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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vater hat Darmkrebs im Endstadium


Tomas Zürich
02.12.2005, 17:25
Hallo Zusammen,
mein Vater hat schon seit einiger Zeit(ca. 1.5 Jahren) Probleme mit dem Stuhlgang. Ist leider nie zum Arzt gegangen. Ende Oktober dann der Schock, Einlieferung ins Krankenhaus: Attestiert wurde:

Kolonkarzinom mit Peritonealkarzinose.

Histologie: Adenokarzinom; pT4, G2, pN2(5/17),pM1 per, L1,R1
Nach zwei Operationen ist wohl der Tumor entfernt. Leider ist er im Endstadium und nicht mehr heilbar, da der Tumor überall im Bauchraum gestreut hat. Andere Organe aber nicht aktiv angegriffen(im Moment).

Bekommt ab kommenden Montag Xeloda zur evtl. Beschwerdelinderung und evtl. Lebensverlängerung.

Meine Frage:
- kennt Ihr neuere Medikamente (aber bitte nur Schulmedizin)

- wie kommt man mit so einer Situation zurecht? Ich habe mein Leben nach dem ersten Schock im November stabilisiert (treibe konstant häufig Sport, versuche mich zu finden), kann aber ohne Alkohol abends nicht mehr schlafen.
Nach aussen hin wirke ich wohl für meine Familie(Vater, Mutter und Schwester) recht "stabil" und hilfreich um mit dieser Situation zurechtzukommen, aber innerlich zerreisst mich die Tatsache, dass ich nun doch bald meinen Vater verlieren werde. Ich weiss nicht wie das erst wird, wenn mein Vater weiter abbaut.

Ueber Erfahrungswerte würde ich mich sehr freuen.

Gruesse
Tomas

Caspers Hildegard
02.12.2005, 17:46
Hallo Thomas,
hab Deinen Beitrag gerade rein zufällig gelesen, da er als oberster unter -Neue Beiträge- stand.

Kann Dir nur etwas zur Peritonealkarzinose sagen, da ich dies auch seit Anfang des Jahres habe.
Bei mir war aber mein Brustkrebs der Primärtumor.
Hatte auch schon seit längerem Darmbeschwerden, deshalb wurde ich im Januar operiert und es wurden ca. 40 cm des Dickdarms entfernt. Dabei wurde so als Zufallsbefund dieser Bauchfellkrebs festgestellt. Der Darm war auch schon davon befallen.
Aber ehrlich Thomas, man hatte mir nach der OP auch gesagt das ich froh sein könnte wenn ich Weihnachten diesen Jahres noch erleben würde, da der Krebs in meinem Bauch so wäre als wenn man einen Sack Reis darin ausgekippt hätte und jedes Reiskorn wäre zur Metastase geworden.
Leider kannst Du mich nicht sehen, sonst würdest Du echt denken, die Ärzte wären damals verrückt gewesen. Ich fühle mich super wohl und habe zur Zeit keinerlei Schmerzen.
Gut, mein Tumormarker steigt zwar stetig, aber das ist nur ein Blutwert.
Ich werde zur Zeit mit Hormonen therapiert da meine Brustkrebs hormonrezeptor Positiv war und der Bauchfellkrebs ist es auch.
Wir versuchen so lange wie möglich mit dieser Therapie zurecht zu kommen, bevor wir dann irgendwann mal zur Chemo übergehen müßen.
Also las den Kopf nicht hängen, es kommt nicht immer so schlimm wie die Ärzte sagen.
auch liebe Grüße an Deinen Vater, Hildegard

Redlilly
02.12.2005, 19:06
Hallo Hildegard, wollte dir nur sagen, dass mir dein Spruch am Ende deiner Nachricht sehr gut gefällt. Hab ihn mir gleich mal abgeschrieben. Den bekommt mein Vater, der auch an Darmkrebs erkrankt ist. Nächste woche fängt seine 2. Chemo an. Wir geben einfach nicht auf!!!!!!
LG und viel Kraft,
Redlilly

Ralph
02.12.2005, 19:21
Hallo Tomas,

eine Chemo "nur" mit Xeloda (Capecitabine) erscheint mir recht konservativ und wenig aggressiv. X. wird im Körper in 5FU umgewandelt, ein Stoff der heute als alleinige Chemo kaum noch verwendet wird. Es ist zu umfangreich, dir alle Möglichkeiten zu beschreiben : Du musst schon etwas recherchieren. Ich nenn dir aber einige Namen, wobei Markennamen und Wirkstoffnamen unterschiedlich sind: CPT-11 /Irinotecan/Campto ( schon älter ), Cetuximab/ Erbitux ( neuer ), Eloxantin/Oxaliplatin ( momentan einer DER Standard - warum nicht für deinen Vater ?), Avastin/ Bevacizumab ( in Kombination mit einem anderen Mittel ). Such mal im Internet unter FOLFOX und FOLFIRI. Dahinter verbergen sich Standardschamata zur Behandlung von Darmkrebs.

Liebe Grüße, Ralph (meinen Darmkrebs findest du im Thread Sigma-Karcinom beschrieben)

Jelly
02.12.2005, 19:36
Hallo Thomas,
wie Ralph schon geschrieben hat, mit Xeloda wird auch oft Erbitux, ein Antikörpermedikament gegeben, das greift den Wachstumsrezeptor an. Ich würde mal auf den Onkologen zugehen und fragen, warum er nicht auf eine Kombination setzt.

Ich habe gleich in der ersten Chemo FOLFOX und Avastin erhalten und das hat gut gewirkt, die Lungen-Metas sind damals zurückgegangen.

