PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie ist der Endverlauf??


daihaas
17.10.2006, 14:32
Hallo,

ich suche jemanden, der mir ein paar Antworten zur Krebserkrankung meiner Mutter geben kann. Daher erstmal zum Krankheitsverlauf:
Meine Mutter ist 63 Jahre alt, sehr schlank und sportlich (d.h. gewesen, jetzt ist sie nur noch Haut und Knochen und kann kaum noch aufstehen).
Mai 2005 diagnostizierte man Bauchspeicheldrüsenkrebs mit zwei kleinen Metastasen in der Lunge, die per Chemo behandelt wurden. Dieser Krebs ist bis heute im "Zaum gehalten worden", ist geschrumpft und meine Mutter hatte vor rund 2 Monaten schon wieder normale Blutwerte.

Aber: Im Dezember 2005 hat man dann festgestellt, dass man bei der ersten CT etwas übersehen hat und nun war ein kindskopfgroßer Tumor im Unterbauch (Ovarkarzinom) gewachsen.
Dieser Tumor konnte scheinbar anfangs überhaupt nicht zugeordnet werden. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass es Eierstock-Krebs ist.
Da dieser tumor derjenige war, der sich auszuweiten drohte und auf die Kombinationschemo nicht ansprach, haben die Ärzte meiner Mutter eine Chemo verpasst, die nur darauf abzielte (leider weiss ich nicht den Namen des Präparats).
Eine Woche nach Beginn dieser Chemo fing meine Mutter an zu Brechen und liess sich einliefern. Jetzt liegt sie schon wieder seit 7 Wochen im Krankenhaus. In den dersten 5 Wochen hörte das Brechen auch nicht auf. Es stellte sich heraus, dass der tumor nun den Magen vom Darm abdrückt. Also kam alles an Nahrung wieder oben raus. Und das kominiert mit Übelkeit und 24-stündigem Brechreiz. Sie wurde künstlich ernährt. Dazu kam eine Magensonde und nach drei Wochen ein Katheter, damit sie sich nicht noch aufs Klo schleppen muss. Die Ärzte stellten fest, dass der Darm nicht mehr in Bewegung sei.
Letzte Woche dann ein kleiner Erfolg: Sie war zweimal auf dem Klo und konnte den Darm entleeren. In der Woche ging es ihr recht gut und auch der Brechreiz hörte auf.
Plötzlich fing jetzt am letzten Wochenende der Brechreiz wieder an, dabei hatte sie schon auf einen Aufenthalt zu Hause gehofft.

Tja, und heute hat der Arzt uns dann gesagt, dass er keine Hoffnung mehr habe, sie hätten jetzt alles versucht und dieses Würgen und Brechen sei schon ein Zeichen, dass es nun zu Ende geht. Aber hoffen könnten wir trotzdem...ha, ha, ha.
Was heisst das? Wie lange wird das jetzt dauern??? Gibt es da Erfahrungswerte? Gibt es denn nun wirklich keine hoffnung mehr? Wieso kann/konnte man operativ nichts machen?

Und was machen wir, wenn meine Mutter lieber zu Hause sterben möchte? Und wen muss man informieren, wenn sie sterben sollte?

Bitte antwortet mir. Ich bin sehr verzweifelt.
Auch, wenn ich Zeit habe/hatte mich zu verabschieden, so macht es einem dieses Sterben auf Etappen auch nicht leichter.

*dani

Frau M.
17.10.2006, 14:47
Hallo daihaas,

ích weiß, wie du dich fühlst....meine Schwester wird nicht mehr sehr lange leben, weil sie diese scheiß Krankheit nicht besiegen konnte. Wir hoffen, das wir noch ihren letzten Wunsch erfüllen können, nämlich nach Hause zu gehen. Da sie pflegebedürftig ist, versuchen wir das gerade zu organisieren, braucht aber noch etwas Zeit..

Wenn du die Zeit, Kraft hast, erfülle ihr den Wunsch nach Hause... Es ist allerdings ein sehr schwerer Schritt, der deine Energie braucht.

