Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine Freundin hat Hodgkin und versteckt sich
Pete1975
19.05.2007, 15:14
Hallöchen zusammen,
ich habe da mal eine Frage und hoffe dass ich hier ein paar Antworten finde. Seit Anfang Februar habe ich eine neue Freundin die ich über alles liebe. Wir hatten zwei wunderschöne Monate, die sehr intensiv und einfach himmlisch waren. Ich wusste dass sie ihre Geschichte hat und deshalb eine andere Lebensführung hatte, eine sehr positive. Das hat mich sehr beeindruckt, und nachdem ich vorher massive psychische Probleme hatte, war sie es die mich durch ihre Art und ihre Liebe da heraus geholt hat.
Doch eines Tages änderte sich alles, sie zog sich gänzlich zurück und ich wusste nicht warum. Nach Wochen erzählte sie mir von ihrer Krankheit und dass sie in ein tiefes Loch gefallen sei, das ihr alle Kraft raubte. Sie wolle mich nicht verlieren aber sie hätte z.Zt. keine Kraft für eine richtige Beziehung, habe Angst vor zu viel Gefühl und sei mit allem überfordert. Natürlich will ich an ihrer Seite bleiben, egal für welchen Weg sie sich entscheidet. Allerdings schottet sie sich total ab, ich lasse sie auch so weit in Ruhe und gebe ihr die Zeit. Nur wird meine Angst immer grösser dass sie nicht mehr aus diesem Loch findet. Aber ich darf ihr ja nicht helfen, ich kann nur warten und hoffen. Und nun meine Frage: gibt es hier Leute, die sich auch so wie meine Freundin gefühlt haben ? Was ging in Euch vor und wie lange dauerte dieser Zustand ? Kam evtl. irgendwann der Lebensmut zurück oder wie war es ? Ich wäre Euch für Antworten wirklich sehr dankbar, da ich die ganze Sache, so sehr ich es auch versuche, nicht wirklich ganz nachempfinden kann. Ich bin wirklich verzweifelt :cry:
flautine
19.05.2007, 16:03
Hallo Pete,
erstmal ein ganz herzliches Willkommen hier im Forum - es ist gut, wenn Du mit Deinen Sorgen nicht allein bleibst.
Wie Du in meiner Signatur sehen kannst, bin ich auch nicht selbst betroffen, antworte Dir aber trotzdem mal. Ich glaube, dass Du es genau richtig machst. Wahrscheinlich ist Deine Freundin immer noch überfordert mit der ganzen Situation, und das ist auch normal - denn so eine Diagnose stellt das ganze bisherige Leben auf den Kopf, bedroht es ja auch. Das löst natürlich große Angst aus, und vielleicht hat sie auch Angst, Dich zu überfordern. Wichtig ist, dass sie weiß, dass Du für sie da bist, wenn sie das möchte. Für Dich ist es schwer, zusehen zu müssen und nicht helfen zu dürfen; als Partner fühlt man sich oft ohnmächtig, ich weiß das, auch wenn mein Mann nicht so zumacht. Vielleicht liegt es auch an Eurer noch sehr jungen Beziehung, dass sie Dich im Moment nicht an sich heranläßt.
Auf jeden Fall ist es toll, dass Du bereit bist, den sicherlich nicht leichten Weg der nächsten Zeit mit ihr zu gehen. Signalisier ihr das, und sie wird wahrscheinlich - wann auch immer, das ist auch bei jedem unterschiedlich - Deine Hilfe/Nähe/Begleitung annehmen. Ich denke, die anderen Fories werden bestimmt bald hier auftauchen und Dich auch unterstützen.
Ich wünsche Euch beiden viel Kraft!:winke:
flautine
Lieber Peter,
auch ich heiße dich hier echt herzlich willkommen...
wie es dir geht,kann ich dir nachfühlen.. ich bin auch Partnerin eines Betroffenen,so wie flautine..
der Unterschied zu dir besteht darin,das wir schon seit 17 Jahren verheiratet sind..
aber selbst das hat mich nicht vor der Erfahrung geschützt,das mein Mann sich für gewise Zeit zurückgezogen hat.. er brauchte die Zeit für sich,allein um mit dem GAdneken klar zu kommen,das er Krebs hatte..und Krebs ist und bleibt leider immer noch in unseren Köpfen erstmal ein Todesurteil..erst mit der Zeit erkennen wir,das es das noch lange nicht ist... aber die Angst ist erstmal da..und wie gut kann ich nachvollziehn,das sich deine Freundin damit erstmal auseinander setzten muß..
Ich finde es toll,wie du reagierst..denn auch wenn es dir schwer fällt und du ebenfalls eine Angst um sie und euch in dir hast.. du gibst ihr Zeit.. vermittel ihr das Gefühl,das sie auf dich bauen kann..
Mehr klann ich dir momentan nicht raten.. leider sind uns nur zu oft die Hände gebunden und wir würden liebend gerne viel mehr tun für die die wir lieben...
Ich wünsche dir und deiner Freundin alles Liebe und Gute
Lieben Gruß
Lucie
Hallo Pete,
so wie Du das beschreibst würde ich bei deiner Freundin auf ein Fatigue Syndrom tippen. Besonders Systemerkrankte werden oft davon heimgesucht.
Dieses keine Kraft , alles ist zu viel , sogar das aufstehen bereitet mühe kommt mir doch sehr bekannt vor.
Leider wird man darauf nicht aufmerksam gemacht .Ich hatte das große Glück einen Onkologen und eine sehr gute Therapeutin in der Kur zu haben.
Merke aber immer wieder das ich mit meinen Kräften sehr Haushalten muß.
Vielleicht redest Du mal mit Deiner Freundin darüber, Es gibt auch einen gutes
Ratgeber darüber bei der Deutschen Krebshilfe.
Wünsche Dir viel Kraft und Deiner Freundin das Sie wieder aus dem Loch kommt.
Alles liebe
Ulli
Pete1975
21.05.2007, 10:33
Hallo Ihr Lieben,
ersteinmal vielen Dank für Eure liebe Begrüssung und Eure Postings. Es hilft wirklich sehr, mit Leuten zu reden die in der Thematik sind und somit viele Gefühle, Ängste und Gedankengänge nachvollziehen können. Ich habe ja so niemanden, mit dem ich darüber reden könnte, und jede einzelne Antwort hier tut wirklich sehr gut, da man der ganzen Sache so immer ein Stückchen näher kommt. Es ist ja halt so: man kann sich noch so bemühen dies alles zu verstehen, trotzdem kann man sich einfach nicht komplett in diese Lage hineiversetzen.
