01:14
magicN magicN ist offline
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Liebe Fussel,
bin morgen in Gedanken bei euch und drücke ganz fest die Daumen. Sei tapfer und fühl dich mal ganz doll umarmt.
Alles Liebe Nena
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  #1468  
Alt 07.11.2006, 23:33
Fussel Fussel ist offline
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Hallo!

Leider habe ich keine guten Neuigkeiten!

Die "Medizin" ist mit ihren Möglichkeiten am Ende - Mama wird sterben - ihr bleiben noch ca. 8-12 Wochen (evtl. mehr - evtl. weniger). Es hätte zwar auch schon Krankheitsverläufe gegeben, die nach 8 Wochen z.B. wieder eine Therapie möglich gemacht haben- das sei aber sehr unwahrscheinlich - aber nicht UNMÖGLICH! Einen kleinen Funken Hoffnung sollte man sich bewahren! In Mamas Stadium ist eine weitere Chemo oder BEhandlung nicht mehr möglich!

Der Professor sagt, dass bei Mama bereits eine Darmlähmung begonnen hat - daher ihre Beschwerden mit Bauchkrämpfen/Erbrechen. Die Tumormasse umschliesst den Dünndarm wie ein "Päckchen" und drückt wohl an einer Stelle auch schon zu .... dieser "Prozess" wird wohl noch eine Woche dauern - dann hören die Beschwerden auf und es soll Mama dann auch wieder etwas besser gehen. Es wird ihr dann eine Magensonde gelegt - nicht zum Ernähren, sondern um die nicht mehr abfliessende Galle/Magensäure "auszuleiten". Sie soll noch in der KLinik bleiben, bis die Darmlähmung vollständig eingetreten ist. Danach gibt es diese Optionen:

Mama kommt nach Hause und wird bis zu ihrem Tode dort gepflegt
Mama kommt nach Hause und geht auf Wunsch und Bedarf in ein Hospiz
Mama geht direkt aus der Klinik in das Hospiz

Angeblich soll es so sein, dass Mama keine so sehr schlimmen Schmerzen haben wird wie bei anderen Tumorerkrankungen. Da sie nichts bzw. nicht mehr viel essen kann, wird ihr Körper von den Reserven "zehren", bis er erschöpft ist = ein ORgan versagt! Das hört sich alles so furchtbar an ... und es war so schlimm, ihr das sagen zu müssen. Als Papa schon weinend in ihr Zimmer kam, sah sie uns nur mit riesengrossen, überängstlichen Augen an. Ich habe ihre Hand genommen und versucht, es ihr zu erklären. Sie war sehr gefasst und wollte nur noch wissen, wie lang sie noch hat ....ihren Blick werde ich nie vergessen ... dann haben wir alle geweint. Ich weine schon wieder....

Sie wird sich Gedanken machen, welchen Weg /zu Hause/Hospiz) sie gehen will. Mein Eindruck ist aber, dass sie zumindest "gegen Ende" in ein Hospiz will. Der Professor hat auch gesagt, dass man sich das nicht als "Sterbehaus" vorstellen soll, in das man drei Tage vor seinem Tod geht. Im Gegenteil - dort ist man besser in der Lage, die Schwerkranken zu pflegen und ihren Tagen noch Inhalt zu geben! Man kann sie dort auch immer wieder abholen und z.B. mit nach Hause nehmen. Papa hätte so zumindest in der Nacht die Möglichkeit, etwas SEINE "Reserven" aufzufüllen. Die Entscheidung wird Mama aber so treffen, wie SIE es will.

Uns als Familie bleibt nur, die Krankheit nicht mehr in den Vordergrund zu stellen, soviel gute Zeit wie möglich zusammen zu verbingen - ruhig auch weinen - aber auch wieder in schönen Erinnerungen kramen. ... einfach intensiv Abschied nehmen.

Und wichtig: Betet alle mit, dass Mama eine gute Sterbestunde hat. Sie wünscht sich, einfach einschlafen zu dürfen. Vielleicht erfüllt Gott uns wenigstens diesen Wunsch, wenn wir alle intensiv genug beten. Und betet auch für Papa ... er tut mir soo leid ... ich habe ihn noch nie so weinen sehen!

Traurige Grüsse
Fussel
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  #1469  
Alt 07.11.2006, 23:55
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Flips Flips ist offline
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Liebe Fussel,

ich wünschte mir so sehr, daß es mehr Wunder auf der Welt gibt.

Aber unser aller Leben wird wohl vorbestimmt, und auch die Zeit des Abschiednehmens wird uns in der Stunde unserer Geburt bereits in die Wiege gelegt.

Egal, wie Deine Mama sich entscheidet, Du wirst bei Ihr sein.
Bedenke jedoch, dass Schmerzmittel im Krankenhaus oder Hospitz in höheren Dosierungen eingesetzt werden können.

Aber ich glaube, sie wird einfach jeden Tag müder, und wird ganz friedlich eines Tages einschlafen.

Ich schicke Euch ein kleines Licht, um die dunkle Nacht zu erhellen.

Alles Liebe
Moni
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  #1470  
Alt 07.11.2006, 23:59
HeidiHeidi HeidiHeidi ist offline
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Liebe Fussel,

deine Zeilen haben mich auch zum weinen gebracht ich weiß nicht was ich schreiben soll Ich denke seit heute morgen an euch und werde für euch beten....

Ich habe auch solche furchtbare Angst....
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