Ach, Kacke....ist schon übel, wenn man nichts machen kann und zu sehen muß....

Ich drück´dich.....Kirsten

daihaas
17.10.2006, 19:03
Hallo Kirsten,

wenigstens irgendjemand antwortet....
Komme gerade aus dem Krankenhaus.
Man ist eben so hilflos...ich werde mir den Befund und die Behandlung näher vorknöpfen und mal etwas stöbern. Vielleicht finde ich ja was raus. Mistel hab ich meiner Mutter auch schon vermittelt und es hat ihr geholfen!
Und mir hilft die Auseinandersetzung

Gruß
*d.

Christine R.
17.10.2006, 19:16
Liebe Dani

ich glaube, gerne würden dir hier mehrere Frauen antworten. Da viele aber selbst sehr stark von ihrer Krankheit oder der ihrer unmittebaren Angehörigen betroffen sind, ist es kein leichtes auf so eine Fragestellung einzugehen.
Das ist sicherlich nicht böse gemeint, ganz bestimmt nicht, aber psychisch stellt es oft eine Überforderung dar, sich mit der Endlichkeit zu beschäftigen, wenn man selbst verzweifelt auf Besserung oder die Wendung zum Besseren hofft.

Sei einfach für sie da und sorge dafür , dass sie die optimale Schmerztherapie erhält und sich einen grossen Rest Lebensquailität bewahren kann.
Vielleicht wäre ja das Thema Hospizunterbringung für euch denkbar. Hier steht nur der palliative Gedanke im Vordergrund und der Mensch, dessen letzter Lebensweg so angenehm wie nur möglich gestaltet werden soll.

Viel Kraft für Euch

Christine

Flips
17.10.2006, 19:45
Liebe, Dani

leider sehe ich Deinen "Hilferuf" erst jetzt, bin berufstätig.

Es tut mir weh, davon zu lesen.
Die Hilflosigkeit in solch einer Situation ist wohl grenzenlos.

Wenn jedoch sämtliche therapeutische Möglichkeiten ausgeschöpft sind, hilft wirklich nur das "berühmte" Wunder.
Aber nach Deiner Schilderung befindet sich Deine Mama wohl schon in einer "Zwischenphase" von hier nach dort.
Versuche doch bitte zu akzeptieren, anzunehmen.
Achte auf Deine Mama, dass sie keine Schmerzen mehr erleiden muss.
Und versuche "loszulassen", ich glaube, sie spürt, dass Du das nicht wirklich kannst. Sag´es Ihr, lass sie es fühlen. Sag ihr, sie kann gehen, wenn sie möchte, wann sie möchte. Du bist zwar unendlich traurig, aber Du verstehst es.

Wenn Du die Kraft hast, nimm sie nach Hause.
Wenn nicht, schaue doch nach einem Hospitzplatz in Deiner Nähe, sodass Du sie immer besuchen kannst.
Besprich das doch alles mit dem Sozialdienst der Klinik, oder wenn Du gläubig bist, auch mit einem Seelsorger .

Ich schicke Dir unendlich viel Kraft Moni:engel:

maja-s04
18.10.2006, 21:50
Liebe Dani,

es ist sehr schwer einen lieben Menschen leiden zu sehen.
Als für meinen 20 jährigen Sohn Lukas keine Heilung mehr im Sicht war, wollte er nach Hause.
Wir haben uns sofort mit Hospiz auf Räder in Verbindung gesetzt. Die kamen auch gleich zu uns und mit guten Rat und Tat sehr geholfen. Sie beantworteten unsere viele Fragen.
Leider hatte mein Sohn furchtbare schmerzen so dass wir wieder ins KH mußten, (der Hausarzt hatte keine Lust?/Zeit? uns zu besuchen um die Medikamente zu verordnen)
aber Dank Hospiz bekam ich auch kostenlos ein Bett im Lukas Zimmer.
Ich habe keine Ahnung wo du wohnst aber bestimmt auch in deiner Stadt wirst du Hilfe (Hospiz auf Räder) finden. Die bringen die Medikamente und alles was du für die Pflege deiner Mutti brauchst, mit. Aber vor allem werden die dir helfen! Und alle Deine Fragen welche du hier im Forum stellst beantworten.

