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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Magenkrebs - wie sieht das Endstadium aus???


26.01.2005, 16:18
Mein Schwiegervater erkrankte im Mai 04 an einer aggressiven Form von Magenkrebs. Bis zum November ging es ihm mal besser, mal schlechter, aber seit Ende November geht es nur noch bergab. Die Chemo schlägt nicht mehr an, er hat keinen Appetit mehr auf nichts, erbricht ständig, brauchte schon Blutkonserven und hatte ständig Wasser im Bauchraum. Heute wurde er nun in die Klinik eingeliefert, weil die Ärzte es nun nicht mehr verantworten können ihn ambulant zu behandeln. Die Metastasen haben sich schon im ganzen Körper verteilt und werden immer größer...ich habe solche Angst, daß er nicht mehr heimkommt von der Klinik...

Wie sieht das Endstadium von Magenkrebs aus?

Becki

26.01.2005, 19:51
hallo becki,

man kann es bei dieser krankheit leider nicht verallgemeinern, aber vielleicht kann ich dir ein wenig die angst nehmen. mein mann war auch an magenkrebs erkrankt, es erfolgte ein rückfall mit metastasen im gesamten bauchraum, auch der leber. dadurch, daß die leber nicht mehr arbeitete ist er morgens in ein sogenannte leberkoma gefallen. er atmete ganz ruhig und schien sehr entspannt, ich hielt seine hand und war einfach nur bei ihm. abends schlief er dann für immer ein. ich bin sehr froh, daß der weg in den "himmel" für ihn so ruhig war, daß ist mir ein wahnsinniger trost. ich wünsche dir für die nächste zeit viel kraft und versuche soviel zeit wie möglich mit deinem schwiegervater zu verbringen, es wird ihm und auch dir helfen.

fühl dich ganz fest gedrückt.

tanja

01.02.2005, 21:07
Hallo Becki, viel Kraft für das Kommende.
Magenkrebs, wie so ziemlich jeder andere Krebs hat bei so einem Stadium kaum noch Aussichten auf Heilung. Du wirst Dich mit dem Gedanken anfreunden müssen das es aussichtslos ist. Genieße die Zeit die euch noch bleibt. Jeder Versuch da chemotherapeutisch was zu bewirken ist im Grunde nur noch palliativer Art. Es dient der Linderung der Schmerzen und nicht mehr der Heilung.
Viel Kraft und Zusammenhalt in Deiner Familie.

Christian S.

11.02.2005, 19:07
Liebe Becki,

ich kenne die Sympthome, die du beschreibst, sehr genau. Mein Mann ist vor einem Monat an Magenkrebs gestorben. Auch bei ihm wurde immer wieder Wasser aus dem Bauchraum abgepumpt. Er konnte nichts mehr schlucken, weil der Magen komplett dicht war. In den letzten Tagen hat er nur noch gebrochen. Es tut so weh, dabei zusehen zu müssen und nichts tun zu können. In Wahrheit ist ab diesem Zeitpunkt alles Verlängernde Qual. Wie du dich verhalten sollst, wirst du in seinen Augen sehen. Wenn es für ihn leichter ist, bis zum Schluss zu hoffen, dann hoff mit ihm. Wenn er sich damit abgefunden hat, teil die Angst mit ihm. Und lasst ihn möglichst nicht allein. Ich war nicht bei meinem Mann, als er starb. Ich saß beim Mittagessen mit unseren Kindern. Das werde ich mir nie verzeihen. Denk jetzt vor allem daran, was deinem Schwiegervater wichtig wäre. Wenn es Streit gab, macht ihm klar, dass ihm verziehen ist. Sagt ihm, dass ihr ihn liebt. Zeigt ihm, dass es schwer sein wird ohne ihn, aber dass ihr es hinkriegen werdet. Es tut mir so leid, Becki, dass auch du das erleben musst.
Was das Krankenhaus anbelangt: Wenn er nicht darauf besteht nachhause zu kommen, lasst ihn dort! Er wird Schmerzmittel bekommen. Zuhause wird es ihm nur umso schwerer fallen loszulassen. Es wird noch mehr weh tun. Und ihr könnt euch nicht rund um die Uhr um ihn kümmern und für jeden Notfall vorsorgen. Mach dir deshalb keine Vorwürfe!!! Wenn er allerdings unbedingt zuhause sterben will, hör nicht auf die Ärzte. Hol ihn heim und besorg eine Schwester und ruf sofort einen Hospizdienst an.
Ich denke an dich und an deinen Schwiegervater und sende euch Kraft!

12.02.2005, 09:19
Hallo!

Ich danke Euch für Eure Antworten.

Mein Schwiegervater ist am 3. Februar verstorben. Am Fastnachtsdienstag haben wir ihn beerdigt. Es war eine grausame Zeit und wir waren alle noch beim ihm bevor er gestorben ist. Außer die Kinder, denen habe ich dieses unendliche Leid ersparen wollen. In der Stunde seines Todes war er mit seiner Frau und einer Krankenschwester alleine. Er hat sehr leiden müssen und ich kann es alles noch gar nicht fassen. Ertappe mich öfter dabei, daß ich denke er ist noch im Krankenhaus.

Becki

15.02.2005, 23:47
Mein aufrichtiges Beileid für euren Verlust. Ich wünsche Dir und Deiner Familie sehr viel Kraft und Energie für die nächsten Wochen und Monate.
Viel Liebe und Kraft für Deine Familie und Deinem Mann.

Christian S.

18.02.2005, 12:49
dine, Dein Mann hat mit dem Sterben gewartet, bis Du für ein ganz kleines Weilchen sein Zimmer verlassen hast. Sehr viele Sterbende tun das. Er hat es für Dich getan, es war sein letzter Liebesbeweis. Und seine 'Entscheidung'. Bitte, bitte mach Dir keine Vorwürfe. Es gibt nichts, was Du Dir verzeihen müsstest. Ganz im Gegenteil: wenn er jetzt wüsste, daß Du Dir Vorwürfe machst, wäre er womöglich stinksauer. Aber das kannst nur Du beurteilen...
Auch ich wünsche Dir Liebe und Kraft
Ingrid

10.07.2005, 17:56
alle schreiben wie sehr sie um ihren papa trauern, jedoch wir 2 Kinder und Mutter hoffen beten jeden Tag , dass unser böse gewordener Vater endlich geht , wir halten es bald nicht mehr aus. Er beleidigt uns dauernd , schlägt die Hunde sogar mal meine jüngere Halbschwester .... ist es menschenmöglich , dass sich ein Mensch so verändern kann ? Er war schon immer ein wenig schwierig aber was jetzt abläuft , ist wie im Irrenhaus .
Wir hassen ihn alle und hoffen dass er bald stirbt.
Bauch ist voll Wasser , er ist bereits seit 4 Monaten ganz gelb und abgemagert , wie lange geht das noch ?

Christian S.
10.07.2005, 20:12
Liebe Johanna,

dein Frust in allen Ehren aber ein Mensch unter Schmerzen ist nicht zurechnungsfähig.
Ihr dürft es auf keinen Fall auf euch beziehen denn das hat nichts mit euch zu tun.
Es ist eine Ausdrucksform des Schmerzes und des Leides.

Es ist diese dunkle Seite die jeder Mensch in sich trägt und die sie in solchen Situationen zum Vorschein treten lässt.
Ich war auf der Its auch richtig ekelig.
Jeder geht anders damit um.

Es ist nun mal Krebs und euer Vater muss sich nun an den Gedanken gewöhnen dass es vorbei geht und dass er sterben wird. Eine Phase die unglaublich schwierig für den Sterbenden ist.
Wenn er diesen Gedanken zulässt dass er es nicht überleben wird dann kann er wieder die letzten Tage friedlicher werden.
Eure Gefühle sind verständlich und auch eure Abneigung, nur bitte zieht euch den Schuh nicht an denn er würde dass mit jedem machen der um ihn herum wäre.

Ich wünsche ihm alles Gute und ein angenehmes Sterben.
Euch allen viel Kraft für diese letzte phase und nehmt seine Attacken nicht an, die sind nicht gegen euch sondern nur Ausdruck seiner Schmerzen und Hilflosigkeit.

Christian S.

Steven1
08.02.2008, 13:19
mein vater verstarb gestern morgen nach langen leiden und grossen schmerzen an magenkrebs,wir hatten hoffnung bis zum schluss,aber ich hatte mir etwas vorgemacht,als der krebs entdeckt wurde,es war im dezember 06 waren die leber und knochen schon sehr mit metstasen befallen,aber die ärzte machten meinem vater und uns grosse hoffnungen,die erste chemo schlug auch sehr gut an ,der tumor verkleinerte sich,die metastasen auf der leber waren kaum mehr zu sehen auf den bildern aber das wars dann aber auch schon,die folgenchemos verhinderten nur noch den zu schnellen wachstum des tumores und der metastasen,ab oktober 07 baute mein vater fürchterlich schnell ab,er bekam bestrahlungen gegen die knochenmetastaen,gegen gehirnmetastasen,es bestand sogar akute gefahr eines genickbruchs durch eine halswirbelmetstase,sie versuchten noch eine chemo aber nichts half mehr,der krebs explodierte förmlich.gestern morgen wie gesagt verstarb mein papa an akutem leberversagen,er schlief ruhig und friedlich ein,ich bin sehr froh ihm die hand halten gedurft zu haben,er wurde nur 53 jahre alt,ich werde ihn sehr vermissen.

Lena80
08.02.2008, 15:35
Lieber Steven,

schrecklich, dass du so etwas erleben musst.Mir steht es noch bevor (auch mein Vater hat Krebs und wird sterben). Ich hoffe du findest Trost und Halt in der Familie und im Freundeskreis.
Viel Kraft für die kommende Zeit.

