Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was bin ich nach BK???
Ich bin 55, brusterhaltend operiert, keine Chemo, nur Bestrahlung - aber alles suggeriert mir, ich bin jetzt nur noch ein halber Mensch. Meine Krankenkasse schreibt mir, daß ich ja sowieso demnächst arbeitsunfähig sei, und verweigert mir Lohnfortzahlung. Hier kämpfe ich. Weil ich selbständig bin, bekomme ich keinerlei Unterstützung. Mein Weg geht jetzt zum Sozialamt. Irgendwie muß ich überleben. Ich lebe getrennt von meinem Mann und von dieser Seite ist keine Unterstützung zu erwarten.
Jedes Buch und jede Schrift empfiehlt dringend, den Lebensrhythmus zu ändern und Ziele und Wünsche neu zu definieren. Für sich selbst etwas zu tun, sollte dringend im Vordergrund stehen. Das würde ich wirklich gerne tun, aber ich muß mich mit den Formularen und Anträgen beschäftigen, wasd ich eigentlich nicht möchte. Der Krebs spielt sich im Moment im Hintergrund ab - dafür keine Zeit - andere Probleme sind vorrangig.
Ich weiß nicht, wie es weitergeht......
Ist jemand von Euch in der gleichen Situation???
Über Nachrichten würde ich mich freuen!
Ute
Hallo Ute
Was Deine Anträge und Krankenkassenangelegenheiten angeht, könntest Du dir Unterstützing beim Sozialverband holen.
So viel ich weiß, erledigen die das fast im Alleingang, und kostet nur einen kleinen Jahresbeitrag.
Selbst Rechtsstreitigkeiten werden dort übernommen.
Habe nur Gutes darüber gehört und gelesen bisher.
Guck mal unter: http://www.vdk.de/
Was die Krankenkasse macht, finde ich mehr als merkwürdig.
mmh - zu dem anderen kann ich weniger sagen, obwohl selber von BK betroffen. ( bin 46 Jahre alt) Im März 02 die Ersterkrankung gehabt, brusterhaltend operiert ( ging aber nur aufgrund meiner sehr grossen Brsut), mit Lymphknotenbefall usw.
Im August dann schon die Wiedererkrankung (glücklicherweise sehr früh festgestellt) Die Wegnahme der befallenen Brust musste jetzt einfach sein , die zweite habe ich mit wegmachen lassen, weil das Risiko und die psychische Belastung einfach zu gross geworden ist. ( Schon aus der Familienvorgeschichte heraus - z.B. meine jüngere Schwester )
Ich selber fühle mich damit eher auf der etwas sicheren Seite, trotz oder gerade wegen dieser radikalen Maßnahme.
Vielleicht würde Dir eine Selbsthilfegruppe in Deiner Nähe ein wenig helfen können, um Ansprechpartnerinnen zu haben, die vielleicht Ähnliches durchgemacht haben. Weiß nicht, ob das etwas für Dich wäre. Irgendwie das Gefühl zu haben, frau ist nicht alleine in so einer Situation.
Und das forum hier gibts ja auch noch
Ich wünsche dir alle gute
elisabeth
Liebe Ute,
in Deinen Ausführungen gehen bestimmte Begriffe und damit die entsprechenden Informationen leider durcheinander, deshalb sind konkrete Antworten nicht gut möglich. So sprichst Du z.B. im Zusammenhang mit der Krankenkasse von Lohnfortzahlung, aber dafür ist diese gar nicht zuständig. Lohnfortzahlung gibt es vom Arbeitgeber, danach zahlt die Kasse Krankengeld. Wenn Du selbständig bist, müßtest Du ja wissen, welche Art von Versicherung Du abgeschlossen hast - ich vermute, Deiner Aussage nach hast Du diese Leistung nicht abgeschlossen, d.h. Dich für den Krankheitsfall nicht abgesichert.
Sieh in der Erledigung dieser leidigen Formularangelegenheiten nicht nur negatives. Du sagst, Du willst was für Dich tun, dazu gehört auch, sich für seine finanziellen Belange einzusetzen. Auch dies ist ein wichtiges Ziel. Sieh es positiv, sorge für Dich - und der Ärger über diese Tatsache wird (im positiven Sinne) u.a. Energie und auch Deinen Kampfgeist herausfordern.
liebe Grüße von Robie
Liebe Elisabeth, liebe Robie,
Dank für Eure Zeilen, sie unterstützen mich und ich kämpfe weiter. VdK- Termin ist vereinbart. Gerade sitze ich über dem Fragebogen fürs Sozialamt - da kommen mir nur die Tränen, weil ich mir vor einem halben Jahr nie hätte vorstellen können, daß ich einmal vor einem solchen Fiasko stehe.
Dir Robie folgendes zum Verständnis: Ich arbeite seit meinem 16. Lebensjahr ohne Unterbrechung, habe mich ab 1.1.96 selbstäündig gemacht und bin seitdem bei meiner Krankenkasse freiwillig gesetzlich versichert. Mangels Aufträgen habe ich mich über den Winter bis einschließlich 30.4.02 arbeitslos gemeldet und erhielt danach von meiner Kasse wieder einmal neue Fragebogen zur Anmeldung der Weiterversicherung. Diese blieben leider aufgrund des Todes meines Vaters im Mai liegen - der Sachbearbeiter der Kasse versicherte mir aber, es passiere nichts, wenn ich den Antrag innerhalb von 3 Monaten bearbeite. Am 18.7.02 - also innerhalb der drei Monatsfrist - habe ich den Antrag in der Geschäftsstele ausgefüllt. Dann bekam ich einen neuen Fragebogen vorgelegt, weil ich ja jetzt 55 Jahre bin, in dem Fragen nach Krankheiten, Operationen, derzeitigen Behandlungen etc. gestellt wurden, die ich alle verneint habe. Danach ging ich zu meinem Frauenarzt, der einen Knoten in meiner Brust feststellte. Am 22.7., also 4 Tage später reichte ich eine Krankmeldung ab 30.7. bei meiner Kasse ein. Antrag und Krankmeldung reichten dieser Krankenkasse aus, mich zwar weiter zu versichern, mir aber die Lohnfortzahlung abzulehnen. Ganz "entzückend" war die Begründung des Sachbearbeits: man könne der Gemeinschaft der Versicherten meine Lohnfortzahlung nicht zumuten zumal ich ja sowieso in Kürze arbeitsunfähig sein werde!!! Da kommt richtig Freude auf und Tränen in den Augen - vor allem vor Wut. Ich habe bereits den zweiten Widerspruch eingelegt und werde weiter kämpfen.
Das Schlimme an dieser ganzen Angelegenheit ist: Ich werde in meiner Situation in keiner Krankenkasse mehr mit Lohnfortzahlung aufgenommen. Entweder ich finde einen Goldesel oder ich bin ein Sozialfall - und das hätte ich mir vor einem halben Jahr nie träumen lassen.
Mit Tränen der Wut in den Augen
Ute
Liebe Ute,
es ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber in dieser schwierigen finanziellen Sitation könntest Du eine einmalige Beihilfe aus dem Härtefonds der Deutschen Krebsgesellschaft beantragen. Dafür mußt Du allerdings auf einem Fragebogen (den findest Du unter www.krebshilfe.de oder Tel. des Härtefonds: 0228/7 29 90-94) sämtliche regelmäßige monatliche Einkommen und Ausgaben (Miete, etc.) mit Kopien belegen. Als Einzelperson könntest Du, wenn der Betrag, der Dir zum Leben bleibt 430,- € nicht übersteigt, mit ca. 400,-€ Beihilfe rechnen. Nutze es ruhig.
Gruß von Robie
Hallo Ute,
ich verstehe noch nicht ganz, wenn du eigentlich selbständig bist, kannst du dich nicht arbeitslos melden. Die Krankenkasse kann eine Lohnfortzahlung nicht ablehnen, wenn sie dich versichert. Ansonsten bist du über das Arbeitsamt versichert und von der AOK wird die Lohnfortzahlung übernommen. Wie auch immer, scheue dich nicht, von irgendwoher das Geld zu bekommen, Sozialamt, Arbeitsamt oder KK, ich würde mich einmal von einem Anwalt beraten lassen.
Gruss und Kraft
Brigitte
Hallo Brigitte,
natürlich kann man sich arbeitslos melden, wenn man selbständig ist. Es gibt doch viele Selbständige oder "Schein-", die sich kaum über Wasser halten und eventuell auf einen "ordentlichen" Job hoffen. Ich weiß es aus eigener Erfahrung, dass das geht und auch so akzeptiert wird vom AA.
Rosi
Liebe Brigitte,
als Selbständige bin ich freiwillig aber gesetzlich versichert aufgrund des Einkommens. Bei einem Neuantrag für freiwillige Versicherung kann die Krankenkasse die Lohnfortzahlung verweigern. Arbeitslos kann ich mich nicht melden, da ich krankgeschrieben bin und somit dem Arbeitsmarkt z.Z. nicht zur Verfügung stehe. Das Problem mit der Krankenkasse bei mir ist ja gekommen, weil ich mich zwischendurch arbeitslos gemeldet hatte.
Soeben habe ich meinen Bogen beim Sozialamt abgegeben - das läuft. Mal sehen wie es weitergeht. Jetzt fahre ich erst einmal ein paar Tage in die Rhön zum Abschalten.
Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Ute
Liebe Ute,
erkundige Dich mal, ob Du beim AA nicht unter den Paragraphen 105, (d.h. von der Krankenkasse ausgesteuert, nicht vermittelbar, weil krank) geführt werden könntest. Unter diesen Paragraphen fallen Patienten, die 18 Monate innerhalb von 3 Jahren wegen der selbsn Erkrankung a-unf. waren und jezt angesagt ist, Rente zu beantragen. Laß' Dich mal unter diesem Aspekt beraten. Bin mir nicht sicher, ob Du darunter fällst, da ich Deine genauen Daten nicht kenne.
Gruß von Robie
Liebe Robie,
vielen Dank für Deinen Hinweis, ich werde diesen Weg auch verfolgen. Leider oder auch gottseidank bin ich noch nicht über 18 Monate krank geschrieben. Ich will gesund sein und arbeiten können und hoffe, daß ich diesen Zustand auch erreichen kann!!!
Ich beschreite im Moment alle Wege, die für mich irgendwie zum Erfolg führen können und ich bin ganz zuversichtlich!!! Irgendwo muß doch auch für mich ein "Lichtlein brennen".......
Liebe Grüße, Ute
Hallo Ute,
bist du schon wieder zurück aus deinem Kurzurlaub. Ich hoffe, du konntest dich erholen und Kräfte sammeln.
Liebe Grüsse
Brigitte
Hi Ute,
nachdem ich Deine Zeilen gelesen habe, stösst mir der ganze "Behördenkram" wieder mal so ziemlich sauer auf. Ich kann Dich sehr gut verstehen, denn ich stecke in einer ähnlichen Situation, auch wenn meine Geschichte eine völlig andere ist. Tatsache ist jedenfalls: Ich sitze seit diesem Monat auch auf dem Sozialamt!
Ich bin zwar Schweizerin, und bei uns sind manche Gesetze und Regeln ein bisschen anders als bei Euch, aber was das "Ernst-Nehmen", das "Helfen" bei den Behörden betrifft, ... so geht das wohl bei uns in etwa in die gleiche Richtung.
Da hat man Krebs, und was da in einem vorgeht, was man da fühlt und welche Ängste man durchsteht, ist für viele "gesunde" Menschen kaum nachvollziehbar. Okay, damit kann man irgendwann leben, aber wenn dann auch noch die Behörden, Krankenkassen, usw. so wenig Verständnis aufbringen - gerade DA, wo man die Hilfe so dringend braucht - dann ist das gleich noch ein zusätzlicher Schock!
