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murmelina
19.04.2006, 17:32
Hallo, ich bin 38 Jahre alt und im November letzten Jahres hatte ich eine Operation bei der mir die Eierstöcke, Gebärmutter, Netz, Blinddarm und 46 Lymphknoten(Paraaortal und pelvin) ebtfernt wurden. Dem Voraus ging eine Operation wg eines unklaren Unterbauchtumors im Oktober der nach histologischer Befundung auf PT1a G1 eingestuft wurde. Nach der grossen OP wurde nichts weiter gefunden so das alles andere mit 0 eingestuft ist und man sagte es sei grosses Glück gewesen dieses Frühstadium zu entdecken.
Demzufolge verordnete man mir keine Chemo und dergleichen.
Nun geht es mir seitdem zwar besser, ich gehe seit 3 Wochen wieder arbeiten, aber es geht mir immer noch nicht so gut. Ich bin sehr schnell erschöpft, habe mittlerweile die 2te Blasenentzündung und habe 3 kg zugenommen die ich mir nicht erklären kann ausser das ich wasser einlagere.(Die letzten Tage hab ich abends einen recht dicken Bauch)
Darüberhinaus habe ich ein kloßgefühl im Hals, manchmal glaube ich Atemprobleme zu haben und das Gefühl mein Kreislauf spielt verrückt. Ich muss eine HET machen, bekomme dazu Estradot 100 in Pflasterform.Können es Nebenwirkungen sein die nicht im Beipackzettel stehen? Über die Dinge die ich da noch so mit mir rumschleppe kann mir keiner was konkretes sagen, ob das normal ist 5 Monate nach so einer OP, ich habe wahnsinnige Angst das im KH etwas übersehen wurde oder oberflächlich gearbeitet wurde aufgrund von Einsparungen oder was weiss ich:-(
Wenn ich die meisten anderen Beiträge hier lese schäme ich mich fast denn viele hier scheinen stark zu sein und kämpfen zu können, ich weiss ich habe eine gute Prognose aber ich fühle mich nicht gut. Kann mir jemand antwort geben?? Ich würde mich wirklich sehr freuen!!!
Danke!!
Murmelina
Lemona B.
19.04.2006, 22:53
Hallo Murmelina,
auch ich (35) hatte vor zwei Jahren einen Tumor im Eierstock der erst nach der Operation bei der histologischen Untersuchung als bösartig klassifiziert wurde. Bei mir war es ebenfalls das Stadium 1a G1 und ich habe keine Chemo bekommen. Ja, auch ich habe großes Glück, dass der Tumor so früh entdeckt wurde. Trotzdem ist und bleibt die Angst mein ständiger Begleiter. Bei jedem noch so kleinen Zwicken denkt man sofort, dass da wieder etwas ist. Nach jeder Nachsorgeuntersuchung bin ich einerseits erleichtert, weil alles in Ordnung ist. Andererseits mache ich mir dann doch wieder Gedanken, denn es könnte ja was übersehen worden sein. Schwierig, schwierig.
Was ich hiermit sagen will, ich denke es ist ganz normal, dass du dir viele Gedanken machst und Angst hast. Die große Operation lässt sicherlich auch ihre Spuren zurück. Denk' positiv! Aber vergewissere dich auch bei deinem Arzt, dass die Beschwerden harmlos sind.
Gruß Lemona
Hallo Murmelina,
hatte selbst vor 2 Jahren einen Borderline-Tumor an einem Eierstock, der über eine Bauch-OP einschl. Entfernung von Blinddarm und Bauchnetz entfernt wurde. Bei mir hat es gut ein halbes Jahr gedauert, bis es mir wieder einigermaßen gut ging, eher länger. Auch ich habe zugenommen, was ich auf Mangel an Bewegung aufgrund der ewigen Schonerei zurückschiebe. Bei dir ist das Ganze ja erst 5 Monate her. Und du hast gerade erst wieder angefangen zu arbeiten. Das ist schon eine Umstellung für den Körper. Aber bei Zweifel würde ich nochmal die Ärzte löchern.
Alles Gute für dich!
Lisy
murmelina
20.04.2006, 14:04
Danke für die Antworten. Laut der Ärzte ist mit mir alles in Ordnung wie sie sagen aber ich fühle mich nicht so. Sicher ist es noch früh nach 5 Monaten aber im Krankenhaus sagte man mir das ich nach 6 Monaten wieder so fit wäre wie vorher :confused: Welche Erfahrung habt ihr mit der Hormonumstellung gemacht? Hattet ihr auch noch lange Rückenschmerzen in Höhe der thorakalen PDA? Ich kenne keinen Menschen der mir solche Fragen beantworten kann, die Klinikärzte haben Ihre Statistiken und sehen die Patientinnen in der Regel nur in der Krankenhauszeit, d.h. aus dem Alltag heraus können Sie nichts wissen. Ich bin allerdings in psychologischer Behandlung seit Dezember um das alles bewältigen zu können. Eine Anschlussheilbehandlung habe ich nicht bekommen, hab mir alle Maßnahmen wie Psychologen und Krankengymnastik erfragt. Die Gewichtszunahme ansich ist nicht schlimm, aber die 3 Kilo sind in kurzer Zeit entstanden und ich hab Angst das das mit dem Lymphabfluss, der ja gestört ist nach der OP, zu tun hat.
Naja, ich hoffe es wird alles gut.
