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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweitmeinung sinnvoll? Wo?


Gesi
05.04.2006, 16:05
Guten Tag an alle,

ich habe gelegentlich hier gepostet und immer gute Ratschläge erhalten (Dankeschön dafür!) , also versuche ich es jetzt auch noch einmal: Es geht um meine Mutter, deren Krankengeschichte ich jetzt nicht noch mal im Detail erzähle, sie ähnelt der so vieler hier :( Wichtig ist nur: Nach einem Frührezidiv hatte man sie zunächst mit Etoposid, das sie ganz schlecht vertrug und das auch nichts nützte, dann noch mal mit der Kombination Platin und Taxol (hoffe, ich erinnere das jetzt richtig, war die "Standardchemo") behandelt.

Darauf sprach der Krebs zunächst auch an, der TM war nach sechs Zyklen runter auf 35. Leider kletterte er dann innerhalb von vier Wochen wieder an (jetzt 57). Jetzt kommt meine Frage: Dieser Befund wurde ihr von der Stationsärztin am Montag mit den Worten: "Tja, der Marker steigt leider wieder - melden Sie sich in 8 Wochen wieder bei uns" in die Hand gedrückt, dann durfte sie nach Hause gehen...

Bin ich inzwischen zu dünnhäutig (die letzten zwei Jahre waren nicht einfach und die Erfahrungen mit Kliniken nicht immer berauschend) oder ist das nicht in Ordnung? Ich meine, keiner spricht mit ihr, wie es nach den 8 Wochen weiter gehen könnte/ sollte, ob es andere Optionen gibt, was sie / wir vielleicht noch tun könnten – nichts! Noch nicht mal ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt. SO toll fühlt sich eine Patientin ja nun auch wieder nicht, wenn sich wieder ganz ganz schlimme Zeiten ankündigen...

Wie auch immer, ich überlege, ob sie sich nicht doch auch noch woanders vorstellen soll-te, ob es nicht Kliniken gibt, wo man nicht jeden nächsten Schritt, jede Info erbitten, an-leiern, erkämpfen muss? Ihr geht es ansonsten im Moment erstaunlich gut,nach all den Chemos, auch die Blutwerte sind, vom TM mal abgesehen, in Ordnung, und sie kämpft wie eine Verrückte.

Meine Mutter wird in Norddeutschland behandelt, meine Schwester (die Ärztin ist) und ich leben im Süden. Ist vielleicht Heidelberg empfehlenswert? Tübingen? München soll ja sehr gut sein, ist dann aber für uns alle drei recht weit weg.... Oder macht das alles eh keinen Sinn, weil es in jeder Klinik dasselbe ist? Bin heute sehr am Boden und dankbar für Rat.

Deprimierte Grüße

Gesi

Fussel
05.04.2006, 17:09
Hallo!

Aus dem Bauch raus würde ich sagen ist eine zweite Meinung bei so "gravierenden" Dingen immer richtig und wichtig! Für meine Mutter habe ich mich an den Onkologischen Beratungsdienst in Heidelberg gewandt und man hat mir dort sehr freundlich und kompetent weitergeholfen ... meine Freundin (und nun leider auch noch die Tante meines Mannes) sind dort wegen Brustkrebs in Behandlung und sind nur voll des Lobes .... aber es ist schon schlimm, dass deine Mutter mit so einem lapidaren Satz mit ihren Ängsten nach Hause geschickt wird.