Liebe Grüße

Tomas Zürich
03.12.2005, 12:04
Hallo,
vielen Dank für euer Feedback.
Mein Vater wird in Deutschland behandelt, da er auch dort wohnt. Ein Schweizer Onkologe hat mir auch gesagt, dass er noch ein zweites Medikament beigeben würde, zuzüglich Xeloda. Ich werde den Onkologen in Deutschland gleich nächste Woche kontaktieren, und die einfache Gabe von Xeloda hinterfragen.

Vater erholt sich weiterhin von den zwei OP´s(insgesamt 9 Stunden an ihm rumgeschnitten im zwei Wochentakt ).


Danke nochmals und ein schönes Wochenende

Tomas

nunuc
03.12.2005, 23:00
Hallo Tomas,
ich kann so gut nachvollziehen,wie es Dir geht.Ich habe auch erst Ende September erfahren,daß meine Mama Darmkrebs hat,Heilung ist ausgeschlossen.
Als der Arzt uns die Diagnose mitteilte (ich saß mit meiner ´Ma im Krankenzimmer),war es,als reißt es mir denn Boden unter den Füßen weg.Ich war (und bin) nach außen sehr stark,nur selten kann ich so richtig meine Verzweiflung rauslassen.Innerlich ist es wie in einem schlechten Film,man kann sich nicht vorstellen,wie es ohne den Menschen irgendwann mal weitergehen soll und man verdrängt es,wo es nur geht.Umso schlimmer ist es,wenn es einen dann wieder einholt.Die Flucht in den Alkohol hilft Dir sicher zeitweise,aber "weg" kriegst Du das Ganze auch damit nicht.
Für die Angehörigen ist es immer schwer,abzuwägen,was man an "Schwäche" zulassen kann,weil man ja den Betroffenen nicht zusätzlich belasten will,aber ich hab die Erfahrung gemacht,daß es meiner Mama mehr hilft,wenn ich ehrlich (und somit halt zwangsläufig auch mal schwach) bin und mich nicht verstelle.Vielleicht ist es Deinem Vater auch lieber,wenn Du zeigst,wie es Dir geht und sicher kann auch Deine Frau mehr unterstützen,wenn Du ihr zeigst,wie es Dir geht.
Ich wünsche Dir viel Kraft,Tomas
nunuc

Kerstin63
04.12.2005, 11:44
Hallo Tomas,

zur Behandlung kann ich Dir leider nix sagen, kenne mich nicht aus, ich weiss nur noch dass mein Vater auch eine kombinierte Chemo bekommen hatte.

Mein Vater ist im letzten Jahr an Darmkrebs gestorben. Ich kann mich noch gut an die Gefühle der Hilflosigkeit erinnern, auch dass man versucht nach aussen stabil und hilfreich zu sein und innerlich bricht einem der Boden unter den Füssen weg. Leider (denke ich jetzt) habe ich das viel zu lange gemacht, also diesen Spagat zwischen dem "nach aussen handeln" und dem inneren Erleben. Erst in den letzten Wochen meines Vaters und dann nach seinem Tod habe ich mich (und dann sehr intensiv) mit dem Tod und Sterben und Verlust und all dem ausseinander gesetzt. Ich habe viele Bücher gelesen (wenn Du magst sage ich dir gern welche, bzw. hier im KK gibt es ja auch viele Buchtipps, das meiste habe ich auch hier gefunden), sehe jetzt im TV bevorzugt Beiträge zum Thema Krankheit und Tod (was ich früher STRIKT vermieden habe, immer schon, war auch in unserer Familie immer ein Tabu).

Ich nehme an, keiner muss Dir sagen, dass Alkohol als "Schlafmittel" nicht wirklich hilfreich ist. Ich habe mich auch lange Zeit abends damit ruhiger gestellt weil ich extreme Einschlafprobleme bekam, leider verschlimmert Alkohol Schlafprobleme auf Dauer eher noch weil es die Schlafphasen stört. Habe ich dann auch gemerkt. Hat lange gedauert bis ich davon wieder wegkam, aber es ging. U.a. mit Hilfe meines Psychotherapeuten. In der Zeit habe ich auch viele neue Ängste entwickelt, bzw. vorhandene haben sich dramatisch verschärft. Mir hat geholfen, Entspannungsübungen zu machen. Vielleicht versuchts Du mal sowas?

Natürlich ist das jetzt eine aufreibende und schlimme Zeit für Euch. Ich denke, am besten versucht man mit sich selbst nicht so streng zu sein, auch Hilfe von aussen suchen und annehmen (muss man vielleicht auch erst lernen).

Kannst Du Deinen Vater denn regelmässig sehen? Wenn es irgendwie geht, verbring soviel Zeit es geht noch mit ihm, zeige (und wenn Du kannst, sag es auch...) wie sehr Du ihn liebst und dass Du für ihn da bist. Das ist am Ende alles was zählt... natürlich musst Du auch kucken wo Du mit Deinen Gefühlen und Deinen Ängsten bleibst, vielleicht kannst Du Dir jemand zum reden suchen der nicht direkt betroffen ist, einen Therapeuten z.B., man meint ja oft dass man die anderen die einem nahe stehen schützen will, und für sowas sind solche Leute ja da, wenn einem alles zu entgleiten droht und man eine schwere Zeit durchmachen muss.

Wünsche Dir viel Kraft.
Kerstin

Ralph
04.12.2005, 14:43
Hallo Tomas, ein kleiner Tipp noch für dich: Wenn du den Thread "Ärzte-Zeitung Artikel" aufrufst ( meist weit oben zu finden ) und ganz ans Ende springst, findest du eine ganze Reihe von Artikeln aus der Ärztezeitung, die dich über den neuesten Stand bezüglich sinnvoller Kombinationen von Medikamenten informieren. Erspart ne Menge Arbeit. Mit einem Artikel aus dieser Zeitung lässt es sich ggf. auch besser argumentieren, falls "euer" Onc sich bockig zeigt.
Ich drück euch die Daumen.

