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Graci
14.10.2007, 14:51
Hallo,
ich möchte mich vorstellen,
mein Name ist Gracia,
als Nickname wählte ich Graci,
weil Gracia schon belegt ist.
Vor vier Wochen wurde bei meinem Mann Lungenkrebs mit Hirnmetastasen festgestellt.
Er bekam sofort 10 Bestrahlungen und Cortison,
und nach drei Bronchoskopien konnte endlich eine Chemotherapie festgelegt werden,
die auch vorgestern gestartet wurde.
Wenn alles klappt,
kann er am Freitag für drei Wochen nach Hause und dann muß er zur nächsten Chemo.
Seitdem weiß ich nicht mehr weiter,
ich habe solche entsetzliche Angst um sein Leben,
aber auch Angst davor,
das er nach Hause kommt, denn wenn ich im Krankenhaus meine zwei Stunden Zuversicht verströmt habe,
klappe ich regelmäßig zuhause zusammen,
wie soll ich das denn 24 Stunden am Tag machen?
Ich habe meinen Job gekündigt und arbeite von zuhause,
um mich um ihn kümmern zu können,
und bin selbst schon bei Psychopharmaka gelandet,
kann mir jemand einige Ratschläge und Erfahrungswerte mitteilen?
Besonders Sorge machen mir die Hirnmetastasen,
vielen Dank!
Gruß Gracia

Engel07
14.10.2007, 15:16
:) Liebe Gracia,

das tut mir so leid. Ich würde dich gern irgendwie trösten.:pftroest: Schau mal, wenn dein Mann nach Hause kommt, macht es euch zusammen erstmal so schön, wie möglich. Setzt euch hin und versucht miteinander über die Krankheit zu reden. Ich bin mir ganz sicher, dass auch er nach deinen Besuchen im KH ziemlich fertig ist, und es dir nicht zeigen mag.

Das kostet euch beide Kraft. Das war bei meinen Eltern genauso. Aber meine Mama hat den Anfang gemacht, als Papa aus dem KH kam. Sie haben beide ihre Gefühle zum Ausdruck gebracht, geweint, geschwiegen sich einfach nur festgehalten.

Das hat den beiden sehr geholfen, denn auf Dauer dem Anderen zu zeigen "ach das wird schon, alles kein Ding" kostet so wahnsinnig viel Kraft.

Natürlich brauch ihr beide eure Zeit, diese schlimme Diagnose zu verarbeiten, aber vielleicht findet ihr für euch einen gemeinsamen Weg.

Kannst du denn noch etwas zum Zelltyp sagen (nicht-kleinzellig/ kleinzellig)? Das mit der Bestrahlung der Hirnmetastasen ist eine gute schnelle Möglichkeit, die Dinger erstmal zu stoppen , oder zu verkleinern. Habt ihr denn da schon was rausgekriegt, wie erfolgreich das Ganze war?

So, und jetzt halt ich dich noch ganz fest, und schicke dir ganz viel Mut, Hoffnung und Kraft rüber. Ihr schafft das. Und vergesst bei allem Starksein nicht, schwache Momente zuzulassen, das ist völlig okay.

Ganz liebe Grüße

Graci
15.10.2007, 18:51
Hallo Engel,
vielen Dank für den lieben Zuspruch,
Du weißt ja auch genau,
wovon ich rede.
Zum Zelltyp selbst kann ich nichts sagen, ich war zwar bei den ganzen Arztgesprächen dabei, aber dabei derart gehirnamputiert,
das ich gerade noch die Hälfte mitbekam.
Die Chemo besteht aus einer Infusion,
dann 4 Tage lang jeweils Tabletten und am letzten Tag noch einmal eine Infusion,
und dann darf er für 3 Wochen nach hause,
wenn die Werte stimmen.
Recht hoffnungsvoll stimmt mich die Tatsache, das mein Mann sowohl die 10 Bestrahlungen als auch die Chemo bisher ohne wirklich starke Nebenwirkungen gut verkraftet,
aber ich weiß,
wir spielen auf Zeit.
Es ist alles einfach nur schrecklich,
die ganze Welt bricht zusammen,
und ich weiß nicht, wo ich die Kraft hernehmen soll,
gläubig bin ich nicht,
da kann ich mir also auch keine Hilfe oder Kraft holen,
na ja,
Gruß Gracia

Anna_Klar
16.10.2007, 12:06
Liebe Gracia,


Die Kraft 24 h für deinen Mann da zu sein wirst du haben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Das kommt seltsamer weise ganz automatisch!!!
Sicherlich ist es für dich unvorstellbar deinen Mann mit so einer Diagnose "einfach so" nach Hause zu holen...Zumindestens ging es mir bei meinem Vater so.
ABER nach einer kleinen Eingewöhnungsphase wirst du bald damit zurecht kommen und merken, dass man nicht 24 h unter Strom steht, wie vorerst gedacht....Spreche über diene Sorgen mit Ihm und sage Ihm dass er da auch tun sol. Vielleicht helfen euch auch ein paar kleine "Einigungen" damit du z.B. nicht erschrieckt wenn er mal etwas länger auf Toilette ist....:)...

Ich wünsche deinem Mann ein Herzliches Willkommen in seinem zuhause, er wird sich sicher von den ersten Chemos gut erholen!

LG

Jyrina
16.10.2007, 12:26
Hallo gracia,
mein name ist gerda, ich drücke dich mal symbolisch, auch mein mann hat einen sogenannten kleinzeller mit fernmetastasen in der leber.
die diagnose bekamen wir am 07.07.2006. ich dachte damals die welt stürzt ein, ich war so verzweifelt und wusste weder ein noch aus, ich kann dich desshalb gut verstehen. aber glaub mir du wirst es schaffen wie anna schon sagte es wird gehen. auch ich habe mir hilfe beim neurologen geholt, damit geht es mir besser und ich kann stark sein für meinen mann.
er hat bereits die 4. chemo und nichts ill so richtig anschlagen, aber wir kämpfen. will sagen auch mein mann ist ein kämpfer. wir reden viel miteinander auch über seine krankheit(nur wenn er will) aber reden ist wichtig.
dass du zuhause arbeiten kannst ist super, dass ist bei uns auch so und hat uns sehr geholfen.
ich wünsche dir und deinem mann von herzen alles gute, wirst sehen du schaffst das:)
lg gerda

Graci
16.10.2007, 16:01
Hallo Anna, Jyrina und Lothar,
Ihr helft mir sehr,
weil ich mich doch ziemlich allein fühlte und jetzt feststelle,
so ist es nicht.
Speziell Du, Lothar, hast mir einige wertvolle Hinweise gegeben,wobei ich auch selbst in eine ähnliche Richtung gedacht habe und mich sehr bemühe, felsenfest hinter ihm zu stehen und mich nicht in den Vordergrund zu spielen,
im Gegenteil,
seit er im Krankenhaus ist, also seit 5 Wochen, hat er mich zweimal überredet, mit einem gemeinsamen Freund abends auf ein Bier in die Kneipe zu gehen, damit ich nicht völlig versauere.
Langsam glaube ich auch, die Kraft zu haben, weil es einfach nicht anders geht.
Ich möchte noch hinzufügen, das wir seit 18 Jahren zusammen sind und am kommenden Samstag 7 Hochzeitstag haben,
den wir beide sehr intensiv begehen werden, egal, ob im Krankenhaus oder zuhause,
wir sind uns sehr nahe,
lieben uns sehr und sind auch gegenseitig die besten Freunde,
deshalb ist dieser Einschnitt auch so brutal hart,
weil mir unser Bekanntenkreis nicht wirklich helfen kann, weil ich auch keinen an mich ranlasse,
ich bin es gar nicht gewöhnt, mich bei anderen auszuheulen,
also,
Ihr Lieben,
vielen Dank für den Zuspruch
Gruß Gracia

Anna_Klar
16.10.2007, 20:13
Guten Abend Gracia,

schön , dass du dich etwas sicherer fühlst.
Wie ich schon sagte, wirst du die Kraft finden und sie haben...man muss sie nur gut einteilen....So wie Lothar schon erwähnte: Nimm dir Zeit für dich wenn du Sie brauchst! das wird auch dein Lieber verstehen!
Übrigens ähnelt deine Situation sehr der meiner Mutter....Mein Vater und Sie hatten auch 18 Jahre lang immer nur sich selber, wenig Freunde, der eine hat den anderen gestärkt!!!

Einen schönen Abend wünsche ich euch allen!

Graci
16.10.2007, 21:12
Hallo Anna,
leider ist meine gesamte sogenannte Kraft gerade wieder in sich zusammengekracht, ich habe einen ebay-shop,
und blödsinnigerweise läuft der gerade wie blöd,
und ich habe mir auch noch eine Erkältung eingefangen, im Krankenhaus sitze ich wie ein Alien mit Mundschutz rum,
ich komme aus lauter Kraftlosigkeit kaum mit der Arbeit hinterher,
also ich bin wirklich völlig im Eimer,
und wenn alles klappt, kommt mein Mann Freitag nach Hause,
ich weiß nicht, wie ich das alles gebacken kriege,
ich würde so gern stark sein,
aber ich bin es wohl nicht,
Gruß Gracia

Anna_Klar
17.10.2007, 13:20
Gracia,

Alles eine Frage der Organisation!
Eine Möglichkeit die dir vielleicht helfen könnte: Schreibe deine Hürden auf einen Zettel, dahinter die Möglichen Lösungswege.
So hast du schonmal alles nieder geschrieben und so brauchen dir diene Gedanken nicht mehr kreuz und quer im Kopf rumschwirren ohne dass es zu einem Ergebniss kommt. Gleichzeitig würde ich mir ein paar "Stützen" oder "rituale" bauen. Wenn du das Gefühl hast alles klappt zusammen, schnapp dir deine Laufschuhe , renn 1x um den Block, setzte dich kurz hin und überlege wie du die Hürde nimmst und dann gehe es an.

Dass das grundliegende Problem natürlich bei dir und deinen Gefühlen liegt habe ich schon verstande :)......Aber manchmal hilft alleine ein ganz objektiver Plan dazu auch die Gefühle zu ordnen.

Und zum Thema Ebay : bei mir läufts auch ganz shclecht....Geht ja auf den Ende des Monats zu, da hat ja keine Sau Geld was zu ersteigern ;)))

Ich grüße dich!

Graci
17.10.2007, 20:16
Hallo Anna, hallo Lothar,
mein Mann kommt am Freitag ziemlich sicher für drei Wochen nach Hause,
und ich freue mich und habe gleichzeitig Angst davor,
leider klappe ich körperlich und seelisch immer mehr zusammen,
ich bin auch schon in ärztlicher Behandlung,
das Problem ist einfach,
ich hatte vor ca. 15 Jahren schwere Depressionen mit Angstzuständen,
war lange in Therapie und jetzt die ganzen Jahre stabil,
aber durch die Krankheit meines Mannes habe ich einen schweren Rückfall,
ich kann nichts essen,
nehme auch schon Psychopharmaka,
um überhaupt zurecht zu kommen,
das Blöde ist einfach, das wir es jetzt hier mit zwei Krankheiten zu tun haben,
aber ich muß mich zusammenreißen,
um mich geht es hier einfach nicht.
Das Dumme ist nur, mein Mann hat damals die Therapie mit mir gemacht und durchgestanden,
und er kennt natürlich die Symptome und macht sich große Sorgen,
und das kann er jetzt wirklich nicht gebrauchen,
er macht soweit einen guten, stabilen Eindruck auf mich,
er war auch immer der größte Optimist, den ich kenne,
sein Leitspruch lautet:
und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her
Gruß Gracia

Gaby
18.10.2007, 13:51
das Blöde ist einfach, das wir es jetzt hier mit zwei Krankheiten zu tun haben,
aber ich muß mich zusammenreißen,
um mich geht es hier einfach nicht.
Gruß Gracia

Hallo Gracia,

da liegts du nun aber völlig falsch! Es geht auch um Dich, um Dich und um Deinen Mann und Du kannst Dich als Angehörige nicht ausklammern. Du bist mittendrin und Du kannst nur mit Deinem Mann gemeinsam einen Weg finden, das alles durchzustehen.
Es ist nicht dumm, sondern gut , dass dein Mann die Symptome Deiner Panikattacken kennt, da kannst du ihm nämlich nichts vormachen. Es würde auch zu nichts führen ausser zu einem Zusammenbruch deinerseits und DEN kann Dein Mann sicher am wenigsten brauchen. Rede mit ihm offen über deine Ängste, markiere nicht die starke Frau, dein Mann weiss doch sicher, dass du das nicht wirklich bist. Es geht nur gemeinsam.

Ich weiss, wovon ich schreibe. Ich hatte und habe immer noch Panikattacken, besonders heftig während der Zeit, als mein Lebensgefährte an LK mit Hirnmetastasen erkrankt war. Ich habe mich überall versucht zu informieren, je mehr ich wusste, desto grösser wurde die Panik, aber um so besser konnte ich meinen Partner unterstützen, wenn es z.B. darum ging die weiteren Behandlungen zu besprechen, zu entscheiden, was wirklich wichtig war, bei uns war es wichtig, die Lebensqualität immer in den Vordergrund zu stellen. Ich dachte auch, ich muss funktionieren, egal wie schlecht es mir geht, er soll das nicht merken.... hat er aber doch und zum Glück ziemlich schnell, schliesslich kannte er mich gut genug und dann konnte ich offen über meine Ängste reden. Es hat ihn von seiner Krankheit etwas abgelenkt, sie wurde nicht zum alleinigen Lebensmittelpunkt, unsere Partnerschaft war wichtiger.
Ich habe die Zeit auch nur mit Hammermitteln überstanden, unendlich viele Tafil und Tavor eingeworfen, um einigermassen funktionieren zu können. Was mir aber letztendlich mehr geholfen hat, war die Möglichkeit, mit meinem Partner sehr offen über alles reden zu können, miteinander zu weinen, aber auch sehr oft miteinander zu lachen, jeden Moment mit ihm so gut wie möglich zu erleben.

Das sind die Momente, an die ich mich heute gerne erinnere, wenn ich an ihn denke.

Ich wünsche Dir ganz viel solcher Momente, an die du dich einmal gerne erinnerst und ganz viele Lichtlein, die von irgendwo herkommen und vor allen Dingen, viele gute und offene Gespräche mit Deinem Mann

Es wird das einzige sein, was dir wirklich hilft

Liebe Grüße
Gaby

Graci
18.10.2007, 19:58
Hallo Ihr Lieben,
ich habe durch Euch und auch dank meiner Therapie damals irgendwie erstmal den Kopf wieder halbwegs freibekommen,
mein Mann kommt morgen für drei Wochen nach Hause,
und heute habe ich ihm heute erklärt,
das ich diese drei Wochen als eine Art Urlaub betrachte,
ohne das wir wegfahren,
also ich fühle mich einfach wieder stärker und den Dingen gewachsen, die auf mich zukommen.
Ich habe hier auch viel im Forum rumgelesen, und mein Eindruck ist deutlich, wenn der Patient sich aufgibt, ist alles vorbei,
aber mein Mann geht optimistisch ran und deshalb hoffe ich, das wir noch einige schöne Zeiten haben, jedenfalls kann ich erstmal wieder etwas optimistischer nach vorn schauen,
vielen Dank für den Zuspruch,
Ihr habt mir alle sehr geholfen,
drückt mir die Daumen für diese drei Wochen,
ich halte Euch auf dem Laufenden,
ich habe mich auch an meine Therapie erinnert und alles an Stärke aus der Kiste geholt,
Gruß Gracia

Engel07
20.10.2007, 18:21
Liebe Gracia,

ich wünsche euch Beiden wunderschöne 3 Wochen, mit Allem, was dazu gehört, auch wennTränen fließen werden, es wird euch Kraft geben.