Regeln, Gesetze, Weisungen, Richtlinien, ... jede einzelne Behörde oder Institution trägt ihre ganz eigenen Weisungen, und in dieser Beziehung sind sie allesamt ziemlich stur. - Wobei sie manchmal übersehen, dass genau IHRE Regeln, Gesetze, Weisungen und Richtlinien ein Widerspruch sind zum "Menschlichen", ein Widerspruch für weitere Möglichkeiten um zu LEBEN, ... und den Betroffenen schlussendlich zum Sozialamt führen!
So, und dann sitzt da also ein Krebspatient beim Sozialamt, wird vom Staat - sprich: Steuerzahler - bezahlt! Das tut dem Krebspatienten ja so gut! Er hat ja sonst keine anderen Sorgen! Nee, man kann ihm ruhig noch ein paar Sorgen MEHR aufhalsen!
Gut, okay, sie sind alle am sparen! Ist ja ein gutes Argument. Aber leider kann ein Krebspatient damit nichts anfangen. Es geht am Ende auf SEINE Gesundheit.
Manchmal frag ich mich da echt: WOLLEN diese Behörden eigentlich, dass man wieder gesund wird? Oder denken sie nach ihren Statistiken vielleicht, dass man als Krebspatient ja eh nicht mehr lange ...?
Klingt alles ziemlich negativ, ich weiss. Nur leider ist es manchmal eine harte Realität.
MUSS man aber nicht akzeptieren!
Wir Schweizer sind ja anscheinend ein Völkchen, dass sich von allen Seiten gerne versichern lässt. Damit "im Notfall" nichts schief gehen kann. (Ist aber leider auch eine finanzielle Frage.) Immerhin habe ich vor Jahren mal eine "Rechtsschutz-Versicherung" abgeschlossen. Habt Ihr sowas auch bei Euch? Da kann man rechtlichen Beistand bekommen, auch selber einen Anwalt aussuchen.
Ich habe also meine "Rechtsschutz-Versicherung" vor kurzem eingeschaltet. - Nachdem diese "gehandelt" hat, ist komischerweise endlich mal ein Türchen für mich aufgegangen!
Also mein Fazit: Offenbar muss man zuerst mit Anwälten drohen, bevor man zu seinem Recht kommt!
Ich hasse aber Drohungen. Dachte immer, dass das menschliche im Menschen in einem sozialen Staat DA ist. - Ist aber anscheinend nicht so, daher ist man eben gezwungen, Druck zu machen, zu drohen! - Ist das nicht schlimm?
Liebe Ute, ich habe hier nur meine Gedanken dazu aufgeschrieben, ohne Anklage gegen irgend jemanden, gegen irgend eine Behörde. Es ist das GANZE, das einen am Ende fertig machen kann. So gesehen habe ich Deine Frage: "Was bin ich nach BK?" eigentlich schon - aus meiner Sicht - beantwortet.
Krass, aber damit ist mein Eintrag hier noch nicht beendet, nein-nein. Denn ich will Dir gerne noch die "gute Seite" an der ganzen Misere aufschreiben. (Obwohl das "Gute" in dieser Situation immer schwerer zu sehen ist, als das Negative.)
Also, gut ist schon mal, dass Dich der Staat auffangen MUSS. Er hat Dir Dein Existenzminimum zu bezahlen, so dass Du wenigstens DAS hast.
Weisst Du schon, wann Du wieder gesund geschrieben wirst? Das wäre dann der Moment, wo das Sozialamt Dir helfen müsste, eine neue Arbeit zu finden. Vielleicht verweisen sie Dich dann auch zum Arbeitsamt.
Gut ist ebenfalls, dass Dir durch das Sozialamt aber auch andere Türchen offen stehen. Sag ihnen, was Du WILLST. Wie wäre es mit einer neuen Ausbildung? Oder ein kurzfristiger Kurs, welchen Du so langsam, nach Deinem Gesundheitszustand entsprechend, besuchen könntest? Sozialämter bezahlen manchmal sowas, manchmal suchen sie aber auch Stiftungen dafür, welche sich da einsetzen können.
Gut ist auch, dass es eine "Veränderung" für Dich gibt. Egal, wie auch immer sie aussehen wird, ... und naja, manchmal muss man für "Veränderungen" auch zuerst "unten durch", um sie zu SEHEN, ... so dass sich für Dich vielleicht ganz neue Perspektiven in Deinem Leben ergeben.
Gut ist wiederum, dass Du einen Ansprechspartner auf dem Sozialamt hast, welcher Dich in allen rechtlichen Dingen, aber auch allen Möglichkeiten, die Du hast, BERATEN kann! Dazu sind diese Leute ausgebildet, bzw. sollten es sein. Ich weiss, es ist viel Papierkram zu erledigen, aber am Ende ist es ja nur zu Deinem Vorteil.
Tja, und gut ist ebenfalls noch, liebe Ute: Du bist nicht allein, gell?
Versuche Dich überall zu informieren, wo und wie es nur geht. Damit Du weisst, welche Rechte Du hast, welche Möglichkeiten Dir offen stehen. Wenn Du "verstehst", wie Euer Rechtssystem funktioniert, kannst Du auch neue Wege einschlagen. Lass Dich nicht unterbuttern, lass Dich nicht "krank" machen. "Belohne" Dich zwischendurch mit etwas Schönem, wenn Du einen "Papier-Termin" hinter Dir hast, denn jeder Schritt kann ein kleines Erfolgserlebnis sein.
Du bist es wert, dass man Dir hilft. Du bist es wert, dass Du akzeptiert wirst, auch MIT dem Krebs. Du hast ein Recht auf Dein Leben, so, wie Du es gerne leben möchtest. Denn es ist DEIN Leben, und nicht jenes, der Behörden.
Ich drücke Dich ganz fest, liebe Ute, und wünsche Dir für Deinen Weg ganz, ganz viel Powerkraft, gell?
Liebe herzliche Grüsse
von der "krassen" Brigitte
Hallo, liebe Ute! Ich kann mich Brigittes Beitrag nur ermunternd anschließen und dir raten, dich nicht unterkriegen zu lassen. Das mit der Rechtschutzversicherung stimmt, es ist ein Glück, wenn frau sie hat. Sie hilft bei Arztfehlern, bei Kündigungsandrohungen durch die Firma usw. Durch die Brusterkrankung bzw. bei Amputation der rechten Brust wie bei mir, hat frau tatsächlich den Eindruck gewonnen, sie sei nur noch ein halber Mensch. Meine Firma behandelt mich wie den letzten Dreck und versucht mich jetzt wegzukündigen. Wogegen ich mich natürlich wehren werde, da ich als alleinverdienende, 46-jährige, zu 80% schwerbehinderte Frau sowieso nirgendwo mehr einen anderen Job bekommen werde. Also habe ich einen Fachanwalt für Arbeitsrecht eingeschaltet. Doch was soll ich dir sagen? Auch als schwerbehinderte Frau hast du keine so großen Rechte, im Gegenteil, wenn der Arbeitgeber aufgrund der Fehlzeiten durch Krankheit beim Landesverband Rheinland vorspricht und seine "schlimme Situation" darstellt, gibt der Landesverband Rheinland sogar seine Zustimmung zur Kündigung!!! Toll nicht wahr?! Da hilft auch kein Betriebsrat und keine Schwerbehindertenvertretung, frau ist einfach weg vom Fenster und auf geht´s zum Sozialamt. Von daher ist es fast egal, ob selbständig oder angestellt, die Ämter und Arbeitgeber machen mit einem, was sie wollen. Bist du krank, wirst du einfach entsorgt! Wenn du also rechtschutzversichert bist, dann hol dir einen guten Fachanwalt und kämpfe! Tue ich auch, und mal sehen, ob ich mir irgendwie meinen Arbeitsplatz erhalten kann. Ich drücke dir auch ganz fest die Daumen und wünsche dir bei deinen Behördengängen viel Erfolg. Wie du aus den Antworten hier im Forum ersehen kannst, halten wir Frauen ganz fest zu dir! Herzliche Grüße aus Bonn von Monika:=))
Liebe Brigitte, liebe Monika,
ich habe Tränen in den Augen, ich weiß nicht, ob es Tränen der Wut sind oder Tränen, weil ich soviel Zuwendung erhalten habe. Ich kann es im Moment nicht differenzieren aber ich denke, meine Tränen sind positiv im Kampf gegen Krebs und Ungerechtigkeit zu werten.
Zunächst einmal zu mir. Ich habe großes "Glück" gehabt. Bin 55 Jahre, brusterhaltend operiert, kein Befall der Lymphknoten, keine Chemo, nur Bestrahlung - aber damit Probleme (Allergie, Hautschäden etc.). Aber mit 55 Jahren bin ich für Arbeitsamt und inzwischen für meine Krankenkasse im Prinzip "weg vom Fenster"! Ich kämpfe jetzt gegen meine Krankenkasse mit allen Möglichkeiten und allen Mitteln und dafür habe ich genug Wut im Bauch! Den Antrag beim Sozialamt habe ich auch schon abgegeben und hoffe natürlich, daß sich diese Institutionen untereinander auseinandersetzen und letzendlich für mich eine akzeptable Lösung herauspringt.
Mein Empfinden im Moment: Diese Krankenkassen nennen sich "Gesundheitskassen" und das ist der größte Betrug aller Zeiten!! und was aus meiner Sicht die größte Frechheit ist, daß diese Kassen alle Pflichtversicherten in einem festen Anstellungsverhältnis ohne Fragen akzeptieren, nur freiwillig Versicherte, obwohl sie oft weniger verdienen als Versicherte im Anstellungsverhältnis, können von einer Lohnfortzahlung - obwohl sie dafür im Vorfeld gezahlt haben - mit einem Federstrich entbunden werden.
Vor einem halben Jahr hätte ich mir nie träumen lassen, daß ich einmal in diesem Fiasko stecken könnte. So schnell kann es gehen.
Ich danke Euch allen für Eure Unterstützung und werde Euch auf alle Fälle auf dem laufenden halten, wie es bei mir weitergeht. Ich bin natürlich für alles dankbar, was mir weiterhilft und werde auch meine Erfahrungen gern weitergeben.
Liebe Grüße, viel Mut und viele positive Gedanken
Ute
Hallöchen,
ah, liebe Ute, positive Gedanken zu haben ist immer gut. Ich versuch's auch. Trotz allem.
Ich möchte Euch allen aber noch gerne weitere Tatsachen hier aufschreiben. Wie das so ist, wenn man auf's Sozi-Amt gehen darf. Als Krebspatient. Wie wirklich unter dem Deckmäntelchen "Hilfe für Kranke" geholfen wird.
Es sind meine Erlebnisse. Hier in der Schweiz. Meiner Meinung nach dürfte sowas gar nicht geschehen. Es ist ein Skandal. Krebspatienten haben - aus gesundheitlichen Gründen - nichts auf dem Sozialamt zu suchen! Es ist schädigend. Diskriminierend. Ich finde, man kann diese Tatsache ruhig hier im Forum aufzeigen, denn es ist die reale Welt da draussen.
Und dringend notwendig, dass da schnellstens mal etwas geändert wird!
Ich sitze da also bei meiner Sozial-Tante (so nenne ich sie liebevoll, weil sie echt nett ist) in ihrem Büro. Sie sagt:
"Wissen Sie, ich finde es auch nicht so richtig, wie da gehandelt wird bei Menschen, welche krank sind und ja nichts dafür können. Aber leider ist es so, dass wir, das Sozialamt, nur Mietkosten bis Fr. 600.- übernehmen. Ich kann natürlich beim Chef vorsprechen und versuchen, ihn in Ihrem Fall umzustimmen, aber versprechen kann ich nichts."
Bei uns in der Schweiz bekommt man für Fr. 600.- gerade mal eine Einzimmer-Wohnung. Ich wohne jedoch in einer Drei-Zimmer-Wohnung, welche Fr. 1200.- kostet. Das ist für eine Drei-Zimmer-Wohnung enorm günstig! Hier fühle ich mich pudelwohl, habe mich (erst seit vier Jahren!) nett eingerichtet und meine beiden Katzen haben ihren Auslauf. Ich lebe da ziemlich bescheiden!