Es grüsst dich traurig Lena

markus75
08.02.2008, 21:18
lieber steven,
mein aufrichtiges beileid.

meine mutte hat heute auf den tag genau vor einem monat auch den kampf gegen den magenkrebs verloren.
sie mußte auch viel leiden aber schlief dan ruhig ein.
ich hatte ihr mit meinem vater zusammen auch bis zum schluß die hand gehalten.ich glaube es war schön für sie ,das wir sie bis zum ende begleitet haben.meine mutter wurde nur 57.

ich wünsche dir und deiner familie viel kraft.
der schmerz kommt zwar immer wieder ,auch bei mir aber er wird immer schwächer.
wir wußten ja was auf uns zukommt wollten es nur nicht war haben.

ganz liebe grüße markus

Steven1
10.02.2008, 17:56
hallo markus,hallo lena,
ich möchte mich für eure lieben worte bedanken,es tut mir sehr leid das ihr auch so eine schlimme zeit habt durch machen müssen b.z.w.machen müsst,dir,liebe lena und deiner familie wünsche ich alle kraft dieser welt diese schlimme leidenszeit zu überstehen,ich werde in gedanken und im herzen bei euch sein.Dir,markus und deiner familie möchte ich mein aufrichtiges beileid aussprechen.

Katja1987
12.02.2009, 23:25
An alle, aber vor allem an Markus,

das "es tut mir leid" hast du sicherlich schon zu Genüge gehört genau wie ich, daher lasse ich es einfach ;) Ich habe gelesen, dass deine Mutter auch im relativ jungen Alter verstorben ist. Meine Mama ist 46 und sie ist gerade im Endstadium. Wir wissen nicht wie lange sie noch bei uns bleiben kann. Es wird nicht mehr lange sein, denn sie ist sehr schwach. Sie bricht alles aus, alles was sie trinkt und isst. Sie kann nicht mehr aufstehen... von ihr ist kaum noch etwas übrig. Sie ist erst 46 und es ist einfach so unfair sie gehen zu sehen...
Wie sah es bei deiner Mutti aus? Was hatte sie für Symptome? Ich will doch nur wissen, wie lange sie denn noch ungefähr bei uns bleibst...Tage, Woche, Monate...?!

Liebe Grüße, Katja

Corigu
13.02.2009, 10:20
Liebe Katja
es wird nicht mehr lange dauern...mein Mann ist im letzten Jahr verstorben...mit 42 Jahren !
Ich hoffe sie bekommt genug Morphium und enn sie nicht essen oder trinken mag , dann laß sie..
liebe traurige Grüße
Corigu

Carina Dehmelt
15.02.2009, 20:27
Hallo Katja,
Corigu hat Recht, es dauert nun nicht mehr lange mit dem Tod. Meine liebe Schwester Anke starb im November 2008 auch an Magenkrebs. Sie war erst 42 und ertrug diesen verfluchten Krebs schon seit Sommer 2005. Immer wieder bekam sie Chemos, die zunächst auch gut anschlugen. Nach der dritten aber wurden die Krebszellen resistent und das Leiden begann im Juni 2008. Zum Schluss konnte sie nicht mehr essen, nicht zur Toliette gehen und so weiter. Es war schwer, das ohnmächtig mit ansehen zu müssen. Der Tod kam dann für uns doch überraschend, es war kein schönes Sterben, leider. Aber sie starb in den Armen unserer Eltern, das war ihr ein Trost, wenn auch für unsere Eltern sehr schwer.
Ich wünsche Deiner Familie ganz viel Kraft, das nun Kommende zu überstehen, es wird sehr schmerzlich, aber denkt immer an die schönen Zeiten mit eurer Mutti, lasst sie gehen, es wird ihr leichter fallen. Meine Schwester war froh, dass wir nicht geklammert haben und sie loslassen konnten.
Aber lasst auch eure Tränen und eure Trauer zu, es gehört zum Heilungsprozess eurer Seele dazu. Ihr habt in der Vergangenheit auch Schweres durchgemacht
Herzlichst Carina

Alexa5
18.02.2009, 20:57
Hallo,
mein Paps ist letztes Jahr auch an Magenkrebs gestorben. Unter Tränen kann ich dir nur raten, verbringe so viel Zeit wie möglich mit deiner Mum und wenn du nur ihre Hand hälst. Ich bin froh das ich so viel Zeit wie möglich mit ihm verbracht habe auch wenn er nur noch geschlafen hat oder wie am Schluß in einer Art Koma lag.
Ich wünsche Dir alle Kraft dieser Welt!

katzenmutti81
15.03.2009, 06:55
hallo ihr lieben

erstmal allen die einen geliebten menschen verloren haben, herzliches beileid. ich kann so gut mit euch mitfühlen, mein geliebter papa ist vor einem monat im alter von 55 jahren an leberkrebs verstorben, und ich leide sehr... es tut so verdammt weh...
nun habe ich angst, dass ich auch irgendwas böses in mir habe, obwohl mir mein doc immer sagt, es sei psychosomatisch und der stress der diese symptome auslöst.
muss vielleicht mal kurz etwas ausholen... also, ich hatte im letzten oktober eine magendarmgrippe, die eigentlich ganz normal nach 3 tagen wieder weg war. aber was geblieben ist, ist der magenschmerz und die übelkeit. und das leider bis heute, manchmal gehts ein paar tage sehr gut und dann wieder ein paar tage nicht so. ich esse eigentlich wieder ganz normal, aber danach ist mir oft schlecht. magenweh hab ich zum glück selten mehr, aber einfach diese übelkeit plagt mich ständig. damals, im oktober diagnostizierte man eine magenschleimhautentzündung. aber kann es wirklich sein, dass so eine entzündung so lange anhält?
ich habe solche angst...
es hat alles angefangen, nachdem mein papa im letzten september die diagnose inoperables leberzellkarzinom erhalten hat. naja, ich kann ja schon nachvollziehen, dass dies der auslöser für diese beschwerden war, weil ich eigentlich schon immer psychisch angeschlagen war, aber kann es wirklich "nur" eine entzündung oder psychisch sein?!
am 25.3. muss ich zur magenspiegelung, ich habe sehr grosse angst davor...

ich bin euch dankbar für ein paar antworten, aus euren erfahrungen mit magenkrebs etc...

ganz lieben dank

liebe grüsse
die verängstigte, traurige jacky

Katja1987
17.04.2009, 04:36
Hallo ihr Lieben,

nun sind 2 Monate vergangen und es meine Mum ist zum Glueck noch am Leben. Aber es geht jetzt drastisch bergab. Ich war vor 2 Wochen erst wieder zuhause (ich wohne im Ausland) und da ging es ihr gut. Sie war selbst mit meinem Papa draussen unterwegs im Rollstuhl - im Februar, zum Vergleich ging gar nichts mehr, sie war nur noch im Bett. Fuer mich war es das schoenste Geb.-geschenk, dass es ihr endlich wieder besser ging... aber heute kam dann eine schlechte Nachricht. Ich habe mit meinem Papa telefoniert: Meine Mama ist wohl nicht mehr ansprechbar, wie in Trance, und ist unruhig, "schlaegt" um sich und kann ihren Koerper nur schlecht kontrollieren. Ich nehme an, der Krebs befaellt so langsam das Gehirn?! Es wird wohl nicht mehr lange dauern?! Wie war es bei euren Geliebten?

Ich wuensche euch allen unheimlich viel Kraft.

geiser
18.04.2009, 11:48
Hallo Becki,

habe lange nicht mehr geschrieben aber die Beiträge immer gelesen.
Ich glaube nicht das es ein Chema F gibt, jeder Mensch ist ein Individium bei jedem ist der Krankheitsverlauf unterschiedlich.

Auch wir kämpfen gerade, mein Mann 50 Jahre hat seit einem guten Jahr die Diagnose Magen CA, Metastasen in Bauchfell, Knochen usw. Seit 1 Woche sind die Schmerzen so unmenschlich stark das ich meinen Mann am Dienstag ins Krankenhaus gebracht habe.
Jetzt bekommt er Morphium und die Schmerzen sind erträglich, auch ich weiß nicht wie es wietergeht, ich denke jedes Mal wenn ich ins Zimmer komme... jetzt sitzt er wieder auf der Bettkante und sagt komm lass uns heim gehen.

Aber bisher hat sich noch nichts getan. Er selbst beschreibt seinen Zustand - ich habe dem Krebs bisher immer etwas entgegensetzten können, aber ich habe keine Kraft mehr.

Ich lebe momentan nach dem Gelassenheitsprinzip.... Gott gebe mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann...
Es ist eine dunkle Zeit, ich komme mir manchmal vor wie im Tran-
ich versuche alle mir verbleibende Zeit am Tag bei ihm zu sein.

Die Schmerzen und die Angst kann ich ihm nicht abnehmen, ich kann nur da sein und ein Stück Geborgenheit geben. Nicht mehr und nicht weniger.

Aber es ist für mich auch dunkel und der Weg momentan nicht erkennbar.