Ich wüsche euch alles, was ihr euch wünscht und drück dich.

:pftroest: :remybussi

Graci
21.10.2007, 20:55
Hallo Ihr Lieben,
mein Mann ist jetzt seit Freitag zuhause und es ist alles einfach nur schrecklich,
er ist schon gar nicht mehr da, dämmert nur vor sich hin und ich befürchte das Schlimmste.
Offenbar ist er schon weit weg und hat auch keine Lust mehr am Leben,
reden kann ich mit ihm auch nicht, weil ich sehe, wie sofort nach ein, zwei Sätzen die Konzentration weggleitet,
ich weiß nicht, was ich tun soll,
körperlich verfällt er auch zusehens,
morgen früh gehts erstmal zum Arzt, eventuell muß er wieder in die Klinik,
ich kann die Verantwortung hier nicht übernehmen,
Gruß Gracia

Jyrina
21.10.2007, 21:24
hallo liebe gracia,
es tut mir unendlich leidfür dich. habt ihr keinen guten hausarzt?
ich habe mir immer dort hilfe geholt wenn ich nicht mehr weiter wusste.
es waren oft auch nur mals das gespräch mit einem vertrauten arzt um mich zu beruigen.
ich drücke :pftroest: dich ganz fest und sende dir ein krftpaket.
lg gerda

Engel07
21.10.2007, 21:26
Liebe Gracia,

auch ich möchte dich umarmen:pftroest: und dir ganz viel positive Energie schicken.

Graci
22.10.2007, 01:31
Hallo Ihr Lieben,
jetzt ist es mitten in der Nacht, und ich habe mich aus dem Schlafzimmer geschlichen, weil mein Mann endlich mal schläft und ich munter bin, vor lauter Sorge. Hat denn jemand von Euch Erfahrung damit? Ich hatte einfach mit mehr Zeit gerechnet, aber es geht offenbar alles so rasend schnell, seine Persönlichkeit, sein Wesen scheinen schon fast weg zu sein, nur ab und zu blitzt der altvertraute Mensch durch, und es gibt auch noch kurze Phasen der Gespräche, aber das wird von Tag zu Tag weniger, ich hatte mich natürlich schon mit der Endlichkeit seines Lebens auseinandergesetzt, aber so schnell?
Oder bleibt mir noch für lange Zeit einfach nur die körperliche Hülle zurück? Das hört sich gemein an, aber davor habe ich auch Angst, ich hoffe, ihr versteht mich nicht falsch. Ich fühle mich in einem Alptraum gefangen, der einfach nicht aufhört, sondern ständig schlimmer wird,und sogar unsere kleine Katze benimmt sich seltsam, ich weiß auch einfach nicht, wie ich mit ihm umgehen soll, und von den Ärzten kommt auch keine Hilfe, was soll ich z.B. tun, wenn er sich nicht waschen will oder kann und ähnliche Dinge? Soll ich ihn zum Spaziergang herausfordern oder ihn kommen lassen? Alles Fragen, auf die ich keine Antwort weiß.
Für Erfahrungsberichte und Tipps wäre ich Euch sehr dankbar, heute morgen ging es ihm sehr schlecht, er hat mir aber verboten, einen Krankenwagen zu rufen, also habe ich es nicht getan, aber mit schlechtem Gewissen, ab Mittag ging es dann wieder besser. Er will auf keinen Fall wieder in die Klinik, aber
ich kann ihm doch nicht helfen, wie soll das bloß weitergehen?
Gruß Gracia

Anna_Klar
22.10.2007, 11:10
Liebe Gracia,

nach ein paar tagen schau ich auch mal wieder vorbei und lese mit erschrecken, dass sich der Zustand deines Lieben so rasch geändert hat.
Dazu ahbe ich direkt ein paar fragen damit ich dir aus meiner Erfahrug herraus antworten kann.

Inwiefern ist er denn nicht mehr "da", wie du schriebst?
Bzw. aus welchem Grunde?
ich würde schätzen, dass das warscheinlich an seiner hohen Medikation liegt, was allerdings positiv sein kann, wenn diese seine Schmerzen decken.
Gib mir dazu eine Antwort damit ich dir dazu etwas schreiben kann.

Fordern!!!
Soweit er kann, fordere ihn! Schlage ihm, wie du schon sagtest, kleine Spaziergänge vor, oder ein kleines Brettspiel, oder zusammen Rästeln oder oder oder.
Damit wirst du ihm das Gefühl geben, dass er das alles noch kann (wenn es ihm gesundheitlich möglich ist).
Setzte ihm kleine Ziele, die er überwältigen kann, so bekommt er vielleicht wieder Lust auf kleine Aktivitäten UND du lenkst ihn ein wenig ab und zeigst ihm gleichzeitig, dass du dich bemühst.

Aus meiner Erfahrung herraus muss ich leider berichten, dass ich das Vorschlagen solcher Dinge leider nicht getan habe...Es wäre aber warscheinlich auch gesundheitlich nicht möglich gewesen.
Ich hatte immer das Gefühl, das mein Vater sich insgeheim dachte: "Hoffentlich, schlägt mir niemand Spaziergänge oder anderen Kram vor"...Irgendwie habe ich das gemerkt und es automatisch nie getan.
gerade deswegen schlage ich dir vor: Fordere Ihn!!!!!
Natürlich realistische Vorschläge!!!
Gracia, ich grüße dich ganz lieb!!!!

Gaby
22.10.2007, 13:40
Hallo Gracia,

wenn ich das richtig gelesen / verstanden habe, dann hat dein Mann doch eben erst die Chemo hinter sich gebracht und nun 3 Wochen Pause.
Chemo schlaucht unheimlich, auch wenn er von Übelkeit etc vielleicht verschont bleibt, aber der Kreislauf spielt mitunter verrückt und extreme Müdigkeit / mangelnde Konzentration ist völlig normal. Das habe ich bei meinem Partner auch erlebt. Das legt sich aber ein paar Tage nach der Chemo wieder, deswegen gibt es ja zur "Erholung" die 3 Wochen Pause. Zudem war er 5 Wochen im Krankenhaus, da benötigt er sicher ein paar Tage, auch um seine Gedanken etwa zu sortieren. Falls er die Bestrahlungen bereits hinter sich gebracht hat, denke bitte daran, dass diese auch noch einige Wochen nachwirken. Daher kommt wahrscheinlich die Unkonzentriertheit.
Mein Partner hat durch die Bestrahlungen den Geruchs- und Geschmacksinn verloren, da war es mit dem Essen dann auch schwierig. Ich habe nur noch seine "Lieblingsgerichte" gekocht, von denen er wusste, wie sie geschmeckt haben, dadurch konnte er sie auch essen.

Achte mal darauf, dass dein Mann soviel wie möglich trinkt, mind. 3 Liter täglich, damit die Chemo schneller durchgespült wird... das hat meinem Partner gut geholfen... erst wollte er nicht, aber nachdem er merkte, dass es ihm dadurch besser ging, war das kein Problem mehr.

Des Weiteren hatte ich ein Blutdruckmessgerät besorgt ( mit Handmanschette) und regelmässig den Blutdruck gemessen. Wenn er im kritischen Bereich war ( fiel mitunter nach der Chemo sehr stark ab, z.T auf 70 / 40) dann hab ich den Notarzt gerufen. Er bekam etwas kreislaufstabilisierendes und musste nicht ins Krankenhaus. Das könntest du aber auch mal mit dem behandelnden Arzt und deinem Mann besprechen. Laß dir am besten mal ein paar Tipps vom Arzt geben, mir hat dieses Verständnis und die entsprechenden Informationen einen Teil der Panik genommen.

Gibt deinem Mann etwas Zeit, versuche ihn zwar zu motivieren, aber nicht zu drängen. Ich denke, wenn es ihm etwas besser geht, wird er auch von selbst aktiver. Zur Zeit ist bestimmt alles sehr anstrengend für ihn, selbst das waschen, aber es wird wieder besser.

Das du vor Sorge nicht schlafen kannst, kann ich so gut nachvollziehen.
Ablenkung funktioniert selten, dass habe ich selber erlebt. Ich hab mir ab und zu mal ein Entspannungsbad gegönnt, das hat dann etwas geholfen und wenn der Schlaf auf Dauer zu kurz kommt, versuchs mit einem leichten pflanzlichen Schlafmittel. Mir hat es manchmla auch geholfen, einfach mal in diesem Forum meine Sorgen niederzuschreiben, dann waren sie wenigstens mal für einen Moment aus dem Kopf raus.

Ich drück euch die Daumen, dass es deinem Mann in den nächsten Tagen besser geht und ihr die Tage daheim doch auch etwas geniessen könnt.

Liebe Grüße
Gaby

Graci
23.10.2007, 06:44
Hallo Ihr Lieben,
jetzt habe ich mal wieder einen Moment zum Schreiben.
Also,
es ist folgendes passiert.
Am Donnerstag aben vor seiner Entlassung bekam er in der Klinik noch Kortison, und er sagte mir, das er am Montag zum Hausarzt muß, das war aber falsch, wir hätten am Freitag hingemußt, das heißt, er hatte plötzlich den totalen Cortisonentzug,deshalb ging es ihm so schlecht.
Mir ist die ganze Situation noch so fremd, bisher mußte ich meinem Mann nicht ständig wie einem kleinen Kind hinterherlaufen, aber damit muß ich wohl wirklich anfangen, denn er vergißt im Moment viel und bringt viel durcheinander und so.
Also erstmal leichte Entwarnung, er dämmert auch nicht mehr so vor sich hin, sondern scheint richtig zu schlafen, und wenn er wach ist, macht er einen ganz guten Eindruck auf mich, und schmerzfrei ist er auch,
ich hoffe erstmal das Beste für die nächsten Tage, wenn ich Zeit finde, schreibe ich wieder,
seid alle lieb gegrüßt,
Gruß Gracia

Anna_Klar
23.10.2007, 09:59
Liebe Gracia,

die "kleine" Entwarnung ist doch eine nette Nachricht an diesem frostigen Dienstag Morgen :)

Ich grüße euch alle!

Graci
24.10.2007, 09:00
Hallo an Alle,
mein Mann ist gerade allein zur Blutentnahme zum Arzt unterwegs, das wollte er so und ich finde das auch in Ordnung, es sind knapp 10 Minuten zu Fuß, und ich möchte ihn auch nicht entmündigen,
er soll soviel Normalität wie möglich leben, ich denke, das ist das Beste für uns alle,
gestern waren wir spazieren, das hat ihm auch gutgetan, zur Zeit geht es ihm wirklich ganz gut und ich bin froh über die kleine Atempause,
am 7. geht es zur zweiten Chemo wieder eine Woche in die Klinik,
ach ja, eine Frage habe ich:
er hat sehr mit Pilzbefall an den Schleimhäuten zu kämpfen, hat auch Mittel dagegen, die aber nicht so richtig greifen, hat jemand von Euch einen Tip für mich?
Gruß Gracia:)

Anna_Klar
24.10.2007, 09:37
Hallo Gracia,

zum Thema "Pilzbefall" kann ich nur so viel sagen, dass das nicht untypisch ist, denn gerade Schleimhautzellen werden von der Chemo sehr angegriffen.

Schön, dass ihr spazieren wart und du zudem auch noch sgen kannst, dass es deinem mann gut getan hat...Das freut mich zu hören :)

destiny68
24.10.2007, 12:48
Hallo Gracia,

Ihr könntet es mal mit Propolis versuchen. Das ist eine Art Kitt, der von den Bienen gesammelt wird aus verschiedenen Harzen. Ihr bekommt Propolis bei einem Imker. Es hat eine antibakterielle Wirkung, soll das Immunsystem stärken und auch bei Entzündungen sehr gut helfen.

Schön, dass Dein Mann sich alleine auf den Weg gemacht hat zum Doc. Und der Spaziergang gestern hat ihm sicher auch gut getan.

Alles Gute,
Helga

Gaby
24.10.2007, 17:34
Hallo Gracia,

mein Partner hat für Schleimhautprobleme im Mundbereich Amphomoronal verordnet bekommen, das gibt es flüssig und als Lutschtabletten. Die Tabletten haben besser gewirkt.
Das kann von der Chemo kommen, aber auch noch Nachwirkung von den Kopfbestrahlungen sein.

Ich freue mich, dass ihr ein Verschnaufpause habt, lasst es euch gutgehen
Liebe Grüße
Gaby

Gaby
24.10.2007, 17:35
Hallo Gracia,

mein Partner hat für Schleimhautprobleme im Mundbereich Amphomoronal verordnet bekommen, das gibt es flüssig und als Lutschtabletten. Die Tabletten haben besser gewirkt.
Das kann von der Chemo kommen, aber auch noch Nachwirkung von den Kopfbestrahlungen sein.

Ich freue mich, dass ihr ein Verschnaufpause habt, lasst es euch gutgehen
Liebe Grüße
Gaby

Graci
25.10.2007, 09:51
Hallo Ihr Lieben,
erst einmal vielen Dank für Eure Tips und Ratschläge,
die letzte Nacht war einfach grauenvoll, mein Mann hatte starke Schmerzen im Rücken, das sind jetzt alles neue Dinge, die ihm sagen, es geht zu Ende, er ist inzwischen davon überzeugt und ich bin vor lauter Kummer langsam sprachlos,
jetzt liegt er im Bett und schläft hoffentlich etwas,
einen Arzt läßt er mich nicht rufen,
er hat noch eine notarielle Angelegenheit mit seinem Vater zu klären, davon ist er nicht abzubringen,
das will er heute tun, ich weiß nicht wie,
dann will er ins Krankenhaus und ist der Meinung, er kommt da nicht mehr raus,
also das schlägt alles über mir zusammen, ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.
Über seinen Kopf hinweg den Arzt rufen?
Oder ihm seinen Willen lassen?
Ich weiß es nicht,
Gruß Gracia

destiny68
25.10.2007, 12:58
Hallo Gracia,

das ist eine schwierige Entscheidung ...
Vielleicht hilft es Dir, wenn Du versuchst, Dich in die Lage Deines Mannes zu versetzen. Was würdest Du dann wollen? Dass jemand den Arzt informiert oder dass Du das, was Du unbedingt beim Notar regeln möchtest, hinter Dich bringst?

