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Daniela68
03.03.2006, 10:45
Ich hab da mal eine vielleicht blöde Frage…..
Dazu muss ich allerdings etwas ausholen.
Eine sehr liebe Kollegin von mir hat sich im Juli diesen Jahres wegen massiver Verdauungsprobleme und Wasseransammlung im Bauchraum in unserem Wald- und Wiesenkrankenhaus in Backnang durchchecken lassen, wobei festgestellt wurde, dass sie Eierstockkrebs hat. Wohl schon in einem fortgeschrittenen Stadium, da der Darm bereits befallen war, so genau weiß ich das leider nicht. Nun hat sie nach der OP, bei der laut Aussage der Ärzte 95 Prozent des Tumorgewebes entfernt wurden (??), sechs Chemos hinter sich gebracht, und sollte nun in Kur. Letzte Woche wurde ein Tumormarker gesetzt. Er ist auf 68 gefallen (wo er vorher war, kann ich leider auch nicht sagen, aber merklich höher). Die erste Aussage des Arztes war: „Nicht so gut, es müssen noch zwei Chemos hinterher geschoben werden. Oder so….“. Die Kur wurde verschoben. Wieder ein paar Tage später ruft sie mich jetzt an und ist völlig aus dem Häuschen vor Glück, weil ebendieser Arzt nach dem CT zu ihr gesagt hat, sie sei geheilt. Zitat: Er habe kein Fitzelchen mehr gefunden. Und: „Wenn ICH den Krebs wegschneide, dann IST er weg.“ Toll. Und die Krönung: „Und wenn nicht, dann schneide ich ihn halt noch mal weg.“…

Ich habe ein ganz, ganz blödes Gefühl. Einerseits freue ich mich riesig für sie. Ich wünsche ihr von ganzem Herzen, dass sie wirklich gesund ist. Aber irgendwie kann ich in diesen Jubelreigen nicht so recht einfallen. Zumal ich hier irgendwo gelesen habe, dass ein CT nun doch nicht so wirklich verlässlich ist…..
Kann mir dazu jemand etwas sagen? Wenn man sich nicht auf das CT verlassen kann, worauf denn dann? Auf den Tumormarker? Ich habe gehört, dass der auch nicht bei jedem aussagekräftig ist. Wann kann man denn überhaupt sagen, dass jemand „geheilt“ ist???

Ich möchte ungern derjenige sein, der schwarz malt, aber ich habe das Gefühl, hier läuft irgendwie was zu glatt. Gefährlich zu glatt. Spinne ich? Ich weiß es ehrlich nicht, ich habe vielleicht auch einfach schon zu viele Krebsfälle in meinem Umfeld mit nicht so schönem Ausgang erlebt und bin vorgeschädigt. Was soll ich tun? Soll ich überhaupt irgendetwas tun?? Oder den Mund halten?
Helft mir bitte….

Gruß,
Daniela

bifi
03.03.2006, 15:28
Hallo Daniela,
ich bin zwar kein Arzt und kann dir über den Tumormarker nicht viel sagen, da ich auch nicht weiß, welcher bestimmt wurde. Es gibt da mehrere. Das Einzige, was ich dir, bzw. deiner Kollegin raten würde, ist, eine zweite Meinung einzuholen, zumal ich nicht weiß, ob das Krankenhaus in Backnang auf derartige Erkrankungen spezialisiert ist. Die Schilderung der Geschichte hört sich für mich auf jeden Fall etwas seltsam an, erst heißt es, 2. Chemo, dann wieder nicht, weil das CT etwas anderes ergab? Vielleicht sollte deine Kollegin wirklich noch mal zu einem anderen Arzt gehen, ich wurde letztes Jahr im November in Stuttgart im Robert-Bosch-Krankenhaus behandelt und war sehr zufrieden, kompetente Ärzte, noch dazu sehr freundlich und verständnisvoll. Ich würde das deiner Kollegin in jedem Fall raten, weiß natürlich nicht, wie vertraut ihr miteinander seid und ob Sie in ihrem Freudentaumel bereit ist, sich nochmal diesem Stress auszusetzen. Aber ich denke, es lohnt sich. Würde mich freuen,wenn du mir rückmeldest, was daraus geworden ist.
Liebe Grüße
Bifi :engel:

margit b.
04.03.2006, 18:07
Hallo Daniela,

wie du dich deiner Kollegin gegenüber verhalten sollst, das kann ich dir leider nicht sagen. Das kommt wirklich darauf an, wie vertraut ihr beide miteinander umgeht. Aber irgendwie wird ihr deine Meinung schon wichtig sein, denn sonst würde sie wohl nicht so offen mit dir über ihre Erkrankung reden. Aber möglicherweise gehört sie auch zu den Menschen, die nicht so genau über ihre Erkrankung bescheid wissen wollen.