Ralph

Birgit4
04.12.2005, 14:53
Lieber Thomas, ich möchte dir schreiben das meine Diagnose so ähnlich wie bei deinem Papa ist. Meine Diagnose ist Adenocarcinom pT4, pN2 15/29 pM2 ,G2 ,pR2, pV1,pL1, das ist nach 2 erfolgreichen O.P, 26 Monate her , ich habe keine Chemo gemacht, und ob du es glaubst oder nicht es geht mir gut.
Also nicht die Hoffnung aufgeben, wie du siehst geht es auch anders .
liebe Grüße an deinen Papa und an dich .....Birgit

Tomas Zürich
05.12.2005, 09:18
Guten Morgen!
Vielen Dank für Euer Feedback!!!
Das hilft wirklich weiter.

Emotionen sind so eine wundersame Sache. Ich habe bis vor zwei Monaten noch nie soetwas durchmachen müssen (Gott sei Dank...). Was mich aber am meisten kaputt macht ist diese Hilflosigkeit. Ich würde gerne irgendwie helfen, aber ich kann nicht viel ausrichten. Das Alkohol keine Lösung ist, bin ich mir recht bewusst, und als Hobbysportler vertrage ich sooderso nicht viel davon...

Ich versuche alle zwei Tage nach Deutschland zu fahren, um meine Eltern zu besuchen (es sind nur 200km hin und zurück). Gott sei Dank habe ich noch keine Familie, denn sonst würde ich diese Situation und den Zeitaufwand rein zeitlich nicht hinbekommen.

Bezüglich Aerzten kann ich nur den Kopf schütteln. Heute fängt mein Vater die Chemo mit Xeloda an. Wie ich hier aber im Internet lesen konnte, werden schon seit der Einführung von Erbitux meist eine Doppelchemo verabreicht. Warum nicht bei meinem Vater? (Aber das wird mir sicherlich in der Woche noch der zuständige Onkologe beantworten) Die Meinungen der praktizierenden Onkologen sind so unterschiedlich, ich empfinde das als sehr erschreckend...

Im Moment gibt es für mich nicht viele Freuden, aber heute freue ich mich wieder einmal mit meinen Eltern zu Abend zu essen.

Habt einen schönen Tag!

Gruesse aus Zürich
Tomas

Tomas Zürich
08.12.2005, 11:40
Hallo Zusammen.
Ich habe zwei Forschungsberichte/Studien über Oxaliplatin und Avastin.
Falls ihr die lesen möchtet schicke ich Sie euch gerne zu.

gruesse
tomas

EvaB
12.12.2005, 19:09
Hallo Tomas

Es tut mir sehr leid für Deinen Vater und auch für Euch, seine Familienangehörigen ist die Situation nicht einfach. Die Diagnose Krebs ändert die Lebenssituation von einer Sekunde auf die andere.

Ich selber bin Angehörige eines Krebskranken (mein Freund). Er hat die Diagnose Adenokarzinom ypT3-4, pN2 (mind. 8 Lymphknoten befallen), M0, Rx, G2-3.

Er bekommt jetzt eine neo-adjuvante Chemotherapie mit 5-FU und Oxaliplatin mittels Portsystem in 12 Zyklen.

Du sagst, Dein Vater habe Krebs im Endstadium. Wann fängt das Endstadium an? Wenn die Chemotherapie lediglich palliativ, lebensverlängernd verabreicht wird? Bei Metastasen in anderen Organen?

Ich frage mich, ob das bei meinem Freund auch der Fall ist, uns sagen die Aerzte nichts genaues, nur dass es unsicher sei, ob alle Krebszellen mit der Chemotherapie "erwischt" werden. Zudem besteht für seinen Fall ein sehr hohes Risiko eines Rezidivs, da es unsicher ist, ob der Tumor im Gesunden entfernt werden konnte (Rx).

Schicke Dir Kraft und Zuversicht, mit all dem so gut wie möglich umzugehen. Ich persönlich bin seit kurzem in psychologischer Betreuung und habe bisher gute Erfahrung damit gemacht. Zudem bin ich daran, eine Gesprächsgruppe für Angehörige von Krebskranken zu gründen.

Alles Gute :knuddel:

EvaB

Tomas Zürich
12.12.2005, 22:29
hallo eva,
habe deine situation einwenig näher studiert.... auf die frage, ob bei meinem vater die chemo palliativ ist, muss ich leider bejaen....
was nun. ich habe den rat erhalten, dass mein vater mit 61 trotzdem den versuch unternehmen sollte und diese doppelchemo anwenden sollte mit xeloda und oxaliplatin.... was ihm aber ein alter bekannter(arzt im ruhestand) gestern ausgeredet hat.... weil er persönlich denkt, dass im endstadium das xeloda an sich reicht. der behandelnde onkologe ist meines erachtens eine pfeiffe, aber das werde ich ihm noch persönlich vermitteln.... gott sei dank habe ich hier aus der schweiz unterstützung von zwei onkologen, die mir fachlich zur seite stehen. nur kann ich meinen vater nicht in die schweiz bringen, da ich diese behandlung, die über monate geht, nicht bezahlen kann.... irgendwie muss ich mich also mit den deutschen verhältnissen arrangieren...

zu deinem freund................. `kann ihm sein hausarzt nicht irgendwelche leichte antidepressive verschreiben? mein vater hat tierisch an der situation zu knabbern, und seit er diese leichte dosis an tabletten nimmt, ist er nicht mehr so aufbrausend.... und doch ruhiger geworden. wobei er nachts stärker schwitzt als sonst, aber das kann auch von der chemo kommen?! denke ich....

