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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine Mutti hat vermutlich auch BSDK


Biggy44
06.04.2003, 21:53
Hallo,
ich habe es schon lange vermutet, dass meine Mutti (74) nicht nur eine nicht endende chronische Pankreatitis hat. Okay, ich bin eh ein Pessimist, aber ziemlich alles, was ich im Internet je über die Krankheiten des Pankreas gelesen habe, deutete schon darauf hin, es könnte sein.
Warum das kein Arzt gemerkt hat, verstehe ich nicht. Meine Mutetr ist schon seit Januar x Mal im KH gewesen. Erst wars die Galle, dann nahm es kein Ende mit den Beschwerden und Schmerzen. Sie nahm ab, hatte keinen Appetit mehr. Jetzt hat man nun doch einen Schatten auf der Leber gesehen beim Ultraschall, leicht erhöhte Leberwerte und der Gallengang ist verengt. Sie hat gebrochen in der letzten Woche und ist abgemagert. Mit der Zeit ging es ihr immer schlechter, sie ist schon ziemlich schwach. Heute ging es ihr zwar wieder etwas besser, aber wer sie sieht...
Der Spezialist, der im Januar und März immer noch versicherte, sie hat nur eine Entzündung nach der anderen und eindeutig Zysten, ist erst morgen wieder da. Er kann die Endosono machen und will auch einenh Stent legen. Und ich fürchte von ihm erfahren wir letztlich die schreckliche Wahrheit...
Seit heute wurde auch ein leichter Diabetes festgestellt.
Ich glaube nicht mehr daran, dass s kein Krebs sit, auch wenn noch nichts 100 pro ist. Eine OP übrsteht sie so oder so nicht.
Ich denke ich muss allen in diesem Forum nicht sagen, wie es mir geht... Ich hänge sehr an meiner Mutter, wohne mit meiner Familie im Haus meiner Eltern.. Und mir tut sie so unendlich leid. Vielleicht hätte ich etwas unternehmen müssen, mich nicht von allen anderen überreden lassen sollen, abzuwarten, dem Arzt zu vertrauen.
Ich bin so unglücklich und habe Angst vor morgen und dem, was kommt.
Ich glaube nicht daran, dass der eine Arzt sich geirrt hat beim Ultraschall, denn der Zustand meiner Mutter ist so mies geworden in den letzten 314 Tagen und dazu jetzt Diabetes, teilweise Gallengangsverschluss, Schatten auf der Leber, schlechtere Werte..
Das alles kam fast von heute auf morgen dazu...

07.04.2003, 11:12
Liebe Biggi,

<<...aber ziemlich alles, was ich im Internet je über die Krankheiten des Pankreas gelesen habe, deutete schon darauf hin, es könnte sein.
Warum das kein Arzt gemerkt hat, verstehe ich nicht.>>

die Symptome bei einer chron. Pankreasentzündung und eines BSDK gleichen einander. Anhand der Symptome kann man auf keinem Fall einen Krebs von einer Entzündung unterscheiden.

Auch bei einer Pankreasentzündung kann es zu stärksten Schmerzen, Appetitlosigkeit, Erbrechen, dadurch natürlich Gewichtsverlust, Gelbsucht, erhöhten Leberwerten, Diabetes... kommen.

So können Zysten z.B. auf den Magenausgang oder den Darm drücken, sodass der Patient im schlimmsten Fall keine Nahrung mehr behält (Therapie: Punktion der Zyste).

Die Zysten können auch den Gallengang zudrücken => Stauung der Gallenflüssigkeit => Gelbsucht (Therapie: ebenfalls Punktion, wenn möglich oder Stent)

Diabetes entsteht, weil durch die Entzündung auch Insulin-poduzierende Zellen absterben. Therapie für Diabetiker ist ja bekannt.

Den Schatten auf der Leber muss man sich genauer anschauen - Ultraschall wird da zu ungenau sein. Der Arzt wird eine genauere Untersuchung veranlassen.Auch das kann sich harmlos aufklären.

Allerdings ist auch eine Pankreatitis eine ernste Sache (und sollte von einem erfahrenen Team behandelt werden). Z.B. wundert es mich, dass deine Mutter keine künstliche Ernährung bekommt (hört sich schlimmer an als es ist). Es hat den Vorteil, dass deine Mutter alle wichtigen Nährstoffe bekommt ohne mit Übelkeit kämpfen zu müssen. Wenn es ihr besser geht, kann sie ja zusätzlich wieder zu essen versuchen.

Bei einem akuten Schub einer Pankreatitis ist eine Nahrungskarenz wichtig, um das Organ nicht weiter zu reizen. Sprich den Arzt ruhig darauf an.

Komm, sei nicht zu verzweifelt, versuche optimistisch zu sein, das tut auch deiner Mutter gut. Noch ist ja alles offen.

Ich wünsche euch, dass es bald wieder aufwärts geht.

Alles Liebe
Afra

Biggy44
07.04.2003, 11:33
Hallo Afra,
danke für deine lieben und ermunternden Zeilen.
Doch, meine Mutter wurde zeitweise künstlich ernährt, aber man versuchte immer wieder eine leichte Diät. Sie hatte ja auch zunehmende Schmerzen, bekam dann letztlich ein Opiumpflaster und mitunter noch zusätzliche Spritzen. Bis vor kurzem arbeitete die BSP noch normal und man sprach von ständig neuen Entzündungsschüben und Problemen durch die größere Zyste (3x3x3cm) am Pankreaskopf, die unglücklich liegen würde. Aber man wollte warten, ob sie eintrocknet. Immer wieder sagte man, das dauert, das sind schlimme Schmerzen etc. Jeder hat gesehen, dass es immer schlimemr wurde.. Nur die Ärzte scheinbar nicht. Aber letzte Woche waren die Amylase/Lipasewerte wieder normal. Die Schmerzen schienen langsam beherrscht mit Medikamenten, nur zeitweise brauchte sie zusätzlich eine Spritze. Nur die völlige Appetitlosigkeit, die sie seit Monaten hat, blieb, es kam Erbrechen dazu und Übelkeit. Inzwischen ist ihr zwar nicht mehr übel, aber sie möchte kaum etwas essen. Und sie ist abgemagert. Das aber hätte man schon hier im KH sehen müssen. Man hat auch keine CT mehr gemacht seit Ende Januar, keine Endosono. Bis vor kurzem hatte sie auch bildschöne Leberwerte. Der Experte im Dresdner KH, in welchem sie jetzt wieder ist, hat sich derart sicher gegen einen Krebs ausgesprochen noch vor 5 Wochen... Er wollte alles ruhen lassen, deshalb erst wieder im Mai mit einer Endosono nachsehen.
Alles begann im November mit der Galle, nachdem meine Mutti schon an manchen Tagen gelblich war. Dann fand man den Gallenstein, einen sehr kleinen und meinte, das wäre das Problem. Scheinbar aber war die BSD während der ganzen Zeit imemr leicht angegriffen, aber keiner kam drauf hier im KH.
Vor 1,5 Jahren hatte meine Mutti die erste akute BSD Entzündung, sehr schlimm. Damals war nichts zurückgeblieben, alles problemlos abgeheilt.
Nein ich glaube nicht, dass etwas anderes herauskommt, als ich vermute. Außerdem ist meine Mutti zu schwach und auch psychisch runter durch monatelange Schmerzen und immer wieder neue Untersuchungen , KH-Aufenthalte... man kann auch keine OP machen.
Alle Ärzte haben nur immer abgewartet und vertröstet...
Viele Grüße
Birgit

07.04.2003, 18:51
Liebe Birgit,

weißt du, die ständigen Entzündungsschübe sind das Problem bei einer chron.Pankreatitis. Da ist es fast nicht zu verhindern, dass es zu einer weiteren Gewichtsabnahme kommt. Denn gerade das, wovon man zunehmen würde(Fett und Zucker), sollte man meiden. Die Ärzte haben die Gewichtsabnahme sicher gesehen, aber ich nehme an man konnte nicht wirklich etwas dagegen tun.
Und diese Schübe sind wirklich äußerst schmerzhaft.

**Vor 1,5 Jahren hatte meine Mutti die erste akute BSD Entzündung, sehr schlimm. Damals war nichts zurückgeblieben, alles problemlos abgeheilt.**

Es ist zwar gut, dass es problemlos abgeheilt ist, aber mit jedem Schub, wird mehr vom Gewebe kaputt. Auch die entstandenen Nekrosen können zum Problem werden(z.B => Pseudozysten). Es muss nicht Krebs sein, Birgit.

Es gibt auch Verläufe, wo solange Schübe erfolgen bis das Organ "ausgebrannt" ist (so nennt man das). Dann ist man zwar Diabetiker, und die Enzyme müssen medikamentös ersetzt werden, aber damit lässt sich leben.

Dumm ist bei deiner Mutter, dass die Zyste ungünstig liegt, sodass man sie nicht punktieren kann. Aber vielleicht kannst du dir da mit den Befunden eine Zweitmeinung einholen (auch was die Schmerztherapie betrifft).
Hildegard hat immer wieder eine Adresse angegeben (die ich mir immer noch nicht gemerkt habe). Findest du aber sicher leicht mit der Suchmaschine oder wenn du einfach so ein bisschen durchschaust. Hab leider im Moment keine Zeit für dich zu suchen.

Ich wünschte ich könnte dir besser helfen,
halte euch die Daumen
Alles Liebe, Afra

07.04.2003, 19:47
'Spezialisten' für Pankreas: Prof. Beger, Ulm,Tel. 0731/715760, Prof. Büchler, Uni Heidelberg Tel. 06221/566200, für Chemotherapie: Prof. Klapdor Hamburg, Tel. 040/4102558

Biggy44
08.04.2003, 11:13
Hallo Hildegard, hallo Afra

danke für den Rat. Es ist momentan aber nicht möglich, meine Mutti dahin zu bringen. Wir wohnen in Sachsen und es ist erstens sehr weit, zweitens ist meine Mutter gesundheitlich momentan so runter, dass das ohnehin zu belastend ist und sie das auch sicher nicht will und drittens hat man sie nicht einmal in die Uni Klinik Dresden gebracht. Der Arzt, der sie jetzt behandelt, ist aus der Uni Klinik und soll spezialisiert sein. Er hat gesagt, in der Uni Klinik könnte man auch nichts anderes tun als er.
Gestern hat er die Zysten punktiert und nun bangen wir um das Ergebnis. Am Mittwoch soll ein Stent gelegt werden. Ein Arzt sagte uns, dass immer noch von einer chron. Pankreatitis ausgegangen wird mit Problemem durch die Zysten am Pankreakopf, ständig aufflackernden Entzündungen und Stau im Gallengang, welches wiederum die Leber beeinträchtigt. Der Schatten im Ultraschall könnte ein kleienr Entzündungsherd durch diesen Druck und Stau sein.
Ich hoffe so sehr, dass das stimmt...
Gestern ging es meienr Mutetr plötzlich weider besser. Kaum Schmerzen, wobei sie Schmerzpflaster trägt, aber sie brauchte kein zusätzliches Mittel, keine Übelkeit, aber natürlich auch keinen Appetit. So bekommt sie jetzt ständig den Tropf mit Närhstoffen und Vitaminen und Diätessen, wovon sie kaum etwas isst. Sie möchte nun, da es ihr besser ging, endlich wieder nach Hause. Seit November ist sie 14 Tage zu Hause und dann wieder im KH.
Ein wenig Hoffnung habe ich nun heute wieder, aber trotzdem ein ungutes Gefühl...
Das alles geht seit November so, ein ständiges auf und ab, wobei sie immer mehr an Gewicht verlor und sich nicht einen Tag richtig schmerzfrei und wohl fühlte. Das schlaucht auch uns mächtig, mal abgesehen davon, dass meine Mutter natürlich viel mehr darunter zu leiden hat und ohnehin keine Kämpfernatur ist...
Was mich gestern gewudnert hat, man hat ihr einen "Sandsack" für den Bauch gegeben... Das habe ich weder gehört noch gelesen, dass man so etwas für die Bauchspeicheldrüse bekommt... Vielleicht hängt das mit der Punktion der Zysten zusammen?

Also richtig aufatmen können wir noch nicht, wenn überhaupt. Da ich den ganzen Tag mehr oder weniegr allein zu Hause bin habe ich natürlich auch die zeit zum Grübeln. Ich habe zwar ein Hobby, aber bin z.Zt. wie gelähmt und bekomme nichts so richtig zustande.
Vielleicht möchte jemand mal auf meine HP schauen..
Versteht das um Himmelswillen nicht als eine Werbung für welche ich diese Seiten hier nutze!! Aber diese Postings hier sind auch meist so trübe...

Viele Grüße

Birgit

Biggy44
08.04.2003, 14:15
Leider muss ich nun doch einen Nachtrag machen.
Eine endgültige Diagnose und Endauswertung gibt es erst am Freitag, aber der Experte hat heute gesagt, die Zysten sehen nicht mehr nach "nur" Zysten aus, haben sich verändert, der Schatten auf der Leber ist noch nicht ganz klar, aber es sieht alles etwas sehr nach Ca aus...
Der Arzt sagte, selbst wenn es eher festgestellt worden wäre, bei meiner Mutter hätte man nicht operieren können, weil sie mit ihren 74 Jahren für soe eine umfassende und schwere OP zu alt wäre, auch altersbedignt mit dem Herzen hat und kreislaufschwach ist und ohnehin abgebaut hat und auch psychisch zu instabil ist.
Letzterem muss ich zustimmen, meine Mutti hatte Angst vor einen großen OP, wollte das nicht und sie ist kein Kämpfer, noch nie gewesen...
Ich bin total verzweifelt, auch wenn noch nicht alles 100 prozentig ist, aber doch sehr deutlich...
Ich habe Angst, ich packe das nicht, weil ich schon monatelang unter dieser Erkrankung meiner Mutti leide. Ich habe jetzt schon das Gefühl, in letzter Zeit schon immer ein wenig mit ihr gestorben zu sein. Ich denke, viele verstehen mich hier auf diesen Seiten, weil sie selbst diese Erfahrung machen mussten...
VG
Birgit

Biggy44
09.04.2003, 22:02
Auch wenn hir keiner mehr geantwortet hat.... ich muss es los werden.
Wir waren heute im KH und der Arzt konnte keinen Stent setzen. Meine Mutti ist leicht gelblich seit Tagen.
Der Arzt brachte uns nun heute die Hiobsbotschaft, dass man nichts mehr für meine Mutti tun kann. Der Krebs, die aggressivste Form an der Bauchspeicheldrüse, hat sich innerhalb sehr kurzer Zeit enorm vergrößert und der Gallangang ist teilweise zugewuchert. Die Leber hat einige, wenn auch sehr kleine Metastasen.
Er will am Freitag versuchen, von außen den Gallengang zu entlasten und dann sollen wir meine Mutti schnell nach Hause holen, es geht nicht mehr lange. Sie ist ja auch so schwach... schläft nur noch viel.
Wir sollen sie noch pflegen, auch ein tropf und Kräftigungsmittel wären nur noch eine Verlängerung mit Qual, weil ihr Körper schon länger nicht mehr will, keinen Appetit zeigt. Es wäre, sagte er, als wenn man eine Gans stopft...
Auch zu einem früheren Zeitpunkt hätte man nichts machen können, weil diese Art Krebs rasend schnell wächst, wie man auch gesehen hat, man das meist nicht feststellt, wenn es im Anfangsstadium ist und meine Mutter mit 74 und ihrem vor Wochen schon schlechteren Allgemeinzustand diese schwere OP kaum übwerlebt hätte und wenn, dann wären bei dieser Sorte Krebs auch so kaum Heilungschancen.
Ich habe es schon lange geahnt... Trotzdem ist es ein Schock und der richtige Schock kommt erst noch.
Ich wohne mit im Haus, muss also meinem Vater bei der Pflege helfen. Aber ich habe Angst, es nicht zu schaffen, denn ich leide jetzt schon. Seit es mit meiner Mutti bergab ging habe ich laum Appetit, habe auch schon 3kg abgenommen, schlafe schelcht und wenig, weine viel und bin einfach nur fertig.
Ich weiß, die meisten von euch kennen das alles, wissen, was noch auf mich draufzukommt.
Meine Mutti möchte nach Hause, es ist das Einzigste, was ich noch für sie tun kann... Wie ich das alles auf dei Reihe bekomme weiß ich nicht.
Für mich hat jeder Tag schon jetzt ein graues Gesicht...

09.04.2003, 22:24
Liebe Birgit,

kommt mir alles doch sehr bekannt vor. Ich war auch schon vor der Diagnose bei meinem Vater völlig am Ende. Dann kam das Ergebnis, nüchtern und sachlich vorgetragen. Wir hatten noch fast ein Jahr zusammen. Bis vor kurzem. Und ich war fast ein Jahr lang täglich nervlich fertig. Jetzt bin ich es aber auch oft. Wenn nicht, lenke ich mich ab oder ich stelle mir vor, daß er nur im Urlaub ist. Vielleicht ist es auch einer.

Der Wunsch "viel Kraft" ist sicher richtig, aber ich kann ihn nicht mehr ertragen. Ich habe Kraft und ich habe sie auch nicht. Es gibt keinen Trost; nur Ablenkung, Betäubung. Für mich jedenfalls. Und dann funktioniere ich auch wieder. Und das macht wohl fast jeder von uns wieder irgendwann. Du auch. Nimm die Tage so wie sie kommen. Grübeln ändert nichts, man verdirbt sich und den anderen das bißchen Glück, was man vielleicht noch haben könnte so als kleines Staubkorn im All.

Ich leide mit Dir und Deiner lieben Ma.
Gruß

Gudrun

10.04.2003, 10:09
Liebe Birgit,

es tut mir sehr leid, dass deine Ahnungen sich nun doch bestätigt haben. Ich habe so sehr für die andere Möglichkeit gehofft.

Aber wie du schon sagst, man hätte nichts anders machen können.

Ich weiß nicht, was ich dir Tröstliches sagen könnte.

Denke dir, die Situation umgekehrt. Was würdest du dir - in der Lage deiner Mutter - am meisten wünschen (außer nach Hause zu kommen). Versuche ihr das zu geben.
Vielleicht magst du auch noch im Angehörigen-Forum lesen; da haben wir schon oft über diese Probleme gesprochen.

Wenn ihr deine Mutter nach Hause holen wollt, schau dich noch um ein entsprechendes Bett, bzw. um eine professionelle Hilfe für die Plege um. Weiß leider nicht an wen man sich da in Deutschland wenden kann, aber im KH (oder Krankenkasse) können sie dir da sicher Tipps geben.

Ich wünsche dir alles Gute für diese schwere Zeit.
Afra

Biggy44
10.04.2003, 10:37
Danke Gudrun, danke Afra.
Es ist besch... und das ist noch geprahlt....
Ein Pflegebett bekommen wir nirgends unetr im Haus. Dazu sind die Räume zu klein.
Das Spritzen würde meine Schester erst e4inmal übernehmen, ich weiß nicht, ob ich das packe. Sie nimmt sich frei, will mich die ersten Tage unterstützen.
Wir wissen nicht, ob sie schon Samstag nach Hause kommt und momentan auch noch nicht, wie das alles hier läuft, was wir in die Wege leiten müssen, wie und wie schnell wir z.B. einen Nachtstuhl bekommen würden, falls sie noch darauf gehen kann, und eine Unterlage fürs Bett etc...
In meinem Kopf dreht sich alles, ich habe Angst, wahnsinnige Angst vor den nächsten Tagen...
Wie zum Hohn habe ich vor kurzem zwei Gedichte über den Kampf gegen Krebs in eienr Anthologie veröffentlicht... Ich ahnte es ja schon lange, aber ich dachte immer noch, es gibt eine Lösung.
Für meine Mutti gab es scheinbar leider nie eine, oder aber hat man alles doch nicht ernst genommen, weder die Ärzte hier, noch in Dresden....
Viele Grüße
Birgit

10.04.2003, 12:33
Hallo Biggy,
schau mal, ob es bei euch eine Sozialstation oder einen Pflegedienst gibt.
Da könnt ihr euch Rat holen und die helfen euch auch bei der Pflege. Außerdem kann man Pflegeutensilien, wie Nachtstuhl usw. dort auch ausleihen.
Wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit
Christel

10.04.2003, 14:11
Hallo Birgit, Christel hat recht, erkundige Dich bei der nächsten Sozialstation wegen einer Pflegerin. So wie du den Zustand Deiner Mutter schilderst, hat sie bestimmt die höchste Pflegestufe erreicht und die Kosten werden von der Pflegeversicherung übernommen. Es gibt in jeder Stadt einen medizinischen Dienst. Ruf dort an und frag nach, wie möglichst umgehend die Kostenübernahme für die Pflege geregelt werden kann. Sag denen, es sei Eilbedürftigkeit gegeben, damit sie schnell reagieren. Ansonsten wünsche ich Dir viel Kraft - Du schaffst es bestimmt! LG

Biggy44
12.04.2003, 00:18
Hallo und danke für eure Antworten.
Gestern ging es meienr Mutti wieder recht gut, abgesehen davon, dass sie kaum etwas isst und gelb ist.
Heute wurde zum zweiten Mal versucht, einen Stent zu legen. Es gelang nicht, deshalb wurde der sehr stark verengte Gang gespalten. Am Montag muss sie nun zum dritten Mal diese Untersuchung über sich ergehen lassen. Wir hoffen, dass das klappt, wenigstens die Leber noch entlastet wird und sie dann nach Hause kann.
Im Kh bekommt sie aber den Tropf, außer Suppen und Weißbrot, wovon sie aber kaum etwas isst aus Appetitlosigkeit.
Nach Hause will man sie so entlassen. Aber da es ihr doch tageweise mal etwas besser zu gehen scheint, ist das doch wirklich wie ein langsames Verhungern? Sie hat doch schon Untergewicht!
Wenn der Tropf eine unnötige Quälerei ist, so wie Gans stopfen sagte uns der Arzt, wieso bekommt sie ihn dann im KH? Verstehe ich nicht.
Was kann ich zu Hause für sie tun?
Misteltherapie? Vitamine?
LG

13.04.2003, 12:36
Was haltet Ihr davon, dass der Arzt meint, ich habe übrigens auch in einem anderen Forum gelesen, dass bei meiner Mutti, wenn sie nach Hause entlassen wird, dann abrupt der Tropf abgesetzt wird?
Nur dadurch geht es ihr momentan etwas besser und sie kann auf die Toilette laufen. Sie isst ja fast nichts und ob das besser wird, wenn es mit dem Stent legen morgen endlich klappt, ich hoffe es so sehr, weiß ich nicht. Aber sie würde zu Hause ja dann sofort hinfälliger werden, wenn sie nur von dem bisschen Essen lebt.
Der Arzt sagte, es würde das Leiden verlängern, sie mit Nährstoffen und Vitaminen über Tropf zu versorgen.

13.04.2003, 15:23
Hallo Biggy,

So hart es ist, das Krankenhaus gibt Dir keinen Tropf mit nach hause. Und es gibt sehr wenige Hausärzte, welche zuhause den Tropf anlegen, wenn Du auch alles von der Krankenkasse bekommst.
Der Tropf verlängert das Leben und das Leiden umso mehr, so grausam es auch klingt. Ich wurde bei meiner Mutti beinahe wahnsinnig, als ich dies gesagt bekam. Mobilisierte alles in meiner Macht stehende, und bekam immer wieder dieselben Antworten.
Der Körper benötigt ab einem gewissen Stadium ganz wenig oder keine Nahrung mehr, nur Flüssigkeit. Mit der Zugabe von Misteln, welche genau abgestimmt werden sollten, kannst Du Deiner Mutti Erleichterung geben.

Ich weiß, die Wahrheit ist grausam, aber mache es Deiner Mutti so schön als nur möglich. Sich in Liebe und Geborgenheit gewiegt zu wissen, wird das Schönste für sie sein.

ganz liebe Grüße,
Jutta

Biggy44
13.04.2003, 16:04
Hallo Jutta,

danke für deine Antwort.
Aber es gibt auch Postings, in denen steht, es hat geholfen, eine Zeitlang....
Meine Mutter bekommt jetzt alles im KH, wenn das plötzlich abgesetzt wird, dann bricht doch alels gleich zusammen? Auch das finde ich grausam...
Wie ist das mit den Mistelpräparaten? Weder der Klinikarzt noch der Hausarzt halten etwas davon. Ich schon. Aber man sagte mir, dass hier in den neuen Bundesländern das sicher nicht die Kassen bezahlen. Weiß das jemand? Wie ist das mit der Dosierung, wenn sich der Hausarzt nicht auskennt?
Ich hoffe, der Stent kann morgen gelegt werden, nach zwei ergebnislosen Versuchen , und dass das noch ein wenig Lebensqualität bringt.
Ich bin nur am Heulen, jetzt schon ziemlich down, auch wenn ich weiß, ich brauche meine Kräfte noch und es bringt nichts...
Die Welt, das Leben ist ungerecht... Und man hat uns bis vor wenigen Wochen vertröstet: Kein Anlass zur Sorge, es ist keinerlei Verdacht auf Bösartigkeit. Dabei nahmen die Schmerzen stetig zu, das Abnehmen und es wurde zuletzt auch nur ein Ultraschall gemacht, der lt. Befund keinerlei Veränderung anzeigte. Und nun soll alles dermaßen überwuchert sein? Und das alles hat ein Experte kontrolliert?
Ich bin am Verzweifeln...

Viele Grüße
Birgit

14.04.2003, 05:02
Liebe Birgit,

die Misteltherapie wird leider nicht von den Krankenkassen bezahlt, wie so viele alternative Zugaben. Dafür solltest Du, wenn es finanziell möglich ist, einen Heilpraktiker zu Rate ziehen, wenn der Hausarzt sich damit nicht auskennt.

Ich kenn den blöden Ausspruch: "kein Anlass zur Sorge". Man hat meine Mutter urologisch "behandelt". Ihr Hausarzt schob alles auf die Nieren und Nerven (sprich Einbildung), und gab Aussprüche von sich, die unglaublich waren. Erst als sie den Hausarzt wechselte und wegen dem Herzen als Notfall ins KH kam, stellte sich die Wahrheit heraus - leider zu spät. Wenn die Ärzte ihre Unfähigkeit erkennen, werden dumme Sprüche losgelassen.

Liebe Birgit, der Körper fährt seine Funktionstüchtigkeit herunter wenn er keine Nahrung mehr bekommt. Wenn Deine Mutti nach hause kommt, stelle sicher, dass sie keine Schmerzen haben wird. Darauf kannst und mußt Du bestehen. Bekommt sie jetzt schon Pflaster dafür?

Bitte verzweifele nicht, leichter gesagt als getan, ich weiß. Aber Du mußt jetzt Deine ganze Kraft mobilisieren, und Deiner Mutti die Gewissheit geben, dass sie mit Deiner Liebe und dem Gefühl der Geborgenheit in Ruhe nach hause kommen kann. Das braucht sie jetzt am meisten.

ganz liebe Grüße,
Jutta



Deine Tränen sind notwendig, auch damit kannst Du Kraft sammeln. Sie lösen den Schmerz und Druck in Deinem Herzen.

Biggy44
14.04.2003, 10:15
Liebe Jutta,
danke für die Antwort.
Im Internet findet man noch überall, dass eine Misteltherapie von den Kassen bezahlt werden, da es sich um regelrechte AM handelt. Okay, betrifft sicher die Zeit vor der Reform...
Dr. Singer aus Heidelberg z.B. empfielt sie manchmal im Bauchspeicheldrüsenforum.
Ich weiß nicht,. was wir machen sollen, denn wenn man meienr Mutti von heut auf morgen alles abklemmt, sie nur noch von dem bisschen Nahrung leben soll, was sie zu sich nimmt, dann ist ja eine sofortige Verschlechterung angesagt. Warum päppelt man sie dann jetzt erst etwas hoch im KH und versucht um jeden Preis diesen Stent zu legen, um noch wenigstens etwas zu retten?
Ich habe heute ohnehin schon wieder Angst davor, wenn ich Stunden mit meiner Schwester im KH sitze und warte, was bei der ERCP herausw kommt. Am Freitag ist es ja zum zweiten Mal misslungen, da wurde dann vorerst ein Einschnitt im Gallengang gemacht.

Tja, der Arzt war ein Spezialist!!! Er hat die Endosono gemacht und CT ausgewertet Ende Januar.
Und da hat er eindeutig auf ein gutartiges Geschehen getippt, was mich ohnehin gewudnert hat, dass erin Arzt sich derart sicher ausdrückt bei einer so heimtückischen Krankheit. Im März wurde dann nur ein Ultraschall gemacht und der Arzt, ein junger Internist, stellte keine Veränderungen fest. Zu dieser Zeit aber hatte meine Mutter schon kaum noch mit stärkeren Schmerzmitteln beherrschbare Schmerzen und wieder abgenommen, keinen Appetit.
Und da frage ich mich dann schon, was für ein Experte ist das? Hat er den Ultraschall nie gesehen, das nicht richtig ausgewertet, was ihm an Daten gegeben wurde?
Ich bin wütend, weil er sich jetzt herausredet, man hätte zu keiner Zeit etwas tun können, weil meine Mutter nicht so gut drauf gewesen wäre, schon im Januar, als er sie das erste Mal gesehen hat. Und, der Krebs wäre total evrsteckt gewesen und plötzlich so explodiert oder aber sogar in den letzten 5 Wochen gewachsen.
Meine Mutti hat seit November Beschwerden, was nur auf die Galle geschoben wurde. Man hätte das sehen müssen!
Das Schlimme ist, sie hat den Ärzten evrtraut, ich war immr schon sehr skeptisch. Und, sie will leben, sagte sie, die letzten Jahre noch etwas Schönes haben vom Leben...
Das zu hören ist so bitter....

Liebhe Grüße
Birgit

14.04.2003, 18:33
Liebe Biggy,

war einige Zeit nicht im Forum.
So leid mir das alles für euch tut, muss ich dir trotzdem etwas sagen.
Mein Mann ist Arzt (in leitender Funktion) wir hatten die besten Kontakte überall hin. Mein Vater hatte auch eine chron. Pankreatitis. Zu diesem Zeitpunkt kann man den Krebs meist nicht erkennen (mit keinem bildgebenden Verfahren). Nicht mal die Tumormarker sind aussagekräftig, weil auch diese bei einer NUR-Entzündung erhöht sein können.
Und niemand (seriöser) würde auf Verdacht (es gibt auch genügend chron. Pankreatitiden aus denen kein Krebs entsteht) eine so schwere OP wie den Whipple machen. Denn je nach Allgemeinzustand des Patienten ist die OP lebensgefährlich, ganz abgesehen davon, dass man in eine bestehende (oder schwelende) Entzündung nicht hineinoperieren KANN.

Mein Vater hat in der Zeit, wo er nur von der Entzündung wusste, wir aber schon Verdacht auf ein Ca hatten (das sich einfach nicht bestätigen ließ) noch eine relativ unbeschwerte Zeit. Er verbrachte da 2 Urlaube mit meinen Kindern. Er selbst hatte nie daran gedacht, dass es Krebs sein könnte - und war froh, dass er so einige Monate Unbeschwertheit geschenkt bekommen hatte. Auch so kann man das sehen.

Wie gesagt es tut mir wirklich sehr leid für deine Mutter und dich - ich weiß wie es dir geht. Aber glaub mir - es ist nichts versäumt worden.

Wünsche euch alles Liebe
Afra

Ps: sei nicht traurig, wenn ich in nächster Zeit nicht antworte, muss wieder weg.

14.04.2003, 22:20
Liebe Biggy,
sei nicht böse auf die Ärzte. Ich bin auch sauer gewesen, weil ich einen Verantwortlichen gesucht habe und es keinen gab. In meinen Augen sind Ärzte auch nur Handwerker. Vielleicht noch nicht mal das, weil ein Handwerker berechnen kann, was passiert. Ein Arzt kann das nicht. Ich habe mit einem Arzt ein paar mails gewechselt; aus einer davon möchte ich mal zitieren:

"Es ist sehr erstaunlich, wenn man - wie ich - die Gelegenheit hat, Menschen im völligen Wohlbefinden kennenzulernen, die mal zu einer Kontrolle der Blutwerte kommen. Dann werden sie krank und alles, aber auch alles verändert sich.
Wir Kinder lernen auch spät, dass unsere Eltern alt werden, dass sie unsere Pflege brauchen. Zunächst ist es vielleicht lästig (so wie 14jährige lernen müssen, dass der Mülleimer eine gewisse Aufmerksamkeit benötigt), dann wird es anstrengend und dann finden wir uns in einer Art Elternrolle wieder - wir haben uns zu kümmern und zu sorgen, wir übernehmen Aufgaben , die wir nie erwartet hätten.
Die Ärzte spielen in dieser Zeit eine wichtige Rolle, sie sollen es erst richten, wenn das nicht geht, dann wenigstens kompensieren helfen. Das können sie meistens nicht wirklich, sie geben sich aber alle Mühe und - das kann ich Ihnen versichern - sie sind, auch wenn man es nach außen nicht immer merkt, als Menschen in diesen Situationen immer schwer betroffen und angeschlagen.
Ich schreibe das ohne lange Überlegung, so wie ich mit Ihnen reden würde in diesem Moment.

Wir können die meisten Krankheiten nicht heilen.
Hippokrates meinte, zu den vornehmsten Aufgaben des Arztes gehöre es, den Patienten bei Laune zu halten, bis die Natur die Krankheit geheilt hat. Aber ich kannte Hippokrates nicht. Ich weiß nicht, ob er mir sympathisch gewesen wäre."

Mich hat das sehr nachdenklich gemacht. Besagter Arzt tut mir auch sehr leid.

Davon abgesehen, sind die Themen "Schwere Krankheit und Sterben müssen" einfach für jeden Liebenden unerträglich.

Vielleicht ist es besser, wenn Du Deine Ma erst mal so lange wie es geht im Kkh läßt? Ich weiß auch nicht. Mein Vater war 2 Wochen im Krankenhaus, meine Mutter durfte dort übernachten. Einerseits wäre es schön gewesen, ihn zu Hause zu haben. Andererseits hätte das ihm und meiner Mutter vielleicht alles noch viel schwerer gemacht, als es ohnehin ist und bleiben wird.

Gruß
Gudrun

15.04.2003, 07:02
Liebe Biggy, liebe Gudrun!

Es freut mich Gudrun, dass du bessere Erfahrungen mit Ärzten gemacht hast als ich.
Meine Mutti kam mit Gallensteinen ins KH und wurde wegen ihres schlechten Blutbildes komplett durchuntersucht.
Nach drei Wochen Untersuchung sagten die Ärzte noch immer nichts zu Mutti und erst als ich die Diagnose richtig forderte, sagte mir ein Arzt:" was wollen sie, da hilft gar nichts mehr, ein paar Monate, Chemo hilft da auch nicht"
Das war am 12.02.03 und immer, jedesmal wenn ich mit einem Arzt reden wollte, war das so mühsam, abgesehen davon, dass ein Arzt sagt Chemo, der andere wieder keine Chemo - es ist menschenunwürdig, wie sich Krankenhausärzte verhalten!
Unterstützung bekommen wir von unserem Hausarzt, er war und ist es, der uns unterstützt, der für uns die Mistel auf Krankenschein besorgt, der mir hilft, wenn ich nicht weiter weiß.
Es ist gut, dass es auch andere Ärzte gibt und ich wünsche allen hier gute, kompetente und vor allem MENSCHLICHE Ärzte!