Mit Tränen in den Augen möchte ich Euch liebevoll umarmen:pftroest:

Maja-s04
:engel:
www.lukas-matuschek.de.vu

leylosch
20.10.2006, 15:35
Liebe Dani,

ich habe mir genau die selben fragen gestellt, als mir und meinem vater die ärzte gesagt haben, dass sie für mutti nichts mehr tun können und sie sie nicht mehr weiter mit der chemo oder anderen therapien quälen können. das war mitte juni. mutti hatte zu dieser zeit einen darmdurchbruch und die ärzte haben etwas von 4-6 wochen lebenszeit gesagt... ich wollte alles nicht warhaben! mutti hatte ovarialkarzinom - op nicht erfolgreich und die chemo hatte nicht angeschlagen. sie hat das leben geliebt, war immer zum sport... ich hatte damals meine freundin gefragt, die frauenärztin ist, was nun auf uns zukommt. sie antwortete, dass man nie weiß, was der krebs alles kaputt macht. aber das schlimmste wäre wohl darmverschluss, da sich die menschen sehr quälen müssen, nichts essen können etc. ich hatte eine so wahnsinnige angst um mutti - was sollte sie noch alles durchmachen? warum können wir nur nichts tun? was passiert denn nun? keiner konnte uns genaues sagen nur, dass mutti nie ihre hoffnung genommen werden darf. keiner sollte sie aufgeben oder ihr sagen, dass alles hoffnungslos ist. das haben wir auch befolgt, da mutti nie über den tod und sterben reden wollte. nie! sie hatte die möglichkeit, nach hause zu gehen aber sie wollte im krankenhaus bleiben, da mein vater berufstätig ist und sie sich dort einfach sicher fühlte. ich bin vor einem jahr für 2 jahre mit meinem mann und tochter nach london. die jahre davor lebten vir nur 20km auseinander. was für ein timing. ich bin jede woche nach deutschland geflogen für 2-3 tage. habe soviel zeit wie es ging mit mutti verbracht... das schlimmste, was wir befürchteten ist eingetreten. mutti hatte darmverschluss, musste ich nach jedem bissen übergeben. durch das morphium hatte sie keine schmerzen.. sie war so tapfer und stark. sie hat mir immer wieder kraft gegeben, wenn ich verzweifelt geweint habe. am 13. august bin ich 11 uhr gelandet - mutti hatte ihr bewußtsein um diese uhrzeit verlohren. als ich zu ihr kam hatten wir noch 20 minuten. ich konnte mich von ihr verabschieden zusammen mit vati... sie hat auf mich gewartet und ist friedlich eingeschlafen... wir waren da, dass war das wichtigste. und die zeit davor haben wir versucht zu genießen, trotz aller voraussichten...

ich wünsche euch so viel kraft! vrsucht in ihrem beisein zu lächeln, zu lachen, über alltägliche dinge zu reden, schöne erinnerungen aufleben zu lassen, damit Ihr ihr das Gefühl gebt, ein erfülltes leben gelebt und nichts verpasst zu haben. das macht sie glücklich und sie kann ihren frieden finden, egal was kommt!!!

ich denke an euch!!!


sandra

daihaas
21.10.2006, 18:38
...was ich nicht fassen kann ist: Wieso muss ein Mensch heutzutage an Darverschluss sterben???
Ist doch scheisse. Echt!
...und wir harren weiter der Dinge!...

*d.

Christine R.
22.10.2006, 13:50
Gerade der Darmverschluss aufgrund massivsten Tumorbefalls ist die häufigste Todesursache beim Ovarialkarzinom. Irgendwann sind auch der Chirurgie Grenzen gesetzt.

alles Gute und Kopf hoch

Christine

daihaas
23.10.2006, 11:13
Aus der Frage habe ich jetzt ein neues Thema erstellt. Hoffentlich kann mir das jemand näher erklären? ...