Denk an Dich alles Gute

ugeiser

metty75
23.05.2009, 02:57
hallo zusammen!
in den letzten wochen hat die farbe gelb eine ganz andere bedeutung für mich. ich möchte euch meine letzten wochen mit meiner geliebten mutter hier erzählen.
die diagnose "tumor im magen" haben wir alle im august letzten jahres erhalten. aber was ist schon magenkrebs? nach den erfahrungen in unserer umgebung haben wir bis dahin nur positive ergebnisse dieser nahezu tödlichen krankheit gehört. dies machte uns, meiner familie guten mut und die therapie (erst chemo dann op) brachte uns keine grosse sorgen. uns war klar, die mama ist schwer krank aber wir hatten hoffnung. im november war die op und zum schrecken erfuhren wir, dass der magen komplett, ein teil der bauchspeicheldrüse, die milz und die neben-niere entfernt wurde. im dezember konnte meine mum dann ihre kur antreten. sie wollte auf keinen fall über weihnachten meinen papa und meine schwester alleine lassen. vielleicht hatte sie in ihrer hoffnung schon eine ahnung, es könnte das letzte weihnachten sein für sie. das sie sich in der kur dann prächtig erholt hatte, konnte man eigentlich nicht sagen.
der krebs war sehr stark in ihr am wuchern und die metastasen nahmen weiter ihren lauf. und war klar, für unsere mutter war es im prinzip schon längst zu spät. vor einem jahr klagte sie ständig über herzschmerzen usw. es war nicht ihr herz, denn dieses war bis zuletzt ihr "bestes" organ.
die kommunikation im krankenhaus zu angehörigen und patienten war äußerst mangelhaft und so holten wir uns einen termin beim chefarzt der station. mein vater meine schwester und ich erfuhren dann wie es um unsere mutter steht. zum bedauern, die letzten chemos (im februar und märz) hätte sie sich ersparen können denn es ging nur noch um die palliativ-medizin. zwei tage nach unserem gespräch kam meine mutter auf ein einzelzimmer. zuerst hieß es, man baut sie jetzt nach der chemo wieder etwas auf und dann können wir sie mit nach hause holen, um ihr dort noch ein paar schöne monate zu machen. leider kam es dazu nicht mehr.
die letzten zwei wochen begann mit demm bezug des einzelzimmers. im gegenteil zu den ärzten, konnten wir über das pflegepersonal nicht sagen. meine mutter fühlte sich sehr wohl in der umgebunug und es wurde auch ihrem willen entsprochen, dass mein dad jeden abend direkt neben ihr schlafen durfte. von dann an war immer einer von uns bei ihr und wir ließen sie nicht alleine. mein dad, meine ältere schwester und ich wechselten uns drei mal am tag ab um ihr das zu geben was wir für sie empfinden. liebe. sie war bettlegerisch und konnte sich nur sehr schwer selber helfen. ihr gewicht betrug schon seit längerer zeit nur noch 45kg. wir gaben ihr zu trinken (am tag ein halbes glas wasser). wenn sie auf was lust hatte, haben wir es mitbegracht auch wenn sie nichts oder nur ganz wenig davon wollte. gegessen hatte sie eh schon seit längerer zeit nichts mehr. die erste zeit im einzelzimmer war sehr hart denn sie leidete. sie konnte nicht abhusten, sie hatte immer wieder das gefühl brechen zu müssen. sie hatte keine kraft mehr um diese dinge normal über sich ergehen zu lassen. wir waren im prinzip genau so hilfslos wie sie selber. das alles hat sehr weh getan und ich empfinde dieses leiden immer noch als das schlimmste ereignis in dieser geschichte. es war meine mutter. sie hat mich auf die welt gebracht. sie hat soviel dazu beigetragen aus mir (hoffentlich) ein menschliches wesen zu machen.
zum thema aufklärung: es wurde uns nahegelegt über "das ende" mit ihr zu sprechen. am besagten 05. mai was gleichzeitig auch der 44. hochzeitstag meiner eltern ist, haben wir mit ihr gesprochen. sie sagte wie sie beerdigt werden wollte, was sie gerne tragen möchte und wen wir alles zum kaffee einladen sollen. meine mutter hat bis zu diesem zeitpunkt nur an uns gedacht. sie hat getrunken um uns zu beruhigen. da meine mutter noch immer voll verstand war hat sie uns an dem tag gedankt für unseren dienst und unsere liebe. es war das erste mal, dass sie, mein vater, meine schwester und ich gemeinsam an ihrem bett geheult haben. es war der tag, an dem sie von meinem vater zum hochzeitstag 3 "gelbe" gerberer bekam.
nun haben wir zu ihr gesagt: "mama, du musst jetzt nicht mehr an uns denken. du musst jetzt deinen weg gehen!" ich habe sie gefragt, ob sie angst hat, "nein" war die antwort.
ich genoss die letzten tage mit ihr. sie war abgemagert bis auf die knocken. wasser in den beinen und im bauchraum. sie wurde immer "gelber" am ganzen körper. in der nacht von freitag auf samstag fing sie laut an zu denken. in ihr gingen sämtliche lebenssituationen durch den kopf. sie schien sehr verwirrt zu sein. nach einem gespäch mit den schwestern, ob dies an den medikamenten liegt war die antwort positiv. nun war mir auch klar, jetzt gehts wohl zuende.ich war für eine halbe stunde vorm krankenhaus. meine mutter hatte besuch und ich konnte daher ein wenig luft schnappen. nach dieser halben stunde hat sich das blatt vollkommen gedreht. meine mutter dachte nur noch mit halber kraft. sie lag ziemlich flach in ihrem bett und war fast nicht mehr ansprechbar. nachdem die schwestern sie erneut frisch gemacht hatten und zu uns sagen, wir sollen schnell wieder ins zimmer gehen sie scheidet nur noch blut aus. ich kam zu meinem vater ins zimmer und da lag sie nur noch schwer atmend in ihrem bett. kurz vorher hatte ich noch meiner schwester angerufen: "komm bitte schnell, die mama liegt jetzt im sterben!" immer gelblicher werdend lag sie nun da und die atmung wurde sanfter. ich hielt ihre hand fest und das war für mich ein unbeschreiblich beruhigendes gefühl. aber ich erinnerte mich was sie vor paar tagen noch zu uns gesagt hatte. sie wolle nicht gestört werden wenn´s so weit ist. also tat ich ihr den gefallen und ließ sie los. mein vater sagte, die mama stirbt erst wenn meine schwester auch da ist. in der tat. eine dreiviertel stunde später als meine schwester eintraf, hatte sie den scheiss krebs besiegt. vor lauter wut habe ich das am schluss noch zurufen müssen.
sie ist ohne schmerzen und ruhig eingeschlafen. für uns war es eine erleichterung. die mama is zwar jetzt tot aber es geht ihr nun endlich wieder besser. sie wurde vom leiden erlöst.
ich kann nur sagen, am besten man versucht über alles zu reden mit der betreffenden person. das befreit nicht nur einen selbst, sondern auch der bzw. diejenige person.
letzte woche freitag habe ich meine mutter in der urne zu grabe getragen. es war eine wunderbare person. sie war die frau die ich noch immer sehr lieb habe. sie fehlt mir unendlich.

Stephanie69
28.05.2009, 21:39
Hallo Metty,
mein herzlichstest Beileid nocheinmal.
Deine Zeilen haben mich sehr berührt. So ähnlich war der Abschied von meiner Mutter. Sie starb am 20.06.008. Die Leidenszeit meiner Mutter betrug nur 6 Wochen. Es ist wahnsinnig schwierig, so einen Verlust zu verkraften. Ich habe es bis heute noch nicht.
Es wird auch sicherlich noch lange dauern. Hilfreich sind echte Freunde, die zuhören und dich vielleicht auch mal in die Schranken weisen.
Mit freundlichen Grüßen
Stephanie


P.s. Wenn du jemanden zum Reden brauchst, melde Dich.

metty75
15.06.2009, 23:11
hallo stephanie!

danke für deine anteilnahme! wir haben, wie manche anderen hier einiges gemeinsam. man kann damit leben und doch auch i-wie umgehen. ich bin mittlerweile längst wieder in den alltag zurückgekehrt. was immer bleiben wird, sind die erinnerungen an meine mutter. ich gehe mehrmals in der woche zu ihr ans grab und hör musik mit ihr. meine musik: ein kompliment :) dabei kommen mir dann die tränen und ich bin so froh sie in den letzten wochen begleitet zu haben. dieser anlass ist sehr schön denn ich weiss das sie an mich denkt, hoffe ich zumindest mal.
ich denke, bei dir wird es wohl ähnlich sein! kannst dich gerne wieder bei mir melden und danke für deine worte!
an alle anderen. der tot gehört zum leben dazu auch wenn es unsagbar schwer ist zu begreifen, dass der oder diejenige für immer fehlen wird. sie sind aber trotzdem bei uns... irgendwie schon.

lg metty

Markus-Stefan
22.07.2009, 19:48
Erstmal Herzliches Beileid an alle.

Ich hab meinen Vater vor kurzem am Blasenkrebs mit Knochen Metastasen verloren.

Ich sage nur wenn die erkrankten es wollen nehmt sie mit nach Hause, sodas sie in einer bekannten Umgebung sterben können.

Ich habe ihn über vier Monate geflegt und er war glücklich darüber.

Krebs wurde zwei Jahre vorher festgestellt. Es folgten immer wieder Operationen, Chemo, Bestrahlung, sogar Medikamente aus den USA, aber es half alles nichts.

Seid stark und gebt ihn ihren letzten Willen.

Markus-Stefan

Kasimei
23.07.2009, 07:52
Von mir auch herzliches beileid an alle,ich bin wie schon in einem anderen Forum gesagt Betroffene und mir gehts auch sehr sehr nahe ich habe die Hoffnung das alles noch gut wird aber man sollte glaube ich auch daran glauben fest glauben.
Lg Simone

Luna_
19.08.2009, 21:25
:winke: hallo ich bin neu hier!! ich habe lange überlegt ob ich mich auch anmelden soll, seit letztem jahr im Juli!
da wurde die Diagnose meiner Mama gestellt!!
--> magenkrebs im endstadium und bauchpeicheldrüsenkrebs :weinen:

das schlimmste ist, das man nichts machen kann und zusehen muss wie der geliebte mensch leiden muss und stark abbaut!!!!

bei meiner mama ist es so, sie sitzt schon seit sie 17 ist aufgrund einer infektion im rollstuhl, aber das nur zur hintergrundinfo!
letztes jahr ging es ihr schlagartig sehr schlecht, so das wir sie ins krankenhaus fuhren!
dort war sie dann fast 6 wochen
in dieser zeit kam erstmal raus das sie gebärmutterkrebs hat, also kam die gebärmutter raus...
dann schliesslich die diagnose magenkrebs im endstadium und bauchspeicheldrüsenkrebs!

sie hat jetzt vor 2 wochen die 15. chemo hinter sich gebracht..aber jetzt wurde sie eingestellt,sie nützt nichts mehr und tumor wächst u wächst...es geht ihr auch in immer kürzeren abständen immer schlechter
abgenommen hat sie auch, wiegt schon unter 50kg!!!
im moment ist sie gerade wieder im krankenhaus, ihre leber arbeitet sehr schlecht, deshalb bekommt sie wieder so einen stent gelegt...am freitag darf sie vll raus
und dann wird bald die palliativ station für sie eingerichtet!!
ich denke es handelt sich um paar wochen noch...
die ärtzte sind auch schon so komisch

meine güte ich weiss es klingt bei der geschichte schon absurd, aber iwie fragt man sich selbst trotzdem täglich WANN?? WIE??? WO??? Werde ich da sein können?? wird sie schmerzen haben??

ich kann oft nicht mehr!!!!
:eek:

Sternenflüsterin
19.08.2009, 23:25
Liebe Luna,

es tut mir so leid, dass Du und Deine Mum durch diese schwere Zeit durchmüsst :knuddel:

Ich wünsche Dir für die kommende Zeit ganz viel Kraft.

