PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sexualität


clara
13.05.2006, 17:56
Hallo,
ich beziehe mich jetzt in dem neuen Thread auf die unter "Fragen an Experten" angestossene Diskussion...

@ christine
Liebe Christine,
du hast sicher unzweifelhaft Recht und es ist auch super wenn sich dein Mann so verhält. Aber leider zeigt die Erfahrung, dass sehr viele Männer ihre Frauen in punkto Sexualität sehr unter Druck setzen und leider auch immer wieder die "Funktionsfähigkeit" der Frau an erster Stelle oder zumindest ziemlich weit oben steht.

Ich möchte alle Betroffenen ermuntern sich in erster Linie für ihre Gesundheit zu entscheiden! Selbstverständlich gehört zu vollständiger Gesundheit auch eine schöne und zufriedenstellende Sexualität. Aber wie gesagt die Frage nach der reinen "Funktion" sollte niemals den Weg der Behandlung beeinflussen, denn ein nicht oder unzureichend behandelter Eierstockkrebs ist tödlich!

Jede Frau hat ihren Körper und je nach Schwere/Ausdehnung der Erkrankung wird sie mit den Folgen der Op zu kämpfen haben. Bei einer heilen die körperlichen Wunden schneller bei der anderen langsamer.
So ist es auch mit der Sexualität.
Ich persönlich habe nach meiner großen Wertheim-Op sehr lange nicht im Traum an Sex gedacht. Inzwischen habe ich wieder Lust dazu, aber bei mir persönlich treten einige Schwierigkeiten auf und ich bin dabei verschiedenes auszuprobieren.
LG clara

Christine R.
13.05.2006, 19:54
Hi Liebe clara

leider ist das Thema unter den Thread "Rat vom Experten" geschlüpft.
Ich finde es leider traurig , wenn sich Frauen nach solch einer Marathongeschichte (OP und Chemo usw) darüber "freuen", dass ihr Mann wieder zu seinem "Recht" kommt.
Sex sollte beiden Spass machen und mir wäre im Traum nicht eingefallen, nach OP und wirklich heftiger Chemo und div. OP´s an das Thema auch nur einen Gedanken zu verschwenden. Ich war süchtig nach streicheln , kosen und nach Nähe. all das hat mir mein Mann gegeben, aber nie nach mehr verlangt. Aber Sex war für uns Monate kein Thema. Trotzdem hat unsere damals schon sehr gute Ehe noch mehr an Tiefe gewonnen.

wie gesagt, man sollte die Frage mal umgekehrt stellen. Wie verhalte ich mich als Partnerin, z.b. wenn mein Mann prostatektomiert wäre? Dränge ich ihn zu Viagra (die er aber nicht einnehmen kann, falls er Herz- Kreislauf Erkrankungen hat) oder lebe ich lieber in einer sehr glücklichen, zufriedenen ehe und lasse das Thema "Geschlechtsverkehr" (ich sage es so direkt) einfach aussen vor?
Sexualität hat noch andere Gesichter. Liebkosen, Erotik usw.

Nachdenkliche Grüsse, das einige Frauen sich mit solch einem Problem (siehe ganz oben) beschäftgien müssen

dir liebe Clara ein wunderschönes Wochenende

Christine

Mami
14.05.2006, 14:14
Liebe Christine!

Um es noch einmal richtig zu stellen: Ich wollte meinen Mann in diesem Forum auf keinen Fall als "sexsüchtiges Monster" darstellen. :boese: Er würde in jedem Fall auch zurückstecken und sich auf Streicheleinheiten u. a. konzentrieren. Trotzdem ist es ein Thema, was beschäftigt. Sicherlich gehört es nicht in die Rubrik "Fragen an den Experten", aber das war eigentlich nur Zufall.
Wünsche dir noch einen schönen Sonntag.
Liebe Grüße
Mami :)

clara
14.05.2006, 14:28
Hallo Mami,
umso besser :)
Dennoch ist das was wir beide befürchtet haben leider oft traurige Wahrheit...

Davon (von sexsüchtigen Monstern und dergleichen :D ) abgesehen, bleiben natürlich vor und nach der Op viele Fragen zum Thema Sex und nicht jede hat eine gute Gynäkologin wo sie wirklich Hilfestellung bekommt.

Es gibt hier im Forum unter Gebärmutterkrebs schon eine sehr ausführlichen Thread zum Thema.
Ich stelle mal den Link rein
http://www.krebs-kompass.org/Forum/showthread.php?t=5360
Lg clara

Mami
14.05.2006, 14:55
Liebe Clara!