Es ist schon sehr übel. Als Lena, so heisst meine Freundin, mir von ihrer Krankheit erzählte war ich natürlich erstmal fertig mit den Nerven. Dann befasste ich mich genauer damit, forschte im Internet nach und las die Bücher von Michael Lesch ("Ein Jahr Hölle") und von Michael Lohmann/Andrea Jox ("Das Jahr in dem ich nur spazieren ging"). Ich hatte genug Zeit mich damit auseinanderzusetzen was dies alles wirklich bedeutet. Und mit jeder Sekunde wusste ich genauer, dass ich an Lenas Seite bleiben will, egal welchen Weg sie gehen will und was das kosten würde. Ich wurde immer optimistischer und fühlte mich richtig stark. Was ich allerdings unterschätzt hatte, war die Tatsache, dass Lena sich ganz anders fühlen und verhalten könnte. Und genau´so kam es dann auch. Sie zog sich gänzlich zurück. Wir haben uns jetzt in ca. 9 Wochen gerade zweimal gesehen, jeweils für eineinhalb Stunden. Wir telefonieren nicht mehr, schreiben uns keine Nachrichten mehr. Und das ist echt hart. Sie sagte mir mal, dass sie mir gegenüber Schuldgefühle hätte. Zum einen weil sie es mir erst nach 2 Monaten sagte, zum anderen weil sie mir diese "Bürde" nicht auferlegen wolle. Neben ihrer Mutter und ihrem Bruder bin ich auch der Einzige, der überhaupt davon weiss. Selbst ihre Freunde oder auf ihrer Arbeit weiss niemand etwas davon, sie wollte einfach versuchen, so normal wie möglich zu leben. Doch seit ich es weiss, ist unser Verhältnis für sie nicht mehr unbelastet. In unseren ersten 2 Monaten hatten wir eine wunderbare Zeit. Für sie war ich eine Festung, in die sie entfliehen konnte, in der sie nicht mit ihrer Krankheit konfrontiert wurde. Doch das ist nun eben vorbei, und alleine das scheint sie zu belasten. Sie erfuhr ungefähr zu Weihnachten ihre Diagnose und verdrängte sofort alles. Sie holte nicht mal eine 2. Meinung ein, sie wollte nichts davon wissen. Dazu sollte ich erwähnen, dass sie ihren Vater durch die gleiche Krankheit verloren hat. Und auf der Arbeit hat eine Kollegin ebenfalls Morbus Hodgkin, und da bekam sie hautnah mit, wie diese Kollegin dramatisch abbaute. Keine guten Bedingungen. Sie hatte auch in ihrem früheren Leben schon sehr harte Schicksalsschläge zu verkraften, und so sagte sie mir, dass sie keine Lust mehr habe, zu kämpfen.
Was für mich das schwerste ist ist folgendes: würde Lena kämpfen wollen, so wollte ich mit ihr kämpfen. Sollte sie nicht kämpfen wollen und einfach leben wollen, so würde ich versuchen, ihr dies Leben so glücklich wie möglich zu gestalten. Aber dass sie z.Zt. nur noch dahin "vegetiert", das macht mich fertig. Ich würde alles für sie tun, also werde ich geduldig sein und ihr soviel Zeit geben wie nötig. Jedoch habe ich einfach Angst, dass dies gar nicht mehr aufhört, sie nur leidet und evtl. auch noch die Beziehung beendet. Ich will doch nur, dass sie wieder glücklich wird. Und natürlich ist es mein grösster Wunsch, mit ihr glücklich zu sein. Dieser schwere Zustand dauert mittlerweile wie gesagt seit Mitte März an, und ich weiss nicht ob das normal ist. Wie lange kann sowas dauern ? Ich weiss es nicht. Kommt es öfter vor dass es so lange dauert, bis Akzeptanz und evtl. auch Motivation zuzrückkehren ? Oder hat Lena sich bereits vollends aufgegeben ???
Ich bitte Euch, bitte schreibt mir weiter. Ich würde doch alles tun. Aber was ???? Diese Situation macht mich echt fertig :cry:
Pete1975
21.05.2007, 20:00
Hallo Rockshaver,
das Dumme ist, dass ich vieles selbst nicht genau weiss. Lena wird im Juni 32 Jahre alt, die genaue Diagnose weiss ich nicht. Sie sagte nur, sie wäre nicht mehr im Früh- , aber auch noch nicht im Endstadium. Ja, im Dezember letzten Jahres bekam sie die Diagnose, was für Untersuchungen allerdings gemacht wurden, weiss ich ebenfalls nicht. Bis Mitte März verdrängte sie ihre Krankheit erstmal, bis sie sich dann so richtig darüber bewusst wurde. Angeblich hat ihr der Arzt damals gesagt, dass selbst eine Chemo bei ihr nichts bringen würde und sie maximal noch 5 Jahre zu leben hätte. Und da sie bei ihrem Vater (der letzlich auch daran starb) und bei einer Arbeitskollegin mitbekommen hatte, wie diese unter der Therapie litten und abbauten, hat sie sich nicht weiter damit befasst sondern alles erstmal verdrängt. Ich frage mich nur, wie lange sie noch in ihrem Schneckenhaus bleiben will. Ich kann ja auch nicht mit ihr darüber reden, sie will nichts davon hören, am liebsten niemanden sehen.
flautine
21.05.2007, 21:08
Hallo Pete,
ich bin gerade etwas schockiert über die angebliche Aussage des Arztes, sie hätte maximal noch fünf Jahre zu leben! Ich glaube eigentlich nicht bzw. habe noch keinen Fall kennengelernt, in dem es bei Morbus Hodgkin nicht noch Optionen gab. Und dieser 5-Jahres-Zeitraum kommt mir doch recht abstrus vor. Deine Freundin hat doch Morbus Hodgkin, oder nicht? Normalerweise kann man selbst in höheren Stadien, wenn schon viele Lymphdrüsenbereiche befallen sind, noch sehr gut und mit guter Prognose therapieren! Und fünf Jahre - wo holt der Arzt diese Angabe her??
Sollte Deine Freundin ihre Entscheidung, keine Behandlung anzufangen, auf eine derartige Angabe hin getroffen haben, finde ich das äußerst bedenklich. Es ist jetzt auch schwierig, überhaupt in puncto Behandlung, Prognose etc. was zu sagen, wenn die ganze Geschichte in der Hinsicht so unklar ist. Ist wahrscheinlich für Dich gerade auch schwierig, da was rauszufinden, wenn sie keinen Kontakt will ... Hast Du Kontakt zu ihrer Mutter oder ihrem Bruder? Wenn sie Bescheid wissen, wissen sie vielleicht auch etwas Genaueres über die Diagnose.