Einen schönen Tag wünsche ich Euch allen!
Murmelina
Hallo Murmelina,
auch ich (35) hatte mit 33 Eierstockkrebs im Stadium 1cG2. Deshalb bekam ich auch im Anschluß an die OP eine Chemotherapie.
Genau wie Du hatte ich starke Rückenschmerzen und auch ein starkes Lymphödem in der rechten Leistengegend.
Wegen dem Lymphödem verschrieb mir meine Ärztin Lymphdrainage. Schon nach der ersten Lymphdrainage hatte ich das Gefühl, dass das Ödem nachläßt. Und als Nebeneffekt ließen auch die Rückenschmerzen nach, sind mittlerweile (nach einen halben Jahr) völlig verschwunden. Mein Therapeut erklärte mir, das durch den riesigen Bauchschnitt der Bauchmuskel verkrampft, was sich wiederum in Rückenschmerzen äußert.
Ich kann Dir also Lymphdrainage wärmstens empfehlen! Außerdem mache ich Dehnungsübungen, die den Lymphfluß unterstützen.
Seit der OP mache ich auch eine HET, ich nehme Gynokadin, das hat mir meine Ärztin empfohlen, da ich das selbständig dosieren kann. Komme damit auch recht gut zurecht, wenn man von gelegentlichen Hitzewallungen mal absieht.
Gewichtmäßig habe ich nach der Chemo auch wieder etwas zugelegt (hatte bis zu 9 kg abgenommen). Habe jetzt mein altes Gewicht wieder, mache aber auch viel Sport, gehe 3-4mal die Woche walken und mache Gymnastik.
Tja, und was die seelische Hänger angeht, das kennt wohl jeder in unserer Lage. Mir fehlt zunehmend jemand zum Reden, der das Gleiche durchgemacht hat wie ich. Von allen anderen fühle ich mich manchmal nicht richtig verstanden, was ich aber gar keinem verübeln will und kann.
Würde mich freuen, wenn Du Dich nochmal meldest! Vielleicht kann ich ja noch irgendwie helfen! :winke:
Liebe Grüße Ines
murmelina
21.04.2006, 14:37
Hallo Ines,
ich habe mich über Deinen Beitrag sehr gefreut denn er ähnelt meiner Geschichte. Und mir fehlt auch zunehmend jemand zum Reden. Also lass uns reden, lach. :)
Ich hatte durch die beiden OP´s 13 kg abgenommen was aber nicht weiter schlimm war. Die 3 kg Zunahme fand ich eigentlich auch nicht schlimm wenn es nicht in so kurzer Zeit geschehen wäre.
Bin gestern beim Arzt gewesen weil ich Angst hatte das sich Wasser im Bauch angesammelt hat und so....aber laut sono ist alles ok, kein Wasser zu sehen.
Von Lymphdrainage sprach mein Doc auch, soll der Gyn verordnen( ist wohl jedem zu teuer oder zu belastend fürs Budget????)Ekelhaft!
Ich habe meinen Physiotherapeuten mal gefragt ob der Lymphstau sich durch kurzatmigkeit oder schmerzen im Rücken bemerkbar machen kann und er meinte ja klar. Damit steht er allerdings alleine da......die Docs sagen das das nicht sein kann. Aber woher es kommt sagt einem keiner. Wenn ich sage das ich furchtbare Angst zb vor weiterem Krebs habe dann liegt es an der Psyche...Wobei ich das zum Teil glaube zugegebenermaßen.
Hattest du die Rückenschmerzen eher Lendenwirbelhöhe oder Brustwirbelsäulenhöhe???? Ich hab so eher BWS, also da wo die PDA lag....und manchmal die schultern....aber das liegt sicher an meiner verkrampften haltung( ich arbeite im Büro)
Nun hab ich dich aber genug zugetextet und würde mich freuen wieder von dir zu lesen
gruß murmelina :)
Hallo Mumelina,
habe mich gefreut, so schnell von Dir zu hören. :)
Meine Rückenschmerzen waren eher im Lendenwirbelbereich. Bei der Verschreibung der Lymphdrainagen habe ich keine Probleme, sowohl mein Frauenärztin als auch mein Hausarzt verschreiben mir LD. Fühle mich aber bei beiden auch in ganz guten Händen! :-)
Von meinem Therapeuten, der die LD macht, weiß ich wiederum, dass das Budget der Ärzte nicht belastet wird, wenn auf dem Rezept ein bestimmtes Kreuzchen (ich glaube bei "außerhalb des Regelfalls" oder so ähnlich) gemacht wird. Ich erinnere mich nicht mehr so richtig, kann da nochmal nachfragen. Du solltest also auf jeden Fall Deinen Gyn nochmal drauf ansprechen.
Gehst Du denn schon zur LD, denn Du sprichst vom einem Physiotherapeuten? Hast Du das Gefühl, dass die LD hilft? Du wirst auch unter einem Lymphödem leiden, was sehr wahrscheinlich ist durch die Entfernung der Lymphknoten. Die Lymphknoten, die noch da sind, schaffen das alles nicht mehr so richtig. Wir werden also unser Leben lang damit mehr oder weniger zu kämpfen haben. Ich setze jetzt erstmal mit der LD aus, um zu testen, wie mein Körper reagiert. Rückenschmerzen habe ich ja zum Glück keine mehr.