Danke für dein Verständnis und deine Info. Bin im Umgang mit dem Computer noch nicht so vertraut und erst auf der Suche nach den bestimmten Themen und bin, dank dir, fündig geworden.

Liebe Grüße Mami

Christine R.
14.05.2006, 16:42
Hallo Mami

gottlob ist es bei dir ja auch so, dass dein Mann viel Verständnis zeigt. Vielleicht ist es bei der Beschreibung etwas anders rübergekommen.
Aber Danke an dich, dass so ein wirklicher interessanter Thread von clara geöffnet wurde.

Schönen Muttertag noch

Christine

Seeigelein
14.05.2006, 18:02
Hallo Mami!
dachte auch schon, dass man aus dem Fred rausgehen sollte. Ich denke, du solltest nicht alle schlimmen Fälle im Fred über Gebärmutterhalskrebs lesen und auf dich beziehen. Die Operationen sind doch etwas unterschiedlich und wahrscheinlich werden bei dir weder die Lymphknoten noch ein Teil der Scheide entfernt. Du bist eine junge Frau, bei der die Wundheilung sicher gut funktionieren wird. Ich kann dir nur empfehlen, in eine Reha zu fahren, di´r steht dann eine AHB zu, die auf Gynäkologie spezialisiert ist. In Bad Schwartau gab es die sogenannte Vaginaltherapie:lach2: , klingt komisch, hilft aber super. Da laüft warmes Wasser in die Scheide, so Solewasser. Außerdem habe ich jeden Tag stundenlang in der Therme da rumgelümmelt und hab mit Sport angefangen. Ich glaube, dass so eine Reha echt wichtig ist nach der OP.
Übrigens wurde ich auch 2 Jahre vor der Wertheim OP an der Schilddrüse operiert, aber ohne Radiojod, hatte eine Überfunktion. Mein Heilpraktiker hat gesagt, dass da schon Zusammenhänge bestehen. Das Wissen nutzt uns aber auch nichts, gell?

Weißt du schon, wann du operiert wirst? Ich drücke dir ganz doll die Daumen, dass es dir bald wieder gut geht.
Bei mir kam es auch nicht so an, dass dein Mann nur das Thema beschäftigt. Es ist doch normal, dass man sich Gedanken macht.
Ich hab das damals total ausgeblendet und nachher Schiss gehabt, dass etwas aufreißt oder weh tut. auf der Kur hab ich mich dann an 2 Frauen geschlichen und die ausgehorcht. Am nächsten Tag kam mein Mann zu Besuch und da hab ich die Tipps umgesetzt.:rotenase:
Vorher hab ich mir noch Mut angetrunken mit einer halben Flasche Sekt.

Und ich habe wirklich niemals Probleme gehabt, Glück im Unglück und ein guter Operateur. Darüber bin ich ganz schön froh.

Liebe Grüße und wenn du magst, melde dich wieder.

Netti

clara
14.05.2006, 18:43
Hallo Seeigelein,
magst du die "erschlichenen" :D Tipps weitergeben?
LG clara

Mami
15.05.2006, 11:29
Hallo Netti und alle anderen!

Werde wahrscheinlich Anfang Juni zur OP gehen. Genaues kann ich erst am Mittwoch sagen, denn da habe ich meinen nächsten Gyn-Termin. Möchte es so schnell wie möglich hinter mich bringen.
Gestern hatte ich noch ein nettes Gespräch mit meiner alten Gyn-Ärztin (sie ist leider schon in Rente gegangen). Sie hat uns zur radikalen OP bestärkt, wenn unser Kinderwunsch wirklich abgeschlossen ist. Ansonsten sollen wir jetzt schnell noch ein Kind ansetzen, dieses per Kaiserschnitt zur Welt bringen und dann gleich die OP mit machen lassen. Dies ist aber nicht in unserem Sinne. Wir wollen uns auf unsere beiden vorhandenen Kinder konzentrieren und sie gut durchs Leben begleiten.
Wer weiß, was dieser Schicksalsschlag uns damit sagen wollte. Vielleicht wäre unser 3. Kind nicht gesund auf die Welt gekommen und dann wären wir auch totunglücklich gewesen.
Ich konzentriere mich jetzt auf mich und versuche mich mental so gut wie möglich auf die OP vorzubereiten und sexuell warten wir beide (mein Mann und ich) auf die Dinge die da kommen.
Wünsche allen einen schönen Wochenbeginn!
Ganz liebe Grüße :engel:

Mami

Anne53
15.05.2006, 19:30
Hallo Mami,

ich glaube, das ist eine gute Entscheidung. Ich wünsch Dir alles Gute.
Noch ein Tipp: ich glaube, eine anschließende Reha ist wirklich sinnvoll. Ich habe das letztes Jahr nicht gemacht, weil ich mich fit fühlte.
Aus heutiger Sicht finde ich das nicht mehr richtig.