*dani

Katinka1981
23.10.2006, 18:58
Hallo Du,

ich kann gut nachvollziehen, wie du dich gerade fühlst. bei mir ist es alles aber schon etwas über ein halbes jahr hin. meine ma hatte ursprünglich auch ein ovarial-karzinom, dieses hatte allerdings auch nach op und mehreren chemos sehr gestreut, so dass sie leider nicht mehr heilbar war. meine mama hat die letzten drei monaten fast rund um die uhr gespuckt, musste immer wieder künstlich ernährt werden, wurde ins koma gelegt, da ihr ein tumor zwischenzeitlich geplatzt war... das alles war so furchtbar!

die ärzte konnten leider nichts gegen die übelkeit machen, da, wie du auch schon gesagt hast, die tumore auf die magenwand gedrückt haben... die letzten zwei wochen hat meine mama im hospiz verbracht, es war dort wundervoll und das beste was wir machen konnten... sie bekam im hospiz sehr schnell morphium, was die übelkeit und das erbrechen komplett stoppte. die dosen waren sehr hoch, sie war leider auch kaum noch ansprechbar, aber sie hatte hoffentlich keine schmerzen mehr, sie hat im "dämmerschlaf" oft dagelegen und gelächelt... und dann starb sie an akutem organversagen, woran genau, weiß niemand. allerdings hatte sie eine starke gelbsucht und ihre leber und galle hatten ihre funktion aufgegen und somit gehen wir davon aus, dass ihr körper von innen vergiftet wurde... es war eine furchtbare zeit und ich bin so unendlich froh für meine mama, dass es vorbei ist...

zu deiner frage mit dem darmverschluss kann ich dir leider nicht weiterhelfen, aber wenn du andere fragen hast, schreib mir gerne!

ganz liebe grüße und fühl dich gedrückt,
deine katharina

Ehemann
25.10.2006, 13:07
Hallo

du schreibst:
Plötzlich fing jetzt am letzten Wochenende der Brechreiz wieder an, dabei hatte sie schon auf einen Aufenthalt zu Hause gehofft.

Tja, und heute hat der Arzt uns dann gesagt, dass er keine Hoffnung mehr habe, sie hätten jetzt alles versucht und dieses Würgen und Brechen sei schon ein Zeichen, dass es nun zu Ende geht. Aber hoffen könnten wir trotzdem...ha, ha, ha

Der Brechreiz und die Tatsache,dass meine Frau nichts mehr essen kann besteht bei ihr seit Ende August etwa. Wie sich herausstellte ist es der Tumor der den Magen zusammendrückt. Deshalb hatte man ihr im Juli einen Stant(Röhrchen) in den Magenausgang gesetzt in der Hoffnung, dass es besser gehen würde. Damals ahnten wir nicht was wirklich los war.
Der Brechreiz schwächt den Körper natürlich zusätzlich, aber das damit das Ende eingeleitet wird kann ich nicht nach vollziehen. Aber die Ärzte haben wohl eher Erfahrungswerte. Wenn dem so wäre, wird es bei uns nicht mehr lange dauern, obwohl der Hausarzt eine Überlebensprognose von 2-3 Monaten angegeben hat.
Auf jeden Fall darf man die Hoffnung nie aufgeben, solange noch irgend ein Fünkchen Hoffnung besteht

daihaas
28.10.2006, 15:25
Vielen Dank für Eure Antworten und die liebe Unterstützung.

Meiner Mutter ist leider gestern morgen, nach zwei Tagen heftigen kämpfens gestorben.

Eure traurige Dani

Christine R.
28.10.2006, 16:08
Liebe Dani

ich drücke dich in deiner Trauer. Es tut mir sehr sehr leid für deine Mama

Viel Kraft für Dich
Christine

elisabeth_s
28.10.2006, 16:37
liebe dani,
das tut mir sehr leid zu lesen.
ich denk an dich,
elisabeth

Fussel
28.10.2006, 18:20
Hallo Dani!

