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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Suche guten Onkologen


Jessica1
03.10.2005, 19:13
Hallo und guten Abend,

wir sind auf der Suche nach einem guten Onkologen, möglichst in der Nähe von Kassel und Umgebung. Wer hat gute Erfahrungen gemacht und kann uns einen Tipp geben?

Liebe Grüße Jessica

Schepp
05.10.2005, 11:06
Hallo auch von mir.
Leider kann ich dir nicht weiterhelfen, aber ich möchte mich der Frage anschließen. Meine Mutter, 56, hat bei einer CT den Verdachtsbefund bekommen. Nun wird die Diagnostik in der Uniklinik der RWTH Aachen durchgeführt. Es scheint sich um Ovarial-CA mit Bauchfell- und Lebermetastasen zu handeln. Morgen oder übermorgen rechne ich mit dem Abschlussgespräch.
Und dann? Wieviele Therapiemöglichkeiten gibts, aus wievielen Kliniken muss man sich entscheiden, welchem Arzt soll ich trauen?
Im Moment stehen wir völlig im Dunkeln, wie wir weiteragieren sollen. Wir sind Laien und die Experten sind sich uneins (so liest es sich jedenfalls immer wieder hier).
Deswegen suchen auch wir eine gute Klinik, eine gute Therapie und vor allem einen Arzt, der uns objektiv beraten kann. Wo das dann ist, ist uns momentan eigentlich egal, wenn uns auch klar ist, dass Heimatnähe einen Vorteil hätte.
Vor allen Dingen aber möchten wir wissen:
Wie lange kann man es sich leisten, die Therapie zur optimalen Arztwahl aufzuschieben? Ist ein verlorener Therapietag einen besseren Arzt wert? Eine Woche, ein Monat?
Ich weiss, auch darauf gibts kein eindeutiges Ja oder Nein, aber jeder Tip würde mich freuen.

Christine R.
05.10.2005, 15:46
Es gibt 2 sehr gute Internetadressen, wo du dich fachlich ersteinmal einlesen kannst
www.ovarialkarzinom.de.vu Hat eine Betroffene entworfen und die Seite ist sehr informativ

www.ago-ovar.de Hier gibt es unter Forum einen Petientenratgeber

Ich war selbst vor knapp 1 Jahren betroffen und bin heute geheilt
Wenn du noch weitere Fragen has schreibe einfach.

alles Gute
Christine

Gesi
05.10.2005, 17:27
Hallo Schepp,

ich bin keine Expertin, aber vor denselben Fragen wie du standen meine Schwester und ich im letzten Juni, als meine Mutter ihre Diagnose bekam, deshalb kann ich zumindest berichten, was ich inzwischen aus der Erfahrung gelernt habe: Also, für die Therapie ist wichtig, welches Stadium deine Mama hat. So wie du das schilderst, wohl ein weit fort geschrittenes. In diesem Fall ist der Standard, so viel wie möglich an Tumormasse operativ zu entfernen und dann eine Chemo-therapie anzuschließen. (Es gibt Leitlinien für die Therapie von Eierstockkrebs, du kannst dich z.B. bei der AGO, Arbeitsgemeinschaft Ovarialkarzinom darüber informieren: http://www.ago-ovar.de , dort unter „Behandlung“ und dann „Leitlinien“ schauen. Dass die Experten sich uneins sind, habe ich eigentlich nicht so wahr genommen.) Bei meiner Mutter war im ersten Anlauf keine OP möglich, sie hat erst Chemo bekommen, dann OP, dann wieder Chemo.
Das mit der Arzt- und Klinikwahl ist so eine Sache. Auf der oben genannten Seite sind Leitzentren der Arbeitsgruppe und teilnehmende Zentren angegeben. Wenn ihr euch für eine dieser Kliniken entscheidet, seid ihr zumindest sicher, dass die Behandlung auf dem aktuellen Stand erfolgt. Für die Wahl des Operateurs ist die Erfahrung in meinen Augen ein wichtiges Kriterium: Je besser operiert, sprich je mehr Tumormasse entfernt werden kann, desto besser die Prognose. Die OP ist auch nicht ganz ohne, da möchte man dann schon jemanden, der versiert ist.
Allerdings: Für meine Mutter war wichtig, nicht zu weit von zu Hause fort zu sein. So haben wir einen Kompromiss geschlossen, die Klinik, in der wir sind, hat wohl nicht viele Erfahrungen mit ihrer Erkrankung, aber die interdisziplinäre Zusammenarbeit klappt gut, und die Ärzte sind menschlich gesehen sehr ok.
Zur objektiven Beratung kann ich nichts sagen, es bleibt uns ja eh nichts anderes übrig, als uns die Erklärungen anzuhören, zu vergleichen, nachzulesen... Vielleicht holt ihr ja noch eine zweite Meinung ein, wenn die Ärzte, bei denen ihr seid, sich festgelegt haben.
Aufschub der Therapie – da muss man wohl wirklich einen Arzt fragen. Bei meiner Mutter war es so, dass notfallmäßig operiert werden musste, Darmverschluss. Als sich ihr Rezidiv ankündigte (erhöhte Tumormarker) sind wir dann trotzdem noch verreist, weil sie keinerlei Beschwerden hatte und die Reise gerne noch wollte. Wie gesagt, ich bin keine Expertin, aber ich würde mir, wenn irgend möglich, die Zeit nehmen, eine Klinik und Ärzte eures Vertrauens zu finden. Davon hängt ja nicht nur die Behandlung ab, sondern auch, wie gut und sicher aufgehoben sich deine Mutter fühlen wird, und die Seele ist ein ganz wichtiger Punkt.
Das war´s ich hoffe, es war was für dich dabei und wünsche dir und deiner Mutter alles Gute!

Schepp
18.10.2005, 21:45
Hallo zusammen.
Erstmal ein recht herzliches Danke für eure Antworten.
Ich meld mich noch mal, um Euch auf dem Laufenden zu halten.
Es war also keine Zeit mehr, weil der Tumormarker rasant anstieg. Deswegen letzte Woche Dienstag OP. Eierstöcke, Eileiter, 1m Darm, Bauchnetz raus. Es verbleiben Metastasen am Bauchfell und in der Leber, die mit Chemo behandelt werden sollen. Primär ist ein Eileitertumor, schnellwachsend.
Deswegen wechsel ich mal die Rubrik.
Die OP ist also eine Woche her, meiner Mutter geht es blendend. Nächste Woche startet die Chemo, dann ists damit wohl auch vorbei. Sollte das zufällig hier jemand lesen, der nen schlauen Tipp hat, her damit. Probleme haben wir scheinbar genug.
Alles Gute euch allen
Schepp