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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : caelix und appetitlosigkeit


myrte
01.11.2006, 17:26
Hallo an euch alle!

der Krebs bei meiner Mama (Eierstockkrebs, 2. Rezidiv, Bauchfellmetastasen) hat leider eine Resistenz entwickelt (auf Platin) und deshalb bekommt sie jetzt Caelix/Caelyx. Im Moment fühlt sie sich furchtbar. Sie ist müde und kann fast Nichts essen. Sie hat keinen Appetit und ist sehr sehr abgemagert. Sie sollte am 17. November wieder Caelix bekommen, aber in dieser Verfassung geht das gar nicht. Prosure bekommt sie auch kaum noch runter.
Wir sind verzweiltelt. Wir wollen nicht aufgeben.
Sie hat Anfang des Jahres 3 Mal Hyperthermie + Cisplatin-Chemotherapie gemacht und vor allem die erste Behandlung mit einer Bauchspülung hat sehr gut geholfen. Leider wurde der Krebs wieder sehr schnell aktiv und dann wurde nochmal eine doppelte Chemo-Bauchspülung mit Hyperthermie gemacht. Seitdem fühlt sie sich so. Das ist jetzt 7 Wochen her. Die Caelix Behandlung ist jetzt 2 Wochen her. Wir wissen im moment nicht, ob diese Appetitlosigkeit von den Nebenwirkungen ist (dass es viel zu viel für ihren Körper war) oder ob die Behandlungen nicht wirken und die Tumore auf den Magen drücken (ihr Tumormarker ging nml sogar runter während die Flüssigkeit in ihrem Bauch immer mehr wurde; bis zu 6 Liter). Sie hatte bis jetzt zum Glück nie mit Appetitlosigkeit und Müdigkeit zu kämpfen.
Weiss jemand von euch vielleicht wann Caelix anfängt zu wirken? Und was man evt. noch tun kann gegen diese Appetitlosigkeit?
Nichts machen geht auch nicht weil der Bauch sich dann sofort mit Wasser füllt.
Bin für jede Antwort dankbar,
liebe grüsse,
myrte

HeidiHeidi
01.11.2006, 19:10
Hi,

meine Mutter konnte nach ihre 2. Chemo auch nichts essen und trinken, deshalb ging es ihr sehr schlecht. Unser Hausarzt hat ihr dann eine Infusion Streofundin mit Multibionta Ampullen ( kostet ca. 15 Euro muss man selber bezahlen) gegeben. Gleich nach der 1. ging es ihr wieder gut. Ihr Körper brauchte die Flüssigkeit (Sterofundin enthält Salze usw. die wichtig für den Körper sind) und Multibionta ist ein Multivitaminpräparat das es auch als Tropfen gibt. Nur haben wir ihr das in Ampullenform in die Infusion gegeben. Bei meiner Mutter hat es geholfen. Es war ein richtiger Vitaminschub den sie wahrscheinlich brauchte um Kraft zu bekommen.

Nach Rücksprache mit eurem Arzt könnt ihr ja mal eine Infusion ausprobieren.

Wünsch deiner Mutter gute Besserung.

Eine Frage habe ich noch, habt ihr die Hyperthermie selber bezahlt?

Alles Gute

elisabeth_s
01.11.2006, 22:05
liebe myrte,
es gibt sogenannte astronautennahrung. das ist hochkalorische flüssigkeit zum trinken. frag doch mal eure ärzte danach.
alles gute,
elisabeth

myrte
03.11.2006, 16:25
Liebe Heidi und Elisabeth,

vielen Dank; ich werde das gleich weiterleiten; sie sollten es mal mit dem Arzt besprechen.