Ich arbeite allerdings auch im Büro und meine Haltung ist auch nicht die Beste. Mein Arbeitgeber hat mir jetzt einen tollen Stuhl und höhenverstellbaren Schreibtisch zur Verfügung gestellt, so dass ich mir mit der Haltung verstärkt Mühe gebe! ;-)
Bis bald und alles Gute
Liebe Grüße Ines :augendreh
murmelina
21.04.2006, 17:28
@Ines
eine LD hatte ich bisher noch nicht, aber 18 mal Krankengynastik wo auch Massagen gemacht wurden. Mein Therapeut hat ein holländisches Diplom, die behandeln irgendwie anders als das was man so kennt. dort gehört zb autogenes training zur ausbildung.....finde ich nicht schlecht.
deine HET betreffend hab ich mal ne frage: Ich hab estradot 100 pflaster, weiss aber eigentlich nichts darüber wo der normale östrogenspiegel liegen sollte, weiss nur das man mir sagte das ich auf keinen fall ohne hormone sein sollte und die dosis so hoch sein muss weil ich sonst zerfallen würde :eek: ,
also so sagte mein gyn. O-Ton: was meinen sie wie schnell das geht wenn sie das weglassen, dafür sind sie noch viel zu jung. sie wollen doch sicher noch lange arbeiten gehen-bis 50 sollten sie das schon machen mit der het und so weiter...............tz. also tut mir leid aber so aussagentechnisch ist das eigentlich gleich null oder?
welche dosierung nimmst du denn? wie lange hat die umstellung gedauert und welche sachen hattest du ausser hitzewallungen? kennst du das mit den beklemmungen oder hast du davon gehört???
wie wirst du mit deinen ängsten fertig? wenn du magst kannst du mir gerne eine pn senden. aber erstmal verabschiede ich mich für heute und wünsche allen ein sonniges freudiges wochenende :cool2:
Hallo,
also ich bekomme lymphdrainage 2x die woche und es tut mir super gut. vor einiger zeit hatte ich auch furchtbare schmerzen an der brustwirbelsäule die mit massage und gymnastik nicht weggingen und dann natürlich auch panik. meine gyn hat mich dann gleich zum röntgen geschickt: "dann sind Sie beruhigt und ich weiß auch, dass dort nichts ist..." Lasst euch was ihr vom Hausarzt oder Gyn nicht bekommt vom Onkolgen verschreiben, der ist nicht budgetiert....
Übrigens, dass frau sich alles selber erabeiten muss was es an Behandlungen und Unterstützung so gibt kommt mir bekannt vor..
Du kannst übrigens jederzeit am besten mit Hilfe des Onkologen eine onkologische Reha beantragen. Die wird auch genehmigt!!
LG clara
Hallo murmelina,
Ich hatte letztes Jahr auch einen früh entdeckten Eierstockkrebs und man sagte mir immer wieder, ich sei dafür zu jung. Dabei war ich schon 51. Irgendwie hatte ich Glück im Unglück, ich war eigentlich wegen der Gebärmutter im Krankenhaus...
Ich hab auch keine Chemo gemacht.
Obwohl die OP eigentlich sehr gut gelaufen ist, hab ich auch noch gelegentlich Schmerzen und häufig schwere Beine.
Bauchschmerzen hab ich in den letzten Wochen heftige gehabt, nachdem ich angefangen hatte, Krankengymnastik für meinen desolaten Rücken zu machen. Der ist aber schon länger im Eimer (BWS vor allem). Nach vier Wochen KG hatte ich heftigste Bauchschmerzen und dachte auch das Schlimmste. Außerdem hatte ich LWS-Schmerzen und war immer kurz vorm Hexenschuss. Inzwischen ist alles wieder ruhig. Es waren wohl die Narben. Die Bauchmuskeln müssen sich ja auch neu sortieren.
Ich glaube, dass sich auch die ganze Statik des Körpers verändert, wodurch Rückenschmerzen entstehen oder schlimmer werden können.
Ich mache keine HET, weil ich ja im richtigen Alter für die Wechseljahre bin. Mir hat aber noch keiner gesagt, ich würde jetzt auseinanderfallen. Ich komme mir auch nicht so vor, obwohl ich alle möglichen Beschwerden habe.
Ich erlebe auch ständig, dass man mit den "Wehwehchen" nach erfolgreicher OP völlig allein gelassen wird. Und ab 50 wird man sowieso nicht mehr ernst genommen - alle Beschwerden werden dann wohl klammheimlich auf die Wechseljahre geschoben.
Wirklich unverschämt finde ich diese Bemerkung vom "Auseinanderfallen".
Ich kann mir vorstellen, dass eine HET ja auch eine Umstellung für den Körper ist, an die man sich erst gewöhnen muss. Vielleicht muss man auch das richtige Medikament finden.
Und ich habe auch ständig Angst, dass irgendwo neuer Krebs entstehen könnte... Ich hab lange viel geraucht und denke jetzt natürlich bei jedem Räuspern an den drohenden Lungenkrebs. Ich hab ein Problem mit der Schilddrüse...
Ich frag mich auch oft, woher manche Menschen die Kraft nehmen, in viel schlimmerem Zustand die Nerven zu behalten. Aber irgendwie muss man sich wohl an diese blöde Ungewissheit zu gewöhnen. Wenn man alle drei Monate zur Nachsorge muss, wird man ja immer wieder mit der drohenden Gefahr konfrontiert.
