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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachsorge. Wie geht es weiter?


desdemona
23.06.2006, 11:08
Guten Tag,
ich habe Eierstockkrebs und wurde am 06.03.06 operiert, alles wurde entfernt, Anamese 03/06ED bilaterales Ovrialkarzinom Stadium T3 N1 (33/79) G3. Im Juli habe ich nun die letzte Chemo Taxol, Carboplatin (HOFFENTLIch!).
Bisher habe ich die Chemo gut vertragen. Der Tumormarker geht nach unten und mit Glück ist er Mitte Juli unter 35. Bisher bin ich immer davon ausgegangen, das der Ileostoma ca. 4 Wochen nach Ende der Chemo zurückverlegt wird. Nun meinte mein "ach so toller Dottore", ich solle doch noch ein halbes Jahr damit warten, falls ein Rezitiv auftritt. Nun möchte ich wisse, wie es weitergeht. Da ich einen "tollen" Onkologen habe, dem man alles aus der Nase ziehen muß, bzw. ihm sagen muß, was er tun soll, möchte ich Euch bitten, mich schlau zu machen. Welche Nachsorgeuntersuchungen muß ich machen? Was passiert, wenn es passiert im ersten halben Jahr (Rezitiv)? Wenn Rezitiv, im ganzen Körper oder meistens nur im Bauch und wo da (Darm)?
Danke im Voraus für die Antworten

Christine R.
23.06.2006, 16:20
Hallo Desdemona,
schade dass dich dies Krankheit auch erwischt hat.Aber als erstes würde ich dir einmal empfehlen evt den Onkologen zu wechseln, wenn du dich nicht gut aufgehoben fühlst.
Rezidive finden meist im Bauchraum statt (Peritoneum), selten in der Lunge , sehr selten in den Knochen und im Gehirn.
Der Bauchraum ist also das A und O der Kontrolle und die Bestimmung des CA 125

Bei mir wurden in den ersten 2 Jahren vierteljährlich ein MRT des gesamten Abdomens gemacht, zusätzlich, Farbdopplersono vaginal, TM Bestimmung und grosses Blutbild. Jährlich bis heute 1 x jährlich dazu Mammografie und Lungen CT
Nach 2 Jahren dann die ganze Prozedur dann 1/2 jährlich

Grüsse und alles alles Gute
Christine

desdemona
26.06.2006, 09:33
Liebe Christine,
Danke für Deine Antwort. Das ich den Onkologen wechseln werde stcht fest, nur will ich die Therapie, d.h. die ersten 6x Chemo nicht ab/unterbrechen, Nun steht mir aber nur noch einmal bevor und danach werde ich woanders hingehen. Wobei ich alerdings noch nicht weiß wohin. Nach welchen Kriterien sucht man sich einen Arzt aus. Eigentlich geht ja nur Try or Error.
Das die Rezidive meistens im Bauchraum sind habe ich schon gehört, was aber ja nicht ausschließt, das doch woanders wieder etwas wachsen kann. Davor und insgesamt habe ich natürlich, wie wohl alle Betroffenen, einen riesigen Horror. Was ist mit dem Magen, der Leber, dem Darm, den Knochen, der Niere u.s.w. Was kann ich tun, um diese "Nicht-Bauch-Rezidive" zu erkennen, auszuschließen...? Zudem ist der Tumormarker CA 12.5 ja nicht wirklich verlässlich
Was ist ein MRT? Was ist ein Farbdopplersono ...irgendwas mit Ultraschall?

Wie geht es Dir nach 2 Jahren (habe ich das richtig verstanden). Kamen nach der Chemo noch irgendwelche Komplikationen.

Lass es Dir gut gehen!
Desdemona

sonne692001
26.06.2006, 12:08
hallo desdemona,

bei der nachsorge dieser erkrankung ist es am wichtigsten des der tumormarker genommen wird. wenn deiner vor der opration hoch war, dann kannst du dich auf ihn verlassen. wenn er steigt deutet sich ein rezidiv an.

auch ich hatte nach der op ein stoma, es wurde nach 4 monaten zurückverlegt. dein onkologe scheint nicht sehr viel wert auf die lebensqualität seiner patienten zu legen - du solltest auf eine rückverlegung bestehen!
ich hatte leider ein rezidiv - trotzdem habe ich mein stoma seit 2 jahren nicht mehr. ich hatte auch eine rezidiv-op, bei der glücklicherweise kein stoma gelegt werden musste.
vielleicht solltest du dich mit dem rückverlegungstermin an deine op ärzte halten, das betse ist wenn sie es zurücklegen, sie kennen deinen bauch schon. hol dir einfach einen termin in der klinik - auf das gequatsche deines onkologen würde ich gar nicht hören.

ein frührezidiv, d.h. ein rückfall innerhalb 6 monate nach ende der chemo bedeutet dass die chemo vermutlich nicht erneut anschlagen wird. man sagt, dass bei einem frührezidiv die behandlungsmöglichkeiten schlechter sind.
nun sind das alles statistiken, wenn du einen millionär und einen obdachlosen zusammennimmst, so haben beide durchschnittlich 500000 Euro auf dem konto. argentinos sabine zum beispiel hatte ein frührezidiv mit lungen- und leberbefall und ihr tumormarker ist jetzt 1.5 jahre später bei 10.
versuche möglichst die zeit zwischen den nachsorgeterminen etwas zu genießen. ich habe gerade eine taxol(carboplatin chemo und genieße die zeit zwischen den infusionen.