Die Hyperthermie haben sie selber bezahlt. Das ging nicht anders, weil sie nicht aus Deutschland kommen und auch nicht hier wohnen. Sie sind auch nicht privat versichert. Sie "kämpfen" aber immer noch mit ihrer Krankenkasse. Die "müssen" wenigstens einen Teil übernehmen (die Chemo z.B.). Hier bekommt man es wohl nur bezahlt wenn man privat versichert ist, habe aber auch schon mal gelesen, dass es Teilweise von der Kasse übernommen wurde. Ich würde es auf jeden Fall versuchen.

liebe Grüße,
myrte

Katinka1981
08.11.2006, 20:17
hallo myrte,

habe gerade eben erst deinen beitrag gelesen. meine mama hat als 2. chemo auch caelyx bekommen und es genau wie deine ma überhaupt nicht vertragen. anfangs war ihr "nur" schlecht, nach einiger zeit fing sie an zu spucken, was sie irgendwann 15 bis 20 mal pro tag getan hat. ihr hausarzt hat ihr sehr viele medikamente gegen die übelkeit verschrieben, aber keines der medikamente hat geholfen. wir sind die ganze zeit davon ausgegangen, dass es die nebenwirkungen sind und wir da einfach durch müssen... dem war leider nicht so. meine ma war oft wieder im krankenhaus, da sie künstlich ernährt werden musste und bei einer der unzähligen untersuchungen zeigte sich dann recht schnell, dass die tumore ihren bauchraum "zuwuchern" und gegen die magenwand drücken. daher kam die übelkeit und wir konnten nichts dagegen tun...

ich möchte dir aber natürlich nicht den mut nehmen, es kann genauso gut eine nebenwirkung der chemo sein, ich wollte dir nur kurz meine bzw. die erfahrungen meiner mama schildern.

du kannst mir gerne schreiben, wenn du noch fragen hast.

ich wünsche euch alles alles gute!!!
ganz liebe grüße
katharina

myrte
13.11.2006, 16:42
Hallo Katharina,

ich befürchte auch, dass es Tumore sein können die da was "abdrücken" oder so. Aber wir hoffen immer noch, dass es die Nebenwirkungen sind. Ich hoffe auch, dass das Caelyx wirkt und es dann besser wird (in ihrem Bauch ist immer noch Flüssigkeit, aber es wird nicht so schnell mehr wie vorher). Sie übergibt sich im Moment fast gar nicht mehr, leidet aber unter morgenliche Übelkeit und immer noch Vollegefühl, Müdigkeit etc. Ich weiss im Moment gar nichts mehr, weil es soll ja das Leben verlängert und die Qualität verbessert werden und wie soll das so weitergehen? Sie bekommt noch 5 Mal Caelyx!
Wenn sie wüsste, es wird danach für eine Weile wieder gut werden...................so langsam verliert sie aber den Mut.

Und was ist dann passiert nachdem man wusste dass es Tumore sind die diese Übelkeit verursachten? Hat man noch weiter gemacht mit Caelyx?
Hatte sie auch Wasser im Bauch?

viele liebe grüsse,
myrte

Maria Berlin
14.11.2006, 00:30
Hallo,
auch ich möchte euch nicht den Mut nehmen. Bei jedem ist es anders. Meine Schwägerin, Eierstockkrebs, Diagnose vor 2 einhalb Jahren, OP, drei Chemos, am Schluss blieb nur noch Caelyx als einzige Möglichkeit. Zwei Zyklen hat sie ganz gut vertragen. Die dritte war der Horror. Übelkeit, Erbrechen, Pilzentzündung vom Rachen herunter die ganzen Schleimhäute, als Nebenwirkung der Chemo. Das war das Schlimmste, sie konnte deswegen nicht mehr trinken, auch per Spritze eingeträufelte Flüssigkeit haben Schmerzen und Brechreiz erzeugt, obwohl es nichts mehr zu Erbrechen gab. Sie ist vor einer Woche gestorben und im Nachhinein sagen wir, das hätte nicht sein müssen.

alles Gute und viel Kraft
Maria

Katinka1981
14.11.2006, 20:30
Hallo Myrte,

sie hat das erste mal anfang januar caelyx bekommen und sollte dies immer im abstand von vier wochen erhalten. nach dem ersten mal fing die übelkeit, deshalb haben wir es in unmittelbare verbindung gebracht. als wir dann wussten, dass es das nicht war, konnten wir leider nicht mehr viel machen.