Fühl dich auch von mir gedrückt ... es gibt nur den Trost, dass das Leiden für Deine Mutter ein Ende hat!

Ich wünsche Dir liebe Menschen, die Dir in dieser schweren Zeit zur Seite stehen!

Grüsse von Fussel

Flips
28.10.2006, 18:46
Liebe Dani

ein stiller Gruß von mir

Moni

HeidiHeidi
28.10.2006, 22:08
Hi,

bin unendlich traurig wünsche dir viel Kraft du hast alles Mögliche versucht...

magicN
29.10.2006, 15:36
Liebe Dani,
du hast deiner Mama toll beigestanden und es ihr so sicher leichter gemacht zu gehen. Es ist gut zu wissen, dass es Menschen wie dich gibt.
Ich denke an dich Nena

maja-s04
29.10.2006, 17:43
Liebe Dani,

dir und deiner Familie möchte ich mein herzliches Beileid aussprechen.

Sie ist nun frei und unsere Tränen wünschen Ihr Glück
(J.W.Goethe)

Stille Grüße
Maja, Lukas Mutti

www.lukas-matuschek.de.vu

Dorle
30.10.2006, 08:10
Liebe Dani
Auch von mir mein herzliches Beileid
Dorle

Frau M.
02.11.2006, 15:09
Vielen Dank für Eure Antworten und die liebe Unterstützung.

Meiner Mutter ist leider gestern morgen, nach zwei Tagen heftigen kämpfens gestorben.

Eure traurige Dani


Ach, Dani, sie hat einen Tag länger gelebt als meine Schwester....war sicher genauso eine " Erlösung" (eigentlich hasse ich dieses Wort, aber wenn ich Dagmars Leiden sehe, fällt mir kein anderes Wort ein), wie es für meine Schwester war. Ich weiß, wie schlimm gerade der Verlust einer Mama ist, aber sie hat jetzt keine Schmerzen mehr und weiß genau, wie sehr du sie liebst. Halte den Kopf aufrecht und versuche die Tage durchzustehen. Aber ich sehe ja auch, das du dir Gedanken gemacht hast....Ich drücke dich ganz feste....

Stanu
24.11.2006, 21:08
Liebe Dani,

ich habe Deinen Thread leider erst jetzt gelesen! Es tut mir so leid, dass Deine Mum es nicht geschafft hat.

Auch meine Mama ist an dieser Scheißkrankheit gestorben. Sie starb an dem Sonntag vor Deiner Mutter im Alter von 58 Jahren. Der Verlauf ihres Endes war ähnlich wie von Dir geschildert. Meine Mutter hat sich die letzten 3 Monate auch nur noch übergeben. Uns sagte keiner, dass das ein Zeichen für das Ende ist aber wenn ich die Parallelen lese, bin ich doch sehr erschrocken. Für mich war besonders schlimm, dass ich hilflos mit ansehen musste, wie meine Mutter verhungert ist. Durch das ständige Übergeben hatte sie eine Magenschleimhaut- und Speiseröhrenentzündung und konnte kaum noch etwas zu sich nehmen. Gott sei Dank ist ihr der Darmverschluss erspart geblieben. Sie wog zum Schluss keine 48 Kilo mehr!

Es gibt mir etwas Kraft, wenn ich sehe, dass hier soooooo viele auch gerade um ihre Mummy, ihr Frau weinen und ich nicht "versagt" habe - weil wir einfach alle machtlos waren. Und gleichzeitig macht es mich so unendlich traurig, dass wir hilflos beim Sterben zusehen mussten!