Es kann Dir wohl keiner genau sagen, wie lange noch, wie der Weg genau aussehen wird, wie wird es werden.... Da gibt es keine pauschalen Antworten.

Ich kann Dir nur raten: Verbringe so viel Zeit, wie Dir möglich ist, bei ihr und zeig ihr, dass sie nicht alleine ist.

Ansonsten denke ich ist sie in der Palliativ-Versorgung doch aufgehoben und ich denke, es wird sicherlich darauf geachtet, dass sie auf jeden Fall keine Schmerzen wird leiden müssen und dass der Weg so würdevoll wie möglich wird.

Wie gesagt, ich wünsche euch alle Kraft der Welt für die kommende Zeit.

Luna_
21.08.2009, 21:42
liebe sternenflüsterin!

vielen lieben dank für deine worte!!! :o

darf ich dich fragen warum du in dem forum bist, also was du für erfahrungen gemacht hast??

heute haben wir mama wieder aus dem KH geholt, sie war mal wieder 1 woche dort... ihr wurden 2 stents gelegt, einer für galle, einer für die leber...

hmm, dann wurde noch ein weiteres magengeschwür entdeckt und einen blasenkatether hat sie jetzt auch bekommen, so richtig mit 2 liter beutel usw...

der arzt wollte sie am 15. september wieder reinholen ins KH, doch meine mama bittete darum es solle der 15. oktober werden...

mein gott!! vor allem jetzt hab ich wieder volle verantwortung!! bitte nicht falsch verstehen, ich weiss wie hässlich die zeit im krankenhaus für sie ist, aber ich habe so angst vor allem was kommen "kann"!!! :eek:

ps: die ärzte haben ja vor einem jahr schon gesagt OHNE CHEMO NOCH 3 MONATE ..... jetzt hatte sie die letzte vor ca 3 wochen....

:augen: was nun???

nochmal ps: ich kümmere mich so gut es geht natürlich!! ich liebe sie sehr!! sie kam immer an erster stelle aller die ich liebe
so hart die haustüre zu schliessen und sie von hinten mit ihrem kleinen kahlen kopf und ihrem "beutel" zu sehen

:weinen:

Sternenflüsterin
24.08.2009, 20:29
Liebe Luna,

ich bin hier in diesem Forum, weil ich meinen Papa vor fast genau 3 Jahren, am 20.08.2006, aufgrund eines Kardia-Karzinoms verloren habe.

Von daher kann ich sehr gut nachvollziehen, in welchem Gefühlschaos Du Dich im Moment befindest. Man möchte so viel tun, kann es aber nicht, kommt an seine körperlichen und seelischen Grenzen, überschreitet diese, klammert sich an jeden Hoffnungsschimmer......

Ich kenne dieses Gefühl, dass man so gerne so viel tun würde, aber die Verantwortung als viel zu groß empfindet. Ich leide manchmal noch heute darunter, dass mein Papa im Krankenhaus sterben musste, aber ich weiß auch ganz genau im Kopf, dass wir zu Hause das gar nicht hätten leisten können.

Ich drück Dich feste, Du wirst sehen, Du schaffst viel mehr als Du denkst. Aber scheu Dich auch nicht, Hilfe anzunehmen und zu holen.

JanaGirl91
31.10.2009, 17:57
Hallo, mein Opa hat auch Magenkrebs.... er kann nicht operiert werden weil der Krebs schon zu groß ist... er hat über all metastasen im Körper und wiegt nur noch 60kg. er ist also nur noch haut und Knochen. ich wollte wissen ob mir einer sagen kann wie lange er noch lebt? oder wie lange er noch leiden muss man hat es ein ende für ihn? er hat kaum noch Kraft und muss sich auch öfters übergeben :-( bitte antwortet mir! Danke

prissi09
01.11.2009, 12:38
Liebe Jana,

ich glaube, das kann keiner so genau sagen.
Meine Mama hat auch Magenkrebs und kann nicht mehr operiert werden.
Auch sie hat viel abgenommen und Essen ist eine Katastrophe.
Ich frage mich auch, wie lange sie noch hat und wie schlimm alles werden kann oder wird.
Auch wenn ich Dir Deine Frage nicht beantworten kann, vielleicht hilft es Dir, dass Du nicht alleine bist!!

Liebe Grüße

JanaGirl91
01.11.2009, 13:18
ja... essen kann oder darf er auch nicht mehr und liegt nur im bett und ist am schlafen

prissi09
01.11.2009, 14:37
glaube, das mit dem essen ist bei magenkrebs auch mit das schlimmste. meine mutter hat angst, dass sie verhungert! sie ist sehr tapfer und versucht es mit dem essen, aber sie bricht auch oft.
der letzte ausweg ist dann die künstliche ernährung. aber ganz soweit ist es noch nicht.
wird dein opa noch irgendwie behandelt? hat er noch chemo?
wird er künstlich ernährt?
habt ihr denn hilfe zu hause? einen pflegedienst? oder schafft ihr das noch alleine?

liebe grüße

JanaGirl91
02.11.2009, 17:26
er ist heute gestorben... laut meiner oma innerlich verblutet... und er lag noch den halben tag tod auf dem sofa

prissi09
02.11.2009, 19:07
liebe jana,

mein herzlichstes beileid. ich wünsche dir viel kraft!

JanaGirl91
03.11.2009, 12:05
jetzt müssen wir gucken wir wir zu meiner oma kommen weil das pferd für die paar tage auch mit muss nur leide haben wir kein auto das ein pferd ziehen kann einen hänger habe ich aber das auto dafür nicht... und wir wollen ende dieser woche dort hin fahren und 1 2 tage nach der beerdigung wieder zurück

prissi09
03.11.2009, 12:14
es ist echt nicht einfach, alles zu organisieren.
habt ihr denn niemanden, der sich die paar tage um euer pferd kümmern kann?
gibt es nicht einen reitstall in der nähe? da sind doch immer mädels, die sowas gerne machen?!
ich hoffe, ihr könnt eurer oma ein bisschen kraft geben und ihr beistehen.
alles gute für euch!!!

JanaGirl91
03.11.2009, 16:47
danke
nein mein pferd lässt leider keine fremden leute an sich ran aber wir werden sehen

JanaGirl91
06.11.2009, 09:07
es wir noch schlimm werden ich sagte auch zu meiner mutter beim kuchen essen werde ich nicht dabe sein ich werde mir den hund nehmen und raus gehen weil ich es wohl nicht aushalten werde

prissi09
06.11.2009, 09:13
ich glaube, es wird dir keiner übel nehmen, wenn du dir auch mal eine kleine auszeit nimmst und beim kuchen essen ne runde mit dem hund gehst!

Mario74
16.08.2011, 04:30
Meine Frau ist 35. Sie leidet seit fast 3 Jahren an Magenkrebs. Sie hat bereits alles hinter sich Chemotherapie, Magenkomplettentfernung und erneute Chemotherapie und ist jetzt in dem Stadium, was hier leider so schon so oft beschrieben wird. Ihr wird mittlerweile alle 10-14 Tage ca. 3 l Bauchwasser abgepumpt, Sie kann garnichts mehr essen und trinken und übergibt sich täglich, bekommt Morphin als Schmerztherapie, und wird über Ihren Port künstlich ernährt.
Vor 2 Wochen hat Sie es nicht mehr ausgehalten, und wollte nur noch ins Krankenhaus...
Aber auch dort können Die nichts mehr für meine Frau tun. Ich sitz jetzt hier, kann nicht schlafen, ich weiss nicht, ob ich meine Frau nachher vielleicht nochmal abholen kann, oder nicht. Ich besuche Sie jeden Tag im Krankenhaus, mal mit unseren Kindern, die Sind 10 und 11 Jahre alt, und mal fahre ich alleine dorthin, weil die Kinder nicht jedesmal mitmöchten. Ich/ wir stellen Ihnen das frei Ihre Mutter zu besuchen, oder nicht.
Fakt ist, ich freue mich, daß ich Sie evtl nachher abholen kann, ich habe aber auch Angst davor, weil die letzten 2 Wochen ohne Sie, irgendwie leichter waren, für uns 3, dafür schäme ich mich, ich bin deswegen völlig durcheinander... Ich liebe Sie doch immernoch, es ist alles so schwierig, ich bin verzweifelt.......

sausemaus1980
16.08.2011, 13:03
Lieber Mario!

Meine Mum ist zwar mit 51 Jahren an EK verstorben, aber Deine Schilderung die kenne ich. Ernährung über den Port, nicht essen können (10 Wochen bei uns), erbrechen, blutige Lippen von der Säure, entzündeter Mundraum, verätzte Speiseröhre, Aszites etc. etc.

Du brauchst Dich nicht schämen, dass es die letzten Wochen leichter war. Ich habe meiner Mum auch beigestanden. Ich bin ja das einzige Kind. Meine Mutter lebte von der Diagnosestellung an 14 Monate - in der Zeit - eine Woche nach Diagnose hab ich mein erstes Kind bekommen und 11,5 Monate mein zweites. Ich hab meinen großen 3 mal die Woche zur Tagesmutter gegeben, da war er gerade mal 14 Monate alt, damit ich diese vormittage auf der Palliativstation bei meiner Mum sein kann. Den kleinen hab ich zu ihr ins Bett gelegt. Nico durfte sie ja nur drei Monate kennenlernen.