Dass Euch die Rückenschmerzen beunruhigen, kann ich mir vorstellen. Vielleicht gibt es aber auch eine ganz harmlose Erklärung dafür. Das wünsche ich Euch jedenfalls sehr. Es kann ja sein, dass er sich einfach nur verdreht hat oder aber auch, dass er Schmerzen hat, einfach weil er jetzt mehr liegt (ist ja auch eine Umgewöhnung für den Körper). Je nachdem, welche Chemo er bekommen hat, kann das auch eine Nebenwirkung sein. Meine Ma hat auch oft Knochen- und Gelenkschmerzen, die von der Chemo kommen.
Manchmal hilft es in einem solchen Fall, wenn Ihr einfach mal kurz in der Klinik anruft und die Situation bzw. den Schmerz schildert. Dann wird man Euch sagen, ob Ihr kommen müsst, damit der Sache nachgegangen wird, oder nicht.

Halt die Öhrchen steif! :pftroest:

Lieben Gruß
Helga

destiny68
27.10.2007, 19:54
Hallo Gracia,

wie geht es Deinem Mann und Dir?

Lieben Gruß
Helga

Graci
28.10.2007, 10:01
Hallo Ihr Lieben,
ich habe zur Zeit wenig Zeit zum Schreiben, ich möchte auch nicht, das mein Mann das mitbekommt, also ich bin rund um die Uhr im Dauereinsatz, heute geht es ihm etwas besser, wir wollen in den Garten fahren, um nach dem Rechten zu schauen, hoffentlich überfordert es ihn nicht, aber er will so gern,
ich selbst bin völlig übermüdet,
aber wenigstens esse ich wieder, weil ich für ihn kochen muß und dann natürlich etwas mitesse,
also Essen ist für ihn gar kein Problem, Gott sei Dank,
Schmerzen hatte er seitdem auch nicht mehr,
ich habe für alle Fälle jetzt auch Tropfen im Haus,
dadurch fühle ich mich etwas sicherer,
Tabletten gegen die Pilze hat er jetzt auch, das scheint besser zu greifen als die Creme,
also ich hoffe, das wir jetzt eine kleine Phase der Erholung haben,
vielen Dank für Euer Mitgefühl und Interesse, sobald ich kann, melde ich mich wieder,
Gruß Gracia

Gaby
28.10.2007, 14:11
Hallo Gracia,

ich freue mich, dass sich alles etwas entspannter anhört bei dir.
Ich denke auch, dass dein Mann seine Kräfte ganz gut einzuschätzen weiss und sich nicht so schnell übernimmt. Ausserdem ist es doch schön, mitzubekommen, dass er etwas unternehmen möchte, du musst ihn wohl nicht einmal gross motivieren. Versuche mal, dich etwas mehr zu entspannen, mehr zu schlafen oder event. mal autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Es gibt sehr gute CD, anhand deren man das ganz gut daheim mal machen kann. Vielleicht hilft es dir etwas.

Weiterhin alles Gute für Euch beide.
Lieben Gruß
Gaby

Graci
28.10.2007, 20:59
Hallo Ihr Lieben,
vielen Dank für die Unterstützung,
sobald ich wieder Zeit finde,
melde ich mich,
zur Zeit ist alles halbwegs entspannt,
ich wünsche Euch allen einen schönen Abend,
Gruß Gracia

Graci
07.11.2007, 19:34
Hallo Ihr Lieben,
heute morgen habe ich meinen Mann zur zweiten Chemorunde in die Klinik gebracht,
er ist sowohl physisch als auch psychisch schlecht beieinander,
ich selbst brauche diese Woche dringend zum Luftholen,
eigentlich habe ich drei Wochen lang 24 Stunden Dienste geschoben,
das Fürchterliche für mich ist, mein Mann ist einfach nicht mehr mein Mann,
ich meine nicht die körperlichen schrecklichen Veränderungen, die sind nicht so wichtig,
aber sein gesamtes Wesen, das ihn auszeichnete, seine besondere Persönlichkeit,
ist einfach weg,
er ist nur noch eine körperliche Hülle mit einem enormen Eßbedürfnis, welches ich natürlich gern befriedige,
aber wo ist mein mann?
Ich fühle mich nach 18 Jahren engster Gemeinsamkeit völlig allein,
bin nur auf Zehenspitzen durch die Wohnung gelaufen und mache jetzt erst mal Großputz,
weil ich nicht wagte, staubzusaugen oder so,
um ihn bloß nicht zu stören,
und er saß eigentlich nur im Sessel und dämmerte vor sich hin,
also,
ich bin fix und alle,
hat irgendjemand Tips für mich?
Gruß Gracia

Anni72
07.11.2007, 20:32
Liebe Gracia,

Dein Mann wird in der Klinik in guten Händen sein, nutze diese Zeit auch einmal für Dich, damit Du wieder Kraft sammeln kannst.
Ein 24-stundenjob schlaucht ungemein. Ich schicke Dir ein ganz großes Kraftpaket, mehr kann ich von hier nicht tun.......... umarme dich aber virtuel :pftroest:

Liebe Grüsse
Anni

Angela07
07.11.2007, 22:24
Liebe Graci,

ich kann mich Anni nur anschliesen.Es ist sehr wichtig, daß Du auch nach Dir schaust. Sonst ist es sehr schwierig diesen Streß durchzuhalten. Bitte nutze diese Woche nicht nur zum "Großreinemachen", das ist alles nur zweitrangig. Ich kann es zwar nachvollziehen, aber in solchen Zeiten müssen diese Sachen einfach zurückstehen. Wer hierfür kein Verständnis hat, ist fehl am Platz. Und zur Wesensänderung deines Mannes, es ist ein großer Kraftakt mit einer solchen Diagnose umzugehen und sie auch anzunehmen. Das ist eine solche Ausnahmesituation, die die ganze Familie kräftig durchschüttelt. Ich denke man muß allen Zeit lassen sich damit zu arrangieren. Für Deinen Mann ist es bestimmt sehr schwierig alle Kraftreserven zu mobilisieren. Mein Vater hat seit seiner Erkrankung auch einsehen müssen, dass er nicht mehr alles mit dem gleichen Elan bewältigen kann wie früher. Er mußte ebenso akzeptieren, dass es für ihn besser ist, wenn er sich mittags seine Auszeit nicht auf dem Sofa nimmt, sondern besser auf seinem Bett verbringt, das besser für seinen Rücken ist. Er hat es irgendwie als Schwäche angesehen, tagsüber ins Bett zu liegen und hat lieber Rückenschmerzen in kauf genommen, die dann wieder nachdiagnostiziert werden mussten, weil man befürchtete ob es nicht Metastasen sind, die die Schmerzen auslösten. Das hat er zum Glück dann überwunden, er gönnt sich jetzt wirklich den besseren Ruheplatz, aber es dauert halt immer ein bischen bis man sowas einsieht:rolleyes: . Dein Mann hat sicherlich auch das eine oder andere Problem mit dem er sich auseinandersetzt und das er noch nicht mit Dir besprechen konnte. Dann auch die Chemo, das ist ebenso ein riesiger Kraftakt für seinen Körper und sicherlich auch für die Seele. Lass ihm etwas Zeit und steh ihm zur Seite, ich denke viel mehr kann man nicht machen, das ist schließlich nicht wenig.

Liebe Grüße und ein großes Kraftpaket für Dich und Deinen Mann

Angela07:pftroest: :engel:

Engel07
07.11.2007, 22:39
Liebe Gracia,

auch ich möchte dir sagen, tu etwas für dich. Klar, putzen muss sein, aber versuch dir einen Freiraum zu schaffen, in dem DU wieder zu Kräften kommst.

Hast du denn eine beste Freundin, oder Verwandte, die dir zur Seite stehen?

Ich schick dir viel Kraft und drück dich mal ganz fest. Und heul dich mal richtig aus, wenn dir danach ist.

Einen lieben Gruß

Engel07
07.11.2007, 23:40
Lothar? Bist du das?

Du hast doch so gute Sachen hier geschrieben. Es tut mir so leid, dass es dir nicht so gut geht.

Ich drück dich mal und schicke dir ein großes Kraftpaket.

Alles Liebe für dich. Bleib bei uns. Auch du brauchst deine Kontakte. Und wenn du manchmal nur lesen magst, ist es doch ok. Aber verkriech dich nicht so doll. Du weißt, dass du hier verstanden wirst. Ich denk an dich....:pftroest:

Liebe Grüße

Graci
08.11.2007, 19:56
Hallo Ihr Lieben,
besonders Lothar,
gib nicht auf,
bitte nicht, Du hast soviel positive Energie geschickt und soviel Herz gezeigt, trotz Deiner eigenen schrecklichen Situation,
bitte gib nicht auf,
ich will auch alles geradehalten,
soweit ich das kann, und vielen Dank an alle für die Unterstützung,
es ist so bitter hart,
sorry,
traurige Grüße
Gracia

Graci
15.11.2007, 21:15
Ein sehr trauriges Hallo an Alle,
ich habe mich solange nicht gemeldet, weil mein Computer die Grätsche gemacht hat,
und gestern wurden bei meinem Mann Metastasen an der Wirbelsäule festgestellt,
wir sind beide völlig verzweifelt,
ich darf ihn auch nicht besuchen, weil ich mir einen Magen-Darm Virus eingefangen habe und die Ärzte nicht wissen,
ob das ansteckend ist, jetzt haben wir die nächsten Tage nur das Telefon,
ich möchte langsam selbst nicht mehr leben,
wozu denn das Ganze?
Trauriger Gruß
Gracia

engel5055
15.11.2007, 21:24
hallo, liebe grazy, ich zünde jetzt eine kerze an und denke an dich/euch. alles liebe und gute, ich kenne solche momente auch. drück dich, helga:engel: :knuddel: :winke:

LittleUnicorn
15.11.2007, 22:04
Hallo Gracia,

du musst stark und tapfer sein und ihr beide müsst miteinander reden.

Meine Mama und ich konnten nicht mehr miteinander reden weil es einfach zu schnell ging. 2 Wochen nach der Diagnose war es vorbei und sie war kurz davor so sehr von Alpträumen und Phantasien geplagt, dass es ihr sehr sehr schlecht ging. So dass wir auch nicht ernsthaft reden konnten. Sie war oft sehr durcheinander und hat nicht alles registriert was man sagte.

Es gibt immer irgendwo ein Fünktchen Hoffnung, aber bitte sei dir auch bewusst, dass ein Krebs, sehr schnell wachsen und streuen kann.

Bitte nutzt die Zeit die ihr habt... meine Mutter hat immer gesagt "Lass mir noch etwas Zeit zum nachdenken..." oder als sie stark unter der Medikation stand "Schauen wir im Dezember noch einmal.. ob ich da noch bin." Sie hat sich schon teilweise aufgegeben und dein Mann darf sich nicht aufgeben, hörst du? Er muss kämpfen! Kämpfen bis es wirklich nicht mehr geht.

Bitte redet miteinander. Mama und ich konnten es nicht mehr, denn die Zeit die sie zum nachdenken haben wollte, hatte sie nicht mehr.

Nutzt die Zeit die ihr habt.. vielleicht werden es noch Monate oder Jahre sein. Ich wünsche euch mehr Zeit, viel mehr Zeit, als die, die meine Mutter hatte.

traurige aber aufmunternde Grüßen
Pia

Engel07
15.11.2007, 22:32
Liebe Gracia,

mensch, das tut mir so leid, mir fehlen die Worte. Wahrscheinlich ist es jetzt für uns alle hier fast unmöglich, die richtigen Worte für dich zu finden.

Und doch möchte ich dir sagen, dass wir alle hier dir zur Seite stehen und du nicht allein bist. Ich bin mir ganz sicher, dass viele hier dich und deinen Mann in ihre Gebete einschließen.

Du bist so stark, und auch wenn es schwache Momente voller Traurigkeit und Verzweiflung gibt, wie bei uns allen, so hast du doch noch Reserven. Auch wenn du jetzt nicht weißt, wo diesen Reserven versteckt sind, wenn es drauf ankommt, findest du sie und es geht doch weiter - irgendwie.

Ich wünsche dir von Herzen, dass es wieder mal ein wenig bergauf geht für euch zwei. Fühl dich ganz lieb umarmt.:pftroest:

Graci
17.11.2007, 22:24
Hallo Ihr Lieben,
vielen Dank für die tröstenden und wichtigen Worte,
aber meine Hoffnung schwindet mehr und mehr,
meine kleine Katze ist allmählich mein engster Partner geworden,
macht man sich im Schmerz immer mehr zu?
Ich habe Freunde, die ich nicht überfordern will,
deshalb teile ich mich dort sehr ein,
mein Mann weiß genau, wie es um ihn steht,
nur ich kann damit nicht leben,
wir reden auch miteinander, es tut alles nur weh,
er scheint gefaßter als ich,
ich bin schon froh,
hier einfach schreiben zu können,
weil Ihr doch immer wieder tröstende Worte findet,
wo kein Trost mehr möglich ist,
ich habe nie geglaubt,
mit 47 oder 48 Jahren Witwe zu werden,
wir hatten noch so viel vor,
es ist einfach nur zum Verzweifeln,
Traurige Grüße
Gracia

bettinaco
18.11.2007, 00:08
Liebe Gracia,
es tut mir so leid. Ich kann mir ein bisschen vorstellen, wie es dir geht, denn in den letzten 3,5 Jahren gab es bei meinem Mann auch immer wieder eine Zeit, wo ich dachte, es geht nicht mehr. Aber gib noch nicht auf - Knochenmetastasen können zwar sehr schmerzhaft sein, sind aber auch gut behandelbar. Versuch mal mit den Ärzten zu reden, wenn du deinen Infekt auskuriert hast, und höre, was sie jetzt vorhaben. Und hol dir jede Hilfe, die du bekommen kannst, praktische und seelische. Deine Freunde möchten vielleicht auch gefordert werden. Ich musste das auch lernen, es hat keinen Sinn, alles in dich reinzufressen. Du wirst noch viel Kraft brauchen. Aber dich auch immer wieder wundern, woher sie dann doch kommt.
LG

Bettina

Engel07
18.11.2007, 12:38
Liebe Gracia,

ich weiß gar nicht so recht, was ich dir schreiben soll. Wie gern würde ich dir helfen.

Vielleicht könnten dir die Bücher von Kübler-Ross weiterhelfen. Viele finden darin Trost und können lernen, sich mit derartigen Situationen und auch auch dem Prozess des Abschiednehmens auseinanderzusetzen. Vielen hier haben die Bücher geholfen.

Schau mal im Internet nach, bestimmt findest du Einiges dazu. Ich habe mir vor einiger Zeit mal eine Seite rausgesucht, die ich sehr interessant fand. Über Google findest du ganz viel.