Das Sozialamt ist für mich nur eine Überbrückung, bis ich eine Invalidenrente bekomme. Mit der Invalidenrente und den weiteren Zuschüssen könnte ich meine Wohnung hier GUT bezahlen.
Aber WÄHREND ich auf dem Sozialamt bin, ist also die Wohnung zu teuer! Man verlangt von mir - Krebspatientin - also auch noch, dass ich mich gefälligst in eine Einzimmer-Wohnung zu quetschen habe! Alles aufgeben! Auch noch mein "eigenes Wohlfühl-Reich" aufgeben! Wie es mir dabei als Krebspatientin ergehen könnte, scheint niemanden zu interessieren.
Abgeschrieben.
(Von meinen beiden Katzen habe ich vernünftigerweise erst gar nichts erwähnt, sonst hätte es wahrscheinlich noch geheissen, dass ich die beiden Tierchen auch noch weggeben müsste!)
So! Da wird einem als Krebspatient also auch noch das letzte Kissen unter dem Hintern weggezogen. Naja, wieso soll man es auch noch ein bisschen bequem beim Sitzen haben?
Jetzt darf ich also wieder zu anderen Behörden rennen, um nach Mietzins-Zuschüssen zu fragen! Habe ja sonst keine anderen Sorgen.
Belastend. Das ist Negativ-Stress, welcher dem Immunsystem schadet. - Aber wen interessiert's?
Gut, das war Schock Nr. 1.
Dann kam was "Gutes". (Glaubte ich zumindest!):
Offensichtlich soll es einen Laden bei uns in der Stadt geben, wo man als Sozialempfänger (oder auch Rentenbezüger) Lebensmittel ganz günstig einkaufen kann!
Woaw! Dass es sowas überhaupt GIBT?
Ich bekam einen Ausweis. Mit diesem Ausweis durfte ich dort einkaufen gehen.
Nett, nicht wahr?
Ich ging da also gestern frohgelaunt zu diesem Laden. Hatte meinen Einkaufszettel dabei. Und hoffte aus tiefstem Herzen, dass es da hoffentlich auch günstiges Katzenfutter gibt.
War ein kleiner, netter Laden. (Ich erwähne den Namen des Geschäftes hier jetzt lieber nicht.) Sogar mit Einkaufswägelchen, hm-hm!
Dann kam Schock Nr. 2! - Die Regale waren halbleer! - Und die Ware war meistens vom aufgeprägten Datum her (sofern die Etiketten nicht bereits betrügerisch entfernt wurden!) bereits ABGELAUFEN!
Also mutet man demnach den Krebspatienten auch noch abelaufene Lebensmittel-Ware zu, hm?
Sagt doch ehrlich: Was soll ich mit Joghurt anstellen, das bereits ganz bitter schmeckt?
Da muss man also wirklich aufpassen, keine schlechte Ware zu erwischen! Gerade so könnte ich auch in Mülleimern nach alten Lebensmitteln wühlen, welche die andere Leute weggeworfen haben!
Die Ernährung ist für Krebspatienten wichtig! Scheint aber auch hier niemanden zu interessieren!
Okay, manche Lebensmittel halten noch ein bisschen länger, als das aufgeführte Ablauf-Datum. Trotzdem muss man da enorm aufpassen. Gemüse fand man schon gar nichts in dem Laden. Bloss ein paar braune, faulige Bananen. Und massenweise Bisquits. Auch Katzenfutter hatte ich gefunden! (Stand aber auch kein Ablaufdatum darauf!) Immerhin gab es da sehr günstiges Waschpulver. Oder Duschmittel. Und Teigwaren. Die halten ja lange. Zucker und Mehl (Ohne Datum).
Kein Brot. Keine Milch.
Und auch Hundefutter gab's keines. Ein Hund gehört offenbar nicht zur Existenz eines Menschen. Der kostet Geld. Hundesteuer. Hm-hm.
Tja. Positiv denken ist da immer sehr schwer, nicht wahr?
Wenn ich noch andere dieser "Skandälchen" erlebe, erzähle ich sie Euch gerne.
Ob ich meine Wohnung wohl behalten kann? Meine ganze bisherige Existenz steht auf der Kippe. Aber ich kämpfe. Kämpfe gegen diese Diskriminierung. Und ich kämpfe für mich.
Weil mir nichts anderes übrig bleibt ...
Ich grüsse Euch alle ganz herzlich, und hoffe, ich kann Euch beim nächsten mal vielleicht auch wieder was Positives berichten.
Die "krasse" Brigitte
Hallo, Brigitte! Wenn du es nicht beschwören würdest, könnte ich das eben gelesene einfach nicht glauben! Gerade, wo gesunde Ernährung so wichtig ist. Aber das interessiert z.b. auch niemanden in der Reha-Klinik der BfA in Bad Gandersheim. Dort gibt es ein wirklich leckeres Mittagessen: Kartoffeln vorgekocht aus dem Plastiksack, braune Pappsoße aus dem 10-Liter-Eimer, das Fleisch (welches?) verkocht und zäh, das Gemüse aus der Tiefkühltruhe. Alles wird nur noch auf den Teller gelegt und erhitzt. Nach Augenzeugenberichten und eigener Aussage des Kochs wird in dieser Klinik mittags nicht mehr frisch gekocht, sondern nur noch Fertigessen warm gemacht. Es war eine Katastrophe - mit dem Ergebnis, daß ich mir selbst auf dem Markt frisches Obst und Gemüse, sowie Essig und Olivenöl gekauft habe, um mir meinen täglichen frischen Salat selbst anzurichten. Zum Glück mußte ich keine Zuzahlung leisten, sonst wäre ich auf die Barrikaden gegangen. So sieht es nun aber leider in fast jedem Krankenhaus und in den Kurkliniken aus!!! Von Seniorenwohnheimen ganz zu schweigen. Dummerweise habe ich dann auch noch das Buch von Hans-Ulrich Grimm gelesen: Aus Teufels Topf, TB 9 €. Er prangert die ganze Fertignahrung-Industrie an und wenn du erst gelesen hast, was alles in einer Tütensuppe oder Maggie-Terrine drin ist, dann isst du nie wieder ein Fertig-Produkt!!! Also, da lob ich mir doch meinen Salat - den kann ich ja auch jeden Tag anders variieren. (Aber leider sollte frau hier auch nicht drüber nachdenken, woher das Frischzeug kommt - ob es bestrahlt oder vielleicht genmanipuliert ist?!) Durch meine Krankheit habe ich eins auf jeden Fall kapiert: sich gesund zu ernähren ist so gut wie unmöglich, trotz allen guten Bemühens. Das läßt dann aber auch den Rückschluss zu, wo wir die mögliche Ursache für unsere Erkrankung zu suchen haben, oder nicht? Und weil nicht jeder einen kleinen Schrebergarten hinterm Haus hat, kann eben auch nicht jeder sein eigenes Gemüse ziehen. Da kommt dann noch der saure Regen von oben, denn gegen die Luftverschmutzung sind wir ebenfalls so gut wie machtlos. Tja, heißt das jetzt, wir geben auf? Nein, ich nicht und wahrscheinlich alle betroffenen Frauen auch nicht. Wir versuchen es wenigstens mit halbwegs gesunder Nahrung.
Schon seit längerem trage ich mich mit dem Gedanken, einen Informationsring für BK-betroffene Frauen aufzubauen, eine Gemeinschaft zu gründen, die uns Frauen alle zusammen stark macht. Ich würde mich über entsprechendes Interesse von euch sehr freuen. Ihr könnt mich auch privat anmailen über: morelleum@aol.com . Herzliche Grüße von Monika :=))
Hallo Brigitte,
das ist ja wirklich krass, was ich da von Dir lese und ich hoffe sehr, daß ich nicht die gleichen Erfahrungen machen muß. Noch befinde ich mich mit meinem Widerspruch bei der Krankenkasse und meinem Antrag beim Sozialamt im "luftleeren" Raum. Das heißt, es ist noch nirgends eine Entscheidung gefallen. Ich bekomme im Moment von niemandem einen Pfennig. Kann ich im Moment nur glücklich sein, daß ich im eigenen Haus lebe und somit die monatlichen Mietzahlungen entfallen. Aber meine Schulden muß ich monatlich zahlen - und das geht nicht mehr lange gut. Aber ich kämpfe auch - ich kämpfe um mein Überleben, für meine Selbständigkeit und gegen die Dummheit aller Leute, die meinen, daß, wenn man Krebs hat, man nicht mehr arbeitsfähig und kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft mehr sei. Gelernt habe ich in der kurzen Zeit - ich bekomme noch Bestrahlung und werde Mitte November zur AHB gehen - daß man um alles kämpfen muß und daß es leider kaum Stellen gibt, die von sich aus Anregung und Hilfestellung geben. Ich habe mich um alles selbst kümmern müssen. Eigentlich sollte ich mich auf meinen Krebs besinnen, mein Leben neu ordnen, neue Einstellungen gewinnen, nur noch Schönes zulassen und alles Belastende von mir weisen, ruhen, spazierengehen und auch die Ernährung umstellen. Nichts von dem ist im Moment möglich! Die Zeit ist angefüllt mit Telefonaten, Terminen, Schreibkram - eigentlich wieder der alte Streß, der mich krank gemacht hat. Zeit, an den Krebs zu denken, habe ich im Moment wenig.
Was mich in der ganzen Behandlungsphase auch unbändig "ankotzt" ist die Tatsache, daß kein Arzt dich an die Hand nimmt und dir erklärt, wie der Weg ist. Jeder Arzt erklärt nur sein Stückchen Weg - nicht immer freiwillig - meist erst nach eindringlichem Befragen. Ich fühlte mich in den ersten Wochen ziemlich hilflos und verlassen. Jetzt bin ich schon in der Phase der Forderung und hoffe, bald in die Phase des Durchblicks zu gelangen.
Vielleicht könnte man hier die Idee von Monika aufgreifen, eine Gemeinschaft, eine Lobby zu gründen, die allen Ärzten, Behörden, Krankenkassen etc. verdeutlicht, daß hier mehr getan werden muß, als bisher. Daß ein neues Verständnis entsteht und daß - auch wenn Männer keinen Brustkrebs kriegen können - diese doch auch einmal Krebspatient sein können und sich in der gleichen Situation befinden wie wir. Bei dieser Krankheit ziehen doch alle Patienten an einem Strang - und meiner Meinung nach die Frauen sehr viel mehr.
Ich wünsche uns allen unwahrscheinlich viel Kraft und Mut
Liebe Grüße Ute
P.S.: Habe heute Nacht, weil ich nicht schlafen konnte, ein Buch gelesen, in dem eine Frau über ihre Krebserkrankung und die Bewältigung geschrieben hat. Begonnen mit Brustkrebs, dann Lungenkrebs und Metastasen im Kiefer und an den Rippen. Umstellung der Ernährung, Umstellung der Lebensweise, Aufgabe des Berufs, Hinwendung zu alternativen Heilmethoden (Bach-Blüten, Yoga bis hin zum Aufenthalt in einem Ashram) mit der Schlußfolgerung - wie geht es mit der Familie weiter? Weil sie ihr Leben nur noch Ich-ausgerichtet hat. Sie hat ihre Metastasen besiegt. Aber ist der Weg für uns wirklich so rigoros. Das Buch hat mich sehr aufgewühlt und eigentlich möchte ich diesen Weg so nicht für micht sehen. Ich werde weitere Bücher lesen.
