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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mama soll ins Hospiz...Zeit zum Aufgeben?


Kerstin76
26.05.2006, 10:00
Hallo Ihr Lieben,

bin neu hier im Forum und froh, dass ich hierhin gefunden habe, weiß nicht, wo ich sonst um Rat fragen soll.

Es geht um meine Mama, 51 Jahre alt. Sie hatte 1999 Brustkrebs, wurde operiert, anschließend Chemo und Bestrahlung. Hat alles super geklappt, ist nie wieder was nachgekommen.
Dann 2001 der Schock: Der komplette Bauchraum war voller Wasser, Diagnose Eierstockkrebs.
Bei einer OP konnte der betroffene Eierstock nicht vollständig entfernt werden, da er teilweise schon mit dem Darm verwachsen war. Trotz einiger OP's und inzwischen 6 Chemo-Zyklen konnte der Tumor nie vollständig entfernt werden. Wir machen seit 2001 permanent eine Berg- und Talfahrt durch. Nach einer kompletten Chemotherapie geht es ihr für ein paar Monate wieder gut, dann geht alles wieder von vorne los.

Anfang diesen Jahres hatte sie wieder den kompletten Bauchraum voller Wasser und musste sie sich wieder einer Chemobehandlung unterziehen, die sie überhaupt nicht vertragen hat. Seit über 8 Wochen ist sie nur noch am Brechen und wird immer schwächer. Der Darm arbeitet nicht mehr. Sie liegt nun seit 5 Wochen mit Magensonde im Krankenhaus und wird nur noch durch Infusionen ernährt. Es ist keine Besserung in Sicht, die Ärzte bekommen die Verdauung nicht wieder in Gang. Eine CT-Untersuchung hat ergeben, dass der Durchgang vom Darm verengt ist, allerdings nicht komplett zu.

Am Dienstag bekamen wir die niederschmetternde Nachricht: Die Ärzte haben meinem Vater ein Hospiz-Prospekt in die Hand gedrückt und ihm gesagt, dass sie nichts mehr tun können. Medikamentös wäre die Sache nicht mehr in den Griff zu kriegen, operieren könnten sie auch nicht, weil die Haut so dünn und porös wäre, dass die OP-Wunde nicht mehr zuheilen würde. Und eine Weiterführung der Chemo-Behandlung würde sie nicht verkraften.

Jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll... Bin hin- und hergerissen, ob ich diese Diagnose so hinnehmen und den Kampf gegen den Krebs nach fast 8 Jahren als verloren betrachten soll oder ob ich mich nach anderen Kliniken umhören soll. Was habt Ihr für Erfahrungen? Gibt es vielleicht Ärzte, die trotzdem operieren würden?
Ich kann mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, meine Mama gehen zu lassen, ich weiß nicht, wie ich damit fertig werden soll...

Bin für jeden Tip dankbar!

Traurige Grüße von
Kerstin

sywal
26.05.2006, 14:00
Liebe Kerstin,
ich bin ein bißchen älter als Deine Mutti, habe erst unlängst meine 6. OP hinter mich gebracht. Da das Miststück immer wieder kommt, habe ich mich natürlich auch mit meinen Lebenschancen bzw. Ableben auseinandergesetzt.

Deine Zeilen zeigen Deine unendliche Traurigkeit über das Leid Deiner Mutti, Deine Hilflosigkeit. Dieses Gefühl ist ganz ganz schlimm für Kinder und Lebenspartner.
Mit der Krankheit von Mutti habt ihr euch schon sehr lange auseinandersetzen müssen. Habt ihr nie über ihre Wünsche und Vorstellungen, "wenn was schief geht" gesprochen? Du schreibst auch gar nicht, was Mutti will, ob Mutti noch kämpft oder kämpfen will. Hast Du Deine Mutti schon gefragt, falls Du einen Arzt findest der noch eine OP wagt (auch in Bezug auf den Hautzustand), ob sie das überhaupt will?
Wie auch immer, eine 2. oder 3. Meinung von anderen Spezialisten einzuholen ist für Mutti vielleicht, aber für Dich persönlich wichtig! Wenn Du hier oder in anderen Tread's nichts findest, so setze Dich an den PC und geh die Kliniken Deiner Umgebung durch. Vielleicht findest Du einen oder mehrere Ärzte denen Du Mama's "Fall" vorstellen kannst. Wichtig hiezu ist, daß Du Befunde oder einen "vorläufigen Arztbrief" hast, damit der angesprochene Arzt die Situation erkennen kann. Ich habe den Arzt und das KH für meine letzte OP über das Internet gefunden. So wußte ich vor dem 1. Gespräch bereits was sein Spezialgebiet ist und habe mir die unendlichen sinnlosen Umwege erspart.