Ich schicke dir ein großes Kraftpaket und drück dich.:pftroest:

Graci
23.11.2007, 00:55
Hallo Ihr Lieben,
danke für den Tip,
ich habe mir einiges aus der Bibliothek geholt, kann damit aber nicht viel anfangen, vielleicht noch nicht,
mein Mann ist jetzt zuhause,
am 10.12 gehts zur nächsten Chemo,
ich versuche ihn etwas aufzupäppeln, im Krankenhaus hat er kaum gegessen und entsprechend Gewicht verloren,
er muß auch täglich zur Bestrahlung des Rückens, ich freue mich, das er hier ist, aber anstrengend ist es auch, ich will ihn nicht stören und laufe den ganzen Tag sozusagen auf Katzenpfötchen rum, um ihn nicht zu stören,
eigentlich hatte ich erwartet, das man lernt, mit der Katastrophe zu leben, aber das scheint nicht der Fall zu sein, ich werde immer dünnhäutiger und verzweifelter,
beobachte ihn ständig, bin laufend unter Hochspannung,
das Ganze macht mich einfach fertig,
na ja, jetzt habe ich mich etwas ausgeheult, da kann ich mit neuem Mut in den neuen Tag starten,
Gruß Gracia

tonchi
23.11.2007, 08:48
Liebe Graci!
Hier ein Spruch für Dich! Ich kann es so gut verstehen, dass Du mit Deiner Kraft am Ende bist und weiss,dass es soooooo anstrengend ist eine kranke Person zu begleiten! Man nimmt in Wahrheit jeden Tag ein Stück Abschied! Das heisst aber nicht, dass Ihr nicht kämpfen sollt!!!!!!

"Es gibt Momente im Leben, wo man über sich selbst hinaus wachsen muss. Dieses schwere Kreuz nimmt uns leider keiner ab, aber es wird nie schwerer sein, als man es auch tragen kann!!!"

tonchi
24.11.2007, 21:48
Hallo Graci!
Wie geht es Deinem Mann? Denk an Dich/Euch!
Liebe Grüsse

Graci
25.11.2007, 12:27
Hallo tonchi,
ich weiß nicht mehr, was ich tun soll, er ist völlig apathisch, nichts interressiert ihn, er schläft fast den ganzen Tag, hat auch zwischendurch Schmerzen, will auch die Tropfen nur widerwillig nehmen, weil die so schlecht schmecken, jeden Bissen Essen muß ihm reinreden,
er redet kaum noch, ist das normal für die Krankheit oder hat er schon aufgegeben?
Wenn ja, muß ich das respektieren, aber ich möchte die Situation einfach besser verstehen und beurteilen können,
gruß gracia

Mia27
29.11.2007, 18:25
Hallo Gracia,
wie geht es deinem Mann jetzt????

LG Mia

Graci
30.11.2007, 20:32
Hallo Ihr Lieben,
hallo Mia,
ihm geht es relativ gut, nur die Rückenschmerzen werden stärker,
ich habe heute vom Arzt Morphium bekommen und wir müssen sehen, wie wir ihn eingestellt bekommen, mental ist er relativ gut drauf,
ich kann, wenn er zuhause ist, nicht wirklich schreiben, weil ich nicht will, das er meine Nöte mitbekommt, er hat mit sich selbst genug zu tun,
Gruß Gracia

Häsi
30.11.2007, 20:50
Liebe Gracia,
ich denke und fühle mit Dir! Mehr kann ich leider nicht tun. Du bist so unheimlich tapfer und stark!!! Drück Dich ganz fest!
Häsi

östel
04.12.2007, 18:21
Liebe Gracia, vielleicht st es ein ganz kleiner Trost wenn ich dier schreibe, dass die knochenmetastasen nach der Bestrahlung etwas brauchen um Ruhe zu geben. Durch die Bestrahlung werden sie erst mal aktiviert hat man mir gesagt. Nach ca.2-3 Wochen wurden die Schmerzen besser. Ich wünsche dir und deinem Mann ein schmerzfreies Weihnachten:engel: :engel: und das ihr die Zeit geniessen könnt. Halte durch:megaphon:

Graci
04.12.2007, 21:25
Halllo Ihr Lieben,
vielen Dank für Euren Zuspruch, ich traue mich kaum ins Forum zu gehen, weil ich meinen Mann nicht belasten möchte,
aber wir haben ein neues Problem, er fährt mich jetzt häufig aggressiv an, das kenne ich über 20 Jahre nicht,
hätte ich mir auch niemals unter normalen Umständen gefallen lassen,
mein Mann ist nicht mehr mein Mann, er ist ein Fremder geworden, und das ist wirklich schrecklich,
ich sage mir, es ist nicht mein Mann, der mich beschimpft, sondern der Krebs,
aber es ist einfach so, ich bin jetzt schon allein,
hat jemand damit Erfahrung?
Gruß Gracia

tonchi
05.12.2007, 13:46
Liebe Graci!
Es tut mir leid, dass ich mich erst jetzt melde! Ich bin nicht mehr täglich im Forum! Ich versuche etwas Abstand zu gewinnen! Es tut mir auch so leid, dass Du diese Krankheit von dieser Seite erfahren musst! Ich verstehe was Du meinst! Meine Mutter wurde zum Teil auch richtig unfair und forsch! das tut in dem Moment sehr weh, doch da habe ich auch gedacht, dass sie da einfach nichts für kann! Ich glaube wir können uns nicht vorstellen was der Krebs eigentlich aus dem geliebten Menschen macht! Mein Vater hat es leider auch oft getroffen. Er hat mir erzählt wie sehr es weh tut so manche Sprüche abzubekommen, obwohl man doch alles erdenkliche dran setzt den Partner zufrieden zu stellen! Glaube mir, dein Mann meint es nicht so, es sind Schmerzen, Medikamente und auch die eigene Unzufriedenheit, die ihn so handeln lassen! Für Dich ist das nur leider kein Trost, weil es so schwer ist zu sehen, wie sich der Partner verändert! Was Du jetzt durchmachst wirst Du wie ich niemals in meinem Leben vergessen! Man verändert sich als Anghöriger ein grosses Stück mit! Viele Dinge erscheinen so unwichtig. Man regt sich über Kleinigkeiten auch nicht mehr so auf, weil man lernt ,dass es viel wichtigere Dinge im Leben gibt als sich über Schwachsinn aufzuregen! Ach Graci, ich wünschte ich könnte Dir helfen! Sei tapfer! Er braucht Dich!Hast Du denn keine Hilfe durch gute Freunde oder Kinder, mit denen Du Dich mal treffen kannst!?Du brauchst trotz allem mal ein Stündchen, wo Du mal ein Bierchen oder so trinken gehst, sonst machst Du Dich kaputt!!!! Damit ist dann niemanden geholfen! Ich drücke Dich!

Ulla Krefeld
05.12.2007, 15:00
Liebe Gracia,

ist ja grausam, was Du zur Zeit durch machst. Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass es 5 Stadien gibt, die die Krebskranken durchleben. Leider weiss ich nicht mehr wo.

Darum schiebe ich Dir den Beitrag von Susanne, wo für Dich vielleicht sehr wertvolle Antworten stehen.

Alles Gute, aber Du schaffst das!

Ulla

Schnucki
05.12.2007, 17:40
Liebe Ulla,

Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass es 5 Stadien gibt, die die Krebskranken durchleben.

Meinst Du vielleicht die 5 Stadien von E. Kübler-Ross? Das sind aber eher die Sterbestadien, sind genau 5 mit Wut, Verdrängen, Akzeptieren etc.?

Liebe Gracia,

spontan würden mir jetzt da Hirnmetas einfallen, hat Dein Mann welche?

LG, drück Dich

Astrid

Graci
07.12.2007, 03:00
Hallo Ihr Lieben,
ich kann mich erst jetzt wieder melden, weil ich halt einen passenden Zeitpunkt abwarten muß,
ja, er hat leider Gehirnmetastasen, die auch schon bestrahlt wurden,
die Abschlußuntersuchung dazu findet am Montag im Krankenhaus statt, aber die brauche ich gar nicht, um zu sehen, das es wieder einen Schub gegeben hat, er hat auch leichte Sprachstörungen, Konzentrationsprobleme, Gedächtnisstörungen, na ja, und halt diese ungewohnte Aggressivität, wenn etwas nicht auf Anhieb nach seinen Wünschen geht,
aber, wie gesagt, ich weiß, das es die Krankheit und nicht mein Mann ist, wirklich einfacher wird es dadurch auch nicht,
am Montag geht die nächste Chemo im Krankenhaus los,
er bekommt dann erst einmal eine Bluttransfusion,
das macht mir auch schon wieder Sorgen, das ist doch sicher kein gutes Zeichen,
oder?
Gruß Gracia

tonchi
07.12.2007, 07:41
Hallo Graci, schön von Dir zu hören!
Das mit der Bluttransfusion ist normal! Das ist eine Nebenwirkung der Chemo! Ganz viele Patienten haben einen zu niedrigen HB und müssen vor der Chemo eine Transfusion erhalten! Eigentlich verträgt man das meist sehr gut und auch der Gesamtzustand ist oft danach etwas besser, da man mit einem zu niedrigen HB sehr abgeschlagen und müde ist!
Wie ich sehe, kommst Du nicht zur Ruhe-Du schreibst um 3 Uhr nachts! Ich drücke Dir die Daumen, dass er die Chemo gut verträgt und Du auch etwas zur Ruhe kommst,wenn er im Krankenhaus ist!Das hört sich zwar immer komisch an, aber auch wir als Angehörige brauchen diese Krankenhauszeit um mal wieder durchzuatmen!!!:o
So, jetzt verlangt meine kleine Tochter eine frische Windel! Die bekommt von dem ganzen zum Glück noch nichts mit was auf der Welt noch passiert! Für sie ist es das grosste Drama an eine Pulle Milch zu kommen oder eine neue Windel.......und das ist auch gut so!
Heute Nacht habe ich geträumt, meine Mama wäre wieder da! Es war sehr erschreckend, als ich beim Auffwachen feststellte,dass es nur ein Traum war!:(
Ich drücke Dich aus der Ferne!!!!:knuddel:

Graci
07.12.2007, 21:17
Hallo Tonchi,
danke für diesen trockenen, aber treffenden Kommentar, das Irre ist ja, das Leben geht weiter, und ich habe mit seiner Familie nur Zoff, sein alter Vater mit 84 will ihm sein Erbe der Mutter vorenthalten, jetzt renne ich für ihn ständig zum Anwalt, es ist das absolute irrenhaus, aber es scheint die Lebensgeister meines Mannes zu aktivieren, aber ich bleibe völlig auf der Strecke,
Du hast recht, ich sitze nachts um 3 am PC, gut das wir keine Photos sehen, meine Augenringe sind traumhaft,
also,, ich kämpfe mich durch, aber wie lange ich noch kann, weiß ich nicht,
aber ich halte erst mal durch,
Gruß an Dein Baby,
Gruß Gracia

Graci
12.12.2007, 20:17
Hallo an Alle,
bitte Hilfe und Ratschläge,
ich werde nur noch angemotzt,
alles was ich tue, ist falsch,
was bitte soll ich tun?
Gruß Gracia

jutta50
12.12.2007, 20:46
Liebe Gracia,
auch bei uns hat es im letztn Jahr Tage oder Wochen gegeben, wo eine unbedachte Bemerkung eine Explosion verursacht haben. Gott sei Dank haben hat sich bis jetzt immer wieder alles eingerenkt. Es ist einfach eine absolute ausnahmesituation.
Wer motzt dich denn konkret an? Dein Mann, wie schon Anfang Dezember beschrieben?
Liebe grüße
Jutta

Butzimutti
12.12.2007, 22:55
Liebste Gracia,

ich wollte Dir schon einmal schreiben, als Du von Deinem Mann erzählt hast, er würde so agressiv Dir gegenüber werden. Dies erinnert mich ganz stark an meinen Mann, der vor 11 Jahren mit 57 an dieser Sch...krankheit starb, ich war damals gerade 50 geworden. Wir waren zu der Zeit bereits 32 Jahre verheiratet und DAS Vorzeigeehepaare in unserem Freundeskreis, ja wir hatten eine wunderbare Partnerschaft (mitunter auch hart erkämpft), wollten zusammen mit 80 bzw. 87 am Meer entlang gehen und uns gegenseitig stützen.
Und dann kam die Krankheit!

Und dann war er oft so agressiv oder ungerecht oder wütend - es dauerte ein paar Wochen, bis er mir sagen konnte, warum das so ist - er hatte Angst, er hatte eine Sch...angst zu sterben!! Er erklärte mir, er sei wie eine Kommode mit mehreren Schubladen, zieht man eine auf, ist darin Hoffnung wie eine gelbe Sonnenblume oder ein blauer Himmel, zieht man die andere auf, ist darin tiefste Verzweiflung, dunkle Nacht. Und es liegt nicht in seiner Hand, welche gerade offen ist. Er tat mir soooo unendlich leid, und das hat mich durchhalten lassen.

Beim Schreiben jetzt durchlebe ich es wieder, und ich bin Gott heute noch dankbar dafür, dass er mir jeden Tag die Kraft gegeben hat, die ich benötigte.

Ich drücke Dir so sehr die Daumen und schicke Dir alle Kraft, die Du benötigst, um durchzuhalten. Noch einen Rat: Lass nicht andere über Dich bestimmen, gehe den Weg, den Du als den richtigen ansiehst, denn es hört sich für mich so an, als hättest Du noch andere Schwierigkeiten als die mit Deinem Mann und die sind eigentlich schon mehr als genug.

Liebe Grüße und eine gute Nacht :knuddel: von
Ilse

Ute 2007
12.12.2007, 23:29
Liebe Gracia,

ich wollte dir eigentlich auch ein paar Worte aus der Sicht einer Betroffenen schreiben aber besser als Ilse es eben von ihrem Mann beschrieben hat, kann man es gar nicht erklären.
Und wenn dann wieder die Hoffnungs-Schublade offen ist tut es wahnsinnig weh, wenn man sieht wie ungerecht, aggressiv und launisch man war. Das schlimmst ist, das ich weiß wenn die Angst wieder die Oberhand gewinnt werde ich mich wieder so besch.... verhalten und nichts dagegen tun können.

Es ist schon eine heftige Krankheit.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und schreib dir alles von der Seele, was dich belastet. Wenn nicht hier, dann lege dir ein Tagebuch zu. Aufgeschriebenes ist schon ein bisschen abgegeben.