So wie du die Situation schilderst habe ich genau wie bifi ein komisches Gefühl. Ich kann dir nur sagen, dass ich im April 2003 operiert wurde und noch jetzt höre ich von meinen Ärzten, dass man erst von "Heilung" nach 5 Jahren reden kann. Es mag schon sein, dass deine Kollegin im Moment krebsfrei ist, aber ob noch irgendwo im Körper Krebszellen unterwegs sind, das kann kein Arzt aufgrund eines CT feststellen.

Zu mir wurde gesagt, dass der Tumormarker dann aussagekräftig ist, wenn er vor der OP deutlich höer war als nach der Chemo. Mein Tumormarker (CA 12-5) vor der OP war bei 863 und war nach Abschluss der Chemo bei 4. Der Referenzwert liegt bei 35. Leider ist ein CT auf dem nichts zu sehen ist nicht immer eine Garantie, dass da auch wirklich nichts weiter ist.
Eine zweite Meinung wäre sicher eine Möglichkeit.

Es ist sehr schön, dass du dir um deine Kollegin so große Sorgen machst. Leider ist dies nicht selbstverständlich, meine direkten Kollegen habe mich seit meiner Erkrankung nie besucht und ich bin froh, dass ich nicht mehr an meinen Arbeitsplatz zurück musst.

Alles Liebe für dich und deine Kollegin!

Recht liebe Grüße
Margit

Daniela68
18.04.2006, 14:08
Vielen Dank für Eure Antworten.
Sorry, dass ich mich erst so spät wieder melde...
Ich glaube, es ist besser, momentan nicht weiter in dieser Richtung zu bohren und sie mit meiner Skepsis zu verunsichern. Sie ist sich ziemlich sicher, dass es das jetzt war. Momentan ist sie zur Kur in Aulendorf. Und im Mai will sie wieder bei uns - stundenweise - einsteigen. Da freut sie sich schon total drauf, und WIR uns erst. Sie ist nämlich unser "guter Geist" - die Seele der Firma. Ironie, dass es ausgerechnet sie trifft. Obwohl... nein. Eigentlich trifft es ja fast immer "solche" Menschen. Mein Vater war auch so einer.... egal. Anderes Thema.
Ich hoffe, dass alles gut geht und sie mit ihrem Optimismus diesen Mistkerl vertrieben hat.
Ich wünsche es ihr aus tiefstem Herzen.

Vielen Dank für's Zuhören.
Daniela

Daniela68
30.05.2006, 11:41
... tja, leider keine guten Neuigkeiten....
Alles schien gut und die Reha war auch ein voller Erfolg.
Eigentlich wollte sie im Juli wieder teilzeit bei uns in der Firma einsteigen.
Leider hat die Nachuntersuchung ergeben, dass sie wieder Wasser im Bauchraum hat und "reiskorngroße" Herde, die "vor sich hinwachsen".
Jetzt folgt erneute Chemo, an fünf Tagen die Woche jeweils drei Stunden. Dann drei Wochen Pause und dann wieder von vorne. Das ganze viermal. Die Chemo soll "verträglicher" sein, als die vorangegangenen....
heisst das auch weniger effizient?
Ich habe Angst.

Anne53
30.05.2006, 12:09
Hallo,

www.ago-ovar.de

Hier kann man qualifizierte Kliniken finden.

Zweitmeinungen einholen kann sehr sinnvoll sein.

Gruß. Anne

Christine R.
30.05.2006, 17:58
@ Margit

habe selten so ein schäbiges Verhalten von Kollegen erlebt, wie du es schilderst
Brrrrrr.... da friert es mich

Gruss
Christine

clara
30.05.2006, 18:39
Liebe Margit,
bzgl. der Kollegen kann ich mich einreihen. Kaum zu glauben was einem diesbzgl alles passieren kann. Vielleicht sollten wir mal einen thread "Kollegen" eröffnen ... :(
lg clara

guyneth
14.06.2006, 23:14
Hallo Daniela,

ich weiss von meiner Mutter das der Tumormaker bei ihr nicht anzeigt und wir haben leider die Gewissheit das da ein Tumor ist.

Liebe Grüsse

Karin