Liebe Grüße, Burgi

15.04.2003, 09:10
Liebe Biggi, ich muss Afra insofern recht geben, daß man auch bei mir das Pankreas CA NICHT erkannt hat!Ich war immer in internistischer Behandlung (1 x p.a. check up)und hatte immer Schmerzen im rechten Oberbauch. Mein Internist sagte mir, ich hätte eine Krebsphobie!!Er war so borniert, daß er noch nicht einmal die tumormarker untersucht hat. Darauf hin bin ich eigenmächtig ins Krankenhaus gegangen und habe darum gebeten, die Ursache meiner Schmerzen zu finden. Man stellte zunächst 2 Magengeschwüre fest und schickte mich wieder nach Hause. Auch beim Ultraschall fand man nichts!Die Bauchspeicheldrüse liegt so 'versteckt' daß man tatsächlich nicht immer sofort alles erkennen kann. Als ich dann ein viertel jahr später wieder im Krankenhaus erschien weil die Schmerzen wieder da waren, machte man sehr zögernd und erst als ich drängte, ein CT und erst DABEI stellte man fest, daß ich ein ca. 3 cm großes Pankreas CA hatte, Tumormarker waren da schon bei 900. Sciherheitshalber machte der 'Chefarzt' selbst eine ERCP-Untersuchung und musste diese mittendrin ABBRECHEN; weil er es offensichtlich nicht KONNTE, aus Eitelkeit es seinem Oberarzt aber nicht überlassen wollte, weil ich Privatpatienten bin. Du siehst also, liebe Biggi, unterschiedliche Erfahrungen mit Ärzten - auch häufig Arroganz und Intoleranz; aber ich habe auch andererseits sehr GUTE Erfahrungen mit Ärzten gemacht.Verbeiß Dich aber nicht in die Idee, daß man willkürlich die Pankreaserkrankung Deiner Mutter nicht rechtzeitig erkannt hat. Das ist ein sehr sehr schwieriges Gebiet. Habe ich vorher auch nicht gewusst.
Liebe Grüße

15.04.2003, 09:59
Hallo an alle, die mir hier so lieb zur Seite stehen!Meine Schwester und ich, wir haben gestern noch einmal mit dem Arzt gesprochen, der sich auf Endosono u. Bauchspeicheldrüse spezialisiert hat. Ich habe angesprochen, dass vor, nun mittlerweile, 6 Wochen gründlichst Ultraschall gemacht wurde und lt. Befund keinerlei Veränderung festgestellt wurde, die Zysten sich in Größe etc. unverändert dargestellt hatten. Der Arzt, der diese Untersuchung gemacht hat, schreibt aber von nur 3 Zysten. D.h., er hat die vierte im Schwanz der BSD nicht gesehen.
Dieser Spezi hat den bericht nicht unetrschrieben und ich denke mir, vielleicht nicht einmal richtig angesehen, da er total überzeugt war von dem, was er im Januar bei der Endosono diagnostiziert hat. Er sagte nun gestern, er hätte sich die Ultraschallbilder selbst angesehen, weil meine Mutti ja wegen wieder stärkerer Beschwerden ins KH ist.
Nach einer Pankreatitis hatte man sie da aber auch nicht behandelt, nur gesagt, das alles wäre schmerzhaft, die Zysten müssten eintrocknen, abwarten und Schmerzmittel nehmen. Angeblich hat dieser jüngere Arzt auch Ahung. Nur, als der Hausarzt ihn anrief, bevor meine Mutti ins KH ist, und eine Empfehlung wollte, was er an höher dosieerten Schmrzmitteln geben darf und warum meine Mutti stärkere Schmerzen hat, sagte eben dieser Arzt: "Sie muss damit auskommen, wie wir sie heir eingestellt haben, Schmerzpflaster soll sie nicht bekommen. Das ist nicht so schklimm, was sie hat."
Das sagte mir jetzt erst der Hausarzt, dass deiser Stationsarzt das nicht an den Spezialisten weitergeleitet hat.
Daraufhin haben wir dann meine Mutti wieder hier ins KH gebracht, weil wir es nicht aushielten. Hioer machte amn aber nichtmal einen Ultraschall, hat nur versucht, auf Schmerzmittel umzustellen und nicht einmal dei befunde au Dresden angesehen oder sich mit dem Spezialisten in Verbindung gesetzt.
Es werden auch viel Ausreden dabei sein, denn wer soll jetzt einen Fehler zugeben, wer wird das tun?
Der Spezi hat sich geirrt. Natürlich sagt er jetzt, es wäre nie anders ausgegangen. Plötzlichsind die Zysten auch weg. Komisch, sie waren immer da und unverändert ind er Größe. Nun ist alles, was an Veränderung zu sehen ist der Krebs und gleich so gewachsen, dass die BSD 6 cm ist am Kopf.
Die Leberwerte, Tumormarker, alle Blutwerte waren vor 4 Wochen noch optimal. Auch die Leber glatt und unauffällig, keine Lyphdrüsen befallen, der Gang unauffällig.
Dass man hier im Kreis KH nicht viel Ahnung von dieser Erkrankung hat, war mir klar. Man hat hier auch schon viel versaut und nicht erkannt...
Es nützt keinem mehr etwas, jetzt nachzuforschen oder sich Vorwürfe zu machen.. ich weiß. Und doch tue ich es.
Es ist ein Zusammenspiel von vielen Faktoren und der Überzeugung der Ärzte: Es wird schon nicht..., sah doch nie so aus.
Wenn aber jemand mit der BSD hat, jeder Arzt weiß, es kann etwas verkannt werden, der Patient zunehmend Schmerzen hat, abnimmt, schwächlich wird, keinen Appetit hat... dann könnte man ja mal drauf kommen, dass es nicht nur Zysten sind, zumal die BSD nicht entzündet war. Aber die Ärzte haben oft gesagt, meine Mutti wäre sehr schmerzempfindlich und der Rücken wäre eh kaputt, das kommt auch daher und sie muss etwas Geduld haben...
Das ist so ungerecht...sie hatte wahnsinnige Schmerzen, und kein Schmerzmittel schlug richtig und lange genug an, sie hat sich gequält, weil es jeder Arzt auf dei leichte Schulter nahm. Das tut mir so wahnsinnig leid, denn so hätte sie nicht leiden müssen, hätte man das beachtet.
Angeblich wäre die Sache so oder so, genauso ausgegangen, sagte der Arzt gestern klipp und klar.
Eine große Op hätte sie nicht überstanden, vorher konnte man nicht operieren, wollte er nicht ständig darin herumstochern, weil alles frisch war, entzündet. Und man operiert nicht einfach auf gur Glück, wenn kein Verdacht auf bösartig ist, weil das immer ein großes Risiko für so einen alten Menschen ist, meinte er noch.
Ich hoffe heute, der Stent kann endlich gesetzt werden. Am Freitag konnte ja nur der Gang gespalten werden.
Gestern hat meine Mutti aber seit ewiger Zeit wieder eine Schnitte gegessen und die hat ihr geschmeckt. Sie darf ja jetzt essen, was ihr schmeckt....keine Diät mehr. Sie möchte unbedingt noch ein wenig bei uns bleiben und setzt alle Reserven daran, dass es ihr wenigstens noch einige Tage gut geht zu Hause, was man gut gehen nennen kann, in diesem Stadium.
Aber künstlich soll sie nicht ernährt werden. Nur, sie bekommt im KH ab und an den Tropf, auch Vitamine... Und für die Misteltherapie ist man hier nicht sehr offen. Aber egal, das wollen wir noch für sie tun, vielleicht fühlt sie sich dann ein wenig wohler...
Der Blutzucker war vorige Woche so hoch, dass man spritzen musste, jetzt geht er mehr und mehr runter, ist normal für das Alter. Komisch....
Wenn alles glatt geht heute, soll meine Mutti am Donnerstag nach Hause kommen.
Ich frage mich, wodurch dieser teuflische und heimtückische Krebs entsteht.. denn es scheinen immer mehr Menschen daran zu erkranken, auch jüngere...
Ich kann mich halt auch schlecht ablenken, da ich den ganzen Tag zu Hause bin und größtenteils allein. Meine Mutter fehlt halt überall, weil wir uns hier ständig begegenet sind...
Richtig abschalten kann man bei der Hausarbeit und unsinnigen Arbeiten auch nicht, ich zumindets nicht.

Viele Grüße
Birgit

15.04.2003, 12:01
Hi Biggy, es tut mir echt so leid für Dich.
Mache Dir und den Ärzten aber bitte keine Vorwürfe. Dieser aggressive Krebs kann in fast allen Fällen schon bei der Feststellung nicht mehr geheilt werden.
Glaube mir so schwer es ist, hört nur auf Eure Mum. Ich weiss es ist sauschwer, da man immer denkt man muss helfen. Aber damit hilfst Du Deiner Mum nicht.
Meine Mum, 68 Jahre,ist am Freitag an diesem Krebs gestorben und ich bin am Ende. Sie haben es am 23.Sept. entdeckt. Die letzten vier Wochen lag meine Mum zuhause und unser Hausarzt hat ihr nur Ringerlösung,Kochsalz, Infusionen gegeben und Glucose, weil sie bis zuletzt Leben wollte. Ich habe jedes einzelne Wort wo Du schreibst erlebt und weiss wie sauschwer es ist.
Ich gebe Dir einen Tipp: Falls Deine Mum mehr Schmerzen bekommt und die Pflaster nicht mehr 100 Prozentig wirken, dann fragt Euren Arzt nach der Möglichkeit der Schwerzpumpe . Sie reguliert sich von selbst und man kann immer wieder nachdrücken.
Übrigens meine Mum hat auch ihr normales Bett gehabt, sie hat allerdings eine Schaumstoffunterlage auf die Matratze bekommen, so dass sie sich nicht wundliegt aufgrund des wenigen Gewichtes. Sie hatte zu Beginn der Krankheit 63 Kilo und dann nur noch 30 Kilo.
HÖR EINFACH NUR AUF DEINE MUM, DANN MACHST DU ALLES RICHTIG!

Ps. Falls Deine Mum mal Appetit auf etwas hat, aber sie es ja nicht essen kann, z.B. Sekt oder Erdbeeren oder Äpfel, dann mache es in Eiswürfelform und gibt es ihr als kalter Eiswürfel zum Lutschen. Das tut Deiner Mum im Mund auch gut.

Halt die Ohren irgendwie steif!!!!

Biggy44
15.04.2003, 12:19
Liebe Tanja,

es tut mir so leid für dich...
Eigenartig, aber dieser Krebs, der gar nicht so häufig sein soll, scheint plötzlich überall unter den Menschen zu wüten...
Entdeckt hat man den Krebs erst vor ca. 2 Wochen, denn bis vor ca. 6 Wochen sagte man uns noch, es besteht keinerlei Anlass zur Besorgnis, akute Schübe chronischer Pankreatitis mir Pseudozystenbildung und meine Mutter wäre zu empfindlich, was Schmerzen betrifft.
Das mag teilweise stimmen, ist aber in diesem Fall völlig unegrechtfertig gewesen.. und das tut schon weh...
Jedenfalls sagte man, der Krebs wäre inenrhalb von 3 Wochen so gewuchert. Ich weiß es nicht, erscheint mir zu extrem. Meine Mutti soll aber das aggressivsten BSD- Ca haben, welches es gibt.
Tja, der Hausarzt hier, obwohl FA f. Innere, ist auch nicht der Kooperativeste und Hellste...
In Dresden der Arzt sagte, sie braucht keine Infusionen, obwohl sie dort welche bekommt.
Ich muss hier sehen, was ich noch erreichen kann. Erst einmal muss bis Donenrstag alles glatt gegangen sein, sie will doch so gern noch nach Hause...
Ich weiß nicht, wie ich das alles auf die Reihe bekomme, aber es muss...
Habe auch schon über 3 kg abgenommen mittlerweile.
Dir alles Gute, und was soll man wünschen, wenn jemand so traurig ist und etwas verloren hat.....

Biggy44
16.04.2003, 22:16
Hallo!
Das mit dem Stent hat gestern doch noch geklappt.
Meiner Mutti geht es relativ gut danach.
Am Freitag wird sie nach Hause entlassen.
Momentan hat sie wieder etwas Mut geschöpft für die nächste zeit, vielleicht hat sie ja noch ein paar schöne Tage....
Nach dem Essen hat sie allerdings Beschwerden, es grummelt mächtig im Bauch etc., obwohl sie ja sehr wenig isst, keinen Appetit hat.
Die BSD arbeitet noch etwas, sagte der Arzt.
Wie ist das mit den Enzymen? Sollte man nicht welche dazu geben, zu jeder Mahlzeit, um die total kranke BSD zu entlasten?
Anfangs bekam meine Mutter welche, jetzt aber glaube ich nicht mehr...
Viele Grüße ....
Die Misteltherapie haben wir durchgesetzt. Die Ärzte wollten erst nicht so richtig ran, wegen der Kosten.. bringt nichts...
Tja und was jetzt kommt und wie schlimm es kommt die nächste Zeit, das weiß leider keiner...

Biggy44
18.04.2003, 13:33
Hallo,
meine Mutter ist nun zu Hause.
Es wurden keine Windeln mitgegeben,. die sie zur Sicherheit trägt, obwohl man uns das versprochen hatte. Es wurden keine Magentropfen mitgegeben, obwohl man uns verischert hat, alle Medikamente, die sie bis Dienstag früh benötigt, bekommt sie mit.
Am Dienstag sagte man uns, dass angefangen wird, Helixor zu spritzen und dass wir die Ampullen mitbekommen. Es hat keiner geschafft, die Ampullen zu besorgen, angeblich hat man es gestern noch versucht und die Apotheke hat sich nicht mehr gemeldet.
Also fällt Helixor erst einmal flach,. der Arzt war ohnehin davon überzeugt, das wäre alles Einbildung, dass soetwas noch was bringt....
Der befund stimmt auch nicht, da steht drauf, dass meine Mutti im Frühjahr vorigen Jahres eine schwere Pankreatitis hatte, durch Gallensteine und dadurch hätten sich die Zysten und der Krebs gebildet.
Die Zysten sind auch plötzlich weg, aber anstatt der großen, angeblich eindeutigen Pseudozyste, ist nun der Tumor von über 6 cm.
Und nun versuchen wir noch zu retten, was zu retten ist.... Meine Mutti ist sehr schwach, weil sie kaum isst. Im KH bekam sie dann ab und an den Tropf, hier fällt das alles weg, auch Vitamine.
Da kann man sich drehen, wie man will, wenn die Ärzte nicht unterstützen wollen, dann geht nichts...
Ich könnte schon jetzt nur noch heulen und brauche doch meine Nerven noch sehr in der folgenden Zeit...
Euch alles Gute und trotzdem irgendwie angenehme Ostern..

18.04.2003, 16:49
Hallo Gudrun,

wenn du heute noch deinen Hausarzt erreichen kannst, so geht es sich aus, dass er am Dienstag das Helixor hat.
Ich komm gerade von Mutti und hab ihr Helixor gespritzt, es ist keine Einbildung, ihr hilft es wirklich, ich weiß nicht was da alles drinnen ist aber bei Mutti wird die Müdigkeit besser und ich bilde mir ein, sie ist seit der Mistel im Ganzen stabiler (weiß nicht wie ich das beschreiben soll)
Versuche nicht an die unmöglichen Ärzte zu denken, hast du einen guten Hausarzt - ich hoffe es sehr, denn er gibt dir die Vitamine und alles was deine Mutti braucht!!
Gudrun, denk nur an deine Mutti, lass den Ärger mit dem Befund und allem drum und dran!
Sie ist jetzt zu Hause, ihr seid Ostern mit Mutti zusammen, ich wünsche euch allen ein friedliches Fest - du schaffst das Gudrun, bin in Gedanken bei dir!
Alles Liebe!!

18.04.2003, 16:51
meinte natürlich dich Biggy - wollte nur so schnell sein, dass du noch deinen Hausarzt anrufen kannst!

Biggy44
18.04.2003, 18:01
Hallo Burgi!
Danke für deine liebe Antwort.
Tja, natürlich bringt aufregen nichts, zumal m,an seine Nerven auch noch dringend braucht... Aber es ist eine Sauerei bei diesem miesen Zustand meiner Mutti, erst zu versprechen mit dem Spritzen anzufangen, uns das mitzugeben, und dann einafch alles ruhen zu lassen.. raus aus dem KH, die sollen sich mal schön kümmern! Sie hatten 1 Woche Zeit, das Helixor zu besorgen! Und, man sagte uns, am Mittwoch wird mit dem Spritzen angefangen. Dass gestern nichts mehr ging in der Apo´thekle, weil das ja direkt bei der Fiorma bestellt wird, so weit hätte man ja denken können.
Ich habe heute alles versucht, das in die Wege zu leiten... nichts.
Am Dienstag komme ich erst zum Hausarzt, der sich schon vorher sträubte, das zu verschreiben, sich aber dann fügte als ich sagte, das KH beginnt mit der Spritzerei... Dann in die Apotheke und frühestens Mittwoch kann es da sein.
Ob meine Mutti das dann noch braucht.. wer weiß ds schon.
Zu meiner Ohnmacht und meinem Kummer kommt natürlich Wut. Es klappte doch nichts, absolut nichts.
Und ich denke nicht, dass der Hausarzt Vitmaine spritzt.. Sparmaßnahmen und sinnlos...
Irgendwie waren wir immer bei den flaschen Ärzten, keiner hat zeitig genug gehandelt, vom Hausarzt angefangen bis zum Spezi im KH. Alles wurde auf die leichte Schulter genommen, wenn auch die Anzeichen schon deutlich waren. Man hat gespart, wo man konnte, meine Mutter einfach liegen lassen mit Schmerzmitteln, ohne die befunde anzusehen aus dem anderen KH, oder ohne vielleicht mal im vorigen Jahr der Sache nachzugehen, warum sie ab und an gelb wird... "Das machen wir mal... wird mit der Galle und einem Stein zusammenhängen" so die Antwort des Hausarztes.
Es hat sich doch wirklich nie jemand richtig und rechtzeitig dahinter geklemmt.. alle haben abgewartet und meiner Mutter gesagt, das ist so schmerzhaft, gibt sich... auch nach Wochen noch, als die Schmerzmittel nicht reichten, sie noch mehr abnahm und absolut auf nichts Appetit hatte. Das hat man ignioriert hier im KH...
Ich habe den Eindruck: Sparmaßnahmen einhalten, alte Frau, eh nichts mehr zu retten, wozu also investieren und das alles verlängern... Aber meine Muter hält sich daran noch im Moment, sie will noch ein Weilchen leben und das es ihr ein wenig beser geht.. sie hofft so, auch wenn sie weiß, dass sie daran stirbt.
Alles Mist....
Liebe Grüße

18.04.2003, 20:34
Liebe Biggy!

Wenn ich deine Zeilen les, bekomm ich natürlich auch wahnsinnige Wut auf die Ignoranten im KH.
Werde nie den 12.02.03 vergessen, als mir dieser widerliche Arzt nach fast Betteln die Diagnose meiner Mutti sagte. . .so richtig unbeteiligt und von oben herab, was wollen Sie eigentlich hören, unheilbar ein paar Monate vielleicht - und wegen Gallensteinen ist sie ins KH gegangen.
Das hilft dir jetzt aber auch nichts, vielleicht ist es auch gut, dass dein Zorn, deine Ohnmacht hier rauskommt!
Unser Hausarzt arbeitet schon 10 Jahre mit der Mistel und ist wirklich total nett, er kümmert sich so um Mutti und kommt zu ihr, wann immer ihr es nicht gut geht und auch wenn sie nur reden will mit einem Arzt.
Alles alles werden wir tun um unseren Muttis die Qualität des vielleicht nur noch kurzen Lebens zu erhalten. Hast du die Möglichkeit den Hausarzt zu wechseln? Es muss doch irgendein kompetenter Arzt da sein, der dich unterstützt und ganz egal wie alt oder jung ein Mensch ist - was soll das Sparmaßnahmen???
Würde und Hoffnung erhalten sollte Grundgesetz für jeden sein - und ganz besonders für Ärzte!
Hoffe sehr, dass dich endlich jemand unterstützt und das schnell . .
Liebe Grüße

Biggy44
18.04.2003, 22:13
Liebe Burgi, oder besser Engerl?

Ich habe jetzt die Schwester vom DRK in die Spur gesetzt, die meiner Mutti die Thrombosespritze gibt. Sie wohnt neben uns und ihr habe ich das alles erzählt. Vor allem, die Behandlung mit Helixor steht ja auf deren Behandlungsplan mit drauf!
Sie ist auch empört. Das KH hat das angeblich an die Apotheke gegeben und das vor schon 5 Tagen!!!! Aber die Apotheke hat sich bis gestern nicht gemeldet undw ar dann gestern Abend nicht mehr erreichbar. logo, irgendwann ist zu, wenns keine Notapo ist! Anstatt man sich mal eher gekümmert hat, hat man das ruhen lassen. Und in der Apo muss es jemand verschlampt haben, denn dass Helixor mehr als 1 -2 Tage zum Liefern braucht, stimmt nicht. Nun werden wir sehen, ob wir das noch ran bekommen, dann muss sich eben der Verantwortliche kümmern, in irgend welchen Kliniken in Dresden hat man sicher so etwas da.
Man muss sich wirklich um alles kümmern. Nixcht, dass schon am Anfang eine Menge schief lief, es nimmt kein Ende. Als ob man nicht schon genug Sorgen hat.
Meine Mutter ist erst einmal froh zu Hause zu sein. Etwas gegessen hat sie auch, ich habe ihr Geflügelsuppe mit Nudeln gekocht und das ist auch drin geblieben. Sie schläft viel, ist dann wiedermal kurz fit und schleicht ein paar meter durch das Zimmer, weil sie den Kreislauf anregen möchte. Aber sie ist so dünn...und so faltig geworden....
Ich habe diesen Tag mit ihr genossen heute, weil es ihr nicht so sehr schlecht ging. Es ist eigenartig, wie wichtig einem das plötzlich wird, dass es halbwegs gut geht...
Jetzt noch den Hausarzt wechseln, das wird sicher nicht so gut sein, denke ich mal. Da muss er ran, ich werde schon dafür sorgen, dass alles getan wird, was noch geht. Wenn man siche rst zu wenig gekümmert hat, dann soll man das wenigstens jetzt tun!
Wenn ich besser drauf bin, dann schreibe ich die Geschichte auf..., denn hier ist es ja wirklich so, dass alles als eine Lapalie hingestellt wurde und wir den Ärzten aber auch alles sagen mussten, bevor sie sich rührten...
Wenn du möchtest, kannst du ja mal auf meine HP schauen. Soll keine Werbung sein, aber es ist halt meine einzige Ablenkung, mein Hobby... Nur fehlt mir momentan der Nerv dafür.[email]bisari@gmx.de

Tschüs

Biggy44
19.04.2003, 11:32
Festgestellt habe ich auch, dass man nun, seit man weiß, dass meine Mutter Krebs hat, die seit Jahren verordneten medikamente (gegen erhöhten Blutdruck, Herz) plötzlich abgesetzt hat. Die Schwester sagte uns, das ist so, brauchen wir ihr nicht mehr geben. Warum, erfuhren wir nicht. Arzt war keiner zu sprechen.
Irgendwie sieht alles so aus, ohne sämtlichen Ärzten die Kompetenz absprechen zu wollen, als würde von den Ärzten nun alles als sinnlos angesehen und nur das Notwendigste, was sie noch tun "müssen" getan.
Das kann doch nicht sein, dass meine Mutetr abgeschoben wird und nun vor sich dahin sterben soll, weil ja eh jede Investition in Arzneimittel nichts mehr wirklich bringt!
Es ist zum verrückt werden. Nun werde ich am Dienstag den Hausarzt fragen. Aber so, wie ich ihn kenne, wird er sich nicht gerade besonders engagieren....
Vor allem, meine Mutti weiß zwar, dass sie am Krebs stirbt aber keiner ihr sagen kann, wann. Und sie glaubt, wenn sie zu Hause ist, etwas dafür tut, dann geht es ihr noch eine Weile gut, sogar besser als jetzt.
Einen Patienten, der in dieser Phase ist, kann man doch aber nicht so langsam dahinsiechen lassen.
Was sind das für ärzte, was für ein Gesundheitssystem? Auch wenn ich wei´ß, Ärzte haben viel Arbeit, zu viel.. so einfach sollte man es sich nicht machen, auch wenn es nur eine totkranke Rentnerin ist.

19.04.2003, 15:15
Liebe Biggy,

ich bin sicher, deine Mutti wird nicht "dahinsiechen", sie hat dich, und du bist diejenige, die sich total engagiert und deine Zeilen sagen schon dass du um alles was deine Mutti braucht,kämpfen wirst.
Natürlich ist es schade, dass man um selbstverständliche Dinge kämpfen muss - aber es gibt dich Biggy - deine Mutti ist zu schwach zum kämpfen.
Wenn deine Mutti glaubt, ihr wird es wieder besser gehen, wenn sie zu Hause ist, dann nimm ihr diesen Glauben nicht. Es geht ihr auch sicher besser, eben weil sie zu Hause ist und sie weiß, du bist für sie da.
Schau mal Biggy, meine Mutti weiß auch sie wird gehen, sie ist auch sehr müde und sehr schwach, doch ich möchte gar nicht wissen, wie lange noch, sind es Tage, vielleicht noch Wochen??
Für mich ist wichtig, dass alles zur Schmerzlinderung getan wird und dass Mutti weiß, ich bin für sie da - immer!
Liebe Grüße und Kraft zum Weiterkämpfen für all das, was deine Mutti braucht!

Biggy44
19.04.2003, 15:25
Hallo Burgi,

du scheinst die Einzige hier zu sein, die über Ostern da ist, oder einfach Zeit hat, ins Forum zu schauen.. :-)
Ja, du hast recht, aber trotzdem ist es zum Verzweifeln.Ich habe mir von Helixor ein Schreiben schicken lassen, da steht eindeutig drin, das Mittel zählt zu den Arzneimitteln und zu den Zytostatika!
Es ist schon fast unterlassene Hilfeleistung, was sich das KH da geleistet hat. Man hat sich einfach nicht darum gekümmert, es als "Medikament der Placeboart" abgestempelt. Und nun: Kümemrt euch mal schön selbst, über den Hausarzt...
Es hätte schon tagelang gespritzt werden können, es wurde uns versichert! Die Schwester vom DRK schüttelt nur den Kopf, die Apotheke hier auch. Innerhalb eines Tages hätte es da sein können und Zeit bis Donenrstag war genug. es sind Ausreden, was man uns sagte.
So geht das nicht. Nein, man darf nicht alles hinnehmen. Schon wenn ich den Arztbericht lese... was da steht, das stimmt nichtmal!
Mit den Schmerzen geht es erst einmal. Trotzdem weiß meine Mutti ja, dass sie noch Spritezn bekommen sollte und sie hat Angst, sie bekommt sie nicht rechtzeitig. das ist nämlich noch ein psychologischer Effekt, den wir alle dabie noch ahben, auch sie!
Trotz Stent ist sie noch etwas gelb... Komisch, ich dachte, es müsste sich schneller regulieren...
Warum man die anderen Arzneimittel abgesetzt hat, weiß auch kein Mensch. Weil sie ohnehin stirbt und es somit egal ist, ob sie die Herz- und Blutdruckmedikamente weiterhin einnimmt?
So kommt es uns bald vor.
Was läuft noch alles schief oder wird hingenommen, nur weil es ein sterbenskranker und dazu noch alter Mensch ist, inmitten von ständig erneuerten Sparmaßnahmen.....
Ich wünsche dir auch viel Kraft und irgendwie schöne Ostertage...

19.04.2003, 16:08
Hallo Biggy,

ja wir sind vielleicht die einzigen, aber dir gehts wahrscheinlich wie mir, ich möchte nicht weggehen, wenn Mutti was braucht, bin ich da und somit in fünf Minuten bei ihr, und dann sitz ich hier und lese im KK auf und ab.
Meine Mutti ist Diabetikerin und mein Hausarzt sagte mir dass wir den Zucker schon beobachten müssen, aber nicht zu wichtig nehmen sollen. Wenn sie keine Tabletten nehmen will, soll ich ihr Insulin geben, wenn sie aber dann wieder die Tabletten schlucken kann, soll sie ruhig das tun. Er sagt, alles was Mutti für sich selbst für gut befindet ist ok und ich denke nicht, dass sie ihm egal ist, ich denke er meint, ihr Bauchgefühl, ihre Bedürfnisse stehen im Vordergrund.
Beruhige deine Mutti, sag ihr, die Spritzen kommen rechtzeitig, du wirst sie auch bekommen!!
Natürlich darf man nicht alles mitnehmen, ich hab mit den Ärzten im KH schon sehr laut "geredet" um durchzusetzen, dass Mutti statt des einen Novoban zwei bekommt - ich werde immer wieder um alles streiten was Mutti braucht!
Ich möchte nur von ihr alles Negative fernhalten und Mutti weiß das - wir unterhalten uns nicht mehr über irgenwelche unfähigen Ärzte und sie weiß auch, wenn sie ins KH muss, bin ich dabei (mich sehen die Ärzte gar nicht gern, weil ich ständig und alles frage und wissen möchte) und sie soll nur an sich denken.
Bis bald!

19.04.2003, 19:05
Hallöchen,
es tut gut, sich mit jemand austauschen zu können, vor allem wenn dieser genau weiß, um was es geht...
Nein, meine Mutti weiß nicht, wie ich mich aufrege und kämpfe um das helixor z.B. Um Himmelswillen, das erzähle ich ihr doch nicht.
Sie hat heute etwas gegessen und erst einmal auch vertragen, es hat seitlangem wieder einmal etwas geschmeckt. :-)
Was mir auffällt, es gurgelt in ihrem Bauch wie verrückt... schon den ganzen Nachmittag. Durch das Abführmittel, Lactose, hat sie heute Durchfall gehabt, aber vielleicht hängt das auch eher mit der mangelnden Verdauung zusammen? Bis jetzt hatte sie ohne Abführmittel keinen Stuhlgang, durch das Opiumpflaster nehme ich stark an.
Und trotz des Stent, welchenm sie am Dienstag bekam, sieht sie noch gelb aus oder wioeder... Ich weiß nicht recht..nicht mehr so schlimm wie ohne Stent, aber trotzdem. Angeblich hat es aber, nach dem Einschnitt des Gallenganges dann gut geklappt.

Also ich wende mich schon noch an die Ärzte in dem KH. Das Mistelpräparat wurde doch von ihnen verordnet, und sich dann nicht mehr darum gekümmert, dass es herzu kommt.
Abgesehen davon, dass auch alles andere ziemlich schief lief, nur weil der Herr Spezialist meinte, er ist der liebe Gott und weiß alles.
Einen Krebs ausschließen, so wie er das getan hat, und dann einfach abzuwarten, ohne noch einmal genaust zu kontrolieren, das ist für mich schon fast unseriös.

Liebe Grüße
Birgit

20.04.2003, 20:12
Hallo Birgit,

ihr seit nicht die einzigen im Netz. Ich wllte mich bisher nicht einmischen in Eure Zweisamkeit. Meine Mutter hat auch BSDK und einen Stent.
Ich wollte Dir nur sagen, dass es bei meiner Mutter auch ewig gedauert hat, bis sie nicht mehr gelb war. Allerdings musste bei Ihr auch drei Mal der Stent gewechselt werden, weil er immer wieder verrutscht ist. Jetzt hat sie einen Metallstent. Auch ich habe mich wahnsinnig über die Ärtzte geärgert, dass sie ihr 3 Mal die OP zugemutet haben. In dem Zustand, total abgemagert und dann noch dreimal Vollnarkose ohne Essen vorher und nachher. Sie hat lange gebraucht, um sich von diesen Eingriffen zu erholen. Wir haben mitbekommen, dass dieser Metallstent wohl 3000,- € kostet, deshalb hat man wohl so lange gewartet. Unter dem Motto: Mal sehen ob sich das noch lohnt. Zur Zeit lohnt es sich Gottseidank sehr.Es geht ihr im Moment total prima, aber wir wissen ja alle, wie schnell das kippen kann.
Erholt euch alle mal schön über Ostern, es könnte das letzte, gemeinsame sein. Genießt das schlne Wetter und eure Mütter.
Bis bald und LG
Katharina

Biggy44
20.04.2003, 21:28
Hallo Katharina,

ach, was heißt einmischen... Ich bin ja so froh, dass jemand antwortet, dass man sich austauschen kann uns man hier am besten verstanden wird....
Auch wenn ich manchmal weinen muss, wenn ich hier lese oder selbst etwas schreibe...
Vielleicht ist der Stent verrutscht bei meiner Mutti? Das wäre natürlich Mist, denn dann müsste sie u.U. ja wieder 40km weiter in das KH, und ob sie das mitmacht und verkraftet ist fraglich.
Es war eh mühevoll, ihr den Stent einzusetzen.
Wir hatten auch gehofft, damit lassen die Schmerzen erst einmal etwas nach, weil dann dieser Druck im Gallegang wegfällt. Dem scheint aber nicht so zu sein. Der urin war heute aber wieder etwas heller als gestern oder die letzte zeit sowieso, meinte meine Mutti...
Ich weiß ja nun nicht, wie weit bei deienr Mutti der Krebs schon ist...
Bei meiner Mutter ist der Tumor über 6cm und Lebermetastasen.
Was uns freut ist, dass sie, seit sie wieder zu Hause ist, besser isst als im KH. Und sie hat es auch bisher vertragen, manches schmeckt ihr sogar wieder. Es ist ein kleines Hoch nochmal.. auch wenn sie natürlich so sehr schwach ist und das Gewicht mittlerweile auf 55 kg gefallen ist. Sie versucht aber dennoch mal eine kurze Zeit aufzustehen, auch wenn es ihr schwer fällt.
Vielleicht hätte der Mistelextrakt docvh schon mehr Gutes getan, hätte man das gleich eingesetzt.
Das aber als eine Art Placebo hinzustellen und: Na wenns hilft, dannr ein psychologisch... , das ist einfach dumm. Denn, das Mittel gilt nunmal als Arzneimittel und direkt Zytostatika. Und wenn es nur eine kleine Besserung im Befidnen bringt, dann ist es das wert.
Meine Mutti meinte heute zu mir, sie wäre nur eine Belastung, und das möchte sie nicht lange sein...ich würde mich so um sie kümmern (wohne im Haus und eigentlich kümmert sich mein Vatwer noch relativ gut um alles, nur mit der Arznei kommt er nicht so klar). Und sie ist so froh, dass sie mich noch hat.. Aber der Lauf der Dinge wäre nunmal so, und ich würde darüber hinwegkommen, wie alle und hätte ja meine Familie... Und dann gab sie mir heute 50 Euro dafür, dass ich mich um so manches kümmere, auch als sie immer wieder im KH war. Wir sollen dafür morgen essen gehen.
Und da soll man stark bleiben? Ich habe nur noch angefangen zu heulen... Ich möchte kein Geld, würde alles drum geben, wenn sie gesund werden würde, wie ihr auch bei euren Lieben.
Es tut jetzt schon so weh, und wenn sie dann noch so lieb von mir spricht, auch wenn es oft genug Streit zwischen uns gab, dann umso mehr...
Ich wünsche euch einen schönen Montag, soweit das möglich ist!
Birgit

21.04.2003, 22:07
Hallo Liebe,

bei Deiner Ma muss der Stent nicht verruchtscht sein. Wenn der Urin heller wird, ist es ja vielleicht okay. Denke positiv.
Auch meine Ma hat sehr viel abgenommen. Ich habe gelesen, unsere Mütter sollten tägl. 6 kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, sofern möglich. Bei meiner Ma ist der Tumor 2cm lang mit einer Lebermetasthase. Im Moment ist sie wirklich prima drauf. Auch mit dem Thema sterben geht sie ganz gut um. Sie sagt, immer noch besser als im KH an Alzheimer o.ä. dahin zusiechen, oder an Schläuche geknebelt zu sein. Nur vor den Schmerzen hat sie auch Angst. Ich habe auch Angst vor dem Endstadium, weil es ja bei diesem Tumor so wahnsinnig schnell zu ende sein kann. Ich versuche jetzt auch jede Minute mit meiner Mutter zu genießen. Und dass wir Töchter uns um sie kümmern- Thast´s family, oder? Meine Ma hat auch Angst mir zu Last zu fallen. Aber ich hatte schln lange nicht mehr ein so inniges Verhältnis zu Ihr wie jetzt. Früher haben wir uns nur gezofft. Ist es nicht auch schön, dass man jetzt noch mal so intensiv spricht, sich so gut versteht? Meine Mutter erzählt mir jetzt Sachen aus ihrem Leben, was sie früher nie getan hat.
Ich versuche auch dankbar dafür zu sein. Klar, ich wünsche ihr auch lieber, dass sie mit 95 irgendwann mal im Schlaf sanft davon gleitet, aber jetzt haben wir auch eine sehr intensive, komprimierte Zeit. Sie genießt auch Ihre Enkelkinder nochmal in vollen Zügen.
Tja- ich habe gut erzählen. Noch ist es bei meiner Mutter nicht so dramatisch wie bei Deiner. Ich hoffe so sehr für Sie, dass dieser Zustand noch lange erhalten bleibt. Und Deiner Ma wünsche ich, dass der Stent jetzt Erleichterung bringt und die Misteltherapie. Was ist eigentlích mit Chemo?
Ich wünsche Euch alles liebe zu Ostern
Bis bald
Katharina
(aus Berlin)

Biggy44
21.04.2003, 23:53
Hallo Katharina, und alle die hier mitlesen....