Liebe Grüße

Ute

bettinaco
12.12.2007, 23:59
Liebe Gracia,
das ist sauschwer. Du weißt, es ist die Krankheit, die ihn so ungeduldig und aggressiv macht - aber wie damit umgehen, ohne dass du dich daneben legen kannst. Könntest du ruhig bleiben, wenn er ausflippt und ihm ruhig sagen, warum er das tut? Wenn mein Mann solche Nörgelphasen hatte, habe ich es so versucht. Er war dann immer ganz unglücklich, und es hat ein bisschen vorgehalten. Komischerweise ist er immer lammfromm, wenn es ihm richtig schlecht geht. Was für dich auch wichtig ist, sind Rückzugsräume. Sei es, dass du Zeit für dich allein mit etwas Schönem zubringst, sei es, dass du Freundinnen triffst. Oder hier den Frust von der Seele schreibst. Auf keinen Fall darfst du alles runterschlucken. Das nutzt euch beiden nichts.Mir haben es immer alle eingetrichtert, dass ich auch für mich sorgen muss. Das gibt zusätzliche Kraft, die dringend nötig ist.
GlG, liebe Gracia

Bettina

Graci
14.12.2007, 20:17
Hallo Ihr Lieben,
ja, wir waren auch 20 Jahre lang das Vorzeigepaar, haben uns geliebt und respektiert, das war auch schwer erkämpft, und jetzt wird er sofort zänkisch, wenn irgendetwas nicht nach seinem Kopf geht, er stampft mit dem Fuß auf wie ein kleines Kind, aber es kann nicht nur nach ihm gehen, natürlich ist er sterbenskrank, aber das Leben geht trotzdem weiter,
ich muß für uns beide Geld verdienen, er bekommt gar nichts, keine Rente, nichts,
die Kosten fressen mich auch langsam auf, also, manchmal weiß ich wirklich nicht mehr, wo mir der Kopf steht,
und mein Partner, der mir halt sonst zur Seite stand, ist längst weg,
ihn kümmert das alles nicht mehr,
Gruß Gracia

Anas65
14.12.2007, 22:15
Liebe Gracia,
Mensch, das ist aber auch keine leichte Zeit, die du durchmachst. Die Kraft wird jetzt eben von dir verlangt, ob du willst oder nicht, denn dein Mann kann ja jetzt auch nicht aus seiner Haut. Bei meinem Vater merke ich auch leichte Veränderungen, er hat viele Metas im Gehirn, kann auch manchmal ganz unangenehm werden und in der nächsten Minute wieder ganz lieb. Und Wortfindungsstörungen und Gedächtnisstörungen, davor habe ich die meiste Angst, dass diese Hirnmetastasen eines Tages die Oberhand gewinnen und dann...
Ich schick dir einen liebenGruß:knuddel:
Ana

Häsi
17.12.2007, 17:46
:pftroest: Liebe Gracia,

erstmal - Du bist so unheimlich tapfer und stark!!! Davor ziehe ich echt den Hut!!! Du schaffst das und nimm die kleinen Kränkungen und Nörgeleien nicht persönlich!!! Er meint es sicher nicht so... Die Angst, die Wut muss irgendwie raus und leider sind oft die nahestehenden Menschen dann schnell ein Ventil. Ich bin mir sicher, er dankt es Dir von Herzen wie Du zu ihm hälst!!!

Fühl Dich ganz fest gedrückt!! :pftroest:
Alles Liebe
Häsi

Engel07
17.12.2007, 21:12
Liebe Gracia,

es tut mir so leid, was du aushalten musst. Könntest du den Mut aufbringen, mit ihm darüber zu reden? Versuchen ihm klar zu machen, dass er nicht allein unter dieser schrecklichen Situation leidet? Dass auch du am Ende deiner Kräfte bist? Du tust alles, was in deiner Macht steht, um ihn zu unterstützen, da zu sein, zu helfen. Aaaaber du bist nicht schuld dass er krank ist, und er kann dich so nicht behandeln. Vielleicht findest du die Kraft und den Mut, ihm einen Brief zu schreiben. Das ist oft einfacher, als sich gegenüber zu stehen. Es ist leichter, die richtigen Worte zu finden. Es ist klar, dass er in dieser Ausnahmesituation keinen Boden mehr unter den Füßen hat, aber dich fertig zu machen, ist ungerecht und gemein.

Versuch ihm zu erklären, dass es auch für dich ein Alptraum ist. Aber irgendwann wirst du allein zurück bleiben und wirst weiterhin den Schmerz fühlen, während er gehen kann. Ihm sollte aber klar sein, dass wenn er geht, er bei dir durch sein jetziges Verhalten noch größeren Schmerz verursacht.

Vielleicht ist es auch so, dass er sich bewusst von dir (oder dich von sich) lösen will, um es dir leichter zu machen. Das es aber dadurch schlimmer wird, verdrängt er vielleicht. Dieses Verhaltensmuster kenne ich aus dem Freundeskreis. Es tut allen Beteiligten unendlich weh. Und wenn es einem klar wird, tut einem die mit Aggression verschwendete Zeit einfach nur leid.

Ich wünsche dir, dass du die Kraft findest. Und wenn es nicht funktioniert, dann hast du es wenigstens versucht.

Fühl dich ganz fest gedrückt:pftroest:

Graci
17.12.2007, 21:58
Hallo Ihr Lieben - alle zusammen -
ich werde versuchen, mit ihm zu reden, er kommt wohl am Freitag über Weihnachten aus dem Krankenhaus,
ich habe Angst davor,
mein geliebter und vertrauter Mann ist eine Karrikatur seiner selbst,
ich wage auch nicht, ihn zu schimpfen, weil er auch schon so bemitleidenswert aussieht, sein Verhalten ist auch seltsam,
ich weiß wirklich nicht mehr weiter,
ich funktioniere robotermäßig vor mich hin und bin eigentlich völlig platt,
ich weiß, ich muß da durch, aber es fällt so unendlich schwer,
Gruß Gracia

Engel07
17.12.2007, 22:05
Liebe Gracia,

ich drück dir die Daumen, und schimpfen sollste ja nicht. Sag ihm einfach, wie du dich fühlst....Du schaffst das!!!

Alles Liebe

Butzimutti
17.12.2007, 22:59
Liebe Gracia,

es berührt mich so sehr, wenn ich von Deiner Angst lese. Lass Dich ab Freitag, wenn Dein Mann nachhause kommt, von Deiner Intuition leiten. Du wirst aus dem Augenblick heraus das Richtige tun. Sich im voraus etwas vornehmen, klappt in den wenigsten Fällen. Versuche Dich in den nächsten Tagen vorab ein wenig zu stärken (wenn es möglich ist).
Meine Gedanken werden immer wieder mal bei Dir sein.

Liebe Grüße von Ilse

Ruediger63
21.12.2007, 17:36
Hallo liebe Gracia,
hab gerade Deine Zeilen gelesen und ich möchte Dir etwas Mut rüberbringen.

Ich habe selbst mit Lungenkrebs begonnen im Jahr 2002, bin dann operiert worden, einen Lungenflügel und 3 Rippen entfernt. 5 monate nach der Op, hatte ich Metastasen im Rippenfell und im Rücken, habe dann 8 monate Chemo gemacht und im Januar 2006 bin ich zur nachsorge gegangen und bin aus dem Krankenhaus nicht mehr rausgekommen. Die Ärzte überbrachten mir 2 Stunden nachdem ich zum MRT war, die Nachricht 2 inoperable Hirntumore, sie gaben mir höchstens noch ein halbes jahr aber nun gehen wir ins Jahr 2008 und mich gibts immer noch. Sie begannen auch sofort mit Cortison, Antideppresiva, und fingen an mit der Ganzkopfbestrahlung. Was ich sagen möchte, ist folgendes, es ist erstmal sehr schön, das Du zu Deinem Mann stehst, meine Partnerin hat mich verlassen aber das alles hat mich stark gemacht und man muß einfach positiv Denken. Das Problem mit der Vergesslichkeit habe ich auch, muß mir alles aufschreiben sonst, weiß ich eine Stunde später es nicht mehr. Ich bin nun 44 und seit 5 Jahren zuhause, ist nicht immer leicht aber es muß einfach weiter gehen, denn sojung will man noch nicht abdanken, also Denkt man, alles wird gut.

Und wenn Dein Mann genauso Denkt, dann werdet ihr bestimmt noch eine lange Zeit Glücklich miteinander sein. In diesem Sinne, wünsche ich euch alles Gute und frohe Weihnachten und alles erdenklich gute für 2008.

Liebe Grüße Ruediger( Ralf als Rufname ):knuddel: :knuddel:

jutta50
21.12.2007, 18:12
Lieber Ralf-Rüdiger ;-)

endlich mal wieder ein Beitrag der einen Hoffnung schöpfen lässt!
Was ist denn dein 'Geheimrezept'gegen das Krustentier?
Danke und weiterhin gutes Standhalten.
Jutta

Ruediger63
21.12.2007, 18:46
Hallo Jutta,
Danke für Deine Zeilen. Ein Geheimrezept habe ich eigendlich nicht, ich habe ja nun wirklich alles durch aber ich kämpfe dagegen an, positiv Denken, Spaß haben und sich nicht hängen lassen. Und all das machen, wozu man noch in der Lage ist. Ich habe mein Krebsleiden einfach immer nur so dagestellt, als wenn ich eine Grippe hätte. Und da komm ich gut mit klar. Natürlich ist nicht jeder Tag gleich, hab auch meine Schwierigkeiten, Treppensteigen macht mir Luftnot, Vergesslichkeit und narürlich auch Kopfschmerzen, die Sehfähigkeit lässt auch nach aber naja, solange wie ich morgens noch die Augen öffne, gehts mir gut.

Dir auch eine schöne Weihnachtszeit und alles gute für das neue Jahr.

Liebe Grüße
Ralf

Graci
23.12.2007, 06:07
Hallo an Alle,
Ihr baut mich immer so schön wieder auf, und jetzt bin ich erst wieder zum Lesen und Schreiben gekommen.
Bis zum 17.1 soll mein Mann zuhause bleiben, dann wieder rein,
wir haben gute und schlechte Nachrichten,
die Gehirnmetastasen sind erstmal gestoppt, nur ist der Lungentumor größer geworden, er hat nicht auf die Chemo reagiert,
mein Mann muß sich neuerdings oft übergeben,
das macht mir auch Sorgen,
und vor diesen ganzen Feiertagen habe ich einen absoluten Horror,
aber das ist sicher nur normal,
die Stimmung ist auch nicht so toll, kein Wunder,
aber ich gebe mir gr0ße Mühe, nicht zu verzweifeln,
Eure Ratschläge helfen mir dabei wirklich weiter,
wir haben beide große Schwierigkeiten, miteinander umzugehen,
Armer lothar, das tut mir ganz schrecklich leid für Dich,
ich wünsche Dir alles Gute, halte durch, ich möchte noch viele Briefe von Dir lesen!
Hallo Rüdiger, das ist ja knüppelhart, das Dich Deine Frau in dieser Situation verlassen hat, oder gab es andere Gründe?
Das ist wirklich kaum zu glauben.
Ich wünsche Euch allen viel Kraft und trotz allem schöne Feiertage,
Gruß Gracia

LOLA2005
23.12.2007, 07:42
Hallo Gracia
herzlichen Dank
Leider sind meine Postings nicht mehr so freundlich, wie am Anfang. Die Stimmung ist eben sehr schwankend. Termin am 28. 1. in der Gefäßchriugie, als der Arzt sagte 28 dachte ich natürlich 28.12.
Blöd hab den CT bericht erst nach den Besuch des Hausarzt gelesen, weder der Radiologe noch der Hausarzt sagte was zu den Leberproblemen.
herzliche Grüße
durch halten ich hab auch keine andere Wahl
weg laufen geht nicht, hab ich zu oft gemacht
Lothar

Häsi
23.12.2007, 15:19
Liebe Gracia,

ich wünsche Dir ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!!! Ich hoffe sehr, es läuft so "normal" wie möglich ab und Du hast ein wenig Gelegenheit Kraft und Energie zu tanken!

Alles Liebe und merry christmas!
Häsi

Engel07
24.12.2007, 00:16
Liebe Gracia,

ich wünsche euch, dass ihr über die Feiertage ein wenig zur Ruhe kommen könnt und Zeit findet, ein Stückchen zueinander zu finden.

Fühl dich gedrückt....:knuddel:

Graci
01.01.2008, 01:33
Hallo Lothar, hallo an alle anderen lieben Mutmachenden,
ich muß in dieser Sylvesternacht meine Geschichte einfach aufschreiben, sonst platze ich noch.
Ich fasse mich so kurz wie möglich.
Vor 20 Jahren lernte ich meinen Mann kennen, er war verheiratet und hatte eine 6jährige Tochter.Wir verliebten uns ineinander, Scheidung, die Tochter blieb bei ihm, ich war also Stiefmutter. Sie hat in den gesamten 20 Jahren mich nur boykottiert, gehaßt, verleumdet und überall schlecht gemacht. Inzwischen ist sie 25 mit einem unehelichen Sohn von 6 und Hartz4.
Ich dachte, wenn sie erwachsen ist, würde es besser, nein, es wurde noch gröber. Mein Schwiegervater ist 84 und streitet sich seit 2 Jahren mit meinem Mann um das Erbe der Mutter, Vater und Sohn sind gleichberechtigte Erben, mein Schwiegervater versucht, meinen Mann mit allen Mitteln zu betrügen, u.a. verlangte er eine Woche nach dem Tod meiner Schwiegermutter einen DNA Test von meinem Mann.
Dann kam im September die Diagnose meines Mannes: Krebs im Endstadium.
Daraufhin versuchte ich, mit der Familie zurechtzukommen,
ach ja, für meinen Schwiegervater war ich auch 20 Jahre lang das rote Tuch,
so, jetzt hat mein Mann während seiner Krankheit seine Tochter kritisiert, vermutlich der Wunsch, ihr noch mal den Kopf zurechtzurücken, und langsam stecke ich in einer richtigen Haßwelle.
Mein Schwiegervater hat wörtlich zu meinem todkranken Mann am Telefon gesagt: wenn ich eine Pistole hätte, würde ich Dich erschießen!
Meine Stieftochter zickt nur mit Ihrem Vater rum, meldet sich nicht etc.
Jetzt kommt der Hit:
Wir waren Heiligabend um 14 Uhr verabredet, Tochter kam gegen 16 Uhr,
mein Mann war sehr enttäuscht, er hatte sich auf die Zeit eingerichtet und schön angezogen und wartete natürlich, mir brach es fast das Herz, das zu sehen, dann hat mein Mann natürlich gemeckert, daraufhin zickte sie los und meldete sich nicht mehr.
Drei Tage später ruft sie an und will meinen Mann sprechen,dieser winkt ab, will nicht, daraufhin kam heute ein Brief von ihr, in welchem sie mich für alles verantwortlich macht, wäre ich nicht da, würde sie sich kümmern, und ich würde sie telefonisch nicht durchlassen, und außerdem wäre ich eine ganz schlechte Frau, weil ich mich nicht um ihn kümmern würde, also ich bin völlig geplättet.
Er hat diesen Brief nicht gelesen, weil er seit heute morgen nicht mehr beieinander ist und ich ihm das nicht zumuten kann, aber ich bin völlig platt.
Ich bin die einzige dieser Familie, die Tag und Nacht gerade steht, ohne unsere Freunde wäre ich schon kaputt, und diese tochter versucht mich derartig hinterlistig schlecht zu machen, was soll ich jetzt tun?
Nächstes Problem: Der Zustand meines Mannes hat sich dramatisch verschlechtert, er weiß nicht mehr Bescheid, er ist geistig völlig verwirrt, soll ich diese boshafte tochter informieren?
Meine Belastungsgrenze ist auch ohne diesen Familienzirkus komplett erreicht, was soll ich bloß tun?
Das Mädel ignorieren?
Bitte ein paar Tips!
Euch allen ein Gutes Neues Jahr, soweit möglich!
Gruß Gracia

Angela07
01.01.2008, 03:48
Liebe Gracia,

als wie wenn das alles nicht schon genug wäre. Es tut mir so leid für Dich, dass Dir die Familie kein Rückhalt gibt. Dieser Nervenkrieg ist so unproduktiv und zieht Dich und Deinen lieben Mann nur noch weiter herunter. Da ist guter Rat teuer. Wahrscheinlich kannst Du machen was Du willst, es wird dann sowieso für irgendeinen in eurer Familie wieder das falsche sein. Ich denke, du kannst nur versuchen die anderen wachzurütteln. Ich würde der Tochter trotz allem Bescheid geben. Was Sie dann daraus macht, ist ihre Angelegenheit. Sie sollte sich gut überlegen wie viel Chancen sie noch hat mit Ihrem Vater zu reden und noch das eine oder andere zu bereinigen. Wenn sie die Situation nicht nützt, brauchst Du Dir nicht weiter Gedanken um sie zu machen. Dein Mann braucht jetzt Deine Aufmerksamkeit und Deine Liebe und Du die Kraft das alles durchzustehen. Ich wünsche Dir viel Kraft und ein weitaus besseres 2008.:knuddel: :knuddel:

Liebe Grüße Angela07

tupfi
01.01.2008, 09:07
liebe Gracia,

dies ist ja eine schlimme Sache mit der Tochter.
Ich kann sowas eigentlich nicht verstehen, denn wenn jemand schwer krank ist, sollte man eigentlich dem Kranken gegenüber etwas anständiger sein natürlich auch zu den Angehörigen. Ich finde diese Situation nicht gut.
Einen Rat in dieser Hinsicht zu geben ist sehr schwer.