Ich hab seit vielen Jahren eine Verhärtung in der Brust. Früher sagte man mir, das käme von meinen ständig verspannten Muskeln im oberen Rippenbereich. Es fühlt sich auch so an und ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, weil es ja auch nachlässt, wenn mein Rücken etwas besser ist.
Bei der letzten Untersuchung nun hat der Arzt auch meine Brust mit Ultraschall untersucht und sich dabei sehr lange an dieser Verhärtung aufgehalten. Du kannst Dir sicher vorstellen, in welche Panik ich dabei geraten bin. Schließlich war alles gut. Ich habe nach dieser Untersuchung drei Tage nicht geschlafen...
Ja, irgendwie muss man wohl da durch.
Liebe Grüße. Anne
murmelina
23.04.2006, 21:27
Hallo zusammen,
vielen Dank für Eure Zuschriften!!! Sie haben mich wirklich beruhigt und mir gezeigt das es scheinbar wirklich im Bereich des möglichen liegt das meine Beschwerden völlig normaler Natur sind und ich vor allem nicht alleine mit den Problemen bin. :knuddel: Danke dafür. Sollte ich mich in Geduld üben?
Räuspern = beginnender Lungenkrebs...............kenne ich!!!(Nicht zu vergessen die Rückenschmerzen dabei) Sind auch meine Ängste. Auch ich habe ein Schilddrüsenproblem. Eine Unterfunktion. Seit 4 Jahren.
Ich habe Donnerstag meine 2te Nachsorge und natürlich voll Schiss, ist klar ne. Aber ist ja gut das es sowas gibt.
Vielleicht sollte ich nicht zu viel im KK rumstöbern denn viele Sachen machen mir richtig Angst und ich denke ständig nach.
Ich werde auf jeden Fall versuchen Lymphdrainage zu bekommen, denke das der Lymphstau ein aktuelles Problem ist denn meine Leiste schmerzt und meine Beine sind etwas geschwollen.
Ich freu mich wieder von Euch zu lesen.
Einen schönen Sonntagabend noch
Liebe Grüße Murmelina :laber:
murmelina
28.04.2006, 11:01
Danke Danke Danke, ich hab das Rezept in der Tasche für die Lymphdrainage und hoffe das nun vieles besser wird. Ich hatte gestern meinen 2ten Nachsorgetermin und bin lt vaginalsono und tastbefund ok. mein doc sagte ich habe allen Grund die Ohren steif zu halten. ok, dann werden meine beschwerden ja nun auch wider weg gehen( der böse kloß im hals kam wieder:-()
Ausserdem habe ich ein hormongel bekommen( hatte bisher Pflaster). er meinte wg der besseren dosierung solle ich das mal testen......also abwarten und tee trinken...ich lese ja hier auch des öfteren das ihr mit gel besser klar kommt.
Nun muss ich mal an die arbeit und hoffe das es euch allen soweit gut geht. ich wünsche euch ein gutes wochenende
liebe grüße murmelina :)
murmelina
23.06.2006, 09:03
Guten morgen ihr lieben,
ich muss einfach meinen kummer loswerden sonst werd ich noch verrückt:(
Ich wurde vor 8 monaten zum ersten mal operiert(tumorentfernung - leibschnitt) und vor 7,5 monaten zum 2ten mal (radikale op, längsschnitt bis brustbein)
Stadium pT1a, G1, alles andere 0, also Figo 1.
Nun meine frage: ich habe seit ca 2 wochen ein ziehen im unterleib, manchmal mäßige schmerzen in der linken leistengegend, eine mischung aus "als wenn man seine periode bekommt" und "irgendwas eingeklemmt"....
Zur zeit schwirrt das wort rezidiv in meinem kopf herum. bei der letzten nachsorge anfang mai war alles ok, tumormarker auch ok.
nun zu meiner frage:
wie ging es euch 7 monate nach op, ist ein rezidiv warscheinlich bei diesem stadium? oder können die beschwerden daher rühren das ich einen bürojob ausübe und 5 stunden am tag sitze?
Freue mich über antwort da ich wirklich wahnsinnig werde vor angst
danke vorab
eure murmelina:engel:
Guten Morgen murmelina,
es fällt mir jetzt erst wieder ein:
Ich habe im Winter, also etwa 8-9 Monate nach der OP, ein paar Wochen ziemliche Schmerzen im Unterleib gehabt - wie Menstruationsschmerzen, auch ins Kreuz und die Beine ziehend, wie ich es früher hatte.
Ich bin sehr nervös geworden, habe es aber nicht verfolgt, weil ich mit meinen Rücken (BWS)schmerzen und Angstzuständen beschäftigt war. Außerdem war es gerade ein paar Wochen nach einer Nachsorgeuntersuchung.
Dann hab ich wegen dem Rücken mit Krankengymnastik angefangen - zweimal die Woche. Das mach ich immer noch. Mein Bauch ist inzwischen wieder völlig in Ordnung, nur mein Rücken nicht...
Ich glaube auch, dass es Schmerzen von Verwachsungen sind und so eine Art "Neuorientierung" im Bauch.
Liebe Grüße. Anne
murmelina
21.09.2006, 20:57
Guten abend ihr lieben,
ich weiss es ist schon etwas spät aber ich poste das trotzdem mal hier rein:
Heute Abend um 20:15 kommt auf SWR1 eine Sendung( Namen hab ich nicht mitbekommen) in der es u.a. um die Kostenübername durch die Krankenkassen bei einem PET geht. Ich habs heut mittag im Radio (auch SWR1) gehört, in dem Fall klagt ein Patient gegen seine Kasse und es wurde gesagt das es unter Umständen möglich ist eine Kostenübername bewilligt zu bekommen.