Ute
Hallo Ute,
auch ich (35 Jahre) bin selbstständig und im Oktober 2000 erkrankt, nach über einem Jahr schwerer Therapie mit Chemo, Bestrahlung und OP hat die Krankenkasse kein Krankengeld mehr gezahlt. Obwohl ich gesundheitlich sehr angeschlagen war habe ich meine Arbeit wieder aufgenommen, eben weil ich wie Du sehr gelitten habe unter der Aussicht auf Sozialhilfe. Inzwischen bin ich froh das ich diesen Schritt getan habe und fühle mich fast wieder als ganzer Mensch. Mein Berufsalltag ist zwar hart, vorallem wegen ingnoranter Auftraggeber (Bauplanung) aber es hat mir geholfen mich durchzukämpfen.
Manchmal schaft frau mehr als Sie sich zutraut!
viele Liebe Grüße
von Tina
Hallo Ihr Lieben,
habe morgen, am Mittwoch einen Termin bei der Krebsliga, und frage mal an, was es so gibt wegen Mietzinszuschüssen. - Ich erzähle Euch dann, was ich so raus kriege, ja? (Bin ja selber ganz gespannt, WER denn da helfen kann, wenn das Sozialamt den Krebspatienten nicht genügend helfen kann!?)
Und wegen dem Laden, welcher abgelaufene Lebensmittel verkauft, ... da hab ich jetzt mal das Schweizer Fernsehen darüber informiert! - Richtig! Ich will nicht tatenlos rumsitzen und zuschauen, wie man uns Krebspatienten wie der letzte ... behandelt, nein-nein!
Liebe Ute, wegen den Büchern wollte ich noch schnell was schreiben. Es gibt ja mehrere Erlebnisberichte von Krebspatienten, und allesamt sind sie meistens ziemlich "ungewöhnlich", könnte man sagen. Oder "rigoros", wie Du es nennst.
Ich habe auch ein paar dieser Bücher verschlungen, habe jene gelesen, mit gutem Ende, und habe auch solche gelesen, die leider kein gutes Ende genommen haben. Und bei jedem Buch habe ich zwar sehr mitgefühlt und sehr viel Verständnis aufbringen können, ... aber dauernd habe ich gedacht: Naja, der/die hat halt dies oder jenes, was ICH nicht hab, oder auch nicht so will. Der/die hat dies und jenes nicht, was ich aber dafür hab. - Ich konnte es immer drehen und wenden wie ich wollte, es war nie eine Lebensgeschichte, mit welcher ich mich völlig richtig identifizieren konnte.
Aber nachdem ich die Bücher zur Seite gelegt habe, und diese wahren Geschichten heute einfach nur noch in meiner Erinnerung sind (egal wie extrem, wie ungewöhnlich oder wie krass sie waren), ... so muss ich mir jetzt zugestehen, dass ich sie damals lediglich lesen wollte, um zu wissen, wie eben ANDERE damit umgegangen sind, was SIE getan und erfahren haben, wie SIE gehandelt haben, ... und nicht, weil ich genau SO umgehen wollte oder SO handeln wollte wie SIE. Aber es war ungemein informativ und äusserst lehrreich, in das Leben und die Krebserfahrung anderer Menschen hinein blicken zu können. Ihre Geschichten haben mich bereichert. Bereichert mit ihren Ideen, mit ihrem Mut, ihrem Willen, ihrer Kraft. Und ihre Geschichten haben auch meistens Hoffnung gegeben.
DAS war es, was diese wahren Geschichten so wertvoll machte. Nicht unbedingt das Endergebnis, ... sondern der tiefere Sinn, der dahinter steckte.
Weisst Du, wie ich meine?
Soweit mal für heute, ich melde mich dann später wieder.
Ganz liebe Grüsse an Euch alle
von der "krassen" Brigitte
PS. Männer können übrigens auch Brustkrebs kriegen. Selten zwar, aber das gibt's.
Hallo, liebe "krasse" Brigitte! Meine Freundinnen betiteln mich auch immer mit diesem "Unwort" und holen mich mit ihren fundierten Argumenten immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn ich mal wieder so eine Überflugidee habe. Zunächst erschien uns allen die Idee einer richtigen Lobby für Brustkrebs-Frauen ja als fast nicht durchführbar. Aber wenn ich z.B. hier im Kompass all die Fragen, Sorgen, Probleme und Nöte der betroffenen Frauen lese, dann bin ich zumindest der Meinung, es wird Zeit für eine Lobby! Warum formieren wir uns nicht einfach und machen uns gemeinsam stark? Ich brüte noch an der entscheidenden Idee, wie frau das machen kann! Meine eigene Web-site wäre da sicher ganz hilfreich, auf der dann alle, die mitmachen wollen, sich in einer Liste einschreiben können. Diese könnte dann gebündelt an das Gesundheitministerium mit Begleitschreiben gesandt werden. Wie gesagt, die Homepage ist in Vorbereitung.
Morgen mittag steht bei mir übrigens das Personalgespräch in der Firma an, zum Glück ist der Betriebsrat auf meiner Seite (will ich jedenfalls schwer hoffen, habe da auch schon so meine schlechten Erfahrungen gemacht!). Stufe 1 der krankheitsbedingten Kündigung ist also eingeleitet, mal sehen, worauf es hinausläuft. Könnte ein paar Daumendrückerinnen für morgen gut gebrauchen.
Allen ebenso betroffenen Frauen wünsche ich ebenfalls viel Mut und Stärke. Und es ist richtig, die Öffentlichkeit über solche Mißstände zu informieren, davor werde ich sicher auch nicht zurückscheuen. Für was RTL und Express/Bild-Zeitung auch sonst immer stehen, sie erreichen in so einem Fall sicher jede Menge Leute.
Also, liebe Brigitte, Kopf hoch - wir packen es schon. Tschüss aus Bonn sagt Monika :=))
Hi Monika,
Deine Idee mit der Lobby finde ich auch sehr gut. Nur müsste man das INTERNATIONAL machen, damit es nicht einseitig nur in einem Land geschieht.
Und ... naja, was Euer Gesundheitsministerium macht, ... macht unsere Gesungheitsbehörde in der Schweiz ja nicht unbedingt genau gleich.
Gesetze, Regeln, Richtlinien, EU-Normen, ... Du weisst schon!
Aber wie wär's noch mit dem Kampf für die Einhaltung der Menschen-Grundrechte? DIE sind in der Regel alle überall gleich. (Sollten sie zumindest sein!) Strassburg lässt grüssen!
Hm?
Der Termin heute bei der Krebsliga hat leider nicht geklappt. Wegen Krankheitsfall verschoben. Tja!
Und bei einer anderen Institution darf ich mich nicht informieren gehen. Hat man mir letzthin nämlich deutlich genug gesagt:
"Wenn Sie schon bei einer Institution in Beratung sind, dann können Sie nicht noch bei anderen Institutionen nachfragen!"
Wer wohl DIESE Regel erfunden hat ...?
Ich drück Dir jedenfalls die Daumen für morgen, Monika, ja? Ich muss morgen auch noch mal bei meinem Arbeitgeber erscheinen. Wahrscheinlich das letzte mal ...! Na, packen wir's an!
Liebe Grüsse
von der "krassen" Brigitte
Hi, liebe "krasse" Brigitte! So, Euer Daumendrücken hat wohl genützt. Das Arbeitgebergespräch ging für die Gegenseite aus wie das Hornberger-Schießen. Erst kamen sie mit Kanonenkugeln, letztendlich waren´s aber nur Schrotpartikel. Von Kündigung konnte dank tätiger Mithilfe des Betriebsratsvorsitzenden dann keine Rede mehr sein, weil er ganz klar auf meinen Schwerbehinderten-Status abgestellt hat und den müsse die Firma in jedem Fall vorrangig beachten!!!
Ich mache daher jetzt eine abgespeckte Version meiner Arbeit ohne Termingebundenheit, kann meinen restlichen Urlaub im Dezember komplett nehmen und werde dann im Januar am heimischen PC-Arbeitsplatz auf Excel etc. geschult. Also geht es doch, warum nicht gleich so? Mußte aber meine Zustimmung dahingehend signalisieren, daß ich auch bereit wäre einen anderen Job als bisher zu machen, im Büro in meiner Nähe und entsprechend meiner Qualifikation. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen, aber erst müssen sie so einen Job erst mal finden. Bin total erleichtert, daß die Kündigung vom Tisch ist und der Arbeitgeber jetzt weiß, wo die Glocken hängen. Auf der Rückfahrt im Zug bin ich vor Erschöpfung eingeschlafen und abends auf der Couch dann auch, so fertig war ich. Aber auch sehr zufrieden mit mir selbst, daß ich mich so wacker geschlagen habe. Also, ich wünsche dir auch viel Kraft und Mut für deine Gespräche, und ich staune auch, wer diese Regel erfunden haben mag, daß frau sich nur auf einer Stelle erkündigen darf. Wie will die eine Stelle rauskriegen, wenn du dich woanders erkundigst? Brauchst es ihnen doch nicht zu sagen! Tschüss, bis demnächst aus Bonn von Monika :=))
Hi Monika,
da bin ich froh, ist das bei Dir so gut gelaufen. Nur, ... Dein Arbeitgeber erwartet von Dir eine ANDERE Arbeit; geschah das auf DEINEN Wunsch, ... oder ist das vielleicht ein bisschen eine kleine "Abschieberei"? Die Frage wäre dabei ja auch, ob Du da bei dieser neuen Arbeit auch zufrieden und glücklich bist und ob sie Dir gefällt?
Ach, ich frage das nur, weil man das bei mir auch so gemacht hat am Anfang. Da in meinem Betrieb gerade "Umstrukturierung" im Gange war und ich ein Weilchen gefehlt habe, ... hatte man mir dann NICHT die bereits versprochene Arbeit gegeben (zu 50% als Sachbearbeiterin in einem Spezialistenteam), sondern ... man setzte mich an einen Lehrlingstisch, wo ich in einem der Teams helfen sollte, bzw. dauernd fragen musste, ob man mir Arbeit hat!
Ich hab das drei Monate so gemacht, dann drohte ich mit Kündigung. Das hat dann gewirkt. (Aber auch bloss, weil gerade "Personalstopp" war, und sie keine neuen Leute mehr einstellen durften! Da war natürlich jeder "Abgang" ein heftiger Verlust!)
Mein jetziges Termingespräch verlief auch gut. Man hat mir jetzt - nach zwei Jahren - die formelle Kündigung zugeschoben. Das ist auch richtig so, weil ich nun eine Rente erhalten sollte. (Irgendwann jedenfalls, kommt darauf an, wie lange die Invalidenversicherung meinen "Fall" auf dem Tisch liegen lässt, und ich während dieser Zeit auf dem Sozi-Amt sitze.)
Das mit dem "Personal-Stopp" des Arbeitgebers ist jedenfalls so heftig, dass MEINE Stelle also bis heute noch nicht ersetzt wurde. Die anderen aus dem Team müssen meine Arbeit einfach noch zusätzlich erledigen! - Tja, so läuft's!
Aber diese "Termine" stressen ungeheuer, gell? Ich bin hinterher auch immer völlig "gerädert", und muss mir dann irgendwas Schönes gönnen, um mich wieder zu erholen. - Leider scheinen diese "Termine" nie aufzuhören! Gerade heute darf ich wieder zu meiner Sozi-Tante. Naja, es gibt wohl Geld heute! Das ist ja wenigstens was Positives! (Grins!)
Jene Institution übrigens, welche mir damals gesagt hatte, ich dürfe mich nicht bei einer anderen Institution informieren lassen, ... war natürlich der Hammer. Ich wollte bloss eine Rechtsauskunft, BEVOR ich in die Reha ging, es eilte mir und ich wollte einfach klare Tatsachen. (Das war nicht mal die EINZIGE Institution, denn ich war vorher noch auf zwei anderen, wobei es bei der ersten hiess, man gebe mir NUR Auskunft, wenn ich bereits Rentenbezügerin bin, und bei der anderen hiess es, man würde NUR Leute beraten, die ein körperliches Gebrechen haben!) Nachdem ich so "rumgeschubst" wurde, rief ich diese dritte Institution an. Hier hiess es, man müsse beraten und gäbe mir am nächsten Tag dann Bescheid. Als ich diesen "Bescheid" bekam, hiess es, man könne in einem Monat etwa einen Termin mit mir vereinbaren, vorher sei alles ausgebucht. Logisch, dass ich da anfing zu schimpfen! Ich sagte dem Mann, dass ich ja lediglich einen kleinen Beratungstermin möchte, rechtliche Beratung, und KEINE Betreuung! Normalerweise sei ich bei der Krebsliga in Beratung, aber der gute Mann dort war eben gerade KRANK!
