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Heidi123
17.03.2006, 22:22
Hallo,

meine Mutter hat Eierstockskrebs 63 Jahre, zuerst war eine OP nicht möglich Tumor ist zu gross gewesen und massive Aszites, nach 6x Taxol Carboplant Op, Stecknadelgrosser Resttumor im Bauchraum, zur Zeit Hycamtin erstmal 3malig! Avastin als zusätzliche Antikörpertherapie? Wer hat Erfahrungen?Pro Behandlung ca. 2500 Euro die die Krankenkasse nicht übernimmt leider!

Die Ärzte können nichts genaues sagen, obs wirkt oder nicht! Danke für die Antworten.

Christine R.
18.03.2006, 11:38
Angiogenese bedeutet Neubildung von Blutgefäßen und ist wichtig beim Wachstum und bei der Metastasen-Bildung von Tumoren. Folgerichtig sind Angiogenese-Hemmer Hemmstoffen der Blutgefäß-Neubildung. Derzeit laufen viele klinische Studien, die die Angiogenese-Hemmer untersuchen. Es werden zwei Arten von Angiogenese-Hemmer unterschieden: die direkte und die indirekte Hemmstoffe. Bevacizumab (Avastin®) gehört zu den direkten Hemmstoffen.

Bevacizumab (Avastin®) ist ein monoklonaler Immunglobulin G1 Antikörper und bindet sich an den Gefäßwachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor), der die Bildung von Blutgefäßen im Tumor stimuliert. Somit wird dem Tumor die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen entzogen.

Während der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago 2003 sind die Ergebnisse einer Phase-III-Studie mit Bevacizumab (Avastin®) als Ko-Medikation, vorgestellt.

Die Kombination aus Bevacizumab (Avastin®) und der derzeitigen Standardbehandlung (Irinotecan, 5-Fluoro-Uracil, Leucovorin) verbesserte demnach im Vergleich zur Standardtherapie alleine die Überlebenszeit im Durchschnitt fünf Monate

Bei jedem zehnten Patient sei als Nebenwirkung Blutdrucksteigerung beobachtet worden, die mit üblichen Medikamenten zu kontrollieren sei. Das Risiko für Magen-Darm-Blutungen sei unter Bevacizumab geringradig erhöht (3,1% in der Bevacizumab-Gruppe vs. 2,5% in der Placebo-Gruppe).


Christine

Anita
19.03.2006, 08:11
Hallo Heidi,

ich werde seit November letzten Jahres mit Avastin, in Verbindung mit Chemotherapie, behandelt. Obwohl ich gesetzlich krankenversichert bin, übernimmt meine Kasse zum Glück alle Behandlungskosten (eine Packung Avastin 400 kostet 1.550 Euro). Avastin hat bei mir eine hervorragende Wirkung gezeigt, denn schon nach der ersten Infusion ist mein Tumormarker um 80% gesunken! Nebenwirkungen habe ich bisher keine festgestellt.

Liebe Grüsse
Anita

Christine R.
19.03.2006, 16:09
Mit dem Angiogenesehemmer Avastin steht erstmals ein Medikament zur Krebsbehandlung zur Verfügung, das die Blutzufuhr zum Tumor unterbindet. Seit dem 12. Januar 2005 ist das Bevacizumab Avastin in Österreich erhältlich. Es gibt vor allem Patienten mit Darmkrebs neue Hoffnung. "Mit der Einführung von Avastin wird nun ein weiterer Meilenstein in der gezielten Krebstherapie gesetzt", so Christoph Zielinski, Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin I und Leiter der klinischen Abteilung für Onkologie, heute, Dienstag, während einer Pressekonferenz.

Bevacizumab ist ein Antikörper, der gegen den Wachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor) gerichtet ist. Dieser spielt bei der Blutgefäßversorgung des Tumors eine Schlüsselrolle. Zielinski: "Erstmals haben wir also ein Mittel zur Verfügung, das spezifisch die Blutgefäßversorgung des Tumors blockiert." Bereits 1971 wurde das Wirkprinzip der so genannten Angiogenesehemmung entwickelt. Die Idee dabei: Die Bildung neuer Gefäße zum Tumor zu unterbinden und ihn somit auszuhungern bzw. sein Wachstum zu hemmen. Jahrzehntelang wurde geforscht und nun brachte Pharmariese Roche Avastin auf dem Markt. "Bei Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarmkrebs zeigte eine Kombination von Avastin mit einer Chemotherapie im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie eine bemerkenswerte Überlebensverlängerung", berichtete Gabriela Kornek von der Universitätsklinik für Innere Medizin I. Darüber hinaus steige die Chance, langfristig zu überleben bzw. geheilt zu werden.

Laut Kornek konnte die durchschnittliche Überlebensdauer unter der Avastin-Therapie um fast fünf Monate (von 15,6 auf 20,3 Monate) verlängert werden. Das mediane progressionsfreie Überleben verbesserte sich durch die Avastin-Gabe hochsignifikant um 4,4 Monate, was einer Steigerung von 71 Prozent entspricht. "Die in der Zulassungsstudie erreichte Verlängerung des Gesamtüberlebens kann als geradezu ’dramatischer Effekt’ bezeichnet werden", so Kornek. Der Zeitaufwand für die Therapie sei gering. Bevacizumab werde während der Behandlungszyklen alle drei Wochen zusätzlich zur Chemotherapie intravenös verabreicht. "Dieses Medikament bietet mir eine neue Chance, mein Leben wieder in Normalität und gut zu leben. Ich kann wieder Zeit mit meiner Frau und meinen beiden Söhnen verbringen", berichtete Krebspatient Kurt Schlachter.