Ich hoffe, dass sich das noch etwas gibt mit der Gelbfärbung.
Der Tumor meiner Mutti ist ja im Durchmesser über 6 cm, am BSD Kopf, nachdem vor 6 Wochen lt. Ultraschall angeblich die völlig gutartige Pseudozyste unverändert ca. 3x3x3 cm war... Ich glaube ehrlich gesagt nicht so richtig, dass alles Wochen unverändert war und dann ist es plötzlich gewachsen wie verrückt und bösartig geworden....
Lebermetastasen sind es wohl einige, so mitunter an die 2cm.
Nein, an Chemo hat man nie gedacht. Wohl weil meine Mutter schon so schwach war und 74 ist, das nicht verkraften würde, es keinen Zweck hat.
Der Arzt hat sich ja sogar gegen diese Misteltherapie gewehrt... Ich frage mich warum er nicht weiß, dass diese Ampullen zu den Arzneimitteln gehören.
Ich habe ihm heute eine deutliche mail geschickt, weil man sich im KH nicht genug bemüht hat, uns imemr nur vertröstet hat. Das Helixor haben wir nämlich heute bekommen, nachdem wir uns im Notfalldienst der Apotheke gekümmert haben, es selbst abgeholt haben.
Wir haben meine Mutti heute für ein Weilchen hinunter in den Garten "gehievt", in die Sonne. Das hat ihr gut getan. Und, seit sie zu Hause ist, isst sie regelmäßig, fast eine normale Menge und, es schmeckt seit Monaten wieder etwas. Sie bricht es nicht aus, ihr ist nicht schlecht.
Es ist wie ein Wunder, denn damit hat keiner gerechnet. Aber es gibt ja manchmal so ein Hoch... wie man schon oft gehört hat...
So lange das Schmerzpflaster wirkt, geht es halbwegs, aber sie bkommt Novalgin Tr. dazu. Nur nachts reichen diese eben dann auch nur über 5 oder 6 Stunden, dann wird sie wach und es schmerzt leicht im Bauch.
Sie schöpft immer wieder etwas Hoffnung, aber sie weiß eigentlich, es gibt keine, es geht nicht mehr lange....
Ja, du hast recht, die Realität ist nunmal so und man muss das beste draus machen, was man noch machen kann... Trotzdem komme ich schwer damit zurecht. Wenn ich sehe, dass sie wieder isst, dass sie immer noch bemüht ist, bis zur Toilette zu gehen am Tag oder aufsteht, um ein Deckchen zu richten...dann wünsche ich mir so sehr, es möge sich etwas ändern, es wird doch besser, es wird wieder... Für eine Sekunde glaube ich das dann, bevor mich die Wahrheit ein hat.
Hilft bei deiner Mutti die Chemo?
Warum hat man sie nicht mehr operiert?
Ist sie spät zum Arzt oder hat man es erst auch verkannt, was sie hat?
Tschüs
Birgit

23.04.2003, 19:20
Hi Biggy,

ob die Chemo hilft??? keiner weiss es. Es soll aber die Lebensqualität so lange wie mögl. erhalten. Liebe Biggy, ich denke Du solltest noch einen anderen ärztl. Rat einhoilen. Versuch es doch mal im Berliner Virchow-Klinikum. (Tel. bei der Auskunft) Station 48. Frage nach Frau Dr. Koch. Die ist klasse. Total lieb, aber auch brutal ehrlich. Ich denke, dass ist was wir alle brauchen.
Liebe Grüße

Katharina

Biggy44
23.04.2003, 20:32
Danke für deinen lieben Rat.
Aber wir können meine Mutter auch nicht irgendwo anders in Behandlung geben und ich denke mal Ferntherapien wird keiner gern stellen... Außerdem wird meine Mutti das auch nicht mehr mitmachen, sie hat keine Kraft mehr und weiß, es ist bei diesem Krebs eh sinnlos, vor allem wenn es so weit schon ist.
Sie ist so schlapp, so dürr und das alles geht schon zu lange.
Alles hat nichts gebracht, die ganzen KH-Aufenthalte, Untersuchungen etc.. sie hat das satt.
Für eine Chemo darf man noch nicht so weit runter sein und vielleicht auch jünger....
Das alles bei meiner Mutti geht ja seit November 02. Seitdem ist sie imemr wieder im KH gewesen, hat man gesucht, Schmerzmittel probiert, sie getröstet, es braucht seine Zeit, ist "nur" eine Entzündung, muss sie ertragen etc.
Sie ist ein Häufchen Elend mittlerweile. Kein Arzt hat gemerkt, dass sie immer mehr und zu schnell abbaut. Ich, wir verstehen das auch nicht.
Viele Grüße
Birgit

23.04.2003, 22:33
Hi Biggy,

meine Mum ist 72 Jahre alt. Nun gut- Ihr geht es noch total klasse.
Ich würde Deine Mutter jetzt auch nicht mehr planlos durch die Gegend fahren. Aber hole Du Dir doch einfach noch einen weiteren Rat von einem Fachmann an. Wir sind hier doch alles nur "Leidensgenossen" die Ihre Erfahrungen austauschen, (Was natürlich total klasse ist), aber med. Rat kann keiner geben. Ein Anruf kann ja nicht schaden. Vielleicht bringt es nichts- vielleicht bringt es Deiner Ma noch ein paar leichtere Tage. Anscheinend sind die Ärtzte in Dresden wohl nicht so klasse. Frau Koch ist auch nicht das Allheilmittel, Sie ist aber
zumindestens ehrlich-und total lieb!. Evtl. reicht es, wenn Du erstmal die Untersichungsunterlagen hinschickst.
Ach Biggy- es ist schon eine Sch...
Halt die Ohren steif,
Gute Nacht
Katharina

23.04.2003, 23:59
Hi Katharina,
ja natürlich kann ich dort mal anrufen, aber ich sehe jetzt da auch nicht mehr viel Sinn darin.
Es ist alles irgendwie versaut worden, zu lange gewartet worden, ging alles irgendwie schief...
Meine Mutter würde jetzt auch nicht mehr irgendwelche Therapien mitmachen. Sie war nie eine Kämpfernatur, sie hat den Ärzten immer wieder vertraut, meinte, sie muss es hinnehmen wenn man ihr sagt: das ist kein Krebs.. eine Entzündung dauert so lange... das müssen Sie durchstehen mit den Schmerzmitteln und abwarten.
Ich hätte mich eher bemühen sollen, sie anderen Ärzten vorzustell,en. Aber niemand in meienr Familie sah das ein. Jeder sagte, ich spinen, ich wäre schlauer als ein Arzt, ich mit meinem Inetrnet, den Foren, den Ärzten, die noch zeit haben, in Foren zu antworten etc.. Jeder sagte, wie soll die Mutter z.B. nach Heidelberg kommen und wann... Alle Ärzte hier kümemrn sich um sie, sehen ja, was sie hat, wie sich das Bild verändert und würden etwas tun, würden sie an Krebs denken. Meine Mutti wollte auch nicht, dass wir die Ärzte im Kh ständig fragen, ständig beknien oder das man viel an ihr ausprobiert. Sie hatte dann langsam die Nase voll. Seit November immer wieder aller 14 Tage ins KH, keinen Appetit, Schmerzen zu Hause, im KH auch oft, Untersuchungen immer wieder und nichts wurde gefunden, die Galle OP, von der sie sich versprach: jetzt geht es mir wieder gut...
Oh es tut mir so wahnsinnig leid wenn ichd aran denke, wie sie vertraut und gehofft hat, was sie sich vorgenommen hatte. Aber der Mut verließ sie immer mehr.
Nun wiegt sie noch 54 kg, schläft fast den ganzen Tag, kann sich kaum auf den Beinen halten und möchte eigentlich nur noch, dass sie ohne Schmerzen einschläft, weil das kein Leben ist, und der Krebs nicht heilbar.
Manchmal hadert sie noch mit diesem Schicksal und sie fragt, warum man das verklannt hat, es waren doch so viele verschiedene Ärzte, man hätte eher etwas zun können, als die Leber noch in Ordnung war.. warum man immer sagte, es ist kein Krebs und nun plötzlich, es ist schon viel zu weit..alles schon gewuchert.
Und es ist auch für mich nicht zu verstehen.
Ich denke nicht, dass irgend eine Behandlung noch hilft, auch eine Chemotherapie wäre bei ihrer Schwäche und wo ihr so schon oft übel war und sie total runter war, als man den Tumor diagnostiziert hatte, nicht angebracht gewesen. Dazu ging es zu rapide abwärts in den letzten ca. 4 Wochen, wo es vorher schon schrittweise ab ging.
Tja, der Arzt in Dresden ist angeblich ein Experte aus der Uni Klinik. Er hat sich weitergebildet, setzt Stents, punktiert Zysten, drainiert und macht halt die Endosono. Er leitet Weiterbildungen in der Richtung. Ein Kontaktstellenleiter des AdP hat sich informiert, dieser Arzt soll wirklich spezialisiert sein. Seine berichte klangen überzeugend sicher, dass es "nur" Zysten sind, alles in Ordnung ist, außer einer immer wieder aufflackernden Entzündung. Schon eher eine Gewebeprobe hat er nicht entnommen, um nicht an den Zyster herumzurühren, da auch das gefährlich wäre. Ich habe den Befund auch einen Arzt aus dem Pankreaszentrum Heidelberg zu lesen gegeben und er meinte, alles sieht so aus, als wäre es gutartig. Er hat aber leider nie Aufnahmen gesehen.
Für mich war eben dieser leistungsabfall, die zunehmenden Schmerzen und die ständig andauernde Appetilosigkeit auffallend und eher einem Karzinom zuzuordnen.Warum das weder hier noch in Dresden ein Arzt registrierte, frage ich mich.
Klar, nun sagte der Herr Experte, dass auch damals nichts zu machen gewesen wäre, dieser Krebs endet nunmal so und wenn jemand überlebt, dann mit einer OP und ein noch kräftiger lebensstarker jüngerer Mensch. Alles andere wäre eine hinauszögernde Quälerei, also unsinnig.. in dem Sinne sagte er uns das.
Wir wollten meine Mutter in die Uni KLinik Dresden geben, aber jeder Arzt sagte uns, der Arzt kommt aus dieser Klinik, die können auch nichts anderes tun, nicht anders untersuchen. Eine erneute CT oder MRT wurde nicht gemacht, nur immer Ultraschall, auf dem angeblich nichts verändert war und fast über Nacht explodierte...
Aber man kann auch hier im Forum lesen, dass es vielen so ging, und, dass man mitunter nichts mehr tun kann, es rasend schnell ging mit dem Wachstum, und ein Arzt das bei aller Erfahrung nicht immer erkennt.
Trotzdem denke ich, es wurde viel versäumt, zu viel.
Und ich mache mir Vorwürfe, obwohl ich fast selbst denke, meine Mutter hätte nie großartig Experimente und von einem Arzt zum anderen fahren etc. mitgemacht.
Es ist Sch..., das kannst du laut sagen!
Ich habe den Ärzten auch gesagt, dass ich denke, hier ist manches falsch gelaufen, von Anfang an, bis zur Misteltherapie. Dem Herrn Experten habe ich eine mail geschickt...
Ich werde diese Geschichte aufschreiben für eine Zeitung. Das hilft mir z.B., hoffe ich.
Ich weiß nicht, was und wie lange hier etwas weitergeht, ob dei Misteltherapie irgendwie noch Wirkung zeigt, glaube es langsam selbst nicht mehr.
Ich hoffe, der Stent hält wenigstens.
Meine Mutti hjat nicht so starke Schmerzen.. Eigentlich hoffe ich auf ein Wunder, aber es kann nicht mehr eintreten.
Ich bin froh, sie noch zu haben, aber ich leide still, wenn ich sie ansehe und daran denke: das ist meine Mutti... Nein, sie ist es fast nicht mehr, nicht sie Mutti, die ich kenne. Und ich könnte heulen... Sie weiß, sie wird bald sterben.
Der Arzt gab ihr nur noch kurze Zeit, wie er sagte... sehr kurze...
Alles Gute für dich und deine Mutti. Sei froh und dankbar, dass es ihr noch so gut geht.. Ich würde etwas darum geben, wäre es bei meiner Mutti auch noch so... :-((
Tschüs
Birgit
Es ist so bitter, wenn sie das sagt. Eigentlich möchte sie leben, aber andererseits hat sie es so satt alles...

24.04.2003, 12:39
Hi Buggy,
bitte fange nicht an Dir selbst Vorwürfe zu machen. Das Leben ist ein Kreis der sich irgendwann schließt. Wann das ist können wir vielleicht beeinflussen, aber nicht wie. (außer durch Suizid, aber das steht ja außer Frage)
Meine Mutter spielt mit dem Gedanken, die Chemo abzubrechen. Sie hat keine Schmerzen und seit der Stent liegt geht es ihr wirklich fantastisch. Ich glaube, Sie begreift nicht, dass es ganz schnell anders sein kann. Ich bin wirklich verzweifelt, weil ich nicht weiss, wie ich sie von diesem Vorhaben abbringen kann.
Ich habe große Angst davor, dass zu durchleben, was Du und all die anderen schon erleben.
Versuche Dich nicht aufzugeben. Ich glaube, es ist echt das schlimmste, wenn man seine Eltern so dahinschwinden sieht. Eltern waren immer die Starken. Sie waren immer da, sind immer da und es soll gefälligst auch so bleiben. Man soll ja versuchen in allem etwas positives zu sehen. Aber wo soll das hier sein?????
Halt die Ohren so steif wie möglich. Zum Glück gibt es dieses Forum. Andere Leute können einem zwar zuhören, aber es ist daoch etwas anderes hier auf "Leidensgenossen" zu treffen.
Bibi
Katharina

Biggy44
24.04.2003, 13:05
Hallo!
In der Nacht ging es meiner Mutti nicht gut, die Schmerzmittel schlugen nicht an. Nun habe ich ihr schon vorzeitig das neue Pflaster gegeben und am Nachmittag werde ich mir vom Hausarzt noch ein zusätzlichesschwächeres Pflaster verschreiben lassen.
Heute sagte meine Mutti plötzlich, nachdem sie eine freundin angerufen hatte, warum man keine Chemotherapie angefangen hat, die Ärzte hätten es mal bei einer Visite erwähnt.
Ich frage mich langsam immer mehr, was man in diesem KH überhaupt getan hat! Und es galt schon zu DDR Zeiten als ein gutes KH, mit spezialisierten Ärzten. Müssen wir uns um die Chemo auch noch kümmern? In einem anderen Forum schlägt ein Arzt Gemzar vor, mit wenig Nebenwirkungen. Nur, bringt das bei einem derart fortgeschrittenen Krebs und reduziertem Allgemeinzustand noch etwas, außer, dass meine Mutter noch mehr an Gewicht verlieren würde durch die Chemo? Sie hat doch immer gesagt, sie möchte nichts mehr probieren , sie hat die Schn.. voll...
Es macht mich langsam wahnsinnig, doch so viel versäumt zu haben. Sind das denn alles ABM kräfte in diesem KH, die nichteinmal genügend mit den Leuten sprechen, was man noch tun kann, wenn es schon zu spät ist, man das alles vertrieft hat?
Unser KH hier kannst du ebenso evrgessen, den hausarzt auch. Ja an wen soll man sich wenden?
Über Inetrnet, Telefon... keiner hat meine Mutter gesehen, kann das wirklich obejktiv einschätzen...
Warum möchte deine Mutter das abbrechen, wenn es doch hilft? Es ist nur eine Hinauszögerung, das ist klar, aber wenn es etwas bringt....
Ja, nur hier wird man wirklich verstanden, wobei es auch Menschen gibt, die díese Probleme ganz anders mit sich abmachen, nicht gern an andere herantreten.
tschüs
Birgit

24.04.2003, 20:57
Hi Biggy,
meine Mutter bekommt Gemzar. Die Chemo hat relativ wenig Nebenwirkungen. Meine Mutter hat leichten Haarausfall, seltenst (!!!) Übelkeit etc. Das Einzige ist, dass sie am Tag der Chemo abends sehr friert und sehr müde ist. Abnehmen tut man durch die Chemo nicht. Gemzar, oder auch Gemcitabine genannt (ist wohl ein und das selbe) soll die Lebensqualität so lange wie möglilch erhalten. Irgendwann schafft auch Gemzar das nicht mehr. Wenn Deine Mutter noch so viel Kraft und Lebenswillen hat, um nach der Chemo zu fragen, dann würde ich mich an Deiner Stelle noch mal danach erkundigen. Ob es wirklich was bringt, steht in den Sternen.
Ich habe meine Ma jetzt doch überzeugen können weiter zu machen. Die Ärtzin hat ihr noch mal klar gemacht, dass sie es so lange wie mögl. genießen soll, dass es ihr so gut geht. Dieser Zustand wird nicht ewig anhalten.
Bibi
KAtharina

Biggy44
24.04.2003, 22:59
Hallo Katharina,

nachdem es heute früh und nachts meienr Mutti nicht besodners ging, ging es ihr dann ab dem Nachmittag besser, so dass sie heute wieder meinte: Vielleicht wird es doch noch einmal besser...
Sie bekommt dann Hoffnung..Das ist gut so, tut aber auch sehr weh....
Also ich werde morgen den Hausarzt ansprechen wegen dieser Chemo. Er soll sich mal hier im KH erkundigen, ob die das machen.
Das sind doch nur ca. 30 Minuten Infusion 1x pro Woche???
Deine Mutti hat noch keine Metastasen oder?
Ach, es ist doch alles schief gelaufen hier, ich möchte mal wissen, warum. Es hat sich doch keiner wirklich gekümmert, wurde zu wenig überprüft, die Uni Klinik uns verwehrt, keine Vorschläge, wie wir der Mutti jetzt noch helfen können. Und das ist, finde ich, schon fast eine Frechheit.
Ich wünsche dir und deiner Mutti alles Gute...
Du wohnst weit entfernt von ihr?
ciao
Birgit

26.04.2003, 20:38
Hallo, Birgit,

mein Vater hatte bereits Lungenmetastasen. Er mußte eine Woche lang täglich für ca. 2 - 3 Stunden ambulant zur Chemo. Dann hatte er zwei Wochen Pause und dann wieder eine Woche täglich Chemo. Meistens allerdings mit 5-FU/ Cisplatin. Auch mal mit Gemzar. Hat bei ihm aber wohl nichts geholfen, deshalb dann doch wieder die alte Kombination.

Gruß
Gudrun

26.04.2003, 21:02
Hi Biggy,
doch., Meine Mutter hat eine Metasthase in der Leber. Seit 1987 lebt meine Ma in Griechenland. Deswegen will sie wohl auch die Studie hier abbrechen. Sie hat echt Heimweh. AUsseredem kann ich nicht verhelen, dass es ihr deutlich besser geht, seit ihrem letzten Urlaub dort. Ich denke, es ist wichtig die letzen Jahre (Monate/Tage?) so glücklich wie mögl. zu gestalten. Deswegen habe ich auch Vwerständnis dafür, dass sie wieder zurück geht. Es macvht mich auf der anderen Seite natürlich traurig, weil ich sie nicht mehr so ofrtsehe. Und wenn man weiss, man hat nicht mehr so lange... Auf der anderen Seite: Wenn die Eltern alt werden, muss man immer damit rechnen. So ist es nur viel definitiver ind man ist auch mehr involviert.
Jedenfalls hatte sie bereits eine Chemo in GR und war total begeistert. Ein Klasse Arzt und die Chemo hatte bei ihr überhaupt keine Nebenwirkung. Ich habe sofort mit dem Artz gemailt, aber er sagte es sei genau das gleiche Medikament wie in Berlin. Da siehr man was die Psyche so ausmacht. Naja-bis nächste Woche ist meine Mutter auf jedenfall noch hier. Wir wollen uns noch mal bei Dr. Aigner und in Ulm erkundigen. Aber ich denke, ihr Entschluss steht fest. Keine OP und zurück nach Griechenland. Mal schauen.
Liebe Grüße
Katharina

Biggy44
26.04.2003, 21:08
Hallo Gudrun,

ob meine Mutter Lungenmetastasen hat, weiß ich nicht. Man hat doch nur noch eine Ultraschallkontrolle gemacht in den letzten 2 Monaten. Und das von einem Arzt, der sich Spezialist nennt! Für mich ist nach wie vor alles schief gelaufen, selbst wenn es im Endeffekt auf dasselbe herauskommen würde.
Schon wenn man Angehörigen verwehrt, die Mutter in eine Klinik zu bringen, wo man ein wenig mehr Erfahrung und andere Geräte zur Kontrolle hat!
Das KH hier hat sie ja einfach in das andere KH gebracht und gesagt, dort wären alle Unterlagen und Aufnahmen, die würden am besten bescheid wissen, hätten auch die Geräte und den Spezialisten, der ja aus dieser Uni Klinik kommt. Und das andere KH sagte uns ähnliches.
Es wurde nie wieder eine Röntgenaufnahme gemacht oder ein CT seit Ende Januar, nie eine MRT.
Meine Mutter hat Lebermetastasen, d.h. Schatten auf der Leber, die man als Metastasen deutet.. so steht es auf dem Befund vom Ultraschall.
Heute geht es ihr ganz mies. Sie hatte wieder eine leichte temperaturerhöhung, hat im Gegensatz zu den letzten tagen noch weniger Appetit und kaum etwas gegessen, schläft heute sehr viel...
Das gefällt mir gar nicht. Vielleicht ist es ja aber morgen doch noch einmal wieder etwas besser.
Mein vater hat morgen geburtstag, den 79, und sie wollte das doch ein wenig feiern, alle nochmal sehen.
Zum Feiern ist mir nicht gerade und ich denke den anderen auch nicht. Wer weiß, was morgen ist... ich habe heute Nacht keine Ruhe, zumal ich jeden Schritt hören, den mein Vater eine Etage über mir macht...
Wer weiß ob das Mistelpräparat noch etwas bringt und ob es am Montag weiter gespritzt werden kann, da noch Fieber ist.
Es ist schlimm, wenn alle Tage, die vor einem liegen, momentan nur von Angst gefärbt und grau sind..
Aber wem erzähle ich das hier....

Biggy44
26.04.2003, 21:23
Hallo Katharina,
na ja, du wirst je gelesen haben, dass es bei meiner Mutter stetig bergab geht, wie es aussieht...
Ich bewundere dich ein wenig, wie du damit umgehst... Ich schaffe das nicht. Ich schaffe es nicht einmal, mich für längere Zeit auszuklinken im Kopf. Ich habe ja meine Mutter hier mehr oder weniger tagtäglich um mich, meinen Vater, bin unmittelbar damit konfrontiert, schon seit es ihr im Nov. 2002 anfing schlecht zu gehen. Da ich nicht arbeiten gehe, kann ich mich schlecht ablenken. Momentan ziehen sich auch die Freundinnen zurück, da ich nicht so gut drauf bin und halt auch laufend oben bei meiner Mutter bin,den Vater mit 79 ablösen muss.
Heute bin ich total down...
Erstaunlich, dass es deiner Mutter noch relativ gut geht, meine hat ja seit Monaten schon so starke Schmerzen, da war angeblich alles noch gutartig, "nur" Zysten, dei sich nicht veränderten...

28.04.2003, 06:50
Hallo Biggy!

Ich hoffe sehr, dass es dir wieder ein bisschen besser geht!
Wollte das Thema Chemo ansprechen - für meine Mutti wäre es besser gewesen, sie hätte die Chemo mit ihren 71 Jahren nicht gemacht!!
Ihr Herz ist so schwach und heute nacht dachte ich wirklich, sie geht . .
Sie hat am Donnerstag ihre dritte Chemo bekommen, ich wollte das nicht mehr aber Mutti hört eben auf die unmenschlichen Ärzte - ja das sind sie - sehen Mutti einfach als Versuchsobjekt!
Und nach 14 Tagen hätte sie schon die nächste Chemo - ich hab beim Primar angerufen und bestehe auf einen Gesprächstermin, aber nicht für drei Minuten - ich möchte endlich wissen, was diese Götter in Weiß eigentlich glauben.
Hab am Wochenende einen Film gesehen, da wurden in Holland zwei Krebspatienten betreut, so sollte es sein - da wurde die ganze Familie miteinbezogen, es wurden alle Möglichkeiten diskutiert, der Arzt sieht den ganzen Menschen und nicht nur die Krankheit!
Es ist sehr schwer, Ablenkung zu finden, ich schaffe das auch nicht und hätte ich nicht meine Arbeit wäre es sicher noch schwerer - ich kann dich sehr gut verstehen!

Schicke dir und allen anderen ganz viel liebe Grüße!

Biggy44
28.04.2003, 12:08
Hallo Burgi,

das liest sich ja gar nicht gut mit deiner Mutti.....
Wer betreut sie denn, während du arbeitest?
Ist es nicht besondrs schwer nicht bei ihr zu sein, wenn du immer damit rechnen musst, dass sie stirbt?
Meine Mutti hat seit heute Durchfall. Außerdem hat sie irgendwie Probleme mit der Blase, es kommen meist nur ein paar Tröpfchen.. Und, auf dem Rücken, wo das Durogesic Pflaster klebt, hat sie um die neuen und alte Pflasterstellen einen leicht juckenden Ausschlag.
Mist, sie schient das plötzlich nicht mehr zu vertragen, denn mit dem Mistelpräparat haben wir ja aufgehört und die Pusteln deuteten sich schon eher an...
Wir haben aber gestern den geburtstag meines Vatis doch ein wenig gefeiert. Sie hat auch von vielem ein wenig gegessen und es vertragen....
Ja, von dieser Reportage habe ich auch gehört. Leider habe ich ihn nicht selbst gesehen.
Ich frage mich, warum man das hier nicht auf die Reihe bekommt, der Mensch wenn er krank und alt ist nichts mehr wert ist. Traurige Gesellschaft...
Hast du auch deinen Ärger mit den Ärzten?
Wenn deiner Mutti die Chemo nicht bekommt, dann wirkt das ja eher dahingehend, dass es noch schneller geht, anstatt das das Leben etwas verlängert wird.
Hat deine Mutti noch den Mut zum Käpfen oder nicht mehr?
Du kannst mir ja auch mal so mailen, wenn du möchtest...
Alles Gute und haltet die Ohren steif!

tschüs
Biggy

28.04.2003, 12:16
Hallo Birgit,

ich fahr jetzt zu Mutti, alle zwei Stunden hat die Nachbarin zu ihr geschaut . .ja es ist hart . .und ich hab mir morgen Urlaub genommen und . . .
Am Abend kommt der Arzt und ich weiß nicht, ob wir die Mistel weiternehmen sollen . .ich weiß es nicht!
Du hast so recht - eine traurige Gesellschaft - ich schreib dir wenn ich bei Mutti war wieder . .ich bin so unruhig!!
Ich denke an dich und deine Mutti und viel, viel Kraft wünsche ich euch beiden!
Bis bald,
Burgi

Biggy44
28.04.2003, 18:21
Hallo Burgi,

und..wie geht es deiner Mutti heute? Hast du ein wenig Beruhigung bekommen beim Besuch?
Ich verstehe dich ja so gut, wir sind beide in einer ähnlichen oder sogar gleichen Situation momentan.
Meiner Mutti geht es nicht gut. Sie hatte ja die ganze Nacht Durchfall und sie trinkt so wenig. Das ist dann natürlich echt Mist... Sie ist so schwach, hat Rückenschmerzen, will nur schlafen und will einfach nicht mehr, sagte sie heute wieder.

Irgendwie sieht es heute gar nicht gut aus mit ihr. Zwar ging es ihr gestern relativ gut und heute kann das Wetter und die geringe Flüssigkeit ihr übriges tun, aber ich weiß nicht recht.
Heute ist meine Schwester mit da gewesen, da geht es mir auch besser. Aber morgen bin ich wieder fast den ganzen Tag allein mit meinem Vater, da erdrückt mich das alles wieder.
Ich werde heute Nacht sicher kein Auge zu machen können.
Mein Mann kann damit nicht recht umgehen, mit meiner Verzweiflung, meinem Weinen...
Er sagt jetzt schon: Du weißt das ja nun schon länegr, es war abzusehen und Eltern sterben nunmal eher, das ist doch nicht so, als wenn plötzlich jemand verunglückt oder wenn jemand jünger ist...
Das mag im Grunde genommen stimmen, aber nur rein theoretisch. Weil dieses Wissen und Denken zwar realistisch ist, aber nur auf Vernunft basiert. Was aber haben die eignen Gefühle damit zu tun?
Der Schmerz, der Kummer ist doch da, weil ein Mensch leidet, weil er nicht mehr da sein wird oder da ist...und das ist das Schlimme für den, der jemanden verliert oder verloren hat.
Ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit der Ärzte und meine Mutti hätte wenigstens einige Wochen besser leben können, nicht schon so zeitig leiden müssen, immer wieder hingehalten, auszuhalten, abzuwarten und keiner hat noch einmal gründlich nachgesehen, warum sie immer mehr verfällt, die Schmerzen hat etc. So hat sie sich schon wochenlang damit gequält, ohne das man sie richtig therapiert hat.
Ich wünsch dir was...
Biggy

28.04.2003, 20:59
HiBiggy,
es tut mir leid, dass dich das alles so sehr mitnimmt. Ich glaube nicht, dass Dein Mann wirklich eine Stütze sein kann. Er kann es nicht so nachempfinden. Du hast dich uns alle hier. Wir wissen was Du fühlst und sind für Dich da. Ehrlich!
Ich weiss auch nicht, warum ich z., Zt. so gut mit der Krankheit meiner Ma umgehen kann., Bestimmt, weil es ihr so gut geht . Sie hat keine Schmerzen und "leidet" im Grunde nur unter den Nebenwirkungen der Chemotherapie. Aber auch das ist nicht sooo schlimm. Bei mir wird bestimmt auch der große Einbruch kommen, wenn die Schmerzen anfangen und meine Mutter zusehend abbaut. Dier erste Zeit habe ich auch Rotz und Wasser geheult, alos die Diagnose kam. Ich weiss auch überhaupt nicht, wie ich diese Phase überstehen soll. Mir hilft es aber, von allen hier zu hören, wie es sein wird. Irgendwie glaube ich, mich dadurch darauf vorbereiten zu können. Es wird mich nicht so unvorbereitet treffen wie Dich. Ausserdem kann ich jetzt noch eine tolle Zeit mit meiner Ma verbringen. (Waren heute in Hamburg)Grade weil ich weiss, dass die Zeit endlich ist,könne wir jetzt so prima mit einander umgehen. Früher haben wir uns nur gezofft. Ich versuche dankbar für diese Zeit zu sein und hoffe, dass ich stark genug bin, um mit ihr den letzten Weg zu gehen.
Ich denke ganz ganz doll an Dich. Deine Mutter wird nicht wollen , dass Du daran zerbrichst. Denk daran. Mach ihr das "Gehen" nicht so schwer. Sie soll doch nicht mit dem Gewissen gehen müssen, dass der Krebs auch Dich fertig gemacht hat!!!!!!!
Ganz liebe umarmungen
Katharina

Biggy44
29.04.2003, 00:23
Hallo Katharina,
schön, dass du dich wieder meldest.
Tja, mein Mann ist da sicher ein wenig kompliziert und unsicher in solchen Dingen... Er erlebt das zwar tagtäglich mit, weil meine Eltern ja hier mit im Haus wohnen, aber es ist eben nicht seine Mutti und er ist eben nicht ich.
Freu dich, dass es deiner Mutter noch so gut geht... Ich beneide dich darum.
Meiner Mutti ging es von Anfang an der Beschwerden nicht gut, trotzdem kam kein Arzt darauf wirklich nachzuforschebn, ob es nur eien Entzündung ist oder doch mehr. Und, sie hat sich viel zu lange mit einfachen Schmerzmitteln gequält... schon das allein tut mir so leid für sie.
Ich habe meine Mutti ja jeden Tag hier, aber es ist halt auch nervlich belastend. Ich bin froh, dass sie noch da ist, ich bin froh, wenn sie sich noch über meinen Vater aufregt, der wieder einmal ein Glas nicht wieder so zurückgestellt hat, wie sie es sich vorstellt :-), wenn sie ein wenig über banale Dinge redet... Aber dann packt es mich wieder, wenn ich sehe, sie schläft nur, sie sieht elend aus, sie hat keinen Appetit und sie sagt, was sie noch soll, es hat keinen Sinn, es ist nur eine Quälerei...
Sie sagte heute zu mir, vielleicht gibt es Wunder, und wenn nicht, dann soll es so sein...und, ihr würde ihr leid tun, weil ich kaum schlafe, unruhig bin, mir das so zu Herzen nehme.. wir müssten da alle durch, es nützt nichts.
Das sind die Minuten, wo ich auch vor ihr nicht mehr stark bin, weinen muss... Nein, sie will das nicht, weil auch sie dann weint, aber ich kann mich nicht imemr so im Griff haben.

Ich habe schon so geweint, als es ihr immer schlechter ging, kein Arzt an Krebs gedacht hat. Weil ich es vermutet habe, es war auch kaum zu übersehen, vom körperlichen Verfall her etc...
Es gab seit dem Nov. 2002 kaum unbelastete Tage. Es gab fast jeden Tag die Angst: Hat sie wieder Schmerzen? Wie geht es ihr heute? Konnte sie schlafen nachts....
Dann die Diagnose, die ich eh schon allen vorausgesagt hatte, nur meienr Mutter nicht... Da war ich innerlich wie leer, hatte fast abgeschlossen, weil sie ohnehin laufend im KH war, schon hier fehlte im Haus. Seit sie wieder da ist, fällt es mir wieder so schwer zu begreifen, sie wird es nicht mehr lange sein und dann ist alles für immer anders.
Mein Vater leidet auch darunter, aber anders als ich. Er kümmert sich ja hauptsächlich um meine Mutti, da er ja neben ihr schläft, sie nachts zum Nachtstuhl begleitet etc. Ich kümmere mich um die Medizin, mache Fußreflexmassage und erledige Arzt- und KK-Gespräche etc. Dinge im Haushalt, die mein Vater nicht so gern macht als Mann. Und ich bin antürlich immer wieder bei meienr Mutti oben.
Aber ich höre es auch jede Nacht, wenn sie wach ist. Und mir graut vor der Nacht, dem Tag, wenn es ihr so schlecht geht, dass kein Schmerzmittel hilft oder sie einfach nur noch so daliegt und wenn einfach Schluss ist...
Aber wer fürchtet sich nicht davor...
Ja, mir hilft es, mich mit Betroffenen auszutauschen. Ich bin auch oft Betroffen durch das, was ich hier lese. Manchmal fühle ich mich aber auch schlechter, wenn ich lese, wie furchtbar es manchen am Ende gegangen ist....

Wenn du Lust hast, oder Burgi, ihr beide seid ja momentan die "Aktiven" hier, dann könnt ihr ja mal nachschauen, wer sich hier den Kummer von der Seele schreibt... Vielleicht ist es auch eine Abwechslung für euch...
www.biggys-schreibwelt.4xt.de

Ich freue mich, wieder von euch zu lesen! Mal sehen, was der nächste Tag bringt....
Viele Grüße
Biggy

29.04.2003, 20:23
Hi Biggy,
ja- ich kann mich wirklich glücklich schätzen, dass es meiner Ma noch so gut geht. Inzwischen hat sie auch wieder leichtes interesse an anderen Behandlungsmethoden. Vor der Chemo hat sie schon immer viel Schiss. Am Samstag fliegt sie wieder nach Griechenland. Das wird ihr sicher sehr gut tun. Mir gibt es auch wieder ein Stück Normalität zurück, wobei ich die Zeit mit ihr bei mir immer sehr genieße. Mein Mann ist insofern ganz prinma, dassn er mir sehr oft die Kinder abnimmt, damit ich auch mal mich mit Freundinnen treffen kann und über ganz andere Probleme quatschen kann. Aber trotzdem merke ich , wie mich das alles belastet. Ich versuche mal, ob ich eine Kur verschrieben bekommen kann. Ich hatte ja auch kurz vor Weihnachten eine akute Pankreatitis und habe natürlich enomre Angst, dass es mir mal wie meiner Mutter gehen könnte. Und das mit 2 kleinen Kindern. Horror!!!!!
Dennoch. Live goes on.
Ich wünsche Dir eine ruhige und Deiner Mutter eine schmerzfreie Nacht.
Katharina

Biggy44
29.04.2003, 22:37
Hallo Katharina,
fällt es dir nicht schwer, deine Mutti so weit weg fahren zu lassen? Ich meine wenn sie schon so krank ist, und dann seht ihr euch weniger oder kaum noch....
Oje, liegt das mit den Entzündungen in eurer family? Ich meine, fing es bei deiner Mutti auch so an?Und schon in jungen Jahren?
Man sagt ja, dann könnte es ein Risiko geben, das geerbt zu haben...
Ich will dir keine Angst machen, aber das geht mir so durch den Kopf, auch, ob ich mal dran bin mit dieser besch... Krankheit...
Meiner Mutti ging es heute wieder nicht so gut. Sie isst wieder weniger und vor allem mit dem Trinken gibt es Probleme. Da sie viel schläft, trinkt sie relaitv wenig und überhaupt... wie so viele Menschen. Aber jetzt ist es bei ihr ja besonders wichtig, wegen der Arznei, weil sie Fieber hatte etc....
Jetzt hat sie sich noch Tee runtergequält und die Schmerztropfen und das wieder rausgebracht. Sie hat geweint, will das alles nicht mehr. Klar, wenn es so bescheiden ist, dann gibt sie auf. Geht es ihr mal besser, will sie noch eine Weile leben.
Ich habe gar keine Ruhe heute Nacht...Ich weiß ja nun auch nicht, wieviel Schmerzmittel sie drin behalten hat, habe ihr noch ein Schmerzzäpfchen gegeben, aber das wird nicht lange halten. Wenn es nicht anders ist, werde ich das Schmerzpflaster 25ug dazu kleben, das 100er muss ich eh morgen früh wechseln....
Mein Vater wird kein Auge zutun können, er schläft ja neben ihr und wacht immer gleich auf, oder bringt sie zum Nachtstuhl...

Burgi hat sich seit gestern auch nicht wieder gemeldet, ich hoffe es sit nichts mit ihrer Mutetr, denn das las sich nicht gut gestern...
Ach, es ist doch alles ein riesengroßer Mist...
Und das was kommt, wird noch schlimmer...
Ich wünsch dir was!
Biggy

30.04.2003, 08:25
Hallo Biggy,

ich dachte echt, die letzte Nacht übersteht Mutti nicht, war bei ihr und sie hat fast nichts geschlafen, essen tut sie schon seit Tagen gar nichts und die Mistel will sie auch nicht mehr.
Sie hatte gestern starke SChmerzen, Nieren, Gebärmutter, Eierstöcke - einfach überall.
Muss mir unbedingt vom Arzt Schmerzmittel, weiß nicht Zapferl oder irgendwas besorgen.
Hatte vorgestern ein langes Gespräch mit dem Primar und ich ließ meine ganze Wut, meinen Zorn über diese Chemo bei Mutti raus - ich schreib dir, sobald ich dazukomme mehr.
Heute und morgen sind meine beiden Schwestern bei Mutti und wenn ich dich so lese, dann gehts uns beiden ganz schön ähnlich!
Bin immer beruhigt, wenn ich zwischendurch schnell reinschau und von dir lese auch wenn alles so weh tut!

Liebe Katharina!
Ich freu mich sehr mit dir, dass es deiner Mutti gut geht und Griechenland wird ihr sicher gut tun - für den Körper, für die Seele!!

Liebe Grüße

Biggy44
30.04.2003, 11:51
Hallo Burgi,

wenn ich deine Zeilen lese, dann gleichen sie sich fast völlig mit dem, was ich zurzeit hier erlebe.
Meine Mutti hat auch letzte Nacht fast nicht geschlafen. Sie hat gewürgt, aber nur Schleimgespuckt... da waren die Schmerztropfen sichcherr wieder mit rausgekommen. Sie hat dann Zäpfchen genommen. Ich habe schon überlegt, ob ich ein zusätzliches Durogesic Pflaster klebe.
Heute Morgen musste ich das 100er sowieso wechseln, aber sie hat wieder gespuckt. Sie hat keinen Hunger, keinen Appetit und auch mit dem Trinken ist das so ein Problem. Sie trinkt zu wenig.
Hat deine Mutti keine Pflaster, nur Schmerzmittel zum Einnehmen? Die wirken doch zu wenig und nur kurze Zeit.
Wenn das Pflaster nicht mehr reicht, sollen wir ein schwächeres dazu kleben.
Sie tut mir so leid... Aber es ist ebenso furchtbar, sie gehen zu lassen... Wenn keine Schmerzen sind, dann fühlt sie sich auch besser, nur diese blöde Übelkeit jetzt, die belastet sie auch.
Es ist so herrliches Wetter heute hier, aber das kann nicht erfreuen, wenn man das Elend und das, was auf uns draufzu kommt sieht.

Ohne Chemo wäre es deiner Mutti sicher auch nicht ebsser gegangen...Wenn sie allerdings das essen und die Therapie verweigert... dann hat sie mit sich und allem abgeschlossen... Ich weiß, es klingt furchtbar und es ist ja hier kaum anders...