ansonsten brauchen wir angehörige viel kraft...................................... manchmal zuviel..........und ich denke, ich kann es nicht schaffen.
aber heute habe ich mut geschöpft, mein alter herr hat sich an meinenn streitgesprächen hochgezogen, und hat den ganzen morgen aktiv trainiert! er lief den ganzen morgen in der wohnung umher........... um einfach wieder die kraft zu erlangen, die er durch den einmonatigen krankenhausaufenthalt verloren hat. und er isst wieder mehr!!! zwar nur einwenig mehr.... aber vielleicht wird das ja..... und heute hatte er zum ersten mal wieder eine schöne feste und starke stimme, so wie ich es kenne. und die gesichtsfarbe sah sogar ganz passabel gesund aus........juhuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu. ich weiss, es ist nur etwas vorläufiges, aber ich freue mich sehr, dass ich diese situation erleben durfte.

meinen alkoholkonsum habe ich gedrosselt. trinke sogar nicht mehr jeden tag meine üblichen 3-4 gläser wein(flasche)............................... es wird.................

nun, ich wünsche dir viel kraft mit deinem freund........ und ich kann dich nur unterstützen deinem geliebten menschen weiterhin beizustehen.

schönen abend
lg tomas

Tomas Zürich
12.12.2005, 22:34
Eva, noch zu deiner frage:
Du sagst, Dein Vater habe Krebs im Endstadium. Wann fängt das Endstadium an? Wenn die Chemotherapie lediglich palliativ, lebensverlängernd verabreicht wird? Bei Metastasen in anderen Organen?

- endstadium ist laut definition T4(aber du findest die unterscheidungen T1-4 ganz gut in der ärztezeitung definiert, die du hier auch unter den aktuellen beiträgen einsehen kannst), dann also, wenn der tumor überall gestreut ist, soweit ich weiss(und das ist der fall bei meinem vater, wobei andere organe nicht aktiv angegriffen sind; die zwei haupttumore wurden via op entfernt). palliativ, nun ja...... mehr ist es nicht. aber meine okologin aus der schweiz ist überzeugt, dass man eine bestimmte zeit t den patienten passabel weiterleben lassen kann. laut studienberichten sogar signifikant. ich hoffe, dass mein vater im februar mit einer doppelchemo beginnt, damit das krebswachstum einwenig länger eingedämmt werden kann.

Charlie
12.12.2005, 23:51
Hallo...nun...zum Wörtchen "palliativ" muss ich auch noch meinem Senf dazugeben. Mein Mann bekam im Juni 2002 Lungenmetas (die DarmOp war im April 1997). Zwischen 3 LungenOp's, einer LymphknotenOp, Bestrahlung...bekam er und bekommt immer noch palliative Chemo. Wie gesagt...nun schon seit 3 Jahren. Zur Zeit erhält er Folfiri und Avastin und der Marker sinkt, die Metas werden kleiner. Natürlich sind die Nebenwirkungen der Chemo oftmals heftig, aber "nur" immer für 3 Tage. Und sein Leben ist KEIN Dahinsichen!!!! Wir fahren oft durch die Gegend, er geht regelmäßig mit unserem Hund spazieren, die Hochzeit unserer Tochter haben wir im September gefeiert ( die 9stündige Fahrt von Berlin nach Bayern hat ihm sogar Spass gemacht- er ist gefahren :D ).
Ich will damit nur sagen....palliative Chemo bedeutet noch lange nicht, dass man schon mal den Trauerredner bestellen sollte.
Liebe Grüsse
Charlie

Birgit4
13.12.2005, 08:59
Lieber Thomas ,auch hier noch mal mein Senf dazu, wer sagt das T4 das Entstadium ist, man ich Lebe seit 27 Monaten mit dieser Diagnose wie ich dir das hier auch schon geschrieben habe, und ich bin noch lange nicht am " Ende" mir geht jetzt gut und nur das zählt.
Lieber Thomas man kann noch lange mit dieser Diagnose leben, nicht darüber nachdenken sondern jeden Tag aufs neue genießen, kein Mensch weiß was " Morgen" ist. Das letzte Wort hat der liebe Gott.!!
Ich möchte dich nicht angreifen lieber Thomas, aber ich finde du trinkst etwas viel!!!Denke an deine Leber,!!! wie gerne hätte ich noch eine gesunde Leber , aber durch meine 2 Metastasen hat man mir 70 % Leber entfernt.Ich hoffe du verstehst was ich meine, und bist mir wegen meiner Erlichkeit nicht böse, pass auf dich auf......liebe grüße und alles gute für euch Birgit

Jelly
13.12.2005, 10:19
Hallo Ihr Lieben,

T4 bedeutet gemäß dem was ich gelesen habe nur, daß nicht nur der Darm, sondern ein weiteres Organ vom Primärtumor angegriffen ist, bei mir war es der Magen. So wurde mir der Teil vom Darm und ein Teil vom Magen mittels R0-Resektion entfernt. Es gibt eine Klassifizierung Stadium 1 - 4, vielleicht war das gemeint, Stadium 4 ist dann das fortgeschrittene Stadium, in dem sowohl Lymphknoten befallen als auch Fernmatestasen z.B. in Lunge oder Leber gefunden wurden. Das ist aber in meinem Falle und für mich betrachtet nicht das Endstadium. Es ist fortgeschritten und die Ärzte sagen, es gibt keine Heilung mehr, aber ich gehe jetzt wieder arbeiten, also fühle ich mich nicht so, als würde ich im Endstadium meiner Krankheit leben. Ich habe für mich das Endstadium so definiert, falls die Metas die Gewalt über meinen Körper ergreifen und keine Behandlung mehr Verbesserung bringen kann, so daß das Ende nicht mehr aufzuhalten ist, dann ist das für mich das Endstadium. Aber soweit bin ich noch nicht, trotz T4 und Stadium4.

Liebe Grüße an Euch alle !