Traurige Grüße
Stanu

Anke24
24.11.2006, 21:20
Hallo Dani,
auch von mir herzliches Beileid. Ich wünsche Dir viel Kraft! Anke

daihaas
25.11.2006, 15:03
Hallo,

inzwischen ist meine Ma bald vier Wochen tot und die erste Ruhe ist bei uns in der Familie eingekehrt. Ein großes Loch bleibt, aber auch mein Vater erkennt, dass es -wenn auch nur irgendwie und mit großem Verlustgefühl- weitergeht.

Eins wollte ich aber noch loswerden, was mich bis heute schwer erschüttert und geärgert hat: Zwei Tage nachdem meine Mutter tot war, kam doch tatsächlich eine E-Mail von Dr. Müller aus Hammelburg, der mir mitteilte, dass man seiner Meinung nach - die sich allerdings nur auf die Unterlagen beschränkte- wohl doch noch etwas für meine Mutter hätte tun können. Doch da war es schon zu spät und sie wäre zu dem Zeitpunkt eh zu schwach gewesen.
Doch, ist das nicht traurig??? Die einen Ärzte geben den Startschuss zum langsamen Sterben, während die anderen der Meinung sind es gebe noch Wege.
Schlimm, schlimm. Für alle, die noch die Möglichkeit und genug Kraft haben: Versucht Euch auch noch mind. eine zweite Meinung einzuholen, denn Ärzte sind auch nur Menschen und scheinen nicht zugeben zu wollen, dass andere Kollegen vielleicht anderes Wissen haben....

Naja, in unserem Fall ist es zu spät. Das ist sehr traurig, aber dennoch mache ich mir keine Vorwürfe, denn wir haben so gut wie alles versucht.

Grüße
Dani

HeidiHeidi
25.11.2006, 20:57
Hallo,

du kannst dir bei Gott keine Vorwürfe machen du hast dein Bestes gegeben ,hast alle Papiere startklar gemacht um eine 2. Meinung zu holen, mehr ging leider nicht. Natürlich ist es bedrückend jetzt so einen Brief von Dr. Müller zu bekommen, aber man weiß nie wie eine Behandlung/OP ausgeht!

Meine Mutter hat eine OP dort abgelehnt, und unser jetzige Onkologe sagt eine OP wäre nicht möglich durch eine OP würde sie auch nicht länger leben!
Wem soll ich jetzt glauben??????


Ich wünsche dir viel Kraft mir fehlen die Worte...

Bibi72
04.05.2007, 23:59
Hallo,
bin zwar erst neu registriert, fühle mich aber trotzdem angesprochen und verfolge Eure Beiträge schon seit fast zwei Jahren. Erst jetzt fühle ich mich stark genug, um auch mal zu antworten und Anderen Mut zu machen. Auch bei meiner Mama wurde im Feb. 05 Eierstockkrebs mit Metastasen am Dünndarm festgestellt. Es fing harmlos an, mit "aufgeblähtem" Bauch und Verstopfung. Danach folgte die Total-OP, Chemo, Reha etc. Halt das Übliche. Nach der Kur ging es ihr ganz gut. Die Chemo schlug an, sie kam wieder zu Kräften, die Haare wuchsen und der Lebensmut kam zurück. Leider denke ich, daß wir Kinder die Augen vor der Wahrheit verschlossen haben... Wir konnten, wollten alles nicht begreifen und Papa hat es wohl nicht verstanden oder wollte uns schützen?! Zumindest haben wir nie erfahren, wie schlimm es wirklich um Mama steht. Es folgte im Dez. 05 eine Not-Op, wo ihr ein künstl. Darmausgang gelegt wurde. Ein Wunder, dass sie diese OP überlebte... (Sepsis im Bauchraum) Chemo. Im Juni 06 dann wieder KH. Nur noch Übelkeit, Erbechen und Durchfall. Folgen der Metastasen, welche weiter auf den Darm drückten. Entlassung aus dem KH. "Wir können nichts mehr tun". Seitdem pflegte Papa sie zuhause. Sie wurde künstl. ernährt, stand unter Morphium, war aber bei Bewusstsein. Ich wusste immer, dass diese Diagnose das Ende sein wird und habe mich auf "diesen Tag vorbereitet". Ich habe viel darüber gesprochen und wollte Mama in schöner Erinnerung behalten. Eine Mutter ist etwas Wundervolles und ich sage immer "Eswar meine Mama und nur ich habe sie gehabt!" Sie hätte nicht gewollt, dass wir an Ihrem Tod zerbrechen!!!
Die letzten Wochen waren schrecklich. Sie kam noch für ca. 14 Tage auf die Palliativstation. Im Nov. habe ich meinen Job verloren. Als ich ihr auf der Palliativstaion erzählte, ich hätte einen neuen Job, lächelte sie.... Ich ging raus unsd sagte zu meinem Freund, jetzt ist sie glücklich! Nun kann sie gehen. Denn ihrer Familie geht es gut.....
Am 22.12.06 holte Papa sie heim. Sie wollten Weihnachten mit der Familie verbringen. Am 23.12.06 starb sie zuhause. Papa war bei ihr...
Ich konnte mich auch noch "verabschieden".(auch wenn sie nicht mehr lebte) Ich hätte es mir nicht verziehen, wenn ich nicht mehr bei ihr gewesen wäre.
So schlimm diese Geschichte auch ist, möchte ich allen nur Mut machen, weiter zu kämpfen. Es lohnt sich!!! Und wenn "ES" passiert stark zu sein und an die schönen Dinge zurück zu schauen. Sie fehlt mir so unsagbar und es ist so ungerecht, ein Leben auf diese Art und Weise zu beenden....
Ich würde mich freuen, wenn mir jemand schreiben würde, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat und ebenfalls etwas Tost braucht!!
Vielen Dank fürs Zuhören!
Gute Nacht