Ganz liebe Grüße:pftroest:
flautine
Pete1975
21.05.2007, 21:54
Hallo Flautine,
ja, ich fand diese Aussage auch ganz schön krass. Mittlerweile weiss ich ja einiges über diese Krankheit und da gibt es wirklich so viele Möglichkeiten. Mein Psychologe sagt auch, dass kein Arzt das Recht hat, solch eine Aussage zu machen, zumal keiner wirklich sagen kann was passiert.
Allerdings gibt es da noch etwas zu bedenken: Lena meinte, es könne auch sein dass sie sich verhört hat was diese 5 Jahre angeht, dass diese Zahl vom Arzt unter Umständen in einem ganz anderen Kontext genannt wurde. Sie hat halt die Diagnose erfahren und sofort dicht gemacht, da sie ja durch ihren Vater und ihre Arbeitskollegin bereits vorbelastet war.
Ich weiss auch nicht mehr was ich tun soll. Natürlich schmerzt es mich auch weil ich sie so sehr vermisse. Aber noch mehr tut es mir weh, zu wissen dass sie leidet (vor allem psychisch) und sich nun seit nunmehr fast 9 Wochen scheinbar ihrem "Schicksal" ergibt. Niemals zuvor habe ich so sehr geliebt, und ich würde wirklich alles für sie tun. Aber dazustehen, nichts richtig zu wissen was mit ihrer Situation zu tun hat, und nichts tun zu können als abwarten ist das Schlimmste. Ich weiss nicht wie lange ich diesen Zustand noch ertragen kann :(
Leider kenne ich auch niemanden aus ihrem Umfeld. Sie hat mir auch nie ihre Adresse gegeben. Sie erklärte mir mal, dass sie mich nicht zu weit in ihr Leben lassen wolle. Zu ihrem und vor allem zu meinem Schutz. Tja, was soll ich da machen ???! Und ich weiss nicht mehr was richtig ist. Soll ich sie einfach weiterhin in Ruhe lassen ? Oder braucht sie mal einen "Wachrüttler" ? Das Dumme ist ja auch, dass ich ihr nicht zeigen darf dass ich darunter leide, denn dann wird sie mich verlassen. Sie sagte ich hätte es nicht verdient darunter zu leiden und ich wäre ohne sie besser dran. Aber das stimmt einfach nicht !!! Jeder Schritt den ich jetzt mache kann falsch sein. Das ist alles so pervers :( Und es scheint sich einfach nicht zu bessern.
Bittersuess
21.05.2007, 23:03
Hi Peter,ja stimmt jeder Schritt könnte falsch sein.Aber besser einen falschen als gar keinen tun.Ich bin selbst betroffen und nächste Woche fängt die Chemo an.Deine Freundin leidet sehr,versteh ich,tu ich auch.Deswegen habe ich aber noch lange nicht das Recht meine geliebten Menschen so allein im Regen stehen zu lassen.Gerade der Partner leidet doch sehr mit.Mach ihr das auch mal klar.Du hast zwar nicht die Krankheit ,aber bist doch genau so betroffen. Ich denk da vielleicht etwas anders als andere ,aber ich würde meinen Partner zum Arzt zerren,ob er will oder nicht.Denn am Ende wärst Du doch der jenige der zurückbleibt...allein.
Liebe Freundin von Peter...........lass Dir helfen.
Jutta:pftroest:
struwwelpeter
22.05.2007, 00:24
Hallo Pete,
auch verspätet von mir ein herzliches Willkommen! Ich kann mich in allen Punkten nur meinen Vorrednern anschließen!
rockie stellt nicht ganz unberechtigt die Fragen, das finde ich auch. Übel finde ich natürlich, daß Dir Informationen jeglicher Art fehlen. Wie ist der Kontakt derzeit zu Deiner Freundin?
Wenn Gespräche möglich sind, würde ich Dir gerne einen Tipp geben, den ich persönlich in Erwägung ziehen würde:
Bitte Deine Freundin um den schriftlichen Befund in Kopie! Sag ihr, das Du sie verstehen möchtest. Erkläre ihr einfach, wie schwer dieses "Nichtverstehen können" für Dich ist!
Nur so wirst Du vielleicht den Zugang zu ihr finden, vielleicht fällt es Dir auch in diesem Fall etwas leichter, ihr Verhalten zu verstehen!
Füreinander da sein muß nicht heißen, das man gerade auch in so einer Situation nicht allein sein muß - erkläre ihr das Du nur für sie da sein möchtest!
Ich wünsche Dir viel Glück!
http://www.bilder-hochladen.net/files/1gop-1mi.gif
P.S. maximal 5 Jahre zu leben und das nicht im Endstadium - kann es sein, daß Deine Freundin nicht richtig informiert ist, kein Arzt würde sich so äußern! Klärung ist nur mit den genauen Angaben aus den Arztbriefen möglich!
Zeige ihr einmal hier die Seite falls dies möglich ist - das reicht, vielleicht wird sie ja dann doch mal reinschauen und weitere Info`s finden - evtl. auch selbst etwas dazu schreiben!
:1luvu: 6176
et struwwelchen - Ina
Cinnamon26
22.05.2007, 20:20
Hallo Peter,
ich selbst bin Betroffene (jedoch vom Non Hodgkin) und bin 27 Jahre alt.
Ich kann nur sagen, man kann das nicht alleine durchziehen, auch wenn man glaubt
das zu können. Die Familie und Freunde sind so wichtig.
Ich weiß zwar, dass Du Ihre Adresse nicht hast, aber schreib Ihr doch einfach
mal in einem Brief über all das was Dir im Kopf herumgeistert.
Teile Ihr auch Deine Gefühle mit, und wie Du jetzt dastehst.
(Du kannst Ihr ja per SMS mitteilen, dass Du einen Brief für sie hast.)
Wir Frauen sind manchmal sehr komisch..., auch in tiefsten Depressionen
brauchen wir jedoch trotzdem Beistand. Ich kenne Euch beide nicht, und
bin mir jedoch fast sicher, dass Sie auch Deine Nähe möchte.
Auch wenn Sie es selbst nicht weiß, oder auch nicht zugibt.
Sicher braucht Sie Zeit.... das ist klar. Jedoch sollte sie wirklich zum
Arzt gehen. Und bitte nicht mehr zu dem Ersten...
Meine ersten Ärtze die mich in der Mangel hatten, haben mir auch
was von maximal 5-7 Jahren erzählt, und da fällt dir natürlich erstmal
nichts mehr ein... aber nachdem ich in solch guter Behandlung bin
(Heidelberg) und einen Onkologen habe, der mir soviel Kraft und
Zuversicht schenkt, geht es mir schon um einiges besser.
Ich denke Lena ist verwirrt und in einer Scheinwelt. Ich kann mir nicht
vorstellen, dass sie überhaupt weiß ob sie die Liebe erwidert oder nicht, ich
glaube nur dass sie möglichst krampfhaft versucht alles von sich zu drängen,
um sich zusammen zu igeln.