Ralph
13.12.2005, 13:51
Hallo Tomas,
lass dir den Rotwein nicht vergrämen ! Mir wurde 1998 der linke Leberlappen entfernt ( ColonCA pT3N1M1hepar ) und jeder Arzt den ich fragte hat in der Folgezeit erneute Metastasierung in der Leber erwartet. Sie kamen nicht. Ich hab meinem Onk immer gesagt, dass meine Rotwein-Chemo dies verhindert hat. Ok, der Onk hat da nur müde gegrinst - aber wir können uns doch nicht alles verkneifen was Spass macht. :rolleyes:

Liebe Grüsse aus Hamburg, Ralph

Birgit4
13.12.2005, 17:25
Da hast du recht lieber Ralph, aber wenn man ohne Alkohol nicht mehr einschlafen kann, finde ich das schon ein hilferuf der Seele.
Ich war vor meiner Krebskrankheit auch ein Mensch der gerne getrunken hat, und viel Spaß hatte,heute geht es auch ohne Alk.Mit der Rotwein -Chemo ist eigentlich eine gute Idee :-) ,bestimmt mit viel weniger Nebenwirkungen.
Nein ich will Thomas nicht angreifen, aber ich denke in seiner seelischen Situation ist das trinken nicht so gut, ich weiß es ist verdammt hart was wir hier durchmachen, aber wir können hier offen über alles reden. Ich bin so oft allein mit meinen Gedanken und Gefühlen aber hier im Forum hat man immer ein offenes Ohr.
Also Thomas denke daran hier sind Menschen die dir schreiben die das gleiche haben wie dein Papa, sowie Jelly und ich , und wir wollen dir sagen stecke nicht deinen Kopf in den Sand, glaube daran das dein Papa noch lange lebt,und folge deinem Herzen.
Liebe Grüße an euch ...eure Birgit

EvaB
13.12.2005, 19:09
Hallo Tomas

"Endstadium" hat für mich sowas endgültiges. Ich habe hier in diesem Forum viel gelesen und erfahren, dass es Menschen gibt, die trotz Metastasen noch ein lebenswertes und glückliches Leben haben/hatten.

Ich glaube, auch das sogenannte Endstadium ist noch nicht das Ende, möchte aber betonen, dass ich ein Mensch der Realitäten bin. Für mich ist es viel wichtiger, mit dieser Krankheit umgehen zu lernen und dem Leben trotzdem positiv gegenüberzustehen.

Realität ist für mich, dass die Diagnose meines Freundes nicht sehr positiv ist, dass er aber trotzdem noch ein lebenswertes und glückliches Leben haben kann, trotz Krebs. Ich möchte ihm so gerne vermitteln, die Hoffnung nicht aufzugeben.

Möchte zum Thema Alkohol auch noch meinen Kommentar abgeben und Dir einen freundschaftlichen Anstoss vermitteln. Ich rede aus eigener Erfahrung. Alkohol ist als Problemlöser, Beruhiger und Tröster nicht geeignet. Allzu bald verlangt Dein Körper danach und Du verlierst die Kontrolle. Viel eher als zum Glas zu greifen empfehle ich Dir den Besuch bei einem Arzt oder Psychologen.

Herzliche Grüsse
Eva

EvaB
13.12.2005, 19:10
Hallo Birgit

Möchte Dir nur sagen, dass ich Dich für Deine Kraft und Deine Zuversicht bewundere!

:knuddel:

Eva

Birgit4
13.12.2005, 19:55
Liebe Eva, danke für deine Zeilen und die knuddeligen Smilys, ja liebe Eva manchal wundere ich mich auch über meine Zuversicht, ich bin auch nicht mehr heilbar bei diesen Worten schnürrt sich meine Kehle zu, aber ich kann nicht davor weglaufen ,also genieße ich jeden Tag und sauge alles in mich hinein jeder wunderbare Moment zählt. Ich lebe jetzt seit 27 Monaten damit ich habe mich damals gegen Chemo entschieden.
Darf ich fragen wie alt dein Lebenspartner ist !!Ich wünsche euch von ganzem Herzen alles Liebe und Kraft knuddelige grüße eure Birgit.....
und lieben Gruß an deinen Freund

EvaB
13.12.2005, 20:23
Liebe Birgit,

"Gott gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann,
die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und
das eine vom andern zu unterscheiden"

Während einer grossen Lebenskrise habe ich mir dieses Gebet oder Vers oder Spruch, wie man will, zu Herzen genommen und trage es immer bei mir.

Alles was auf mich zukommt versuche ich nach diesem Grundsatz zu "bewerten". Und siehe da - ich kann das Leben viel besser meistern. Gut zugegeben, ich bin körperlich gesund (habe seit etlichen Jahren Depressionen, die aber mit einem Medikament gut im Griff zu halten sind). Lebe bewusst jeden Tag nach dem anderen.

Mein Partner hat Krebs. Kaum haben wir uns nach etlichen Jahren Trennung wieder gefunden, kam diese Diagnose. Er ist 62, ich 18 Jahre jünger. Wir haben Pläne gemacht für unser zukünftiges Leben zu zweit. Ich bin der Meinung, dass wir trotz der Krankheit ein erfülltes Leben zu zweit haben können, auch wenn dieses unter Umständen nicht mehr lange sein wird. Ich diese Ueberzeugung meinem Freund so gerne vermitteln. Leider sieht er das nicht so. Für ihn ist alles zu Ende irgendwie und er findet sogar, dass es mir ohne ihn besser ginge.

Ich wünschte mir, er wäre so wie Du. Ich kann Dich nicht genug bewundern für Deine Kraft und Zuversicht und wünsche Dir alles nur erdenklich gute.

