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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erneuter Befall?


Jochen Krause
05.01.2007, 14:23
Hallo zusammen,

meiner Mutter (63) wurde vor 3 Jahren eine Niere wegen eines (schon recht großen) Nierenkarzinoms entfernt. Es hatten sich keine Metastasen gebildet, Lunge und Knochen waren in Ordnung.

Seit dem geht es ihr sehr gut. Auch die Vorsorgeuntersuchungen waren unauffällig. Im September wurden dann an der verbleibenden Niere 3-8mm große Cysten entdeckt, die sich nach einem 2 Monate später durchgeführten Kontroll-MRT allerdings nicht verändert haben.

Der damalige Befund lautet: " Unklarer Herdbefund im oberen Nierendrittel links dorso-median von 11 x 14 mm Größenausdehnung. DD kommen in Betracht ein partiell cystischer Nierentumor, eine komplizierte Nierencyste mit fibro-vaskulärem Gewebe nach Einriß sowie ein fettarmes Angiomyolipom."

Ein Arzt rät zum weiteren Abwarten, da der Befund unklar ist und er das Risiko, dass die verbleibende Niere nach einer Operation nicht mehr voll funktionsfähig ist, für zu groß hält. Ein anderer Arzt rät zur nierenerhaltenden OP, da er das OP-Risiko für geringer einstuft als das Risiko einer erneuten Krebserkrankung.

Wir sind recht unsicher, wie wir weiter vorgehen sollen. Hat jemand Erfahrungswerte oder einen Tipp? Würde mich über eine Antwort freuen.

Viele Grüße - Jochen

SurvivorJens
06.01.2007, 21:30
Hallo Jochen,
Warum sollte eine Niere, deren oberes Drittel mit den Cysten entfernt wird, nicht funktionsfähig sein ?
Meine damals mit einem Krebstumor befallene Niere hatte eine Länge von 11 cm, die oberen 6 cm wurden mit dem Tumor entfernt und sie funktionierte laut Aussage der Ärzte trotzdem. Nach ca 15 Monaten hatte die operierte Niere wieder ihre Ursprungsgröße erreicht. Ich muß allerdings dazu sagen, daß ich meine zweite Niere noch habe und diese völlig gesund und damit voll funktionstüchtig ist und zur Zeit der OP auch war.
Ich würde an Deiner Stelle nochmal drüber nachdenken und notfalls sogar eine dritte Meinung einholen.
Gruß
Jens

Rudolf
07.01.2007, 00:51
Hallo Jochen,
ein Teil Deiner Beschreibung ist mir unklar:
1. im Sept. wurden 3 - 8 mm große Zysten entdeckt (Mehrzahl),
2. im Nov. (2 Mon. später) waren sie unverändert,
3. der damalige Befund (wann?) war: unklarer Herdbefund mit 11 x 14 mm Größenausdehnung (Einzahl).
Was gilt jetzt?

Da Deine Mutter nur noch 1 Niere hat, verstehe ich gut, daß Ärzte mit dieser verbliebenen Niere sorgfältig umgehen wollen. Wie groß das Op.-Risiko ist, kann ich natürlich nicht einschätzen.
Das verdächtige Ding sitzt im oberen Drittel der Niere, so daß wohl mindestens ein Drittel der Niere entfernt werden müßte. Das ist nicht wenig. Und ob die Niere nach einer Op. wieder zu ihrer vollen Größe heranwächst, scheint mir nicht sicher.

Außer an eine Operation solltet Ihr evtl. auch die Möglichkeit einer Thermoablation in Betracht ziehen.
Zunächst aber sollte eine genauere Diagnose gestellt werden, da schließe ich mich Hans an.
Die DD sollte also angegangen werden.
Alles Gute
Rudolf

Jochen Krause
13.01.2007, 14:22
Hallo zusammen,

viele Dank für eure Reaktionen. Da ich medizinisch nicht so bewandert bin, habe ich doch Unsicherheiten, ob ich alles richtig verstanden habe. Vielleicht noch ein paar Informationen: Nach CT und MRT im September wurde der schriftliche Befund erstellt, aus dem ich zitiert habe. Da stehen in der Tat beide Dinge drin (3-8 mm große Cysten und das mit dem unklaren Herdbefund mit 11x14 mm Größenausdehnung). Im Rahmen dieser MRT-Untersuchung wurde auch Kontrastmittel gespritzt, dass wohl am Rand der Cyste(n?) und ein wenig auch innen drin erkennbar war.

Nächste Woche wird noch einmal ein Kontroll-MRT gemacht, bevor meine Mutter dann eine Entscheidung treffen will.

Rudolf, was ist Thermoablation und was bewirkt es?

Nochmals vielen Dank für die Reaktionen und viele Grüße - Jochen