Wenn Sie sich selbst aufklären lässt, um was es definitiv bei Ihr geht -
natürlich von einem vernünftigen Onkologen - wird es ihr auch besser gehen.
Man braucht einfach Aufklärung für sich selbst, sonst verspinnt man sich
in falsche Gedanken und Vorstellungen.
Peter, ich wünsche Dir und Deiner Freundin nur das Allerbeste!
Zeig Ihr dass Du Sie brauchst, und dass Du ebenso für Sie da bist.
IHR SCHAFFT DAS !!!
Liebe Grüße
Daniela alias Cinnamon :winke:
Pete1975
23.05.2007, 18:22
Hallo Ihr Lieben,
erstmal vielen Dank für Eure lieben Einträge.
an Bittersuess:
Ja, ich denke auch dass sie im Grunde nicht das Recht hat mich so im Regen stehen zu lassen, schliesslich hänge ich ja auch in dieser Sache mit drin. Allerdings würde es jetzt weder ihr noch mir etwas bringen, ihr deshalb Vorwürfe zu machen. Ich liebe sie über alles, tu alles für sie was in meiner Macht steht, und daher akzeptiere ich auch dieses Verhalten. Auch wenn es
nur sehr schwer zu ertragen ist. Was würde ich dafür geben mit Lena zum Arzt gehen zu dürfen, sie zu tragen wenn sie selbst nicht laufen kann, als Sandsack herzuhalten wenn sie sich einfach mal auslassen muss. Ich dachte immer dass jeder Betroffene froh wäre wenn er einen Partner an seiner Seite hätte der ihn so sehr liebt dass er dies alles gerne auf sich nähme. Nun ja, aber ich stecke eben nicht in ihrer Haut, und ich glaube, niemand, der nicht am eigenen Leib Erfahrungen mit solch einer Krankheit gemacht hat, kann wirklich nachvollziehen was in solch einem Menschen vorgeht.
Und wie gerne würde ich einfach nur verstehen :sad:
Dir wünsche ich jedenfalls alles, alles Gute für Deine anstehende Chemo-Therapie. Und nicht vergessen: jede dunkle Nacht hat ein helles Ende :knuddel:
An Struwwelpeter:
Vielen Dank für Deine liebe Begrüssung. Mein Kontakt zu Lena ? Tja, es gibt so gut wie gar keinen, das ist es ja was mich so fertig macht :sad: Ich danke Dir auch für Deinen Tipp mit der Kopie von ihrem Befund. Allerdings glaube ich kaum, dass ich diesen wirklich von ihr zu sehen bekomme. Leider habe ich das Gefühl, dass sie noch etwas hat, das sie vor mir versteckt. Ich habe ihr jetzt so oft und so lang bewiesen, dass sie mir Vertrauen kann, dass ich mich selbst zurückstellen kann. Und trotzdem habe ich nicht mal ihre Adresse. Ich zweifle nicht an ihrer Krankheit, auch nicht daran, dass sie mich liebt (oder geliebt hat ?), dafür war das alles viel zu intensiv. Allerdings glaube ich, dass es noch irgendetwas gibt, vor dem sie Angst hat es mir zu sagen. Mittlerweile hat sich auch etwas ergeben, aber dazu komme ich ganz am Ende.
An Rockie:
Dass Dir der Gedanke kommt dass sie meine Gefühle nicht erwidert ist ganz normal. Allerdings glaube ich dies nicht wirklich. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass sie meint, zu meinem besten zu handeln und einfach nicht merkt, dass dies genau das Gegenteil bewirkt. Wie ich schon an Struwwelpeter schrieb (s.o.), sie muss vor noch irgendetwas Angst haben, das würde im Grunde ALLES erklären.
An Cinnamon:
Hallo Daniela,
so lieb und nett auch all die anderen Beiträge hier waren, Deine Antwort hat mir am meisten Mut gemacht. Und ich glaube Deine Vermutungen kommen dem ganzen am nächsten. Lena scheint wirklich in einer Scheinwelt zu leben, nur um der Realität zu entfliehen, was ich aber irgendwo auch nachvollziehen kann. Nur wird sie früher oder später feststellen müssen, dass sie zwar davonlaufen, sich aber nicht davor verstecken kann. Die Idee mit dem Brief ist sehr gut, aber dazu komme ich gleich.
Nun, gestern hielt ich es nicht mehr aus. Zu meinen Sorgen um Lena und ihre/unsere Zukunft kamen noch massive Sorgen um meinen Arbeitsplatz. Also schrieb ich Lena, ob wir uns nicht bitte mal mit etwas Zeit treffen könnten (ich habe letztens im Kalender nachgeschaut: in den letzten 10 Wochen haben wir uns 2mal jeweils eineinhalb Stunden gesehen, zu wenig für wirklich wichtige Gespräche nach meiner Meinung), weil sich bei mir einiges ergeben habe über das ich mit ihr dringend reden müsse. Und tatsächlich treffen wir uns kommenden Samstag um zu reden. Und ich glaube, ich weiss nun wie ich die Sache angehe und was ich zu tun habe.
Ich werde sie an einen oder mehrere Orte führen, an denen wir so unbeschwert und glücklich waren, an denen wir wunderbare Stunden in absolutem inneren Frieden verbrachten. Und dort werde ich dann mit ihr reden. Ich werde ihr sagen, dass ich evtl. bald arbeitslos werde und ich mir wünsche, mit ihr nach Köln zu gehen. Wir beide mögen diese Stadt sehr, ich träume schon lange davon dort mal zu wohnen und Lena muss eh bald aus ihrer Wohnung ausziehen. Zudem hat in Köln unsere Geschichte so richtig angefangen. Ich werde ihr klarmachen wie sehr ich sie brauche und dass ich auch für sie in ihrer Nähe sein will. Ich werde ihr keine gutgemeinten "Ratschläge" geben, sie selbst soll ihren/unseren Weg wählen. Ich werde ihr aber sagen, dass sie keine Angst "vor mir" zu haben braucht, gleich welche Notlügen sie schon an mir verwendet hat. Ausserdem braucht sie für mich nicht in irgendeine Rolle zu schlüpfen. Sie braucht nicht die Starke zu "spielen" wenn sie sich schwach fühlt, sie braucht nicht versuchen zu lachen wenn ihr nach Weinen ist. Sie kann und soll sich bei mir einfach so geben wie sie ist. Denn so liebe ich sie ja. Und sollte sie Angst davor haben, dass wenn sie eine Therapie machen würde, sie sich evtl. unattraktiv für mich fühlen könnte, so werde ich ihr diese auch nehmen. Für mich spielt es doch keine Rolle, ob sie zu- oder abnimmt, ob sie evtl. keine Haare mehr hat oder blass ist. Für mich zählt nur ihr Herz und ihre Seele. Sie braucht auch keine Angst davor zu haben, Schwächen zu zeigen oder ähnliches. Man kann jeden nur da abholen wo er steht, und ich nehme sie so wie sie eben ist. Dies alles werde ich ihr deutlich klarmachen, zudem möchte ich, dass sie meine Kraft spürt und natürlich meine immense Liebe zu ihr. Es wäre wunderschön wenn wir dann auch noch ein paar Stunden hätten, in denen wir einfach nur leben. Egal ob wir schweigend in der Natur sitzen, Minigolf spielen oder spazieren gehen. Das wichtigste ist mir eigentlich nicht, dass sie meine Worte hört, meine Hand hält und spürt oder meinen Kuss schmeckt. Das Wichtigste ist mir, dass sie FÜHLT ! Ich will dass sie diese Magie spürt die uns einst verband. Sie soll meine Liebe und meine Kraft deutlich spüren. Dies alles durch ihr Herz in ihre Seele fliessen lassen und somit wieder ein Licht in ihrer Dunkelheit sehen an dem sie sich festhalten und an dem sie sich orientieren kann.