Jeanette L.
11.05.2007, 22:14
Hallo Bibi72,
es tut mir sehr leid, daß es auch Deine Mama nicht geschafft hat diese Krankheit zu besiegen.
Meine Mama ( 59 ) ist heute vor 2 Wochen gestorben. Bei ihr ist im November 1998 Ovarial-Ca festgestellt worden. Sie hat 6 sehr schwere OPs hinter sich und etliche Chemos. Abgesehen von der psychischen Achterbahnfahrt. Sie war bei uns zuhause, da meine Eltern eine Firmenwohnung haben/hatten und mein Vater und ich praktisch ständig anwesend waren. 2 x täglich kam ein Pflegedienst zum Nahrung anhängen, Sekretbeutel leeren, frischmachen ( soweit das noch ging ) etc. Mit dem Pflegedienst waren wir sehr zufrieden. Meine Mama hat die letzten Monate Morphium bekommen und war deshalb auch nicht immer ansprechbar, bzw. sie hat viel phantasiert. Am 27.04.2007 war irgendetwas anders und mein Vater und ich haben meine Schwester angerufen, daß sie schnell kommt. Dann ist meine Mama in unseren Armen gestorben. Das ist bis heute noch nicht an mich rangekommen. Ich steh immer noch total unter Schock und habe das Gefühl, daß sie jeden Moment anruft oder um die Ecke kommt. Dieser Knoten in meiner Seele ist furchtbar. Ich hoffe, ich kann bald alles rauslassen und anfangen mit der Situation zu arbeiten oder klar zukommen. Für meinen Vater ist es die Hölle, er schläft seitdem bei meiner Schwester und sobald er in seine Wohnung kommt weint er nur. Es riecht auch alles nach meiner Mama. Vor allem wenn man den Kleiderschrank aufmacht... Ich weiß auch nicht recht wie ich meinen Vater trösten soll, weil er immer der große und starke Papa war, der einen beschützt hat und der ( vor uns ) nie Schwäche gezeigt hat und jetzt bricht er zusammen. Ich denke, wir müssen diesen schweren Weg nun gehen und vielleicht wird es mit der Zeit besser werden ???

Danke für's Zuhören und vielleicht hört man voneinander ?

Liebe Grüße und viel Kraft,
Jeanette