Tja, dann kam der Satz, dass ich mich nicht bei einer anderen Stelle informieren lassen könne, wenn ich bereits bei einer Institution in Beratung sei!
Vielleicht hätte ich das gar nicht sagen sollen, da hast Du recht, Monika. Ich wollte halt einfach nicht NOCH einen Monat warten, ... und bis dahin wäre der Mann von der Krebsliga ja wahrscheinlich auch längst wieder gesund gewesen!
Schlimm ist einfach, dass man sich solche Aussagen anhören muss! Dass diese Leute dort - welche ja auch psychologisch vom Fach sein sollten - die Frechheit besitzen, sowas überhaupt erst aus ihrem Mund zu lassen. Als Patientin fühlt man sich da auf keiner Seite ernst genommen, abgeschoben und rumgeschubst.
Aber weisst Du, was der "Clou" an der ganzen Geschichte war? Nachdem er mir diesen Satz am Telefon sagte, redete ich dem Mann zünftig ins Gewissen! Am Ende war's ihm tatsächlich peinlich, und er "half" mir, ... indem er für mich einen Termin bei der ... tja, Krebsliga vereinbarte!
Was für ein Witz! Klar, ging ich zu dem Termin hin. Aber mein Ansprechpartner dort war ja immer noch krank, also setzte man mir eine "Studentin" vor die Nase, welche für meine rechtlichen Fragen keine einzige Antwort wusste und mir am Ende dann sagte, ich solle warten, bis mein Berater wieder gesund sei, dieser könne mir da halt am besten helfen und Auskunft geben!
Naja, soviel wieder mal zum Thema "Hilfe und Unterstützung von Krebspatienten", hm-hm!
Inzwischen haben sich meine Fragen aber geklärt. Fast von alleine. Manchmal bin ich auch etwas ungeduldig. Wenn ich eine Antwort will, dann will ich sie JETZT. Denke mir dann immer, dass das doch nicht so viel verlangt sein kann! Tja, anscheinend aber doch.
Ach ja, wegen meiner Wohnung, die ich möglicherweise künden müsste und in eine billige Einzimmer-Wohnung umziehen müsste, ... so habe ich da eine neue Idee. Die Idee ist gar nicht mal so schlecht. Und zwar verlange ich von meiner behandelnden Psychiaterin ein Gutachten, in welchem sie bestätigt, dass ein Umzug für mich in eine so kleine Wohnung nicht "zumutbar" ist. - Mit einem solchen Zeugnis wäre das "Problem" beim Sozi-Amt schnellstens vom Tisch gefegt.
Na denn, wieder auf in den Kampf!
Liebe Grüssli
von der "krassen" Brigitte
Hi Monika,
Glückwunsch für das erfolgreiche Arbeitsgespräch. Die Hauptsache ist, daß Du Dich nicht über den Tisch gezogen fühlst und mit der neuen Regelung gut leben kannst und Dich dabei wohl fühlst. Denn darauf kommt es an. Mit Arbeit für mich sieht es im Moment wegen der allgemeinen Wirtschaftsflaute auch schlecht aus, kann mich auch nicht beim Arbeitsamt melden, weil ich noch krankgeschrieben bin und Mitte November zur AHB gehe. Inzwischen kämpfe ich mit meiner Krankanekasse, habe Widerspruch eingelegt - schon vor 2 Wochen - aber bis heute nichts gehört, habe Antrag beim Sozialamt gestellt - aber bis heute nichts gehört etc. Es ist zäh und das macht mich wütend. Warum begreifen diese Leute nicht, die ja von unseren Mitgliedsbeiträgen und unseren Steuergeldern bezahlt werden, nicht, daß Hilfe nötig ist. Irgendwie werden wir in die Reihe der "Schnorrer" eingereiht. Dabei fehlt mir dazu total der Durchblick und vorallem der Nerv, zu schnorren. Ich möchte einfach überleben können.
Ich werde jetzt noch weitere Möglichkeiten versuchen. Aber es kostet mich unwahrscheinlich viel Energie, die ich anderweitig für meine Gesundheit einsetzen könnte. Ich weiß noch nicht, was jetzt alles noch auf mich zukommt - aber ich befürchte Schlimmes. Ich setze meine ganzen Hoffnungen jetzt auf die AHB. Ich erhoffe mir hier Hilfe, Abstand, Zeit zum Nachdenken, Anregung zur Bewältigung der Zukunft etc. Und was ich jetzt nach Beendigung der Strahlentherapie klären muß, wie es medizinisch weitergeht, denn in dieser Beziehung ist auch vieles ungeklärt, wer ist jetzt für was zuständig, wie geht es weieter, wie sieht der Fahrplan aus??? Schon wieder viele Fragezeichen für mich, aber die werde ich demnächst klären.
Mein Spruch in früheren Zeiten war immer: "Es ist von selbst gekommen und es muß auch von selbst gehen!". Ich habe inzwischen diesen Ausspruch revidieren müssen. Nicht von selbst gehen, sondern ich muß auch viel dazu tun. Von Natur aus bin auch ich ungeduldig, es muß alles funktionieren und voran gehen - aber das tut es nicht! Ich versuche, Geduld zu haben, aber eigentlich habe ich sie nicht!
Es muß doch endlich einmal was passieren, etwas entschieden werden - die Warterei macht mich zusätzlich krank.
Sorry, daß ich mich jetzt so "ausgekotzt" habe
Ute
Liebe "krasse" Brigitte,
die Zeilen an Monika sind auch an Dich gerichtet. Aber über Erfahrungen mit all den möglichen und unmöglichen Institutionen würde ich mich gern einmal mit Dir persönlich austauschen, wenn Du Lust dazu hast. Du kannst mich per email: Ute.Schoessler@hk.mailbox.de erreichen.
Gruß Ute
Hi Ute,
da bin ich wieder. Frisch und frohgelaunt, ... ich erzähl's Dir gleich.
Vorweg mal noch folgendes: All die Erfahrungen dieser möglichen und unmöglichen Institutionen hier im Forum aufzuschreiben, finde ich gar nicht mal so schlecht. Am Ende machen wir alle ja in etwa das Ähnliche durch. Wir können gegenseitig unsere "Wege" nachvollziehen und uns "begleiten", können uns aufmuntern und uns Tips geben. - Aber wenn Du möchtest, kann ich Dir auch persönlich schreiben.
Also, ... WESHALB ich so frohgelaunt bin:
Ich darf meine Wohnung BEHALTEN!
Yeah, yeah, jiepieh! Meine Sozi-Tante hat meinen "Fall" dem internen Team vorgetragen, und soweit waren alle der Meinung, dass man mir da nicht auch noch zusätzlich das Letzte "wegnehmen" sollte, weil es meiner Gesundheit schaden könnte, weil auch ich doch POSITIVE Erlebnisse haben müsse, und nicht jedesmal eines "auf's Dach" bekommen sollte!
Ah, ich könnte meine Sozi-Tante knuddeln!
Es kommt mir vor wie ein Wunder, echt! Manchmal muss man wirklich ein bisschen Geduld haben, weil diese "Mühlen" da draussen so langsam mahlen.
DASS es überhaupt immer so weit kommt, haben wir eben diesen "Gesetzen" zu verdanken, die immer irgendwo welche Lücken haben. Und wir Krebspatienten, die eh keine Kraft und keine Nerven für diesen Umstand/Aufwand haben, haben da immer wieder gleichzeitig eine Doppelbelastung. So was wäre wirklich nicht nötig!
Also, liebe Ute, ich schreibe Dir bald ein Mail, ja? Jetzt geh ich erst mal, und trink zur Feier des Tages ein Gläschen Wein. Und dann hüpf ich in meiner Wohnung rum, bis die Wände wackeln ...!
Liebe Grüsse
von der hüpfenden, "krassen" Brigitte
Liebe Brigitte,
Gratuliere und jetzt mach Deinem Namen alle Ehre und mach Riesensprünge!!!
Ute
Hallo, liebe "Hüpfdohle"-Brigitte! Da gratulier ich dir aber ganz herzlich, daß es doch noch so ausgegangen ist. Es muss aber auch wirklich mal gute Erlebnisse geben, sonst würden wir alles nur noch grau in grau sehen! Dieser wichtige Aspekt mit der Wohnung ist wirklich nicht zu unterschätzen, es tröstet sehr, die vertrauten Wände um sich zu haben. Aber weißt du was, bei mir war´s genau umgekehrt - und alle haben mich ob dessen, was ich dann getan habe für verrückt erklärt. Ich wohnte in einem 14-Parteien-Haus, wo es zuging, wie auf dem Frankfurter Bahnhof. Gerade nach meiner Erkrankung war ich sehr ruhebedürftig, aber meinst du, da hätte mal jemand Rücksicht genommen? Ich hatte es schon insgesamt 15 Jahre da ausgehalten, aber vor zwei Jahren konnte ich dann einfach nicht mehr. Ich besuchte gerade meine Freundin in Bonn und weinte so still vor mich hin, da sagte sie, du ich habe eine Wohnung für dich hier in meiner Nähe. Ich telefoniere mal schnell mit der Vermieterin. Gesagt, getan, 15 Minuten später, an einem Sonntagnachmittag, standen wir bei ihr auf der Matte. Weitere 15 Minuten später haben wir per Handschlag den Mietvertrag für die Wohnung gemacht. Ich bin dann innerhalb eines Vierteljahres ausgezogen(3. OG ging sowieso wegen der enormen Erschöpfung nach Chemo und allem nicht mehr so gut)und habe mich hier auf Erdgeschoß niedergelassen. Das Haus ist ruhig, ich bin die einzige Mieterin in einem reinen Familiensippenverband (Oma, Tochter, Enkelin jeweils mit männlichem Anhang) und find es einfach super, das ich endlich meine Ruhe und innere Ausgeglichenheit gefunden habe. Die Entscheidung für einen Ortswechsel von Köln nach Bonn war goldrichtig. Ich habe nichts bereut. Ich machte einen totalen Neuanfang mit Möbeln, Gardinen etc. - alle meine Traumvorstellungen konnte ich mir endlich erfüllen, weil die Wohnung viel schöner geschnitten war. Jahrelang hatte ich auf Möbel gespart, endlich war´s soweit. Die Lebensqualität ist enorm gestiegen. Und durch meinen Schwerbehindertenstatus stand mir bei der Fusion zweier Firmen ein Telearbeitsplatz zu, da habe ich jetzt ein separates Zimmer mit Computer und allem Schnickschnack und kann mich auch mal zwischendurch auf die Couch legen, wenn der Rücken durch den Latissimus-dorsi-Aufbau allzu sehr schmerzt. Eins ist aber mal klar: Auch wenn frau in der Scheiße steckt und gerade mal wieder ein bißchen Land sieht, kommen sofort wieder die Neider daher und wollen einem alles wieder wegnehmen! Wenn die mir allerdings dann zu blöd kommen, frag ich immer: Wollen wir unsere Leben nicht einfach tauschen - du kriegst meinem Krebs und ich deinen Mann, oder so ähnlich, je nach dem, welche bescheuerte Kollegin mich gerade anmacht! Die sind dann ein für alle Mal kuriert (grummeln natürlich innerlich immer noch vor Neid und Wut, da kann ich nun mal nichts dran machen). Aber da siehst du mal, daß wir betroffenen Frauen doch trotzdem immer noch wieder beneidet werden, wenn es uns mal gerade wieder ein bißchen besser geht!!! Mit dem Neidfaktor habe ich eh nichts am Hut, denn jede/r ist seines Glückes Schmied. Wir betroffenen Frauen müssen um unser Glück, unser Seelenheil, um ein bißchen Fröhlichkeit und Spaß am Leben so hart kämpfen, da hab ich einfach keine Zeit, mich noch mit Neidern abzugeben. Die habe ich so nach und nach aus meinem engsten Lebenskreis eliminiert, nur die wahren, echten Freunde/Freundinnen zählen. Die kann ich an einer Hand abzählen, aber das reicht ja auch. Und wenn sich dann trotz allem Panik- und Angstattacken einstellen, ist das Leben auch kein Zuckerschlecken mehr. Diese Attacken traten dann immer auf, wenn ich zur Arbeit nach Düsseldorf an einem Tag der Woche pendeln sollte. Dort sitzen auch die Neider und Mobber in meiner Firma. Schließlich konnte ich einfach nicht mehr, brach zusammen und mußte in Behandlung zu einem Neurologen/Psychiater. Der sagte mir doch glatt, wenn ich mit meinem Arbeitgeber nicht klar käme, dann solle ich doch kündigen. Ich hab den Arzt angeguckt wie ein Auto und konnte gerade noch einwenden, ich wär aber 46 Jahre alt, zu 80% schwerbehindert und würde wohl in meiner Branche keinen Job mehr kriegen. Da meinte er, daß sei mein Problem, entweder durchhalten oder eben kündigen. Ich hab dann den Arzt gewechselt und wie das mit dem Arbeitgeber ausging, habe ich ja bereits oben beschrieben.