Vorsichtshalber werde ich ihr vorher all meine Gedanken und Gefühle auch in einen Brief schreiben, man weiss ja nie wie sich das Gespräch entwickelt. So hat sie später jederzeit die Möglichkeit, ihn zu lesen und zu verstehen.
Sollte sie allerdings davon überzeugt sein, ihren Weg besser ohne mich gehen zu können, sich besser zu fühlen ohne mich, so werde ich diese bittere Pille schlucken um ihr Linderung zu verschaffen. Denn wenn man wirklich liebt dann muss man auch loslassen können. Und egal wie dreckig mir es auch gehen mag, meine oberste Priorität steht nach wie vor: ich will, dass Lena glücklich wird, egal wie !!!
So, entschuldigt bitte, aber dies alles ist jetzt so aus mier herausgebrochen.
Bitte wünscht mir bzw. uns viel Glück.
Lieber Gott, bitte lass uns einen GEMEINSAMEN Weg finden. Bitte nimm mir meinen Engel nicht !!!
"Angels with silver wings
shouldn´t know suffering.
I wish I could take the pain for you."
( Depeche Mode , "Precious" )
struwwelpeter
23.05.2007, 22:39
Hallo Pete,
das hört sich doch äußerst toll an! Du bekommst die Gelegenheit auch Deinen Standpunkt klar darzulegen. Und mit all dem, was Du Dir vorgenommen hast, wünsche ich Dir viel Glück! Du hast Dir eine Strategie ausgedacht, die auf dem bereits Erlebten basiert, das ist einfach eine wundervolle Idee!
Jeder hier wünscht Dir mit Sicherheit von ganzem Herzen, dass Du damit Erfolg auf voller Länge hast!!!
Mit Deiner Vermutung das MEHR dahinter steckt liegst Du wahrscheinlich richtig - hoffentlich räumt Dir Deine Freundin Lena die Möglichkeit ein, das Gesamte nachzuvollziehen und zu verstehen! Allein schon die Tatsache das sie diesem Treffen zugestimmt hat ist ja sehr positiv.
Eines möchte ich Dir doch noch mitteilen: Kompliment!!! Du hast Dir wirklich sehr viele Gedanken gemacht, von A - Z finde ich Deine Einstellung sehr gut - mit sehr viel Einfühlungsvermögen!
Ich wünsche Dir für das Treffen viel Glück und vorallem einen positiven Ausgang! 6207
http://www.bilder-hochladen.net/files/1gop-1mu.jpg
et struwwelchen
http://video.google.de/videoplay?docid=-6715751701457579931&q=return+to+innocence 6208
flautine
23.05.2007, 23:17
Hallo Pete,
ich bin ganz gerührt von den Gedanken, die Du in Deinem letzten Beitrag geschrieben hast. Deine Liebe zu Lena muss wirklich sehr tief sein, sie kann sehr glücklich sein, einen solchen Partner an ihrer Seite zu haben! Ich drücke Euch beiden ganz fest die Daumen, dass Ihr am Samstag einen Schritt weiter kommt.
Liebe Grüße :knuddel:
flautine
Pete1975
27.05.2007, 10:12
Hallöchen,
tja, leider ist aus unserem Treffen nichts geworden. Mal wieder :sad: Lena sagt sie habe grad ne schlimme Phase und brauche noch Zeit für sich.
Also weiter warten, sich sorgen, vermissen.... und bald wahnsinnig werden ?????
:weinen:
flautine
27.05.2007, 13:02
Hallo Pete,
das tut mir so leid! :sad: Dass sie Zeit für sich braucht - ich fürchte, das mußt Du akzeptieren, so schwer es auch ist. Aber vielleicht kann sie Dir ja trotzdem ihre bisherigen Untersuchungsergebnisse geben, z.B. in Kopie schicken oder so. Ich habe das Gefühl, sie versucht davonzulaufen. Und Du würdest ja Fragen stellen, sie könnte sich gedrängt fühlen, auch wenn Du alles tust, um das zu vermeiden - aber so geht es ja keinen Schritt weiter. Im Grunde gibt es ja bei Lymphomen teils sehr gute Heilungschancen, nur muss man dazu das Ganze mal offensiv angehen.
Ich wünsche Dir, dass sich in nächster Zeit doch mal etwas tut - Du hängst ja sozusagen im luftleeren Raum, das ist ja auch kein Zustand.
Alles Liebe :knuddel:
flautine
Tanja W.
27.05.2007, 17:38
Hallöchen,
ich bewundere dein Durchahltevermögen mit Deiner Freundin und bin richtig traurig darüber das sie nicht offen daüber reden kann.
Dabei kann man froh sein in solch einer Situation so einen tollen Partner zu haben!
Ich drücke dir die Daumen und hoffe das sie bald in der Lage ist über Ihre Situation mit dir offen zu sprechen.
Liebe Grüße
Tanja:winke:
Pete1975
27.05.2007, 19:56
Hallo Flautine,
lieben Dank für Deine Antwort. Ja, es bleibt mir nichts anderes übrig als Lena die Zeit zu geben die sie braucht. Das mit den Fragen stellen trifft wahrscheinlich den Nagel auf den Kopf, davor hat sie mit Sicherheit grosse Angst, da sie ja am liebsten nichts von ihrer Krankheit wissen will. Ich liebe sie aber viel zu sehr als dass ich so schnell aufgeben könnte. Allerdings hoffe ich auch, dass es bald mal voran geht, da das ne richtige Qual ist, und die Ängste ja immer nur grösser werden. Wir war es denn bei Deinem Mann, wenn ich fragen darf ? Kennst Du es auch, dass Du für eine gewisse Zeit loslassen musstest weil er mit sich selbst so sehr beschäftigt war ?