Herzliche Grüsse
Eva

Tomas Zürich
14.12.2005, 01:52
guten abend zusammen,
ich danke euch sehr für eure guten worte. und ich werde sie alle beherzigen. kann leider noch nicht schlafen, und nach fast einem tag muss ich wieder in dem forum sein. ich feiere immer noch meinen dad, der am montag wieder so toll aussah........................
ich würde euch gerne noch fragen stellen, aber ich denke, dabei würde jetzt nicht viel herauskommen. ich habe ralphs anregung aufgenommen, und habe mir nach einem arbeitstag, lernen für meine zusatzausbildung, dem joggen noch ein halbes fläschchen rotweinchemo gegönnt. ich feiere, dass es uns allen seit langer zeit wieder etwas besser geht, prost!

wünsche euch eine wunderschöne nacht..............
und bis morgen
lg aus zürich tomas

Jelly
14.12.2005, 11:24
Hallo Thomas,

Deine Formulierung "ich feiere immernoch meinen Dad" finde ich toll, ich hoffe und denke auch, daß Du das Deinem Dad auch so gesagt hast, daß Du ihn feierst...... für einen Betroffener ist das purer Ansporn, das tut gut...

Liebe Grüße

EvaB
14.12.2005, 17:16
Hallo Tomas,

auch ich möchte mich Jelly anschliessen! Wünsche Dir und Deinem Vater noch viele solche unbezahlbaren Momente des Glücks.

Herzliche Grüsse

Eva

Tomas Zürich
15.12.2005, 02:19
huhu,
da bin ich. frisch von einer weihnachtsfeier zurück:))
und wieder denke ich an ralphs ausspruch, wo steckt er denn?

heute hatte ich ein sehr positives gespräch mit meinem vater. ich glaube er hat den ersten schock überstanden und ist guter dinge. er wird kämpfen!!! juhuuu.
hat sogar die antidepressiva abgesetzt. on verra. ich denke solange man kämpft hat man nicht verloren.

wünsche euch einen wunderschönen abend und danke für die wünsche:))

lg aus zürich
tomas

Torge
19.12.2005, 09:38
Hallo Tomas,

ich hoffe, Deinem Vater geht es weiterhin gut und Ihr findet neue Kräfte!?

Bei meinem Vater geht es derzeit weiterhin "rauf und runter". Mein Vater ist letzte Woche Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Man entließ ihn ohne ausdrückliche Ernährungstipps oder sonstige Hinweise. Mein Vater hat dann vorsichtig in kleinen Mengen gegessen, was ihm aber überhaupt nicht bekommen ist. Er musste dann abends vor Schmerzen wieder ins Krankenhaus eingeliefert werden. Am nächsten Tag wollte man ihn dann entlassen, wieder ohne Beratung. Aber das hat meine Mutter nicht mitgemacht und ist dagegen angegangen. Nach dem Übergeben einiger Broschüren ist er aber doch Heim. Es ging dann einigermaßen. Aber jetzt heute morgen der erneute Schock: Anruf von meiner Schwester. Mein Vater ist mit Verdacht auf Schlaganfall ins Krankenhaus gebracht worden. Hoffentlich ist es nicht so schlimm! Er kommt einfach nicht zur Ruhe und das, obwohl er für die anstehende Chemo Kräfte sammeln muss.

Ich hatte zwischenzeitlich einen weiteren Arzt zur Zweit-Meinung hinzugezogen. Der war anderer Meinung als der derzeit behandelnde, was mich verunsicherte. Letzterer will die Chemo gemäß des FOLFIRI-Protokolls (5FU + Irinotecan) durchführen und der andere würde es nach dem FOLFOX-Protokoll (5FU + Oxaliplatin) machen. Zum Glück sind die beiden Methoden aber wohl nicht völlig unterschiedlich, sondern unterscheiden sich hauptsächlich in den Nebenwirkungen. Wobei die Nebenwirkungen bzgl. des FOLFIRI-Protokolls für meinen Vater besser verträglich sein soll. Nachdem die Situation unserer Väter ja ähnlich ist, welche Behandlung wird denn bei Deinem Vater angewandt?

Weiterhin aufbauende Grüße

TORBEN

Tomas Zürich
19.12.2005, 09:53
Guten Morgen Torben,
ich habe mich hier einmal fürs wochenende zurückgezogen um von dem thema abzuschalten. Das mit deinem vater hört sich zwar nicht gut an, aber ein körper verträgt recht viel, also kopf hoch!!!
es ist quasi eine individuelle entscheidung, welche chemo vorgeschlagen und durchgeführt wird.... von jedem arzt, aber diese beiden doppelbehandlungen die du erwähnt hast, finde ich nach dem studium von verschiedenen forschungsberichten sehr gut. Die nebenwirkungen halten sich im rahmen, und falls dein vater stark genug ist, sollte er die vorgeschlagene therapie durchführen.

mein vater erhält alleine Xeloda, da der arzt erst sehen will....wie es anschlägt (zu dem onkologen sag ich nichts mehr....) die spezialisten in der schweiz arbeiten in diesem stadium ausschliesslich mit der folfox oder der anderen doppelbehandlung(hab den namen gerade nicht parat, eben die Therapie, die deinem vater vorgeschlagen wird!). nach absprache mit meinem vater werden wir nun die ersten beiden bluttests abwarten, und uns im januar mit dem behandelnden onkologen treffen. mein vater vertrug die xeloda chemo recht gut die ersten tage. ich war am freitag da, und musste feststellen, dass sich appetitlosigkeit eingestellt hat. ich mache mir sorgen, aber er muss essen, habe ich gesagt, ansonsten leg ich ihm persönlich die ernährungskanüle.....:))

falls die jetzige behandlung nicht anschlägt, werden wir die folfox therapie in betracht ziehen.

...muss gleich wieder arbeiten.... schreibe heute mittag mehr.

kopf hoch und beste grüsse an den herrn vater!!!
torben, kopf hoch und informiere dich so gut es geht, und traue nicht nur einem arzt...
lg aus zürich

tomas

Jelly
19.12.2005, 10:37
Hallo Thomas, hallo Torben,

FOLFOX und FOLFORI sind von der Chemo-Behandlung als Standardtherapie gleich zu setzen. Es stimmt, es sind eigentlich die Nebenwirkungen, die den Unterschied machen. XELODA ist eigendlich nur im Körper umgewandeltes 5-FU.