So, nun hoffe ich das ich das alles richtig mitbekommen habe.
Liebe Grüße Murmelina
In dem Bericht im Radio gestern wurde gesagt, das, wenn man sich stationär im Krankenhaus aufnehmen lässt, eine grössere Chance auf Kostenübernahme besteht das das ganze übers Krankenhausbudget abgerechnet würde.....
Na wer's glaubt....:augendreh
Hallo Murmelina,
das klappt tatsächlich! Die Schwierigkeit scheint wohl zu sein, einen Arzt zu finden, der eine Einweisung ins KH für diese Untersuchung herausrückt. Schau dir mal Posting #17 an: http://www.krebs-kompass.org/Forum/s...ad.php?t=19177 (http://www.krebs-kompass.org/Forum/showthread.php?t=19177)
Liebe Grüsse
Anita
murmelina
11.12.2006, 19:35
Hallo ihr Lieben,
ich eröffne mal einen Thread mit folgender Frage und hoffe einige Antworten zu bekommen:)
Ich lese immer wieder von den "schlimmen Gedanken":weinen: die einen immer wieder heimsuchen, das kenne ich ja nun auch zu gut von mir. Was macht ihr dagegen, wie geht ihr damit um. Schafft ihr es, diese Gedanken zu vertreiben, wenn ja wie?
Mir fehlt derzeit oft der Antrieb, mein Beruf strengt mich sehr an obwohl ich nur halbtags arbeite, aber da sind noch die Kinder, Haus und alles eben. Ist es richtig das ich wieder arbeite? Manchmal schaffe ich das alles nicht mehr, dabei hab ich doch relatives Glück im Unglück gehabt, stelle ich mich an? Kennt das jemand von Euch, wenn ja, was macht ihr dann? Was kann man tun? Ich werde niemehr so fit sein wie vor den Operationen, bin schnell erschöpft und überhaupt. Mir ist das alles zu viel ,doch wie soll ich es ändern?
Also, wenn sich jemand wiedererkennt in dem was ich schreibe dann teilt mir doch Eure Erfahrungen mit, vielleicht hilfts ja....
Liebe Grüße Murmelina
Hallo murmelina,
ich kann mich dem nur anschließen, auch wenn meine Situation nicht ganz gleich ist.
Ich bin seit zweieinhalb Jahren krank / arbeitsunfähig und inzwischen frühpensioniert.
Zuerst ein Jahr krank wegen chronischer Rückenschmerzen und damit auftretender Angstzustände und Panikattacken. Das kannte ich schon, nur diesmal dauerte es länger.
Dann kam die Krebsdiagnose: Gebärmutter und gleich auch noch Eierstock. Letzterer aber ganz im Anfang, so dass ich mir die Chemotherapie gespart habe. Die Operation ist sehr gut gelaufen und bisher (eineinhalb Jahre) ist krebsmäßig auch alles gut gegangen.
Aber ich komme nicht auf die Füße.
Obwohl ich nun zweieinhalb Jahre nicht arbeite, bessern sich mein Rücken und meine Angstzustände nicht bzw. nur gaaanz langsam. Früher war das alles nach ein paar Wochen wieder in einem erträglichen Zustand, so dass ich wieder arbeitsfähig war.
Das gelingt mir jetzt überhaupt nicht.
Ich habe auch gar nicht viel zu tun. Früher habe ich den größten Teil des Tages mit Arbeit - und viel Stress - verbracht. Jetzt nur Zweipersonenhaushalt und ein erwachsener Sohn. Der bringt gelegentlich am Wochenende einen Sack Wäsche mit. Das ist dann für mich eine riesige Herausforderung. Was ich früher so nebenbei erledigt habe, erfordert jetzt strategisch raffinierte Herangehensweise. Ich denke schon Mittwoch darüber nach, wie ich das Wäscheprojekt am Wochenende angehe.
Ich kann vor lauter Angst immer noch nicht selbstständig das Haus verlassen.
Aber ich mache wieder etwas Sport - Heimtrainer, Rückengymnastik, Krankengymnastik; walken, wenn jemand mitgeht. Dabei habe ich aber das Gefühl, dass ich gar nicht die Kraft und Kondition gewinne, die ich früher bei solchen Aktionen bekam.
Ich habe jeden Tag das Gefühl, wieder von vorne anfangen zu müssen.
Lange Zeit hab ich mich nun ganz gesund ernährt. Hat nichts genützt. Sei der WM gönne ich mir abends wieder ein Bier. Und Schokolade. Bitterschokolade, weil sie gesünder ist. Das hat auch nichts geändert. Weder positiv noch negativ (außer dem Gewicht).
Ich bin überhaupt nicht leistungsfähig und kriege meine chronischen Probleme nicht in den Griff. Die alltäglichen Dinge - Haushalt -, die ich sonst nebenbei erledigt habe, sind jetzt Schwerstarbeit und füllen irgendwie meinen ganzen Tag aus, ohne dass ich richtig fertig werde.
Ich bewundere alle, die nach schlimmeren Krebserkrankungen und Chemotherapien wieder fit sind. Oder zumindest zuversichtlich. Wenn ich in diesem Forum lese, komme ich mir ziemlich blöd vor - den meisten Leuten geht es eigentlich schlechter, aber sie sind besser drauf.