Einen lieben Gruss,
Pete:winke:
Hallo Tanja,
vielen Dank für Deinen Zuspruch. Das tut in dieser Zeit wirklich sehr gut. Ich habe mal Deine Homepage überflogen und dabei Deinen Bericht von dem Heiratsantrag gelesen. Ich war wirklich sehr gerührt davon und ich wünsche Dir und Deinem Jochen wirklich alles, alles Gute für Eure gemeinsame Zukunft :)
Ich hätte aber zu gern noch gewusst, was das für ein Lied ist mit dem Titel "Gib mir noch Zeit" von dem Du geschrieben hast.
Einen ganz lieben Gruss,
Pete
Im übrigen möchte ich an dieser Stelle mal meinen tiefstenen Respekt und meine Hochachtung vor allen Betroffenen ausdrücken, die ihr "Schicksal" angenommen haben und so offensiv an die Sache gehen, mit Mut und Zuversicht. Ausserdem habe ich Hochachtung vor den Angehörigen und Lebensgefährten, die mit durch Dick und Dünn gehen und für die diese Krankheit keine Barriere darstellt.
Euch allen wünsche ich weiterhin viel Kraft und Mut, und dass ihr alle Euren Weg findet und meistert.
Ich ziehe den Hut vor Euch !
flautine
27.05.2007, 21:35
Hallo Pete,
klar darfst Du fragen! ;)
Bei meinem Mann habe ich das nicht erlebt, aber ich bewundere sowieso von Anfang an seine Haltung zu seiner Krankheit. Er nimmt die Dinge so, wie sie sind, ist sehr gelassen und meistens optimistisch. Klar, Tiefs gibt es immer wieder mal, ohne geht es leider nicht (s. meinen Thread "Lungenfunktionstest bei NHL?"), aber er hat es mir leicht gemacht, hat meine Unterstützung angenommen, und wir sind gemeinsam "in den Kampf gezogen". :twak: Gerade am Anfang war es auch sehr gut, dass ich bei den Arztgesprächen dabei war, weil man glaube ich als selbst Betroffener in solchen Momenten nicht immer nüchtern denken kann. Zumindest ist es das, was mein Mann mir hinterher sagte. Ich hätte ein paarmal "die richtigen Fragen gestellt". Manches wußte er im Nachhinein auch nicht mehr, und da war es gut, dass ich die Dinge im Kopf hatte.
Aber unsere Situation ist auch eine von der Beziehung her völlig andere als bei Euch: Wir kennen uns seit elf Jahren, sind verheiratet, haben Kinder - also eine solide Basis. Da war es von Anfang an klar, dass der Weg gemeinsam gegangen wird. Und ich hatte das Glück, dass mein Mann sich nicht zurückgezogen hat, um allein damit klar zu kommen. Ich habe ihm aber auch von Anfang an gesagt, er solle mir sagen, wenn ich noch mehr tun kann - oder eben auch weniger. Denn überbetüddeln wie eine alte Glucke wollte ich ihn ja auch nicht. :D Ich gehe nach Möglichkeit völlig normal mit ihm um, ich glaube, das wollen die meisten auch (oder? @all).
Der positive Nebeneffekt dieser ganzen Geschichte ist, dass wir noch mehr zusammengewachsen sind durch diesen ganzen Sch****. Ich mein, das hätte es nun nicht gebraucht, aber wie heißt es doch: Alles hat irgendwie einen Sinn. Es hilft auch, das Ganze mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Lieber Pete, ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass Ihr diesen Weg auch gemeinsam gehen könnt. Es wäre auch gut für Deine Freundin, und Du hast ihr nun schon so oft gezeigt, dass Du nicht nur ein "Schönwetterfreund" bist. So was ist wertvoll! Ich hoffe, sie erkennt das bald.
Ganz liebe Grüße :knuddel:
flautine
Hi Peter,
ein Tipp von mir. Schreibe ihr einen Brief mit allem was dich bewegt.
Ruf Sie dann an und sag ihr das Du nur möchtest das Sie den Brief erhält. Vielleicht kann ja jemand andere ihn ihr bringen.
Ich drücke Dir die Daumen das dieses vielleicht klappt.
Es ist sehr wichtig in dieser Zeit jemanden neben sich zu haben, sag ihr das ruhig, ich spreche aus Erfahrung.
Alles liebe und toi,toi
Ulli
Pete1975
28.05.2007, 18:40
Hallo Flautine,
ja, ich glaube auch dass irgendwie alles seinen Sinn hat. Eigentlich war ich schon immer ein tiefgründiger, sensibler und sehr emotionaler Mensch. Aber meine Begegnung mit Lena ist DAS Schlüsselerlebnis meines Lebens. Durch sie habe ich mich selbstgefunden (ich hatte zuvor sehr vieles zu verkraften und alles hatte keinen Sinn mehr), meine Ziele und Wünsche neu entdeckt und so viele Dinge darf ich nun in einem ganz anderen Licht sehen. Jedem in meinem Umfeld viel auf, wie positiv Lena sich auf mich auswirkte, dass ich dabei war einen grossen Reifeprozess durchzumachen. Und ich bin froh, dass Lena mir erst nach 2 Monaten von ihrer Krankheit erzählte, denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich dank ihr endlich ein sehr stabiles, inneres Fundament. Und selbst das Wissen um ihre Krankheit lässt mich weiter wachsen. Ich habe viele Bücher und Gedichte gelesen, entsprechende Filme gesehen und passende Musik gehört. Und ich lebe nun viel intensiver, habe ganz andere Prioritäten und lebe vor allem im Hier und Jetzt und versuche jeden Tag, das beste daraus zu machen. Ausserdem habe ich durch diese ganze Geschichte den Weg zu Gott und Jesus wiedergefunden, was mir enorme Kraft und Zuversicht gibt. Und so glaube ich, nein ich weiss, dass alles irgendwie gut wird. Wie auch immer dieses "gut" aussehen wird. Ich hoffe, Lena und ich sind füreinander bestimmt. Aber selbst wenn dem nicht so sein sollte, so war es doch eine sehr grosse Erfahrung, die mir mehr gegeben hat, als ich es erwarten durfte.
Ich lasse mich nicht unterkriegen, egal wie schwer es manchmal ist. Ich glaube an die Macht der Liebe, ich glaube an Lena und ich glaube an mich. Vor allem aber glaube ich an Gott und dass dies alles einem höheren Zweck dient, den ich evtl. noch nicht erkennen mag, für den es sich aber lohnt stark zu bleiben und sich durchzubeissen.
