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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bauchspiegelung notwendig ?


Bibo
18.12.2004, 16:46
Hallo,

ich habe zu einer sonographischen Untersuchung folgenden Bericht : beide Ovarien liegen oberhalb des Normbereiches, re. 5,6 X3,8 cm, li. 4,6x2cm und weisen multiple kleine Follikel unter 5mm Durchmesser auf. Im rechten Ovar findet sich darüberhinaus eine 2 x 1,4 cm grosse, echoarme und relativ scharf begrenzte Struktur, die am ehesten als eine Schokoladenzyste gedeutet wird. Hier findet sich keine Durchblutung.

Diag.: V.a. PCO bds., glatt begrenzte echoarme Raumforderung im re. Ovar: V.a. Schokoladenzyste.DD: eingeblutete Ovarialzyste/Teratom ?
Auch im Kernspin, welches ich eigentlich wegen Rückenbeschwerden habe machen lassen, hat man diese Stelle gesehen.

Der Befund ist auch schonmal 4 Monate vorher gemacht worden, damals war die Struktur um 0,1 mm jeweils kleiner, was aber wohl auch ein Messfehler sein kann ? - Die Ärzte sagen, Sicherheit hat man nur mit einer Bauchspiegelung, der Befund sehe aber nicht nach Krebs aus und ich sei dafür eigentlch auch noch zu jung ( 35 Jahre alt ).
Meine Mutter hatte auch relativ jung Brustkrebs bekommen ( mit 40 Jahren). - Ich habe immer mal wieder Beschwerden was die Menstruation angeht, aber eher diffus: mal Zwischenblutungen u. verlängerter Zyklus, jetzt gerade 3x in sehr kurzen Abständen Blutungen wie bei der Mensis. Schon mal ziehende Schmerzen im Unterleib. Leider sagen die Ärzte nicht konkret : jetzt machen wir eine Bauchspiegelung. Soll ich darauf drängen ? Was wird bei einer Bauchspiegelung gemacht ? Und gibt es hierfür eine empfehlenswerte Adresse im Raum Hannover ?

Danke für Eure Beiträge, BiBo

18.12.2004, 17:33
Ich bin mir sicher dass du bei diesem Befund, bei einem chirurgischen Gynäkologen sehr offene Ohren finden wirst. Nach vorherrschender med. Meinung gehört jede Zyste, die nicht innerhalb von 3 Monaten zum "Verschwinden" gebracht wird näher betrachtet. Die echoarme und scharf begrenzte Struktur deutet eher auf eine gutartige Neubildung hin.
Bei einer Lap. wird über 3 winzige Schnitte (einer im Bauchnabel, die beiden anderen ein Schamhaarhöhe, in der Leistengegend) endoskopisches Gerät eingeführt. Eine Minikamera und sog. Arbeitsinstrumente. Die Zyste würde dann im sog. "Tütenverfahren" entfernt. Es wird eine Tüte über die Zyste gestülpt, diese zerkleinert und dann durch den endoskopischen Stab nach aussen befördert.
Alles in allem ein wirklich kleiner Eingriff, jedoch mit einer definitiven Sicherheit der Diagnose
Lass es durchführen, bestehe darauf
Alles Gute C

19.12.2004, 01:31
Hallo Bibo,

ich würde Dir unbedingt zu einer Laparoskopie raten. Ich hatte einen ebenfalls zystischen Befund am Eierstock und wurde monatelang hingehalten. Aufgrund der Informationen, die ich hier aus dem Forum lesen konnte und starker Schmerzen habe ich dann endlich auf eine Laparoskopie gedrungen. Ich bin sehr froh darüber, da auf diese Weise ein gutartiger Tumor (Teratom) gefunden wurde, der unbeachtet vielleicht auch bösartig geworden wäre. (Teratome können sowohl gutartig als auch bösartig sein). Keine Sonographie kann Dir Klarheit bringen sondern nur die Bauchspiegelung und histologische Untersuchung. Also, lass es machen!!!
Alle Gute und liebe Grüße
Corinna

