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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Resistenz oder nicht?


myrte
31.10.2005, 18:53
........ich hoffe ich mache das alles hier richtig (und wenn nicht, bitte nicht schimpfen), weil ich bin im moment so durcheinander, dass ich nicht mehr klar denken kann. Meine Mutter hat seit Dezember 2004 Eierstockkrebs: 3 mal Chemo (Carb. / Taxol), eine OP wo kleine Reste entfernt wurden, noch 3 Zyklen Chemo. Therapie zu Ende: Mai 2005. Nun 4,5 Monate später steigt der Tumormarker wieder (44). Wir sind ratlos. Sie hat so gut auf die Chemo reagiert. Alles wurde entfernt; eigentlich hatte sie eine gute Prognose. Ich versuche ihr zu helfen durch so viel wie möglich Informationen zu bekommen.
Ihr Arzt hat gesagt, dass weil sie so gut auf die Therapie reagiert hat (nach 3 Zyklen TM bei 6), es sein kann, dass sie eine Resistenz entwickelt hat. Ich verstehe das nicht. Und ich verstehe auch nicht, warum eine OP als nicht sinnvoll angesehen wird, bei einem Frührezidiv. Ist es so, dass bei einem Frührezidiv immer eine Platin-Resistenz vorhanden ist? Wird sie nicht mehr reagieren auf die gleiche Behandlung, auch nicht wenn 12 Monate vorbei sind?
Ich kann es nicht fassen, dass man mehr oder weniger "nicht viel" machen kann bei einem Frührezidiv. Ich denke, meine Mutter sollte in eine Spezialklinik gehen und sich dort gut beraten lassen. Habt ihr vielleicht Erfahrungen?
Ich bin für jede Antwort dankbar!

liebe Grüße,
myrte

margit b.
01.11.2005, 07:01
Liebe Myrte,

hier im Forum kann man nichts falsch machen, hier wird dich sicher niemand schimpfen!

Leider kann ich dir wohl nicht sehr viel weiterhelfen. Allerdings kommt mir die Vorgehensweise bei der OP deiner Mutter etwas komisch vor. Wenn möglich wird bei Eierstockkrebs sehr radikal operiert, das heisst, dass die OP sehr umfangreich ist. Kann es sein, dass dich deine Mutter schonen möchte oder warst du bei den Arztgesprächen dabei?

Es ist richtig, dass sich oft eine Resistenz gegen die Chemo entwickelt. Taxol/Carboplatin ist die First-Line-Therapie, aber es gibt noch verschiedene andere Chemo-Medikamente, die man einsetzen kann. Eine OP ist wohl nur dann sinnvoll, wenn das Rezidiv lokal begrenzt ist und keine Fernmetastasen vorliegen.

Wichtig ist, dass ihr in einem KH seid, das sich mit Eierstockkrebs auskennt!

Eine zweite Meinung ist auf alle Fälle angebracht, ausserdem kannst du auch bei www.ago-ovar.de anfragen, dort wird deine Frage online von einem Arzt beantwortet. Wichtig dabei ist, dass du die genaue Diagnose und das Tumorstadium kennst. Besorgt euch Kopien von den Befunden und versucht, irgendwo anders Hilfe zu bekommen!

Wenn du weiter Fragen hast, dann stell sie einfach! Alles Gute für deine Mutter und dich

Margit

myrte
01.11.2005, 14:16
....danke für eure Antwort!

Ich habe das auch nicht so gut erzählt muss ich zugeben. Es war so, dass sie durch Aszitespunktion festgestellt haben, dass es Eierstockkrebs war. Auf dem Ultraschall/Scan konnte man gar Nichts erkennen und deshalb haben sie gleich operiert. Es gab 5 kleine Tumore auf dem Darm (Eierstöcke/Gebärmutter war alles ok; auch das finde ich immer noch merkwürdig) und sie haben sich entschieden erst eine Chemo zu machen um so wenig wie möglich Darm zu beschädigen (war wohl nicht so leicht die wegzumachen). Dann folgten 3 Chemozyklen, dann die OP wo nur noch kleine Reste entfernt wurden + Entfernung Gebärmutter etc.), dann wieder 3 Zyklen.

Ich bin leider nie bei den Gesprächen dabei, weil meine Eltern in Holland wohnen. Mein Vater geht immer mit. Meine Mutter sucht seit Ausbruch der Krankheit Ablenkung und so wenig wie möglich Konfrontation mit der Krankheit. Deswegen suchen ich und mein Vater Informationen.
Ich habe ihr gesagt, dass es Foren gibt, Gruppen, Bücher, aber bis jetzt will sie „nur“ Ablenkung. Da sie die Patientin ist, denke ich, sie entscheidet welchen Weg sie gehen möchte. Ich kann nicht genau wissen, was die Betroffene fühlt und denkt, ich kann es nur ahnen. Ich hoffe, das es der Beste Weg für sie ist, den sie jetzt geht.

