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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rezidiv nach OP und Bestrahlung: Aufgeben?


doki
22.12.2005, 23:16
Hallo,
meine Schwiegermutter hat ein Rezidiv im Kieferwinkel (Plattenepithelkarzinom). Vor einem Jahr fand eine radikale Neck Dissection mit anschließender Bestrahlung statt. Vor 3 Monaten Boostbestrahlung wegen Tumorverdacht. Nach beiden Bestrahlungen traten heftige Nebenwirkungen inklusive Lungenentzündung auf. Drei Kliniken haben meine Schwiegermutter aufgegeben (Keine weitere Behandlung möglich, auf den Tod warten).
Sie ist erst 59, momentan wieder relativ fit, keine weiteren Metastasen im Körper auffindbar.
Hat jemand vielleicht eine Idee, was man trotzdem noch machen kann, auch wenn vielleicht die Halsadern umwachsen sind (steht nicht fest:widersprüchliche Aussagen)?
Meine Frau ist sehr verzweifelt, über Antworten würden wir uns freuen.

Viele Grüße
Andreas

Suzan
23.12.2005, 22:08
Lieber Doki

eigentlich bin ich nicht mehr so oft im Netz und ich habe gerade gemerkt, daß es nicht einfach ist zu antworten (habe einen Text verfasst der nicht als Antwort gegriffen hat.) Nun versuche ich es erneut dir zu schreiben.

Ein schnell nach der Behandlung wiederauftretender Tumor ist natürlich keine gute Nachricht.
Sich "Aufgeben" , das sollte jedem selbst überlassen sein.

Ärzte versuchen ihr Möglichstes dem Krebs gegenüber zu treten, aber sie haben nur drei Möglichkeiten (OP,Chemo,Bestrahlung) und wenn der Körper nicht darauf anspricht dann sind sie schnell am Ende ihrer Weisheit. :undecided

Hätte ich die Möglichkeit die Zeit zurückzudrehen, hätte ich das alles bei meinem Mann nicht zugelassen, hätte ihn nicht durch die medizinischen Mühlen laufen lassen, die ihm so sehr weh getan haben sondern hätte mit ihm seine verbleibende Zeit einfach nur GELEBT.

Das ist alles was ich Dir raten kann. Lebt mit ihr, sprecht mit ihr, seid für sie da denn das ist alles was wir,die DANEBEN stehen tun können.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie das Beste

Liebe Grüße
Suzan

Ich wünsche Dir, daß doch noch alles gut wird

Petra3
25.12.2005, 23:11
Lieber Doki!
Ich kann mich Suzans Meinung nur anschliessen!
Geniesst jeden Tag, egal wieviele es noch sind!

Versuche von den Ärtzen konkrete Aussagen zu bekommen. Auch wenn die Wahrheit vielleicht nicht schön klingt, lieber mit dem schlimmeren rechnen und dann vielleicht doch noch überrascht sein.
Wenn es tatsächlich der Fall ist dass deine Schiegermutter austherapiert ist wende dich an einen guten Palliativendienst!
Diese Menschen begleiten nicht nur deine Schwiemu sondern auch dich und deine Familie!

Mir steht es hier nicht zu deiner Schwiegermutter einen "hat keinen Sinn mehr" Stempel aufzudrücken. Versteh mich bitte nicht falsch!!
Es gibt immer Hoffnung und die darf man nicht aufgeben!

Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und alles Gute!
lg
Petra

gitte059
25.12.2005, 23:50
Hallo Doki,
auch ich kann mich der Meinung der Beiden nur anschließen. Bei meinem Mann war es genau so. Schon 3 Monate nach seiner OP bekam er ein Rezitiv, daß bedeutet meistens daß der Krebs sehr aggresiv ist.
Genau wie Suzan bereue ich daß sich mein Mann damals erneut opperieren ließ und die Chemo und Bestrahlungen auf sich nahm. Ohne dem wären seine letzten Monate sicher leichter gewesen, er hätte sich vieles erspart.
Ich mach mir da schön Vorwürfe und denk es war ein großer Fehler die Tatsache daß es keine Hilfe mehr gab einfach zu verdrängen.
Auch den Rat mit der Palliativstaion kann ich nur zustimmen. Mein Mann hatte daß "Glück" daß er auf so eine Station verlegt werden konnte und bin heute noch sehr froh darüber.
Trotz allem solltet ihr das Fünckchen Hoffnung daß ihr habt behalten denn die Hoffnung stirbt zuletzt und es kommt immer mal vor daß sich trotzdem alles noch bessert.
Wünsch euch viel Kraft
Gitte

doki
26.12.2005, 14:23
Herzlichen Dank Suzan, Gitte und Petra,

danke für eure Unterstützung und die netten Worte auch wenn sie traurig sind. Es ist sehr schwer, sowas anzunehmen und zu akzeptieren, vor allem, da es sehr plötzlich kam. Bei der Boost-Bestrahlung hieß es noch, es sei nur zur Vorsicht, und die Raumforderung sei klar abgegrenzt, so dass man, wächst es weiter, noch was machen kann. Jetzt hieß es plötzlich: alles zu spät. Es ist sehr schrecklich, das auszuhalten, gerade an Weihnachten. Meine Frau weint viel, und die Schiemu hat sich wohl auch ein Stück aufgegeben und hat aus Schock und Angst das Essen eingestellt. Der Schwiegervater ist halb verrückt vor Angst und wir wissen einfach nicht, was wir tun sollen. Mir hat ein Freund für die Schiemu als Unterstützung Chi Gong empfohlen. Weiß jemand was darüber? Weiß jemand überhaupt, was man tun kann bei so viel Verzweiflung und Angst??? Auf unnötige belastende Therapien wollen wir auch verzichten. Aber wie kriegt man Lebensqualität her in einer solchen Situation?? Für uns, aber auch für die Schwiegereltern???

Völlig überfordert, Andreas :eek:

Suzan
28.12.2005, 15:04
Lieber Andreas,

von Chi Gong hab ich bisher noch nie gehört (habe extra gegoogelt)

das hört sich nicht schlecht an und ist eine gute Alternative zur Schulmedizin.
Das eigene Immunsystem stärken durch chinesische Heilkunst, es wäre nicht das erste Mal, daß solch eine Methode greift.

Probiert alles aus, denn wenn ihr es nicht tut, werdet ihr Euch später immer wieder fragen ob es vielleicht geholfen hätte.


Liebe Grüße Suzan