19.12.2004, 11:21
Hallo Bibo,
ich hatte mit 23 Jahren einen ähnlichen Befund wie du. Mit 34 Jahren hatte ich über 1,5 Jahre diffuse Bauchschmerzen, es gab jedoch keinerlei Anhaltszeichen per Sono/CT. Ich habe nun bereits zweimal eine Bauchspiegelung hinter mir. Die erste dringend angeraten, die zweite auf Einforderung mit Arztwechsel
(der erste Arzt sagte ein Jahr lang, es wäre nichts zu sehen..). Ich bin froh, dass ich die Eingriffe habe machen lassen, denn dann wußte ich Bescheid!!! Das erste Mal war es ein gutartiger Tumor, Nach Öffnung der Bauchdecke mit den oben schon genannten kleinen Schnitten war der Tumor so "solide", dass die Ärzte doch die Bauchdecke öffneten, weil keiner sich sicher war, ob gut- oder bösartig und das "Tütenverfahren mit Tumorzerkleinerung" zu riskant erschien bezüglich evt. Streuungen. Das zweite Mal wurde umfangreiche Endometriose (Wucherungen im Bauchbereich) festgestellt. Diese wurden bei der Bauchspiegelung per Laser abgetragen. Ich habe mich also 1,5 Jahre unnötig herumgequält, physisch und psychisch.
Solange die Bauchdecke nicht geöffnet werden muss, ist der Eingriff ist wirklich sehr gut zu überstehen. Ich hatte keinerlei Bauchschmerzen durch die Schnitte nach der OP (ohne Medikamente) und bin wirklich ein Angsthase :-). Durch das Gas, was während der OP in den Bauchraum geleitet wird, bekommt man in der Regel leichte Schulterschmerzen, wie starker Muskelkater. Mit einer Tablette Ibuprofen (gibts ohne Rezept in der Apotheke) war ich schmerzfrei!
Also lass es machen, es ist wirklich die einzig sichere Methode und verlass dich nicht auf dein Alter. Das nützt im Einzelfall gar nichts. Und wenn doch ein größerer Eingriff nötig sein sollte, dann sei froh, wenn du hingegangen bist. Dann war es nämlich höchste Zeit.
Alles Gute, ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.
Uta

19.12.2004, 11:23
Ach ja, 0,1mm ist natürlich ein Messfehler!!!!! Es kommt auf den Zentimeterbereich an.

19.12.2004, 11:25
Nochmal ich, ein Zsammenhang zwischen Brust- und Eierstockkrebs wird genetisch zur Zeit in einigen Fällen in Erwägung gezogen...

19.12.2004, 23:31
Hallo Bibo,
auch ich würde Dir raten, als mündige Patientin auf eine Laparoskopie zu drängen, um sicher zu gehen. Ich wurde wegen eines Tumors am Eierstock letztes Jahr im Dezember im Vinzenzkrankenhaus in Hannover von Dr. Suttmann (lt. Oberarzt) operiert, den ich Dir für diese Operationstechnik wärmstens empfehlen kann. Ein erfahrener, sicherer Operateur ist in diesen Fällen sehr wichtig, denke ich, und bei ihm wärest Du sicherlich an der richtigen Adresse. Er hat es in meinem Fall geschafft, einen apfelsinengroßen Tumor völlig intakt laparoskopisch zu bergen, was nicht selbstverständlich ist. Noch heute bin ich froh, dass die Laparoskopie so gut verlaufen ist, sonst hätte mein Befund später sehr viel schlechter ausgesehen. Für Dich hoffe ich natürlich sehr, dass sich alles als harmlos herausstellt. Für weitere Fragen kannst Du mich unter kkollmetz@gmx.de erreichen. Viel Glück!