Als meine Mum gestorben ist -ich hab so gut geschlafen in dieser Nacht ich kann es gar keinem sagen. Keine Sorgen mehr! Vorerst. Ich hab die letzten 14 Monate Ängste ausgestanden, konnte nicht schlafen, nicht viel essen obwohl schwanger und ich hab in der Früh gestunken, obwohl ich eigentlich nicht schwitze - vor Angst.

Schlechtes Gewissen brauchst Du bei Gott keines haben - was man in dieser Zeit zu leisten vermag, ist unglaublich. Ich weiß das. Nebenbei hatte ich noch den Hausbau und massive Probleme in der Beziehung. Trotz drohender Frühgeburt bei meinem ersten hab ich in der zweiten SS für 6 Wochen für ca. 10 Leute auf der Baustelle gekocht - so gut wie ohne Kochkenntnisse (ja, es leben noch alle *fg*)

Kein schlechtes Gewissen haben, aber such Dir jemanden, der Dir Kraft geben kann, dass ist wichtig!

Alles Liebe und Gute!

Mario74
16.08.2011, 16:48
Vielen Dank für die lieben Worte. Es ist alles unbeschreiblich, aber Deine Worte treffen genau das was ich empfinde. Das kann nur Jemand nachvollziehen, der sowas selbst durchleben musste, sowie Du, nochmals vielen Dank...
Meine Kraft, die geben mir unsere Beiden Kinder.
MIt diesem schlechten Gewissen, werde ich versuchen klarzukommen. Geschlafen habe ich Heute 3 Stunden. Ich konnte meine Frau,Tanja heisst Sie, ich konnte Sie zum Glück nochmal abholen. Ich habe Ihr Heute etwas gesagt, was ich schon lange nicht mehr gesagt habe, weil wir ein Päärchen sind, das meisten ohne es zu sagen auskommt, aber Heute habe ich Ihr gesagt, nein es war mehr eine Frage. Ich fragte Sie, ob Sie mir glaubt, daß ich Sich immenoch liebe. Sie bejahte meine Frage, das tat gut, wir lieben uns immernoch, selbst nach insgesamt 16 Jahre, und das macht alles denoch irgenwie noch schrecklicher...
LG
Mario
P.S.:
Ich kann nachvollziehen, wie unglaublich tapfer Du gewesen bist

sausemaus1980
16.08.2011, 18:34
Hi Mario!

Ich will Dir gar nicht schreiben was Du machen könntest oder sollst. Aber wenn Du willst, erzähl ich Dir ein bißchen von unserer Abschiedszeit.

Meine Mum war ja Ende März das letzte Mal zuhause. Zuerst kam sie in ein LKH und dann auf die Palliativstation. Nachhause wollte sie nicht mehr. Nachdem meine Mum die künstliche Ernährung einstellen hat lassen, lebte sie noch knapp zweieinhalb Tage. Nun gut.

Für mich war es am Schwersten - im Nachhinein - meiner Mum sagen zu müssen, dass sie sterben darf. Sie hat es ihrem Bruder gesagt, dass sie nicht mehr will und der hat es mir ausgerichtet. Aber im Nachhinein bin ich froh es getan zu haben. Ich hab zu ihr gesagt, wenn Sie kämpfen will, dann kämpf ich mit ihr - egal wie lange. Aber wenn sie nicht mehr kann, dann versteh ich das und ich werde mich gut um ihre Enkelkinder kümmern. Ich hatte für mich gesehen ja das Glück, dass ich vom Palliativteam mitbetreut wurde. Ich hab es anfangs nicht verstanden, aber sie haben mir geraten, nachdem ich diesen Schritt schon getan habe, soll ich unbedingt mit meiner Mum über ihre Beerdigung reden. Wir haben besprochen auf welchen Friedhof ich ein Grab aussuchen soll, wer eingeladen ist und welche Namen auf ihrem Bouquet beim Sarg stehen sollen. Am Tag der Beerdigung hatte ich das Gefühl, einfach alles richtig gemacht zu haben - es war ja abgesprochen und ich brauchte mir keine Gedanken zu machen, wie es meine Mum hätte haben wollen.

Als meine Mum starb war ich nicht bei ihr. Aber ich hab die ganze Nacht bei ihr im Zimmer verbracht und wollte dann nur ein paar Stunden nachhause fahren, wegen meiner Kinder. Mein LG hat mich zur Palliativstation gefahren und die Kinder waren mit im Auto. Da schaut mein großer Sohn so traurig, dass ich nochmal zu ihm bin und ihn geküsst und gestreichelt hab. Noch nie hat der Kleine so traurig geschaut. Wie ich die Zimmertür meiner Mum aufmachte, hab ich fast die Ärztin niedergerannt - meine Mum ist in diesem Augenblick verstorben. Mein Onkel sagt, wie ich die Tür aufgemacht habe, hat sie das letzte Mal ausgeatmet.

Der Moment war ein ganz besonderer. Ich hab zu meiner Mum immer wieder gesagt: ich freu mich für Dich, dass Du es geschafft hast. Irgendwie ist eine ganz besondere Atmosphäre im Zimmer gewesen - ich hab auch irgendwie mein Zeitgefühl verloren. Es klingt blöd, aber es war so eine gute Energie da. Ich hab mich bemüht, diesen Moment ganz besonders in mich aufzunehmen.

Es ist schön, dass Deine Tanja weiß, dass Du sie noch immer liebst. Und es ist ein schönes Gefühl wenn man jemanden die Hand halten kann und das Gefühl hat nicht tausend Dinge sagen zu müssen. Sondern einfach zu wissen, dass es gepasst hat.

Zuerst kam dann ein Gefühl der Erleichterung. Jetzt trauere ich, weil meine Mum meine Kinder nicht miterleben darf. Niemand hat sich so auf die Kinder gefreut wie sie. Dennoch: Ich hab meine Mutter schon ein paar Mal wahrnehmen können und das ist schön. Und irgendwie hab ich das Gefühl, dass sie jetzt mehr von unserem Leben mitbekommt als die ganze letzte Zeit, wo es ihr so schlecht ging.

Du wirst die Kraft haben alles durchzustehen. Du wirst alles richtig machen, dass weiß ich. Ich hab meiner Mum damals gesagt, wenn sie das schöne Licht sieht, dann soll sie dorthin gehen. Und sie hat zufrieden genickt.

LG Sonja

Mario74
18.08.2011, 21:26
Liebe Sonja,
als ich mich neulich Nacht dazu entschied hier in diesem Forum einen Beitrag zu schreiben, hatte ich im Prinzip keinerlei Erwartungshaltung, möglicherweise einen leisen Hoffnungsschimmer, daß sich Jemand meldet, und etwas schreibt, was auch immer dies sein mag. Jedenfalls möchte ich, daß Du weißt, daß mir Deine Schilderungen, und sehr persönlichen Worte sehr geholfen haben. Ich habe schon soviele Zeilen geschrieben in den letzten Jahren, die kein Mensch bisher gelesen hat, bzw. lesen konnte, weil ich diese Gedanken in einer Mappe gesammelt habe. Ich hatte viel damit verarbeitet einfach etwas niederzuschreiben, und seinen Gedanken auf diese Art Luft zu verschaffen. Ich war bis Mai diesen Jahres in Behandlung bei einer sehr guten Therapeutin, der ich manchmal etwas von meinen Aufzeichnungen erzählt habe, was ebenfalls immer sehr hilfreich gewesen ist. Jedoch neulich Nacht musste ich mich Jemandem mitteilen, der ähnliches erlebt hat, und vielleicht etwas dazu schreiben mag. Dafür bin ich Dir wirklich sehr dankbar. Mir geht es schon etwas besser.
Den bevorstehenden Tod haben wir bereits als Ehepaar akzeptiert, und versucht den Kindern nicht vorzuenthalten, damit auch Sie versuchen können sich zu verabschieden. Die Beiden gehen zum Glück mit Ihrer kindlichen unbeschwertheit mit diesem Thema um.
Vielen, vielen Dank nochmals, daß Du Dir die Zeit genommen hast mir zu schreiben:
Mario

sausemaus1980
19.08.2011, 10:46
Lieber Mario!

Ich hoffe, es geht Euch so einigermaßen - wie es einem halt gehen kann, wenn alles so schlimm ist. Wie geht es Tanja?

Ich mag mir gar nicht vorstellen, was ihr mitgemacht habt - ihr kämpft ja schon so lange. Mir sind 14 Monate ewig vorgekommen. Und wenn man dann bedenkt, dass es die Zeit ist, die man noch gemeinsam verbringen kann -ein letztes Mal - ist es so verdammt kurz.

Es ist gut, dass Du Dir Hilfe gesucht hast. Da sind die Kinder wieder so zu beneiden: Diese Unbeschwertheit. - Gott, wie vermisse ich sie bei mir.

Ich hab wirklich oft an Euch denken müssen, wie es Euch wohl geht. Ich hoffe, Ihr habt viel Unterstützung. Meld Dich einfach, wenn Du was schreiben willst, ich schreib Dir gern zurück. Aber irgendwie fehlen mir die Worte. Ich kann das alles so gut nachfühlen....... ich weiß, es ist schrecklich, aber Du wirst sehen - es nimmt alles einfach seinen Lauf und Du bist mittendrin und Du wirst das alles schaffen - glaub mir, auch wenn Du es Dir jetzt nicht vorstellen kannst. Ich hab gedacht, meine Welt bricht zusammen - mein ganzer Halt im Leben ist weg ---- Aber was soll ich sagen: Ich lebe immer noch - ich kümmere mich jeden Tag wahnsinnig gern um meine Buben - die Sonne scheint und manchmal regnet es ...... Manche Tage sind trotzdem wieder superschön und manche hasse ich.... Und wenn ich so nachdenke, war das ja immer schon so. Ich will Dir damit nur sagen, auch wenn es so blöd klingt und ich hätte jedem der mir das gesagt hat eine reinhauen wollen, es geht weiter, wirklich - glaub mir. Anders und am Anfang ist es schwer, aber es wird auch wieder schön werden.....