LG. Anne

Christine R.
15.05.2006, 21:25
Liebe Anne, liebe Mami

ich denke das Thema "Reha" muss wirklich jeder für sich selbst entscheiden. Ich denke die Entscheidung für Reha ist gut, wenn man vorher genug Infos gesammelt hat und es für "sich selbst" benötigt, dass man das Potential an Gesundung und Heilung erreicht, das man sich für sich selber wünscht !
Mein Onko meinte damals er könne sich nicht vorstellen, dass ich ein Typ für eine Reha sei. Mir wurde es in der Klinik schon fast aufgedrängt, aber in mir war ein Widerstand....... Ich wäre vor Heimweh glaube ich gestorben (vor allem vor Sehnsucht nach meiner Family) und so sind meine Mann und ich 3 Wochen in die Karibik geflogen. Ich bin viel geschwommen, wir haben relaxt und wir haben es unendlich genossen. Das war die beste Reha für mich, die ich mir vorstellen konnte.
Jedem das seine

Schönen Abend an Euch alle und alles Gute

Christine

Seeigelein
15.05.2006, 22:05
Ich glaube ich müsste auch mal in die Karibik, grins:winke:
Da war ich noch nie.

Schlaft alle gut, liebe Grüße von Netti


P.S. Schade, dass Ihr alle nicht in Berlin wohnt.

Anne53
16.05.2006, 10:22
Ja, ich war auch noch nicht in der Karibik und schon lange nicht mehr in Berlin...

Christine R.
16.05.2006, 11:59
In Berlin war ich schön öfters. Kennst du das Lokal Woolloomoolloo, ein australisches Lokal? superwitzig und immer zum empfehlen.:)))

Man fühlt sich dort wie in Aussie Land

Gruss
Christine

Seeigelein
16.05.2006, 14:03
Nö, das kenne ich nicht. verrätst du mal, wo es ist?

Wenn ich reich bin, fahre ich auch in die Karibik und zu den Aussis oder wie die heißen:rotier2: .
Jetzt fahr ich bald nach Freiburg mit dem Jüngsten, denn er darf beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert mitspielen. Mama ist dann sicher wieder voll aufgeregt:cool2: .

Ich glaub ich werd erst reich, wenn meine Kinder berühmt sind:lach2: :D :lach2: .
Aber wenn ich nicht an sie glaube, kaufen sie mir kein Haus auf Rügen, also glaube ich. Das wäre mein größter Traum, auf Rügen leben und nur noch Kunst haben. Im Winter sammle ich alles vom Strand und mache Bilder und Objekte draus und im Sommer verkaufe ich es an die Touristen und gebe Kurse im Malen und Töpfern. Ach ja, kann Träumen schön sein, gell?


Liebste Grüße aus der deutschen Metropole
von Netti

Mirinam
17.05.2006, 17:16
Hallo,
:mad: :mad:
ich bin schon ganz verzweifelt. Mir wurden vor ein paar Monaten die Eierstöcke entfernt. Ich bin 38 und erlebe gerade die Hölle. Ich habe nun erfahren, weil ich ganz offen mit meiner Gynäkologin darüber gesprochen habe, dass die Eierstockentfernung eine Kastration darstellt. Entfernung der Keimdrüsen ist Kastration. Außerdem hat man mir die Scheide verkürzt. Ich habe das nicht gewusst, dass man das mit mir macht!! Man hat mir gesagt,
dass dieser Eingriff gar keinen Einfluss auf meine Sexualität haben wird. Nun habe ich keinen Orgasmus mehr. Ich bin total nervös. Die Libido ist weg. Habe keinen Antrieb mehr. Will nur noch dass das ganze rückgängig gemacht wird. Habt Ihr gesagt bekommen, dass Ihr kastriert werdet vor der OP?? Ich hätte das niiiiiieeeeeemalls mit mir machen lassen, wenn ich das alles vorher gewusst hätte. Das sind doch keine Wechseljahrsbeschwerden die ich habe. Ich bin total depressiv von dem Hormonentzug. Die künstlichen Hormone können das gar nicht ausgleichen. Es gibt noch eine Homepage: Femica.at.md da habe ich auch schon gelesen, dass es anderen so schlecht geht. Unter www. hersfoundation.com steht dasselbe wie ich es auch erlebe. Hat man euch das gesagt, dass ihr mit der OP kastriert werdet? Der Mann weiss ja, was eine Hodenentfernung bewirkt. Aber dass meine Eierstöcke das Pendant zum Hoden gewesen sind wusste ich nicht. SOS SOS SOS
Mirinam