Derzeit beschränkt sich der Einsatz von Avastin auf Dickdarmkrebs, woran in Österreich jährlich rund 5.000 Menschen erkranken. Es laufen aber bereits Untersuchungen in den Bereichen Niere, Brust, Bauchspeicheldrüse und Lunge. Die Behandlung mit Avastin ist zwar sehr teuer - eine Packung kostet 1.300 Euro - und führt zu einer Kostenexplosion, aber auch extrem wirksam.



Noch eine kleine Anmerkung von mir:
Einem guten Bekannten (Darmkrebs) hat Avastin (nachdem er schulmedizinisch austherapiert war , bzw nach 56 Chemos aufgrund massiver Knochenmarksschädigung keine Chemo mehr machen konnte) die Behandlung sehr geholfen. Er hatte keinerlei Nebenwirkungen und noch eine Überlebenszeit von 12 Monaten bei guter Lebensqualität.
Nach der letzten Chemo (von 56) fingen die Metas an zu explodieren. Avastin hat ihm immerhin noch 12 Monate geschenkt.

ronny
19.03.2006, 22:06
Hallo Anita,

ist der um 80% gesunkene Tumormarker so geblieben oder noch weiter gesunken?
Darf man wissen, wo Du Dich mit Avastin beahndeln lässt und welche Chemo dazu verabreicht wird?

Gruss Ronny

Anita
24.03.2006, 15:15
Hallo Ronny,

die Avastin-Infusionen gibt mir mein Hausarzt, das klappt prima! Der Tumormarker ist weiter gesunken, allerdings in kleineren Schritten. Ich bekomme Topotecan und Gemzar nach dem NOGGO-Schema. In verschiedenen amerikanischen Eierstockkrebs-Foren habe ich Infos gefunden, dass dort Avastin oft in Verbindung mit Platin-Chemo verabreicht wird.

Schön, wieder öfter von dir zu lesen! Richte doch bitte zu Hause mal viele Grüsse von mir aus ;) !

Alles Liebe
Anita

Nelle
24.03.2006, 15:43
Hallo Anita,
übernimmt die Krankenkasse bei dir das Avastin oder musst du es selbst bezahlen?
Nelle

Anita
24.03.2006, 15:58
Hallo Nelle,

auf dieser Seite im Posting #3 habe ich schon geschrieben, dass Avastin voll von der gesetzlichen KK bezahlt wird. Daran soll sich auch nichts ändern, wenn ab April neue Regelungen in Kraft treten.

Liebe Grüsse
Anita

Christine R.
24.03.2006, 20:45
Guten Abend Nelle

siehe mal meinen :winke: Eintrag unter "Hochbrisant"

Dir ein schönes Wochenende und alles Liebe

Christine

ronny
24.03.2006, 22:45
Hallo Anita,

Grüsse habe ich zuhause abgeliefert! :)

Bei Dir war nach der letzten Rezidiv-Op ja keine Chemo geplant so wie ich es noch in Erinnerung habe.
In welchem Zeitraum ist dann der Tumormarker nach Deiner letzten Rezidiv-OP wieder gestiegen?

Gruss Ronny

Anita
27.03.2006, 17:48
Hallo Ronny,

ich schicke dir eine PN, da meine Antwort mit dem Thema "Avastin" nichts zu tun hat!

Viele Grüsse
Anita

Anita
28.03.2006, 09:05
Hallo Heidi,

bei mir hat das problemlos geklappt. Mein Arzt hat mir Avastin verschrieben und eine Begründung an die Krankenkasse weitergeleitet. Ich muss aber dazu sagen, bei mir sind im Vorfeld schon jede Menge Chemos gelaufen, die alle keinen nachweisbaren Nutzen gebracht haben.

Wie das bei einem niedergelassenen Onkologen läuft, weiss ich nicht. Hab Mut und spreche ihn darauf an, auch wenn er wenig Zeit hat, lasst euch nicht einfach mit der Behauptung abspeisen, die Kasse zahlt nicht. Viel Erfolg!

Liebe Grüsse
Anita

Christine R.
28.03.2006, 15:27
Hallo Ronny


www.aerztezeitung.de

Hier gibt es massenhaft Abhandlungen über Avastin
Den Schlüssel zu "Sesam Öffne Dich" hast du ja.

Gruss
Christine :winke:

ronny
28.03.2006, 20:36
Hallo Christine,

ja Danke nochmal dafür. :)

Anita habe ich direkt angesprochen, weil wir ja denselben Arzt haben.

Gruss Ronny

Chaha
09.11.2009, 20:40
ich hatte im August schon den Rat bekommen mir im Hospiz ein Zimmer zu reservieren, als mein Onkologe mir eine Chemo mit Avastin verordnete.
Der Tumormarker fiel auf über 80%, beim folgendenRestaging waren die Ärzte verblüfft - alle Metastasen waren deutlich verkleinert. Ich werde die Therapie ohne Chemo nur mit Avastin fortsetzen.
Nebenwirkungen hatte ich in Form von erhöhtem Blutdruck, manchmal Herzklopfen, gelegentlich Herzrhythmusstörungen.Das kann aber auch von der Chemo gekommen sein. Meine Freundin (Ärztin) sprach nach den letzten Ergebnisse von einem Wunder.:)

Heiderose
29.12.2009, 11:45
Hallo meine Lieben,

kurze Info von mir zum Thema Avastin

Mein Tumormarker ist von 8900 auf 3000 gesunken, ich erhalte Avastin (dreiwöchentlich) in Verbindung mit Carboplatin Taxol (wöchentlich) und ausser Nasenbluten und Müdigkeit habe ich keine Nebenwirkungen zu erleiden.

Ich bin zuversichtlich, daß ich noch ein schönbes Stück weiterkomme.

Avastin ist sicher für fortgeschrittene Stadien EK ein absolutes Thema.

Alles Liebe
Heiderose