An Ute: Es ist total o.K., sich hier mal "auszukotzen", dafür sind wir alle da und uns kommt ja manchmal auch so eine Anwandlung. Weißt du denn schon, wohin du kommst zur AHB, würde mich einfach mal interessieren, weil ich gerade aus einer sehr schlechten BfA-Klinik in Bad Gandersheim komme, da könnte ich ganze Romane über die Mißstände schreiben. Vielleicht habt ihr beide ja auch Lust, mich mal so anzumailen unter: morelleum@aol.com. Habe aus dem Forum schon nette Telefon- und private Kontakte geschlossen. Also, Ute und Brigitte, laßt Euch nicht unterkriegen, Frauen sind eh das stärkere Geschlecht, sonst wär die Menschheit längst ausgestorben. Tschüss und liebe Grüße von Monika :=))
Liebe Monika,
rs ist wirklich schon erstaunlich, mit was man sich so alles herumplagen und herumärgern muß neben all dem Streß, den man schon mit seiner Krankheit hat.
Ich werde in die Sonnenberg-Klinik nach Bad Sooden-Allendorf zur AHB fahren. Meine Sozialtante von der Klinik hatte mir neben einer Klinik in Scheidegg (20 km vom Bodensee) auch diese empfohlen, weil hier neben der Schulmedizin auch Naturheilverfahren Anwendung finden. Sie nennt sich Fachklinik für Onkologie, Hämatologie und Immunologie und hat als Schwerpunkt Hämatologie und internistische Onkologie und die Zusatzbereiche Rehabilitation, Psychotherapie, Naturheilverfahren und Sportmedizin. Ich erhoffe mir, hier abschalten zu können, Ruhe zu finden und gleichzeitig Anregung für eine neue Einstellung meines Lebens in puncto Ernährung, Sport und grundsätzlicher innerer Einstellung. Denn hier trage ich auch noch Altlasten mit mir herum, die ich bisher allein noch nicht verarbeiten konnte. Ich werde alle angebotenen Hilfen ausprobieren. Auch möchte ich versuchen, das Rauchen aufzugeben. Es ist eine Menge, was ich machen möchte - vielleicht ist es zuviel - mal sehen. Ich werde nichts mit Gewalt versuchen, ist dann ja schon wieder Streß, sondern alles auf mich zukommen lassen.
Hilfreich ist, daß Bad Sooden-Allendorf in meiner Heimat liegt, ich mich dort auskenne und ich dann auch mit meinem Auto mal losfahren kann, auf alten Spuren wandeln und Erinnerungen aus meiner Jugendzeit nachforschen kann (bin mit 21 Jahren von dort geflüchtet!). Und wenn ich Lust habe, kann ich meine Mutter besuchen. Ich habe schon jetzt mit ihr vereinbart, daß die Wochentage mir allein gehören und nur evtl. Samstag oder Sonntag für Sie zur Verfügung stehen. Denn meine "Luft" brauche ich in dieser Zeit ganz für mich. D.h. auch, Telefonate nur, wenn ich es will. Ist auch voll und ganz akzeptiert worden und ich denke, das sind dann ganz gute Voraussetzungen. Mein Frauenarzt hat mir zwar von einer anschließenden Heilbehandlung abgeraten "weil dort auch andere Krebspatienten sind und das wäre doch nicht so toll" aber gerade das suche ich, eine Klinik, die sich speziell mit den Problemen von uns auskennt und uns Hilfestellung geben kann. Ich kann nur sagen, es hätte mich schlimmer treffen können und insofern hadere ich nicht mit meinem Schicksal sondern ich will leben und bis jetzt habe ich aus meiner Sicht alles dafür getan und will es noch besser machen - und dafür die AHB. Meinem Doktor geht es ja gut, er kennt nur Patienten und war noch nie Patient. Also lasse ich mir auch von ihm nicht reinreden. Basta! Ich will, ich will, ich will - und ich werde es schaffen!!! Am 19. November bin ich weg und komme Mitte Dezember also kurz vor Weihnachten wieder.
Jetzt habe ich schon wieder so viel geschrieben ...
Liebe Grüße Ute
P.S.: War schon jemand in dieser Klinik? Wie waren die Erfahrungen?
Hi Ute,
also ich kenne diese Klinik leider nicht, aber so wie Du sie beschrieben hast, würde ich auch sagen, dass das genau das Richtige für Dich ist. Es ist schon okay, wenn Du mit anderen Krebspatienten zusammen bist. Ich hab das in meinen Rehas auch so erlebt, und wollte es auch nicht anders. Ich habe dort jedesmal ganz nette Patienten und Patientinnen kennen gelernt, und selbst eine Ärztin dort meinte einmal: "Es gibt für Krebspatienten keine besseren Ärzte als andere Krebspatienten!" - Da hatte sie irgendwie recht, die Gute.
Obwohl man mir zwar von der einen oder anderen Seite auch schon abgeraten hat, in so eine Reha-Klinik zu gehen, habe ich das auch jedesmal ignoriert. Für mich stimmte es immer so und war in Ordnung.
Manche Leute meinen wahrscheinlich, dass einem das Leid von anderen Patienten noch mehr "runter ziehen" könnte. Aber dem ist ganz und gar nicht so. Man findet wirklich nirgends so viel Verständnis wie bei anderen Krebsbetroffenen.
Ich finde deshalb, Du machst das schon richtig so, Ute. Es wird Dir dort bestimmt sehr gefallen.
Hallo Monika, ja das stimmt, das "Wohnen" kann ein sehr wichtiger Punkt sein. - Immer voraus gesetzt, dass man natürlich GERNE wohnt. Es soll ja Leute geben, die machen sich nicht so viel draus. - Aber auch für mich ist das sehr, sehr wichtig, dass ich mich in meinem kleinen Zuhause wohl fühle. Sonst brauche ich nicht viel im Leben, ich besitze nicht mal ein Auto. Dafür ist mein "Wohnen" der Ausgleich in meinem Alltag, mein "Flucht- und Ruhepunkt", mein "Schloss", meine "Wohlfühl-Ecke", mein "gemütliches Heim" eben. Hier habe ich mich heimelig eingerichtet, genau so, wie Du es gemacht hast. Die Wohnung hier liegt an einem ruhigen Ort (hier hört man echt das Gras wachsen!), wo ich praktisch und schnell in der Stadt bin, und auch gute Einkaufsmöglichkeiten habe. Meine Katzen haben ihren Auslauf, ich hab so wahnsinnig nette Nachbarn, ... ach götterchen, was will ich mehr?
So, es ist bereits wieder sehr spät geworden. Bis dann, Ihr Lieben!
Ganz liebe Grüsse
von der "krassen" Brigitte
Liebes Känguruh - Du alte Nachteule,
habe ich doch noch ganz frisch Deine Nachricht gelesen. Und ich danke für Deine positiven Zeilen - ich denke, man muß es aus dem Gefühl heraus entscheiden und da kann einem niemand die Entscheidung abnehmen. Wir wissen selbst, was uns gut tut. Und insofern gibt es einfach keine klare Regel. Handelt aus dem Bauch heraus, nach der inneren Stimme oder was Euch Euer Körper vermittelt - Voraussetzung ist, man kann dies erkennt. Aber ich denke, wir sind inzwischen alle so sensibilisiert, daß wir die Zeichen bzw. die Sprache unseres Körpers hören können und danach handeln bzw. handeln sollten.
Zum Thema Wohnung habe ich auch meine Erfahrungen gemacht: My home is my castle - nach dem Motto habe ich mich in den ersten Wochen hier eingeigelt und mich nicht von der Stelle bewegt. Meine Wohnung ist mein Fluchtpunkt, ist der Ort, an dem ich meine Gedanken sammeln kann, neue Gedanken hinzufügen kann, Informationen schöpfen kann (z.B. durch Kommunikation mit Euch) und auch Besuche und Kontakte zulassen oder auch ablehnen kann. In den ersten Wochen bin ich z.B. nicht ans Telefon gegangen, mein Anrufbeantworter hat vieles erledigt. Gottseidank bin ich jetzt aus diesem Stadium heraus, sitze nicht mehr nur in meiner "Höhle", erledige längst überfällige Arbeiten, gehe zu Veranstaltungen aber bin noch lange nicht in dem Powerstadium wie vor der Diagnose. Aber ich sehe jetzt schon einmal einen Weg.....!
Lieben Gruß, auch an alle anderen Betroffenen, Ute
Schönen guten Sonntagmorgen, Ihr Lieben,
hallo Ute, hier in diesem Forumthema war es jetzt ein paar Tage still, aber ich denke, Du bist noch da, denn Du gehst ja erst am 19. November zur AHB, gell?
Möchte hier gerne noch ein paar Zeilen hinschreiben (ach herrjeh, ich hab' Dir gar noch nicht persönlich gemailt, wie versprochen! Hoffe, Du nimmst es mir nicht übel, ... oder?).
Wegen dem Sozialamt wollte ich noch was schreiben: Nun, wenn ich jetzt auf meine beiden letzten Jahre nach der Diagnose zurückblicke, so habe ich da so manche "Lücke" in unserem Sozialwesen entdeckt. Die Schweiz hat ja anscheinend ein sehr gutes Sozial- und Versicherungsnetz, ... aber auch da ist nicht alles so perfekt, wie man immer meint.
Jetzt, wo ich beim Sozi-Amt bin, wo ich "ganz unten" bin, naja, zu den "Armen" gehöre (sowas sagt man in der Schweiz natürlich nicht, nein-nein!), da sieht sich der Staat, das Gesetz, die Versicherung "gezwungen", um zu helfen. Denn es gibt ja kein "Einkommen", es gibt nur "Unterstützung". Diese "Unterstützung" ist ein "Muss", es ist ein Gesetz, der Staat ist dazu verpflichtet. Und diese "Unterstützung" besteht ja aus Steuergeldern.
Aber der Staat (sprich Sozi-Amt) will die Leute ja nicht auf Ewigkeiten "unterstützen" müssen, das geht enorm ins Geld, hm-hm, ... also fängt man an, hier nach Lösungen zu suchen, zu HELFEN! (Ist das nicht nett?)