Christine R.
17.05.2006, 17:29
Ja hallo Netti
das finde ich ja ganz ganz toll, dass ihr einen kleinen Mozart in der Familie habt !
Da kannst du richtig stolz sein, ganz ganz ehrlich. Einfach klasse
Auch dein Hobby finde ich sehr interessant. Würde dir auf der Stelle etwas abkaufen. Verschickst du die Sachen auch ?
In welchem Stadtteil das Lokal ist kann ich dir leider nicht sagen. wir waren im Hotel Esplanade und haben uns jedes mal mit dem Taxi hinchaufieren lassen. Berlin ist ja so riesig.....
Auf dem Hinweg habe ich Sigthseeing gemacht und auf dem Rückweg war es dunkel und der schwere australische Rotwein hat uns leicht "schläfrig" gemacht :)
Dir alles liebe und gute von Christine


@ Mirinam
Hallo, liebe Miriam
eigentlich und verzeih meine worte fällt mir hier nicht recht viel ein. Es ist doch klar dass die Hauptproduzenten der weiblichen Hormone die Eierstöcke sind. Das weiss man einfach, oder etwa nicht? Es werden zwar im Fettgewebe und im Uterus auch Hormone auch Östrogen gebildet , aber minimal
Ansonsten heisst es sich vor dem Eingriff so viel wie nur irgendwie möglich zu informieren. ausseerdem hast du die Möglichkeit das Fehlen der Östrogene durch eine Hormonersatztherapei auszugleichen.

Mirinam
17.05.2006, 17:49
Ja hallo Netti
das finde ich ja ganz ganz toll, dass ihr einen kleinen Mozart in der Familie habt !
Da kannst du richtig stolz sein, ganz ganz ehrlich. Einfach klasse
Auch dein Hobby finde ich sehr interessant. Würde dir auf der Stelle etwas abkaufen. Verschickst du die Sachen auch ?
In welchem Stadtteil das Lokal ist kann ich dir leider nicht sagen. wir waren im Hotel Esplanade und haben uns jedes mal mit dem Taxi hinchaufieren lassen. Berlin ist ja so riesig.....
Auf dem Hinweg habe ich Sigthseeing gemacht und auf dem Rückweg war es dunkel und der schwere australische Rotwein hat uns leicht "schläfrig" gemacht :)
Dir alles liebe und gute von Christine




@ Mirinam
Hallo, liebe Miriam
eigentlich und verzeih meine worte fällt mir hier nicht recht viel ein. Es ist doch klar dass die Hauptproduzenten der weiblichen Hormone die Eierstöcke sind. Das weiss man einfach, oder etwa nicht? Es werden zwar im Fettgewebe und im Uterus auch Hormone auch Östrogen gebildet , aber minimal
Ansonsten heisst es sich vor dem Eingriff so viel wie nur irgendwie möglich zu informieren. ausseerdem hast du die Möglichkeit das Fehlen der Östrogene durch eine Hormonersatztherapei auszugleichen.

Danke für deine aufbauenden Worte. Erstens bin ich unerwartet mit der Zufallsdiagnose konfrontiert worden und mir wurde bereits der erste Eierstock entfernt ohne mein Wissen und zweitens war ich dann so im Schock als ich der restlichen Op zustimmen sollte, dass ich nicht außerhalb des KH Informationen einholen konnte. Ich hatte noch nach einer 2. Meinung gebeten. Wollte woanders hin, aber der Arzt versicherte mir glaubwürdig, dass mir jeder andere Arzt aufgrund der allgemeinen Richtlinien dasselbe raten würde und es wäre ausserdem unverantwortlich mich so aus dem KH gehen zu lassen. Auf meine Einwände hin, dass doch die Eierstöcke sehr wichtig für eine Frau wären, meinte er, dass sich doch bislang noch keine Frau beschwert hätte und dass es Hormonersatz gäbe, der genau die Substanz enthält wie der Eierstock. So was sagst du nun, nachdem du meinst mir nach meinem Leid auch noch verklickern zu wollten, wie doof ich wohl war. Ja ich war doof. Ich war gutgläubig. Habe es nicht für möglich gehalten, dass Ärzte den Eid nicht wichtig nehmen. Erst jetzt habe ich erfahren, du schlaue Maus, dass die Eierstöcke Testosteron produzieren und Pregnenolon und an der Cortisol-Synthese beteiligt sind (Vorboten-Stoffe). Das fehlen des Testosterons macht die Kastration aus und nicht das Fehlen der Östrogene. Aber so doof bin ich ja dann wohl doch nicht, denn davon wußest ja selbst du menschliche Expertin nichts!!!!!!!!!