Ich wünsche dir viel Kraft, starke Nerven, und alles alles Liebe...
Ach Sch... (sorry), ich fühle mich ja auch nicht anders...
Liebe Grüße

01.05.2003, 17:10
Hallo Ihr beiden lieben,
meine Mutter hatte heute wieder Chemo. Da Ihe weissen Blutkörperchen nicht so ganz okay sind, hat sie nur 3/4 der Chemo bekommen. Dementsprechend geht es ihr jetzt auch 1/4 nicht so schlecht wie normal am Chemotag.
Heute abend haben wir Gäste und wir wollen einen Spieleabend machen. Das macht ihr vielleicht auch spass. AM Samstag fährt sie ja auch wieder.
Burgi- mit Sicherheit ist Griechenland ein Grund dafür, dass sie sich wierder so berappelt hat. Sie hatte Heimweh nach dem Meer, ihrem Hund, ihren Freunden. Ich glaube es ist auch wirklich das Beste, wenn Sie die Thereapie in GR fortsetzt. Auch wenn es für mich ein wenig traurig ist, da ich ja nicht ständig Hin-und her jetten kann. (Lottofee, wo bist Du...)
Ich wünsche Euch beiden einen möglichst schpönen 1.Mai. Zeigt Euren Müttern nochmal die Schönheit der Natur, dass alles blüht und grünt. Das hilft der Seele.
Ich denke ganz lieb an Euch
Katharina

Biggy44
01.05.2003, 21:18
Hallo Katharina,
meine Mutter möchte jetzt immer unbedingt raus, sobald es etwas schön und warm ist. So als ob sie die Natur noch einmal genießen möchte.
Ansonsten sagt sie imemr öfter, dass sie nicht mehr will.. sie weiß nicht, wozu sie sich noch quälen soll, sie hat ja absolut nichts merh von ihrem Leben. Den klitzekleinen Dingen, die sie jetzt noch hat, kann sie anscheinden nichts abgewinnen.
Es ist bitter, denn wir sind froh, dass sie noch da ist. Es zerrt an den Nerven und meine ach so stark erscheinende Schwester, sie ja alles wviel weniger mitbekommt , merkt das nun langsam auch.
Wie soll ich das abhalten, ich bin viel sensibler und habe alles 24 Stunde um mich, ohne mal raus zu kommen, ohne abschalten zu können.
Doch ich habe fast noch mehr Angst davor, wenn meine Mutti nicht mehr da ist, einfach weg.
Ich heule ja jetzt schon jeden Tag.

Hallo Burgi,

was macht deine Mutti? Du schreibst heut gar nichts davon? Isst sie wieder etwas?

Liebne Grüße an alle

Birgit

02.05.2003, 07:32
Hallo Birgit,
du musst zwischendurch mal rausgehen, du musst auftanken, sonst wirst du auch noch krank!!!
Ich weiß, es sagt sich leichter als es ist, weil dann immer diese Angst da ist, nicht dazusein, wenn irgendwas ist . .
Kann nicht einmal deine Schwester einen Tag da bleiben??
Vergiss nicht ganz auf dich, deine Mutti spürt wenns dir nicht gut geht - aber ich weiß, es ist soo schwer.
Meine drei Schwestern wohnen auch weiter weg, doch sie sind für Mutti da . .
Meine Mutti hat gestern ein bisschen was gegessen, sie kann aber noch immer nicht alleine aufstehn und auch ich denke immer daran, wie es ist, wenn sie nicht mehr da ist . . .

Hallo Katharina,
deine Mutti ist in Griechenland einfach zu Hause (wie gut ich das verstehen kann!!) und das Meer, die Sonne - auch wenn du traurig bist, weils ja so weit weg ist - für deine Mutti ist das Balsam und ich wünsch ihr von ganzem Herzen noch viele schöne Tage (wo ist sie denn genau in Griechenland?)

Viele liebe Grüße und Sonne im Herzen

02.05.2003, 11:26
Hallo Burgi,
hach ich bin froh, dass keine schlechte Nachricht von dir kommt...
Das ist aber schön, sie isst wieder?! Und, habt ihr die hemo unterbrochen? Bekommt sie noch Helixor gespritzt?
Meine Mutti, wir alle, hatten eine schlechte Nacht. Erst hatte sie Durchfall, obwohl ich ihr nach Tagen ein Mal wieder nur ein wenig Abführmittel (Milchsäure) gegeben habe. Dann holte mich mein vati, weil die Schmerztropfen nicht anschlugen. Da habe ich noch ein 25ger Pflaster geklebt. Aber auch das hat bis früh nicht angeschlagen.
Der Spiegel muss siche rst aufbauen, ich habe mir das schon egdacht, aber den Hausarzt angerufen, der das bestätigt hat. Trotzdem, jetzt ist Mittag und sie hat Schmerzen. Jetzt habe ich ihr zwischendurch die Schmerztropfen nochmal gegeben.
Es ist ein Elend.... Sie will nicht mehr, sieht nicht ein, wozu diese Quälerei. Und mal ehrlich, sie hat auch recht... Und doch will ich sie noch ein wenig hier behalten, wenn wir nur die Schmerzen in den Griff bekommen.
Auf dem Rücken der Ausschlag geht auch nicht weg, er juckt.
Ich hab die Pflaster nun auf die Oberarme geklebt.
Es kann ja aber auch sein, diese Quaddeln kommen von dem Helixor...

Einen Tag war meine Schwester mal da. Ansonsten kommt sie halt am Wochenende nachmittags und sie fahren abends wieder. Es ist eben auch alles etwas eng hier bei uns im Haus und so viele Leute um sich kann die Mutti auch meist nicht ertragen.
Einfach mal so frei machen kann meine Schwester eben auch nicht. Wenn es der Mutti dann sehr schlecht geht und sie noch mehr gepflegt werden muss, wollte sie mal für ein paar Tage kommen.

Mein Vater hält das auch nicht mehr lange ab. Er schläft ja fast keine Nacht. Und er ist immerhin 79, wenn auch noch rüstig, so hat er doch sein Leben gelebt und ihn macht das körperlich und seelisch auch ganz schön fertig.

Ich kann mir kaum eine Auszeit nehmen. Einer msus immer bei der Mutti bleiben, damiut sie nicht allein zur Toilette geht, und das macht sie nämlich, wenn niemand da ist und sie rufen hört. Und da mein Vater nachts präsent ist, lasse ich ihm dann am Tag etwas Schlaf oder er muss mal raus, einkaufen fahren...
Freundinnen ziehen sich meist zurück, man ist ja doch eine Spaßbremse. Also außer Einkaufen komme ich nirgends hin, bin den ganzen Tag im Haus und bei meiner Mutti oben.
Klar versuche ich mich abzulenken, ich schreibe... aber ich habe halt weder die Muße dazu, noch gute Ideen für Texte.
Heut ist so schönes Wetter, am Nachmittag werden wir die Mutti wieder nach draußen in den Garten bringen.
Ich wünsch dir was! Einen schönen und möglichst stressarmen Tag!
Birgit

02.05.2003, 13:19
Hallo Ihr 2,
heute geht es meiner Ma auch nicht sooo toll. Die Haare sind fast alle weg und das verschafft ihr Frust. Aber morgen fliegt sie ja wieder. (sie wohnt übrigends auf dem Festland, zw. Athen und Saloniki)
Haltet die Ohren steif. Ihr seid wirklich stark.
LG
Katharina

Biggy44
02.05.2003, 14:01
Alles Liebe für deine Mutti, und dass du sie noch lange hast!

Birgit

02.05.2003, 22:16
Hallo Biggy,
es tut mir furchtbar leid nit Deiner Mutter.Ich fühle mit Dir,denn ich weiß wovon ich rede.Mein Mann starb vor 2 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs.Auch bei ihm kam es ganz plötzlich und wir wurden vor vollendeten Tatsachen gestellt.Mein Mann lebte dann noch 3 Monate und ich leide noch immer und will es nicht wahr haben.Sei tapfer und denk uimmer daran es geschehen immer wieder Wunder.Ich wünsche Dir viel Kraft,denn die wirst Du gebrauchen können.Alles,alles gute für Deine Mutti.
Alles Liebe Gabi

Biggy44
03.05.2003, 10:44
Hallo Gaby,
DANKE!
Oh je, an Wunder glaube ich nicht mehr...
Die letzt Nacht war wiedermal schlimm. Obwohl ich einen Tag zuvor ein Pflaster mehr geklebt hatte, hatte sie starke Schemrzen. Eahrscheinlich muss ich noch eins dazu kleben.
Es ist ja so schlimm,. jemand leiden zu sehen und nicht wirklich helfen zu können. Man möchte, dass derjenige erlöst wird, aber man möchte auch noch, dass er bleibt, noch da ist. Es ist ein Spagat zwischen Gefühl und Vernunft...
Jetzt am Tag schläft meine Mutter und ihr geht es halbwegs. Ihr graut aber schon wieder vor der Nacht.
Warum nur müssen manche Menschen so unsagbar leiden... Eigentlich macht alles immer irgendwie Sinn, auch wenn man es manches Mal erst später erkennt, aber das hier macht keinen.
Tut mir leid, dass du den Verlust deines Mannes noch nicht überwunden hast... Ein lieberr Mensch wird eben immer fehlen, auch wenn das größte Leid mit der Zeit verblasst...
Liebe grüße
Birgit

03.05.2003, 11:37
Hallo Birgit!

Wir hatten auch eine schlechte Nacht und an Wunder glaub ich längst nicht mehr!
Mistel spritz ich Mutti nicht mehr - sie lehnt es ab und will auch diesen Juckreiz nicht, ich weiß nicht ob das von der Mistel ist oder nicht, aber sie glaubt es.
Jetzt schläft sie und ihr Blutdruck, der früher immer hoch war ist in den letzten Tagen ganz herunten.
Meine einzige Hoffnung ist immer, dass die Schmerzen nicht ärger werden und dass sie irgendwann zufrieden einschlafen kann!

Liebe Grüße

03.05.2003, 13:21
hallo Burgi und Biggy,wenn eure Mütter nachts schlecht schlafen und Schmerzen haben, versucht es doch mal mit Ximovan-Schlaftabletten. Als ich vor mehr als 4 Jahren nach meiner OP auch nachts häufig wegen Schmerzen wach wurde, hat mir mein Arzt empfohlen, abends 1/2 TabletteXimovan zu nehmen. Das mache ich bis heute und schlafe wunderbar durch. Gragt mal die Ärzte danach - soll ene relativ leichtes Schlafmittel sein. LG

Biggy44
03.05.2003, 23:54
Hallo Hildegard,
danke für deinen Tipp.
Meine Mutti nimmt am Tag 3 Tavor, das ist schon etwas übder der Tagesmaximaldosis. Es ist zur Beruhigung, gegen Depressionen und zunm Schlafen.
Aber sie will es halt immer, wie im KH, nach dem Abendessen nehmen. Dann schläft sie ganz fest und wird wach, nimmt ihre Schmerztropfen, und geht ins Bett schlafen.
Ich habe ihr die Tablette heuet später gegeben, vielleicht bringt es etwas.

Hallo Burgi,

nachdem meine Mutti am Morgen total down war und die Schwester
nach dem Spritzen meinte, sie will nicht mehr, hatten wir doch ein paar schöne Stunden, nachdem meine Schwester da war, und mein Vati und ich mal raus kamen. Wir haben abends gegrillt, meine Mutti hat sogar etwas gegessen und drin behalten, wir haben Fußpflege gemacht und ihr die Haare frisiert und gewaschen. Ihr ging es relativ gut.
Tja, wie man sich doch über so wenig eigentlich freuen kann....

Wie die nacht nun wird, ist die Frage. Das zusätzliche Pflaster scheint überhaupt nichts gebracht zu haben gestern ! Das verstehe ich nicht... Sie bekommt also zusätzlich weiter die Schmerztopfen, und ich gebe ihr abends mehr. Was solls...
Hoffentlich kann sie heute besser schlafen und mein vater auch...
Was mache ich, wenn es wieder wie gestern ist? Noch wein Pflaster kleben?
Die Schwester meinte heute, es wäre auch dei Psyche bei meiner Mutti. Sioe denkt ja schon morgens daran und steigert sich da rein, dass sie abends nicht schlafen kann, Schmerzen hat und nichts hilft.Sie meint auch, die Pflaster wirken weniger als die Schmerztropfen. Schon das ist ja nicht Tatsache...
Aber ich weiß dann nicht, wie gestern, was ich tun soll, was richtiger ist...
Oh ich wünsche ihr und uns so sehr eine ruhige Nacht....
Tschüs und euch allen auch!
Birgit

04.05.2003, 10:50
Hallo Biggy,
wie war die Nacht?Hoffentlich nicht so schlimm und Deine Mutti konnte ein bißchen schlafen.Diese Krankheit ist so schlimm und keiner kann helfen.Man steht da und kann nicht helfen und das ist das schlimmste.Ich habe die Hoffnung bis zum Schluß nicht aufgegeben.An irgend etwas muß man glauben,sonst wird man verrückt.Ich wünsche Dir von Herzen viel,viel Kraft und alles Liebe für Deine Mutti.Ich habe ein Gedicht gefunden,vielleicht hilft es Dir ein Bißchen.
Oh,Gott,
ich habe Angst ver-rückt zu werden.
Das was war,
gab mir Halt,Sicherheit.
Nichts ist mehr wie vorher.
Zeig mir ein Bild,
wie es wietergehen kann,
einen Raum zum Innhalten,
Ausruhen,Auftanken.
Es braucht meinen Mut,
Dir zu vertrauen,
zeig mir,dass dieses Ver-rückt-werden,
kein verloren Sein ist.
Alles Gute Gabi

Biggy44
04.05.2003, 12:06
Liebe Gaby,
danke für deine Zeilen und das Gedicht.
Es ist schön,. dass es hier so viele liebe Menschen gibt, die teilhaben und sich austauschen können.
Ja, ich frage mich momentan, wo ist dieser Gott, auf den gerade meine Mutti immer so vertraut hat?
Ich schreibe ja selbst, auch Layrik, aber im Moment ist mein Kopf relativ leer.

Meine Mutti hatte eine ruhigere Nacht. Auchd er Vati konnte endlich mal besser schlafen und ich, die unter ihnen wohnt, auch. Ich habe das richtig gespürt, dass es keine so schlimme Nacht war.Ich habe ihr die Schlaftablette auch erst vorm Zubettgehen gegeben und auch die Schmerztropfen erhöht und später gegeben, weil sie schmerzfrei war. Sie hat sie dann erst gegen Morgen gebraucht.
Unklar ist mir immer noch, warum das zusätzliche Pflaster rein gar nichts zu bringen scheint ohne die weitere Gabe der Tropfen. Am Tag scheinen die Schmerztropfen auch länger zu wirken, als in der Nacht.
Meine Mutti hat gestern schön gegessen, es hat ihr geschmeckt (Grillwürstchen) und sie hat es gut vertragen. Heute früh hat sie abwer wieder nur eine halbe Schnitte reingequält.
Aber so, wie es gestern war, da kann man schon ein wenig zufrieden sein und sich freuen, dass es noch solche Tage, meist sind es nur Stunden, gibt.

Heute Nachmittag werden wir sie wieder nach draußen in den Garten bringen. Dort liegt sie besser als in der Wohnung und sie möchte einfach raus, um besser zu atmen, Tapetenwechsel haben...

Einen schönen Sonntag dir und allen hier die lesen!
Birgit

04.05.2003, 20:19
Hallo Biggy,
es freut mich,daß Deine Mutti eine ruhige Nacht hatte und Du und Dein Vati etwas schlafen konntet.Es tut immer sehr weh,wenn man seine Lieben leiden sieht und nicht helfen kann.Das war auch das schlimmste für mich.Man braucht da unheimlich viel Kraft damit man alles einigermaßen übersteht.Ja,liebe Biggy ich habe mich auch oft gefragt,wo denn der liebe Gott ist.Er kann doch nicht so grausam sein.Man kann es einfach alles nicht begreifen.Mein Mann war erst 55 Jahre als er starb,daß ist doch noch kein Alter.Wir wollten zusammen alt werden und die Rente erleben,aber das Schicksal wollte es anders.Es ist schlimm,das alles zu verarbeiten.So meine liebe Biggy,ich wünsche Dir,Deiner Mutti und Deinem Vati viel Kraft und alles erdenkliche Gute.Deiner Mutti wünsche ich eine ruhige, schmerzlose Nacht.
Ich wünsche Dir einen "schönen" Abend.
Gabi

Biggy44
06.05.2003, 10:48
Hallo Gabi,

die heutige Nacht war seit langem wieder recht ruhig und meine Mutti war heute Morgen ganz gut drauf. :-)
Sie braucht aber zum Schmerzpflaster ihre Tropfen mitten in der Nacht und dann nochmal ein Zäpfchen gegen Morgen. Ich denke, das ist teilweise eher psychisch, schon eine gewisse Angewohnheit, denn sie meint, das hilft ihr besser als die Opiumpflaster... Nur, sie kommt ja schon lange nicht mehr mit Tropfen aus und hat ein zusätzliches Pflaster. Durch die Wärme halten die Pflaster nicht so gut und geben dann den Wirkstoff nicht genügend ab. Und das ist natürlich Mist.
Mal sehen, wei der Tag heute wird, vielleicht mal ein ruhiger und schöner Tag...
Liebe Grüße
Biggy


Hallo Burgi,

ich lese nichts mehr von dir... Alles okay bei deiner Mutti, soweit man das überhaupt so nennen kann?
Auch an dich liebe Grüße
Biggy

06.05.2003, 13:53
Hallo Ihr Lieben!

Es ist ein ewiges Auf und Ab und gehts einen Tag ein bisschen besser, dann möcht ich gar nicht glauben, dass Mutti überhaupt krank ist!
Heute gehts ihr das erste Mal ein bisschen besser und sie hat auch gegessen - ich hoffe, Mutti behält das auch.
Komm fast zu gar nichts mehr, die Krankheit beherrscht einfach alles andere!

Wünsch Euch allen einen ruhigen, sonnigen Tag!

06.05.2003, 14:16
hallo ihr Lieben

ich les immer still bei Euch mit.
Ich habe ein schönes gedicht für Euch:

Hoffnungslicht

Tränen getrocknet
noch salzig
auf den Wangen
unsichtbare Spuren
da zum Spüren
da zum Erinnern
da, um Vergangenes
abzuschließen.

Das
Hoffnungslicht
wiedergekehrt
anders
neu
beginnend
und erwartend
mit der
Helligkeit des Scheins
dem Beginn des Seins
der Erwartung des Neuen.
(Heike Gauch)

Ich wünsch Euch alle Kraft der Welt und viel Mut.
Alles Liebe Petra

06.05.2003, 22:37
Hallo Biggy, Hallo Burgi
ich wünsche Euch eine ruhige, schmerzfreie Nacht, (Euren Müttern)
LG
Katharina

Biggy44
06.05.2003, 22:59
Hallo Burgi!
Ich hatte nur gesehen, dass du unter anderen Beiträgen gepostet hattest und mich deshalb gewundert, dass du dich hier nicht meldest.
Da es deiner Mutti so schlecht ging letztens
habe ich mir auch Gedanken gemacht, wie es ihr geht.... Wir sitzen doch im gleichen Boot, auch wenn es nicht direkt dasselbe ist...
Ich wünsch dir was!
Biggy

Hallo Petra!
Danke für das Gedicht. Du bist doch selbst betroffen, wenn ich mich nicht irre? Es beeindruckt mich, wie du kämpfst und mit deiner Krankheit umgehst. Vielleicht täuscht das manchmal auch, denn Zeilen spiegeln ja nicht unbedingt die Stimmung wieder.
Ich wünsche dir, dass du den Kampf gegen dieses "Tier" gewinnst (Ich hatte ja schon mal meine beiden Gedichte reingesetzt, weiß aber nicht, ob sie überhaupt jemand von euch hier gelesen hat???), wenn es auch wenige schaffen. Da die Therapien aber bei dir so gut anschlagen und es immerhin auch Sieger gibt in diesem Kampf, warum solltest also du nicht einer von ihnen sein!
Alles alles Gute!
Biggy

Hallo Katharina!
Deiner Mutti geht es noch gut?
Die letzte Nacht war wieder ruhig, auch wenn meine Mutti Tropfen und gegen Morgen Zäpfchen gebracht hat. Aber sie war heute auch relativ gut drauf. Das ist dann schon ein guter Tag für uns hier, auch wenn sie meinen Vater und mich dann mehr "dirigiert" :-).
Ich hoffe, es wird wieder eine ruhige Nacht, zumal ich heute ein neues zusätzliches Pflaster geklebt habe.
Ich müsste halt mal richtig abschalten können..raus. Aber das geht halt schlecht, weil ich ja im Haus wohne, die beiden Wohnungen nicht durch separate Wohnungstüren getrennt sind, also alles immer gegenwärtig ist. Selbst abends oder nachts lausche ich, renne ich in den Flur, ob irgend etwas ist, weil mein Vater bei Schmerzen auch nicht weiß, was er tun soll.
So schön wie es ist, dass ich dadurch etwas für meine Mutti tun kann, sehr viel sogar, und dass ich sie noch jeden Tag von früh bis abends habe, umso mehr geht es aber schon an die Substanz...
Tja, es ist einfach zu sagen: ich muss.. noch einfacher für andere: du musst aber...
Ich werde heute mal eher schlafen gehen, bin todmüde. :-)
Allen, die hier lesen, einen ruhigen und schönen Abend!
Biggy

06.05.2003, 23:18
Hi Biggy,
meiner Ma geht es Phantastisch! Sie ist wieder zu Hause, schaut über das Meer zu den Delphinen und ist glücklich. Donnerstag hat Sie wieder Chemo in GR. Mal sehen ob es dieses Mal auch wieder so gut läuft. Da sie ja mit dem Tumor keine SChwierigkeiten hat, sondern nur mit der Chemo, befürchte ich, dass sie mit der Chemo aufhlren will. Mal sehen....
Biggy, halte durch. Ich habe es gut, kann einen Urlaub zumindestens planen. Das gibt Kraft.
Ich schick Dir ein bisschen davon heute im Schlaf..
Gute Nacht
Katharina

07.05.2003, 07:14
Hallo Birgit,
ja ich schau immer wieder mal in die verschiedenen Threads und manchmal hilft es und manchmal zieht es mich ganz runter, so wie Du in der Zusammenarbeit mit Ärzten schreibst . . da spürt man dann noch mehr das eigene Unvermögen und dieser Kampf um selbstverständliche Gespräche und Medikamente ist echt zermürbend!
Meiner Mutti geht es nicht gut, die Nächte sind viel zu lang und doch zu kurz, sie schwitzt wahnsinnig und dieses für alles jemand zu brauchen, macht sie verbittert und ungerecht. Sie will keine Mistelspritzen mehr und die einzigen Tabletten die sie nimmt, sind die Schmerzmittel und die Zuckertabletten.
Ich muss Dir ganz ehrlich sagen, hätte ich nicht meinen Job, ich würde durchdrehen, klar denke ich auch bei der Arbeit immer an sie und manchmal wünschte ich, mit einem Knopfdruck die Gedanken an die Krankheit einfach einmal für Stunden abzuschalten.
Mutti liegt den ganzen Tag, weil sie zu schwach ist um zu sitzen, geschweige denn, in den Garten zu gehen - da wärs so schön!
Ich wünsche Dir einen ruhigen Tag und vielleicht kannst Du Dich ja am Tag einmal ein paar Stunden ausruhen, in den Garten legen und die Seele baumeln lassen .. .das wünsch ich Dir!

Liebe Katharina!
Deine Mam macht es schon richtig, da bin ich überzeugt - sie ist zu Hause - sie wird übers Meer sehen, ihre Gedanken werden ganz frei sein und sie ist glücklich - ich denke, sie weiß schon, was für SIE das Richtige ist.
Wenn sie mit Chemo aufhören will, so ist das ihr Bauchgefühl, sei Dir sicher, sie wird richtig entscheiden.
Dir und Deiner Mam weiterhin viele gute, schöne Stunden!

Liebe Petra!
Dein Gedicht sagt mehr, als viele Worte sagen könnten - es kommt soviel verloren geglaubte Hoffnung wieder zurück,
ich danke Dir sehr dafür, Du bist ein wunderbarer Mensch!

Biggy44
07.05.2003, 13:40
Hallo Burgi,

ach, du bist eine "Ösi" :-) Habe ich mir schon gedacht bei manchen Wörtern... Ich schreibe mich schon jahrelang mit einem "Ösi" und habe auch ein Lyrikbuch mit ihm veröffentlicht, wo verschiedene Gedanken zum Leben angesprochen werden von Frau und Mann. Das gehört aber nicht hierher...ist klar, ich hab aber deine Mailanschrift nicht...

Das liest sich ja nicht gut, dass deine Mutti nun alles ablehnt bzw. nichts mehr passiert, außer Schmerzmittel nehmen.
Was nimmt sie, nur Tabletten? Und, ist sie damit schmerzfrei?
Meine Mutti eben nicht, auch wenn ich erhöht habe. Sie braucht noch Tropfen dazu aller paar Stunden.
Zum Glück hat sie diese Nacht wieder recht gut geschlafen. Aber so gut wie gestern ist sie nicht drauf heute.
Sie ist auch kein einfacher Patient, mal abgesehen davon, dass es eine schlimme Situatiion für sie ist. Klar stört sie es, dass sie sich bedienen lassen muss, aber auch gar nichts mehr machen kann... Aber wir machen ja schon alles, auch der Vater. Nur, ihr passt vieles dann nicht und dann meckert sie, kommadiert uns teilweise schon etwas herum, und ist beleidigt, wenn einer sagt, dieses oder jenes ist jetzt nicht so wichtig oder in Ordnung. Das ist sehr belastend, vor allem mein Vater kommt sich vor, als wenn er nicht genug tut und dann weint er oft, weil er es nicht aushält.
Nur ich habe ja hier auch meine Familie und muss mal was einkaufen. Raus komem ich ja schon nicht mehr und Freundinnen ziehen sich schön zurück, ich bin ein wenig eine Spaßbremse, weil ich natürlich meinen Kopf voll habe, nicht unbeschwert lache wie sonst. Aber gerade sie könnten mich mal kurz alles vergessen lassen, auftanken lassen... Am Wochenende kommt meien Schwester, da habe ich mal fast einen Tag "frei".
Aber mein Mann ist die ganze Woche unterwegs und hat da auch kaum Lust wohinzufahren...

O weh, deine Mutti steht nicht mehr auf? das wird hier auch noch auf uns draufzu kommen. Sie liegt den ganzen Tag allein zu Hause? Was macht sie, nur schlafen? Das ist auch schlimm...
Bei allem Elend könnte meine Mutti noch froh sein, dass sie ein wenig an Kraft zugenommen hat, seit sie zu Hause ist und dass sie raus kann in den Frühling. Klar schafft sie nur ein Stückchen mit unserer Hilfe, liegt dann gleich wieder... Aber sie kann sich an diesen kleinen Dingen halt nicht freuen. Das war aber schon immer so.
Selten, dass sie mal ein wenig aufgemuntert wird, alles vergessen kann. Sie lässt sich sofort wieder in ein schwarzes Loch fallen.
Und dann ist sie oft ungerecht, wenn ich lache oder meine Schwester oder ich sage, ich würde gern mal abends mit einer Freundin Essen gehen, um aufzutanken, abzuschalten. Dann meint sie gleich, wir sollten die kurze Zeit noch warten, dann könnten wir endlich wieder fröhlich sein und auch feiern, auf sie keine Rücksicht mehr nehmen.
das tut weh, weil ich ja wirklich nur am rennen bnin, am Telefonieren, am Besorgen und auch ziemlich krank langsam aussehe. Ich tue alles und so locker und fröhlich bin ich schon lange nicht mehr...

Ach, es ist alles Mist... Und trotzdem bin ich froh, sie ist noch da!

Ich wünsche dir einen schönen Tag.

Birgit

07.05.2003, 14:32
Hallo Biggy,

genauso ist es, weißt Du, Mutti wird richtig böse auf mich, wenn ich nicht gleich alles mach was sie will und da sind so unnötige Dinge dabei, ich mein ist es nicht egal ob die Blumen eine halbe Stunde früher oder später gegossen werden - ich weiß nicht, manchmal schwirrt mir voll der Kopf.
Bei uns ist es so, dass ich in der Früh bei Mutti bin, Mittag von der Firma weg zu ihr fahr und entweder dann bleibe oder am späten Nachmittag nochmal komm.
Zwischendurch dann schnell nach Hause, meinen Mann auf der Baustelle ein bisschen helfe, in meine Wohnung, schnell kochen, schell schauen, dass mein Sohn und mein Mann irgendwas zu essen haben und dann wieder zu Mutti.
Zwischendurch ist eine liebe Nachbarin da, die immer wieder rüberschaut (aber ist ja wieder was anderes für Mutti, weil die anderen Leute ist ja nicht Familie!!!)
Spassbremse, ja das bin ich auch geworden, meine Gedanken sind einfach immer da und ich will auch nicht von irgendwelchen anderen Dingen reden, mich interessiert das nicht und meine Entspannung und mein Auftanken ist hier herinnen und da gibts Menschen an denen ich mich immer wieder aufrichten kann, doch auch da denk ich manchmal, ich kann nicht dauernd jammern, jeder hat doch genug eigene Probleme!
Das Schreiben hilft mir sehr und Dir wünsche ich einen wirklich erholsamen Tag mit Lachen - das steht Dir sehr wohl zu - ja ich weiß, man bekommt schon manchmal ein schlechtes Gewissen, weil man einfach gesund ist!!

Trotzdem noch einen schönen Tag . .Du hast recht wir haben unsere Muttis noch und die Hoffnung auf ein paar schöne Minuten, Stunden, Tage, diese Hoffnung kann uns niemand nehmen!

Liebe Grüße

11.05.2003, 11:10
Hallo Birgit!
So, nun melde ich mich auch mal hier bei Dir und nicht immer nur bei AdP. Heute ist ein schlimmer Tag. Bei Euch auch? Muttertag. Wahrscheinlich der letzte. Meiner Mutter geht es sehr schlecht. Sie hat Probleme beim Luftholen. Sie hat Angst abends ins Bett zu gehen, weil alles so drückt. Auch auf die Lunge. Ihre Füße sind dick geworden und sie muß sie jetzt wickeln. Die Leber plötzlich voller Metastasen. Jetzt muß sie Cortison nehmen. Na, wenigstens nimmt sie dadurch ein wenig zu. Alle Termine die sie hatte, hat sie abgesagt. Konzerte, zu denen sie hingehen wollte, Städtereisen, die sie machen wollte. Sie war immer so unternehmungslustig. Die Beutel, in denen die Gallenflüssigkeit nach außen abläuft, halten mit einem Mal nicht mehr. Die Galle ist so aggressiv, dass sie aus dem Beutel rausläuft. Dadurch traut sich meine Mutter erst recht nicht mehr aus dem Haus. Sie meinte eben, sie hofft es geht jetzt schnell. Ich kann an nichts anderes mehr denken. Mein Mann und ich hatten Freitag Hochzeitstag und wollten uns einen schönen Tag machen. Kino, Essen gehen. Im Kino bin ich vor Erschöpfung eingeschlafen und beim Essen gehen habe ich immer nur gedacht, das kann meine Mutter alles nicht mehr essen. Es ist alles so traurig. Es bestimmt unser aller Leben. Ich heule beim Staubsaugen, beim Abwaschen, dauernd. Und trotzdem hofft man, dass der Zustand noch lange anhält, alles andere würde bedeuten - sie ist tot. Geht es Euch auch so?
Liebe Grüße
Corinna

Biggy44
11.05.2003, 11:15
Hallo Burgi,

wie sieht es bei dir, euch aus?
Nein, ein schlechtes Gewissen in dem Sinne habe ich nicht, wenn ich lache oder mir mal für 2 Stunden ein Aus gönne, was ohnehin selten ist...
Es ist halt nur so, dass ich gedanklich nicht wirklich ein Aus habe, da ich nie total abschalten kann. Vielleicht mal für wenige Minuten, aber dann denke ich wieder daran, was ist, was wird usw....
Hoffe deiner Mutti geht es so halbwegs, oder wie soll man es noch ausdrücken..
Liebe Grüße
Birgit

Biggy44
11.05.2003, 11:32
Hallo Corinna,

ja ich habe schon drauf gewartet, ob du dich hier meldest.
Das Blatt hat sich ja nun leider sehr schnell gewendet bei euch...
Ich war ohnehin regelrecht erstaunt, dass sich deine Mutti bei dem gewicht noch auf den Beinen halten kann.. und sogar Reisen wollte oder konnte sie noch machen?
Du schreibst es, es ist der letzte Mutetrtag... bei mir nicht wahrscheinlich, sondern es ist einfach so. Und da hatte ich anfangs gedacht, den erlebt meine Mutti schon nicht mehr..
Also dankbar sein, dass es doch noch nicht so gekommen ist, wie gedacht? Ja und nein. Es ist doch ein so trauriger Tag, wenn man sie sieht und weiß, es geht nixcht mehr lange.
Ich habe auch bei deinen Zeilen mit den Tränen kämpfen müssen. Ja, auch ich fühle mich so. Und heute scheint, wie gestern schon, ein mieser Tag zu sein. Nachdem es ihr einige Tage etwas besser ging, ist sie matt, ihr fällt das Sprechen schwer, sie schläft viel, hatte nacghts Schmerzen, was aber auch von einer Verstopfung herkommen könnte. Sie sieht aber auch nicht gut aus heute. Es ist ein Elend, das zu sehen und doch wünscht man sich, es möge noch nicht zu Ende sein. Aber es ist auch eine Qual, eine sinnlose ...
Sie will nicht mehr, obwohl sie in den letzten Tagen immer davon sprach, dass sie dieses und jenes tun will, wenbn es ihr mal wieder etwas beser geht. Vielleicht ist es auch erst einmal nur wieder ein leichtes Ab, wie wir schon viele hatten und dann geht es wieder? Oder ist es das Hoffen, dass es nur so ist?
Deine Mutti ist viel jünger als meine, aber ist 74 ein Alter zum Sterben? Und dann an so etwas?
Ich denke Mütter werden immer zu jung sein um zu gehen. Aber es ist der Lauf der Dinge und früher oder später wusste man, es kommt im Normalfall so, dass Eltern vor uns KIndern gehen.... Und wenn ich dann lese, jemand hatte das Leben noch vor sich, oder so manche Mutti, mancher Vati ist 10 Jahre jünger als meine Mutti und wird das Alter nicht erleben.. dann sage ich mir auch, dass ich sie so viel länger hatte, so viele Jahre in denen sie nicht krank war, sie viel erleben durfte... Ich würde sicher auch in 10 Jahren denken: Sie soll noch bleiben... warum sie..., sie darf noch nicht gehen...
Abschied nehmen wird immer schwer sein, egal wann jemand geht, und mir gelingt es nicht, es auch mal etwas anders zu sehen.
Meiner Schwester schon. Sie hat auch mehr Abstand als ich. Sie kann abschalten, hat eine andere Umgebung, ist nicht täglich 24 Stunden damit konfrontiert, direkt und indirekt. Man kann in der gleichen Umgebung, in die die Mutter hingehört, einfach nicht abschalten und damit auftanken. Das funktioniert nicht und ich bin ein viel zu emotionaler Mensch, leide deshalb jetzt schon doppelt, wo sie noch da ist.
Ob es der Wetterumschwung ist, dass es heute ein so mieser Tag ist bei unseren Müttern?
Ds mit der LUft stelle ich mir auch schrecklich vor. Richtig durchatmen kann meine Mutti auch kaum, weil ihr dann der Bauch schmerzt.
Hat deine Mutti Schmerzen, was nimmt sie dagegen?
Ich glaube, ich klebe das Schmerzpflaster heute wieder etwas eher. Wenigstens schmerzfrei muss sie sein. Sie erträgt aber auch das Herumliegen nicht, ohne etwas tun zu können, kann sich an nichts mehr freuen und wartet einafch nur so...
Und das zu hlören ist mit das Schlimmste für mich...
Gestern hat sie meiner Schwester und mir für unsere Hilfe ein Päckchen Kaffee gegeben, ein paar Vergissmeinnicht aus dem Garten und einen Zettel: In Liebe von eurer Mutti.
Und da soll man stark bleiben..mir kommen jetzt schon wieder die Tränen.
Meine Söhne haben Geburtstag, ich auch bald... Vergiss es....
Melde dich wieder mal!
Liebe Grüße
Birgit

11.05.2003, 11:39
Liebe Birgit, liebe Corinna!

ich denk mir, bei uns sieht es ziemlich ähnlich aus!
Manchmal kann Mutti alleine aufstehn, dann wieder nicht - ihre Füße sind voll Wasser und ach ich weiß nicht!
In der Nacht schwitzt sie irrsinnig stark, manchmal wird ihr Blick ganz wirr und sie spricht auch verworren und unklar.
Wenn sie spricht, dann nur vom Essen - sie weiß nicht was sie essen soll und es scheint, das beschäftigt sie zur Zeit am meisten, oder aber sie WILL nichts anderes reden - ich weiß es nicht!!
Die Schmerzen sind manchmal da, da tut ihr der ganze Körper weh und dann wieder hat sie gar keine Schmerzen - gelb ist Mutti überhaupt nicht, ich weiß nicht, kann das noch kommen oder ist bei ihr der Verlauf anders??
Nein Corinna, heulen kann ich nicht, ich fühle mich innerlich einfach so leer, so ohne Sinn, verstehst Du?
Die Gedanken sind immer bei Mutti und der Krankheit und die innere Angespanntheit begleitet mich seit der Diagnose . . .

Liebe Grüße und versucht den Muttertag ein bisschen zu genießen, wünsche Euch und Euren Muttis alles, alles Liebe!

Biggy44
11.05.2003, 11:44
Liebe Burgi,

gelb ist meine Mutti, seit dem Stent, auch nicht mehr. Nur der Urin ist wieder so orangefarben.
Dann ist der Gallengang bei deiner Mutti noch frei?
Isst sie etwas, hat sie denn Appetit?
Etwas angeschwollene Fesseln hat meine Mutti auch seit paar Tagen. Aber das hatte sie schon früher mal, wegen dem Herzen. Vielleicht ist es jetzt auch die Hitze gewesen...
Sie schläft viel, das Sprechen fällt ihr schwer. Aber sie ist noch voll da.
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag, macht das Beste draus, ich versuchs auch....
Birgit

11.05.2003, 11:53
Liebe Birgit,

gestern hat Mutti gegessen, sie überlegt immer ob und auf was sie Appetit hat!
Stent hat Mutti keinen - der Gallenweg dürfte noch frei sein, aber ich weiß es nicht!!!!
Muttis Herz ist schon lange schwach und der Blutdruck der immer hoch war und gegen den sie Tabletten nahm, der ist jetzt ganz herunten!
Schlafen tut Mutti auch viel, sie spricht wie gesagt langsam, nur von der Krankheit und zwischendurch ist sie nicht ganz da und redet wirr . .
Bis bald Birgit!