ende januar ist bei meiner mama einer der tumore im unterleib geplatzt (durch die ganzen erschütterungen vom wochenlangen spucken), sie lag dann zwei tage im koma und auch zwei drei tage danach war die übelkeit besser (dadurch, dass ihre gesamten körperfunktionen ein wenig lahm gelegt waren durchs koma). sie kam von der intensivstation auf die strahlenstation in der uniklinik in hamburg, wo der geplatzte tumor knapp zwei wochen täglich bestrahlt wurde, damit er sich verkapselt und nicht wieder platzt. in der uniklinik waren auch die behandelnden onkologen von ihr und der leitende oberarzt sagte mir und meiner mama ganz ehrlich, dass er die weiteren behandlungen mit caelyx nicht mehr machen würde, da dies wirklich nur lebensverlängernd wirken würde (bei ihr) und die lebensqualität nicht positiv beeinflussen würde. dies hat meine mama sich sehr zu herzen genommen, so dass sie einen tag später beschlossen hat, die chemo nicht fortzusetzen...

das spucken wurde auch ohne chemo nicht besser... ende februar habe ich für meine mama einen hospizplatz bekommen, mit großer hilfe der sozialstation im krankenhaus, und dort wurde sie dann sofort hinverlegt. ich hätte meine mama sehr gerne nachhause geholt, aber sowohl wir beide waren uns sehr unsicher, als auch die ärzte im krankenhaus haben uns davon abgeraten, da der geplatzte tumor eine große "gefahr" dargestellt hat. sie konnte zu diesem zeitpunkt nicht mehr aufstehen (sie hatte einen katheter), nicht essen und nicht trinken (wurde die letzten wochen nur noch künstlich ernährt). ich selber war seit dezember an pfeifferschem drüsenfieber erkrankt und hatte immer wieder sehr heftige "schübe". ich glaube, wir beide hätten es nicht geschafft und so haben wir gemeinsam beschlossen, dass ein hospiz eine für sie sehr annehmbare lösung gewesen ist. zwei wochen war sie dann noch dort, sie bekam ziemlich zum anfang gleich morphium (was sie vorher im krankenhaus nicht bekam) und dann wurde die übelkeit langsam besser. je höher die dosis wurde, desto mehr hörte das spucken auf und die letzten tage hat sie gar nicht mehr gespuckt. aber die letzten tage war sie eigentlich auch gar nicht mehr ansprechbar und war schon die meiste zeit in einer anderen welt... am 16.03. ist sie dann morgens um sechs gestorben und ich war nicht bei ihr! das werde ich mir wohl nie verzeihen und ich weiß bis heute nicht, wie ich damit umgehen soll...

oh man, jetzt wollte ich dir einfach nur auf deine fragen antworten, statt dessen sitze ich hier, mir laufen die tränen und ich habe dir meine ganze geschichte erzählt... das tut mir sehr leid...

ich würde mich freuen, wenn du mich mal auf dem laufenden hälst und ich drücke euch von ganzem herzem die daumen!!! lasst euch durch die vielen traurigen geschichten hier nicht entmutigen, ich denke ganz doll an euch!

ganz liebe grüße
deine katharina!

Christine R.
15.11.2006, 16:36
http://de.wikipedia.org/wiki/Dronabinol

soviel zum Thema Appetitlosigkeit und Übelkeit
Habe von 2 Betroffenen erfahren, dass ihr Appetit wirklich wiederkam und die Übelkeit so gut wie verschwand. Sie nahmen an einer Studie teil, wo Dronabinol verabreicht wurde


Gruss

Christine

myrte
19.11.2006, 16:07
Hallo Maria,

das tut mir alles sehr leid. Ich kann verstehen dass du jetzt sagst, das hätte nicht sein müssen. Es ist sehr schwierig zu „sagen“, wann man z.B. aufhört mit einer Behandlung. Ich denke oft darübernach, wie lange meine mama das alles noch durchhält und ob die ärzte ehrlich sagen wenn sie von weitere behandlung abraten (und ob man darauf hören soll).
ich wünsche euch viel kraft.

Hallo katharina,

habe dir eine private nachricht geschickt.


vielen Dank Christine, ich werde es jetzt sofort lesen und meinen eltern erzählen!

viele liebe grüsse an euch
myrte