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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Übelkeit und Schluckauf


Gesi
05.10.2005, 18:38
Hallo Alle,

meine Mutter ist seit vorletztem Wochenende wieder in der Klinik. Neben starker Niedergeschlagenheit quält sie sich ununterbrochen mit Übelkeit und Schluckauf. Sie kriegt Vomex, MCP und irgendwas gegen Gastritis, aber es bessert sich nichts. Die Chemo ist jetzt vorbei, und theoretisch könnte sie am Wochenende nach Hause, aber so übel, wie ihr dauernd ist, geht das nicht. CT und Röntgen haben nichts ergeben, was momentan so starke Beschwerden machen sollte. Sie kann nicht richtig essen, bekommt deshalb Infusionen über ZVK. Ich mache mir große Sorgen - kann man denn nicht wenigstens diese ständige Übelkeit in den Griff bekommen?

Danke für Antwort

Liz und Willy
05.10.2005, 23:10
Liebe Gesi

Ich komme zwar nicht vom Eierstockkrebs Thread, sondern aus dem Lungenkrebs, Angehörigen und Öffentlichen Tagebuch Threads weil mein Mann seit gut 3 Jahren Lungenkrebs hat und bei mir nun Verdacht auf Gebärmutterkrebs besteht.

Möchte dir aber bezüglich Schluckauf, was oft einhergeht mit der Übelkeit, resp. diese noch verstärkt (zumindest den eigentlichen Brechvorgang) etwas schreiben.

Willy litt mehr als 10 Tage unter einem "Dauerschluckauf", 24Stunden 10 Tage lange mit keinen 30 Sekunden Pause dazwischen, danach benötigte das ganze noich ein paar Tage bis es sich ausgeplämpert hatte.

Er kniete vor der Kloschüssel und wollte damals nur noch eines - das wir ihn gehen lassen und er sterben könnte - er war am Ende seiner Kräfte und litt aber gleichzeitig unter der tatsache, dass man den Schluckauf irgendwie nicht ernst nahm, das ganze belächelte und gleichzeitig überhaupt nicht wusste wie dem gebiet gehalten werden kann.

Es wurde jeder Trick versucht den Schluckauf zu stoppen ohne jeglichen Erfolg - im Gegenteil es wurde immer schlimmer.

Die ausschlaggebende Hilfe war das ZWANGSSCHLAFENLEGEN MIT DORMICUM wo er dann nach 10 Tagen das erste mal endlich wieder schlafen konnte und 8 Stunden lang unter Klinikaufsicht schlafen gelegt wurde. Danach war der Schluckauf und das damit verbundene Erbrechen deutlich besser und er konnte auch in der folgenden Nacht etwas Schlaf bekommen, wenn auch noch nicht durchschlafen. Das war an einem Freitag, am Dienstag hatte er keinen Schluckauf und kein Erbrechen mehr, obwohl die Chemo und Bestrahlung noch nicht abgeschlossen waren.

Als Ursache wurde uns gesagt, dass einerseits gewisse Chemopräparate bekannt sind Schluckauf auszulösen und bei ihm im speziellen wurde die vegetativen Nervenversorgung des Zwerchfells durch die Bestrahlung mit geschädigt.

Bei deiner Mam gehe ich nun eher von einem Chemoproblem aus. Aber sprich die Onko Docs auf eine Zwangsschlafpause mit Dormicum an es lohnt sich zu probieren.

Es war keine Gastritis bei Willy!

Viel Glück und Erfolg Liz und Willy im Doppelpack

Berichte wie es ergrangen ist, es ist sicher ein Problem das immer wieder mal vorkommt und kann anderen auch dienen diese Infos zu haben.

Gesi
06.10.2005, 07:59
Liebe Liz,

vielen Dank für die schnelle Antwort! ich weiß nicht genau, ob so was bei meiner Mutter möglich, ist, sie hat einen sehr trägen Darm und man muss ständig bangen, dass er ganz "erlahmt" - ob da Zwangsschlaf das Richtige ist? Ich werde trotzdem fragen!

Danke und dir und deinem Mann alles Gute!

Lizzi
06.10.2005, 08:12
Hallo Gesi,
ich hatte nach meiner Darmoperation auch Probleme mit der Trägheit meines Darmes. Mir wurde von meiner Onkologin Magnesium empfohlen, das bringt die Darmbewegungen in Schwung. Nehme jeden Tag so ca. 350mg Magnesium zu mir. Funktioniert prima. Vielleicht klappt das ja auch bei deiner Mutter.
Würde mich freuen bald bessere Nachrichten von Dir über deine Mutter zu lesen.
Alles Liebe und Gute wünscht euch Lizzi.

Liz und Willy
06.10.2005, 10:33
Na da muss ich schon schmunzeln ......

die Liz und die Lizzi treffen aufeinander, vor allem weil einige Bekannte mich schon seit Kindheit immer weider mal Lizzy nennen - entstanden weil ichin England aufgewachsen bin! Heiss ja eigentlich Elisabeth, ist mir aber zu bieder!!!

Das mit der Trägheit des Darms ist ein Problem, sollte aber beim "Schlafenlegen" nicht ein Problem sein, es wird nur zum Problem wenn man Morphium benötigt - wobei auch das nicht kontraindiziert ist. Magnesium ist sehr gut, versuchen.

Es ist wichtig deutlicher zu definieren was unter Träg verstanden wird, denn das Träge ist sehr vielseitig und breit anwendbar.

Weiterhin viel Glück. Liz