Biggy44
11.05.2003, 12:08
Ach Burgi...,
ist das nicht alles besch....
Wenn deine Mutti nicht gelb ist, dann ist der Gallengang noch frei. Ich hatte nur mal gelesen, wenn ein großer Tumor am BSD-Kopf ist, dann ist der Gang meist sehr bald zugesetzt, zugewuchert...
Meine Mutti isst wie ein Vögelchen, hat meist auf nichts Appetit. Sie schläft heute sehr sehr viel...
Ja, mit dem Blutdruck ist es bei ihr dasselbe.
Bis später..
Birgit

11.05.2003, 17:33
Hallo Birgit, hallo Burgi!
So, Muttertag ist fast geschafft. Diese besonderen Tage finde ich immer besonders schlimm. Meine Mutter war Weihnachten, Silvester, an ihrem und meinem Geburtstag im Krankenhaus. Ich bin froh, wenn solche Tag rum sind. Man kann sie eh nicht genießen und denkt noch mehr als sonst an die Krankheit. Meine Mutter ist seit Wochen leider total gelb. Wenn ich mit ihr unterwegs war, dann war sie immer die Attraktion. Gelb und 40 kg leicht. Die Leute sind teilweise stehen geblieben um sie besser begutachten zu können. Wirklich schlimm. Burgi, was haben denn die Ärzte gesagt, wie man das mit den Füßen wieder in den Griff kriegen kann? Bei meiner Mutter werden die Füße jetzt gewickelt und sie soll möglichst wenig laufen. Ist das immer unterschiedlich mit dem Wasser und kommt das jetzt vom Tumor? Birgit, meine Mutter bekommt Morphium Tabletten. Morgens und abends je 30 mg. Dazwischen um 06.00, 12.00 und 18.00 Uhr Novalgin Tropfen und nach Bedarf evtl. noch ein paar Morphium Tropfen (10 mg). Die Schmerzen hat sie einigermaßen im Griff, nur die Übelkeit und diese Luftnot (gerade nachts im Liegen) quälen sie sehr. Verreisen hat sie leider nicht mehr geschafft. Und komischerweise ist das Essen auch bei ihr zentrales Thema. Sie hat auf alles Appetit, was sie eigentlich nicht essen sollte. Sie isst sehr gerne fett, also deftigen Schweinebraten mit Schwarte. Oder auf den Spargel ordentlich Buttersoße. An so etwas denkt sie viel. Essen ist für sie ein Stück Lebensqualität. Jetzt hat sie auch wieder mit dem Rauchen angefangen. Wegen der Krankheit hatte sie 5 Monate aufgehört. Seitdem sie von den Metastasen in der Leber weiß, hat sie wieder angefangen. Sch.... Zigaretten! Mein Vater ist vor 3 Jahren an Mundhöhlenkrebs gestorben, der hat immer Pfeife geraucht.
Birgit, Du hast geschrieben, das Deine Mutter Probleme mit Verstopfung hat. Das ist bei Morphium ja gängige Nebenwirkung. Es muß auch starke Schmerzen bereiten. Nimmt sie denn gar nichts vorbeugend dagegen ein? Eigentlich wird das doch mit dem Morphium zusammen verschrieben.
So, ich werde jetzt versuchen, mit meinem Mann und meinem Sohn noch ein wenig die Sonne zu genießen.
Ich wünsche Euch beiden eine ruhige Nacht. Liebe Grüßen

Biggy44
11.05.2003, 22:34
Hallo Corinna,

und deine Mutter kommt mit der Medikamentation aus? Ich meine mit Tabletten kommt man ja immer nur eine begrenzte Zeit um die Runden, so ca. 4- höchstens 6 Stunden. Und das reicht über Nacht, wenn sie abends Morphin Tabl. nimmt?
Übel ist meiner Mutter nur noch manchmal, schlimmer findet sie diese absolute Appetitlosigkeit und das Völlegefühl und Unwohlsein im Bauch.
Nimmt deine Mutter dagegen etwas, oder deine, Burgi?
Heute war ein Tag, an dem sie ja fast nur geschlafen hat und fast nichts gegessen.. ein schlechtes Zeichen, denke ich....
Tja, ich denke, die Zigaretten tun auch nichts mehr zur Sache. Wenn deine Mutter sie braucht, dann lass ihr jetzt noch die Freude...
So wie meine Mutter alles das essen soll, was sie möchte und verträgt.
Wenn der Krebs so weit fortgeschritten ist, dann ist es eh nur eine Frage der Zeit und man kann nichts mehr verkehrt machen, außer etwas verwehren, was der Schwerkranke möchte. Es hört sich Mist an, aber es ist leider, leider so...
Doch, meine Mutti nimmt Bifiteral (Lactosesirup), aber davon bekommt sie oft Durchfall. Also habe ich es abgesetzt und durch die Schmerzzäpfchen konnte sie wenigstens etwas gehen... Nun gebe ich ihr etwas Sirup, aber es scheint nicht so richtig zu wirken. Ich bilde mir ein, die Beschwerden gestern und heute kommen eher vom Darm, der
momentan etwas zu lahm ist.
Ich hoffe, die Nacht wird ruhig, sonst weiß ioch auch nicht, was ich machen soll...
Tschüs und liebe Grüße
Birgit

12.05.2003, 07:16
Hallo Corinna, hallo Birgit,

meine Mutti hat auch dieses Völlegefühl und das Unwohlsein und wenn sie sich zwischendurch aufsetzt, muss sie sehr viel aufstoßen - Luft bekommt sie auch sehr schwer!
Sie trinkt dann immer ein bisschen Cola, das schmeckt ihr!
Unser Arzt sagt Mutti kann essen was sie will - sie wird dann richtig ungehalten - was soll ich denn essen, wenn ich nicht weiß was . . .
Corinna, Biggy hat ganz recht, lass Deine Mutti rauchen, wenn sie das will - lass ihr alles was sie will!
Meine Mutter ist Diabetikerin und selbst da sagt der Arzt, sie soll essen was ihr schmeckt - ich denke in diesem Stadium braucht man auf nichts mehr anderes als auf das Maximum an Wohlbefinden denken - oder???
Mutti hat manchmal Verstopfung und dann wieder Durchfall - der Darm kennt sich auch nicht mehr aus . . .
Und sie verwechselt uns Schwestern immer öfter . .. .

Ich wünsche Euch einen ruhigen, sonnigen Tag!

12.05.2003, 08:49
Hallo Birgit, hallo Burgi!
Das Rauchen lasse ich ihr auch. Ich bin auch nicht böse, das sie wieder angefangen hat. Meine Mutter trinkt jetzt auch gerne Sprudel etc. Die Kohlensäure hilft ihr beim Aufstoßen. Was ihr auch ein bißchen hilft, ist kalte Milch. Ich kenne das noch von der Schwangerschaft. In kleinen Schlücken hilft es ein wenig gegen das Unwohlsein. Die Morphium Tablette reicht meistens die ganze Nacht bis morgens um 06.00 Uhr. Es ist eine Retardtablette, die geben den Wirkstoff über einen längeren Zeitraum ab. Um 06.00 nimmt sie dann die Novalgin Tropfen und um 08.00 die nächste Morphium Tablette. Wie hoch dosiert sind denn die Pflaster? Von dieser Möglichkeit hat unser Arzt noch gar nichts gesagt. Das mit dem Essen ist ein Riesen Problem. Wenn sie wenigstens auf irgendetwas richtig Appetit hätte. Letztes hatte sie mal Appetit auf ein dickes Leberwurstbrot mit Gewürzgurken. Ich hätte wetten können, dass sie das nicht verträgt - aber es hat alles prima geklappt. Aber ansonsten machen wir sehr viel mit Nudeln, die verträgt sie ganz gut. Was nehmen Eure Mütter denn gegen die Übelkeit ein? Meine Mutter nimmt jetzt die MCP Tropfen 3 x 20 ein. Sie will heute den Arzt mal nach einer anderen Möglichkeit fragen. Meine Mutter bekommt auch ein Mittel zur Darmanregung wegen der Morphiumtabletten. Sie nimmt es aber nicht nach der angegebenen Dosierung, sonst wäre sie nur am Laufen. Sie nimmt es nur alle paar Tage und statt 20 Tropfen vielleicht 4, das reicht. Man muß einfach die richtige Dosierung für sich finden.
Auch ich wünsche Euch eine ruhigen Tag

12.05.2003, 10:04
Hallo Burgi, hallo Corinna,

hat denn deine Mutti Appetit oder isst sie halbwegs, wenn sie schon so oft vom Essen spricht?
Ich habe auch schon in einem Forum gelesen, dass jemand trotz fortgeschrittenem BSDK fast normal gegessen hat.
Ja, der Arzt sagte auch bei der Entlassung aus dem KH, meine Mutti soll essen, auf was sie Appetit hat, was sie möchte. Nur leider hat sie fast nie Appetit und wenn doch, z.B. auf Salzhering. Und alles, was sie bisher nicht vertragen hat, als man glaubte es wäre eine chron. Pankreatitis, verträgt sie jetzt. Aber sobald jemand Mutti fragt, wie es mit dem Essen ist, sagt sie, dass sie auf gar nichts Appetit hat, ihr Essen schon beim Gedanken daran zuwider ist. Sie nimmt also so kleine erfreuliche Dinge nicht wahr, aber so war das halt schon immer. Und man kann ja nur noch von kleinen positiven Dingen ausgehen und nicht vom "Normalleben" eines Menschen.

Vor dem Essen, aber ich gebe ihr das meist nur morgens, bekommt sie eine Tablette zur Magensäurehemmung (Nexium, Omep), damit sie nicht so sehr aufstoßen muss. Nachteil dieser Tablette ist halt, dass dadurch der Appetit gehemmt wird, werden kann.
Zur besseren Verträglichkeit der Schmerzmittel soll sie auch 4x20 Tr. MCP nehmen. Da sie aber paarmal Durchfall hatte und ihr trotzdem etwas übel waren, sagte der Hausarzt, ich soll die Tropfen niedriger dosieren. Also gebe ich ihr meist nur 3x15 Tropfen und damit kommt sie zumindest in der letzten Zeit hin.

Die Schmerzpflaster heißen Durogesic und enthalten
Opium, welches gleichmäßig dosiert üebr die Haut wirkt,. Die Pflaster wirken meist 72 Stunden, bei manchen aber nur ca. 60 Stunden. Wenn Mutti geschwitzt hat, dann ist der Wirkstoff eher runetr, habe ich festgestellt. Das sieht man dann, denn es ist ein durchsichtiges Pflaster mit einer gelartigen Substanz.
Das hat den Vorteil, dass man nicht ständig Morphin Tabl. geben muss, dass gleichmäßig eien Dosierung erfolgt und das der Magen nicht belastet wird. Die Pflaster können müde machen, je nach Dosis, Mundtrockenheit, Schwitzen verursachen ... Alles in alelm ist das eine praktische Sache gegen chronische und vor allem Tumorschmerzen, und wird auch meist verwendet, wenn jemand starke und ständige Schmerzen hat.
Frage doch einfach den Arzt danach, ob das Pflaster für deine Mutti in Frage käme...
Die Novalgin Tr. nimmt meine Mutti aber trotzdem noch 3 - 4x 20, manchmal etwas mehr tropfen, am Tag. Meist wird das Pflaster damit kombiniert, weil das ja über das Gehirn wirkt, anders als die Schmerztropfen.
Durogesic gibt es in verschiedenen Stärken, die man je nach Schmerzzunahme kombinieren kann. Und zwar 25 ug, 50 mg, 75mg und 100 mg. Meine Mutti bekommt mittlerweile 125 mg, wobei das 25er zusätzlich keine großartige Änderung gebracht hat, sie also trotzdem die Tropfen dazu braucht. Inwiefern das psychisch oder mit dem chronischen Schmerz zusammenhängt ist die Frage....
Oje, das liest sich jetzt wie eien Werbung für die Pharmazeutische Industrie :-)). da kommt der ehemalige Beruf wieder durch bei mir...

Was nimmt deine Mutti an Schmerzmitteln, Burgi?
Meine Mutti hatte eine gute Nacht, Gott sei Dank! Nachdem es ihr 2 Tage nicht so toll ging. Jetzt schläft sie wieder bis zum Mittag.

Das Abführmittel gebe ich ihr eher nach Bedarf, weil die Lactose sonst mächtig durchhaut... Irgendwie steht sie auf Zäpfchen, aber die wirken ja nur im letzten Stück des Darmes, ist nicht so optimal.
Vielleicht sind die Metastasen schon wieder gewachsen, da schaut ja niemand mehr nach. Hauptsache der Stent hält, nicht das sie nochmal ins KH muss und diese ERCP gemacht ´wird, vor der sie sich fürchtet.

Ich wünsche euch beiden einen hoffentlich schönen Tag...
Birgit

14.05.2003, 07:13
Hallo Ihr Lieben!

Meld mich noch schnell, bevor der Arbeitstag so voll beginnt!
Mutti hatte gestern einen guten Tag, sie hatte keine Schmerzen und sie war auch so ganz gut drauf - redete klar und war schon seit langem nicht so negativ.
Mutti nimmt nichts regelmäßig gegen die Schmerzen, so ab und zu Novalgintropfen - sie sagt die Schmerzen sind noch von der Chemo, ich weiß nicht ob das so ist!
Gestern hat sie auch gesagt sie will nächste Woche wieder mit den Mistelspritzen beginnen und sie sprach überhaupt so, als würde sie noch lange lange bleiben!
Ich möchte dann gar nicht an die Diagnose denken, hab gestern mit ihr Pudding gegessen und wir haben über alles mögliche geratscht!
Da freut man sich schon über Kleinigkeiten - ich freu mich schon, wenn sie wieder über die Nachbarin redet und nicht NUR über ihr Essverhalten und über die Krankheit!!
Hab ihr die Füsse massiert, die sind immer kalt und dann noch einen schönen warmen Thermophor . . .ja es war ein guter Tag!

Ich wünsche Euch allen einen schönen, ruhigen Tag!

Biggy44
14.05.2003, 10:17
Hallo!
Na das ist doch aber schön, wenn deine Mutti sich wieder aufrappelt! :-) Etwas Besseres als eine positive Grundhaltung kann sie nicht haben, denn bei meiner Mutter ist das auch ein Knackpunkt. Sie ist so depressiv, aber nicht erst seit heute. Irgendwie ist die Therapie in dieser Hinsicht auch nicht optimal. Ich muss das mal ansprechen.
Dass deine Mutti nicht ständig oder starke Schmerzmittel braucht ist erstaunlich.
Wir hatten nicht so eine gute Nacht, ich habe kaum geschlafen. Meine Mutter hatte Schmerzen, es kam aber eher daher, dass sie wenig Stuhlgang hatte in den letzten Tagen. Ich habe dann nur gelauscht, ob oben alles ruhig ist oder ob ich noch ein Schmerzpflaster kleben muss oder eher etwas zum Abführen geben muss. Ich dachte dann auch an Darmverschluss und konnte kein Auge zu tun. Gegen Morgen bin ich noch etwas eingeduselt, da ist mein Vater so laut herumgetrampelt und hat die Türen geknallt, das wars dann. Jedenfalls schläft sie jetzt und endlich haben die Abführmittel gewirkt.
Schade, dass sie nicht raus kann bei dem Wetter, denn in der Wohnung findet sie alles noch bedrückender.

Liebe grüße an alle!
Birgit

14.05.2003, 15:55
Hallo Ihr Beiden!
Burgi, das Deine Mutter so wenig Schmerzmittel braucht, finde ich echt erstaunlich. Die Krankheit verläuft wirklich sehr unterschiedlich. Die einen haben von Anfang an die stärksten Schmerzen, die anderen bis zum Schluß kaum. Ich hoffe, dass bleibt bei Deiner Mutter so toll, denn die Schmerzen können einen mürbe machen. Meine Mutter ist dann sehr unruhig, man muß jedes Wort auf die Goldwaage legen, sie versteht alles negativ und hat das Gefühl, wir wären froh, wenn sie endlich tot wäre.
Meine Mutter hat uns vorgestern einen Riesenschreck eingejagt. Sie ist über den Teppich gestolpert und der Länge nach hingefallen. Zum Glück hat sie nur eine Beule am Kopf, aber was müssen das für Schmerzen am Bauch gewesen sein.
Ist das bei Euren Müttern auch so, dass sie beim Gehen (es geht nur noch ganz langsam) so unsicher und torkelig sind?
Gegen die Übelkeit hat der Arzt jetzt Vomex A Zäpfchen verschrieben, die MCP-Tropfen lassen wir jetzt weg. Die Zäpfchen verträgt sie auch ganz gut. Kein Wunder das ihr dauernd übel ist. So viele Medikamente und kaum etwas an Essen im Magen.
Birgit, gibt es bei Euch vielleicht einen Psychologen, der sich auf Krebspatienten spezialisiert hat? Meine Mutter hat eine Adresse aus der Klinik mitbekommen, dort muß sie jetzt noch einen Termin ausmachen.
Wir haben hier bei uns eine Palliativklinik. Das ist eine Station für unheilbar Kranke. Es gibt auf der Station nur 8 Einzelzimmer und die Patienten werden umsorgt und verwöhnt, wie es nur eben möglich ist. Sie können mitten in der Nacht ein Bad bekommen, die Krankenschwestern massieren den Rücken und cremen den Patienten ein (soweit natürlich gerade Zeit ist) und es läuft alles ganz ruhig und nett ab. Meine Mutter hat schon zweimal auf dieser Station gelegen und ist dort sehr gut mit Schmerzmitteln eingestellt worden und hat eben auch solche Adressen von Psychologen bekommen. Ich würde mit meiner Mutter auch gerne zu einem Heilpraktiker gehen. Vielleicht gibt es ja noch Möglichkeiten das Allgemeinbefinden ein bißchen zu verbessern. Aber leider hält meine Mutter da nicht viel von. Ob es etwas bringt, weiß ich auch nicht. Ich war selbst noch nie bei einem Heilpraktiker. Habt Ihr da vielleicht schon mal etwas positives gehört bei der Krebsbehandlung?
Liebe Grüße
Corinna

Biggy44
14.05.2003, 16:42
Hallo Corinna,
meine Mutti schleicht nur ein paar Meter am Tag, meist mit Hilfe. Sie ist ja so schwach, dass sie den ganzen Tag über nur liegt oder zum Essen sitzt.
Heute geht es ihr bescheiden... sie sagt wieder, dass sie endlich erlöst werden möchte, keinen Sinn in diesem Leben sieht, was sie jetzt führt. Sie hat heute fast nichts gegessen, ist total wacklig und sieht elend aus. Vielleicht liegts am Wetterumschwung, am Wind heute?
Dass deine Mutti noch unterwegs ist, also relativ gut laufen kann, bewundere ich noch imemr . Weil sie so wenig wiegt. Was isst sie ungefähr am Tag?
Also ich bin heute auch wieder ziemlich unten mit der Stimmung, meine Mutti zieht mich immer gleich mit runter, sie hat Depressionen.
Der Hausarzt kommt erst Freitag, ein Gespräch heute mit mir hat er abgelehnt aus Zeitgründen. Seit Montag warten wir auf seinen Hausbesuch!
Tja ich weiß nicht, ob Homöopathie etwas bringt... Die Christrose- Therapie jetzt, zwischen der Misteltherapie, soll ja auch etwas bringen, aber was man da noch tun kann... Versucht es. Nur ich denke, deine Mutter soltle schon dahinter stehen, dran glauben.
Nein, bei uns gibt es, obwohl Kreisstadt, keinen Psychologen. Hinfahren köntne die Mutti ohnehin nicht.
Ich glaube dei Nacht heute wird auch wieder ganz mies, ich kann sie auch nicht aufheitern, weil sie in sich und der Krankheit versinkt... Aber es zehrt heute alles sehr an meinen Nerven, weil ich unausgeschlafen bin.
Ich wünsche euch was!
Birgit

14.05.2003, 17:01
Hallo Birgit!
Gut, dass es diese Seite gibt und man sich hier austauschen kann. Ich weiß gar nicht mehr, wieviele Stunden ich hier schon zugebracht habe mit Lesen. Aber es hilft ein wenig.
Meine Mutter isst mittlerweile sehr wenig. Ich habe sie dienstags immer bei mir, da mein Stiefvater unterwegs ist und sie nicht alleine sein mag. Ich koche dann für sie und versuche sie mit basteln und spielen abzulenken. Sie isst wie ein Mäuschen. Vielleicht 2-3 Eßl. vom Nudelauflauf, dann nachmittags vielleicht noch einen halben Babybel, abends einen halben Schokoladenpudding. Uns sie trinkt so wenig. Ich bin immer hinterher, dass sie trinkt. Essen finde ich gar nicht ganz so wichtig. Klar, eine gewisse Menge sollte es schon sein. Aber das Trinken, immer nur alle halbe Stunde mal so`n kleines Schlückchen. Das ist doch zu wenig. Mit dem Basteln kann ich sie ganz gut beschäftigen, da sie eine kreative Ader hat, aber früher nie etwas ausprobiert hat.Früher hatte sie auch nie Zeit so etwas mit mir zu machen. Immer auf Achse. Tja, nun hat sie die Zeit für mich, die ich immer gerne wollte. Ich hätte es mir anders erhofft. Was ich an dieser Krankheit so schlimm finde, ist dieses ständige Auf und Ab. Fühlt meine Mutter sich gut, habe auch ich einen guten Tag. Geht es ihr schlecht, laufe ich wie Falschgeld rum. Kann mich auf nichts konzentrieren. Ich bewundere Dich, dass Du den ganzen Tag mit Deiner Mutter zusammen bist. Wie hälst Du das aus? Meine Mutter wohnt ein paar Straßen weiter und ich bin schon ein nervliches Wrack, wie muß es Dir dann erst gehen? Hast Du einen Ausgleich, um mal auf andere Gedanken zu kommen? Du hast doch auch Kinder? Wie funktioniert das mit Deinen Kindern und Deiner Mutter? Mein Sohn ist fast 7 Jahre und ein lautes und wildes Kind, leider! Meine Mutter war gestern total mit den Nerven runter und hat mehr Schmerzmittel als sonst gebraucht, da die Geräuschkulisse bei uns durch meinen Sohn natürlich anders ist als bei ihr. Und ich kann ihn doch nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher parken. Wie steckt Deine Mutter den Lärm der Kinder (des Kindes) weg?
Ach ja, die Misteltherapie macht meine Mutter seit Ende Januar. Sie macht jetzt geraden einen Monat Pause, soll man wohl nach 3 Monaten machen. Eine Wirkung soll sich ja nach ca. 15 Wochen einstellen. Man soll dann gelassener und ruhiger werden. Ich hoffe, es schlägt an!
Ganz liebe Grüße und ich hoffe, Du hast eine ruhige Nacht und kannst endlich mal wieder ruhig ein- und durchschlafen. Du brauchst Deine Kraft noch!

14.05.2003, 17:44
Hallo Birgit, hallo Corinna!

Meine Mutti hat heute wieder ein bisschen gegessen und sie war auch heute wieder viel klarer als in den letzten Tagen.
Am liebsten mag sie Nudeln, Kartoffeln und Schokoladepudding, wenn ich ihr beim Essen zusehe, dann hab ich das Gefühl, sie ist ein Kind, sie hat echt ein ganz neues Essverhalten - schleckt den Löffel dreimal ab und naja, wie ein Kind eben.
Übel ist ihr heute gar nicht gewesen, nur ihre Beine werden immer schwerer und ich hab auch immer Angst, dass sie fällt - sie geht mit kleinen wackeligen Schritten und ich bin immer froh, wenn sie wieder im Bett ist.
Heute hat der Arzt angerufen und dieses Kümmern von ihm tut Mutti sehr gut - sie fühlt sich da viel besser aufgehoben und betreut als im KH. Morgen wird er sie wieder besuchen und nach so Tagen wie gestern und heute bekomme ich doch Hoffnung, dass Mutti noch lange bei uns ist.
Kinder machen Mutti auch ganz nervös, sie verträgt den Lärm einfach nicht und es ist schon klar, dass meine Schwester (ihre Kinder sind 5 und 2 Jahre) die Kleinen nicht immer irgendwo lassen will um Mutti zu besuchen!
Birgit, ich bewundere Dich auch - aber was sollst Du auch anderes tun, wenn ihr im selben Haus wohnt?
Ich wohn auch nur 5 Minuten von Mutti weg, aber da ist doch ein bisschen Abstand, den ganzen Tag würde ich das nicht schaffen.
Wenn es ihr nicht gut geht, kann ich ihr auch nichts recht machen, geb ich ihr ein Glas, will sie die Milch im Häferl, geb ich ihr die Tabletten, will sie lieber Tropfen und so geht das dann laufend.
Corinna, wenn Deine Mutti einen Psychologen kontaktieren will und es ist möglich, dann mach es - meine Mutti will das gar nicht, sie will nur uns Kinder am liebsten den ganzen Tag um sich und sie denkt auch nur an sich - vielleicht ist das so wenn man so schwer krank ist, ich weiß nicht!
Ich wünsche Euch eine ruhige Nacht und Birgit pass auf Dich auf, sonst kippst Du irgendwann um und dann kannst Du gar nichts für Deine Mutti tun!!!!

Viele liebe Grüße

14.05.2003, 17:45
Ach Corinna, deine Worte in Gottes Ohr.. eine ruhige Nacht wünsche ich mir auch und meiner Mutti, meinem Vater natürlich...
Da isst ja deine Mutter, und sie wiegt ja nur wie eine Maus, auch nicht mehr als meine...
Woher hat sie noch die Kraft, dass sie laufen kann? Meine Mutter schnauft schon, wenn sie fünf Meter läuft mit Unterstützung. Mehr schafft sie gar nicht.
Ja das Trinken....das ist auch hier das leidliche Problem. Ständig muss man sie daran erinnern. Auch das macht ja schlapp, wenn man zu wenig Flüssigkeit in sich hat.
Sie schläft heute fast den ganzen Tag, ist so schwach und will wieder nicht mehr...
Mein Sohn ist 13, er ist zwar auch wild und relativ laut, aber ist eher draußen oder hier unten am PC.
Schön, wenn deine Mutter noch Interesen aht, sie sich ablenken kann. Genau das fehlt meiner. Aber nicht erst seit jetzt. Leider hat sich das gesteigert. Sie will nur schlafen, da sie sich dann am wohlsten fühlt, nicht an die Krankheit denkt und sie horcht nur in sich hinein und denkt daran...
Also heute hege ich echt etwas krachen, weil ich müde bin. Ich mache mich eben auch nervlich fertig, das ist mein problem.
Klar mache ich meine Wirtschaft hier bei mir, gehe ich mal einkaufen, ansonsten sitze ich am PC. Ich schreibe Bücher, Geschichten, habe aber momentan keine Ideen und nicht die Kontzentration, etwas zusammenzubringen.
Ich müsste irgendwie mehr abschalten können, aber es geht nicht.
Liebe Grüße
Biggy

16.05.2003, 10:18
Guten Morgen Birgit und Burgi!
Wie geht es Euch beiden? Und wie geht es Euren Müttern? Meine Mutter muß heute wieder zum Arzt. Sie hat ja einen externen Gallengang und der hat sich schon wieder zugesetzt. Wahrscheinlich muß sie damit dann auch wieder ins Krankenhaus. Das wäre jetzt das 6. Mal seit der OP im Dezember. Sie kommt einfach nicht zur Ruhe. Jetzt war sie gerade mal wieder 1 1/2 Wochen aus dem Krankenhaus raus und es geht schon wieder los. Und immer passiert so etwas an einem Freitag.
Wie war der Hausbesuch von Eurem Arzt, Birgit? Konntest Du mit ihm reden?
Burgi, darf ich Dich mal fragen, wie alt Deine Mutter ist? Hat Deine Mutter auch immer das Gefühl, sie würde jedem zur Last fallen und versteht alles so negativ? Meine Mutter redet auch sehr viel über das Sterben, ihre Trauerfeier und Beerdigung. Ich unterhalte mich mit ihr darüber, aber das fällt so schwer, denn eigentlich möchte man die Krankheit möglichst verdrängen. Reden Eure Mütter da auch so viel drüber oder ist das bei Euch kein Thema?
Liebe Grüße
Corinna

Biggy44
16.05.2003, 10:43
Liebe Corinna,
meiner Mutter geht es nicht gut, und das schon seit 3 Tagen. Sie hat heute Nacht wieder schlecht geschlafen und da ist ohnehin nicht viel mit ihr los. Ansonsten will sie kaum etwas essen und sie wird imemr schwächer. Das ist aber eher krankheitsbedingt, denke ich. Sie schläft sehr viel, ihr fällt das Reden manchmal sehr schwer.
Ich habe Angst, sie kommt ganz zum Liegen und es geht jetzt richtig bergab...
Der Stent scheint noch durchgängig zu sein, aber der Urin ist trotzdem relativ dunkel. Durch die Metastasen?
Deine Mutter kann immer noch raus, läuft? Bewundernswert....
Ich hoffe der Hausarzt kommt heute, denn das kann er bald nicht machen, dass er das Wochenende verstreichen lässt. Er wird nicht in der KH Medikamentierung herumpfuschen, denke ich, obwohl er ja jetzt den Hut auf hat, was die weitere Behandlung betrifft. Mal sehen...
Ja, meine Mutter hat oft davon geredet, was wird, wie sie die Beerdigung haben möchte etc. Ich hasse solche Gespräche, auch wenn sie sein müssen und eigentlich zum Leben gehören.. Aber ich habe ein Problem damit, bin zu sensibel.
Meine Mutter merkt halt, dass sie immer schwäcehr wird und sie will nicht mehr. Das merkt man auch und sie sagt es immer öfter. Sie möchte uns nicht zur Last fallen, sieht, ich leide unter dem derzeitigen Zustand, der Vater findet keine Ruhe.
Nur, das wird dann nicht besser, denn es ist die seelische Belastung und die ist ja zwar anders aber mindestens ebenso stark, wenn sie nicht mehr da ist. Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll, ich habe Angst vor dem, was kommt, denn ich kann dem nicht entfliehen, meine Umgebung ist so oder so die selbe...
Ich wünsch dir was
Birgit

16.05.2003, 12:51
Hallo Ihr beiden!

Meiner Mutti gehts körperlich ganz gut, sie kann wieder ein paar Schritte alleine gehen und sie isst auch wieder ein bisschen mehr!
Übers Sterben redet sie überhaupt nicht mehr (das hat sie vor ihrer letzten Chemo gemacht!) - ich hab so das Gefühl, das Thema will sie gar nicht anschneiden und weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist, ich jedenfalls gehe auf das ein, was sie sagt und red mit ihr nur über das, über das auch sie reden will.
Meine Mutter ist 71 und jetzt redet sie so, als würde sie noch lange, lange leben, sie macht Pläne für nächstes und übernächstes Jahr - aber wenn es ihr gut tut, dann ist das ok und wie gesagt, sie hat zur Zeit gar keine Schmerzen, sie ist nur müde und die Beine eben!
Rausgehen oder Mutti mitnehmen zum Arzt das geht nicht mehr, Mutti aber sagt, das wird auch schon wieder werden.
Biggy, kannst Du mit Deiner Mutti noch in den Garten? Da hat sie sich doch so wohl gefühlt und Dir tut es sicher auch gut, ein bisschen draußen zu sein!
Ich wünsche Euch ein ruhiges, sonniges Wochenende!

Biggy44
16.05.2003, 13:05
Hi Burgi,
schön von dir zu lesen.
Meine Mutti schläft fast den ganzen Tag. Und, sie möchte das auch, weil sie da vergessen kann, keine Schmerzen hat.
Sie ist so depressiv, das kommt noch dazu.
Bis vor paar Tagen haben wir sie noch runter in den Garten "geschleppt", dann war das Wetter nicht mehr danach. Ich dachte heute wird es wieder mal gehen, aber es scheint sich einzutrüben und wenn sie auf der Schaukel liegt, ist es doch kühl mit der Zeit. Außerdem möchte sie meist, dass jemand neben ihr sitzt und das ist dann ganz schön frisch, auch eingepackt.
Ob sie es heute schaffen würde, die Treppen runter zu gehen, weiß ich nicht. Sie ist dermaßen wacklig auf den Beinen.. und wenn ich dann meinen Vater höre, der sagt: das geht nicht mehr lange...Es wird imerm schlechter.. dann wird mir auch nicht besser. Er lässt sie das auch spüren, wo sie so schon ganz unten ist, nicht mehr will.
Sie isst wie ein Vogel, hat vorher nur wie eine Maus gegessen.
Ich weiß nicht, was ich davon halten soll...
Aber bei deiner Mutti war das ja auch shconmal so, Burgi, und dann hatte sie sich wieder aufgerappelt.
Jetzt warten wir auf den ach so netten Hausarzt, der hoffentlich bald mal hier eintrudelt.
Ich wünsche dir, falls wir uns nicht mehr lesen, ein schönes Wochenende.

Biggy

Petra Loos
16.05.2003, 13:10
Liebe Burgi,

Es freut mich, dass Deine Mutter sich immer ein wenig mehr erholt.
Ich finde es schön, dass sie Pläne macht. Ob es gut oder schlecht ist nicht über das Sterben zu reden, da kann man drüber philosophieren.
vielleicht ist es auch Verdrängung, wenn sie nicht über die Krankheit reden mag.
Wichtig ist doch aber, dass dieses Pläne schmieden, ihr offensichtlich bei der Erholung von der letzten Chemo hilft.
Und wenn sie insgeheim doch Hoffnung hegt, ist es doch schön.
wirst sehen, dass mit den beinen wird auch wieder besser und in den Garten kommt sie auch wieder. du kennst doch Deine Mum und ihre Sturheit;-)
Ich wünsch Euch alles Liebe
Petra

16.05.2003, 15:47
Ich bin heute zufällig auf dieses forum gestossen. ich habe meinen mann (48 jahre) vor drei wochen durch diese krankheit verloren. erstmals diagnostiziert im juni 2002 ( 6 cm mit lebermetastasen), inoperabel, laufend chemo-behandlungen. durch zusätzliche maßnahmen wie stutenmilch (gegen verstopfung) und akkupunktur konnte er eine "relativ" gute Lebensqualität bis 5 wochen vor seinem tod behalten. leider ist die krankheit dann plötzlich "explodiert" ( gelbsucht, wasser in den beinen , entzündung der gallenblase) .

Ich wünsche den hier anwesenden alles alles gute.

16.05.2003, 17:44
Hallo Josefa,
mein herzliches Beileid.. es sind nur Worte, die eigentlich nicht helfen, aber wenn man gerade in eienr ähnlichen Situation ist, dann weiß man, wie schrecklich das alles ist.
Dein Mann hatte sein Leben noch vor sich, meine Mutter ist 74. Es ist eigentlich kein Trost, aber wenn man dan hier liest, wie viele nicht einmal so alt geworden sind...
Die Lebensqualität meiner Mutter ist schon von Anfang an, da hat man den Krebs noch gar nicht erkannt, nicht gut. Sie hatte schon zeitig Schmerzen, zunehmende Schmerzen, hat rasant abgenommen. Dann schien es ein klein wenig bergauf zu gehen, trotz des 6cm großen Karzinoms und Lebermetastasen, aber nun geht es abwärts.
Sie isst wieder fast nichts, ist schwach, schläft fast nur, das Sprechen strengt sie an.
Das mit den geschwollenen Füßen scheint bei fast allen zu kommen... meine Mutter hat die Knöchel schon immer ein wenig geschwollen, wegen dem Herzen, dann ging es mal eine Weile, jetzt sind sie ein wenig dick wieder.
Alles Gute
Birgit

16.05.2003, 19:00
Hallo Ihr Lieben!

@Josefa, ich möchte Dir mein aufrichtiges Beileid sagen und wenn Du schreibst, Dein Mann hat bis auf die letzten 5 Wochen das Leben trotz allem noch leben können, dann denke ich, dass ihr dieses letzte Jahr doch sehr bewusst miteinander verbringen konntet - er hat jetzt keine Schmerzen mehr und wird für immer Dein Schutzengel sein . . .

@Danke Petra, ja wenns ums Stursein geht, dann kommt sie auch wieder in den Garten:-)
Morgen will Mutti unbedingt mit zu Vati fahren, hab ein bisschen Bauchweh, dass sie es nicht schafft - allein das Einsteigen ins Auto - aber sie will und Vati freut sich sicher, wenn er sie sieht, auch wenn er nichts sagt!
Und morgen nehm ich zu Vati das Engerlbuch mit und les laut vor - hab ich ihm und den anderen letztens schon versprochen *g*

@liebe Biggy,
meiner Mutti ist es schon genauso gegangen wie Deiner, vielleicht wirds bei Deiner Mutti auch wieder ein bisschen besser - ich wünsche es Dir so sehr!
War der Arzt heute bei Euch?
Morgen ist schönes Wetter und im Garten ein bisschen liegen - das wünsch ich Euch für morgen!

Alles Liebe für Euch alle!