Im Moment bin ich dabei mal zu recherchieren, was unsere Familie eine private Krankenversicherung im Monat kosten würde ... nach den Erfahrungen, die meine Mutter mit der Klinik als Kassenpatient gemacht hat, ist das in jedem Fall eine Überlegung mehr ... unser "Handicap" ist leider nur, dass meine 7jährige herzkrank ist und uns vermutlich lt. Versicherungsmakler die Privaten deshalb nicht "wollen" .... aber das hat ja hier eigentlich nichts verloren .... Deiner Mutter die besten Wünsche und gedrückte Daumen

Gruss

Fussel

Christine R.
05.04.2006, 22:15
Liebe Gesi
sucht doch schnellstens einen niedergelassenen Onkologen, der die Koordination für alle Untersuchungen übernimmt. Es gibt gynäkologisch orientierte Onkos.
Deine Schwester müsste doch bei Kollegen recherchieren können.
Ich kann dir nur aus wärmsten Herzen München Rechts der Isar empfehlen, zumindest für eine Zweitmeinung sollte kein Weg zu weit sein. Die Second Opinion in Freiburg an der Klinik für Tumorbiologie ist ebenfalls sehr versiert
Aber du solltest bei beiden Stellen möglichst als Selbstzahler /Privatpatient auftreten um an die wirklich kompetenten Leute zu kommen. In Freiburg gibt es sogar für die sog. Second Opinion nur diese Möglichkeit

Gruss und alles Gute

Christine

Christine R.
05.04.2006, 22:18
Hallo Fussel

das mit der privaten ist die einzig richtige Überlegung. Ich bin Gesundheitsökonomin und kann dir zu diesem Schritt nur raten.
Wenn du eine Info oder Rat brauchst, aber das wird dir dein Makler gesagt haben (wegen des Kindes) schreibe einfach eine PN an mich

Gruss
Christine

Gesi
06.04.2006, 17:21
Liebe Christine, liebe Fussel,

danke für eure Antworten! Wir haben uns in der Tat für München und Frau Prof. Kiechle entschieden, privatversichert ist meine Mama. Der Onkologe an der Klinik, in der wir bisher sind, ist eigentlich auch recht versiert, aber es fehlt in der Tat an Absprache und Kordination. Naja - drückt uns die Daumen...

Grüße aus dem - zum Glück jetzt wieder sonnigen - Süden

Gesi

Christine R.
06.04.2006, 18:52
Hallo Gesi
das ist super, dann bist du in der Privatsprechstunde von Frau Prof Kiechle selbst.
Sie ist fachlich hochkompetent und menschlich sehr einfühlsam und fürsorglich.
Ich fühle mich dort bestens betreut und du wirst sehen, du wirst von ihr und ihrem Team ebenfalls begeistert sein.

Drücke euch die Daumen

Christine

Fussel
07.04.2006, 07:20
Hallo Christine,

ich bin jetzt einfach mal gespannt, ob uns eine Versicherung mit Alex überhaupt nimmt. Der Makler meinte, bei VIER Versicherungen würde ein etwas "wärmerer" Wind herwehen aber auch nur, weil wir als GANZE Familie kommen möchten. In jedem Fall müssten wir mit einem Zuschlag rechnen ... gestern wurden die ärztlichen Befunde angefordert ... und es wurde um eine "Prognose " gebeten ... (hahaha - hätte ich auch gerne!).

Schöne Grüsse

Fussel

Christine R.
07.04.2006, 19:10
Hallo Fussel

ihr könnt ja (verzeih der gesunde Teil der Family) in die private wechseln und du lässt Alex als freiwillig versichertes Kind in der bisherigen GKV (freiwilliger Beitrag für das Kind in der GKV , allein versichert, ca 110 €). Dies ist problemlos möglich
So seid wenigstens ihr 3 privat versichert.
Aber wenn du einen guten und kompetenten Makler hast, weiss der darüber Bescheid

Schönes Wochenende Fussel von

Christine :winke:

Gesi
10.04.2006, 15:11
Guten (Schnee!!! :mad: !) Tag,

ich wollte nur kurz sagen, dass wir auf den Termin bei Frau Prof. Kiechle bis zum Juni hätten warten müssen, aber nun haben wir einen im Mai für die Sprechstunde bei Frau Prof. Schmalfeldt bekommen, ich denke, das ist auch gut.

Drückt uns die Daumen...

Kalte Grüße