Sie ist in Amsterdam (AMC) in Behandlung; sicherlich nicht schlecht, aber es gibt auch Krebskliniken. Ich denke, sie sollten dort hingehen und sich eine second-opinion holen.

Aha, jetzt verstehe ich das (OP bei Rezidiv).

Kommt das wirklich häufig vor, dass Patientinnen (so schnell) eine Resistenz entwickeln, z.B schon nach 3 Chemozyklen? Ich kann das fast nicht glauben. Ist das auch ein wichtiger Grund warum dieser Krebs in 70% der Fälle wiederkommt?

Der Arzt hat behauptet es gäbe keine Einstufungen in der Bösartigkeit. Nun habe ich gelesen, dass resistente Tumore als sehr aggressiv eingestuft werden. Gibt es da doch ein unterschied?

Wir bekommen am 8. November das Scan-Ergebnis..............werde euch berichten.

liebe Grüße,
myrte

myrte
02.11.2005, 14:28
Liebe Christine,

vielen dank, ich werde die Info meinen Eltern weiterleiten.
Es wurde vor einer Woche ein Scan gemacht, aber kein PET. Am 8. November bekommt sie das Ergebnis. Wenn darauf Nichts/wenig zu erkennen ist (wie beim ersten Mal!!), werde ich sagen, sie sollen ein PET/CT machen lassen.

Viele Grüße,
Myrte

myrte
06.11.2005, 19:56
hi Christine

.......ich dachte ein MRT ja.

über 0,5? meinst du unter 0,5?

Ich habe davon hier schon öfters gelesen, aber was ist das für ein Verfahren?
Wird das meistens nicht gemacht weil es teuer ist?
Ihre Onkolgin hat niemals erwähnt dass es bessere Verfahren gibt, obwohl wird öfters geftagt haben, ob es denn keine Möglichkeit gibt die ganz kleine Tumore schon zu erkennen!

viele Grüße,
myrte

ronny
06.11.2005, 23:46
mir sind solche Angaben wie "im MRT kann man Metastasen oder Tumorreste unter 0,5 cm" schlecht entdecken einfach zu technisch...

bei uns wurde vor knapp 4 Wochen ein MRT angefertigt, wo der Radiologe keine Auffälligkeiten sehen konnte. In der Besprechung bei Dr. Müller hatten wir die Aufnahmen dabei und er konnte 1 Sache sicher diagnostizieren, "die dort nicht hingehört", ein zweiter Bereich war nicht deutlich zu erkennen aber auffällig.
Da auch die Marker ständig am steigen waren, hat er uns auch ein PET empfohlen, zumal vor knapp 1 1/2 Jahren mit dieser Methode schonmal Metastasen gefunden wurden.

Nun diese Woche haben wir das PET/CT machen lassen und es wurden 2 Metastasen gefunden, 5cm und 2 cm gross...
und auf dem MRT konnte der Radiologe nichts finden. Es hängt wohl zum einen sehr von dem Radiologen ab der befundet, aber es hängt auch viel von der Qualität des MRT oder CT Gerätes ab, es gibt von MRT und CT ältere Geräte aber auch Geräte der "neueren Generation".

Gruss Ronny

myrte
09.11.2005, 17:22
Danke Christine, da werde ich mal schauen!

Hallo Ronny,

......ich finde es unglaublich wie so was sein kann, dass der eine etwas sieht und der andere nicht. und das mit den älteren Geräten wusste ich auch nicht.

Gestern hat meine Mutter das Ergebnis vom MRT bekommen und darauf war nichts zu sehen. Angeblich wurde sehr genau hingeguckt und verglichen mit einer früheren Aufnahme kurz vor ihrer zweiten OP (da waren die Tumore auch schon sehr klein).
Jetzt wollen sie nochmal Blut abnehmen um zu sehen ob der Tumormarker weiter gestiegen ist und wenn ja, lassen sie auf jeden Fall einen PET/CT machen und gehen in einer anderen Klinik für eine second opinion.

Aber warum machen die denn überhaupt diese MRT's wenn man in vielen Fällen nichts oder wenig sieht, trotzdem aber schon Tumore da sind? wahrscheinlich wegen Geld oder???

liebe Grüße,
myrte