Sonja

Rickerl
19.08.2011, 16:20
Hallo Mario,

euer Schicksal ist so hart und schwer, es fehlen mir die Worte....

Wünsche deiner Tanja noch viele Tage die sie bei Euch sein darf und deiner Familie ganz viel Kraft für die kommende Zeit.

Mario74
21.08.2011, 00:28
Vielen Dank für Euer Mitgefühl,
ich möchte Heute mal etwas wirklich Gutes schreiben:
Unsere Tochter wurde am Freitag in den 5. Jahrgang an Ihrer neuen Schule eingeschult. Die Feierlichkeiten an dieser Schule konnten wir als komplette Familie genießen, weil es Tanja an diesem Vormittag ziemlich gut ging. Das war bis zu diesem Zeitpunkt eines Ihrer wichtigsten Ziele, die Sie sich selbst gesetzt hat, und das hat Sie geschafft. Dieser Freitag war ein guter Tag.
Liebe Grüße aus Bremen

Mario

sausemaus1980
21.08.2011, 02:26
Hi Mario!

Ich freu mich so!!! Schön, dass es so gut geklappt hat. Ich hoffe, Tanja hat noch viele von diesen Tagen - Du kannst stolz auf sie sein. Du hast diesen Tag hoffentlich auch in vollen Zügen genießen können ....... Schön sowas zu lesen!

Alles Liebe für Euch (und noch ganz viele gute Tage)

Sonja

Käfer1985
22.08.2011, 21:54
Hallo Mario,

ich fühle mich zwar momentan etwa so als würde ich mich in eure Unterhaltung einmischen ... aber ich möchte dir gerne auch ein paar Worte schreiben.

Erst einmal - es tut mir wirklich sehr leid mit deiner Tanja. Aber ich muss dir sagen, als ich "deine / eure" Geschichte gelesen habe, habe ich auch gemerkt, wie stark ihr seid. So ein bedingungsloser Zusammenhalt ist einfach atemberaubend! Und darauf könnt ihr auch wirklich stolz sein. Es ist schön, dass Tanja euch hat ... auch wenn es für euch oft nicht einfach ist. Dir wird die Zeit in Erinnerung bleiben, die du mit Ihr verbracht hast und hoffentlich auch noch viele Momente die ihr noch erleben dürft - gemeinsam.

Ich denke für solch ein Schicksal gibt es nicht die "richtigen" Worte. Ich möchte dir nur auch sagen - du bist nicht allein. Über alles zu sprechen - sich auszutauschen - hilft sicherlich.

Ich bin auch noch nicht lange hier in diesem Forum - seit Juni diesen Jahres...

Bei meiner Mutter (55J.) wurde im September 2010 ein Magenkrebs-Karzinom des Sigelring diagnostiziert. Der Krebs hatte bereits ins Bauchfell gestreut ... und ein Teil des Dünndarms war schon mitbetroffen. Auch die Gebärmutter. Es war für uns alle ein schrecklicher Schock. Und es hat seine Zeit gedauert, bis ich es akzeptieren konnte. Fassen kann ich es manchmal trotzdem immer noch nicht. Am 08.07. ist meine Mutter verstorben ...
Ihr Wunsch war es, dass mein Bruder und ich - ihre Kinder - ihr die Hände halten, wenn sie gehen muss ... nur dann fällt ihr der Abschied nicht so schwer. Und wir konnten ihr ihren Wunsch erfüllen ... wir waren bei ihr. Auch wenn es schrecklich hart war, sie gehen zu lassen ... ihr ging es die letzten Tage vor ihrem Tod wirklich so schlecht. Und auch wenn ich die letzte Zeit mit ihr genossen habe ... lag ich doch am Tag ihres Todes neben ihr und flüsterte ihr unter Tränen ins Ohr, dass Sie loslassen kann. Das alles gut wird. Dass Sie nicht mehr kämpfen muss ... sie hat genug gelitten. Auch wenn sie die letzten 2 Tage aufgrund der starken Schmwerzmittel nicht mehr ansprechbar war - weiß ich doch, dass sie mich hören konnte.

Deine Schilderung deiner "Erleichterung" als deine Frau nicht da war - das es für euch leichter war - kann ich sehr gut nachvollziehen. Und du musst deshalb auch kein schlechtes Gewissen haben. Wenn sie da ist, möchte man es ihr auch so einfach wie möglich machen.
Meine Mutter war die letzten Wochen wirklich sehr "schwierig". Einerseits denke ich, aufgrund Ihrer starken Schmerzen - andererseits aufgrund der "Abhängigkeit". Meine Mutter war stets eine sehr starke Frau. Eine starke Persönlichkeit - ein starker Charakter. Für sie war es wohl am schwersten zu abzeptieren, dass sie die Hilfe annehmen sollte. Von mir hat sie die Hilfe gerne angenommen - bei meinem Vater sah das schon ganz anders aus. Ihr fiel es unheimlich schwer ... und die beiden hatten wirklich schwer damit zu kämpfen und haben sich auch leider oft gestritten - wegen Kleinigkeiten - das war schlimm für mich. Ich meine - die beiden waren seit 25 Jahren ein Paar - dieses Jahr hätten sie 20 Hochzeitstag gehabt ... und ich habe mich immer wieder hingestellt und sie zurück auf den "Boden" geholt. Warum streiten, wenn man nnurnoch so wenig Zeit miteinander hat ...

Naja ... ich möchte dir auf jeden Fall ans Herz legen, dass ihr über alles sprecht bzw. dass ihr über alles gesprochen habt und auf das schlimmste vorbereitet seid. Vorbereitet zu sein hat mir / uns unheimlich geholfen ... denn es ist alles schon schwer genug.

Ich wünsche dir sehr viel Kraft. Bleib stark - für dich - für deine Kinder - für deine Frau.

Geniesst eure Zeit zusammen & habe kein schlechtes Gewissen, wenn du auch mal Zeit für dich brauchst!

Schreibe einfach wenn dir danach ist.

Liebe Grüße.

sausemaus1980
22.08.2011, 22:32
Hallo Käferl!

Schlimm, was ihr mitgemacht habt. Ich kenne das alles nur zu gut. Leider. Da gibt es keine Worte.

Ich weiß nicht, wie es Dir damit geht. Es ist schon schlimm genug, dass meine Mum mit 51 Jahren sterben musste. Unsere Situation mit meinen Kindern - ihren Enkelkindern - hat es nicht leidter gemacht. Aber am Meisten macht mir das WIE zu schaffen. Die Schmerzen, der körperliche Verfall. Meine Mum war eine wirklich sehr hübsche Frau. Das einzige was am Ende noch geblieben ist, ist das Blitzen in ihren Augen. Das hatte sie immer. Aber ansonsten war sie nicht mehr wiederzuerkennen. Das hat mir wahnsinnig weh getan.

Alles Liebe
Sonja

Mario74
22.08.2011, 22:56
Hallo Käfer1985,
vielen Dank für Deinen sehr langen Beitrag. Deine Geschicht ist ebenfalls sehr traurig. Da fehlen mir ebenfalls die Worte zu. Es ist unheimlich traurig zu lesen, was Menschen alles aushalten müssen, in erster Linie, Jene die an Krebs erkrankt sind und dann Wir Angehörigen, die sich das hilflos mitanschauen müssen, wie ein geliebter Mensch langsam sterben muß. Das ist einfach unsagbar schrecklich.
Ihr müsst wissen, daß Ihr mir in dieser schweren Zeit wirklich geholfen habt, weil Ihr mir geantwortet habt. Ich habe das auch schon Sausemaus geschrieben. Es tut einfach mir einfach gut mir das von der Seele zu schreiben, und daß ich etwas Trost aus Euren Zeilen schöpfen kann, die als Antwort zurückkommen tut mir grad echt gut... Ich hatte in den vergangegen Jahren soviel geschrieben, was niemals Jemand gelesen hat...Naja aber es tat in dem Moment einfach gut zu schreiben. Ich denke Du weist wie ich das meine.
Nochmals Danke für Deine lieben Zeilen:

Mario

janlor
24.08.2011, 13:13
Hallo Mario, habe deine Beiträge gelesen und mir macht das traurig das so junge menschen so leiden müssen. Mein Vater hatte auch Magenkrebs, es war 17 monaten volle Ängste, Hoffnungen und Hilflosigkeit....mein Papa ist letzte November gestorben und ich kann nocht nicht glauben das so ist....er fehlt mir sehr und seitdem ist mein leben ganz anders geworden...ich kann dich gut verstehen, vor allem weil ihr kinder habt....es tut mir unendlich leid für euch. Hier zu schreiben hat mir damals auch ganz gut geholfen.
Ich drücke euch ganz fest und wünsche euch viel Kraft.
Lg Conchi

poet
24.08.2011, 16:47
mein beileid an die hinterbliebenen und viel kraft und geduld an die angehörigen,
mein bruder hat magenkrebs im endstadium eine unglaubliche seelische belastung, man ist hilflos was einem geistig fertig macht, er bekommt künstliche ernährung und ist stark abgemagert, was er isst kommt unverdaut wieder raus, mit ganz viel schleim, dicker zähflüssiger schleim, für ihn anstrengend es auszuspucken,
was ich hier gelesen habe erschreckt einen doch sehr, mit den blutenden lippen, und das der schleim ätzt, er hat wie andere auch sehr viel magensäure aber der schleim ist nicht sauer,
er kann sich durch seine behinderung nicht richtig wiedergeben, was die ganze krankengeschichte erschwert, da wir ihn zuhause pflegen würde gern wissen was auf uns zukommt, wenn einer vielleicht nicht so antworten will kann er auch eine pn schreiben,
euch allen viel kraft
mfg