Zum Arbeiten wäre ich absolut nicht in der Lage. Obwohl ich so aussehe...
Tja, mehr fällt mir auch nicht ein. Ich könnte jetzt noch seitenweise erzählen, wie wenig Kraft ich habe und wie wenig leistungsfähig ich bin...
Ich verstehe nicht wirklich, woher das kommt. Man bescheinigt mir natürlich eine Depression und eine Angststörung.
Aber trotzdem habe ich immer das Gefühl, es müsste noch einen anderen Grund geben, dass ich das alles nicht auf die Reihe kriege.
Murmelina, ich finde es bewundernswert, dass Du es schaffst, halbtags zu arbeiten!
Liebe Grüße. Anne
Liebe Murmelina,
wir suchen einfach gemeinsam.
Bis bald
Flips
http://www.bilder-hochladen.net/files/1lc9-v.jpg
Hoffnung
Seeigelein
14.12.2006, 15:36
Hallo Ihr Lieben alle!
Ich habe schon oft überlegt, ob ich auf manche threads antworte und ich kenne diese schwarzen Löcher natürlich auch. Manchmal fehlt aber auch die Kraft.
Nach der Diagnose war ich 4 Jahre hintereinander zur Kur und habe eine Psychotherapie gemacht.
Im Moment bin ich bei einer Heilpraktikerin in Behandlung und ich weiß, dass ich einiges ändern muss.
Ich versuche die schwarzen Löcher zu überspringen oder zu umschiffen und plane mir immer was Schönes. Auf den Höhepunkt freue ich mich dann. Ich sage nie mehr später, sondern jetzt und doch fällt es nicht immer leicht.
Letzte Woche hatte ich meine Freundin auf Dr. Sehoulis Station besucht und danach wieder vom Krankenhaus geträumt und oft daran gedacht, was ich für Glück hatte. Im September feiere ich meinen 10. Geburtstag (den zweiten) und im März werde ich 40.:)
Neue Bekannte wissen gar nichts von meiner damaligen Erkrankung und das Problem, keine Kinder mehr bekommen zu können, ist auch nicht mehr akut ...
Oft denke ich mir, dass niemand weiß, wie viel Zeit er noch hat und dass wir mit dem kostbaren Gut Leben anders umgehen als Leute, die den Tod so noch nicht wahrgenommen haben.
Ich weiß gar nicht, ob das jetzt alles blöd klingt, aber ich habe in den letzten 10 Jahren Vieles getan, was ich ohne die Erkrankung nie und nimmer gemacht hätte. Und es waren viele schöne Dinge, die mir sonst nicht passiert wären.
Ich habe auch meine Kinder anders erzogen, versucht ihnen viel mitzugeben, weil ich nie wusste, wieviel Zeit habe ich.
Denken Gesunde je darüber nach? Viele meiner Freunde kämpfen um Posten und Karrieren und Geld. Ich habe der Karriere ade gesagt und bin vom Gymnasium an die Grundschule gegangen. Dort bekomme ich so viel von den Kindern zurück und bin selbst wohl das größte Kind.
Ich hatte bis jetzt mehr Glück im Unglück und weiß, dass mich nur mein Optimismus und die Zuversicht weiterbringen. Und die Probleme will ich ins Loch schubbsen.
Weiß nicht, ob das jetzt alles richtig angekommen ist, aber ich habe es mal versucht.:confused:
Haltet duch und versucht das Schöne zu sehen und euch auf etwas zu freuen.:prost:
Ganz liebe Grüße aus Berlin von Netti
murmelina
14.12.2006, 16:59
Liebe Netti,
Schön das Du geantwortet hast. Und angekommen ist es auch was Du sagen willst. Ich stelle immer wieder fest das "1 Jahr danach" im Grunde zu kurz ist, ist das richtig? Auch ich mache eine Therapie, gehe nun ins 2te Jahr! Manchmal habe ich das Gefühl es wird alles nur schlimmer statt besser, es gibt Tage ( das waren bisher sehr sehr wenige) wo es mir gut geht. Freuen kann ich mich derzeit nicht, fahre emotional sozusagen Nulllinie. Meistens. In meinem Kopf dreht sich alles um diesen Krebs, auch um anderen Krebs den ich bekommen könnte oder schon habe und keiner hätte es gemerkt. Von den Problemen die die OP mit sich bringt oder gebracht hat mal ganz abgesehen.
Aber das was Du schreibst zeigt mir das ich Geduld haben muss. Doch weiß ich nicht wie es derzeit weitergehen soll mit der Arbeit, wie ich ja schon schrieb bin ich nach meinem Job nicht mehr in der Lage irgendetwas zu machen, meine Familie leidet sicher darunter, Unterstützung von außen habe ich nicht. Nun ja, wie gesagt, ich suche noch nach meinem Weg....
Euch allen da draußen einen schönen Tag, liebe Grüße
Murmelina
Seeigelein
14.12.2006, 18:58
Hallo Murmelina!
Du musst erst einmal dafür sorgen, dass es dir gutgeht.(scheiß Spruch). ich weiß. Stell dir vor, du hättest nur noch einen Monat, was würdest du tun? Niemand weiß, wie viel Zeit er hat und eins weiß ich, ich hab nichts zu bereuen.