Habt Ihr die behandelnden Onkos mal gefragt, ob nicht zu FOLFOX oder FOLFORI ein Antikörper dazugegeben werden kann, z.B. Avastin oder Erbitux ? Mit XELODA und FOLFORI wird gerne Erbitux gegeben. Mit FOLFOX hab ich Avastin erhalten. die Antikörper sind in den Nebenwirkungen nicht ganz so drastisch, bei Avastin und ein Schlaganfall, das könnte eventuell nicht ratsam sein, da eine erhöhte Trombosegefahr gegeben ist.... mal den Doc befragen...

Es berührt mich, wenn ich lese, wie Ihr Euch um Eure Väter sorgt, leider hab ich mich mit meinem Vater nicht so gut verstanden.

Ich wünsche Euch und Euren Familien viel Kraft !

Liebe Grüße
Jelly

Tomas Zürich
20.12.2005, 18:53
hallo zusammen.
ich glaube nach den letzten "hochtagen" falle ich wieder, und das rasant schnell... fühle mich schlecht..................

hab mit vater telefoniert. er hat ab heute xeloda pause. null appetit...... diese appetitlosigkeit hat sich noch verschlimmert. heute ist ihm schwindelig und schwach zu mute...

das nur kurz.
mache mir wieder mehr sorgen.

gruesse
tomas

Jelly
20.12.2005, 19:17
Hallo Thomas,

das tut mir leid, daß es Deinem Vater wieder schlechter geht. Gegen die Appetitlosigkeit sollen die Tropfen Dronabinol gut helfen, hier im Forum über Schmerzen/Übelkeit.... gibt es einen Thread zu diesem Medikament, da findest Du bestimmt hinreichend Information darüber. Ansonsten kann ich leider dazu nicht viel sagen, in meiner Chemophase hab ich gefressen wie ein Scheunendrescher - also ganz das Gegenteil.

Laß den Kopf nicht hängen, bestimmt erholt sich Dein Vater ja in der Chemopause so, daß es wieder gut weitergehen kann. Vielleicht solltest du wirklich mal mit dem Onko reden, ob nicht eine Infusionstherapie wie FOLFORI oder FOLFOX besser verträglich ist.

Liebe Grüße
Jelly

nunuc
21.12.2005, 22:16
Hallo Tomas,
bei meiner Mutter ist es ähnlich und ich hab mir,wie Du,riesengroße Sorgen gemacht,weil sie ohnehin schon so viel abgenommen hatte und jetzt während der Chemo auch nicht viel zu sich nimmt.Wir haben auch alles mögliche versucht,damit sie wieder ißt,aber sie konnte einfach nichts essen.Ich habe lange mit der betreuenden Ärztin gesprochen,die hat mir erklärt,daß der mangelnde Appetit absolut normal sei,denn die "Krebszellen"arbeiten,entziehen dem Körper Kraft und Energie (=Gewichtsverlust durch Kalorienverbrennung) und je mehr man die Betroffenen "in die Mangel" nimmt,desto schwerer fällt es ihnen oft.
Im Moment haben wir gute Erfahrungen damit gemacht,daß ich vom Einkaufen einfach mal verschiedene Sachen mitbringe,die sie gern ißt oder gegessen hat oder wir sammeln Ideen,was sie mal essen könnte,wenn ihr nix einfällt,schauen wir Prospekte usw :o
Meine Mama hat gut 30 Kilo abgenommen,kannst Dir also vorstellen,wie viel Angst ich davor hatte,daß sie immer weiter abnimmt.Zur Zeit hält sie ihr Gewicht einigermaßen.
Hoffe,das hilft Dir vielleicht ein kleines bisschen... :confused:
Liebe Grüße
nunuc

Birgit4
23.12.2005, 09:01
Lieber Tomas, du bist ein sehr mitfühlender Sohn, du durchlebst die höhen und tiefen von deinem Papa so sehr ,eure Seelen sind sehr miteinander verbunden.
Meine Tochter war in meiner Krankheit, so sehr mit mir verbunden, sie hat so viel geweint und gelitten, sie ist jetzt 17 Jahre.Wir haben auch sehr viel daraus gelernt, wir genießen jeden Tag und die schönen Momente ,dieses Leben ist ein Geschenk.
Ich möchte euch ein frohes Weihnachtsfest wünschen, und ein gesundes glückliches neues Jahr und das alle deine Wünsche in Erfüllung gehen.
Liebe Grüße von Birgit



Denke daran hinter jeder dunklen Wolke
ist der Sonnenschein, heute geht es deinen Papa schlecht, und morgen wieder gut, das Leben ist wie eine Achterbahn.
Gott beschütze euch !

Tomas Zürich
26.12.2005, 12:41
Hallo Zusammen.
war natürlich an weihnachten zu hause. es ist sooo schön. wer weiss wie lange noch. musste heute aber kurz nach zürich fahren, da ich mich emotional erholen muss. und heute abend geht es wieder zurück nach deutschland...

krankheitsverlauf meines vaters: langsam spürt er die nebenwirkungen von xeloda... gestern haben ihm die arme und beine soooo stark gekribbelt, aber es geht ihm gut... er ist tapfer........ waren auch spazieren........... aber es ist so bedrückend........... denn er ist soooo schwach..... für 800 meter hat er ganze 25 minuten benötigt....