20.12.2004, 11:43
Vielen Dank für die vielen Antworten !

bei den 0,1 mm meinte ich natürlich 0,1 cm ...

Ich werde das auf jeden Fall angehen, weiß nur noch nicht genau, wo.
Meine Frauenärztin hatte mich immer zur MHH geschickt, mit der Sono war ich dort auch immer sehr zufrieden. Mein behandelnder Arzt ist allerdings - mit vielen anderen- von dort weggegangen und jetzt meinte meine FÄ, ich solle mal ins Henriettenstift zur Sono und Abklärung wegen einer Laparoskopie. Gibt es jemanden, der Erfahrungen mit dem Henriettenstift gemacht hat ?

Grüße, BiBo

23.12.2004, 09:46
Hallo Bibo,
lass das auf alle Fälle abklären, und Dich nicht durch irgendwelche fadenscheinigen Gründe abhalten. Gerade weil Du auch schreibst, das Du Zwischenblutungen hast. Mein Arzt hat damals meine starken regelschmerzen auch nicht ernstgenommen und gesagt ich soll es mit Entspannungsübungen probieren. 3 Jahre später wurde mir der Eierstock, wegen eines faustgroßen Teratoms entfernt, da gutartig wird das schon vor 3 Jahren der auslöser gewesen sein, aber dieser Arzt hat ja im Ultraschall nichts gesehen (vermutlich nicht richtig hingesehen). Denn die Ärztin der Notaufnahme in der ich dieses Jahr dann gelandet bin hat eindeutig gesagt, bei dieser Größe muss das schon viel früher sichtbar gewesen sein.
Sorry, wie Ihr seht bin ich immer noch ziemlichgefrustet über diese "Halbgötter in Weiss". Mein vertrauen ist auch noch nicht wieder zurück, wird es wahrscheinlich auch niemals. Wenn Du Lust hast lies meinen ganzen Erfahrungsbericht unter: Wie habt Ihr es gemerkt, Seite 2 Anja Hammer.
Ich Drücke Dir jedenfalls die Daumen das alles gut geht.

LG Anja

Ps: Die Aussage Du bist für Krebs noch zu jung ist der größte Schwachsinn den es gibt, es mag sein, das es für bestimmte Altersgruppen Häufigkeiten gibt, aber sich nur an diesen zu orientieren ist von Deinem Arzt fahrlässig. Es gibt nicht ohne Grund Kinderkrebsstationen.

23.12.2004, 10:15
Hallo Anja,

Deine (Vor)Geschichte ähnelt meiner sehr.
Ich hatte auch (mehrfach) gutartige Teratome, letzte OP im Oktober d.J.
Da wir ja in dieses Forum nicht wirklich passen, worüber wir natürlich sehr glücklich sein können, gebe ich Dir meine e-mail Adresse, falls Du an einem Austausch interessiert sein solltest.
Würde mich freuen, von Dir zu hören!
cori65@web.de
Ich wünsche Dir entspannte Weihnachtsfeiertage.
Gruß Corinna

esterhazy
16.04.2007, 09:41
Hi, ich habe deinen Beitrag im Forum gesehen. Es ist schon zwar lange her, seitdem du dieses Problem hattest, ich möchte dich aber fragen, wie das dann bei dir verlaufen ist. Ich habe ziemlich das gleiche Problem gehabt wie du. Es wurden Mitte März dieses Jahres 3-4 cm große teilweise auch Schokozysten an meinen beiden Eierstöcken entdeckt, am 26. März wurde ich laparoskopisch (mit Bauchspiegelung) operiert. Es war nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Schnitte sind wirklich klein, nur 1-2 cm groß, ich hab sie kaum gespürt. Ich fühle mich sehr gut. Die erste Woche war ein bisschen schwierig für mich, aber danach wurde es von Tag zu Tag besser.

Und ich weiß nicht, was jetzt auf mich zukommt. Vielleicht kannst du mir etwas Näheres erzählen.

Grüsse,esterhazy