Vielleicht kannst du die arbeit noch mal etwas zurückfahren? Manchmal hilft auch ein Plan. Montag will ich das machen, dienstag das, Mittwoch jenes. In den Plan baut man sich auch Schönes ein. Also z.B.: Donnerstag will ich es nach der Arbeit schaffen, mit meinen Kids ins Kino zu gehen. Mach etwas, was für Euch alle schön ist.
Seit meiner Krankheit habe ich auch ein ganz anderes Verhältnis zur Natur und mir ist klar geworden, dass ich nur ein ganz kleines Licht bin. Wenn ich hell leuchten will und nicht nur bisschen flackern, muss ich selbst für genug Sauerstoff sorgen.
Kurz nach der Erkrankung dachte ich immer, die anderen müssen netter zu mir sein und mich bemitleiden und so, alles Quatsch musste ich feststellen.
Die haben alle mit sich zu tun. Versuch doch erst mal zu überlegen, was du möchtest. Schreib es auf. Ich möchte z.B. nach Peru oder das, jenes ...
Warum strengt dich die Arbeit an? Höre auf zu arbeiten. Lass dich krank schreiben.
Ich weiß nicht, ob das bei dir geht, aber aus deinem Posting klingt eine tiefe Verzweiflung....
Ich hoffe, es geht dir bald besser
Netti
margit b.
14.12.2006, 19:41
Liebe Murmelina,
es tut mir sehr leid, dass es dir so schlecht geht.
Meine OP liegt schon 3 1/2 Jahre zurück und ich bin immer noch nicht wieder belastbar. Muss mir meinen Tag ganz genau einteilen, an arbeiten ist gar nicht zu denken! Wenn ich doch mal über meine Verhältnisse lebe, dann liege ich die nächsten 3 Tage platt, kann vor Erschöpfung nicht schlafen und habe Schmerzen in sämtlichen Muskeln und entlang der Wirbelsäule. Ich komm mir dann vor wie eine Batterie, die total leer ist. War im Oktober deshalb wieder mal im KH und wurde mit Verdacht auf Fibromyalgie entlassen. Zumindest wurde ich ernst genommen und nicht nur auf die Psychoschiene geschoben! Vielleicht googelst du mal ein wenig, ob das auch bei dir sein könnte?
Mein Leben ist manchmal sehr mühsam und trotzdem genieße ich es! Ich kann noch da sein für meine Familie und viele schöne Erlebnisse mit meinem Mann und den Kindern haben. Seit Abschluß der Chemo bin ich ohne Rezidiv und bei meiner schlechten Prognose war das eher unwahrscheinlich.
Und depressive Phasen gibt es natürlich, aber bisher hab ich mich immer wieder derrappelt.
Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend
Margit
Ich leiche mich einmal kurz hier rein, obwohl das Brustkrebs-Forum meine "Heimat" ist.
Falls noch wer hier lesen sollte, hier mein dringender Rat an Alle:
Gebt Arbeit ab, gebt sie ab an andere, übergebt sie an "Gesunde"!
Davon auch nicht die Kinder aussparen; es sei denn, sie sind noch im Baby-Alter.
Natürlich gibt es diese unendlichen "schwarzen Löcher", ich falle auch 5 Jahre nach der Diagnose immer wieder hinein.
ABER: diese körperliche Erschöpfung, die macht einen zusätzlich kaputt!
Da hilft kein Planen, kein Durchorganisieren, kein "zusammenreißen".
Da hilft nur: Arbeit abgeben, Pausen gönnen, ausruhen, schlafen, relaixen.
Ich habe schon in der Reha erkannt, dass ich nicht mehr kann und am Ende bin. Und... habe danach sofort einen Rentenantrag gestellt. Der wurde dann auch bewilligt, weil der Arzt in der Reha meine totale Erschöpfung erkannt hat.
Zu Hause habe ich zuerst die Wäsche an meinem Mann überreicht (wir waschen nur am Wochenende). Der hat anfangs viele Kleidung "verwaschen", aber das war mir egal. Ich hätte sie nicht mehr geschafft.
Gekocht wird nur noch das Allernötigste und auch das nicht von mir. Ich schaffe es einfach nicht mehr. Am Abend kochen mein Mann und ich gemeinsam, weil ich (alleine in der Küche) schon zu oft den Gasherd vergessen habe (Danke Rauchmelder, noch nie warst du so oft im Einsatz).
Geputzt wird nur noch sporadisch; allerdings räumt nun auch jeder selbst seine Sachen weg (vor meiner Diagnose undenkbar).
Ich war teilweise rigoros mit meiner Familie, weil denen die Umstellung natürlich sehr schwer fiel. Aber ich KANN eben nicht mehr und das ist auch kein "Anstellen" oder "nicht wollen". Es geht einfach nicht mehr.
Fazit: Alle, die glauben, es MÜSSTE wieder wie vor der Diagnose funktionieren, irrt sich. Klar gibt es Krebskranke, denen das gelingt. Aber für mich sind das Ausnahmen; große Ausnahmen.
Verabschiedet euch von dem Gedanken, dass ihr perfekt sein müsst. Die Therapien haben eure Kraft aufgezehrt und euer Körper verlangt nur nach eines: RUHE.
Freuen wir uns, wenn es einen Tag gibt, an denen wir wieder "fast" die "alte" gewesen sind und verzweifeln aber genauso wenig, wenn dann wieder Wochen vergehen, in denen wir kaum etwas zu stande bringen.