Ein Hospiz bedeutet nicht das unausweichlich rasche Ende. Geprüft, ob die Betreuung OK ist, kann das Hospiz sicherlich die Lebensqualität Deiner Mutti bessern. Daß die Ärzte Deinem Papa das Prospekt in die Hand gedrückt haben läßt die Spekulation zu, daß eure Mama sicher noch einige Zeit leben wird. Und so manche medizinische Prognose über die zu erwartende verbleibende Lebenszeit hat nicht gestimmt!
Solltest Du keinen anderen Operateur oder Onkologen finden, so vergesst bitte nicht auf die Lebensqualität der Mama zu achten!

Ja, was schreibe ich jetzt zur Verabschiedung?
Ich wünsche euch, daß ihr den richtigen Weg findet!
Alles Liebe :pftroest:
sywal

Pünktchen
30.05.2006, 10:48
Hallo Kerstin,

ich kann mir denken wie es Dir geht.

Meine Mama hatte auch Eierstockkrebs.Sie ist leider im April gestorben.Trotzdem lese ich noch ab und zu im Forum.

Wo wohnt ihr?? Ich könnte Dir einige sehr gute Ärzte nennen.
Es gibt ein Krankenhaus in Hammelburg (Bayern) dort haben sich die Ärzte,besonders Dr. Müller, auf Krebs spezialisiert und haben die neusten und besten Methoden.

Ich wünsche Euch alles Liebe

Kerstin76
14.06.2006, 16:31
Hallo,

vielen lieben Dank für eure Antworten.

Leider hat Mama den Kampf verloren, sie ist am 02.06. verstorben.

Jule20
14.06.2006, 16:36
Hallo Kerstin,

das tut mir leid. Mein herzlichsten Beileid.
Ich drücke dich :pftroest:
Ich weiß sonst leider nicht, was ich noch sagen soll, außer das es mir echt leid tut, dass ihr den Kampf verloren habt. :cry:
Ich kann dir und deinen Lieben nur alles Gute für die Zukunft wünschen.

Liebe Grüße
Jule

Lizzi
14.06.2006, 16:43
Hallo Kerstin,
mein herzlichstes Beileid:pftroest:
Es ist einfach schrecklich, wenn jemand so jung ist wie deine Mama so viel Leiden und so früh gehen muß.:cry:
Sei lieb umarmt.
Ich wünsch Dir alles Liebe und Gute
Gruß Lizzi :pftroest:

sywal
15.06.2006, 11:56
Hallo Kerstin,
auch als nur am Rande beteiligte hält man bei solch einer bösen Nachricht inne, im kurzen Gedenken an einen unbekannten Menschen, dessen Leben man einen Augenblick kennenlernen durfte.
Ich wünsche euch viel Kraft, und daß ihr nach einiger Zeit inneren Frieden und Freude wiederfindet.
sywal

Johanna82
15.06.2006, 12:13
Liebe Kerstin.

Ich möchte dir sagen, dass es mir sehr leid tut dass du deine Mama gehen lassen musstest.

Auch ich habe meine Mam am 01.06.06 verloren und weiss wie furchtbar es ist diesen Schmerz zu ertragen und den Verlust anzunehmen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht.

Traurige Grüsse, Johanna

Pünktchen
17.06.2006, 10:11
Liebe Kerstin,

es tut mir sehr leid, dass deine Mama es nicht geschafft hat.
ich weiß wie hart es ist einen lieben Menschen zu verlieren.Bei mir ist es ja auch erst 7 Wochen her.

Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt.
Ich drücke Dich auf die Entfernung.
lieben Gruß Anke:pftroest: