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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine Mutter ist gestorben


Mchangita
12.08.2006, 03:35
Es ist eine lange lange Geschichte...wie bei Euch allen...

Meine Mama wohnte mit ihrem Freund und Hund auf Mallorca. Anfang Juli klagte sie über Probleme beim Toilettengang. Spanische Ärzte sagten sie hätte eine Nierenbeckenentzündung. Mir war, bei ihrer Beschreibung der Symptome, gleich klar, dass was nicht stimmte.

In einer der kommende Nächte hatte ich einen Traum: ich musste mich zwischen meiner Mama und meinem Mann entscheiden-wer von den beiden muss sterben, wer überlebt.


In den darau folgenden 10 Tagen haben die spanischen Ärzte so dermaßen geschlampt, es war uns allen hier in Dland unbegreiflich. Man hatte dann doch eine Zyste entdeckt, aber weder Blut abgenommen noch Tumormarker geamcht, auch kein CT...haben ihr Antibiotika gegeben. Dann bestellte man sie eines montags in die Frauenarztpraxis: sie solle unterschreiben, dass sie innerhalb der nächsten 3 Tage operiert werden solle, es wäre evtl doch etwas ernsteres. Von diesem montag bis zum danachfolgenden Freitag passierte GAR nichts, nur hatte meine Mama plötzlich Panik, weinte nur noch und bekam von den Ärzten Antidepressiva...mein Bruder flog schnell hin und ging mit ihr zu einem deutschen Arzt. Das war Samstag Nachmittags. Der sagte nur es sähe ernsst aus, sie sollen montags wieder zur spanischen Klinik und auf eine OP drängen.



Sonntag war meine Mama schon wieder besser drauf, mein anderer Bruder und ich hatten beschlossen, einen tag später auch runter zu fliegen und sie notfalls in eine Klinik nach Köln ausfliegen zu lassen. Sonntag Abends sagte sie zu meinem Bruder im Spass "morgen gehen wir tauchen...". Wenige Minuten später lag si ekollabierend in ihrem Bett, hatte einen schrecklich starken Schlaganfall und kam mit Notarzt in die 1 Stunde entfernte Klinik. Dort entdeckte m an dann endlich den Eierstockkrebs im Endstadium, eine Herzentzündung/Herzklappenunterfunktion und eben mehrere Blutgerinnsel im Hirn.

Als mein anderer Bruder und ich einen Tag später ankamen, war sie kaum noch bei Bewusstsein. Aber ihr linkes Bein bewegte sie so sehr und drücktemeine Hand so unheimlich stark als ich kam und flackerte mit den Augen als wenn sie nach Hilfe schreien würde. Sie hat all das noch mitbekommen. 4 Stunden später fiel sie ins Koma. 2 Tage später sagten die Ärzte sie könnten nichts für unsere Mutter tun, sie würden gerne die Maschinen abschalten. Horror drückt das alles noch milde aus.

Wir haben dann noch 5 Tage und Nächte mit unserer Mutter in einem überfüllten Kranknzimmer verbracht. Stunden, in denen wir ihr immer wieder Mut zusprachen-zu gehen oder zu bleiben, Geschichten von früher erzählten und ihr sagten, wir sehr wir sie lieben.

Es kamen Fieber und Lungenentzündung. Keine Anstalten von irgendwem, dass es doch noch eine Hoffnung gegeben hätte, egal wie sehr wir kämpften und hofften.

Ihr Herz war so stark, es war unglaublich. Am 19. Juli hat sie aufgehört zu atmen.

Sie ist der wunderbarste Mensch, den ich kenne. So gütig und warm, do großzügig und liebend. Meine Mama!!!!! Wenn die Welt so schlecht ist und ich Kummer habe, gehe ich zumeiner Mama und sie nimmt mich so wie ich bin, sie liebt mich so wie ich bin, ausnahmslos. Als sie in diesem Krankenbett lag, lag ich immer bei ihr, an ihrer Brust, an ihrem bauch, ihren warmen Arm und die warme Hand auf meiner, ihr Herz so nah an meinem. So stark ist sie und wollte nicht fort von uns. Wenn ich ihre Wangen berührte flackerten die Augen.

Mir ist als hätten wir unsere Mama lebendig in der Erde vergraben. Sie lebt doch noch! Ich kann das alles nicht begreifen. Wo ist sie nur hin???



Bitte ihr alle da draussen: passt auf Euch und Eure Mamas und Papas auf! Viel Glück bei Euren Schicksalen und seid wachsam! Gebt Euren Freunden, die in ähnliche Situationen geraten Tips und Hilfen!



Ich wünschte ich hätte mich früher über alle möglichen Krankheiten informiert. Unser Leben ist so verletzlich!

Es grüßt Euch Eva

Flips
12.08.2006, 19:53
Hallo Eva,

kenn´ Dich nicht und habe trotzdem das Bedürfnis Dich zu drücken und zu umarmen....

Alles Liebe Moni, alias Flips:knuddel:

Dreamy
13.08.2006, 10:27
Liebe Eva....

fühl dich auch gedrückt von mir. :knuddel:

Diese krankheit ist für mich mit eine der schlimmsten und heimtückischen überhaupt. :weinen:

Leider ist auch meine Mutter seit Mai 2006 betroffen und mit FigoIII. ich habe Angst das dieser "Horror" auch eines Tages auf mich zu kommt.

Dir trotz allem noch ganz viel Kraft!

LG Katja

Jenny-s
14.08.2006, 22:27
Hallo Eva

Es tut mir auch sehr leid was du durchgemacht hast.
Mir kommt es auch vor alswenn Krbes mittlerweile jeder hat, leider.
Meine Mutter ist auch vor drei Jahren an Krebs erkrankt , ihr wurde dann bei einer Op die Gebärmutter und auch die Eierstöcke entfernt. Danach hat sie sich wieder gut erholt. Dann Anfang letzten Jahres kam ein Rückfall und wiedr Chemo und so weiter.

Momentan geht es Ihr wieder gut allerdings schwanken ihre Werte , ich gehe davon aus das sie selber davon ausgeht das es einen Wiederbefall von Krebs geben wird. Aber sie spricht nicht drüber .

Bis zu dem Zeitpunkt als meine Mutter erkrankte war das Thema Krebs für mich soooo weit weg.

Und dann kam noch im april letzten Jahres dazu , das mein Freund, mittlerweile Mann, an Leukämie erkrankt ist.

Wenn es kommt kommt es knüppel dick. Es ist mancahmal alles ungerecht.

Dir alles Gute

Lieben gruß Jenny

Sonnabluemle
05.09.2006, 21:13
Liebe Eva,

zunächst möchte ich Dir mein beileid aussprechen.
ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen,da meine Mutter am 03. August verstorben ist. Sie hatte auch Eierstockkrebs, genauer gesagt ein Stromasarkom high grade. Im August 2005 wurde es diagnostiziert, es folgten zwei OPs, bei denen die Gebärmutter und die Lymphknoten entfernt wurden. Gegen Ende des Jahre dachten wir,dass alles überstanden wäre. Doch dann kam im April 06 der Krebs in Form eines Rezidivs mit Lebermetastasen zurück.Wir waren so geschockt und doch hatten wir die Hoffnung,dass es auch diesmal wieder werden würde. Es folgte eine Chemo,die zwar das Rezidiv verkleinerte,nicht aber die metastasen. Die Ärzte stellten auf ein anderes medikament um und sie wurde schwächer und schwächer. Am 02.August schließlich kam der völlige Zusammenbruch.Sie wurde reanimiert und verstarb einen Tag später.
Ich habe während der Rezidiv-Erkrankung meiner Mutter Recherchen im internet betrieben und dort Studienergebnisse angesehen mit Prognosen und Therapien. Es war alles niederschmetternd,denn es sah alles nicht gut aus mit der seltenen Erkrankung die sie hatte.Aber man sollte ja nie aufhören zu hoffen.
Nach ihrem Tod habe ich mich auch gefragt,ob die Ärzte vielleicht viel früher mit einer stärkeren Chemo hätten beginnen sollen. Warum haben sie ihr nicht schon letztes Jahr nach den OPs eine Chemo gegeben?Warum haben sie nie gesagt,dass sie nicht mehr gesund wird. Es ist für mich so schlimm, dass ich mich nicht verabschieden konnte,weil sie so plötzlich zusammenbrach.
Mittlerweile versuche ich zu akzeptiern,dass man auf gewisse Dinge einfach keinen Einfluss hat und sie so hinnehmen muss, wie sie passieren.Es ist schwer, aber mein Vater sagte,man darf keine Fragen stellen die mit W anfangen,denn darauf wird man nie eine Antwort bekommen.....und das stimmt.
Es ist unbegreiflich warum ein Mensch, der immer jedem wohlgesonnen war,stets freundlich und hilfsbereit war, mit 58 jahren sterben muss.
Ein kleiner Trost waren die vielen Leute bei der Beerdigung und die unzähligen beileidskarten,die sie alle als wunderbaren Menschen bezeichnet haben. Ein Spruch ist mir dabei besonders im gedächtnis geblieben:Das schönste Denkmal,das ein mensch bekommen kann ist in den Herzen seiner Mitmenschen.
Das Leben nach dem Tod meiner Mutter ist so anders.Insbesondere denke ich oft daran,wie mein Vater damit klarkommt. Denn sie hat alles im Haushalt gemanagt.Ich wohne glücklicherweise noch zuhause,sodass ich ihn unterstützen kann, denn er arbeitet sehr viel und kommt spät nach hause. Das Leben ist so ungerecht und hart. Es wird noch ein steiniger Weg sein, aber wir müssen ihn meistern.

Viele Grüße
Daniela

Stanu
06.09.2006, 08:06
Liebe Eva,

auch ich drücke Dich ganz, ganz feste! Genau vor dieser Situation habe ich so eine wahnsinnige Angst.

Meine Mutter ist 58 und wir wissen seit Januar 2004 von der Diagnose! Das ihre Krankheit unheilbar und inoperabel ist, sagte man ihr sofort! Das Problem bei ihr ist und war, dass kein Primärtumor zu finden ist, das Ganze wurde in "Adenokarzinom" umgetauft.

Es ist ein Auf und Ab, Tendenz Talfahrt! Zuerst war da diese verzweifelte Aussichtlosigkeit, dann OP, Chemo und wieder Hoffnung, im Juni 2005 der erste Rezidiv - tiefe Verzweiflung, Chemo und die Hoffnung, dass - wenn auch inoperabel - sie damit wenigstens einigermaßen gut und lange leben kann. Nach dieser zweiten Chemo hat sie bereits gesagt, dass sie nicht weiß, ob sie noch eine machen würde. Im Juli diesen Jahres der 2. Rezidiv. Beschluss beider Seiten (Patientin und Ärzte) keine Chemo mehr zu machen, von wegen der verminderten Lebensqualität während einer Chemo.

Seit 5 Wochen vegetiert meine Mutter geradezu vor sich hin! Wird alle 3 - 7 Tage durch Punktieren von ihrer Aszites "befreit". Die ersten zwei Tage geht es ihr einigermaßen, danach kann sie nicht mehr essen / trinken, nicht mehr sitzen muss sich ständig übergeben und "hängt" (so ihre Aussage) nur noch rum. Mit Lebensqualität hat das auch nichts zu tun!!!!!!

Seitdem es ihr so schlecht geht haben wir uns nicht mehr gesehen, nur telefoniert. Wir wohnen auch etwa 500 Kilometer auseinander! Wenn die Kinder nicht wären würde ich gerne hin fahren aber andererseits habe ich das Gefühl sie möchte einfach nur ihre Ruhe haben. Das merke ich auch daran, dass wir deutlich seltener telefonieren als sonst. Manchmal habe ich das Gefühl, sie muss sich sehr überwinden um zu telefonieren. Oh Mann, es geht ihr überhaupt nicht gut und ich habe Angst und auch die Befürchtung, dass sie "nicht wieder auf die Beine kommt".

Wenn ich dann Deine Geschicht lese kann ich nur noch weinen! Diese Unabänderlichkeit, diese Hilflosigkeit und diese Endgültigkeit!!!!!

:cry: Traurige Grüße
Stanu

hase1008
06.09.2006, 16:00
Hallo du,

ich habe gerade deinen Eintrag gelesen.
ich habe meine Eltern innerhalb zwei Jahren verloren beide an Krebs,meine Mutter im Juni 2004 und mein Vater im Mai 2006.
ich kann dir nur den Ratschlag geben verbringe die restliche zeit wo deine Mama hat mit ihr denn diese Zeit kommt nie wieder zurück auch wenn du meinst das sie ihre Ruhe haben will.
Vielleicht will sie dich einfach nicht belasten mit ihrer Krankheit denn so war es bei meiner Mutter die hat ihren Kindern bis Drei Wochen vor ihrem Tod verschwiegen das sie tot krank ist und sie nur noch kurze Zeit zu leben hat.Die letzten Wochen waren für uns der reine Horror wir konnten nur an ihrem bett stehen und ihr nicht helfen nur zusehen wie sie leiden mußte,sie bekam am Schluß nur noch Morphium.Man konnte sich nicht mehr mit ihr unterhalten was sie noch sagen konnte ware die Namen von ihren kindern und von ihrem Enkel.
Es ist sehr sehr schwer für mich mit meiner Trauer um zugehen,an manchen tagen stehe ich sehr lange vor ihrem Grab und rede mit ihr ich habe auch schon öfters das Handy in der Hand gehabt um sie anzurufen,aber dann holt mich die realität ganz schnell wieder zurück.Wenn wir früher gewußt hätten das unsere Eltern nur 58 Jahre werden dürfen dann hätte man die letzte zeit ganz anders gestaltet.

ich wünsche dir auf jeden fall viel viel Kraft für die nächste Zeit.

Liebe Grüße Daniela:)

Stanu
06.09.2006, 16:48
Hallo Daniela,

ach, es ist alles gar nicht so einfach! Ich glaube nicht, dass sie das Gefühl hat, mich mit ihrer Krankheit zu belasten! Da sie mit ihrem Mann nicht intensiv darüber spricht, bin ich wohl die Einzige, der sie ihr Herz ausschüttet. Nein, der Krebs ist kein Tabuthema bei uns!

Ich habe viel mehr das Gefühl, ihr ist einfach alles und jeder zu viel! Bis vor etwa 5 Wochen haben wir jeden Tag und sehr häufig telefoniert. Wenn einer etwas einfiel hat sie die andere angerufen. Wir haben auch immer viel Zeit miteinander verbracht, obwohl sie vor etwa 13 Jahren so weit weg gezogen sind und wir uns meistens nur in den Schulferien sehen und an dem ein oder anderen Wochenende. Die Urlaube verbringen wir z. B. weitestgehend zusammen.

Ich muss dazu sagen, sie ist derzeit bei ihrer Freundin und lässt die Seele baumeln, dort geht sie, wenn es einigermaßen geht, an den Strand, schläft, wenn ihr danach ist oder legt sich einfach in den Garten. Wenn wir telefonieren sprechen wir nur über das Wetter und wie es ihr geht - ich erzähle gar nicht viel von zu hause (nur wenn sie gezielt fragt) weil mir alles so banal und unwichtig erscheint und sie wirkt auch immer sehr kaputt und eigentlich auch so, als empfindet sie es als Pflicht, mich alle paar Tage anzurufen. Sie hat sich in dieser Beziehung so erschreckend verändert und ich weiß von ihr auch, dass sie kein Interesse hat, sich mit Nachbarn, Freunden oder so zu unterhalten, weil ich das alles einfach zu viel ist.

Sich derzeit zu sehen ist - davon abgesehen, dass sie seit 3 Wochen mit ihrem Mann in der Ferienwohnung bei ihrer Freundin ist - auch schwierig, weil ich alleine maximal 2 - 3 Tage am Wochenende zu ihr kann (ich habe 2 Kinder). Ein Wochenende mit den Kindern möchte ich ich nicht zumuten, dazu ist sie derzeit wahrlich nicht in der Verfassung. Und sie sagt auch selber, sie wäre derzeit kein schöner Anblick für die zwei weil sie immer nur rumhängt.

Tja, wie es jetzt weitergeht, ob sich sich operieren lässt (das Bauchnetz soll evtl. entfernt werden) oder ob es weiterhin bergab geht, ich weiß es nicht und ich weiß auch nicht, wie ich damit umgehen soll! Aber ich denke, sie weiß es auch nicht wirklich und lässt einfach alles auf sich zukommen!

LG Stanu

hase1008
08.09.2006, 18:11
Hallo Stanu,
erstmal vielen Dank für deine Nachricht.
Ich weiss es nicht wie es gewesen wäre wenn ich Kinder gehabt hätte ob ich sie mit ins Krankenhaus oder mit nach hause zu meiner Mutter genommen hätte.
Es war einfach gar keine Zeit zum nachdenken als meine mutter noch im krankenhaus lag und einiger maßen ansprechbar war da durfte meine Nichte mit 8 Acht Jahren mit zu ihr gehen.
Wir hatten ja dann die letzte Zeit die sie noch leben durfte mit nach Hause genommen das waren leider nur drei Tage ich sage jetzt nur aber für sie waren es lange drei Tage denn sie quälte sich nur noch sie konnte auch nicht mehr sprechen außer unsere Namen und essen geschweige trinken.
Ich wünsche euch und eurer Mutter das wenn es zu Ende geht das sie sich nicht quälen muß denn das hat kein mensch verdient diese Qualen aus zustehen.

Aber wie du ja schon gesagt hast kann es ja ganz schnell wieder besser werden und vielleicht schafft es deine Mama den krebs endlich zu besiegen.

Du darsft nie vergessen Mama und Papa sind unersetzlich!

Liebe Grüße und eine Gute Zeit wünscht Dir Daniela:)

leylosch
11.10.2006, 00:59
Hallo Ihr

ich habe lange überlegt, ob ich mit anderen betroffenen über das rede, was mich bedrückt und was wir erlebt haben. aber all eure gedanken sind genau dieselben wie meine...

meine geliebte mutti ist am 13 august an den folgen eines ovarialkarzinoms verstorben - genau ein halbes jahr, nach der diagnose. sie hatte vor 12 jahren gebärmutterhalskrebs, das mit einer 98 prozentigen heilungschance operiert und bestrahlt wurde. sie hat so gesundheitsbewußt gelebt, sport getrieben und die kleinen dinge im leben genossen. aus angst vor einem rezidiv ist sie lieber immer einmal öfter zum frauenarzt gegangen. er hat ihre sorgen meistens belächelt, auch wenn sie 3 mal im monat lippenherpes hatte.

vor 3 jahren hatte sie als sekundarstufen-lehrerin noch einmal einen neuen schritt gewagt und ist ans gymnasium gegangen. sie war in der zeit oft sehr müde und abgekämpft. ich machte mir damals schon sorgen, da ihre augen oft so glasig aussahen. dann hatte ich geheiratet und bin schwanger geworden. das war vor 2 jahren. in der zeit hatte mutti immer über ihren bauch geredet. er seih immer so gebläht, nichts hilft, keine diät, kein sport... ich habe oft mit ihr darüber gesprochen und mir keine gedanken über eine krankheit gemacht... leider!!! vor einem jahr im sommer begann es in ihrem bauch zu ziehen. ich fragte eine freundin, die gynäkologin ist und sie vermutete narbenschmerzen von der damaligen op (die eierstöcke waren mit chlips hochgelegt worden, damit sie nicht der bestrahlung ausgesetzt sind). mutti ging zu mehreren ärzten, da die schmerzen auch nach verdacht und behandlung auf blasenentzündung immer stärker wurden. nicht durch röntgen, ultraschall ua. konnte etwas festgestellt werden. eine internistin entdeckte dann im februar einen schatten im darm und mutti wurde mit verdacht auf darmkrebs nach magdeburg verlegt. die ärzte entdeckten einen nierenstein und wollten diesen entfernen. wir waren so erleichtert.... mutti war immernoch skeptisch, als ob sie ahnte, dass es erst der anfang war. nach der erfolglosen OP (sie hatten narbengewebe an der harnröhre entdeckt) sollte sie erstmal nach hause und 6 in wochen wiederkommen... in der zeit bekam sie sehr starke darmbeschwerden und ist dann ins burger KH, da sie es nicht mehr aushalten konnte. dort wurden dann der angebliche schatten punktiert und am 13. februar kam die diagnose: eierstockkrebs. die OP war nicht sehr erfolgreich. metastasen waren schon im gesamten bauchraum und durch die damalige bestrahlung viel inoperables narbengewebe vorhanden. die nachfolgende chemo hat mutti von den nebenwirkungen her gut vertragen. wir waren trotz der schlechten prognosen optimistisch. dann kam der schock: die schmerzen begannen erneut, die chemo hatte nicht angeschlagen. mutti war zu schwach, um weitere therapien zu bekommen. leber kaputt... die ärzte konnten nichts mehr für sie tun. dieser satz war so grausam. gerade jetzt, wo mutti ihre kleine süße enkelin hatte...stolze omi war...sollte sie vielleicht sterben? für mich war es bis fast zum schluss undenkbar. ich begann langsam, jede sekunde mit ihr und leyla zu genießen. sie wollte nie über leiden und sterben reden, das nähme ihr zu viel kraft, die sie doch bräuchte, um zu kämpfen, um gesund zu werden. ich wußte manchmal nicht mehr, wie ich ihr mut machen konnte... ich erzählte vom alltag, von leyla. sie war so stark, gab mit und vati und omi so viel mut und kraft. immer wenn ich bei ihr war, fühlte ich mich aufgehoben, geborgen. wenn ich ihre hand streichelte, gab sie mir so viel energie... sie wurde immer schwächer, dann kam der darmverschluss, künstlicher ausgang, sie konnte nichts mehr essen oder trinken. ich habe versucht, sooft es geht bei ihr zu sein. sie wollte nicht nach hause, nur tagsüber ud sie wollte immer laufen, das war ihre leidenschaft schon immer gewesen...spazierengehen. bis 4 tage vor ihrem tod ist sie noch gelaufen. wir haben zum schluss alle nur noch funktioniert. keiner hat mehr nachgedacht. wir hatten alle solche angst, was der krebs noch alles zerstören wird... wir lange meine mutti noch leiden müsse...
mutti hat noch auf meine ankunft gewartet und sie ist im beisein von vati und mir friedlich eingeschlafen... sie war nicht mehr ansprechbar aber als ich zu ihr kam, sie streichelte und küsste und wir ihr sagten, sie solle sich aus diesem gefängnis befreien, hörte sie einfach auf zu atmen... ganz friedlich und erlöst. das alles gab mir viel kraft aber die sehnsucht nach ihr ist so unendlich schmerzhaft. ich vermisse sie so sehr. vor allem, weil leyla sie nie wirklich an sie erinnern wird...

ich weiß nicht, ob ich das alles jemahls wirklich realisieren werde. leyla und mein mann und vati geben mir viel kraft und wir kümmern uns alle gut umeinander. ich habe angst vor den nächsten jahren ohne sie... ich bin so froh, dass ich leyla hab und irgedwie lebt sie in mir und ihr weiter.

ich verstehe euren schmerz sehr genau... dieses gefühl, dass sie nie wieder zurückkommt... aber ich halte unsere ganzen erinnerungen fest und werde unseren kindern ausfühlich von meiner lieben mutti erzählen. ich weine, wenn ich weinen muss und lache, wenn ich lachen muss. das leben geht irgendwie weiter und die "W"-fragen erdrücken einen nur.

nun habe ich ein paar meiner gedanken niedergeschrieben und ziemlich viel platz eingenommen *sorry*... ich wollte nur anderen sagen und zeigen, wie wichtig es ist, auf kleine zeichen zu achten, denn der krebs hatte sich bei mutti durch viele kleine zeichen schon bemerkbar gemacht und wurde doch von uns ignoriert. die ärzte haben gesagt, dass mutti vielleicht eine chance gehabt hätte, wenn man 1-2 jahre früher den krebs entdeckt hätte...

und seine familie um sich zu haben, wenn die zeiten schwer werden, den mut nicht zu verlieren und zu kämpfen!!!

viele grüße

sandra

Flips
11.10.2006, 10:54
Hallo, liebe Sandra:winke:

ich wünsche Dir von Herzen ganz, ganz viel Kraft und vor allem, daß der Schmerz weniger wird. Versuche die "w`s" nicht zu sehr in Dein Leben einzubinden, Antworten wird es wohl nicht geben.

Die Leere, die deine Mutter hinterlassen hat, kann man nicht aufholen oder ersetzen. Versuche ganz stark, sie in Deinem Herz zu halten.
Das Schreckliche wird im Laufe der Zeit blasser, die Erinnerung an viele kleine Begebenheiten mit Deiner Mutter erstmal stärker.

Vergiß nicht, selbst weiterzuleben, für Dich, für Deine kleine Tochter.
Halte das Andenken hoch und gib die Liebe Deiner Mutter an Dein Kind weiter.

Ich umarme Dich:knuddel: und fühle still mit Dir Moni