Biggy44
16.05.2003, 19:28
Hallo Burgi,
deiner Mutti scheint es ja wirklich wieder besser zu gehen, nachdem sie mal tagelang nichts gegessen hat und du schon 2x gedacht hattest sie...
Macht sie die Chemo nun weiter oder gar nichts?
Sorry, will nicht neugierig sein, dein Vater lebt nicht mir deienr Mutti zusammen, aber sie haben noch Kontakt?
Jedenfalls scheint deine Mutti ja noch zu wollen, meine leider nicht.
Ja, der Arzt war noch da. Er hat angerufen und meinte, er hätte keine Zeit gehabt, ob er denn noch kommen soll, ich hätte ja alle Arznein bekommen und Blutbild köntne er Ende der Woche eh keins machen lassen. Na klar warten wir, seit Montag schon!, hab ich ihm gesagt. Und dann konnte ich das mit den Antidepressiva schon am Telefon klar machen.
Er meinte, das wäre ihm recht, das eine Arzneimittel, auf was sie der Arzt im KH eingestellt hatte und er absetzen wollte, wäre ohnehin teuer und da schreibt er was anderes auf, ist billiger und passt ihm recht gut. Ob es was bringt, weiß er nicht, ich soll die Dosierung selbst steigern und das andere weg lassen.
Tja, mal sehen. Nachts gebe ich aber noch die Tablette zum Schlafen zusätzlich, denn die hat ja gut gewirkt.
Aber ansonsten ist es deprimierend heute. Sie ist auch so bockig. Klar, ich kanns auch verstehen, weil es ja alles keinen Sinn mehr für sie hat...
Und mein Vater ist auch so ochsig und sieht nichts ein. Er sieht nur, wie sie weniegr isst, viel Schmerzmittel nimmt und meint, das wäre nich gesund. Er begreift scheinbar nicht, dass ein Krebskranker nicht danach gehen kann, sondern möglichst schmerzfrei sein muss und auch keinen Appetit hat. Das kann ich ihm zehnmal erzählen...
Irgendwie graut mir vor der nächsten Nacht, vorm Morgen.. Wer weiß, was morgen ist...
Ich wünsche euch allen hier einen schönen Abend
Biggy

16.05.2003, 20:19
Hallo Biggy,
wollte schon abdrehen, schreib nun doch noch schnell zurück!
Meine Mutti KANN keine Chemo mehr machen, nach der letzten Chemo sagte der Arzt, sie hat noch mal Glück? gehabt - war zuviel für ihr Herz.
Mutti will noch eine Woche warten - frag mich nicht warum eine Woche - und dann soll ich ihr wieder die Mistel spritzen!
Vati ist seit August im Vorjahr in einem Pflegeheim, er hat Alzheimer und spricht schon über ein Jahr kein einziges Wort mehr.
Er KANN nichts mehr alleine machen, braucht Windeln und ist gutmütig wie ein lieber großer Bär.
Er hat immer so warme Hände und wir fahren zu ihm, so oft es geht, Mutti war schon vier Wochen nicht bei ihm!
Sie vermittelt uns das Gefühl, dass sie jetzt die Wichtigste ist und denkt einfach, Vati kriegt das eh alles nicht mit - aber schließlich und endlich ist ER auch krank - es kann sich eben nicht alles um Mutti drehen!
Das macht mich echt wütend - irgendwann sag ichs ihr - ganz ruhig!
Euer Arzt ist echt ein Witz, was glaubt er??
Es ist schwer, gell, da ist Deine Mam, Du versorgst sie so lieb und dann ist da Dein Vater, der wahrscheinlich auch nicht weiß, was und wie er das alles verkraften kann und klar, Du bist dann diejenige, auf deren Schulter alles drauffällt!
Wie geht Dein Mann damit um, sieht er wie erschöpft Du schon bist und könnte Dich er ein bisschen entlasten?

Ich hoffe sehr, dass Du eine ruhige Nacht hast!

Biggy44
16.05.2003, 23:04
Hallo Burgi,
ach das ist aber lieb von dir, dass du mir noch schnell geantwortet hast. :-)
Du und Corinna sind ja die, denen es momentan fast oder so geht, wie mir...
DU gibst die Mistelspritze? Wow! In den Bauch oder?
Bekommt deine Mutti, weil sie auch nicht oder kaum aufsteht, keine Blutverdünnungsspritze wegen Thrombose?
Oh das ist ja traurig mit deinem Vater... Meiner ist ja, wenn er auch stressig ist, wenigstens noch körperlich und überhaupt gut beieinander. So ist er anchts halt immer da, wenn Mutti austreten muss oder sich umzieht, weil sie schwitzt. Das ich trotzdem meistens wach werde und hoch renne, ist ja mehr oder weniger mein Problem.. Aber ändere mal was, wenn der Kopf auf Unruhe und Sorge programmiert ist...
Ich hoffe, dass es wieder ein bisschen bergauf geht... Morgen wird es wieder schön und da kann sie raus. Vielleicht wirkt das oder die neuen Tabletten, obwohl die ja erst nach gewisser Einnahmezeit die Wirkung entfalten.
Ja klar sieht mein Mann, dass ich hager und gestresst aussehe, übernächtigt. Aber abends ist ja nicht mehr so viel zu tun, und am Wochenende muss ich ihm eben alles sagen, von allein sieht er kaum etwas. OK den Geschirrspüler räumt er auch so aus oder deckt den Tisch etc...
Ihn belastet das alles auch, da wir kein richtiges Familienleben mehr haben. Und, er kann mit so etwas nicht umgehen, vor allem wenn ich weine oder darüber reden möchte.
Ich habe eine liebe Mailfreundin, die mich öfter mal anruft oder ich sie, und mit der ich reden kann und ich habe meinen österreichischen Mailfreund, der mir sehr gut zuhören kann und trösten kann. Er kommt nun nach 6 Wochen Urlaub endlich zurück, so dass wir wieder telefonieren können. Bei ihm kann ich etwas innere Ruhe finden, wenn auch nicht sehr lange natürlich.
Und auch das Forum hilft mir sehr, wie euch allen wahrscheinlich.
Ja, ich hoffe auf eine ruhige Nacht, aber ich habe eine schlechte Ahnung in mir.... der Tag war schon nicht gut, Mutti jammerte über Schmerzen....
So, ich werde jetzt schlafen gehen
Gute Nacht!

17.05.2003, 09:35
Hallo Biggy,

hoffe, Deine Nacht war halbwegs ruhig und Du kannst heute mit Deiner Mutti raus!
Es ist gut, dass Dein Mailfreund wieder zurück ist, ich glaub, Du brauchst das schon ganz dringend.
Ich fahr heute mit meinem Mann ein paar Tage weg, meine Schwestern kümmern sich um Mutti und obwohl ich nicht weiß, wiesehr ich abschalten kann - ich freu mich auf diese Tage, ich muss einfach mal weg!

Ich wünsch Euch allen das Allerbeste und melde mich wieder, wenn wir zurück sind!
Viele liebe Grüße!

Biggy44
17.05.2003, 11:25
Danke Burgi, wirst das aber sicher nicht mehr lesen heute.
Ich hoffe du kannst, konntest abschalten. Wohl dem, der es kann, ich leider nicht.
Meiner Mutti geht es schlecht, sie schläft nur, will nicht aufstehen heute, ist schwach...
Alles Sch....

17.05.2003, 16:38
Hallo Birgit!
Wie geht es Dir? Kann Deine Mutter wirklich den ganzen Tag schlafen? Bekommt sie Mittel zur Beruhigung oder Schlafmittel? Oder ist es das Morphium, das so müde macht? Meine Mutter hat eine riesen Panik vor dem Schlafen. Sie schläft vielleicht tagsüber mal eine Stunde und abends hat sie Angst ins Bett zu gehen. Letzte Nacht ist sie um 24.00 Uhr ins Bett und hat ab 02.00 Uhr wieder im Wohnzimmer gesessen und gegrübelt. Sie hat Probleme beim Liegen, da alles drückt und sie Luftnot bekommt und sie hat Angst, den nächsten Morgen nicht mehr aufzuwachen. Schlafmittel möchte sie nicht nehmen, die machen ja süchtig. Mir wäre das in der Situation egal.
Ich hoffe, Burgi erholt sich gut und schafft es, auch mal abzuschalten. Ich gucke auch immer ganz wehmütig jedem Flugzeug hinterher. Reinsetzen und einfach abhauen, den ganzen Mist einfach hinter sich lassen. Aber dadurch lassen sich Probleme ja nun mal nicht lösen. Aber ich habe so ein extremes Fernweh, ich könnte bei jedem Flugzeug losheulen. Wenn alles vorbei ist, dann fliegen wir erstmal weg. Das ist dieser Zwiespalt, den ich habe. Einerseits wünsche ich meiner Mutter ein langes Leben und helfe ihr gerne, bin immer für sie da und andererseits habe ich große Sehnsucht nach Normalität. Mal den Tag wieder anders planen können. Auch mal wieder Urlaub planen können. Hast Du dieses Gefühl auch? Mal wieder ein ganz normales Familienleben? Bei Dir muß dieses Gefühl ja noch viel ausgeprägter sein, wo Du die Qualen Deiner Mutter so nah miterlebst. Ich denke, meine Mutter setzt meißtens ihr Sonntagsgesicht auf, wenn ich komme. Gott sei Dank hat die Galle gestern von alleine wieder angefangen zu laufen. Sie mußte nicht ins Krankenhaus. Denn bei ihrem Zustand würde sie die OP, die dann gemacht werden müßte, sicher nicht überstehen.
Ich wünsche Dir einen ruhigen Tag
Ganz liebe Grüße

18.05.2003, 14:22
Hallo Corinna,
ja, meine Mutter schläft fast den ganzen Tag über. Anfangs dachte ich, es kommt von den Tabltten, jetzt hat sie andere schläft aber ebenso häufig. Sie ist ja derart schwach, dass sie es seit gestern kaum noch bis zur Toilette schafft. Ich dachte es liegt daran, weil sie 2 Tage fast nichts gegessen hat, auch sehr wenig getrunken..aber die Schwäche scheint von der Krankheit zu kommen.
Ist deine Mutti nun nicht mehr gelb? Was war denn der Grund dafür? Ist der Urin normalfarben?
Meine Mutti ist nicht gelb, der Abfluss scheint im Groben erstmal noch zu funktionieren. Wir werden sehen, was die Laborwerte sagen kommende Woche. Abr der Urin ist regelrecht orangefarben.
Das beunruhigt mich, spricht ja für die Leber...
Kann deine Mutti wieder laufen? Und untersucht man sie nochmal, wie weit der Krebs fortgeschritten ist oder wartet man nur ab? Sie hat doch auch Lebermetastasen und der Tumor ist groß, oder? Was macht ihr, außer Schmerztabletten?
Kann deine Ma sich noch allein um sich kümmern, sich versorgen?
Sorry, viele Fragen, ich weiß.. aber es wäre schön, wenn du sie mir beantworten würdest...
Tja, Burgi wird sich hoffentlich erholen. Ich könnte jetzt nicht wegfahren, das versteht meine Schwester auch nicht. Sie ist mal am Wochenende paar Stunden da und hat dann alles zum Abschalten. Ich wollte, dass sie heute noch da bleibt, ohne ihren Mann, aber sie wollte nicht, meinte sie kommt Himmelfahrt einen Tag länger.. Wer weiß, was bis dahin ist...
Klar, sie hat ihre Arbeit, kann nicht einfach frei machen, aber ich habe gedacht, sie bleibt mal ein ganzes Wochenende...
Meinst du, ich habe nicht manchmal ähnliche Gedanken wie du? Oh ja, ich denke manchmal, ohne Angst einschlafen, es könnte wieder was sein...ohne ständig zu lauschen, ob sie nach mir klingelt, ob die Arznei gerichtet ist, ohne Angst zu haben,was wird morgen sein....
Ich glaube nicht, dass es nochmal besser wird kurze Zeit, so wie es bei Burgis Mutti ist... ich denke, es geht immer mehr bergab.
Ich wünsch dir einen schönen Sonntag
Und doch bin ich froh, sie ist noch da. Ich kann mit ihr reden. Doch es tut weh, wenn ich sehe, wie sie abbaut, wie sie aussieht, wen sie Schmerzen hat usw... Es belastet unwahrscheinlich und ich denke manchmal, das ist nicht meine Mutti, weil sie sich so verändert hat.

18.05.2003, 17:11
Hallo Birgit!
Meine Mutter ist total gelb im Gesicht, auch das Weiße in den Augen ist ziemlich gelb. Sie hat jetzt schon seit Monaten diese Farbe. Es wird wohl nicht mehr weggehen. Der Urin von ihr ist auch orangefarben. Der Internist meinte, das käme von der Galle. Sie wird ziemlich regelmäßig durch Ultraschall untersucht. Aber gemacht wird nichts mehr. Einfach abwarten. Bei neuen Komplikationen muß dann wieder reagiert werden. Ein neues Problem könnte demnächst die Blase sein. Sie kann ja nicht mehr so drücken und hat Probleme, die Blase vollständig zu entleeren. Wie groß der Tumor selbst ist, weiß ich nicht. Aber er muß sehr groß sein, denn er soll ja schon im Dezember, als die Krankheit festgestellt wurde, in die umliegenden Organe reingewachsen sein. Und jetzt ist eben noch zusätzlich die Leber voller Metastasen. Wieviel weiß ich nicht. Ich glaube, es ist auch relativ egal. Die gelbe Gesichtsfarbe kommt sicherlich von der Leber.
Du wirst es nicht glauben, aber meine Mutter hat gestern und heute Spaziergänge gemacht. Sie geht dann mit ihrem Mann (mein Stiefvater, deswegen sage ich "ihr Mann") Eisessen, bummelt durch den Supermarkt. Es geht zwar alles ganz langsam und nur mit dem Rollator, aber immerhin. Sie kann sich auch noch alleine versorgen, also z.B. duschen. Es bleibt aber jemand zur Vorsicht dabei. Das Treppensteigen wird immer schlechter, aber damit hatte sie vorher auch schon immer mehr Probleme, da sie auch Multiple Sklerose hat.
Sie sagt, dass Laufen tut ihr unheimlich gut. Der Anfang ist sehr schwer, aber dann geht es immer besser. Hat man Euch eigentlich schon mal eine Prognose gesagt, wielange es mit Lebermetastasen noch geht? Wir haben bisher noch nicht gefragt, ich denke, so genau kann man es auch nicht sagen, aber man denkt trotzdem immer drüber nach.
An Medikament nimmt meine Mutter ne`ganze Menge ein. Morphium, Novalgin Tropfen, Kreon, geben Übelkeit jetzt Vomex A Zäpfchen statt MCP-Tropfen (helfen bei ihr besser), Vitamine und jetzt auch Cortison (ich denke wegen der Leber, bin mir aber nicht ganz sicher).
Hast Du das auch, wenn Du an irgendwelchen Orten bist, irgendwelche Sachen machst, das Du immer denkst, als ich das letzte Mal hier war, da war die Welt noch in Ordnung?
Was für mich auch schlimm ist, wenn ich zur Arbeit fahre mit dem Bus, dann fahre ich zuerst am Haus meiner Mutter vorbei und ein wenig später am Friedhof, auf dem schon mein Vater beerdigt ist und auch meine Mutter später beerdigt sein wird.
Trotzdem, schönen Sonntag noch und wir lassen uns nicht unterkriegen!!!
Corinna

18.05.2003, 17:40
Hallo Corinna,
ich freue mich richtig, wenn du hier antwortest oder Burgi.
Ich fühle mich indirekt, die anderen mögen es mir verzeihen und es nicht missverstehen, mit euch verbunden, da wir in der fast gleichen Situation stecken im Moment und der Austausch doch regelmäßig ist.
Da geht es deiner Mutti ja noch gut, wenn ich das mal so ausdrücken darf. Im Vergleich gesehen natürlich. Vor ca. 5 Wochen war der Tumor meiner Mutti ca. 6,5 cm und einige Lebermetastasen, keine betroffenen Lymphknoten aber, der Gallegang umwuchert.
Nachdem der Stent gesetzt wurde, du erinnerst dich vielleicht, erst der 3. Versuch gelang, dauerte es noch 14 Tage, bis die gelbe Farbe am Bauch verschwunden war. Sie war ja quietschgelb am ganzen Körper. Und da war auch der Urin wieder normalfarben. Aber nicht lange. Sie ist noch nicht wieder gelb, obwohl so ein bisschen bräunlich im Gesicht sieht sie wieder aus und ganz reinweiß sind die Augen nicht. Aber ich glaube bei keinem alten Menschen sind sie bis zum Lid ganz weiß...
Warum der Urin wieder so dunkel ist, frage ich mich schon. Ich hoffe nicht, dass der Stent sich zusetzt und sie wieder ins KH muss. Denn dann kommt sie erstens nicht wieder raus und schon der Gedanke daran würde sie kaputt gehen lassen.
Mit den Schmerzen ist es auch so eine Sache... Sie klebt ja Pflaster, mittlerweile noch eins dazu. Auch das macht müde. Aber sie brauchte egstern Nacht dazu noch die Schmerztropfen und ein Zäpfchen. Das kann irgendwie nicht sein, denn es war schonmal so und dann kam sie wieder mit viel weniger aus. Vieles ist auch psychisch. Sie lässt sich hängen und dadurch geht das alles schneller. Sie war aber schon immer so. Ich kann sie auch verstehen. Es ist ja auch irgendwie etwas Egoismus dabei, wenn man einen so Scherstkranken möglichst lange noch am Leben haben möchte, auch wenn dieser abgeschlossen hat...
Übel ist ihr jetzt kaum noch, aber sie isst fast nichts. Mit dem Trinken ists so wie bei deiner Mutti.
Ja, ich denke manchmal dran, vor einem Jahr haben wir uns gefreut, dass sie die schwere BSD Entzündugn so gut überstanden hatte und einen Riesenappetit hatte. Wir haben bzw. hatten jetzt alle 4 Geburtstag in meiner Familie. Mai ist ein so schöner Monat, aber ich finde keine Freude.
Mir graut vor meinem Geburtstag, denn was wird da sein? Weiß ich, wann meine Mutti geht und ob dieser Tag für immer einen furchtbaren Beigeschmack erhält? Davor habe ich Angst, und wie!
Sie ist so schwach, schafft es kaum zur Toilette seit 3 Tagen. Sie spricht kaum, es strengt sie an, man versteht sie auch so schlecht dann.
Ich sehe auch so viele Dinge als zeichen, so wie du mit dem Friedhof z.B. Ich, wir müssen da durch, es gibt kein Entkommen. Ich bewundere meine Schwester, sie kann besser damit umgehen. Aber sie ist ja auch abgelenkter und nicht ständig hier.
Ich versuche schon immer jetzt damit fertigzuwerden, mich damit abzufinden, mir das klar zu machen, weil ich ja sehe, was mit ihr los ist. Ob mir das am Ende etwas hilft, weiß ich nicht...
Tschüs, ich freu mich, wieder von dir zu lesen...
Birgit

18.05.2003, 22:36
Hallo Corinna,
die Lebermetasthasen sind glaube ich nicht so dass Problem. Unsere Uroma hat 4 Jahre mit einem riesengroßen Lebertumor gelebt.(Ohne Schmerzen)Aussredem wächst Leberkrebs glaube uch auch nicht so schnell.
Biggy und Burgi: Hallo, ich bin weiter bei Euch im Forum. Hatte aber nichts beizutragen, daher habe ich mich nicht gemeldet.Am Dienstag kommt meine Ma wieder. Es geht ihr so la la. Ihr tun die Füßse so sehr weh., Sie sind angeschwollen und rissig. Sie glaubt an Fusspilz, aber nach dem was ich hier gelesen habe, befürchte ich es ist Wasser... Oh weia, Dass macht mir Angst...
Ich denke ganz doll an Euch und wünsche Euch viel Kraft.
LG
Katharina

Biggy44
19.05.2003, 12:31
Hallo Katharina,
das liest sich ja auch gar nicht so toll, was du da von deiner Mutti schreibst....
Tja ich weiß nicht, inwiefern Lebermetastasen Probleme machen. Wenn es immer mehr werden, tun sie das sicher irgendwie. Schmerzen wird das nicht machen, weil die Leber selbst ja keine Nerven hat.
Meine Mutti ist eben so elend schwach und bei ihr spielt die Psyche eben sehr mit.
Ich wünsch dir und deiner Mutti alles Liebe!
Birgit

19.05.2003, 14:23
Hallo Katharina und Hallo Birgit!
Bei den Lebermetastasen ist das Problem, dass sie die feinen Gallengänge (die ganze Leber ist damit zersetzt) verstopfen. Dadurch kann die Galle nicht abfließen. Es kommt zur gelben Hautverfärbung und den "gelben" Augen.
Das Problem mit den Füßen hat meine Mutter auch. Sie muß die Füße jetzt wickeln und darf nicht so viel laufen. Sie muß die Füße oft hochlagern. Das Wickeln hat auch schon gut geholfen.
Die Metastasen machen mir eigentlich auch gar nicht so eine Angst, aber ich habe das Gefühl, der Tumor frisst meine Mutter langsam von innen heraus. Ich habe sie eben besucht und hatte sie vorher das letzte Mal am Donnerstag gesehen. Dazwischen war sie viel unterwegs und hatte keine Zeit (aber ich bin froh, wenn sie die Zeit nutzt). Sie ist noch dünner geworden. Das Gewicht liegt immer noch bei 40 kg, aber sie sieht aus wie ein Skelett mit gelber Haut. Überall ragen die Knochen heraus und sie hat ein ganz dünnes spitzes Mäuschengesicht bekommen.
Birgit, ich denke es ist gut, wenn der Urin Deiner Mutter so dunkel ist. Das ist doch ein Zeichen dafür, dass die Galle noch gut durchläuft. Wenn die Hautfarbe sich wieder verändert, dann würde ich zuerst an die Lebermetastasen denken, die sich vor einen der Gallengänge setzen. Ein Stent muß bestimmt nicht gesetzt werden. Ich glaube auch nicht, dass das gut wäre. Denn auch bei der ERCP wird ja eine Narkose gegeben. Bei dem Allgemeinzustand sicher ein Risiko. Der externe Gallengang meiner Mutter ist unter örtlicher Narkose gemacht worden (sofern sie denn gewirkt hat, soll sehr schmerzhaft gewesen sein). Da ist das Risiko geringer. Meine Mutter fängt jetzt mit Beruhigungstabletten abends an, da sie ja so eine panische Angst vor dem Schlafen hat. Sie macht sich auch so viele Gedanken, wie das Sterben wohl ist. Ob es weh tut, ob sie abends im Bett erstickt usw. Es ist schwierig ihr dazu etwas zu sagen. Ich glaube, die Angst kann man niemandem nehmen.
Morgen ist sie wieder bei mir und ich kann sie verwöhnen, bekochen und betütteln. Man muß jede Minute intensiv erleben. Die Zeit kommt nicht wieder.
Liebe Grüße an alle
Corinna

Biggy44
19.05.2003, 14:49
Hallo Corinna,
deine Mutter kann imemr noch laufen und sich allein versorgen? mein Gott, wie schafft sie das bei der Krankheit, bei dem Gewicht?
Meine Mutter wiegt sicher noch 50kg, aber sie kann sich kaum noch auf den Beinen halten in den letzten Tagen. Die Knöchel sind auch dick seit Tagen. Aber das hat sie schon öfter früher gehabt, kam vom Herzen.
Sie isst wieder fast nichts und zum trinken msus ich sie ermahnen.
Ne du, der Urin darf nicht so dunkel sein. Wenn der Gallefluss nicht funktioniert, wenn die Leber krank ist, dann hat man dunklen, oder bierbraunen Urin und hellen, lehmfarbenen, Stuhl. Ist bei Hepatitis glaube auch so. Es kann sein, weil sie zu wenig trinkt, dann wird der Urin dunkler, aber ich denke das kommt eher von der Leber. Gelb ist sie aber noch nicht wieder. Nein, sie würde sich nicht nochmal so einen Stent setzen alssen, das auch nie verkraften. Man hat es ja 3x probiert damals, es war eine Quälerei, weil sie das trotz der leichten Narkose gemerkt hat und nachher furchtbar aussah...
Bei ihr ist es halt von Anfang an ein Problem, dass sie nie Interessen hatte, keinen richtigen Sinn im Leben sah und sich in ihrer Krankheit ergeben hat. Nun kommt das natürlich noch drastischer zum Tragen.
Ich fand heute, dass sie nicht ganz so mies aussah und drauf war wie gestern. Aber sie meitn, es geht ihr nach wie vor total bescheiden...
Vor allem wirkt seit Tagen kein Abführmittel richtig. Nicht das es da noch Probleme gibt...
Keiner weiß, wie es in ihrem Bauch aussieht. Vor 5 Wochen wurde zuletzt Ultraschall gemacht. Aber vielleicht besser, amn weiß es nicht....
Ja, genieße die Zeit mit deiner Mutti, man weiß nie, wieviel sie noch hat...
Klar hat jeder Angst vorm Sterben, denke ich mal.
Weiß man was kommt? Und, was ist vorher? leidet man noch besonders, bis dann Schluss ist?
Warum kann deine Mutti so schlecht atmen? Hat sie denn auch Wasser in der Lunge, meist ist das doch davon dann?

Ich wünsch dir was!
Birgit

19.05.2003, 21:33
Hallo Birgit!
Die Lunge ist heute erst abgehört worden, da ist alles (noch) in Ordnung. Ich denke einfach, der Tumor wächst und verdrängt dadurch die anderen Organe. Es wird einfach eng. Es kann aber einfach auch nur die Panik sein. Sie hat ja auch noch Multiple Sklerose und da läuft sehr viel vom Kopf aus. Wenn sie Panik hatte, dann hatte sie auch immer gleich Probleme mit dem Laufen, Sprechen oder auch Luftholen. Bei meiner Mutter wird eigentlich so alle 2 Wochen Ultraschall und auch Blutwerte-Kontrolle gemacht.
Raucht Deine Mutter eigentlich? Meine hat ja wieder angefangen und siehe da, mit der Verdauung gibt es keine Probleme mehr. Nikotin macht´s möglich.
Meine Mutter war schon immer ziemlich dünn. Vor der OP wog sie 56 kg. Bei ihrer ersten Schwangerschaft litt sie an Hyperemisis, starkem Erbrechen, da war sie schon mal auf 37 kg runter. Aber es sieht wirklich erschreckend aus. Ich habe eben schon mal vorgekocht für morgen. Alles mit viel Sahne.
Schade, dass Du Deine Mutter für nichts interessieren kannst. Das macht alles noch viel schlimmer. Ich merke bei mir immer, wenn es meiner Mutter einigermaßen gut geht, dann habe auch ich einen guten Tag. Wenn es ihr schlecht geht, dann darf mir aber keiner blöd kommen. Ich bin dann so gereizt und nervös, dass ich jeden anfahre.
Hoffentlich hast Du eine gute Nacht und kannst mal richtig schlafen.
Liebe Grüße
Corinna

19.05.2003, 22:49
Liebe Grüsse an Euch alle Nachtschwärmer,
Katharina

Biggy44
19.05.2003, 23:29
Hallo Corinna,

was meinst du zu der Farbe des Urins? Da scheint doch was nicht i.O. zu sein, bei deienr Mutter passt es ja, sie ist gelb dazu...
Nein, meine Mutter hat nie geraucht.
Man unterscuht sie auch nicht mehr und ich wüsste nicht, wie wir sie ins KH bringen sollten.. Sie geht auch in keins mehr, weil sie meitn, dort allein sterben zu müssen, davor hat sie panische Angst.
Etwas wirr redet sie jetzt manchmal, das macht einen zusätzlich fertig. Aber sie nimmt seit 2 Tagen andere Antidepressiva und da steht das als Nebenwirkung drin bei älteren Leuten...Ich bilde mir ein, es kommt daher.. kann aber auch sein, sie baut so ab....
Irgendwie scheint ihr alles egal zu sein. Sie meckert den Vater an, stellt alle an, wenn sie mal munter ist, ansonsten interessiert sie eben leider nichts.
Ich bin immer gereizt jetzt, eigentlich eher genervt, hundemüde, erschöpft nervlich. Es gab schon lange keinen guten Tag mehr und ich fürchte es gibt keinen mehr....
Was ist leichter.. das alles und wenns schlimmer kommt noch lange zu ertragen, oder ihren Tod?
Ich weiß es nicht...
Ich hoffe, heute gibt es Ruhe oben...
Gute Nacht oder guten Morgen an alle
Birgit

20.05.2003, 08:29
Hallo Birgit!
Na, da hast Du aber eine Nachtschicht eingelegt.
Meine Freundin hat ihren Vater an Krebs verloren. Sie hat ihn mit ihrer Mutter bis zuletzt gepflegt. Es ging soweit, dass sie ihren Vater gewickelt hat. Er ist am Schluß ins Koma gefallen und war nach 3 Tagen tot. Es hat 1 Jahr gedauert. Sie waren am Ende alle so fertig, dass sie gebetet haben, er solle jetzt nun endlich sterben dürfen. Als es vorbei war haben sie ein wenig geweint und dann kam die große Erleichterung, dass er es überstanden hat aber auch, dass sie es überstanden hat. Und so ist das glaube ich bei Krebs. Die Krankheit macht den Kranken und die Angehörigen so mürbe, dass der Tod nicht mehr als Bedrohung sondern als Erlösung angesehen wird. Irgendwann ist dieser Punkt erreicht. Es können alle nicht mehr. Aber man bekommt doch irgendwie Angst vor dem Leben. Mein Vater ist an Krebs gestorben und auch meine Mutter wird an Krebs sterben. Wie sieht es später bei mir aus? Muß ich mich auch so quälen wie meine Mutter, werde ich auch so jung sterben. Wie wird mein Sohn später damit fertig.
Man macht sich über so viel Mist Gedanken.
Wenn der Urin Deiner Mutter schon so dunkel ist, kann vielleicht auch altes Blut mit im Urin sein? Der Arzt meiner Mutter meinte, die Farbe des Urins wird sich jetzt laufend ändern. Mal wird er heller sein, dann geht ein Großteil der Galle den normalen Gang über den Darm, mal wird er dunkler sein, dann hat sich wieder ein Gallengang zugesetzt und die Galle läuft nur über den Urin ab. Und die Gallengänge werden sich jetzt laufend zusetzen durch die Metastasen in der Leber.
Mal sehen, wie der Tag heute wird.
Habt Ihr eigentlich einen Pflegedienst? So viel ich weiß, kommt man in Pflegestufe 1 wenn der tägliche Aufwand für Körperpflege, Anziehen etc. mehr als 90 Minuten beträgt. Kann das Dir vielleicht ein wenig mehr Freiraum schaffen?
Ich denke, irgendwann kommt man ohne Pflegedienst nicht mehr aus, wenn man sich entschieden hat, zu Hause zu sterben - und wer will das nicht?
Liebe Grüße
Corinna

Biggy44
20.05.2003, 09:08
Hallo Corinna,
heute ist ein schlechter Tag, meiner Mutter geht es schlecht. Sie ist noch schwächer geworden. Geschlafen hat sie aber gut, sagt mein Vater.
Ich habe die Pflegestufe beantragt, gleich, als meine Mutter aus dem KH kam. Das dauert ein Vierteljahr, sagte man mir.
Im Moment kriegen wir das noch so auf die Reihe, aber ich denke auch, irgendwann brauchen wir Hilfe, weil méin Vater das nicht mehr schafft und ich auch körperlich kein Riese bin. Der Pflegedienst kommt ja auch nur 2x tgl. vorbei. Es ist ja so, dass meine Mutter immer mal Kleinigkeiten will oder mein Vater was will..gleichmäßig über den Tag verteilt. Sie merken nicht, dass ich glaube, ich müsste immer parat sein und nutzen das vielleicht ein wenig aus. Aber was tut man nicht alles... es ist ja eher meine Seele, die da leidet...
Es wirkt sich ja auch alles auf mein Familienleben aus. Mein Mann sagt zwar, er vesteht das, aber letztlich merke ich, wie es ihn nervt, dass nicht alles wie früher seinen Gang geht. Er kann damit eben nicht umgehen, ist auch nicht der große Tröster, der das Verständnis und die Ruhe aufbringen kann, mir Kraft und Stütze zu geben.
Ach je, dein Vater hatte auch krebs? Was ist denn das in manchen Familien, ich habs in so vielen Postings hier schon gelesen...
Ich weiß nicht, ob man so unbedingt gefährdet ist, wenn Vater oder Mutter Krebs haben oder erst dann, wenn sich das in deren Generation häufte. Ich muss aber sagen, ich habe Angst davor, auch BSD Krebs zu bekommen, da ich sehr nach meienr Mutter komme, alles in allem.
Nein, das glaube ich nicht, dass Blut mit im Urin ist. Ich denke eher, das liegt an der Leber.
Wenn ich das sehe.. meine Mutter ist ein Häufchen Elend. Irgendwie ist sie mir sogar fremd, weil sie so ganz anders ist, wie ich sie kenne.

20.05.2003, 12:10
Hallo Birgit!
Ja, das kenne ich auch. Wenn ich meine Mutter so ansehe, dann ist nicht mehr viel von der Frau übrig, wie ich sie kenne. Es ist für mich leichter, mit ihr zu telefonieren. Da merkt man den Unterschied nicht. Irgendwie machen wir gerade einen Rollentausch durch. Jetzt bin ich die, die betüttelt und verwöhnt, die sich Sorgen macht. Ich würde meine Mutter am liebsten in Watte packen. Ich nehme sie sehr viel in den Arm oder halte ihre Hand. Wir sitzen auch oft gemeinsam auf dem Sofa unter einer dicken Decke und halten Händchen. Irgendwie brauchen wir das. Meine Mutter war leider nie so der mütterliche Typ, eher beste Freundin. Sie bereut jetzt sehr viel, dass sie wenig Zeit für mich hatte, für meinen Sohn hatte, und sie hat das Gefühl, mit Geschenken jetzt alles gut zu machen. Aber ich bin ihr nicht böse. Ich bin froh, dass sie ihr Leben genossen hat, viele Reisen gemacht hat, immer unterwegs war. Hätte sie immer auf mich Rücksicht genommen, dann hätte ich jetzt sicher ein schlechtes Gewissen.
Mein Mann ist für mich leider keine große Hilfe. Er hat zu seinen Eltern ein sehr distanziertes Verhältnis und meint nur, wenn ich das auch gehabt hätte, dann wäre es jetzt nicht so belastend für mich. Wenn alle so denken würden, arme Welt!
Mein Vater ist vor 3 Jahren an Mundhöhlenkrebs gestorben. Er war Pfeifenraucher. Deswegen ist meine Einstellung dem Rauchen gegenüber auch ein wenig radikal. Seit der Scheidung meiner Eltern hatte ich kaum noch Kontakt zu ihm und habe deswegen sein Sterben nicht so hautnah mitbekommen.
Laut Frauenärztin besteht ein stark erhöhtes Krebsrisiko. Ich muß es bei allen Ärzten angeben und werde dementsprechend gründlicher durchgecheckt.
Komisch, über die Bauchspeicheldrüse hat man vorher nie nachgedacht. Klar, es gibt sie, aber dass sie solche Probleme machen kann und so gefährlich ist? Ist bei Euch in der Familie denn eine Veranlagung zu Bauchspeicheldrüsenerkrankungen bekannt? Dann mußt Du Dir echt Gedanken machen und es regelmäßig kontrollieren lassen. Wenn man es frühzeitig erkennt, sind die Chancen ja sehr gut. Nur wenn man hingeht, weil man Probleme hat, ist es ja meißt zu spät.
Ich hoffe, Deiner Mutter geht es morgen ein bißchen besser. Vielleicht kannst Du Dich ja zu ihr setzten und ihr ein wenig vorlesen. Meiner Mutter würde das sehr gefallen.
Liebe Grüße
Corinna

20.05.2003, 13:26
Hi Corinna,
meiner Mutti fällt das reden so schwer. Schon lange zwar, aber in den letzten Tagen umso mehr. Sie bekommt die Zähne nicht auseinander, man versteht sie kaum und ihr ist alles Reden zu viel, auch wenn man mit ihr lange redet.
Sie möchte ihre Ruhe und ich habe das Gefühl, sie nimmt nur noch alles so hin. Anfangs hat sie viel gejammert und geweint, sie will nicht mehr, man soll sie endlich sterben lassen, seit sie aber noch weniger kann und es ihr so schlecht geht, sagt sie das nicht mehr. Sie schläft fast nur noch.
Oh ja , ich bin auch ein radikaler Gegner des Rauchens. Mein Vater hat bis vor 30 Jahren geraucht, dann von heut auf morgen aufgehört. Ich ertarge es auch nicht, wenn jemand neben mir racuht, bekomme sofort Beschwerden.
Ja...du bist so gefährdet? weil es beide Eltern betrifft? Oder gibt es in der Verwandtschaft noch mehr Krebserkrankungen? Ich meine, dass ein Elternteil Krebs hat, das hört man ja nun fast von jedem mittlerweile... Aber dei Gefährdung steigt meines Erachtens erst dann, wenn 2 Fälle in unmittelbarer Blutsverwandtschaft vorkamen.
Dann ist das doch eher durchs Rauchen bei deinen Eltern, denn sowohl für Mundhöhlen- als auch BSD-Krebs ist das Rauchen mit verantwortlich...
Nein, bei uns hatte niemand etwas mit der Bauchspeicheldrüse. Krebs ist gar nicht in der nahen Verwandtschaft aufgetreten, unseres Wissens.
BSD Krebs soll ja nicht so häufig sein, uns sagte aber mal ein Arzt, das würde sich in den letzten Jahren häufen, und es wären immer jüngere Menschen betroffen. Das muss ja Gründe haben.
Tja, wenn du ein gutes Immunsystem hast, gute Gene, dann kommt der krebs vielleicht gar nicht erst zum wachsen, denn jeder hat sicher veränderte Zellen in sich.
Meine Mutter hat sich seelisch fertig gemacht, als ihre Schwester so krank war und dann gestorben ist. Sie hat sich immer verantwortlich gefühlt für sie, konnte aber nicht oft zu ihr hin. Da hat sie sich Vorwürfe gemacht und wir dachten schon, sie geht an dem Tod kaputt.Aber sie hat unheimlich darunter gelitten, alle Freude am Leben verloren und dann relativ viel getrunken... Nein, nicht dass sie betrunken war jeden Tag oder Alkoholiker, aber ein Missbrauch
war es sicher schon. Und kurz darauf dann bekam sie diese erste sehr schwere Bauchspeicheldrüsenentzündung. Man hat sie viel zu schnell wieder entlassen damals, ihr Leben hing am seidenen Faden, man sagte, sie muss Wochen im KH bleiben und so kannten wir das auch von anderen, aber dann entließ man sie plötzlich nach knapp 14 Tagen, weil Betten gebraucht werden. Danach erfolgte keine Kontrolle der BSD mehr, nur Laborwertkontrolle.
Na so toll sind die Aussichten auch nicht, wenn man eine bösartige Veränderung an der BSD erkennt...
Das ist natürlich auch absoluter Mist, wenn dein Mann so redet. Wem hilft das denn? Dir mit Sicherheit nicht. Männer schieben meist alles von sich und wollen ihr heiles Familienleben nicht einbüßen, denke ich. Ich weiß ja nicht, wie sehr es durch deine Mutter aus den Fugen gerät, belastet wird. Aber gerade jetzt braucht man den Partner als seelische Stütze und zum Anlehnen, Verständnis. DAS heißt für mich echte Partnerschaft und nicht nur, wenn eitel Sonnenschein herscht und der Partner etwas ebenso fühlt.
Na gut, man kann nicht alles haben.. :-)
Aber mir fehlt das schon auch hier, deshalb treibe ich mich oft im Forum herum, da wird man verstanden.
Viele grüße
Birgit

20.05.2003, 19:30
Hallo Birgit!
So, meine Mutter ist gerade abgeholt worden. Es war eigentlich ein schöner Nachmittag, wir konnten viel reden und sogar einen ganz kleinen Spaziergang machen (10 Min.). Egal, das reicht schon. Und gefuttert hat sie heute. Einen großen Teller mit Brokkolicremesuppe und noch eine Backkartoffel mit ganz viel Kartoffelcreme. Ich war richtig baff. Aber getrunken hat sie wieder so gut wie gar nichts. Zwei, drei Schlucke vielleicht. Leider läuft die Galle schon wieder seit zwei Tagen nicht ab. Hoffentlich öffnet sich der Gang von alleine wieder.
Tja, ehrlich gesagt könnte ich meinen Mann im Moment in die Wüste schicken. Null Verständnis. Hauptsache, ich frage wie es denn bei ihm auf der Arbeit war, ob ich ihm etwas Schönes vom Einkaufen mitbringen darf. Hauptsache, es läuft alles normal. Aber gerade das geht im Moment eben nicht. Ich bin so oft bei meiner Mutter, das eben auch der Haushalt ein wenig auf der Strecke bleibt. Und, ganz ehrlich, seine Arbeit ist mir im Moment einfach schnuppe. Ich habe ganz andere Sachen im Kopf. Leider habe ich mir so einen kleinen Pascha an Land gezogen, dem seit der Hochzeit die Hände abfaulen, wenn er zuviel macht. Na ja, so hat eben jeder seine guten und seine schlechten Seiten.
Das mit der Krebsgefährdung wurde mir so von der Frauenärztin gesagt. Auf Seiten meiner Großeltern gab es aber auch schon Krebs. Na ja, weglaufen gilt nicht.
Schade, dass Deine Mutter so gar keinen Lebenswillen mehr hat. Aber ich denke, uns würde es genauso gehen. Stell Dir vor, immer Schmerzen, man kann nichts mehr alleine machen, die ganzen Medikamente. Irgendwann kann man einfach nicht mehr. Hängt Deine Mutter eigentlich sehr an Deinem Sohn, bzw. anders herum? Das ist für meine Mutter mit das Schlimmste, dass sie nicht mehr sehen kann, wie ihr Enkel heranwächst. Und für meinen Sohn wird auch eine Welt zusammenbrechen. Die Eltern meines Mannes interessieren sich nicht für ihn, dabei ist er das einzige Enkelkind weit und breit. Aber meine Mutter, die liebt ihn abgöttisch.
Tja, wie heißt es? Die Guten gehen immer zuerst.
Schlaf gut!