Mir war schon immer klar, dass wenn man an diesem Punkt angelangt ist, bzw. beim Sozi-Amt ist, die Hilfe plötzlich kommen kann. Die Hilfe kommt aber nicht in erster Linie aus einem menschlichen Bedürfnis, sondern aus finanziellen Gründen. Schliesslich kann man dem Staat ja nicht monatelang auf der Tasche liegen!
Ich habe jedoch schon von Anfang an den Behörden gesagt: "Helft mir JETZT, nicht in zwei Jahren!"
Die Hilfe ist aber nie gekommen, weil ich a) mein Krankentaggeld bekam, welches schliesslich höher war als das übliche Existenzminimum, und b) ich sowieso ein "Krebsfall" war, der ja jederzeit die "Lampen löschen" könnte!
Hilfe wird also hauptsächlich gemessen am Einkommen. Und dann noch zusätzlich an der Krankheit und den entsprechenden Statistik-Sterberaten. Also Fazit: Mann muss wirklich erst "ganz unten" sein, um Hilfe zu bekommen. Auch als Krebspatient. - Ist das nicht schlimm?
Naja, aber ehrlich, es hat wenigstens VORTEILE, wenn man auf dem Sozi-Amt sitzt! (Verrückt!)
Ich wollte das nie, habe allen immer gesagt: "Lasst es doch nicht erst soweit kommen!", ... aber DIE wollen das wirklich so!
Hier müsste also auch mal "Forschung" betrieben werden. Forschung über das Sozialwesen, Sozialstudien, die noch manchem Forscher die Augen öffnen würde. Ah, nicht nur die Augen, ... ihnen würde dann auch der Mund weit offen stehn ...!
Meine Zeilen hier sollen also - so verrückt es vielleicht auch klingt - ein kleiner "Trost" für Dich sein, liebe Ute. Aus dem Negativen entspringt auch Positives. Türchen und Törchen gehen einem beim Sozi-Amt auf, ... und man staunt!
(D.h., ich habe jetzt Angebote bekommen, aber es ist noch nichts definitives. Dazu schreibe ich dann später wieder, wenn ich mehr weiss, okay?)
Ich grüsse Dich ganz lieb, und falls Du Dich nicht mehr meldest in den nächsten Tagen, dann wünsche ich Dir ganz, ganz schöne und erholsame Tage bei der AHB, gell? Geniesse den Aufenthalt dort und lass Dich von allen Seiten verwöhnen. Du hast es verdient.
Bis bald!
Die "krasse" Brigitte
Liebe Ute,
ich lese, daß Du nach Bad-Sooden Allendorf zur AHB fährst. Herzlichen Glückwunsch - dieses Haus hat einen sehr guten Ruf unter Krebspatienten (ich war selbst zwei x dort). Die Klinik zeichnet sich durch ein ganzheitliches Konzept aus, mit vielen Angeboten u.a. im psychoonkologischen Bereich zur Unterstützung der aktiven Krankheitsbewältigung. So weit ich weiß, haben sie das umfangreichsten Angebot aller Kliniken. Du kannst also in viele Möglichkeiten einfach mal hineinschnuppern und sehen/fühlen, was Dich anspricht und was Du für Dich an Anregungen in Deinen Alltag mitnimmst. Viel Spaß dort und viele gute Eindrücke.
Gruß von Robie
Hallo Ihr Lieben,
ich bin im Moment nur noch im Stress....
Von meiner Krankenkasse habe ich noch nichts gehört, vom Sozialamt habe ich noch nichts gehört, vom Versorgungsamt habe ich noch nichts gehört, das Arbeitsamt bietet mir Hilfe an, aber erst, wenn ich wieder arbeitsfähig bin, der VdK bietet mir Hilfe an, aber erst, wenn ich von den anderen Stellen eine Nachricht habe. Mein Hausarzt hat mich gefragt, ob wir nicht auf Rente gehen wollen - ich bin doch erst 55 Jahre und könnte noch 10 Jahre arbeiten, weil ich das Geld und die Unterstützung der Krankenkasse brauche!!! Und außerdem fühle ich mich für Rente noch zu jung - ich will noch arbeiten!!! Am Donnerstag habe ich jetzt erst einmal meinen ersten Termin für die Nachsorge bei meinem Gyn und ich weiß nicht, was er mir empfehlen wird in puncto Hormontherapie.
Es ist im Moment alles besch......! Ich habe kein Geld, ich bekomme kein Geld, ich lebe weiter - irgendwie - aber ich weiß langsam nicht mehr, wo ich die Kraft zum Kämpfen hernehmen soll. Ich freue mich unbändig auf die AHB - es ist meine Flucht - und insgeheim hoffe ich, hier auch Lösungsansätze zu finden, Ruhe zu finden und vor allem klare Gedanken fassen zu können. Mir geht es gar nicht gut aber ich versuche nach wie vor der optimistisch eingestellte Mensch zu sein mit viel Power und Zuversicht. Richtig ist, ich bin zuversichtig aber noch mehr wütend über die Situation. Hätte ich vor einem halben Jahr alle Informationen zum Thema Versicherungen etc. gehabt, wäre ich heute nicht mit diesem Problem belastet. Und so könnte ich im Nachhinein allen Sachbearbeitern den Hals umdrehen, die einen nicht umfassend informieren!!! Denn man selber weiß ja nicht, welche Fragen man stellen muß, solang sie einen nicht selbst tangieren. Und dann ist es meistens zu spät!
Am 19. fahre ich und ich hoffe, daß ich gestärkt zurückkomme! Ich hoffe es...
Euch inzwischen alles erdenklich Gute und Liebe
Ute
Hallo Ihr Lieben,
eigentlich müßte ich jubilieren, weil ich morgen zur AHB in die Sonnenbergklinik fahre. Mit geht es heute sehr beschissen, seit über einem Monat nichts gehört von meiner Krankenkasse trotz Nachfrage, nichts gehört vom Sozialamt, das Arbeitsamt sagt, kommen sie wieder, wenn sie gesund sind, der VdK sagt, kommen sie, wenn sie einen schriftlichen Bescheid haben, die Schuldnerberatung sagt, kommen sie nach ihrer Kur wieder. Ich komme mir im Moment vor wie ein Lufballon, der von allen Seiten angestoßen wird und dann in den leeren Raum hinein torkelt. Ein Ziel ist nicht auszumachen, keine Richtung, kein Weg - aber trotzdem soll ich Hoffnung haben. Ich hangele mich jetzt an dem Zweig Hoffnung - Kur empor, versuche, noch meine letzten Arbeiten am Schreibtisch zu tun und dann meine Koffer zu packen. Ich weiß, ich muß und ich werde fahren - aber es ist noch ein langer Weg für mich dahin. Ich kann nicht erklären, warum ich mich am liebsten auf meiner Couch einigeln möchte. Vielleicht, weil ich im Moment überhaupt keinen Weg sehe....
Aber ich werde meinen Koffer packen und fahren - versprochen!!!
Euch allen alles Liebe und Gute
Ute
Hallo Ute,
Du bist jetzt vielleicht gerade am wegfahren, ... aber macht nichts, allenfalls liest Du diesen Eintrag, wenn Du wieder zurück bist.
Dieses "einigeln" kenne ich. Und ich kenne auch dieses Gefühl, wenn man zur Kur fahren darf, man aber vorher überhaupt noch nicht weiss, wie es mit der eigenen Existenz weitergeht.
Aber ich denke, diese Kur wird schon ihren Zweck für Dich haben, also nicht nur für die Erholung, sondern auch um Türen zu öffnen. (Das war bei mir auch jedesmal so. Irgend ETWAS hatte sich immer hinterher verändert!)
Denn erstens mal: WENN Du erholt bist, wird Dein Kopf klarer sein für neue Ideen. (Jawoll!)
Und zweitens: Manchmal gibt es auch Hilfen in solchen Kurhäusern (z.B. Soziale Beratungen).
Aber mir ist da noch eine neue Idee für Dich gekommen. Wenn Du zurück bist, melde Dich doch mal bei der Krebshilfe in Deiner Nähe an. Die haben nämlich auch Leute, die einen rechtlich beraten und auch helfen können. Schlimmstenfalls können sie vielleicht auch finanziell helfen.
Und sowieso: Wenn Du bei der Krebshilfe bist, hast Du eine Institution hinter Dir, die Dir auch in Sachen Sozialamt helfen kann, bzw. dort ein bisschen Druck machen kann.
Aber jetzt: Geniesse erst mal Deine Tage in der Kur. Du wirst sehen, wenn Du wieder daheim bist, WIRD sich irgend etwas getan haben. - Wetten?
Bis dann, liebe Ute!
Liebe Grüsse
von der "krassen" Brigitte
Liebe Ute,
vielleicht siehst Du ja heute morgen noch mal in's Forum, deshalb möchte ich Dir alles Gute und viel Erwartungsfreude und Gespanntheit für die Reha mit auf den Weg geben. Du wirst dort sicher viele nette Leute kennenlernen, verschiedene Lösungsansätze finden und Deine Sicht für die Dinge an der einen oder anderen Stelle verändern, mehr wahrnehmen, was 'jetzt' wichtig für Dich ist. Mir ist es damals dort in BSA so gegangen. Es hat mir sehr gut getan und ich bin mit einer veränderten Einstellung, mit einem veränderten Lebensgefühl und mit mehr Mut für meinen eigenen Lebensweg nach Hause gefahren.
Alles Gute, viel Spaß und viel neues Erleben wünsche ich Dir.
Robie
Liebe Brigitte, liebe Robie und alle anderen, die mir zu meinen Sorgen geschrieben haben....
seit heute bin ich wieder zurück aus meiner Kur und ich kann Wunderbares berichten: Meine Krankenkasse zahlt wieder. Ich bekomme also rückwirkend mein Krankengeld und dann auch das Übergangsgeld von der BfA. Mein Bruder hatte einen 7seitigen ganz sachlichen Widerspruch für mich verfaßt (bei mir wäre er zu emotional ausgefallen) und in der 3. Woche meines Aufenthalts in BSA kam die erlösende Nachricht. Im Gegensatz zu den ersten Wochen, in denen ich Heulattacken und einen Nervenkollaps hatte, habe ich endlich einmal unbändig vor Freude geheult. Am selben Tag erwischte mich dann auch der Norfolk-Virus und verbannte mich für 3 Tage in Einzelhaft in mein Zimmer (1/3 der Klinik war befallen, zusätzlich Ärzte und Personal - das reine Chaos!!!) Aber mit dieser wunderschönen Nachricht im Hinterkopf konnte ich das dann doch locker überstehen. Jetzt war der Kopf frei von dieser Blockade und jetzt kamen die Gedanken zu meiner eigentlichen Problematik: Krankheit, Umgang mit anderen, und , und, und ! Und da habe ich zum ersten Mal Erkenntnisse für mich und über mich gewinnen können, die ich jetzt anpacken und umsetzen werde. Und ich habe jetzt endlich auch mehr innere Ruhe gewonnen und hoffe, daß ich diese Ruhe noch lange behalten kann. Die AHB war unbedingt hilfreich, obwohl mein Gynäkologe mir davon abgeraten hat (nur Krebspatienten!!) Genau das war hilfreich. Gleiche Wellenlänge, gleiche seelischen und emotionalen Erfahrungen etc. Man wurde aufgefangen oder hat geholfen. Und ich habe einige neue und wertvolle Menschen kennen und lieben gelernt.
Jetzt bin ich zwar müde und kaputt aber doch fröhlich und danke Euch nochmals für Eure Anteilnahme, alle guten Wünsche, alle Hoffnung, die Ihr in mir geweckt habt - und überhaupt
eine inzwischen glückliche Ute
Hi Ute!
Schön, dass Du wieder da bist und Du auch noch was Positives berichten kannst. (Siehste?)
Dein Bruder ist ein Goldschatz, dass er für Dich diesen Bericht verfasst hat. Es stimmt schon, alles was man als Betroffene selber schriftlich verfassen muss, wird viel zu emotional.