Anne53
17.05.2006, 18:01
Hallo Mirinam,

warum hat man Dir denn die Eierstöcke entfernt?
Doch wahrscheinlich nicht einfach so, oder?

Anne

Mirinam
17.05.2006, 18:36
Tja, eigentlich war ich wegen einer gutartigen Zyste im KH. Die sollte entfernt werden. Nach der OP nur überall betretenes Schweigen. Keiner sprach mit mir. Am nächsten Tag hieß es: Ein bösartiger Tumor, man hat mir gleich den Eierstock mitentfernt. Nun muss der Rest operiert werden.Ich wollte noch ein Kind. Da meinte der Arzt nur: RISIKOOOOOOOOOOOO. Nur drei von zehn Frauen überleben Ovarialkarzinome. Denken Sie an ihr Leben. Jetzt weiss ich, dass ich einen Borderline-Tumor im Stadium Figo 1 a hatte. Laut Zuckschwerdt Verlag ist die Überlebensrate 99,5 %. Wenn er mit nur den Tumor entfernt hätte, dann hätte ich eine Rezidivrate von 15% gehabt. Hätte er mir den Tumor mit Eierstock (also Semi-Kastration) entfernt und es dabei belassen nur 6% Rezidivrate. An den Rezidivien kann man nicht sterben!!! Dafür kastriert man meiner Meinung nach keine Menschen. Bei der Hodenentfernung steht in den Leitlinien: Eine Übertherapie gilt es zu vermeiden um die Sexualität des Mannes zu schützen. Ich fühle mich übertherapiert und unterinformiert. Es ist nicht in Ordnung. Und mittlerweile weiss ich auch von anderen Frauen die mit dieser OP nicht glücklich sind. Auch bei Frauen sollte eine Übertherapie vermieden werden. Da Frauen aber viel zu wenig über die Folgen öffentlich reden (ausser kürzlich im ORF: Kastrierte Frauen klagen an- eine Sendung von Barbara Stöckel) spricht sich die Schwere der Folgen nicht herum. Wenn mir eine Frau dies ehrlich so vorher gesagt hätte, dann hätte ich niiiemmals in meine Kastration zugestimmt. Aber die Frauen tun ja immer so als wäre alles ein Klacks. Ich tue das nicht. Ich bekenne mich zu meinen Gefühlen und Erfahrungen. Das muss ja wohl im Jahre 2006 erlaubt sein. Danke auf jeden Fall, dass du nachgefragt hast!!!

Mirinam

Anne53
17.05.2006, 19:02
Mirinam,

ein Klacks ist das ganz bestimmt nicht. Krebs aber auch nicht. Und an Rezidiven kann man schon sterben, das ist nämlich die Wiederkehr des Krebses.

Wenn Du wirklich nicht richtig aufgeklärt warst, ist das natürlich überhaupt nicht in Ordnung. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass Du wieder fitter wirst. Es gibt ja nun auch etliche Frauen, auch jüngere, die Eierstockkrebs und die damit verbundene Behandlung ganz gut überstehen.

Gruß. Anne

Mirinam
17.05.2006, 19:23
Liebe Anne53,

am Rezidiv des entfernten intrazystischen Borderline-Tumors im Stadium 1a überlebt eine Frau zu 99%!!!!! Ihre Prognose wird nicht verändert dadurch dass die inneren Genitalien belassen werden. So steht es in der Prognose zum Borderline-Tumor vom Tumorzentrum München, Verfasser Prof. Dr. Schmalfeldt. Was sagst du nun?? Statistisch gesehen hat jede Frau das Risiko an einem Ovarialkarzinom zu erkranken von 1,6 % (laut Prof. Dr. Rossmanith Ulm) und ich hätte statistisch gesehen 1 % Risiko gehabt daran zu sterben wenn ich nur den Tumor entfernt bekommen hätte!!!!!! Ich fühle mich veraaarscht!!