Biggy44
21.05.2003, 15:22
Hallo Corinna,
hier sieht es mehr als bescheiden aus...
Nachts wollte meine Mutter aufstehen, dann hat sie bis fast 10 Uhr geschlafen. Schmerzen hat sie keine, sagte sie. Aber man weiß das nie so recht, später sagt sie dann immer, sie hätte immer Schmerzen. Sie hat etwas Mittag gegessen, ich hab ihr Spinat u. kartoffelbrei und Ei gemacht.. Nicht viel, aber immerhin. Doch sie kann isch kaum auf den Beinen halten, ist irgendwie selbst aufgestanden heute Morgen und lag dann vor dem Bett. Dann kam sie mit der Zeit nicht klar und begann zu weinen, warum alles immer schlimmer wird, was los ist. Sie dachte vielleicht doch noch mal eine zeitlang, es wird besser.. Sie tut mir so leid! Sie meinte, warum sie denn nicht mehr aufstehen kann, akum noch laufen und sitzen und das sie durcheinander kommt , wohl schon irre wird. Sie merkt das also, wenn sie Mist redet manchmal oder sich das nicht merken kann.
Mein vater zieht immer gleich die Stirn kraus, wenn sie etwas möchte, was er nicht einsieht, z.B. nen neuen Pullover anziehen... Er ist so ungehalten und acuh fertig. Aber muss er das vor ihr zeigen? Sie merkt das doch, dass er die Schnaauze irgendwie voll hat, es nicht mehr erträgt aller. Ich wundere mich über mich selbst, denn ich bin ganz ruhig, mir macht es nichts aus, wenn ich sie nicht gleich verstehe, wenn sie etwas Unsinniges will oder x Mal etwas fragt.
Ich funktioniere irgendwie, schiebe alles andere weit weg.
Der Hausarzt ist echt eine Pfefe. Er überlässt es mir, wie ich das antidepressivum dosiere, welches ich weglasse, wann ich was gebe.. das ist der Hit!
Er denkt, wenn ich in der Apotheke gearbeitet habe, dann weiß ich genug darüber. Ist aber Unsinn. Er hat sie abgeschrieben, deshalb ist es ihm egal, was sie einnimmt und wann. So, wie ich ihm das vorgeschalgen habe, ob ichd as so amche, sagte er: ja, machen Sie das so, ist auch egal, ob sie das oder das Mittel geben.
Den und meinen Mann und deinen und ab in die Tonne oder Wüste... :-)
Ist echt blöd, wenn der Partner sich so verhält, kein Verständnis hat oder alles unterstützt. Er muss doch begreifen, dann hat auch er eteas davon, alle letztlich. Auf wen soll man sich stützen, wenn man einen Partner hat?
Doch meine Mutti hängt an ihrem jüngsten Enkel, meinem Sohn. Aber sie ist momenatn so mit sich beschäftigt und schaltet ab, dass sie nicht nach ihm fragt. Clemens muss ich fast hoch zur Oma prügeln. Ich hab ihm das erklärt und gesagt, er soll jeden Tag mal ganz kurz zur Oma hoch gehen, bald kann er das nicht mehr. Ich meine er ist 13 und nicht dumm, wenn auch für einen Jungen diesen Alters noch sehr sehr kindlich.
Aber ihn interessiert das alles nicht, er ist irgendwie sehr emotionslos nach außen hin. Ich verstehe das nicht.
Die Frauenärztin hat dir das gesagt, dass du gefährdet bist? Komisch....
Hatte deine Mutti vorher auch schon Entzündungen an der BSD?
Heute Abend kommt meine Schwester. Sie hat sich 2 Tage Urlaub genommen, jetzt bekommt sie doch Angst, es köntne mal ganz schnell mit Mutti gehen und wir könnten ihr das vorwerfen, dass wir sie hier allein versorgen.

Ich wünsch dir einen besseren Tag, als ich ihn hier habe....

Biggy

21.05.2003, 15:52
Das muss ich doch mal loswerden: "Ihr seid Klasse-Töchter".
Eure Mütter können wirklich stolz auf Euch sein.

Vergesst "Euch" bei aller Sorge nicht.
Alles Liebe
Hannah

21.05.2003, 17:37
Hallo Birgit und natürlich Hannah!
Hui, das geht ja runter wie Öl. Aber es ist einfach eine Selbstverständlichkeit. Wenn es uns mal schlecht geht, ist hoffentlich auch jemand für uns da.
Jetzt kann man den Müttern endlich mal das wiedergeben, was sie all die Jahre für uns getan haben. Es ist ein schönes Gefühl!
Tja Birgit, Deine Schwester begreift wohl langsam, wie ernst es ist. Mein Bruder hat das leider noch nicht begriffen. Der ist eingeschnappt, weil meine Mutter ihm letztens etwas an den Kopf geknallt hat, womit er nicht einverstanden ist. Aber ich denke, unsere Mütter haben jetzt auch das Recht, zu sagen was sie meinen. Sie müssen nicht mehr diplomatisch sein. Jetzt weigert er sich, sie anzurufen. Sie solle sich erst bei ihm entschuldigen. Kinderkram, und die Zeit rennt.
Wenn wir Pech haben, muß meine Mutter morgen wieder ins Krankenhaus, die Galle läuft immer noch nicht. Wenn alle Stricke reißen, dann muß wohl die Gallenblase entfernt werden, falls so eine OP überhaupt noch geht. Hoffentlich übersteht sie es.
Ich lese jetzt immer ziemlich intensiv die Todesanzeigen in unserer Zeitung. Lese immer die Geburtsdaten. Von wegen, die Leute werden immer älter. Die Gedichte, die oft dabei stehen, geben einem manchmal ganz schön was zum Nachdenken. Heute war wieder so ein Gedicht dabei:

Sag` morgens mir ein gutes Wort,
bevor du gehst vom Hause fort.
Es kann so viel am Tag gescheh`n,
wer weiß, ob wir uns wiedersehen.
Sag` lieb ein Wort zur guten Nacht, wer weiß,
ob man noch früh erwacht.
Das Leben ist so schnell vorbei und dann ist es
nicht einerlei, was Du zuletzt zu mir gesagt,
was Du zuletzt hast mich gefragt.
Drum lass ein gutes Wort das Letzte sein.
Bedenk`: Das Letzte könnt`s für immer sein.

So sollte man es halten. Nehmen wir unsere Mütter einfach in den Arm, halten die Hand, reden und sind einfach nur da. Wir müssen später nicht das Gefühl haben, auch nur eine Minute sinnlos vertan zu haben.
Schlimm für Deine Mutter, dass sie es doch so mitbekommt, wenn sie einmal ein wenig wirr redet. Tröste sie, so gut es eben geht.
Das Dein Sohn so emotionslos reagiert, ist garantiert nur Selbstschutz. Die Kinder kriegen mehr mit, als wir glauben. Ich denke, das Problem kommt erst hinterher.
Aber Euer Hausarzt, der hat sich wirklich einen Freifahrtschein in die Wüste verdient. Ich würde das im ganzen Bekannten- und Freundeskreis erzählen. Denn ein zufriedener Kunde (Patient) zieht 10 neue Kunden nach sich. Ein unzufriedener 100! So etwas spricht sich schnell rum.
Meine Mutter hatte übrigens noch nie eine Entzündung an der Bauchspeicheldrüse. Aber vor ca. einem 1 war der Abstrichtest der Gebärmutter auffällig. Vielleicht war das ein erstes Warnzeichen? Die Ärztin hat mir gesagt, dass bei mir ein erhöhtes Risiko besteht. Sie hat es auf der Karteikarte vermerkt und mich so gründlich untersucht wie noch nie.
Wenn jetzt Deine Schwester kommt, dann lass` sie ruhig mal laufen. Geh` mit Deinem Mann schön Essen oder einfach nur spazieren. Dann weiß Deine Schwester mal, was Du schon die ganze Zeit leistest.
Einen schönen und ruhigen Abend wünsche ich Dir!
Corinna

Biggy44
21.05.2003, 18:12
Danke Hannah!
Wie oft sind unsere Mütter nachts aufgestanden, haben schlaflose Nächte gehabt, am Kinderbett gewacht und gebangt, zurückgesteckt...
Nein, ich köntne nicht anders, ich muss, das erlege ich mir selbst auf.


Liebe Corinna,

ich warte auf den Laborbefund vom Hausarzt, er woltle mich heute anrufen deshalb. Er hat es nicht geschafft, vielleicht macht er es noch in seienr freizeit, weil er heute in Betrieben ist? Angerufen hab ich, keiner mehr in der Arztpraxis. Ist auch egal. Meine Mutter hatte einen Panikanfall vor dem Sterben. Sie sagte, sie wollte noch nicht, sie muss aber gehen, wir sollen dem und der Grüße sagen, eine schöne Annonce in die Zeitung setzen, sie hat sich bedankt bei mir und meinem Vatwer... So lange war ich mutig, aber jetzt heule ich. Ich habe noch nie einen Sterbenden gesehenm, aber ich würde sagen, so sieht eienr aus und verhält sich auch.
Ich habe Angst und die kann mir niemand nehmen, es ist unausweichlich. Warum so schnell, warum schon jetzt, warum an dieser Sch.. krankheit.. Ich weiß, das wird sich jeder fragen, es gibt keine wirkliche Antwort.
Sie wollte Clemens auch nochmal sehen, er stand ganz bedeppert daneben... Er kann kaum Gefühle zeigen, außer Wut. Das hat er bissel geerbt...
Ja, ich schaue mir auch diese Annoncen an.
Schön das Gedicht und so wahr.. aber denkt man immer daran? Ich glaube kaum jemand, erst wenn es zu spät ist, wird einem manches bewusst. Menschen sind wohl so..
Auch dein Bruder wird es vielleicht noch bereuen.
Ich schreibe dir mal meinen Spruch aus meinem Buch:
Glauben heißt hoffen
Er bringt Licht
in die Finsternis
der Ausweglosigkeit
Lässt die Schatten
der Verzweiflung schwinden
Ist eine Brücke der Zuversicht

Das kann nun jeder so auslegen, wie er möchte. Entweder christlich oder so, dass man sich etwas anderes sucht, um Halt zu finden oder aber das es vielleicht doch irgend etwas gibt, wo man sich wiedersieht...
Das ist nun von mir selbst, aber im Moment hilft es mir persönlich auch nicht gerade...

Ich wünsche dir einen besseren Abend, als ich ihn haben werde..
Birgit

22.05.2003, 13:18
Liebe Birgit!
Wie ist die Nacht gewesen? Ich denke ganz fest an Dich. Du schaffst das!
Dein Spruch ist sehr schön. Christlich sehe ich ihn nicht, mit dem christl. Glauben bin ich eh durch. Wie oft habe ich in dieser Zeit gebetet. Oder früher in schlimmen Situationen. Mir hilft es nicht und es ist sowieso immer das Gegenteil eingetreten. Meine Schwiegereltern sind sehr gläubig. Die sagen immer, sie beten für mich. Die sollen nicht beten, die sollen mir lieber mal ein paar Stunden meinen Sohn abnehmen. Das bringt mir mehr!
So, mehr schreibe ich für den Moment nicht. Ich bin mit den Gedanken bei Dir und wünsche Euch ganz viel Kraft.
Melde Dich, wenn Du kannst und magst
Liebe Grüße
Corinna

23.05.2003, 20:57
Hallo Ihr lieben,
ich will Euch von meiner Ma berichten. An den FÜssen hat sie ein Ekzem, was nichts mit der Chemo oder dem Krebs zu tun hat. (Puhh, bin ich erleichtert) Due Creme hilft auch schon ein bisschen. Heute hatte sie CT- der Tunmor ist nicht gewachsen!!) Ich habe mich total gefreut, sie war aber etwas entäuscht- Der Artzt meinte auch, dass die Methastase in der Leber wohl nur eine Zyste sei, da sie kein Carzinomes Gewebe gefunden haben. Der Chefartzt meinte damals aber, es sei trotzdem eine Metasthase, seiner Erfahrung nach. Also, irgendwie finde ich das Krass. Es entscheidet doch über Op oder nicht (und damit über Leben und Tod) ob Metasthasen da sind. In unserem Fall will sich meine Ma eh nicht operieren lassen, aber wenn ich mir vorstelle ich wäre krank...Ích versuche meiner Ma immer von Hildegard zu erzählen und das man auch nach einer OP noch klasse leben kann, aber sie will nicht. Da kann ich hat nichts machen. Ich hoffe weiterhin, dass es ihr noch ein paar Jahre so prima geht wie jetzt. Ansonsten bin ich gedanklich bei Euch und drücke Euch, die jetzt die schwere Phase schon haben. Ich habe noch etwas Aufschub.
LG Katharina

24.05.2003, 15:21
Katharina, ich wünsche dir und deiner Mutti alles Gute, und haltet die Ohren steif, so lange es geht!
So, wie es meiner Mutti in den letzten Tagen ging, ist es jetzt das beste, sie findet Ruhe. Es ist schlimm anzusehen, wenn ein Mensch nicht sterben kann. Man weiß nicht, was er erlebt, in welcher Welt er lebt, wenn er zwischen Himmel und Erde zu schweben scheint.
Dass es letztlich derart schnell gehen wird, damit hat keiner gerechnet.
Noch halten wir ihre Hand...

Burgi, dir und deienr Mutti auch alles, alles Gute!
Corinna, auch dir und deiner Mutti! Und allen, die hier lesen!
Vielleicht kann man die Zeit nicht aufhalten, wenn sie gekommen ist, dann ist es so oder so entscheiden Nur, es ist so furchtbar schwer, das zu akzeptieren...

Birgit

25.05.2003, 07:47
Hallo Birgit!
Schön, wieder von Dir zu lesen. Es ist schlimm mitansehen zu müssen, wieviel Leid ein geliebter Mensch erleiden muss, bevor er endlich gehen darf.
Meine Mutter ist auch wieder im Krankenhaus, das 6. Mal seit der OP. Es kann nichts mehr gemacht werden. Sie bekommt jetzt mehr Schmerz-, Beruhigungs- und Schlaftabletten. Die Galle läuft nicht mehr ab. Ich habe Angst, was kommen wird. Sie ist so tapfer.
Ich wünsche Euch alles Gute.
Corinna

Biggy44
25.05.2003, 10:51
Hallo Corinna,
ich wünsche euch, dass man die Schmerzen und Ängste deiner Mutti in den Griff bekommt und dass sie ruhig einschlafen kann.
Ich wünsche niemandem das durchzumachen, was wir seit fast 3 Tagen hier durchmachen, auch wenn die Ärzte sagten, das wäre normal. Aber zum Glück ergeht es nicht jedem so.
Es ist der Horror pur, es ist so wahnsinnig ungerecht, was meine Mutti und wir durchmachen und bei scheinbar noch vollem Bewusstsein. Wir hatten schon 3 x den Notarzt da, die Morphiumspritzen beruhigen sie nur für die Hälfte der Zeit, wie die Ärzte angenommen haben. Dwer rest ist schrecklich und wir wissen oft nicht, was sie uns sagen wil, evrstehen sie nicht. Scheinbar sind es auch Schmerzen oder nur Angst... es ist grausam, nichts tun zu können und führt an die absolute Grenze der psychischen Belastbarkeit. Wir hoffen nur, sie bekommt nicht mehr allzuviel mit, es sind vielfach Nervenreaktionen... aber wer weiß das schon genau.
Sicher, wir sind nicht die Einzigen auf der Welt, die das Sterben und Leiden unserer LIeben so erleben müssen, ich habe auch schon einiges darüber im Forum gelesen... aber die meisten sind ruhig eingeschlafen und damit hatten wir gerechnet, nachdem es uns die Ärzte versichert haben.
Alles Gute auch für euch

Birgit

25.05.2003, 13:48
Hallo Birgit,
meine Mutter ist am 01.04. genau so gestorben, hab keine Angst, sei einfach da, sie weis es!
Wenn du sie gehen lassen willst, laß ihre Hand los. Lege deine Hand auf Ihren Arm, aber halte sie nicht fest! Deine Mutter kann sonst nicht los lassen. Rede mit ihr und weine erst wenn sie erlöst ist, um sie. Freu dich um jede Minute die du sie noch hast. Hab keine Angst wenn sie evtl. plötzlich anfängt zu weinen, obwohl man meint sie kriegt nicht mehr viel mit, es wird sie jemand abholen von der anderen Seite, es ist eine Reaktion aus Angst und Erlösen. Die Erfahrung ist nicht schlimm, sei froh, daß du deiner Mutter in dieser Zeit beistehen kannst. Ich wünsche dir alles Gute.
Judith

25.05.2003, 15:16
Hallo Biggy!

Ich bin die ganze Zeit noch ab und zu stiller Leser hier im Forum. Meine Mum ist vor vier Wochen an dieser Krankheit gestorben. Und sie hat die letzte Zeit auch viele Morphiumspritzen gekriegt, wobei dies bei uns die Sozialstation alle paar Stunden gemacht hat.
Hat Deine Mum auch zusätzlich noch Morphiumpflaster? Damit kann man auch noch mal eine Menge Schmerzen nehmen. Die letzten Tage bekam meine Mum dann eine Schmerzpumpe, die man selbst regulieren kann. Das war optimal, sie musste nicht mehr vor Schmerzen leiden. Gebrochen und saures Aufstossen hatte sie zwar trotzdem noch, aber keine Schmerzen. Frag mal Euren Arzt. Meine Mum war bis zu ihrem Tod zuhause und dieses Gerät wurde von einem Apotheker angelegt. Es ist garkein Eingriff.
Vielleicht kommt bei Deiner Mum aber auch die seelischen Unruhezustände dazu. Das hatte meine Mum am Ende auch sehr oft. Das ist die Angst loszulassen und da verkrampft sich der ganze Körper und man denkt es sind Schmerzen. Ich kann Euch ein gutes Buch empfehlen: "Bis zuletzt an deiner Seite" ISBN 3 7831 22139. Es geht um die Sterbebegleitung eines geliebten Menschen und ist sehr hilfreich.
Ich weiss was Du bzw.ihr alle mitmacht, es ist echt wahnsinn. Ich wünsche Euch viel Kraft und seid für Eure Mum da!Sie spürt alles!
Alles Gute Tanja

Biggy44
25.05.2003, 18:00
Liebe Judith, liebe Tanja....
danke für eure Zeilen.
Meine Mutti schläft ruhig einige Stunden, ich habe ihr erst ein Zäpfchen gegeben, dann weckt sie urplötzlich auf und wird total unruhig. Sie stönt oder wimmert odr wie ich das deuten soll, der ganze Körper kommt in Bewegung und sie zieht die beine an oder versucht sich zu drehen... Wir versuchen sie dann aufzusetzen, aber es ist so schwierig, weil sie ja trotz ihrer vielleicht noch 45 kg wie ein Stein ist. Manchmal versucht sie krampfhaft auf dei Seite zu rollen, und wenn wir ihr helfen, dann macht sie Geräusche, als wenn sie Schmerzen hätte, uns etwas sagen möchte...
Wir hatten gestern den Notarzt da, morgens eine andere Notärztin. Ja, sie hat Durogesic Pflaster.
Die zusätzliche Stärke von 25 mg musste ich mir vom Hausarzt erkämpfen (siehe mein Posting: Zusammenarbeit mit dem Hausarzt). Er hat gesagt,. sie muss damit auskommen und er hat feierabend, für alles andere ab Freitag Mittag sind dei diensthabenden Notärzte da.
Die haben vielleicht mit den Ohren geschlackert! Ich hoffe, das macht die Runde und wir sorgen dafür.
Also mit so eienr Pumpe ist da sicher nichts, außerdem hatte uns der Arzt vom KH damals abgeraten und gemeint, das mit den Pflastern wäre besser, wir sollen zuletzt kleben, kleben..bis 200 mg, der Hausarzt soll alles verordnen.
Nur der fragte mich, ob ich meine Mutti umbringen möchte, weil ich noch mehr Pflaster wollte, sie Schmerzen hatte. Nur mit Sturheit haben wir ein rezept erreicht übers Wochenende.
Wir fragen uns, ob er nur überfordert ist oder ob es ihm an Menschlichkeit oder einfach genug Hirn fehlt! Außerdem sagte er uns, ob wir wissen würden, was solche Pflaster kosten, er köntne nicht ohne Ende sowas aufschreiben, ich hätte ja am Tag zuvor erst neue geholt (100er) und gesagt, Mutti hat keine Schmerzen. Ob sich das eventuell ändert bei Krebs....?!!! Und wenn ein 100er nicht mehr reicht,dann müssen wir nunmal noch andere dazu nehmen, zumal er schon mal eine Packung aufgeschrieben hatte, die aber alle war.
Ob er dachte, wir feiern ne Drogenparty nach dem Motto : "Kleb dir noch eins!" ???
Er hat mich ja nichtmal angerufen, durch die Sprechstunden schwester meinem erwachsenen Sohn einfach absagen lassen, und war für mich nicht zu sprechen, bis meine Schwester und ich ihm privat auf dei Bude gerückt sind.

Meint Ihr wirklich, sie spürt das alles noch? Sie wirkt so entrückt, wie im Wachkoma. Aber manchmal sieht sie einen von uns an, wenn wir reden und wenn sie so unruhig ist, will sie uns was sagen, was ihr fehlt oder was wir tun sollen.. Aber mach das mal, wenn dus nicht verstehst.. und das ist sowas Schlimmes, finde ich... Diese Hilflosigkeit...
Ich weiß nicht, wie lange das noch geht..ich hab Mittwoch Geburtstag, morgen mein Mann... Ich hoffe irgendwie so sehr, sie "sucht" sich nicht meinen Geburtstag aus....
Wenn wir nur wüssten, was sie noch merkt und empfindet, ob es Nervenzuckungen sind, ob es Angst oder Unruhe ist, oder Schmerzen....
Warum kann sie nicht loslassen, oder warum quält sie sich sonst noch so lange...

Liebe Grüße
Birgit

25.05.2003, 20:13
Hallo Birgit,
die Drogenparty kenne ich auch, und ganz ehrlich gesagt, bin ich nicht sicher, ob Mam nicht an einer Überdosis gestorben ist, aber das macht nichts. Es hat das ganze abgekürzt. Die Probleme mit einer absolut überforderten Ärztin hatten wir auch. Wir mußten sagen, was gespritzt werden soll oder welche Pflaster in welcher Stärke. 2 Tage vor Ihrem Tod haben wir dann den Arzt gewechselt. Wir hatten Glück doch jemand zu kennen, wir haben klar gesagt was wir wollen, Morphium für Mam soviel sie braucht und es ging. Ich glaube nicht, daß Sie große Schmerzen fühlt, die Schmerzmittel sind zu heftig. Trotzdem kriegt sie sicherlich mit, daß ihr da seit. Diese absolut unruhigen Phasen sind denke ich normal, sie will sicherlich noch nicht sterben trotz alle dem. Es kommt aber die Zeit wo sie dann auf einmal "fertig" ist und das ist dann auch nicht zu verstehen warum. Frage dich nicht warum sie nicht los lassen kann, du wirst es nicht mehr erfahren. Und das belastet dich noch zusätzlich, glaub mir es ging mir nicht anders. Du bist nicht hilflos. Du bist einfach da und mehr kannst du nicht tun. Du tust schon viel mehr als die meisten zu geben bereit sind.
Ich denke an dich und versuche dir Kraft zu schicken.
Judith

25.05.2003, 22:01
Hallp Biggy,
ich denke wieder ganz ganz doll an Dich. Halte durch und habe Kraft Deine Ma zu begleiten. Vergiss die ollen Geburtstage, ihr werdet noch ganz viele zusammen haben aber Deine ma wird nicht mehr lange bei Dir sein.
Wie geht es Deinem Pa? Kann er das verkraften? Oft sind Männer so hilflos. Immer liegt die ganze Last auf uns Töchtern, aber Du wirst das schon schaffen. Deine Mutter wird es Dir von Ihrer Wolke aus danken. Sie hat Dich sicher sehr sehr lieb.
Wir alle hier sind bei Dir
Katharina

25.05.2003, 22:38
Hallo Ihr Lieben,
hab die letzten Tage sehr an euch gedacht, war mit meinem Mann am Meer - hatte einerseits ein ungutes Gefühl, weil ich Mutti "allein lasse", aber auf der anderen Seite wusste ich genau, meine Schwestern sind diese Woche da und ich MUSSTE einfach weg.
Ich denke, unsere Männer belastet und bedrückt das auch alles, doch sie können nicht darüber reden und ich hab dann oft das Gefühl, er versteht mich nicht, doch in diesen Tagen haben wir sehr viel geredet und diese Tage waren gut für uns und wir saßen bis tief in die Nacht am Meer, hörten das Rauschen und sahen die hunderttausend Sterne und ich bekam so stark das Gefühl . . alles wird gut . . wie auch immer es ausgehen wird!
Biggy, Du bist für Deine Mutti da, sie spürt das, auch wenn Du oft glaubst, sie kriegt das nicht mit - sie fühlt es, sie wird erst dann gehen können, wenn sie dazu bereit ist, wenn sie loslassen kann . . ich weiß, es ist so schwer!
Ich komm gerade von Mutti und sie hat keine Schmerzen, nur diese Schwäche und diese Müdigkeit.
Sie hat mir heute erklärt, sie will irgendwohin, wo sie einen Physiotherapeuten hat, damit sie wieder mehr Kraft in ihre Beine bekommt, ich weiß nicht - sie verhält sich so, als hätte sie eine starke Grippe gehabt und möchte jetzt auf Kur fahren!!
Über den Arzt hat sie sich auch beschwert, wie der einfach sagen kann, dass sie Geduld haben soll, wie der einfach nur immer wieder kommen kann und nichts gegen diese Schwäche macht??!!
Was soll er denn tun? Ich weiß nicht, glaubt Mutti daran, dass sie ganz gesund wird? Oder ist das Selbstschutz? Verdrängung?
Ich will ihr die Hoffnung nicht nehmen, ich bringe es nicht übers Herz ihr zu sagen, Mutti das ist dein Krankheitsbild, dieses starke Schwitzen, der ständige Durchfall, dieses saure Aufstoßen - Mutti sagt, das ist alles von der Chemo!
Oder will sie von zu Hause weg, weil sie Angst hat, dass irgendwas passiert? Sie redet nicht darüber - blockt ab mit den Worten, sie möchte einfach irgendwo hin, wo ihr geholfen wird.
Werde morgen mit dem Arzt reden, ich weiß nicht wie das weitergehen soll.
Heute mittag hat sie das ganze Essen wieder erbrochen und am Abend hatte sie voll Heißhunger auf Milchreis mit Zimt, da hat sie dann auch ein paar Löffel behalten - sagt dann auch, wenn sie irgendwo ist, dann bekommt sie auch das Essen, das sie verträgt und die sagen dann nicht, so wie unser Arzt, sie darf alles essen, worauf sie Appetit hat . . es fällt mir total schwer mit dieser Art Verdrängung(?) umzugehen.
Ich bin so froh, dass sie keine Schmerzen hat, was ist, wenn diese von Euch beschriebenen Schmerzen kommen?
Wird dann für Mutti klar, dass sie keine Erkältung, sondern Krebs hat, oder ist es ihr bewusst??
Ich wünsche Euch viel Kraft und Biggy, Deine Mutti spürt Deine Kraft, Deine Stärke, sie weiß ganz bestimmt, DU bist eine wunderbare Tochter!!
Viele liebe Grüße an Euch alle!

25.05.2003, 23:05
Hallo...
ich weiss dass es nichts mit dem Thema dieses Threads zu tun hat, aber ich weiss mir nicht anders zu helfen...
Burgi...ich freue mich sehr, dass Du wieder "da" bist...ich würde Dir auch gerne an Deine Privatadresse zurückschreiben, aber ich bekomme jedesmal eine Fehlermeldung, egal ob ich direkt auf antworten klicke oder die Adresse manuell eingebe...wohin soll ich Dir denn schreiben?
Liebe Grüße, Michi

PS.: An euch alle....sorry, dass ich diesen Thread hierzu gebraucht habe...wünsche euch und euren Lieben alles erdenklich Gute!

25.05.2003, 23:46
Hallo zusammen,
Hallo Burgi,
ich bin in der "glücklichen" Lage, dies alles hinter mir zu haben. Deine Mutter weiß das sie Krebs hat und daran sterben wird, aber sie glaubt es nicht. Ich denke das ist auch nicht wirklich wichtig, denn es geht letztlich um ein paar Tage oder Wochen, vielleicht sogar um Monate. Ich würde ihr den Glauben an eine Besserung nicht nehmen. Denn nur die Hoffnung auf einen guten Tag ist wirklich wichtig. Meine Mam war 8 Wochen im Krankenhaus bevor sie dann nach 2 Wochen zuhause starb. Sie wollte zunächst nicht aus dem Krankenhaus raus, weil ihr da geholfen werden könnte. Irgendwann hat sich das gedreht und als sie nach Hause kam, ging es zunächst für ein paar Tage aufwärts und alle haben geglaubt, wieder besseren Wissens, das es noch eine ganze Weile gut geht. Dann kam der Darmverschluß, den wir nicht erkannten, sie erbrach Stuhlgang, was wir auch nicht erkannten. Und die Schmerzen. Es ging dann sehr schnell. Die Schmerzen müssen jedoch nicht sein. Die Spritzen helfen und die Pflaster auch. Aber selbst dann wird deine Mutter vielleicht immer noch an ein Erkältung glauben. Das macht aber nichts. Letzt endlich ist es der einzelne Tag, der zählt.
Es scheint tatsächlich so zu sein, daß die Töchter es sind, die Stärke zeigen müssen und können. Ihr schafft das schon!
Alles Liebe, Judith

26.05.2003, 00:25
Liebe Judith,
danke für Deine Antwort, ja vielleicht ist es besser, wenn Mutti so denken will, ich werde morgen auf alle Fälle mit dem Arzt reden, ob Mutti nicht irgendwo auf Kur hinfahren könnte, ich will ihr auf keinen Fall die Hoffnung nehmen und wenn wir einen Ort finden, wo sie sich gut aufgehoben fühlt, wo sie einfach das Gefühl hat, sie wird wieder gesund - dann soll es so sein!
Es tut mir leid, dass Deine Mutti diese Schmerzen hatte - jetzt muss sie nicht mehr leiden, sie ist bei Dir, immer und unendlich!
Liebe Grüße

26.05.2003, 12:29
Liebe Biggy,
wie geht es Dir - mach mir Sorgen um Dich und Deine Mutti, würde Dir so gerne was anderes sagen . .
Viele liebe Grüße und Kraft für den heutigen Tag!

Biggy44
26.05.2003, 14:37
Hallo ihr Lieben...
nachdem die letzten 3 Tage mitunter furchtbar waren, ist meine Mutti heute fünf vor 13 Uhr eingeschlafen. Sie war ganz ruhig, meine Schwester und ich waren bei ihr. Wir haben ihr gesagt, alles geht klar und wird so gemacht zur Beerdigung, wie sie es wollte. Ich habe ihr gesagt, sie braucht nicht bis zu meinem geburtstag warten, ich habe mir die Uhr ja schon gekauft und weiß, sie ist auch dann noch bei mir, wenn sie nicht mehr hier ist. Sie hat uns, obwohl sie in eienr Art Wachkoma lag, direkt angesehen. Ich bin mir sicher, sie hat alles verstanden.

Und es ist eigenartig, ich habe so geweint in den letzten Monaten, so eine Angst gehabt , so einen Kumemr, weil sei krebs hat und sterben wird, gestern erst geweint, als sie sich aufsetzen woltle und Angst hatte... Heute fühle ich mich leer. Ich stehe vor ihr, habe nur ein ganz klein wenig geweint, und fühle mich inenrlich wie tot, aber auch befreit. Ich kenne so etwas gar nicht von mir, da ich sonst derart emotional bin und mich nicht beherrschen kann. Mir kann es doch jetzt nicht egal sein, dass sie nicht mehr ist, wo es mir doch nicht egal war vor Monaten schon beid em Gedanken und wenn sie auch nur im KH war...
Was ist nur los mit mir? Die eine beruhigungstablette kann doch so sehr nicht wirken, da sie erst nach gewisser Einnahmezeit wirken....
Ich habe eine Kerze angezündet und die steht über dem Bett, und dann habe ich ihr eine Rose von dem Rosenbäumchen auf die Brust gelegt. Sie sieht so friedlich aus und wie Porzellan, fast ein wenig bräunlich im Gesicht, anstatt total gelb.

Ich habe sie um Zeichen gebeten, wenn sie uns weiter sehen kann und nie ganz tot ist, nur ihr Körper. Es kam kein Zeichen.. Ob es doch nichts mehr gibt? Sie hatte solche Angst was sie erwartet und ich verstehe das.. Was sieht man während man stirbt, was fühlt man, was erlebt man? Was erwartet einen....

Ich wünsche euch anderen viel viel Kraft, es kommt wie es kommt, man kann ab einem bestimmten Punkt nichts ändern, wenn überhaupt....
Ich werde trotzdem noch hier rein sehen und etwas schreiben, wenn mir danach ist oder wenn ich anderen meinen Rat geben kann....

Liebe Grüße und euch allen danke!

Birgit

Petra Loos
26.05.2003, 14:45
Liebe Biggy

ich spreche Dir hiermit meine aufrichtige Anteilnahme aus.
Ich wünsch Dír und Deiner Familie alle Kraft der Welt, die nächsten Wochen und Monate durch zu stehen.
Ich denke an Dich.
alles Liebe und Gute
Petra

Vielleicht ist es kein Weggehen,
sondern Zurückgehen?
Sind wir nicht unterwegs
mit ungenauem Ziel
und unbekannter Ankunftszeit,
mit Heimweh im Gepäck?
Wohin denn sollten wir gehen
wenn nicht
nach Hause zurück?

Denk Dir ein Bild. Weites Meer.
Ein Segelschiff setzt seine weissen Segel
und gleitet hinaus in die offene See.
Du siehst, wie kleiner und kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen,
verschwindet es.
Da sagt jemand: nun ist es gegangen.
Ein anderer sagt: es kommt.
Der Tod ist ein Horizont, und ein Horizont
ist nichts anderes als die Grenze
unseres Sehens.
Wenn wir um einen Menschen trauern,
freuen sich andere,
ihn hinter der Grenze wieder zu sehen...
Vielleicht ist es kein Weggehen,
sondern Zurückgehen?
Sind wir nicht unterwegs
mit ungenauem Ziel
und unbekannter Ankunftszeit,
mit Heimweh im Gepäck?
Wohin denn sollten wir gehen
wenn nicht
nach Hause zurück?

26.05.2003, 15:22
Liebe Birgit,

meine aufrichtige Anteilnahme - Deine Mutti ist zu Hause und sie ist Dir ganz bestimmt dankbar, dass Du sie gehen ließest - dorthin wo wir irgendwann auch hingehen . .
Ich wünsche Dir für die nächste Zeit alle Kraft der Welt und umarme Dich in Gedanken ganz fest!