Hört auf euren müden Körper und gebt ihm die Ruhe, die er benötigt. Alles andere ist Quälerei!
Schöne Vorweihnachtstage wünscht euch
Norma
Diagnose Brustkrebs Nov. 2001, 7 Chemotherapien, Brustabnahme, Bestrahlungen, zur Zeit Anti-Hormon-Therapie
Ja ja, mein Chemohirn. ;-)
Ich leiche mich nicht hier rein, ich "schleiche" natürlich. :smiley1:
Und jetzt bin ich auch gleich wieder weg
Norma.
HeidiHeidi
13.01.2007, 00:21
Hi,
ich bin gerade durch so ein schwarzes Loch gefallen. Ich Moment habe ich wieder furchtbare Angst vor der Zukunft. Vielleicht habe ich mit meiner positiven Haltung die Wahrheit verdrängt? Ich weiss es nicht! Bald stehen ja wieder die Nachuntersuchungen an das macht mich jetzt schon wieder fertig.
Welches Medikament könnt ihr gegen die Angst empfehlen? Ich möchte kein regelmäßiges Medikament einnehmen nur für den sozusagen "Notfall". Wichtig ist mir auch nicht gleich mit einem Hammermedikament anzufangen da ich ja auch noch arbeiten gehe.
Liebe Grüsse Heidi
Guten Morgen Heidi,
das kann ich gut nachvollziehen. Wollte hier auch mal wieder schreiben, konnte mich aber nicht aufraffen.
Ich war ja vor dem Krebs schon krank - Rücken und Angst- und Panikstörung. Derzeit ist der Krebs weg, der Rest aber noch da. Und wenn es mir mit der allgemeinen Angst gerade mal etwas besser geht, steht die nächste Krebsnachsorge vor der Tür...
Es gibt nicht "das" Medikament.
Es gibt Antidepressiva. Viele Sorten. Die muss man mit einem vertrauenswürdigen Arzt ausprobieren. Die können am Anfang unangenehme Nebenwirkungen haben und dann später doch ganz gut helfen.
Ich habe damit Probleme gehabt.
Es gibt hochdosiertes Johanniskraut. Das wird auch bei mittelstarken Depressionen verordnet. Es muss wirklich hoch dosiert sein und wirkt auch oft erst nach ein paar Wochen. Es gilt allgemein als harmlos, gut verträglich. Ich nehme es seit einiger Zeit, habe keine Nebenwirkungen, aber auch nicht den durchschlagenden Erfolg. Man muss aber aufpassen: Es kann mit manchen wichtigen Medikamenten Wechselwirkungen eingehen, so dass die wichtigen Medikamente nicht mehr wirken. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manche Ärzte das nicht wissen und etwas sorglos damit umgehen.
Für akute schlimme Angst gibt es Benzodiazepine (Tavor etc.). Die helfen und sind bei kurzfristigem Gebrauch auch ganz gut verträglich. Aber hochgefährlich, weil sie in kürzester Zeit abhängig machen. Das sollte einem ein Arzt auch erklären.
Es gibt eine Menge homöopathischer Sachen, die man ausprobieren kann. Sinnvoll ist aber auch hier wieder ein Arzt oder Heilpraktiker, der sich auskennt.
- PN -
Liebe Grüße. Anne
Stefanie E.
13.01.2007, 14:08
Hallo,
diese schwarzen Löcher kenne ich sehr gut. Nicht nur jetzt in den Zeiten meiner Chemo, auch vorher schon.
Diese Tiefs können einen ziemlich zusetzen. Ich denke zum einen, dass wenn dich die Arbeit zu sehr anstrengt und belastet, eine Auszeit sicher sinnvoll ist. Der Körper schreit ja nach Ruhe.
Ich habe gelernt, dass wenn die Schwäche kommt, der Körper einem damit ja etwas sagen will. Sozusagen die Symptome die Sirenen und Warnungen vor "Gefahr" sind. Nimm sie ernst.
Zum anderen ist für mich eine psychotherapeutische Begleitung wichtig. Ich lerne so den Umgang mit den Tiefs. Die Abstände vergrößern sich und die ersten Hinweise darauf erkenne ich.
Jetzt seit meiner Diagnose bin ich froh, dass ich diese Unterstützung bekomme. Mir geht es akut ja ähnlich wie dir.
Ich gehe 1 x in der Woche zur Krebsberatung und zur Therapie. Ich glaube, wenn ich dies in dieser Zeit nicht hätte, würden mich meine Gedanken und Ängste auffressen. Da ich diesen Zustand nicht ertrage, muss ich mir helfen. Deshalb suche ich diese Gespräche.
Ich wünsche dir, dass du mehr Zeit für dich findest, dich ausruhen kannst. Evtl. gibt es liebevolle Menschen, die dich unterstützen und Gesprächspartner sind.
Stefanie
HeidiHeidi
13.01.2007, 22:34
Hi,
vielen lieben Dank für die freundlichen Antworten, was würde ich bloss ohne euch machen?
Eigentlich bin ich gegen Chemie gewesen, aber vielleicht probiere ich es einfach mal aus. Ich denke dass ist der richtige Weg, denn wenn ich Kraft habe kann ich auch Kraft weiter geben.
Schönes Wochenende
Heidi,
nicht immer gleich ans Weitergeben denken!!
Ebenfalls schönes Wochenende.
Anne
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