liebe grüße
sandra

desdemona
26.06.2006, 13:54
Hallo Sonnensandra,
Danke für deine Antwort. Nun habe ich grade mit dem Onkologen telefoniert um meinen TM-Wert zu erfahren. Was mir Angst macht: der TM sinkt nur noch ganz gering (105 - 89 - 69 - 63 - 61) und ich habe nur noch einen Chemozyklus vor mir. Laut dem Arzt würde man vorläufig nichts weiter machen, wenn der TM nach der Chemo nicht unter 35 ist. Diese Vorstellung behagt mir natürlich gar nicht: sitzen und warten das der TM steigt?

Gruß
Desdemona

sonne692001
26.06.2006, 14:52
hallo desdemona,

solange der marker sinkt ist das ein sehr gutes zeichen. vorschlag: nach dem letzten zyklus würde ich den marker monatlich bestimmen lassen.
vielfach hilft, sobald ein anstieg zu verzeichnen ist, eine tablettenchemo z.b. mit ixoten. so wird bei sabine seit über einem kahr der status quo gehalten.

die höhe des markers ist nicht so wichtig, hauptsache er fällt.

liebe grüße
sandra

Christine R.
26.06.2006, 18:33
http://www.krebs-kompass.org/Forum/showthread.php?t=6802

Liebe Desdemona

oben der Thread zum MRT (Kernspintomograph)
Farbdopplersono Ultraschall: Hier wird die Blutflussgeschwindigkeit und die Blutversorgung zu den einzelnen Organen und Tumoren aufgezeigt. Ein bösartiger Tumor wird stark von Blutgefässen versorgt.

Bei mir ist die ganze Sache 11 !!! Jahre vorbei. Das mit den 2 Jahren hast du verwechselt, oder ich habe mich etwas undeutlich ausgedrückt. Nach 2 Jahren wurden die Zyklen der Nachsorge erweitert.
Rezidive der kompletten Bauchorgane können durch das MRT (komplettes Abdomen) angezeigt werden, wenn Zweifel bestehen mit dem PET/CT. In 1-2 Jahren soll sogar ein PET/MRT auf den Markt kommen.
Knochenmetastasen können im Knochenszintigramm nachgewiesen werden.
Eine perfekte Nachsorge ist unerlässlich um Frührezidive rechtzeitig zu erkennen !
Der Tumormarker sollte sich nach Abschluss der Chemo im Normbereich bewegen, bzw nach dem letzten Wert auf keinen Fall mehr ansteigen.
Also 4 wöchige Kontrolle.
Such dir einen perfekten Spezialisten, denn es ist dein Leben.
Ich bin übrigens bei Frau Prof. Dr. Kiechle in München in Behandlung.

Liebe Grüsse
Christine

desdemona
29.06.2006, 21:09
Hallo Christine,
Danke für Deine Erläuterungen. Einen neuen Gynäkologen, der gleichzeitig auch Onkologe ist, habe ich mir inzwischen gesucht. Mir stellt sich jetzt die Frage, wann ich ein PET (und dazu tendiere ich, auch wenn es die Krankenkasse nicht zahlt,) machen lasse. Ist es sinnvoll, das gleich nach Abschluß der Chemo machen zu lassen,obwohl ich so operiert wurde, das kein Tumorrest übrig blieb? Soll ich warten? Und wenn warten, wie lange. Dann stellt sich mir auch die Frage, wenn ein Frührezidiv erkannt wird, welche Chancen gibt es dann? Überall habe ich gelesen, das man nicht operiert bevor ein Jahr vergangen ist. Tja und letztlich sollte dieser blöde Tumormarker unter 35 sinken und die Chancen sind nocht so groß. Insgesamt vertrage ich die Chemo sehr gut und ich kann nicht klagen. Kann man wenn der Ca 12.5 nicht rechtzeitig gesunken ist, nicht einfach noch ein paar Chemos hinterherschicken?
Übrigens beglückwünsche ich Dich zu Deinen 11 Jahren und wünsche Dir das sie sich noch öfters verdoppeln.

Gruß
Desdemona

ronny
30.06.2006, 21:45
Hallo Desdemona,

es hängt auch davon ab, ob durch die "regulären" Chemos der Tumormarker weiter fällt. Sollte das der Fall sein, ist es durchaus möglich, auch nach Abschluss der 6 geplanten Chemos noch ein oder zwei weitere nachzuschieben um den Tumormarker auf "Normbereich" zu brinegn, sofern es die Blutwerte zulassen.
Allerdings entspricht so ein vorgehen nicht den Therapie-Leitlinien und es kann sein, das es nicht jeder Arzt machen würde.

Ein Pet bzw. PET/CT wäre wohl eher eine Option, wenn nach Abschluss der Chemos die Tumormarker wieder steigen würden und auf einem CT oder MRT nichts entdeckt werden würde.

Gruss Ronny