Einen ganz lieben Gruss und vielen Dank,
Pete
Hallo Ulli,
danke für Deinen Tipp mit dem Brief. An diesem Brief arbeite ich mittlerwile schon ein paar Tage. Er will ja wohl formuliert sein und ich will nicht versehentlich irgendwelche Grenzen überlatschen. Mittlerweile ist er so gut wie fertig und ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, ihn mal hier online zu stellen, da mich interessieren würde, was Ihr davon haltet. Ob er evtl. leicht missverstanden werden könnte oder ob er einfühlsam genug und nicht überfordernd wirkt.
Fürs erste vielen Dank für Dein Daumendrücken. Ich bin wirklich sehr dankbar für jede Art des Ermunterns oder Zuspruchs,
sei lieb gegrüsst,
Pete
Hallo Tanja,
ja, ich denke auch dass Krankheit nicht nur schlechte Seiten hat. Nur wollte ich mir nicht anmaßen, dies so zu formulieren. Von jemandem der nicht selbst krank ist lässt sich das "leicht sagen" und einige Betroffene könnten das falsch auffassen. Nichtsdestotrotz denke ich, dass diese "Krise" auch eine Chance sein kann. Wie ich schon Flautine eben schrieb: dadurch, dass ich so nah an dieser Thematik dran bin, verändern sich viele Sichtweisen. Viele meiner psychischen Probleme sind mittlerweile aus der Welt, da ich so vieles mittlerweile in einem anderen Licht sehe. Irgendwo sehe ich das Ganze aber auch als Chance, Lena zu beweisen, wie sehr ich sie wirklich liebe. Ich kann ihr zeigen, wie wichtig sie mir wirklich ist, indem ich nicht einfach so aufgebe. Ausserdem werde ich irgendwann auch endlich die Möglichkeit, ihr etwas zurückzugeben. Sie war immer für mich da und hat mich aus der schlimmsten Krise meines Lebens befreit, und meine Dankbarkeit dafür würde ich ihr zu gern deutlicher zeigen.
Naja, mal abwarten wie es so weitergeht. Ich lasse mir einfach die Hoffnung nicht nehmen, dass wir früher oder später einen Weg finden werden. Und ich bleibe stark, ausdauernd und beharrlich. Lena ist mir neben meinem Sohn das Wichtigste auf der Welt, und ich würde noch viel weiter gehen für Lena. Und trotz dieser schmerzenden Phase bin ich dank Lena heute in der Lage, mein Leben intensiver zu erleben und zu geniessen. Und das versuche ich jeden Tag aufs Neue.
Man stelle sich das mal vor: Lena kommt irgendwann auf mich zu mit neuem Mut und neuem Lebenswillen. Dann kann und darf ich endlich meine Kräfte loslassen, die dann lange genug Zeit hatten sich anzuhäufen. Wenn Liebe in schwierigen Phasen keine Grenzen kennt, sich nicht erniedrigen lässt und alles am Leben hält, zu was mag sie dann in der Lage sein, wenn sie losgelassen werden und wirken darf ?????? ;)
Eure Geschichte macht wirklich Mut und ist doch wie ein Löwenzahn, der durch den Beton wächst. Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute.
Viele liebe Grüsse,
Pete
Ptrendsetter
28.05.2007, 19:39
Hallo Pete,
auch mal von mir herzlich Willkommen im Forum.
Kann ich dich überhaupt Willkommen heißen in einem Forum indem ich selber nur Gast bin? EGAL.
Wir scheinen ja einiges gemeinsam zu haben.
1. Gleiches Baujahr
2. Freundin mit ähnlicher Krankheit
3. Tanja hat dir bereits geschrieben
Nachdem Tanja mir von dir erzählt hat, habe ich mich mal an deine Geschichte rangemacht. Ganz schön viel Text.
Dass ist schon eine merkwürdige Geschichte.
Warum verkriecht sich deine Freundin so?
Ich habe nun 30 Minuten intensive darüber nachgedacht, aber ich habe keine Antwort gefunden.
Die einzige Idee die ich hätte, konfrontiere deine Freundin mit diesem Forum und deinen Einträgen.
Tanja hat auch viel in diesem Forum über mich gelesen, dass ich Ihr nicht sagen hätte können. Wir Männer sind ja schließlich das starke Geschlecht, bzw. dürfen in der Phase keine Schwäche zeigen.
Ist aber eigentlich alles blödsinn.
Vielleicht kapiert Sie, was du für Sie empfindest auch in dieser schweren Zeit.
Vielleicht kapiert Sie, dass Sie doch Hilfe brauchen kann.
Vielleicht kapiert Sie, dass man sich mit dem Thema auseinander setzen soll.
Achja, ich würde einen weiteren Arzt besuche, denn eines habe ich gelernt.
Metzger haben mehr feingefühl als Ärzt.
Ich habe auch mal gelesen, dass 95% der Diagnosen bei Non Hodgkin falsch gestellt werden und somit zu spät mit einer Behandlung angefangen werden kann.
So nun Kopf hoch und ran an den Fein (Krebs).
Öffne deine Freundin die Augen. Tanja braucht auch immer wieder einen Tritt in den Allerwertesten.
Auch jetzt während der Chemo. Krebs ist kein Freifahrtsschein.
Aber ich bin Stolz wie Sie das Meistert. SEELISCH WIE KÖRPERLICH.
Du schaffst das.
Wenn du Hilfe brauchst. Schreib einfach
Jochen
:megaphon: :megaphon: :megaphon:
flautine
31.05.2007, 21:06
Hallo Pete,
wie geht es Dir/Euch? Du hast ein paar Tage nichts geschrieben - ein gutes Zeichen? Ich drücke ganz fest die Daumen, dass Ihr irgendwie zueinander und Lena einen Weg zum Umgang mit der Krankheit findet.
Liebe Grüße:knuddel:
flautine
Pete1975
04.06.2007, 22:22
Hallo Ihr Lieben,
ja, ist ne Weile her als ich mich das letzte mal hier gemeldet habe. Und erstmal vielen Dank für Eure lieben Einträge, vor allem an Flautine und PTrendsetter.
Leider hat sich an der Situation nichts geändert, ausser dass Lena mir das erste mal seit fast 12 Wochen schrieb, dass sie mich liebt und mich nicht verlieren will. Ansonsten alles beim Alten. Kaum Kontakt, 2 geplante Treffen die sie kurzfristig wieder absagte.