ritoto
18.12.2013, 23:40
Hallo,

mein Name ist Tobias und ich bin ein Angehöriger eines Magenkrebskranken, genauer gesagt handelt es sich um meinen Vater (63). Im Herbst 2012 bekam er die Diagnose bösartiger Magenkrebs. Weitere Untersuchungen brachten die Erkenntnis, dass es keine erkennbaren Metastasen gäbe und der Tumor operabel sei, obwohl schon im fortgeschrittenen Stadium.
Es folgte eine Chemotherapie und zwei Operationen im Februar 13 bei denen der gesamte Magen, die Milz und ein Teil der Bauchspeicheldrüse entfernt wurden. Als Vorsichtsmaßnahme wie man damals erklärte. Es folgte eine weitere Chemotherapie. In dieser Zeit hatte ich hier schon viel gelesen und konnte etwas Mut schöpfen und verbreiten, denn diese Zeit war wie Ihr ja sicher alle wisst, die Hölle für uns.
Er verkraftete die Operationen recht gut und lehnte sogar die Reha ab. Der Sommer war richtig gut mit ihm und außer seinem enormen Gewichtsverlust war es wirklich hoffnungsvoll. Jedoch bekam er plötzlich vor über einem Monat immer öfter Ohrensausen und Schwindelattacken, die immer extremer wurden. Bis er vor etwa vier Wochen beim überqueren der Strasse stürzte und kollabierte und der Notarzt ihn wiederbeleben musste. Seitdem ist er sehr schwach, oft verwirrt und er ein kompletter Pflegefall.
Das schlimmste ist nun, dass uns niemand helfen kann / will. Schon das zweite Krankenhaus in dem er nun liegt will ihn wieder zu uns zurückschicken ohne eine Diagnose gestellt zu haben! Es wäre ja ein Magenkarzinom eine schlimme Krankheit und er würde sicher bald sterben. Es wurde bisher nur ein CT vom Kopf gemacht und es war nichts zu ersehen! Ein MRT des Körpers lehnte der Stationsarzt auf mein Anfragen heute ab mit der Begründung es würde nichts bringen!
Bin ich jetzt selbst schon total irre? Es kann doch nicht richtig sein ihn einfach dahinsiechen zu lassen ohne festzustellen was ihm nun eigentlich fehlt!

Ich bin ratlos und völlig verzweifelt. Was soll ich nur tun!

Viele traurige Grüße

elisabetz
19.12.2013, 22:37
Hallo Ritoto,

wenn die Ärzte sagen, dass sie nicht mehr helfen können, dann ist das richtig schlimm. Sie lassen einen hilfsbedürftigen Menschen und seine Angehörigen zurück, und für sie ist ein unheilbar erkrankter Mensch eben der, für den sie nichts mehr tun können.
Ihr braucht einen Palliativ-Mediziner/ Station, dort bekommt ihr Hilfe.
Es ist ein Unding, dass das KH euch nicht dorthin überwiesen hat!

Mein Vater wurde in den letzten 7 Wochen von einem ambulanten Dienst einer Palliativ-Station betreut, die wirklich gute Arbeit geleistet haben und er konnte friedlich und ohne Schmerzen sterben.

Für mich war es aber dennoch schwer auszuhalten, dass gegen den krebs (auch Magenkrebs) nichts mehr unternommen wird. Palliative Chemo hat mein Vater versucht und es war eine Qual, also war es für ihn ohne CHemo besser. Wir müssen dann eben akzeptieren, dass wir den Menschen, den wir lieben, gehen lassen müssen. Das aber unter Obhut von verantwortungsbewussten, freundlichen, komptentem Personal - so war "unsere" Palliativ-Ambulanz.
Stationär, also im KH wäre übrigens auch gegegangen!

Alles Gute und viel Kraft!
Elisa

ritoto
05.01.2014, 23:43
Ich danke Dir für deine Bemühungen... Mein lieber Vater ist am Neujahrstag verstorben... Es ist kaum zu ertragen...

schulterzuck
04.02.2014, 10:24
Hallo,

Ich heiße Sabrina und bin 31 Jahre alt , ich versuche mir hier im Forum jetzt Hilfe zu holen u vielleicht find ich jemanden mit dem ich das Schicksal teilen kann.
Es geht um meine Mutter , Sie ist 49 Jahre alt und hat vor ca 2Monaten erfahren das Sie Magenkrebs mit Metastasen und viel Wasser im Bauch hat.Sie lag jetzt eine ganze weile im Krankenhaus , ihr wurde Wasser abgepumpt und eine Operation ist wegen des Wassers nicht machbar! Sie bekam letzte Woche eine 24 Std.Chemo und durfte nun erstmal ein paar tage nach Hause und es geht ihr sehr schlecht-sie hat starke Schmerzen und erbricht oft,Sie ißt kaum etwas und liegt wohl nur im Bett. Ein großes Problem ist das sie weit weg wohnt von mir und wir bis dato keinen kontakt hatten-aber es SIE IST MEINE MUTTER-UND ICH HABE ANGST UM SIE !!! Was denkt ihr wie die chancen stehen bei Ihr????
Am Donnerstag folgt die nächste 24 std chemotherapie.Ich überlege hinzufahren, ich weiß nicht was ich machen soll/kann.
Seid ganz lieb gegrüsst u ich wünsche allen ga z viel kraft.

SABRINA

Elisabeth L.
04.02.2014, 17:19
Liebe Sabrina,

wenn Du Deine Mama auch nur ein bißchen lieb hast, dann fahr hin, denn bei Magenkrebs in diesem Stadium (Peritonealkarzinose) kann es in wenigen Tagen zuende sein und Du würdest Dir ewig Vorwürfe machen, nicht noch einmal bei ihr gewesen zu sein.
Unser Papa, mein Mann, ist letztes Jahr am 7. Juni grauselig daran gestorben und ich habe seinen Tod bis heute nicht verkraftet, obwohl ich die letzten drei, vier Wochen 24 Stunden bei ihm war. Uns hatten die Ärzte gesagt, er habe noch "maximal ein Jahr" und wir haben uns daran geklammert. Tatsächlich waren es nur noch sechs, sieben Wochen und die letzte Woche konnte man täglich rapide Verschlechterungen sehen. Mein Mann war gerade 61 geworden, unsere Kinder sind jetzt 12 und 13 Jahre alt.
Versöhne Dich mit ihr, das wird Dir und ihr gut tun. Man soll nicht auseinander gehen, wenn noch etwas "offen ist" zwischen einem. Das wird ewig in Dir arbeiten!
Ich mache mir Vorwürfe, dass ich seinen bevorstehenden Tod nicht thematisiert habe, vielleicht hat er darauf gewartet, weil er selbst zu viel Angst hatte, davon anzufangen. Wir waren einfach nur zusammen und haben Alltäglichkeiten ausgetauscht. Essen ging ja schon lange nicht mehr, dann wollte auch das Trinken nicht mehr hinunter. Abends kamen die Johanniter, um die künstliche Ernährung über Nacht an den Port zu hängen. Alles andere, auch das Abpumpen von Wasser aus der Lunge, konnte ich selber machen. Ich höre heute noch das Atemgerät. Er wollte immer aufstehen, war aber zu schwach dazu. Dann sagte er immer: "Wenn ich jetzt nicht aufstehe, stehe ich nie wieder auf!" Am Morgen des letzten Tages fing er an zu fantasieren, er sah einen Engel am Fenster, da wußte ich, es geht zuende. Das Palliativ-Team, das sich immer wieder aufdrängen wollte, habe ich schon im Mai rausgeschmissen, die waren fürchterlich unsensibel und wollten ihn immer nur mit Tavor (starkes Morphium-Mittel) "abschießen", damit er nur noch dämmert oder schläft. Ich habe ihm nur dann Tavor gegeben, wenn er wirklich danach verlangt hat - und das war selten.
Am Abend des letzten Tages habe ich seine Hand in meine gelegt und stundenlang nur Litanei-mäßig das selbe gesagt: "Ruhig, ruhig, Du bist nicht allein, wir sind alle da. Keine Angst, es wird alles gut. Keine Angst, Du brauchst keine Angst zu haben, wir sind bei Dir." Und dann hat er aufgehört zu kämpfen und wurde ganz ruhig und die Gesichtszüge entspannten sich. Er ist ganz ruhig eingeschlafen - auch ohne dieses Tavor, das ihn abgeschossen hätte.
Ich denke heute noch, er müßte in der Küche doch gleich um die Ecke kommen. Aber er kommt nicht. Abends, wenn die Kinder schlafen, schreie ich nach ihm. Er gibt aber keine Antwort. Auch acht Monate danach ist diese Leere nicht weniger geworden, ich laufe immer noch neben mir her, hoffentlich wird das irgendwann mal besser.

Liebe Grüße,

Elisabeth

prissi09
04.02.2014, 20:10
Hallo Sabrina,

fahr hin, wenn es irgenwie geht.
Ich bin gerade in einer ähnlichen Situation, meine Mutter wird immer schwächer, seit gestern bricht sie viel obwohl sie nichts mehr isst. Sie trinkt aber noch viel.
Morgen fahre ich wieder hin. Sie macht alles mit sich selber aus, ich hoffe, dass ich den Mut habe, mich ihr zu öffnen. Auch wenn ich weiß, dass sie das nicht will- sie will mich nicht weinen sehen.