Ach übrigens, ich habe meinen Arzt angeschrieben zu diesen Fakten und er meinte nur ganz kühn, dass er mit mir doch mehrmals über die Problematik der Kastration gesprochen hätte. TTsssssssssss. Tja - da muss ich wohl in der Narkose gewesen sein. Finde ich alles nicht in Ordnung!! Les mal Misinformed Consent!! Anderen geht es so wie mir.

Rein Menschenrechtlich muss eine Frau doch selbst bestimmen dürfen ob sie Pest oder Cholera wählt. Ich hätte niemals einer Kastration zugestimmt. Ich nicht. Schon gar nicht vor dem Hintergrund der Rezidivsituation wie oben. Mit Krebs kann man nämlich auch viele Ängste erzeugen. Schade dass ich kein Mann war, der was an den Hoden hatte. Dann hätte man das mit mir nicht gemacht. Woooo ist Alice Schwarzer??????????

Anne53
17.05.2006, 20:58
Ja,

wenn es so schlimm ist, musst Du etwas unternehmen.
Ich weiß aber nicht, was man da tut - Rechtsanwalt, Ärztekammer?

Da gibt es bestimmt irgendwo Informationen, mir fällt aber im Moment nichts ein.

Gruß. Anne

Anne53
17.05.2006, 21:18
noch ein Nachtrag:

von Alice Schwarzer hab ich gelernt, dass frau sich rechtzeitig selbstständig informieren muss, um nicht auf Fehlinformationen oder Machtdemonstrationen von Männern hereinzufallen.
Alice Schwarzer könnte vielleicht denken, dass frau mit fast 40 wissen sollte, dass eine Eierstockentfernung eine schwerwiegende Angelegenheit ist.

Allerdings stimmt es auch, dass man bei dem Stichwort Krebs meistens sofort in Panik verfällt und alles mit sich machen lässt.

Seeigelein
17.05.2006, 23:23
Komme gerade aus einem Konzert und deshalb nur kurz. Mit der Kastration das ist Quatsch. Ich wurde vor 9 Jahren operiert und das mit dem Orgasmus stimmt so überhaupt nicht. Da darfst du jetzt nicht aufgeben. Allerdings kommt es mir etwas komisch vor, dass deine Scheide verkürzt wurde, das wird nur bei Gebärmutterhalskrebs gemacht. Was für eine OP hattest du denn?
Vieles ist eine Kopfsache und du hast jetzt das Leben wie es ist, besser guckst du nach vorn als zu jammern. Und einen Schuldigen zu suchen, ist eine Phase. Wenn du dich selbst wieder liebst, werden dich auch andere lieben. Besser ist es den Kopf zu heben und an was Schönes zu denken.

@ Christine: Schreibe dir morgen.

Schlaft alle gut.

Netti

Mirinam
17.05.2006, 23:34
Danke dir für deine liebenswerte Art. Ganz reizend. Natürlich hast du recht. ich bin in einer phase. kann aber manchmal nicht mehr. am ende läuft es darauf hinaus, dass einem nichts anderes übrig bleibt als nach vorne zu schauen, sonst wird man ja verrückt.

alles liebe!
Mirinam

Seeigelein
17.05.2006, 23:48
Ja, genau so ist es, du musst da jetzt durch, und nur wenn du optimistisch bist, geht es voran. Reizend oder nicht, ich hab die Phase durch vor 9 Jahren und war mal gerade 30. Psychotherapie kann helfen. Sonst schiebt man alles, was schiefläuft auf die fehlenden Eierstöcke. So ist das aber nicht, es gibt Menschen ohne funktionstüchtige Nieren und viele schlimme Dinge. Freu dich über das, was du hast und jammer nicht über das, was du nicht hast.
Das ist wirklich ein gutgemeinter Rat. Und eine scheide kann sich dehnen, manchmal braucht es etwas Zeit und Ruhe, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Übrigens finde ich es schlimm, wie du als neues Mitglied hier auftauchst und Frauen wie Christine beschimpfst, die schon vielen geholfen hat und die ich sehr sehr schätze.
Wir haben alle unsere Probleme, mal mehr und mal weniger, aber meine Freundin zittert immer noch, ob sie einen Rezidiv hat, hat Nierenschienen und schwere Chemos durch und ist immer positiv eingestellt und so lebensfroh.


Netti