Ich versuche langsam, mich damit abzufinden dass ich einfach nichts tun kann und wohl auch nicht mehr wirklich erwünscht bin. Das ist natürlich sehr schwer, da mir diese Frau und die Zeit mit ihr die Welt bedeutet haben. Aber so langsam aber sicher komme ich an meine Grenzen. Und wenn jemand einfach nicht will, dann kann man da nichts dran machen. Soll sie sich weiter verkriechen, vor der Realität davon laufen. Ich wäre jeden Weg mit ihr gegangen, nur diesen Weg, den sie nun schon so lange geht und an dem sich scheinbar nichts ändert, kann und will ich nicht mitgehen. Wenn sie es für richtig hält, sich selbst aufzugeben und niemanden mehr an sich ran zu lassen, bitteschön. Aber nicht mit mir. Das werde ich mir nicht länger antun.
Ich habe mich zwar noch nicht "offiziell" von Lena getrennt, aber innerlich versuche ich, damit abzuschliessen. Und damit wäre das Thema Liebe dann in diesem Leben für mich gegessen. Denn ich habe einfach keine Lust mehr, Unmengen an Energie und Nerven in etwas zu investieren, das anderen scheinbar nicht so viel bedeutet wie mir. Die Liebe wie ich sie mir immer wünschte scheint es nicht mehr zu geben. Mit jemandem gemeinsam durch dick und dünn zu gehen und in Liebe gemeinsam alt zu werden, das ist wohl nur eine Utopie und nicht real.
Entschuldigt bitte, dass ich hier so rumheule, ihr habt alle ganz andere Sorgen, aber ich bin einfach masslos enttäuscht und wünsche mir mittlerweile regelrecht, gefühlstechnisch abstumpfen zu können.
Euch allen aber nochmal vielen Dank für Eure netten Einträge, und Euch allen wünsche ich viel Kraft und viel Glück für Euren weiteren Weg.
Einen ganz lieben Gruss und ein dickes Dankeschön,
Pete
flautine
05.06.2007, 09:54
Hallo Pete,
Du brauchst Dich nicht zu entschuldigen! Ich finde, man kann die Probleme nicht vergleichen, es sind eben völlig unterschiedliche, aber es geht doch für Dich auch um viel!! :megaphon:
Ich finde es schade, wie sich die Dinge bei Euch entwickeln bzw. eben nicht. Meinem Eindruck nach hat Lena die Lage nicht begriffen, wenn sie schreibt, dass sie Dich nicht verlieren will, aber sonst nicht auf Dich zugeht oder Dich einbezieht. Es hört sich so an, als hättest Du die Hoffnung aufgegeben. Sollte dennoch noch ein bisschen da sein, würde ich an Deiner Stelle das, was Du in Deinem letzten Beitrag geschrieben hast, ähnlich in einem Brief an sie schreiben. Das sind klare Worte, und wenn sich dann immer noch nichts ändert, ist es wohl wirklich an der Zeit, damit abzuschliessen, so weh das auch tut. Denn sonst zerbrichst Du irgendwann daran.:pftroest:
Ich wünsche Dir viel Glück, wie auch immer Du Dich entscheidest. :knuddel:
flautine
Pete1975
06.06.2007, 15:35
Hallo Flautine,
grundsätzlich habe ich immer etwas Hoffnung, und Lena ist mir zu wichtig als dass ich sie einfach so aufgeben könnte. Natürlich ist das alles sehr merkwürdig, und schwer zu ertragen, aber so lange sie mir nicht sagt dass sie nicht mehr mit mir kann oder will (was sie tun würde, da bin ich mir ganz sicher), so lange werde ich auch nicht aufgeben. Trotzdem hat man manchmal Tage, an denen man sich zu schwach fühlt, an allem zweifelt und am liebsten alles hinschmeissen möchte. Und das war zuletzt der Fall. Aber ich habe mich wieder ganz gut zusammengerauft :)
Das mit dem Brief habe ich ja schon gemacht, er liegt ja schon die ganze Zeit bereit und ich warte im Prinzip nur darauf, ihn Lena geben zu können.
Also harre ich weiter der Dinge die da kommen und hoffe und bete. Wie gesagt, alles hat irgendwie seinen Sinn, und wer weiss schon, ob diese schwere Zeit nur die Stärke unserer Liebe erproben soll ???
Liebe Grüsse ausm Ruhrpott,
Pete
flautine
06.06.2007, 21:33
Hallo Pete,
das hört sich ja schon viel besser an! ;)
Ich finde es enorm stark von Dir, wie Du mit der verfahrenen Situation umgehst. Aber versuch auch, Dir mal eine Auszeit von dem allem zu gönnen und auch gut für Dich zu sorgen. Immer nur geben kann keiner. Wie war das noch gleich? "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!" Nur wer sich selbst liebt, kann auf Dauer auch Liebe weitergeben.
Jedenfalls glaube ich auch, dass der Glaube in einer solchen Zeit sehr helfen kann. Gut, dass Du diese Kraftquelle für Dich wiederentdeckt hast. :engel:
Liebe Grüße :knuddel:
flautine
Pete1975
07.06.2007, 12:40
Hallo Flautine,
danke Dir für Deinen Zuspruch. Tja, Du hast Recht, ich muss auch irgendwo daran denken was für mich gut ist. Das versuche ich auch so gut ichs kann. Das Problem ist nur, dass ich mir davon keine Auszeit nehmen kann. Ich versuche, mich auf andere Dinge zu fokussieren und zu leben, aber alles bekommt für mich nur seinen Wert durch Lena, alles sehe ich im Verhältnis zu ihr. Da gibt es einen schönen Satz in einem unserer absoluten Lieblingsbücher, "Die Leiden des jungen Werther" (Goethe) : "Ich habe so viel, doch ohne sie ist mir alles nichts."
Ich vermisse sie an allen Ecken und Enden. Niemals zuvor hat mir ein Mensch dermassen gut getan und noch nie zuvor habe ich so intensiv geliebt. Das kann ich in dieser Zeit nicht wirklich verdrängen. Es tut einfach nur höllisch weh :(
So pervers es auch ist, aber Lena ist zugleich das Beste und das Schlimmste was mir je passiert ist.
Cinnamon26
04.07.2007, 22:34
Hallo Pete,
tut mir leid, dass ich mich schon so lange nicht mehr gemeldet habe,
aber ich verkriech mich auch gerne immer wieder mal... also nicht
vor dem Leben... das lebe ich fröhlich vor mich hin, solange alles okay
ist.. aber die Zeit zwischen den Untersuchungsterminen ziehe ich
mich aus dem KK-Forum zurück, da ich manchmal nichts hören und
sehen will von meiner erbärmlichen Krankheit.
Wie geht es Dir denn? Hat sich etwas Neues ergeben ?
Habe die letzten Einträge mit Interesse verfolgt...
ich will nur kurz sagen:
Du bist ein ganz besonderer und toller Mensch!
Da bedarf es jetzt auch nicht mehr als nur
noch GUTE NACHT zu sagen!
Alles Liebe
Daniela
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