Wir müssen schauen, dass wir mit uns im reinen sind und nichts verpasst haben, weil es irgendwann zu spät war

schulterzuck
05.02.2014, 08:10
Hallo Elisabeth und Prissi, vielen dank für Eure Antworten und Ratschläge, ich find es wahnsinnig schwierig mit ihr zu telefonieren , sie überhaupt zu hören-es ist soviel passiert zwischen uns...und doch tut es mir so weh zu wissen das Sie so krank ist,und vielleicht nichtt mehr lange zu leben hat.Was denkt Ihr wie lang Sie noch eventuell leben kann? Der Arzt von Ihr hat zwar gesagt das keine heilungschance vorhanden ist aber er sagte "noch"nicht wie lang sie noch hat....ist das ein gutes Zeichen???
SEID LIEB GEGRÜSST und fühlt euch umarmt von mir.
SABRINA

prissi09
05.02.2014, 17:51
Sabrina, es wird Dir keiner sagen können, wie lange es noch dauert.
Sicherlich gibt es Tendenzen. Aber man weiß es einfach nicht und deshalb machen die Ärzte keine Aussagen.
Was ändert es denn zwischen Euch, wenn Du es wüsstest?
Mehr Zeit wird Euer Verhältnis nicht ändern.
Denk immer dran, dass es auch "schnell" gehen kann.
Geh am besten in Dich und mache mit Dir aus, wie Du mit Deiner Mutter auseinander gehen willst. Und dann handel schnell... Nicht, dass Du irgendwann ein schlechtes Gewissen hast, mit dem Du nur schwer leben kannst.

schulterzuck
05.02.2014, 20:46
Prissy du sagtest dir geht es ähnlich...hattest du so auch kein gutes verhältnis zu deiner mama???

schulterzuck
05.02.2014, 20:50
Hey prissy...du sagtest dir ginge es ähnlich....
Hattest du auch kein gutes verhältnis zu deiner ma vor der krankheit?

prissi09
05.02.2014, 22:04
dass es mir ähnlich geht, damit meine ich die Situation, dass ich nicht weiß, wie lange ihr noch bleibt und dass ich auch darüber nachdenke, wie oft ich hinfahre, sie sehe und wann es das letzte mal sein kann.
Wir haben zwar ein gutes Verhältnis, aber wir haben in unserer Familie nie über Gefühle gesprochen. Probleme, Sorgen, Ängste und Nöte wurden nicht angesprochen. Deshalb habe ich das auch nicht gelernt.
Und jetzt, wo nicht mehr viel Zeit bleibt, kann ich es auch nicht. Ich habe Angst, dass ich irgendwas bereuen werde, dass ich eine Chance verpasse.
Sie kann auch nicht darüber sprechen, was sie gerade bewegt. Sie ist nicht alleine, wir sind alle da. aber trotzdem ist sie ein bisschen einsam. Selbstgewählt.
Und weil es mir so geht und das nicht richtig ist, kann ich vielleicht anderen helfen...

schulterzuck
06.02.2014, 08:46
Hallo Liebe Prissy,

Das ist natürlich auch sehr schwer wenn man seine
Gefühle nicht ausdrücken/aussprechen kann, ich denke
auch das Sie allein ist/einsam u allein mit Ihrer
Krankheit-leider-...und wir können nichts weiter tun ausser
da sein für Sie. Ich rede am Montag mit meiner Therapeutin
was sie denkt wenn ich hinfahre zu ihr.
Kann deine Ma noch raus?
Ich grüß dich ganz lieb !

prissi09
06.02.2014, 11:06
Liebe Sabrina,

nein, meine Mutter kann nicht mehr raus. Sie ist zu schwach, um Treppen zu laufen.
Wir dachten, dass das eine Folge der zwei schweren OPs ist und sich bessert, aber es sieht nicht so aus, als würde sie wieder kräftiger werden.
Wenn wenigstens Frühling wäre und sie sich auf der Terrasse in die Sonne setzen könnte....

prissi09
06.02.2014, 11:07
übrigens war ich auch bei einer Therapeutin, aber mir hat das nichts gebracht.
Ich muss meinen Weg selber finden, mir hilft eine Therapie nicht dabei.

schulterzuck
06.02.2014, 12:51
Ich war ja auch vorher schon in Therapie...ach ist doch alles mist, hilft dor das forum ein bischen?

prissi09
06.02.2014, 16:02
ja, mir hilft das. ich suche oft nach Antworten auf meine Fragen.
oder ich schreibe die Dinge einfach runter, um sie loszuwerden.
Hier hört immer jemand zu und versucht zu helfen...
Allerdings dosieren ich das auch recht gut, ich kann mich nicht zu viel mit jedem Schicksal befassen, sonst werde ich depressiv...

prissi09
18.02.2014, 09:02
ich glaube, ich muss mich nun sehr bald von meiner Mama verabschieden.
Aber jeden Tag denke ich, nein, es dauert noch ein bisschen, jetzt noch nicht.
sie ist immer schwächer, bricht ununterbrochen.

sie liebt ihren Garten und ihre Blumen so sehr. deshalb habe ich mir ein paar Zeilen ausgedacht:

Seht die Blumen blühen und denkt an mich.
Ich bin in jeder Knospe, jeder Farbe, jedem Duft.
Mit jedem neuen Frühling bin ich bei Euch, immer wieder, immer da.

prissi09
06.03.2014, 20:47
heute war es soweit. Ich habe meine Mama verabschiedet. Zusammen mit meiner Schwester.
Wir haben ihr die Hand gehalten und sie gestreichelt. Ich habe ihr noch alles gesagt, was ich wollte und ich hoffe, sie konnte es noch hören und hat mich erkannt. Sprechen konnte sie nicht mehr. Aber die hat mir noch in die Augen geschaut.
Hoffentlich konnten wir ihr das Gehen erleichtern.
Ich bin dankbar, dass ich dabei war und ich hoffe so sehr, dass sie es auch so gewollt hat. Aber ich hatte den Eindruck als hätte sie meine Hand auch gehalten und hätte gewartet, bis meine Schwester da ist.

Sie hat schwer geatmet über 1,5 Std. und ich hatte Angst, dass sie das quält. Aber ich glaube nicht. habe schon öfter gehört, dass es für Angehörige schwerer ist.
Ich habe es noch gar nicht kapiert. Ich sitze jetzt zu Hause und es ist alles wie immer!!!

Es wird wohl noch kommen..

Williams
01.08.2014, 02:26
Hallo Leute,

Habe alle Beiträge hier durchgelesen und meine Schwester hat es leider auch hart getroffen. Vor 4-5 Jahren hatte Sie Brustkrebs, Brust wurde wegoperiert (danach Chemo, Haarausfall usw.) , dachten alles ist überstanden doch jetzt vor 2 Monaten hat man bei ihr Magenkrebs diagnosiziert. Sie wiegt nur noch ca. 40kg (1,70cm), kann nichts mehr essen, und will nur noch schlafen... aus dem Krankenhaus wurde sie entlassen aber ihr geht es nicht gut und kann kaum stehen. Mir tut es wirklich sehr weh wenn ich sie so sehe und ich weiß nicht mehr was ich noch für sie tun kann. Sie soll jetzt wieder Chemo bekommen aber dafür ist sie viel zu schwach. Eine Operation ist ausgeschlossen. Bei ihr wurde auch ein Bypass-OP um den Magen durchgeführt und eine Rohr eingepflanzt um den Durchfluss zu gewährleisten.... Jetzt haben wir alle Angst dass wie sie verlieren werden? Hat sie eine überlebenschance und wenn nein wie lange kann es noch so weitergehen?

Madzia77
01.08.2014, 22:29
Hallo Williams,

es tut mir wahnsinns für deine Schwester leid das auch sie die beschi...Krankheit getroffen hat.So hart es auch ist aber mach dir da nicht zugrosse Hoffnung...Du solltest jetzt die Zeit mit ihr geniessen...Da der Magenkrebs nicht mehr operabell ist gehe ich davon aus das sie nur noch Palliativ behandelt wird.Palliativ bedeutet-Lebensverlängerte Massnahmen.Also keine Chance auf Heilung.Ich weiss genau wie es dir geht usw denn auch ich habe das durch mit meinen geliebten Papa der leider vor kurzem (13.7.2014)für immer einschlief....er hatte auch Magenkrebs in fortgeschritenen Stadium.Wann und wie es zuende geht das kann dir keiner sagen,aber glaub mir wenn der zeitpunkt da ist wirst du es erkennen.Bis dahin geniesse bitte die Zeit mit ihr den das ist sehr,sehr wichtig für dich und auch für Sie.
Liebe grüsse-Magda

Edelweiß
13.09.2014, 05:49
Hallo ihr Lieben,

ich bin vollkommen neu hier - und auch auf dem besagten Gebiet. Viele der Einträge sind erschreckend, aber eine genauere Vorstellung des Verlaufs nimmt die Angst vor dem Unbekannten.

Bei der Großmutter meines Partners wurde vor wenigen Tagen Magenkrebs im 4. Stadium diagnostiziert, der Krebs hat sich bereits auf die Leber ausgebreitet. Nun ist sie zwar bereits 84 Jahre alt, trotzdem kam die Diagnose vollkommen überraschend. Sie ist eine vitale alte Frau, die noch alleine wohnt und für sich sorgt, Auto fährt, den Garten jätet und von altersbedingten Wehwehchen abgesehen gesund ist. Beziehungsweise: war. Nach einer vermuteten Magen-Darm-Infektion und nicht aufhörendem Erbrechen/Durchfall fingen die Untersuchungen an und endeten in der erschütternden Diagnose. Die vorsichtige Prognose des Arztes: 2 Monate.
Mir ist bewusst, dass sich die potentielle Leidenszeit eines kranken Menschen am Ende nicht vorhersagen lässt. Nach dem Schock und noch ganz im "das-kann-doch-nicht-wahr-sein" frage ich mich vielmehr, wie lange es dauert, bis es "ernst" wird. "Ernst" im Sinne von: Endstadium, Schmerzen, bettlägrig, künstliche Ernährung - und all das, was noch auf uns zukommt. Wie schnell wird sie abbauen, womit müssen wir rechnen bei so einer Prognose? Kann es tatsächlich sein, dass diese Frau, die vor zwei Wochen an ihrem Geburtstag noch darauf bestanden die gesamte Verwandtschaft zu bewirten, in so kurzer Zeit keine Kraft mehr haben wird?

Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen. Jetzt - und wahrscheinlich auch später, vielen Dank dafür.