Ich habe damals meine vielen schriftlichen Gesuche alle selber geschrieben (weil ich ja selber gut genug schreiben kann, also kam auch niemand meiner Leute auf die Idee, mir da zu helfen; ja nicht mal ICH kam auf die Idee, mir da helfen zu lassen!). Bis dann aber eine Sozialarbeiterin (diese hatte ich auf Verlangen in einer Rehaklinik kennen gelernt), zu mir sagte:
"Ihre Briefe sind 'im Wasser' geschrieben. Sie sollten aber 'im Feuer' geschrieben werden, das wirkt besser!" Ich hatte zuerst nicht ganz begriffen, was sie meinte, bis sie mir aber selber kurz einen solchen Brief 'im Feuer' verfasste und ihn mir zeigte. Dieser war dann so kurz und bündig geschrieben, fordernd und so klar und emotionslos, dass ich für einen Moment selber erschrak. Ich fragte mich, warum ein Briefempfänger eher auf Briefe mit Trockenheit und Emotionslosigkeit reagieren könnte, als durch meine Briefe mit menschlichen Gefühlen. Aber dann sah ich ein, dass diese Sozialarbeiterin wohl recht hatte. Ich befand mich echt 'im Wasser', wenn ich um etwas bitten wollte!
Das ist mir jetzt alles gerade eingefallen, weil Du Deinen Bruder erwähnt hast. Vielleicht ist dies ja auch gerade für andere Betroffene hier ein guter Tip?
Du bekommst jetzt also rückwirkend Dein Krankentaggeld, das ist super! Eine wahnsinnige Erleichterung, ja! Wie lange bekommst Du es? Auch für zwei Jahre, wie bei uns in der Schweiz?
So wie Du schreibst, hast Du Dich auch erst nach dieser guten Nachricht mit Deiner Erholung und der ganzen Verarbeitung richtig beschäftigen können. Das ging mir auch immer so, und das machte mich immer so wütend, wenn ich daran dachte, wie rücksichtslos solche Behörden nur sein konnten und einem so eine Belastung AUCH noch antaten! Es durfte einfach nicht sein, dass mal eine Hilfe, welche meine Existensz betraf, aus reiner Menschlichkeit von Anfang an klappte und auch funktionierte.
Inzwischen habe ich mich aber langsam daran gewöhnt, ehrlich gesagt. Und obwohl ich das Gröbste hinter mir habe, bin ich doch immerwieder auf neue "Rückschläge" der Behörden gewappnet! Jaja! - Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste! (sagt man doch so auf Deutsch, oder?)
Dein Gyni hat wohl nicht so Kenntnisse über Krebspatienten, gell? Wenn Du ihm erzählst, wie gut Dir das jetzt getan hat, auch mit anderen Krebspatienten zusammen zu sein, ... wird er vielleicht ein bisschen darüber nachdenken?
Jedenfalls freue ich mich für Dich, liebe Ute! Das muss doch gefeiert werden!
Ich gehe heute mit einer Freundin zum Essen, dann gönne ich mir ein Gläschen Wein dazu! Ich werde Dir dann in Gedanken einen Glückwunsch zuprosten, gell? Auf Dich!
Ganz liebe Grüssli
von der "krassen" Brigitte
Liebe Brigitte,
Dein Glückwunsch ist angekommen, Dank dafür.
Es ist verrückt und ungerecht eingeteilt: Erst rennt man monatelang mit dem Kopf unterm Arm von einer Behörde zur anderen, um irgendetwas zu regeln, anzuschieben, eventuell zu lösen - nichts klappt! Mit Verzweiflung und Resignation und einem Taschengeld von Mutter (die eigenen Mittel sind aufgebraucht) reist man dann zur AHB (am Abend vor der Abreise wollte ich schon nicht mehr fahren - aber die Vernunft hat gesiegt). Dann hat sich das Problem Krankenkasse gelöst. Danach die Nachricht, jetzt zahlt auch die BfA Übergangsgeld - große Freude! Dann fand ich bei meiner Rückkehr einen Brief von der Deutschen Krebshilfe vor - in der Klinik hatte ich mit der Sozialstelle einen Antrag auf einmalige Unterstützung gestellt. Habe dann dort angerufen und gesagt, daß ich jetzt Krankengeld bekomme und die Unterstützung nicht mehr brauche. Da sagt mir doch dieser Mann, wieviel bekommen Sie denn, schicken sie mir doch mal diese Zusagen von der Kasse, ich denke, wir können hier noch was für sie tun, weil sie doch so lange kein Geld bekommen haben. Ich habe geheult wie ein Schloßhund und heule grad schon wieder, weil sowas ist mir überhaupt noch nie passiert - das Gegenteil war immer der Fall. Es ist richtig wie Weihnachten. Das abschreckendste Beispiel ist hier das Sozialamt. Am 8. Oktober habe ich den Antrag abgegeben. Die Sozialstelle der Klinik hat versucht, hier Dampf zu machen. Daraufhin bewegte sich was, man wollte noch Angaben von mir und meinem von mir getrennt lebenden Mann, sind auch prompt erfolgt und danach war wieder Ruhe. Inzwischen liegt der Fall bei einer neuen Sachbearbeiterin, die der Klinik erklärte, sie hätten so viel Anträge - es brauche eben seine Zeit. Da das für mich zuständige Sozialamt dem Landratsamt angegliedert ist, habe ich gestern diesen Sachverhalt einem guten Bekannten mitgeteilt, der das sofort dem Landrat unter die Nase gerieben hat. Er konnte sich das nicht vorstellen, wird aber sofort der Sache nachgehen. Eigentlich brauche ich das Sozialamt jetzt nicht mehr. Aber ich mußte das einfach anprangern, denn wenn meine Krankenkasse nicht klein beigegeben hätte, wäre ich auf dieses Amt angewiesen. Die lassen einen glatt verhungern. Dabei sollten sie froh sein, daß sie grad wegen der steigenden Arbeitslosen- und Armutszahlen einen recht sicheren Arbeitsplatz haben. Und wenn die blöde Tucke (Originalzitat der Sozialstelle der Klinik) mal eins auf den Deckel bekommt und danach wieder etwas sozialer reagiert, dann habe ich wenigstens ein bißchen erreicht.
Mit meiner Krankenkasse verkehre ich inzwischen nur noch mit Netz und doppeltem Boden, denn auf einmal lagen meine 3 ersten Krankmeldungen nicht vor, Erklärungen und Anträge waren nicht eingegangen, also nur Chaos - aber das ist jetzt alles wieder im grünen Bereich, nicht umsonst habe ich mein halbes Büro in die Kur geschleppt. Dafür lasse ich mir jetzt für jedes Formular, das ich persönlich abgebe, eine Empfangsbestätigung ausstellen. Und das wichtigste, was ich gelernt habe: Ich werde alles daran setzen, um nie wieder meinen "freiwilligen" Versicherungsvertrag bei der Kasse zu verlieren, denn dann bin ich endgültig aus meiner Versicherung mit Krankengeld heraus und den Triumpf gönne ich denen nicht!!! Die sollen jetzt zahlen. Und ich hoffe, mein Geld kommt noch vor Weihnachten bzw. zwischen den Jahren. Inzwischen verhalte ich mich meinem Einkommen gemäß, also ganz still. Ich habe ja meine Wohnung, es ist warm, ich habe zu essen, was will ich mehr - es geht mir gut, es geht mir sehr gut, es könnte mir sehr viel schlechter gehen. Ich bin ein glücklicher Mensch. Und alles andere schaffe ich auch noch.
Liebe Brigitte, wir könnten auch mailen, wenn Du Lust hast - ich würde mich freuen. Ute.Schoessler@hk.mailbox.de
Jetzt werde ich den letzten Koffer auspacken und dann den Schreibtisch angreifen.
Alles Liebe Ute
Hallöchen Ute,
hab mir Deine Mailadresse mal rüberkopiert, gell?
Wollte hier aber noch schnell was erwähnen, weil's vielleicht auch andere interessieren könnte.
Vielleicht hat man nämlich schon mal bemerkt, dass ich hin und wieder die Menschen-Grundrechte erwähnt habe. Die sind zwar im einen oder anderen Land manchmal ein bisschen anders "formuliert", aber trotzdem gelten sie zumindest auch in Deutschland.
Diese Menschen-Grundrechte - das muss mal wieder gesagt sein - stehen eigentlich ÜBER allen anderen Gesetzen, sind unantastbar und müssen eingehalten werden. Leider werden aber diese Gesetze gerne und schnell mal von "anderen" Gesetzen übergangen und ignoriert. (Sonst gäbe es ja auch nicht solche vielen Missstände.)
Die Grundrechte werden auch oftmals "falsch verstanden", weil jeder, egal auf welcher Seite er steht, schliesslich seine eigenen Grundrechte besitzt. Trotzdem sind sie ein wichtiger Grundsatz aller unserer Gesetze, und dank ihnen, wurde schon eine ganze Menge für die Menschen erreicht.
Als Beispiel nur mal die Sache mit dem Sozialamt, also die Unterstützung des Staates. Es gibt da Grundrechte dafür. Ich führe da mal ein paar auf, welche bei uns in der Schweiz so formuliert werden. Ich denke mal, bei Euch in Deutschland wird es ähnlich klingen, es lohnt sich also, diese Gesetze wieder mal nachzulesen:
Art. 12 Recht auf Hilfe in Notlagen:
Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, hat Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind.
oder den:
Art. 9 Schutz vor Willkür und Wahrung von Treu und Glauben:
Jede Person hat Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür und nach Treu und Glauben behandelt zu werden.
und ganz besonders auch diesen Artikel:
Art. 8 Rechtsgleichheit:
1 Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
2 Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung.
4 Das Gesetz sieht Massnahmen zur Beseitigung von Benachteiligungen der Behinderten vor.
So, und wenn man dies dann wieder mal liest, so könnten viele von uns doch echt anfangen, so ziemlich schmerzhaft darüber zu lächeln, nicht wahr ...?
Ich bin krass, ich weiss! Aber manchmal überlege ich mir, ob man nicht einfach bei gewissen Behörden diese Gesetze auf den Tisch zu knallen sollte. Zur Erinnerung, weil sie diese Gesetze offenbar völlig VERGESSEN haben ...
Alles Liebe
von der "krassen" Brigitte
Hallo, liebe "krasse" Brigitte! Jetzt muss ich doch noch mal auf deine zitierten "Grundgesetze" zu sprechen kommen: es zeigt sich leider sehr deutlich, daß einige Menschen gleicher sind vor dem Gesetz als andere, und daß, obwohl sie selber es nicht mal drauf angelegt haben! Denn jetzt soll also das Mammografie-Screening augeweitet (!) werden auf die Altersgruppe von 51 - 70 Jahren. Da frage ich mich ernsthaft, haben die Doktores und Politiker immer noch nicht kapiert, daß auch schon 35-jährige Frauen von Brustkrebs betroffen sind? Wo bleiben denn die bei der Kassen-Prophylaxe, muss frau da erst vor den Bundesgerichtshof ziehen, um die gleichen Rechte zu haben, wie die genannten 51-70-jährigen Frauen (denen sei ihr Screening ja herzlich gegönnt)? Und was ist mit den über 70-jährigen Frauen, zählen die schon überhaupt nicht mehr (weil, wenn sie früh Brustkrebs bekommen haben, dann leben sie ja eh nicht mehr! - so offensichtlich das Denken der Politiker)? Ich finde es für unser Rechtssystem beschämend, daß nicht alle Frauen gleich behandelt werden, denn schließlich gelten die Grundrechte ja für jede Frau! Diese ach so viel bejubelte "Neuerung" des Gesetzgebers verurteilt immer noch viel zu viele Frauen zum grausamen Brustkrebs-Tod, und das muss wirklich nicht sein! Ich mache mich weiterhin dafür stark und wünsche mir viele Mitstreiterinnen an meiner Seite. Herzlichst Monika :=))
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