Aus meinen Erfahrungen heraus was die Familie betrifft, ich würde mit dieser
Frau keinen Kontakt mehr wollen, auf was Rücksicht nehmen, ich denke
sie hätte Dir auch Hilfe entgegenbringen können und hat Dich nur beleidigt.

Ich wünsche Dir alles alles Gute und viel Kraft diese Angelegenheit in den Griff zu bekommen.

LG Tupfi:winke: :winke: :winke: :winke:

C. S.
01.01.2008, 13:14
Liebe Gracia,
das ist ja ein ganzes Bündel an familiären Belastungen, das Du da geschnürt bekommen hast :mad:
Meine Erfahrung: wenn Menschen derart reagieren (wie der Schwiegervater) dann geht es meist um Geld.
Es ist ja schon eher ungewöhnlich dass bei einer Scheidung ein sechsjähriges Kind nicht bei der Mutter bleibt, gab es dafür Gründe?
Mein Rat wäre: es ist Aufgabe der Tochter sich nach dem Befinden ihres Vaters zu erkundigen, nicht Deine, sie zu informieren. Es ist auch nicht Dein Verschulden wenn Dein Mann den Brief seiner Tochter nicht lesen kann, lass ihn einfach liegen bis er es wieder kann oder er bleibt eben liegen. Nach 20 Jahren Ehe wird er genau wissen was er davon zu halten hat, zumal Du es bist, die ihn begleitet und pflegt.
Wie ist denn das Verhältnis zwischen Deiner Stieftochter und dem Schwiegervater? Sollte Dein Mann sterben wären ja Du und sie erbberechtigt, könnte das Problem dort liegen?
Belaste Dich (soweit möglich) nicht mit menschlich so armseligen Gestalten und fühle Dich nicht für sie verantwortlich, sondern verfolge Deinen Weg. Du leistest viel mit der Pflege Deines Mannes, blende diese Familie aus soweit es möglich ist, sonst gehst Du dabei vor die Hunde.
Ich hoffe und wünsche dass Du ein eigenes, stabiles und solidarisches Umfeld hast dass Dir helfen kann, diesen Grabenkrieg zu verarbeiten. Lass Dich nicht ständig als Opfer missbrauchen sondern zeige diesen Menschen dass Du ein solch unfaires Verhalten nicht tolerierst. Dazu hast Du jedes Recht!
:knuddel: C. S.

Renate07
01.01.2008, 13:48
Hallo liebe Gracia,
zuerst einmal möchte ich Dir alles, alles Liebe und Gute für 2008 wünschen, vor allem, dass Deine Sorgen sich verkleinern mögen und Dass Du noch eine gute Zeit mit Deinem Mann haben kannst.
Ja, zu Deiner heute nacht geschilderten Situation, die einem ja sehr sehr nahe gehen kann Folgendes aus meiner Perspektive:
Stimmt, es ist nicht leicht, einen Mann zu haben, der eine Tochter mit in die Beziehung bringt. Es ist schon so: Vor allem Mädchen sind sehr eifersüchtig, was die Nähe ihres Papas zu einer neuen, anderen Frau angeht. Vielleicht hat ihr die Trennung ihrer Eltern auch so weh getan, dass sie unheimlich darunter gelitten hat und ihr das Ganze auch nicht so vermittelt worden ist, wie es kindgemäß richtig gewesen wäre. Vielleicht aber wurde sie immer wieder gegen Dich beeinflusst und es konnte somit auch keine richtige Vertrauensbasis aufgebaut werden. Du schreibst, schon im Alter von 6 Jahren, also von Beginn an hat sie Dich nicht angenommen. Sie wollte ihren Vati für sich allein. Schlimm für Dich. Aber hat Dich denn Dein Mann in all den Jahren nicht so unterstützt, dass Schranken abgebaut werden konnten? Hat er denn nicht einmal so für Dich Partei ergriffen, dass die damals noch Kleine sich an Dich gewöhnen konnte?
Ich denke, jetzt ist da nichts mehr zu machen, was Eure Beziehung verbessern könnte. Lass sie links liegen, es bringt nichts, wenn Du auch in noch so guter Absicht versuchst, wieder Kontakt zu dem Mädchen aufzubauen. Sie wird immer in Dir die Person sehen, die ihr den Vater genommen hat...auch wenn es ja so nicht ist. Auf jeden Fall würde ich es vermeiden, mit ihr ein Gespräch zu führen. Ich denke, da wärst Du ihr unterlegen und das musst Du Dir nicht antun. Wenn etwas mitzuteilen ist, würde ich das schriftlich machen.
Dann diese Probleme mit dem Schwiegervater: Oh manno!!!
Wirklich liebe Gracia, in Deiner Haut möchte man ja wirklich nicht stecken.
Ich würde mich von allen zurückziehen, aber ich denke, da kommt noch so manches auf Dich zu, armes Mädel...

Aber lass trotz allem den Kopf nicht hängen.
Es ist natürlich immer leicht, gute Ratschläge zu erteilen als Außenstehender. Ist man dann selber in dieser oder jener Situation, weiß man auch nicht, was tun...
Sollte ich etwas falsch sehen liebe Gracia, sei nicht böse, aber ich kenne diese Deine Situation eben doch nur aus Deinem Posting.

Alles lieben Wünsche für Dich und Deinen Mann

Renate

Äpfelchen
01.01.2008, 13:56
Liebe Gracia,

ich bin zufällig in diesem Forumgelandet, eigentlich schreibe ich bei den Lymhis.
Ich habe Deine Geschichte gelesen und bin erschrocken. Ich kann mich C.S. nur anschließen. Meines Erachtens sollte man Menschen die einem so schwerkranken Menschen diesen HickHack zumuten ausblenden. Bleib ganz bei Dir und Deinem Mann und lade Dir nicht noch die Verantwortung für das schlechte Verhältnis der Familie auf.
Sie hatten alle Zeit, in der schweren Zeit zu zeigen was er ihnen bedeutet, wenn da nur Streit kommt - denn braucht ihr wirklich nicht.

Kümmere Dich wie bisher um Deinen lieben Mann und lass die Gemeinheiten draußen.

Alles Liebe
Beate :winke:

Graci
01.01.2008, 15:19
Ein Frohes Neues Jahr an Euch alle und vielen Dank für die Ratschläge. Es hat sich erstmal alles erledigt, ich mußte gerade die Feuerwehr rufen, die haben meinen Mann ins Krankenhaus gebracht, ich packe jetzt seine Tasche und fahre hinterher, befürchte allerdings, das er nicht mehr nach Hause kommt.
Er hat mich nicht mehr erkannt, ist völlig verwirrt, spuckt Blut und hat starke Schmerzen,
ganz traurige Grüße
Gracia

Paylett
01.01.2008, 15:43
Hallo,
Ich bin nach längerer Zeit wieder einmal hier. Ich bin selber betroffene, doch davon mag ich nun nicht reden. Ich habe gerade alles gelesen, ich bin absolut erschüttert. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft alles zu ertragen.

Doch was auch kommen mag, hier findest Du die Kraft und den Zuspruch um Dich zu fangen.

Ich sende Dir eine ganz liebe Umärmelung.:knuddel:

Engel07
01.01.2008, 19:27
Liebe Gracia,

schicke dir und deinem Mann ein großes Kraftpaket. Lass die Anderen reden, es gibt jetzt Wichtigeres. Unzufriedenen Menschen, wie denen, wird man es niemals recht machen können.

Du und dein Mann stehen jetzt im Vordergrund. Ich schick dir eine feste Umarmung und wünsche euch für das neue Jahr, dass sich die Situation ein wenig entspannt...

Nachdenkliche und mitfühlende Grüße

tonchi
02.01.2008, 10:05
Liebe Graci!
Kaum zu glauben was bei Dir momentan los ist! Du tust mir sehr leid!Die Krankheit und Dein Kummer reicht doch nun wirklich aus-und jetzt hast Du noch so viel Stress mit der Familie! Der Schwiegervater und die Tochter haben vor 20 Jahren echt nicht verstanden, dass die Beziehung Deines Mannes damals sicher schon gescheitert war und sehen Dich jetzt(immernoch) als grosse Übeltäterin was? Die Tochter war ja noch klein, aber der Schwiegervater hat ja wohl echt nichts begriffen was? Sorry aber ist doch wahr!
Hast Du denen jetzt Bescheid gegeben, dass Dein Mann im Krankenhaus ist? Sie ist seine Tochter und ich denke schon, dass Du sie auf jeden Fall anrufen musst. Sie wird Dir sonst nur noch mehr Vorwürfe machen. Ihr Verhalten kann ich nicht begreifen! Wenn ihr angeblich was an ihrem Vater liegt, streite ich nicht und sie sollte in ihrem Alter den Ernst der Lage verstanden haben.Sie sollte doch wissen, dass es evtl. das letzte Weihnachten mit ihrem Vater ist! Oh man! Ich bin in Gedanken bei Dir! Ich hoffe Du kannst diese Last noch tragen! Halte uns auf dem Laufenden! Ganz liebe Grüsse! Tonchi!

Andrea1957
02.01.2008, 10:28
Hallo Cracia,

ein starkes Stück was eure Umwelt mit euch treibt.
Zum Erbe... wenn du Rechtschutz hast nimm dir einen Anwalt und erstreite ( per Briefwechsel nicht vor Gericht..das zahlt der Rechtschutz nicht ) das Erbe deines Mannes, suche dir einen Anwalt der Ahnung von Erbrecht hat,
die hälfte des Mütterlichen Erbes steht deinem Mann zu, dein Schwiegervater muß alles offen legen aus den letzten 10 Jahren. Nur so als Tipp...irgendwann werdet ihr das Geld sicher brauchen können. Bitte kämpfe dafür...
Ich weiß wovon ich rede.

Dann zu deiner unmöglichen Stieftochter.. es fehlen einem die Worte,
aber bitte informiere sie wenn irgendeine Veränderung mit deinem Mann passieren sollte, sie kann selber entscheiden ob sie ans Krankenbett kommt oder nicht, aber du hast auf jeden Fall deine Pflicht erledigt.

Danach ignoriere sie einfach... es ist besser für euch.

Niemals wird sie aufhören, sicher wird sie in ihrem Hass von deinem Schweigervater bestärkt.


Nun wünsche ich dir und deinem Mann alles liebe,
drücke die Dauem das alles nochmal gutgeht.

Andrea

Ruediger63
03.01.2008, 05:30
Hallo Graci,
es gab nur den Grund, das sie ihren ersten Ehemann schon an Krebs verloren hat, und das wollte sie nicht nochmal erleben, kann man irgendwie verstehen, aber sowas käm für mich nicht in Frage, wie heißt es doch, in schlechten wie in guten Tagen. Aber naja, so ist die realität.

Dir und Deiner Familie ein frohes neues Jahr und das alles gut wird, das wünsche ich euch von Herzen.

Liebe Grüße Ralf ( Rüdiger )

Graci
04.01.2008, 09:35
Hallo Ihr Lieben,
seit gestern Abend 10 Uhr ist mein geliebter Mann im Regenbogenland,
soll ich gleich hinterhergehen oder noch weiter auf dieser Welt durchhalten?
Zur Zeit sehe ich keinen Sinn mehr.
Ich werde Dich nie vergessen.

Mae-Geri
04.01.2008, 09:43
Liebe Graci,

ich sende Dir einen stillen Gruß der Anteilnahme. :knuddel: :knuddel:

Es tut mir sehr leid für Dich.

Ich kann verstehen, dass Du Dich so fühlst aber denke dadran, dass Leben ist lebenswert (auch wenn es einem nicht immer so vor kommt).
Hast Du Freunde oder auch liebe Verwandte? Geh hin.

:knuddel:
Sandra

Butzimutti
04.01.2008, 10:20
Liebe Gracia,

ich möchte Dir mein aufrichtiges und tiefempfundenes Mitgefühl ausdrücken. Du warst so tapfer und stark und ich wünsche Dir von Herzen, dass Du für die kommende Zeit noch einmal diese Tapferkeit und Stärke mobilisieren kannst. Lehne Dich einfach für eine Weile an Deine Freunde an, sie werden Dir sicher auch weiterhin zur Seite stehen.

Meine Gedanken sind bei Dir.

Ilse

tonchi
04.01.2008, 10:50
Liebe Graci!
Es tut mir so leid für Dich!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich denke viel an Dich und war so erschrocken,als ich es gerade gelesen habe! Man kann sich einfach nicht auf den Tod vorbereiten! Man weiss es,dass es nicht mehr lange gut geht, dann trifft es einen trotzdem wie ein Blitzschlag! Für die kommende Zeit wünsche ich Dir nochmal viel Kraft!!!Das wird jetzt sicher erst nicht einfach alles zu organisieren und Du musst Dich sicher auch noch mit der Familie auseinander setzen, aber dann pack Deine Sachen, fahr ans Meer oder in die Berge wenn Du kannst und komm in Ruhe wieder zu Dir selbst! Du musstest so stark sein-lass jetzt mal los und trauer und erhole Dich aber auch etwas-hört sich blöd an ich weiss!!!
Ganz liebe Grüsse!!!!

Engel07
04.01.2008, 14:36
Liebe Gracia,

mir fehlen die Worte. Nun ging es doch so schnell. Es tut mir so leid. Ich drueck dich ganz fest aus der Ferne und schicke dir fuer die kommende Zeit viel Kraft und auch Mut, weiterzumachen. Denn dass du ihm folgst, haette er nicht gewollt.

Du hast in der Vergangenheit oft bewiesen, wie stark du sein kannst. Auch wenn diese Staerke jetzt grad nicht da ist, du wirst sie wiederfinden und weitermachen.