nun eine frage an euch:
mein vater hat an den operationswunden wasserablagerungen, die ganze linke körperseite schwillt langsam an.... er kann gar nicht mehr auf der linken seite liegen. ein bekannter arzt hat ihm gesagt, dass er womöglich einen bruch an der operationsnarbe hat und eben diese wasser/flüssigkeitsansammlungen(woher kommen die???). habe versucht jemanden telephonisch im krankenhaus zu erreichen, aber das ist ja in deutschland nicht möglich. diese saftläden.... der bekannte sagte aber, dass es morgen früh auch noch reichen würde ins krankenhaus zu fahren(hoffentlich behalten sie ihn nicht ein).

ich danke euch auf jeden fall für alle tips und euer mitgefühl, das baut mich sehr auf. mir geht es soweit gut. trinke nur noch gelegentlich...also normal. habe durchfall und auch meine handrücken kribbeln und jucken.... wohl weil es meinen vater juckt :)

hoffe es wird wenigstens kurzfristig alles gut.

wünsche euch noch frohe weihnachten.

lg
tomas

Tomas Zürich
31.12.2005, 16:34
hallo an alle!

da bin ich endlich mal wieder online.
es ist schon verrückt...
weihnachten war ich zu hause bei meinen eltern. meinem vater ging es peu a peu schlechter....immer schlechter....die operationsseite schwellte stündlich an... und es sah aus, als ob die wunden bald aufplatzen.... es war alles voller eiter....
da hab ich ihn am 27 gleich frühmorgens eingeliefert, und am gleichen tag wurde vater notoperiert...... ende gut...im moment alles gut... der eiter ist fast gänzlich rausgesaugt worden, rausgelaufen....etc..................... es war sehr schwer meinen vater zu sehen, wie er recht teilnahmslos... alles über sich ergehen liess... am allerschwersten war es, als er vor meiner nase in den op geschoben wurde....... da meine mutter fast zusammengeborchen wäre..... durfte ich ja nicht............ aber jetzt ist es soweit für heute gut.

heute, am 31.12 durchte ich ihn mit nach hause nehmen. morgen früh um 11 schauen sie sich nochmals den ausfluss an und kontrollieren die wunden...evtl. kann er zu hause bleiben.........er war doch soo lange im krankenhaus. und die chemo muss er ja dringend weitermachen, dringend!

wünsche euch alles gute für das jahr 2006, viel gesundheit!!!

werde jetzt nicht mehr online sein, bis zum 3.1.2006:))

feiere heute abend zu hause mit den eltern.

viele grüsse aus zürich

tomas

Tomas Zürich
29.01.2006, 16:43
hallo zusammen,

hoffe dem forum geht es gut...?
habe mich für fast 4 wochen ausgeklinkt, da ich beruflich viel zu tun hatte.
stand von vater ist:

gut erholt und bereit für die chemo.
leider muss ich wiederholt feststellen, dass die betreuung des onkologen unter aller sau ist.... er hat meinem vater quasi nur über telefon angewiesen die chemo fortzuführen, ohne... einmal vielleicht noch zusätzliche möglichkeiten zu diskutieren.
ich sollte das mal in die hand nehmen....

ich wünsch euch was!
alles nur erdenklich gute.

lg aus zürich
tomas

PetraW
29.01.2006, 20:46
Hallo,
ich bin selber Angehörige eines Krebskranken. Mein Vater ist betroffen.
Ich bin aber auch Arzthelferin und wollte zu dem Thema Endstadium noch was sagen:

Endstadium bedeutet wenn alle Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, also nicht`s mehr hilft und man nur noch mit Schmerzmitteln dem Betroffenen versucht das Leiden zu mindern. In diesem Fall wird auch keine Chemo mehr gemacht. Es läutet sozusagen die letzte Phase der Krankheit ein, die Metas sind schon überallhin gewandert und wenn man jetzt noch was unternehmen würde, wäre es evt. eine Verlängerung des Leidens aber keine Hilfe mehr.

Die Chemo palliativ zu verabreichen macht aber in den meisten Fällen doch noch Sinn, da zwar der Erkrankte nicht mehr geheilt werden kann, aber ein Stillstand erlangt werden kann so daß die Metastasen sich nicht weiter ausbreiten oder sogar ein wenig kleiner werden können.

Mein Vater ist auch nicht mehr heilbar, dafür war der Tumor einfach zu spät entdeckt worden (eigenes Verschulden), aber er lebt seit der Darmop jetzt schon fast zwei Jahre ( im Februar vor zwei Jahren war die OP) trotz Lebermetas und zu spät entdecktem Krebs.

Ein fortgeschrittener Tumor bedeutet also nicht zwangsläufig das man innerhalb der nächsten Monate stirbt, auch wenn so eine Diagnose angsteinflössend ist , ging mir auch nicht anders, im Gegenteil genau deshalb weil ich wußte was Krebs in all seinen Facetten bedeutet ging für mich die Welt unter. Aber ich habe mich gefangen und als mein Dad jetzt erfahren hat das neue Lebermetas aufgetreten sind (er hatte ein Stück von der Leber entfernt bekommen und ein paar wurden verkocht) ist für mich keine Welt zusammengebrochen. So grausam es vielleicht klingt aber man lernt mit den Ängsten zu leben. Klar habe ich Momente wo ich nur noch heulen will, aber es gibt aber inzwischen auch genug Momente wo mich die Krankheit meines Vaters losläßt und ich Freude am Leben habe, und das sind genau die kostbaren Momente wo mir Kraft geben damit umzugehen.

Diese Kraft wünsche ich hier jedem von uns und wenn es wirklich mal in das Endstadium gehen sollte, dann wünsche ich mir und auch euch noch mehr Kraft. Momentan bin ich aber einfach nur dankbar den ich sehe es momentan so, gerade weil er so spät zum Arzt ist sind uns bis jetzt zwei Jahre geschenkt worden wo er bei uns sein kann und es werden hoffentlich noch ein paar Jährchen mehr, wenn nicht dann sollte es nicht sein und ich werde fürchterlich um ihn weinen das weiß ich.

Liebe Grüße

Petra