Ein stiller Gruss

destiny68
04.01.2008, 17:03
Liebe Graci,

das tut mir sehr leid. Worte können jetzt nicht trösten ...
Vielleicht hilft es Dir ein wenig, dass es hier sehr viele Menschen gibt, die Deinen Schmerz nachempfinden können und an Dich denken.

destiny68

Schnucki
04.01.2008, 18:58
Liebe Gracia,

auch von mir mein tiefstes Mitgefühl. Kopf hoch, auch wenn Deine Situation momentan aussichtslos erscheint ....

LG

Astrid

Graci
04.01.2008, 21:45
Hallo an alle Lieben,
ich kann nicht mehr, aber ich muß weiter,
ich habe - so blöd es sich anhört - eine kleine Katze.
Um die muß sich gekümmert werden,
Ich muß jetzt die Beerdigung organisieren,
ich muß halt funktionieren
Gruß Gracia

Anke-Astrid
05.01.2008, 10:37
Liebe Gracia,
ich fühle mit dir und sende dir ganz viel kraft:knuddel: :knuddel: :remybussi :remybussi

Angela07
05.01.2008, 13:51
Liebe Gracia,

auch von mir mein herzliches Beileid. Ich weiß wie weh das nun alles tut was auf Dich zukommt. Ich hoffe Du hast ein paar liebe Freunde, auf die Du Dich etwas stützen kannst und wünsche Dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit! Übrigens wird Dir Dein kleines Kätzchen auch sehr viel geben. Tiere sind wenigstens treu und zuverlässig.:knuddel: :knuddel:

Liebe Grüße Angela07:engel: :engel: :engel:

tupfi
05.01.2008, 16:10
Hallo Gracia,

auch von mir mein tiefstes Mitgefühl.
Ich wünsche Dir weiterhin noch viel Kraft mit der Situation klar zu kommen.

LG
Tupfi

C. S.
05.01.2008, 17:31
Liebe Gracia,
auch von mir tiefempfundenes Mitgefühl für Deinen Verlust und die harte Zeit, die Dir jetzt noch bevorsteht.
Mir hat beim Tod meines Vaters und meines Bruders immer die Frage geholfen: "was würde er wollen" und so war die Planung und Organisation der Beerdigungen gut zu bewältigen.
Ich wünsche Dir von Herzen Hilfe und Unterstützung in Deinem Freundeskreis und das Du ein wenig Ruhe finden kannst.


Ihr sollt nicht um mich weinen,
ich habe ja gelebt.
Der Kreis hat sich geschlossen,
der zur Vollendung strebt.

Glaubt nicht, wenn ich gestorben,
dass wir uns ferne sind.
Es grüsst euch meine Seele
als Hauch im Sommerwind.

Und legt der Hauch des Tages
am Abend sich zur Ruh´,
send ich als Stern vom Himmel
euch meine Grüße zu.
Hans Kreiner

Liebe Grüße
C. S.

Graci
06.01.2008, 21:43
Hallo Ihr Lieben,
ich konnte mich bisher nicht melden, ich war völlig neben der Spur, der Termin beim Bestatter mit seiner Tochter ging völlig über meine Kräfte,
aber seine Tochter benimmt sich jetzt normal, danke dafür,
häufig denke ich, er ist noch bei mir, ich rede mit ihm, bin ich jetzt ein Fall für die Klapper?
Für mich ist er nicht weg, sondern ein Teil von mir, hört sich blöd an, bessere Worte finde ich nicht,
Gruß Gracia

destiny68
06.01.2008, 21:47
Liebe Gracia,

Du bist ganz sicher kein Fall für die "Klappse"! Dein Gefühl ist ganz normal. Ich denke, wenn man jemanden sehr liebt, dann wird man ein Teil von diesem Menschen und dieser Mensch wird auch ein Teil von einem selbst. Und so ist Dein Mann auch immer noch bei Dir - auch, wenn Du ihn jetzt nicht sehen kannst.

Es ist gut zu hören, dass seine Tochter jetzt wenigstens normal mit Dir umgehen kann, denn weiteres Rumgezicke in dieser schweren Zeit wäre nun wirklich das allerletzte, was Du brauchen kannst.

Lieben Gruß
Helga

Häsi
06.01.2008, 22:53
Liebe Gracia,

ich wr total geschockt als ich Deine traurige Nachricht gelesen habe... Es tut mir so unheimlich leid für Dich!!! Mein herzliches Beileid!
Es ging jetzt doch so schnell... aber Du warst/bist do unheimlich tapfer!!
Ich möcht' Dich einfach nur drücken :knuddel:

Alles Liebe
Häsi

C. S.
06.01.2008, 22:54
Liebe Gracia,
ich rede noch heute mit meinem Vater und meinem Bruder! Ihr Tod ist nun fast 30 Jahre her. Der Verlust wird mit der Zeit nicht kleiner, eher größer. Aber er wird weicher und akzeptabler. Für mich sind die Beiden ein Teil meines Ich und das halte ich für völlig normal. Wir sind ja keine losgelösten Einzellebewesen sondern leben im Kontext mit unseren Erfahrungen, den Menschen die uns begegnen und die wir lieben.
Du bist bestimmt kein Fall für die "Klapper" sondern tust, was das Richtige ist: Du beziehst Deinen geliebten Mann weiter in Dein Leben ein, auch wenn er nicht neben Dir ist, ist er in Dir und das ist auch richtig so.
Liebe Grüße
C. S.:knuddel:

WilliamMatthew
08.01.2008, 21:38
Graci, ich habe alles gelesen und zwischendurch Gänsehaut bekommen. Mein Beileid.

Bleib stark!

Engelinchen44
08.01.2008, 21:45
Liebe Gracia,

total geschockt über das schnelle Ende deines Mannes möchte ich dir auch schreiben.

Deine letzten Monate waren nicht leicht. Das dein Mann jetzt das Regenbogenland erreicht hat und keine Schmerzen mehr hat ist schön. Für dich die jetzt alleine (mit Katze) ist, ist es verständlicherweise unerträglich.

Ich habe vor 1 Jahr meine Mutti an Bauchspeicheldrüsenkrebs verloren. 3 Wochen nach Diagnose ist sie gegangen. Ich stand voll unter Schock. Heute bin ich dankbar, weil sie keine Schmerzen erleiden musste. Aber diese Zeit habe ich dafür gebraucht.

Jetzt ist mein Vater an Lungenkrebs erkrankt und wird ihr bald folgen.

Ich denke heute nach 1 Jahr 2 Monate und 12 Tage täglich an meine Mutti und rede mit ihr. Warum solltest du es nicht tun?

Ich vermisse sie furchtbar auch das lasse ich zu. Es gibt gute und schlechte Tage. Jetzt will ich erstmal für meinen Vater dasein, das ist wichtig.

Lasse dir durch die dir nicht gutgesonnene Menschen nichts einreden. Handle nach deinem Herzen wenn möglich. Mache es so wie du es willst und was dein Liebster gemacht hätte.

Nimm dir Zeit zum trauern solange du sie brauchst. Hole dir Unterstützung wenn du brauchst. Schäme dich nicht andere Hilfe anzunehmen.

Andere Leute sollten sich schämen :mad: , dir das Leben vorallem in der letzten Zeit schwer gemacht zu haben.

Liebe Gracia, ich wünsche dir eine Menge Kraft. Viel Mut und eine starke Schulter zum anlehnen und weinen wenn dir danach zumute ist.

Sei ganz lieb gedrückt und umarmt.:pftroest:

Brigitta

LittleUnicorn
08.01.2008, 22:20
Mein tiefstes Beleid! Ich habe deinen Beitrag von Anfang an mitverfolgt. Und ich musste gerade weinen, als ich die traurigen Zeilen las.

Ich muss immernoch bei jedem Beitrag mit traurigen Nachrichten weinen... es ist bei meiner Mom nun 3 Monate her, es ging mir 2 Monate sehr gut, doch heute hat es mich wieder ins Krebsforum gerufen weil ich wieder sehr traurig war und schauen wollte wie es deinem Mann geht. Doch dann las ich es und konnte nur noch weinen. Es tut mir so leid für dich. Bitte kämpf weiter und lass dich nicht unterkriegen.

Noch heute träume ich sehr oft von meiner Mom.. in den ersten Wochen habe ich jede Nacht von ihr geträumt.. sie war in meinen Träumen immer da! Als wäre sie nie fort! Es gab keinen Moment in meinen Träumen wo sie im Regenbogenland war.. nein, sie war bei mir, redete mit mir, sprach mir zu.. sie sagte in meinen Träumen immer, dass sie nicht tot sei. Es kam mir so fort als würde sie noch über mich wachen und immer für mich da sein.

Dein Mann wird bestimmt auch stets bei dir sein und dein Schutzengel bleiben!

Ich wünsche dir noch viel Glück und viel Kraft, dass du das alles packst. Das wirst du bestimmt!!

Graci
09.01.2008, 07:19
Hallo Ihr Lieben,
ich glaube, ich schaffe das alles nicht. Meine Kraft läßt immer mehr nach, ich fühle mich völlig leer, kann kaum geradeaus denken, mein Haushalt ist mir schon zuviel, von der Arbeit ganz zu schweigen, ich arbeite seit Krankheitsausbruch im September zuhause,
manchmal denke ich, man kann wirklich an gebrochenem Herzen sterben,
mich hält auch nicht mehr allzuviel in dieser Welt, mein Mann war wirklich 20 Jahre mein Leben, mein bester Freund, mein Geliebter, und jetzt ist gar nichts mehr da,
völlige Leere,
ich muß noch einige Dinge - auch für ihn - regeln,
dann kann ich wohl auch gehen, ich kann nicht mehr,
Gruß Gracia

Schnucki
09.01.2008, 07:54
Liebe Gracia,

bitte suche Dir unbedingt sofort Hilfe bei einem Psychologen!!!!

*mirextremeSorgenmach*

Traurige Grüße

Astrid

Jewles
09.01.2008, 08:42
Liebe Graci
ich sehe, du haelst dich gerade in deinem Thread auf. Es tut mir sehr leid, dass du deinen Mann verloren hast. Ich habe ueber knapp drei Monate im Sommer 2007 genau das gleiche mit meinem Vater durchlitten. Eine andere schwere Zeit steht dir nun bevor. Manchmal denke ich sie ist schlimmer als zu der Zeit der Krankheit. Waehrend dieser Zeit ist man als Mensch und Partner dauernd gefordert, denn der Partner und in meinem Fall der Vater braucht einen, man wird gefordert auch wenn man meint auf Sparflamme zu laufen. Kraefte werden in einem wach, von dem man nicht glaubte sie zu bestizen. Ein Aufhoeren gab es nicht, denn der Mensch den man liebt, braucht einen ja. Das fehlt nun. Das muss. Ploetzlich steht man vor der Leere, nichts wird mehr gefordert, kein Grund sich selbst wieder aufzurappeln. Die Tage die gefuellt waren mit sich kuemmern, sind nun verschwunden. Was will ich dir sagen? Es ist normal das du nun faellst, das Gefuehl hast nicht mehr ins "normale" Leben zu kommen. Das wovor man waehrend der Krankheit Angst hatte, es nicht mehr zu schaffen, passiert jetzt. Man faellt von einem Loch ins andere und die Gedanken weilen nur noch ums warum und haette man vielleicht dies oder jenes, oder welchen Sinn hat es noch. Du bist fuer den Moment aufgebraucht und deine Seele und Koerper fordert den Tribut den man in den letzten Monaten gegeben hat. Halte durch. Ich kann dir aus schmerzlicher eigener Erfahrung sagen, es ist normal! Die Loecher die da kommen reihen sich am Anfang zeitlich nahe aneinander und es werden viele Loecher kommen, aber mit der Zeit werden sie weniger. Die Abstaende werden laenger. Man spricht ueber das Trauerjahr. Da ist wirklich was dran. Es braucht mindestens ein Jahr der Trauer. Ich versuche die Loecher die da kommen zuzulassen, denn ich glaube man braucht man sie um mit der Trauer fertig zu werden. Sich Hilfe in Therapie zu holen ist auch sehr wichtig und auch das Krebsforum unterstuetzt einen sehr.
Gib nicht auf Graci, du bist nicht alleine. Ich drueck dich
Jewles

Graci
09.01.2008, 10:00
Hallo Jewels,
vom Verstand her ist das richtig, man ist derartig unter Dampf während der Krankheit,
das Trauer nur begrenzt aufkommt, obwohl man von einem Punkt an genau weiß, was kommt, mir kommen die vergangenen 4 Monate immer noch völlig unwirklich vor, ich mache mir auch Gedanken, ob ich mich genug und richtig gekümmert habe, es ging alles viel zu schnell, ich weiß es nicht, ich bin leer und hohl, aber ich muß arbeiten, weil wir auch keinerlei Versicherung oder so hatten, also auch noch finanzielle Sorgen, es reicht ja alles noch nicht,
ich halte mich nicht für suizidgefährdet, sondern habe das Gefühl, das jeden Tag etwas Leben aus mir herausläuft, bis nichts mehr da ist,
Gruß Gracia

Anni72
09.01.2008, 19:28
Liebe Graci,

auch ich habe hier Deine Geschichte mitgelesen und bin auch sehr erschrocken und traurig, dass Dein Mann nun im Regenbogenland ist.

ABER denke bitte nicht, Du hättest dich nicht genug gekümmert. Deine Berichte und Erlebnisse, die Du uns geschildert hast, sagen etwas ganz anderes aus.

Du bist eine Kämpferin ! Und Du schafftst auch diesen vor Dir liegenden schweren Weg..........

Eine stille Umarmung für Dich

Anni72

Ute 2007
09.01.2008, 21:36
Liebe Gracia,

du hattest und hast innerhalb der letzten 4 Monate keine leichte Zeit gehabt und das wird warscheinlich auch noch eine Weile so bleiben. Vor 4 Jahren habe ich meine Mama innerhalb von 4 Monaten an Brustkrebs verloren. Ich weiß also wie hart das alles für dich war und ist. Aber eines kann ich heute sagen, weil ich nämlich nun auf der anderen Seite stehe.
Sei froh das du gesund bist und leben kannst. Alles andere läßt sich reglen. Leider oder zum Glück weiß ich das jetzt.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, dir dein Leben aufzubauen. Du hast nur dieses eine!!!

Liebe Grüße

Ute:winke:

Tochter77
15.01.2008, 12:50
Liebe Graci,

irgendwie lese ich nun wieder so viele traurige Geschichten hier..so viele geliebte Menschen sind gegangen oder auf dem Weg zu gehen.
Ich hoffe Deinem Mann geht es gut, dort wo er jetzt ist, und ich schicke Dir viel Kraft damit Du es schaffst, Dein Leben wieder lebenswert zu machen, denn das ist es!!!
Ich wünschte ich könnte etwas tun, damit wieder etwas Sonne in Deinem Herzen, genau neben Deinem Mann ist.

Ich denke an Dich!

LG Jeanette

Graci
17.01.2008, 08:59
Hallo an Euch alle,
ich ziehe jetzt in das Hinterbliebenen Forum um,
ich denke, dort gehöre ich jetzt hin, vielen Dank für Eure Begleitung während der schweren Zeit und alles Liebe und Gute für Euch und Eure lieben Angehörigen!
Gruß Gracia

Ute 2007
17.01.2008, 10:53
Hallo Gracia,

wie Christel in einem anderen thread schon geschrieben hat ist es eigentlich schön hier eine bunte Mischung aus Betroffenen und Angehörigen zu haben. Ich finde du solltest es vom Inhalt deiner Beiträge abhängig machen in welchem Forum du schreibst. Vielleicht ist es für einen ausschließlichen Umzug ins Hinterbliebenen-Forum noch zu früh und die Beiträge dort ziehen dich möglicherweise runter. Das wäre nicht so schön, denn du brauchst jetzt aufbauende Worte und jemanden der dich an die Hand nimmt und ins Leben zieht.

Liebe Grüße

Ute

Graci
17.01.2008, 20:31
Hallo Ute,
okay, ich laufe nicht weg.
Weißt Du, manchmal reichts mir einfach, ich habe irgendwann von meinem Erbschaftsstreit geschrieben, jetzt hat mein Schwiegervater es geschafft, beim Bestatter die Sterbedokumente zu holen und mir eine Sterbeurkunde zu klauen, die er nach zwei Tagen endlich wieder rausgerückt hat, wer weiß, was er damit schon wieder für Unheil angerichtet hat.
Dummerweise kann ich dagegen nichts tun, weil er ein direkter Angehöriger ist, es ist mir einfach zuviel, als würde die Trauer allein nicht reichen!
Jetzt habe ich beschlossen, eine zweite Miez zu adoptieren,
je mehr Verantwortung, um so weniger dumme Gedanken,
meint jedenfalls ein guter Freund von mir,
na ja, hinter die U-Bahn springen kann ich immer noch,
Gruß Gracia

Ute 2007
17.01.2008, 20:49
Hallo Gracia,

du hast es wirklich nicht einfach mit der angeheirateten Familie, und wie du schon sagst kann man da warscheinlich auch nicht viel machen.
Die Idee mit der 2. Mieze http://www.cheesebuerger.de/images/smilie/tiere/g046.gif finde ich Klasse. Hat dein Freund auch wirklich Recht, je mehr Verantwortung um so besser. Und Tiere sind sowieso gute Helfer beim Verarbeiten von Schmerz. http://www.cheesebuerger.de/images/smilie/tiere/a030.gif

Liebe Grüße

Ute

Graci
18.01.2008, 12:00
hallo Ute,
morgen gehe ich den kleinen besuchen, ich freue mich schon darauf,
liebe grüße
Gracia

östel
18.01.2008, 21:02
Liebe Gracia, immer nur hinter die U-Bahn,nie davor springen! Ich hoffe du hast es so gemeint wie ich jetzt reagiere. Habe deine ganze Geschichte, allerdings sprachlos, verfolgt und wünsche dir eine ganz besonders liebe Mieze die du im Frühling, wenn die ersten Sonnenstrahlen kommen, kraulst und die dann denkt: hab ich das gut erwischt bei Gracia. Ein grosses Kraftpaket schicke ich dir, herzlich Regina

Graci
19.01.2008, 06:29
Hallo Regina,
eine Miez habe ich ja schon, hoffentlich vertragen sich die beiden, aber der Kleine ist ein Junge und meine ein Mädchen, sollte also gutgehen, außerdem ist er ja auch noch ein Baby,
hoffentlich bemuttert sie ihn,
wir werden sehen,
ansonsten habe ich das Gefühl, jeder neue Tag ist ein Stück schwerer als der vorherige, als ob man durch Kleister läuft und nicht von der Stelle kommt,
ich weiß auch nicht wirklich , ob das Trauer ist, es sind so viele verschiedene Gefühle, Wut auf das Schicksal, Wut auf den Schwiegervater, Verlust, Traurigkeit, Verzweiflung, ich fühle mich auch irgendwie von meinem Mann im Stich gelassen, obwohl er nichts dafür kann, trotzdem habe ich solche Anwandlungen,
ich stehe mit dem ganzen Mist allein da, manchmal sind es auch ganz irreale Gefühle, als ob es meinen Mann nie gegeben hat, also komplett irre.
Als ob 20 Jahre nicht stattgefunden haben, dann ist es wieder so, als würde er bei mir sein, hinter mir stehen, mit mir sprechen, ich verstehe das alles nicht. Ich versuche weitestgehend seine Wünsche bei meinen Entscheidungen zu berücksichtigen, bei der zweiten Katz allerdings nicht, das wollte er nie.
Jetzt habe ich auch unsere Ferienwohnung wieder freigeschaltet, am Sonntag kommen die ersten Gäste, also noch mehr Arbeit, aber das ist ja auch Ablenkung.
So geht dann auch das Wochenende mit Arbeit besser rum,
Gruß Gracia

Ute 2007
19.01.2008, 11:04
Liebe Gracia,

erst einmal ein großes Tröstpaket an dich :pftroest: :pftroest: :pftroest: :pftroest:
Ich kann dich beruhigen denn alle deine Gefühle sind völlig normal und auch sehr gesund, was den Verarbeitungsprozess angeht. Wenn du es selbst noch einmal liest, was du hier geschrieben hast, wirst du sehen das du in gutem Gedenken an deinen Mann anfängst ein kleines Stückchen in dein eigenes Leben zurück zu finden. Das ist sehr gut!!!!!
Auch die Wut, das dich im Stich gelassen fühlen sind ganz normale Gefühle und damit, dass du siehst das er gar nichts dafür kann, richtet sich die Wut auch eher an die Krankheit - und das darf sie!!!!
Noch ein Rat, wenn du den ganzen "Mist" mit dem du jetzt da stehst annimmst und als etwas betrachtest, das irgendwie das Vermächtnis deines Mannes ist, das du jetzt weiterführen kannst, fühlt es sich doch schon ein wenig angenehmer an, oder? Auch wenn es manchmal schwer zu bewältigen ist.

Liebe Grüße

Ute

C. S.
19.01.2008, 13:08
Liebe Gracia,
wenn Du mal ein wenig recherchierst wirst Du feststellen dass auch Wut auf den Verstorbenen eine normale Phase der Trauer ist. Mein Mann ist auf mich auch manchmal wütend und wirft mir vor dass ich durch die Krankheit ja von allen rücksichtsvoll behandelt werde. Beim ersten Mal war ich fassungslos und konnte überhaupt nicht darauf antworten. Inzwischen habe ich mich besonnen was ich in meiner Ausbildung (Sozialpädagogik) über Trauer und Bewältigung gelernt habe und bin nicht mehr so entsetzt, sondern sehe es als das, was es ist: Bewältigung einer großen Trauer. Hab also kein schlechtes Gewissen wenn Du Wut spürst, der letzte der das übel nähme, wäre Dein Mann!
Hast Du mal drüber nach gedacht eine Trauergruppe zu besuchen? Nach so viel Anspannung, Leistung bis weit über die eigenen Grenzen hinaus, Verlassenheit und Einsamkeit solltest Du Dir jede Hilfe gönnen, die Du bekommen kannst.
Übrigens bekommen wir im Februar auch eine zweite kleine Katze. Obwohl wir einen Hund und einen Kater haben hat mein Mann das Bedürfnis danach. Und ich find es völlig ok wenn er in dem kleinen Wesen ein wenig Trost sucht.
Liebe Grüße und lass Dich mal umärmeln :pftroest: :pftroest: :pftroest:
C. S.

östel
19.01.2008, 14:10
Liebe Gracia ,auch ich bin sicher, dass du die "richtigen" Dinge tust, die dir helfen diese Zeit zu überstehen. Es ist klar dass es dir scheint, als wären die 20 Jahre nie geschehen, denn Vieles was deine Identität ausgemacht hat, die Partnerin deines Mannes zu sein, ist nicht mehr da. Übrig geblieben ist aber doch eine Menge, ein Mensch der Entscheidungen trifft, kleine Stücke weit plant, sich über ein neues Kätzchen freut. Jemand der den "Kleister" der Trauer spürt, wie du es so plastisch beschrieben hast, die dich schwer macht im Moment und die Wut allein zurückgelassen worden zu sein. Jedenfalls ist da keine Leere sondern viel Leben, schweres und schwieriges Leben im Moment. Ich möchte dir auch noch mal sagen wie tapfer ich dich fand, ohne Selbstmitleid hast du deinen Mann begleitet und deine Klagen fand ich, die ich ja alles aus dem Abstand einer Fremden erlebt habe, doch sehr mässig im Vergleich zu der Wucht mit der du getroffen wurdest. Ich, als selbst Betroffene, spüre jetzt noch deutlicher, dass es nicht nur schwer ist selbst krank zu sein. Aber irgendwie bin ich ganz sicher, du wirst dich da durchgraben und ganz im Sinne deines Mannes, irgendwann wieder die Nase in die Sonne halten. Und noch ein Kraftpaket von Regina

Graci
20.01.2008, 10:12
Hallo an alle Lieben,
gestern abend war es soweit, ich habe mein neues Katerchen kennengelernt.
5 Wochen alt, eine Handvoll zerbrechlicher Miez, da wird einem die Grenze zwischen Leben und Sterben wieder bewußt, und wie zerbrechlich überhaupt das ganze Leben ist.
In ca 4 Wochen hole ich ihn heim, ein kleines Kuschelhäuschen habe ich schon dort gelassen, zum Eingewöhnen dann auch bei mir.
Es gibt Mut, sich wieder auf etwas freuen zu können, ersetzt mir natürlich nicht meinen Verlust, zeigt mir aber, das an anderen Stellen das Leben auch schön sein kann.
Hoffentlich macht meine Zicke nicht zuviel Theater mit dem Kleinen,
aber ich bin zuversichtlich.
Manchmal dachte ich in den letzten Wochen, das Leben bleibt einfach stehen und hört auf, aber es geht wohl doch weiter, aus welchem Anlaß auch immer, aber die Verzweiflung ist immer noch grenzenlos, ich kann sie nur ganz kurz mal beiseite schieben, und dann schlägt sie wieder zu,
das wird wohl noch lange Zeit so bleiben,
Gruß Gracia

mercedes0102
21.01.2008, 17:12
Hallo Graci

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,

von vielen Blättern eines.

Das eine Blatt man merkt es kaum, denn eines ist ja keines.

Doch dieses eine Blatt allein

war Teil in unserem Leben.

Drum wird dieses eine Blatt

allein uns immer fehlen.

Mit guten wünschen

Mercedes

Engel07
21.01.2008, 19:22
Liebe Gracia,

ich schau mal wieder kurz vorbei, um zu sagen, dass ich oft an dich denke. Es ist schön, dass du den kleinen Miezekater zu dir nimmst. Er wird es gut bei dir haben.

Auch das mit der Ferienwohnung finde ich gut. Es klingt ein klein wenig mehr Zuversicht aus deinen Postings und das ist gut zu lesen.

Es ist selbstverständlich und normal, das die bittere Realität dich immer wieder aus kleinen Glücksmomenten herausreißt. Das Wichtigste ist aber, das du die Kraft findest, bis zum nächsten kleinen Glücksmoment durchzuhalten.

Ich bin sicher, dass du die Kraft hast, und vorsichtshalber schicke ich dir ein Kraftpaket und :knuddel:

östel
22.01.2008, 17:57
Hallo Gracia, deine Zicke darf vor Allem nicht eifersüchtig werden, wenn du Katermietz holst. Unsere Hündin würde bei einem Eindringling ausflippen, die kann gar nicht mit geteilter Zuwendung umgehen. Aber sie hatte auch ein schweres Vorleben und ist nun endlich "zu hause". Du wirst zu tun haben mit Liebe verteilen. Grüsse Regina

Graci
23.01.2008, 20:11
Hallo Ihr Lieben,
ich hatte jetzt zwei ganz miese Tage, ich bin überhaupt nicht aus dem Knick gekommen, habe nur rumgeheult,
stimmt, Eifersucht ist der punkt mit der neuen Miez, also schön immer erst die Große betüteln und dann den Kleinen,
ich habe jetzt erstmal Angst vor der beerdigung am nächsten mittwoch,
ach mensch, muß denn das alles sein?
Gruß Gracia

Angela07
23.01.2008, 22:31
Liebe Gracia,

die Beerdigung ist noch ein großes Stück Arbeit, die du zu bewältigen hast. Aber es gehört nun einmal dazu, zum Abschiednehmen. Du wirst diesen Schritt bestimmt auch noch meistern. Du hast in der letzten Zeit soviel Kraft bewiesen, ich bin mir sicher, dass Du auch diesen Weg hinter Dich bringst. Es wird einem die starke Verbundenheit wieder sehr bewusst.
Die Beerdigung meines Vaters ist nun schon wieder 1 Monat her, man glaubt es kaum! Ich habe seitdem erfahren wie schön es ist wenn man ein Grab hat, das man besuchen und auch pflegen kann. Es hat sich schon mehrfach, am Anfang sehr ungleich abgesenkt, so dass man schon mitanpacken musste.

Liebe Gracia, Du schaffst das ganz bestimmt. Lass dich von Deinen Verwandten nicht weiter runterziehen. Lassen sie Dich wenigstens jetzt in Ruhe? Ich hoffe es für Dich. Fühl Dich gedrückt:pftroest: :remybussi

Liebe, mitfühlende Grüße Angela07

Graci
24.01.2008, 18:11
Hallo Ihr Lieben, heute ist es drei Wochen her, das mich mein Mann verlassen hat, und ich sitze in einem absoluten Loch,
auch mein Schwiegervater zieht mich immer weiter runter, ich habe ihn gefragt, ob er überhaupt zur Beerdigung kommen will,
das wisse er nicht, und außerdem war mein Mann schließlich nicht sein Sohn, das wisse er ganz genau.
Ich war völlig vor den Kopf geschlagen, das fällt ihm nach 61 Jahren ein?
Ich finde es entsetzlich traurig, wie mit meinem Mann noch nach seinem Tod durch diesen Alten umgesprungen wird, es ist unglaublich.
Leider fehlen mir Kraft und Nerven, mit dem Alten richtig in den Clinch zu gehen,
ich habe noch nicht mal Nerv, jemanden anzurufen, vor zwei Abenden habe ich schon die telefonseelsorge angerufen, weil ich nicht mehr weiterwußte,
klingt alles völlig wirr, ich weiß, aber vernünftiger kriege ich es gerade nicht hin,
Gruß Gracia:cry:

C. S.
24.01.2008, 22:46
Liebe Gracia,
ich finde Dein Post absolut nicht wirr oder unvernünftig, sondern eher ehrlich und authentisch.
Lass Dich mal in den Arm nehmen und Dir sagen dass Du alles ganz toll machst, auch wenn Du selbst nicht so das Gefühl hast :pftroest:
Und denk bitte mal über meinen Vorschlag einer Trauergruppe nach, es könnte Dir vielleicht helfen und Dich aufbauen.
Liebe Grüße und eine Portion Kraft und Mut sende ich Dir
C. S.