26.05.2003, 15:44
Liebe Birgit,

es tut mir sehr, sehr leid für dich!

Petra hat das nach Hause gehen schon wunderschön beschrieben. Da ist eigentlich alles gesagt.

Es ist dir nicht egal, dass deine Mutter "nicht mehr da" ist. Dass du dich so leer fühlst, kommt daher, dass du vorher ausgefüllt von Angst und Sorge um sie warst - und diese Angst ist nun plötzlich weg.
Ich denke du spürst auch die Ruhe und den Frieden, den deine Mutter gefunden hat tief in dir drinnen (das ist nicht die Beruhigungstablette).

Noch bist du zu angespannt, als dass du ein Zeichen spüren könntest - irgendwann kommt der Moment, wo du dich vor lauter Müdigkeit entspannst - und dann wirst du sie spüren, du wirst sehen.

Du hast deiner Mutter das "Hinübergehen" sehr erleichtert.
Viel Kraft und alles Liebe auch weiterhin!!

Afra

26.05.2003, 17:11
Liebe Birgit!
Fühl Dich gedrückt und umarmt von uns allen!
Deine Mutter ist erlöst. Sie muß keine Schmerzen mehr erleiden. Sie hat gefühlt, wie sehr ihr sie liebt. Der größte Liebesbeweis ist, einen Menschen gehen zu lassen. Ihr habt Ihr diese Liebe bewiesen.
Ich denke ganz fest an Dich
Alles Liebe
Corinna

RoseWood®
26.05.2003, 18:43
Liebe Biggy,
ich drücke Dich auch ganz fest.
Viel Kraft und alles Liebe
RoseWood®

26.05.2003, 19:20
Liebe Biggy!
Ich denke Deine Mutter ist jetzt Zuhause..ich wünsche Dir und Deinen Lieben alle Kraft der Welt...und glaube mir, Du wirst irgendwann an deine Mutter denken können mit einem Lächeln im Gesicht.
Alles Liebe, Michi


Trauert nicht um mich!
Ihr habt mich nicht verloren,
während Ihr noch etwas zurück bleibt.
Am Ziel erwarte ich Euch.
Ich sterbe, aber meine Liebe zu Euch stirbt nicht!
Ich werde Euch vom Himmel aus lieben,
wie ich es auf Erden getan
und werde Euch so nah' sein,
wie nie zuvor...

26.05.2003, 19:23
da gehört nicht an Burgi rein...sorry...Michi

26.05.2003, 19:24
Liebe Biggy,
Deine Mutter wird immer mit Dir sein...
Ich drück Dich ganz fest und wünsche Dir, dass Du mit Liebe an diese Zeit zurückdenkst. Du hast alles getan, was möglich war.
Hannah

26.05.2003, 19:45
Liebe Biggy,
ich habe schon seit gestern abend ganz doll für Euch gebetet. Du bist mir so nah geworden in den letzten Wochen und ich habe, wie wahrscheinlich alle hier, mir Euch gelitten. Ihr seit jetzt beide erlöst. Deine Ma von den Schmerzen und Du von der Belastung. Deine Ma hat Dir jetzt zum 2. Mal das Leben geschenkt. Ihr seit Euch zum Schloss noch mal so nah gekommen und Du hast so viel Erfahrungen gemacht. Gib sie an andere weiter. Ich hoffe noch oft von Dir zu hören.
Ich denke ganz ganz fest an Dich und wünsche Dir und Deiner Familie alles alles liebe.
Katharina

Tanja L.
26.05.2003, 20:36
Liebe Biggy

Ich möchte Dir und Deiner Familie mein aufrichtiges Beileid aussprechen.
Es ist so schwer einen Menschen, den man liebt loszulassen...Deine Mama hat jetzt keine Schmerzen mehr...es geht ihr jetzt wieder gut!

Es gibt Trauer, die tränenlos ist, wie es Heiterkeit gibt ohne Lächeln.
(Nikolaus Cybinski)


Wünsche Dir ganz viel Kraft...

Tanja

Biggy44
26.05.2003, 21:59
Ein großes Danke an ALLE hier für die lieben und tröstenden Worte!
Manche von euch waren bereits selbst in der Situation und geben das nun an andere weiter... Ich werde auch nicht nur egoistisch ins Forum schauen, sondern meinerseits versuchen anderen Trost zu spenden, meine Erfahrungen weitergeben, insoweit dies möglich ist.
Ich kann weinen, mehr als mir lieb ist eigentlich meistens, aber jetzt fehlen mir noch immer die erlösenden Tränen, rinnen sie nur spärlich . Bei eurem Trost liefen sie mir vor Rührung übers Gesicht.
Wahrscheinlich bin ich nur zu ausgepowert momentan, habe ich einfach schon zu zeitig mit allem abgeschlossen, schrittweise, und unendlich viel geheult, bis zur Erschöpfung in den vergangenen Monaten.
Die letzten Tage waren furchtbar, oft grausam, wie ich es empfunden habe. Auch das Zusehen beim Sterben ist etwas, vor was ich Angst hatte, ich kann es nicht einmal in Filmen sehen, wenn es unheimlich wird, oder etwas Schlimmes passiert...
Aber hier muste ich ja einfach durch und meine Mutti ist nach allem Aufbäumen und nicht zur Ruhe kommen, ganz ruhig eingeschlafen, während wir neben ihr saßen, meine Schwester und ich.
Wir haben ihr gesagt, dass wir schnell Mittag essen, dann wieder da sind, und sie hat gewartet auf uns.
Sie sah dann aus wie aus Wachs mit der Zeit und gelb-bräunlich durch das Bilirubin der Leber.
Das Bestattungsinstitut hat sie dann noch bei uns aufgebahrt, angezogen etc... weil wir das später nicht mehr machen wollten. Das war sehr lieb von denen.
In dem weißen Nachthemd mit Rüschen und Spitze, aus schillerndem Batist, mit der dunkelroten Rose von "ihrem" Rosenbäumchen in ihren gefalteten Händen, sah die Mutti aus wie ein Engel. Oder wie zur Hochzeit. Es war keine alte Frau mehr von 74 Jahren, sondern sie sah jung aus, faltenfrei, mädchenhaft und so etwas von zufrieden im Gesicht..es sah aus, als würde sie leicht lächeln, völlig entspannt. Mein Neffe, Krankenpfleger, sagte uns, es wäre bei weitem nicht immer so, die Oma würde richtig gut aussehen und zufrieden, obwohl sie nicht hergerichtet war ....
Ich fand sie fremd, so jung, so porzellanartig, so zerbrechlich und total entspannt....
Ja, mehr konnten wir nicht tun für sie, und ich habe auch alles gesagt, was zu sagen war.
Das Rosenbäumchen haben wir gepflanzt, ich habe Teelichter herumgestellt...
Vielleicht habe ich es noch nicht begriffen, was passiert ist, wie die meisten... Oder ich habe keine Tränen mehr oder wie auch immer...

Birgit

26.05.2003, 22:54
Liebe Birgit,
auch ich trauere mit Dir. Ich kann es nicht so gut in Worte fassen, weil ich dann ständig nur heulen muß. Mein lieber Vater ist auch vor kurzem verstorben. Und ich kann leider nur bestätigen, was Dein Neffe Dir gesagt hat. Wir sollten meinen Vater nicht mehr sehen, er habe sich so verändert. Man habe den Sarg neu auslegen müssen.

Es ist alles so furchtbar. Morgen hat er Geburtstag. Ich habe so eine Angst. Meine Mutter wird den ganzen Tag nur traurig sein. Ich werde mich früher von der Arbeit verabschieden und dann bei ihr sein, so traurig sein und trotzdem soviel Angst vor ihrer Traurigkeit haben.

Ich wünsche Dir alles Liebe. Ablenkung und irgendwann zur Ruhe kommen. Das wünsche ich auch Deinen Lieben. Und mir selbst und meinen Angehörigen.

Marga

26.05.2003, 23:36
Liebe Birgit,
mein aufrichtiges Beileid. Es ist nie ganz vorbei bei mit dem Schmerz. Aber für den Moment streikt dein Körper und deine Gedanken. Es war in der letzten Zeit einfach zu viel. Es geht dann eben nicht mehr, gar nicht mehr, nicht mal weinen.
Leider warte ich auch noch auf ein Zeichen, es wird wohl nicht mehr kommen. Somit ist das Zeichen, das Leben selbst in die Hand zu nehmen, und nach der Zeit des Abschieds, der Trauer und der Hektik wieder von vorne zu beginnen. Es wird uns nichts anderes bleiben als die Gewissheit, da gewesen zu sein. Ich denke das ist viel. Alles Gute für dich und neuen Lebensmut.
Liebe Grüße Judith

27.05.2003, 09:47
Hallo Birgit, ich möchte Dir ebenfalls mein herzliches Beileid zum Verlust Deiner Mutter aussprechen. Ich wünsche Dir, daß Du jetzt selbst wieder etwas zur Ruhe kommst - aber es wird schwer werden. Alles Gute für Dich und liebe Grüße

27.05.2003, 12:53
Liebe Birgit,
auch ich möchte dir mein aufrichtiges Beileid aussprechen.
Wir haben diesen schweren Weg, den ihr schon gegangen seid, jetzt auch vor uns.
Alles Liebe und viel Kraft für die kommende Zeit
Christel

Biggy44
27.05.2003, 15:22
Danke, Marga, Hildegard, Christel und Judith!
Ja ich denke der Geburtstag, der meienr Mutti ist im Dezember, der Todestag, das werden schlimme Tage. Am 2. Juni hat mein Vater Hochzeitstag...Er tut etwas so, als wäre nichts, hat aber in den letzten Tagen auch geweint.
Morgen habe ich Geburtstag...Der Erste ohne meine Mutti... gestern hatte mein Mann. So kann ich den Todestag nie vergessen... Würde ich eh nicht.
Ich habe zwar heute früh geweint, als ich daran dachte: Sie sitzt nicht mehr oben auf dem Sofa, wenn ich dir Tür aufmache...nie wieder. jetzt bin ich wieder wie ausgelaugt und leer.
Ich habe aber nichts versäumt ihr zu sagen, ich war bei ihr, auch wenn es mir verdammt schwer gefallen ist in den letzten 3 Tagen...
Sie hat eine Träne geweint, und der Mund verzog sich wie zu einer Art lächeln, dann ist sie eingeschlafen, während meine Schwester und ich neben ihrem Bett saßen, jeder sie berühert hatte und beruhigt, dass alles klar geht.
Das Rosenbäumchen sah gestern Nacht so wunderschön aus, als es vom Licht der Teekerzen angeleuchtet war....
Ich war noch nicht wieder oben seit gestern, kann nicht, weil vieles an sie erinnert.
Jetzt muss ich doch weinen, dabei hat sie es doch endlich überstanden, diese Qualen...
Für die Anzeige in der Zeitung nehme ich ein Gedicht aus meinem Lyrikband, das ich auch schon mal hier rein schrieb.
Die Leute vom Bestattungswesen fanden es schön, weil es nicht das ist, was die meisten darüber schreiben.
Noch so etwas, was ich mir eisern vorgenommen hatte, denn ich hatte das schon verfasst als ich ahnte, meine Mutti hat Krebs.

Ich wünsche euch allen alles Liebe!
Birgit

27.05.2003, 16:16
Hi Biggy!

"Da ist ein Land der Lebenden und
ein Land der Toten,
Und die Brücke zwischen Beiden
ist die Liebe
Das einzige Bleibende, der einzige Sinn."

Jetzt ist er gekommen:
Der Tag X,
Der Tag, an dem Deine Mum für immer gegangen ist.
Der Tag, von dem Du wusstest, dass er kommen wird.

Ich mag Dir nicht irgendwelche Floskeln sagen wie: "es tut mir leid" oder "aufrichtige Anteilnahme"

Denn mit dieser Mail weisst Du bestimmt selbst, dass ich mit Dir fühle.

Ich möchte Dir stattdessen meine Wünsche schenken.
Ich wünsche Dir Kraft und Mut zum trauern.
Ich wünsche Dir, dass Deine Erinnerungen an Deine geliebte Mum in Deiner Seele für immer lebendig bleiben.

Und ich wünsche Dir die unerschütterliche Hoffnung auf ein glückliches Wiedersehn in Gottes Ewigkeit.

Ich kann mitfühlen wie es Dir geht, so war es bei mir auch. Nach dem Schock kommt der Schmerz. Selbst jetzt nach 7 Wochen nach dem Tod meiner Mutter, kann ich es nicht wahr haben.
Es tut so verdammt weh. Ich vermisse sie immer mehr. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft auch bei der Beerdigung, der Tag vor dem es jeder Tochter einmal graut(am Grab der Mutter zu stehen) und fast jeder damit konfrontiert wird. morgen an Deinem Geburtstag wünsch ich Dir die Zeit den Tag so zu verbringen wie Du es möchtest. Ich hatte vor 2 Wochen Geburtstag und habe ich verplant an diesem Tag und es kam anders. Ich wollte nur alleine sein. An diesem Tag ist einem alles so bewusst.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!!!!!!!

Wenn Sterne durch die Seele ziehn,
dann wandeln sich die Tage,
wird eine Wiese Paradies,
ein Blick zur Stillen Frage.

Wenn Sterne durch die Seele ziehn,
werden die Nächte hell
und Stunden Teil der Ewigkeit,
wird Wasser Zauberquell.

Wenn Sterne durch die Seele ziehn,
bedeutet Tod nicht Aus,
da zieht man nur von einem Stern
ins Sternenmeer hinaus!

Lore Pfaft


Alles Gute für Dich
wünscht Dir Tanja (habe Dir nur einmal geschrieben, war aber stille Leserin)

Biggy44
27.05.2003, 16:32
Danke auch dir Tanja..
Ihr seid alle so wahnsinnig lieb hier!!
Birgit

27.05.2003, 22:16
Für Birgit und für alle:

Jedes Leben geht weiter
auch das von Pflanze und von Tier
sei trotz aller Trauer heiter
und denk dran: Es geht Dir wie mir.

Wenn die Zeit gekommen,
wo der Kampf zu Ende ist
sind wir uns erst einmal genommen
doch es ist eine kurze Frist.

Das Leben hier ist Labsal,
- wie wird es sein danach?
Hier ist auch große Qual -
mit vielem Weh und Ach.

Die Ruhe heißt nicht Ende -
die Ruhe heißt: Es folgt das Schöne!
Ein jedem das, was ihm gefällt!
Und keine dunklen Töne.

So wird man uns erwarten
in einem schönen Hain.
Wie albern, daß wir uns vernarrten -
vorbei ist Angst und Pein.

Und wer denn kämpft ums eigne Leben
der soll dies tun für seine Lieben
doch soll er nicht nur danach streben
denn seine Seele wird einst fliegen.

Vergessen wird er all das Ungemach
nur Freude auf ein Wiedersehen
und dies wird kommen, auch wenn einer brach
den Willen; Leben ist ein Lehen.

28.05.2003, 11:48
Liebe Birgit....

http://www.websmileys.de/liebe86.gif A L L E S G U T E Z U M G E B U R T S T A G http://websmileys.bei.t-online.de/party23.gif

Für Dein neues Lebensjahr und für alle weiteren wünsche ich Dir...

...dass nach dieser traurigen Zeit wieder Freude in Dein Leben einkehrt http://websmileys.bei.t-online.de/lachen13.gif und das Lachen die "Oberhand" behält http://websmileys.bei.t-online.de/lachen49.gif

...dass die Liebe, die Du gegeben hast und noch geben wirst, auch immer zu Dir zurückkehrt http://www.websmileys.de/liebe07.gif

...viel Glück http://www.websmileys.de/pflanze39.gif, auf dass alle Deine Wünsche für die Zukunft in Erfüllung gehen mögen

...dass in Deinem Herzen immer die Sonne scheinen möge http://websmileys.bei.t-online.de/div246.gif

...viel Freude an Deinem Rosenstock, dass er wächst und gedeiht, dass er Dich immer nur mit liebevollen, guten Gedanken an Deine Mutti erinnert http://websmileys.bei.t-online.de/div109.gif

...und vor allem: Gesundheit, Gesundheit und nochmal Gesundheit !!! http://websmileys.bei.t-online.de/div143.gif

Das alles und noch viel mehr wünscht Dir herzlichst

Gabi

Petra Loos
28.05.2003, 11:53
Liebe Birgit,

auch von mir alles Liebe und Gute zum Geburtstag.
Ich wünsche dir viel Kraft, die nächsten Wochen und Monaten zu überstehen.
Alles Liebe
Petra

28.05.2003, 12:03
Liebe Birgit!

Alles, alles Gute und Liebe zum Geburtstag - das mit dem Rosenstöckchen finde ich richtig lieb von Dir!
Du hast für Deine Mutti alles getan und ich wünsch Dir sehr, dass Du Dich erholen kannst und Deine Ruhe zu Dir zurückkehrt.

Alles Gute

Biggy44
28.05.2003, 12:13
Danke für die lieben Wünsche zum Geburtstag.
Der Erste, ohne meine Mutti. Als mein Vati heute Morgen mit Blumen zu mir kam und dem Geschenk kamen mir nur noch die Tränen. Das hat Mutti sonst immer in die Hand genommen.
Es ist so schönes Wetter, so ein schöner Tag heute.. und trotzdem ist er trüb. Mir geht es phasenweise ganz gut, besser als erwartet.
Ich habe in mir eine so unerwartete Ruhe, weil ich keine "Rechnung" mehr offen habe gegenüber der Mutti. Weil ich mehr gegeben habe in den letzten Wochen,bis zuletzt, als ich je geglaubt habe, geben und aushalten zu können. Es ist eine totale Beruhigung in mir, was das betrifft.
Ja, es ist auch eine große Belastung von uns gefallen, denn trotz aller Liebe war es das ja, vor allem in psychischer Hinsicht.
Ich weiß nicht, ob ich heute noch ein wenig freude trotz allem finden kann, ob ich das überhaupt darf....

Ich wünsche euch was!
Birgit

29.05.2003, 21:21
Hallo Biggy,
auch ich will Dir natürlich zum Geburtstag gratulieren. Eigentlich weiss ich jetzt garnicht mehr was ich sagen soll, es sind schon so viele liebe Sachen gesagt worden. Ich denke ganz doll an Dich, umarme Dich. Deine Mutter hat bei Petrus ein gutes Wort für Dein Geburstagswetter eingelegt. Hat sie gut gemacht. Versuche ein bisschen abzuspannen. Das hast Du Dir wirklich redlich verdient. Deine Ma will bestimmt nicht, dass Du heute trauer trägst. Deswegen ist sie auch bestimmt vor Deinem Geburtstag gegangen, danmit Du einen "unbeschwerten" (soweit das geht) Tag hast.
Ich drück Dich ganz doll
Katharina

Biggy44
01.06.2003, 23:58
Hallo,
ich werde mich dann hier nicht mehr melden, sondern dort, wo aktuelle Gespräche geführt werden.
Leider ist dieses Postingthema für mich ja nun abgeschlossen worden....
Ich hoffe, ich lese von euch allen weiterhin im Forum, Katharina, Burgi, Corinna, gabi und alle anderen.
Ich danke euch nochmal für die Begleitung in der schweren Zeit, die Glückwünsche als auch die lieben Beileidsbekundungen.
Der Text, den Hausarzt betreffend, ging heute an die Presse raus. Ich habe meiner Mutti außerdem auf meiner Homepage eine Seite gewidmet.
Am Freitag 10 Uhr ist die Beisetzung.. Mir graut davor.
Gestern haben wir alle abends am Rosenbäumchen die Kerze angezündet und ein Glas sekt getrunken, auf die Mutti. Da kamen schon die Tränen....
Tschüs, man liest sich hier und da...
Wer will, der kann mir ja auch privat mailen, Anschrift ist ja hier ersichtlich.
Alles Gute euch und Grüße
Birgit

02.06.2003, 21:55
Hi Biggy,
es ist traurig hier von Dir Abschied nehmen zu müssen. Ich hoffe, dass wir weiter in Kontakt bleiben und Du uns ab und zu mal in diesem Forum besuchst. Es ist eine richtige Leere entstanden. Keiner mag mehr mailen, keiner hat so recht was zu sagen. Ich will Dir hier die letzten news von meiner Ma erzählen. Lt. CT ist der Tumor nicht gewachsen. Sie kommt am 17.Juni zum vorläufig letzten Mal nach Berlin, dann ist die Studie abgeschlossen. Wie es dann weiter geht wird noch entschieden.
Also meine liebe,
ich wünschen Dir noch mal viel Kraft am Freitag
Bis bald
Katharina

Biggy44
02.06.2003, 23:37
Liebe Katharina, danke für die lieben Zeilen.
Ich werde sicher ab und an reinsehen und wenn ich etwas dazu schreiben kann, das auch tun.
Du oder wer möchte, kann mir ja auch mailen. Kein Problem.
Natürlich möchte cih wissen, wie es mit deienr Mutti, Burgis und den anderen weiter geht. Aber momentan kann ich nicht viel beitragen.
Schön für euch, dass das Tumorwachstum stagniert. So hat deine Mutti sicher noch eine relativ lange Zeit vor sich, in der es sich zu leben lohnt.
Hier ging scheinbar alles schief, von Anfang an. Vielleicht musste es so sein, manchmal erscheint es fast so....
Nun ist Mutti schon eine Woche tot. Ich habe abends die Kerze am Rosenbäumchen angezündet und leise in die Finsternis gerufen, ob sie mich hört... Irgendwie habe ich immer noch daran gegalubt, dass nicht einfach alles Schluss ist, ein Mensch weg ist. Aber ich suche nach einer Antwort von ihr.
Bis bald mal!
Biggy

Biggy44
11.06.2003, 14:54
Wo sind Katharina und Corinna abgeblieben?
Habe ich was überlesen im Forum?
Ich würde gern wissen, wie es den Müttern der beiden geht...

Biggy

23.06.2003, 22:47
Hi Biggy,
eigentlich habe ich Dir gestern schon geatwortet, aber irgendwie ist es wohl nicht angekommen.
Wir waren 2 Wochen im Urlaub, was uns sehr gut getan hat. Allerdings war das Heimkommen dann doch wieder ein SChlag ins Kontor. Meine Mutter ist grade wieder bei uns. Sie hat die Studie jetzt jurz vor Ende abgebrochen, da die Nebenwirkungen doch zu stark waren und ihre Lebensqualität sehr eingeschränkt haben.
Am donnerstag hatte sie Chemo und hinterher Sono. Der gute Artzt war leider nicht da und die Vertretung hat sich die ganze Zeit nur mit Ihrem Kollegen unterhalten und meiner Ma auf dem Bauch rumgedrückt, dass sie furchtbare Schmerzen die letzten Tage hatte.
Da komme ich also gestern frohen Mutes heim und sie erzählt mir von den SChmerzen. Nimmt aber keine SChmerztopfen, die Trine... Ich habe so mit ihr geschimpft, dass sie alles so zulässt und sich nicht unm sich kümmert. Heute haben wir uns wieder fürterlich gestritten, wiel sie so verbohrt ist. Früher hat sie immer auf die Schulmedizin gewettert- wie man bei Krebs nur Chemo machen könne etc. Sie selber verweigert aber nun jegeliche Naturheilkunde, verliert ständig die Sachen von der Heilpraktikerin und nimmt auch ihre Globoli nicht. Sie hat ke9in Lust, sich um ihre Krankheit zu kümmern. Und wenn ich ihr was von Euch erzähle, sagt sie, sie will mit dem Leid anderer Leute nichts zu tin haben., All die tollen Tipps die hier gegebnen werden und dieich ihr ggfs. mal ausdrucke- sie ignoriert alles und leidet lieber vor sich hin.
Ich habe langsam wirklich keine Lust mehr mich für sie zu engagieren. Wie kann man nur so dermassen verbohrt sein. Als wolle sie mich bestrafen. Siehe , mir geht es schlecht und das lasse ich an Dir aus. IN GR geht es ihr angebich immer wunderbar und hier ist sie nur am leiden. Die Kinder haben sich so auf sie gefreut, aber mit ihr ist ja nichts los. Biggy ich bin so wütend, dass ich am liebsten nie mehr hier reinschauen will und ab sofoert so tun will, als sei sie Kerngesund.
Ich hoffe Dir geht es so einigermassen. Jetzt habe ich nur von mir geredet. sorry.
Melde Dich doch mal bei mir direkt
j.nagel@feldschloesschen-bs.de
LG Katharina

23.06.2003, 23:02
Hallo, Katharina,
entschuldige bitte, daß ich mich hier so einklinke. Habe nur gerade erkannt, daß Du aus der selben Ecke wie ich kommst. Mußte deshalb mal ein extra "Hallo" loswerden.

Und sei nicht zu böse mit Deiner Ma.

Alles Liebe
Marga

Biggy44
24.06.2003, 00:08
Hey, Katharina! :-))))))
Schön, dass du dich meldest. Corinna hat uns hier verlassen, nachdem meine Mutti verstorben ist... Wer weiß, was mit ihrer inzwischen ist, der ging es auch nicht so toll zuletzt....
Ich "tummle" mich meist bei den Angehörigen oder Hinterbliebenen jetzt herum.
Hm, ich würde das bei deiner Mutti auch nicht so genau nehmen. Sie ist sicher unsicher, hat Angst und sie wird das auch alles ank... mit der Zeit. Ist verständlich.
Meine Mutti hat sich für nichts erwärmen können, alles abgelehnt, sich dann angehört, überlegt, diskutiert... sie war störrisch wie ein Kind, wobei sie das in den letzten jahrenm ohnehin zunehmender wurde.... Versuche es zu ignorieren, lass sie. Ärgern bringt nichts, aber ist leicht gesagt, ich weiß... Ich kenne das ja auch alles zur Genüge.
Tja, mir geht es ganz gut. Habe mal hier und da eine kleine Hänge, leicht depressiv, knie mich aber in die Schreiberei rein, versuche irgendwie ein Buch wieder zu veröffentlichen, brauche ein Erfolgserlebnis wiedermal. :-)

Und ich gehe mindestens ein Mal in der Woche an das Rosenbäumchen, zünde eine Kerze an und rede mit Mutti. Ich warte immer noch auf etwas.. ja auf was eigentlich, frag ich mich langsam...
Ich wünsche dir was, deiner Mutti....
Biggy

24.06.2003, 22:27
Hi Biggy,
warte nicht auf ein Zeichen Deiner Ma. Lass sie erstmal in ruhe Fusß fassen in ihrer neuen Welt. Als mein Bruder starb hat es ewig gedauert, bis ich ein Zeichen bekam und dass auch nur ein(/zwei Mal.
Meine Ma ist heute zurück nach GR geflogen. Sie hat mir mitgeteilt, dass sie erstmal keine weitere Chemo will, bis es ihr besser geht. Ich glaube, Sie wird garkeine Chemo mehr machen und den Rest ihres Lebens so verbringen wie sie es will. Sie hat uns auch gesagt, wir können ihr Zimmer wieder zum Kinderzimmer umfunktioniern., Sie kommt im August wieder zum CT, da ihr das auf Deutsch lieber ist. Ich werde die Zeit mit ihr sehr vermissen, auch wenn wir uns gestern gezofft haben. Es war doch sehr schön, sie noch mal über einen so langen Zeitraum bei mir zu haben und zusammen zu sein.
Ich glaube das Abschiednehmen hat angefangen.
.....
LG Katharina
PS Marga: Wo bist Du?

24.06.2003, 22:32
Hallo, Katharina
bin alter BS-ler. Das heißt, seit einiger Zeit nur noch "nahe bei" aber mit dem Kopf immer noch mitten drin.
Gruß
Marga

27.06.2003, 21:35
Hallo Birgit!
War lange nicht hier zum Lesen, es war so schlimm bei uns. Meine Mutter ist am 22.06.2003 um 22.00 Uhr eingeschlafen. Durch die Lebermetastasen ist sie in ein Leberkoma gefallen. Aber die Palliativstation (ich hatte schon mal darüber geschrieben) hat ihren Wunsch wahrgemacht und hat sie durch Beruhigungsspritzen und Schlaftabletten sanft hinüberschlafen lassen ohne Schmerzen und Angst.
Ich vermisse sie.
corinna

Biggy44
28.06.2003, 14:35
Liebe Katharina,

ich hoffe, deiner Mutti geht es noch einige Zeit wenigstens halbwegs gut, d.h., dass sie keine Schmerzen hat, noch etwas unternehmen kann.
Vielleicht trügt dich dein Gefühl nicht, deine Mutti wird es auch spüren, wenn die Zeit immer näher kommt Abschied zu nehmen, die Kräfte nachlassen.
Inzwischen sind ja leider die anderen Muttis nicht mehr unter uns, ich meine von uns hier, die sich in diesem Thread ausgetauscht haben.
Lass bitte ab und an mal etwas von dir lesen...
Alles Gute
Birgit

Biggy44
28.06.2003, 14:42
Liebe Corinna,

alles Liebe für dich, ich weiß, dass aller Trost, jedes Wort eigentlich nicht viel bringt....
Zuerst starb meine Mutti, dann Burgis, jetzt deine... Sie hat wenigstens nicht gelitten, wo ich bei meiner Mutti nicht sicher bin, sie hatte immer Schmerzen, konnte es zuletzt nur nicht mehr sagen. Und das war eigentlich das Schlimmste für mich, was mir jetzt noch die Kehle zuschnürt, wenn ich daran denke...
Warst du bei deiner Mutti, als sie ging?
"Unser" Leben geht weiter, so lange, bis wir "abgerufen" werden. Aber es wird immer jemand fehlen und die Mutter ist nunmal die Person, der wir von Natur aus sehr verbunden sind und der erste Mensch, den wir spüren durften, noch bevor wir auf der Welt waren.
Es wird lange dauern, auch wenn ich ja kaum weinen kann, ich kann es noch nicht wirklich begreifen.. aber was sind schon 5 Wochen....
Ich wünsche dir alles Gute und das du halbwegs gut damit umgehen kannst!

Biggy

29.06.2003, 11:26
Hallo Birgit!
Ich war leider nicht bei meiner Mutter als sie starb. Mein Bruder und ich sind um 19.00 Uhr gegangen, da wir das Gefühl hatten, die letzte Zeit sollte ganz allein ihr und meinem Stiefvater gehören. Meine Mutter war sehr auf ihn fixiert und er hat sie die letzten Stunden immer so lieb geknuddelt und geküsst, das wir einfach zuviel waren. Wir haben zu Hause am Telefon auf den Anruf gewartet, der dann auch um 22.30 Uhr kam. Sie war um 22.00 Uhr eingeschlafen. Wir sind dann am nächsten Morgen ins Krankenhaus und haben von ihr Abschied genommen. Auf der Palliativstation gibt es nur Einzelzimmer und man hat sie wunderschön zurechtgemacht. Haare gekämmt, frisches Nachthemd angezogen, ihr die Hände gefaltet und eine Rose in die Hände gelegt. Es war wirklich wunderschön und friedlich. Die Bilder von uns hatte man ihr mit auf das Bett gelegt. In dem Zimmer hatte man eine Räucherkerze angemacht. An diesen Geruch werde ich mich mein Leben lang erinnern.
Im Flur lag ein großes Buch, in dem man noch ein paar Gedanken schreiben konnte und daneben brannte eine Kerze. Es war alles sehr liebevoll gemacht. Deswegen hatte meine Mutter auch keine Probleme damit, die letzten Tage auf dieser Station zu verbringen, sie fühlte sich dort immer sehr geborgen.
Schmerzen hatte sie bestimmt nicht mehr, da bin ich mir sehr sicher. Aber man merkte doch, dass sie mehr mitbekommt als man dachte. Sie hat noch auf Geräusche und auf Streicheln reagiert. Selbst im Koma sagte sie beim Streicheln noch "Schön". Man denkt immer, im Koma bekommen die Kranken nichts mehr mit, das stimmt garantiert nicht!
Ich komme jetzt eigentlich sehr gut damit klar. Ich sage mir immer, sie muß sich nicht mehr quälen, hat keine Schmerzen mehr. Das hilft mir sehr. Sie hat am Schluß nur noch 35 kg gewogen, konnte kaum noch Trinken oder Essen. Konnte kaum noch die Zigarette oder Glas halten. Was ist das für ein Leben?
Die Nacht in der sie starb war es sehr bewölkt, aber ein einziger Stern war am Himmel. Das war sie. Und so erkläre ich es jetzt auch meinem Sohn. Wir haben jetzt unseren eigenen kleinen Stern am Himmel. Denn er leidet am meißten. Er zeigt es zwar nicht so, aber letztens saß er in seinem Zimmer und hat mit einem Bild meiner Mutter geknuddelt. Am 11.07 ist die Beerdigung. Danach wird es bestimmt besser und man guckt wieder mehr nach vorne.
Liebe Grüße
Corinna

29.06.2003, 20:40
Hallo Corinna,
wieder einmal fast wortlos...Ich denke an Dich und leide mit Dir. Es ist hier fast wie auf einem Schlachtfeld. Täglich fällt wieder einer. Wer ist der nächste????
Ich bin so unendlich traurig und deprimiert. Fast mag ich garnicht mehr hier ins Forum schauen, weil man befürchten muss, dass sich ein neuer "Fall" meldet oder jemand für immer gegangen ist. Ich fühle mich wie Don Quichotte. Kann nicht irgendjemand mal endlich was gegen diesen üblen Tumor erfinden? Und so viele junge Leute die sich hier melden..
Meine Ma ist am 28.06. 72 Jahre alt geworden und hat wirklich ein erfülltes Leben gehabt.
Manchmal lähmt mich die Angst, dass ich es auch haben könnte und meine Kinder sind doch noch so klein und brauchen mich.
Corinna, Birgit und alle anderen hier. Ich glaube, ich werden erstmal eine "Forum-Pause" einlegen. Es kostet mich im Moment zu vielo Kraft und ich habe eh nichts konstruktives dazu zu geben. Un´d den Kranken hier die Ohren vollzujammern ist auch nicht das gelbe vom Ei. Bis bald,
Katharina

Biggy44
02.07.2003, 14:59
Hallo Corinna,

falls du doch noch ab und an hier reinsiehst...
Schön, wenn sich so um deine Mutti in den letzten Stunden gekümmert wurde. Ja wenn es ihr Wunsch war, dass ihr Mann bei ihr ist... Meine Mutti wollte beide Töchter bei sich haben, den Vati natürlich auch.
Du scheinst relativ gut mit dem Tod deiner Mutti klar zu kommen?
Stimmt, auch wir haben uns hier gefragt, was ist das für ein furchtbares Leben, was Mutti Monate, Wochen hatte. Es war kaum mehr mit anzusehen...
Sie hat sich gequält, nichts mehr davon gehabt.
Und trotzdem gab es Stunden da dachte ich: Aber sie ist noch da, ich kann hoch gehn zu ihr und ihr etwas erzählen.
Jetzt ist alles so leer, das Sofa, die Küche, still und leer ist es im Haus, auch wenn sie natürlich nie Krach gemacht hat....
Auch dein Sohn wird lernen müssen, damit umzugehen. Schön, wenn er dem Bild, seiner Oma etwas erzählt und seinen Gefühlen Ausdruck gibt.
Das ist sehr wichtig für ihn, vielleicht auch gerade deshalb, weil er ein Mann wird und zu viele Männer alles verbaggern, was mit gefühlen zu tun hat.
Ich wünsch dir alles Gute für dein Leben!
Biggy
Wenn du möchtest, kannst du mir ja ab und an mal privat mailen.

Biggy44
02.07.2003, 15:07
Liebe Katharina,

ja, nach und nach gehen die Muttis hier von dieser Welt. Und das liegt so dicht hintereinander..
Das macht denen Angst, die die Postings lesen. Ich kann mich erinnern, wie es mir am Anfang ging.Ich hoffe deiner Mutti geht es noch ein wenig gut?

Dieser Tumor ist halt besonders gemein, man erkennt ihn eben auch erst schlecht wegen der ungünstigen Lage der BSD. Viele haben auch erst spät richtig Beschwerden. Meine mutti hatte sie zwitig, trotzdem hat man es nicht entdeckt, sie und uns in Sicherheit gelassen: Absolut unbedenklich, alles gutartig und nur eine Entzündung. Nur, die hörte nie auf, da hätte man ja nochmal nachsehen können.. Ach, es ist jetzt eh egal...
Ja, dieser Krebs scheint zuzunehmen, sagte uns der Arzt auch. Keine Ahnung, ob das auch etwas erblich ist. Ich habe Angst davor. Das was ich erlebt habe mit diser Krankheit und diese Aussichtslosigkeit, das Resignieren der Ärzte, ich wünsche das niemandem.
Keiner in der Verwandtschaft hat jemals was mit der BSD gehabt.Alles begann, als meine Mutti sich nach dem Tod ihrer Schwester seelisch fertig gemacht hat und eigentlich etwas zu viel getrunken hat jeden Tag, auch wenn sie kein Alkoholiker war. Könnte ein Grund gewesen sein, zusammen mit dem Seelenleid.
Vielleicht besuchst du uns doch noch mal.
Wenn du möchtest, kannst du mir auch mailen.
Alles Gute
Biggy

06.08.2003, 22:10
Seit heute wissen wir es- Ma hat definitiv BSDK was mich so fertig macht ist nicht nur das auch mein Vater vor 4 Jahren daran starb(4 Wochen nach Diagnosestellung ) sondern das Ma morgen aus dem Krankenhaus entlassen wird .... ohne OP... ohne Chemo..... ohne Bestrahlung ..... ohne Prognose.Ich selber bin Krankenschwester und fühle mich so hilflos...Wie lange werde ich meine Ma noch haben und wie lange wird sie noch ein lebenswertes Leben haben ? Ich weiß es nicht ... ich denke das wir dieses Weihnachten ohne Ma sein werden...und ich habe Angst

06.08.2003, 23:49
Hallo Ines,

da du selbst aus dem medizinischen bereich bist und das alles bereits ein Mal erlebt hast, wirst du dir nichts vormachen können und natürlich schreckliche Angst haben. Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Es ist auch teuflisch, wenn gleich beide Eltern diese Krankheit haben. Dabei heißt es immer noch, so häufig ist sie gar nicht. Eigenartiger Weise höre ich, seit meine Mutetr daran erkrankt war, immer häufiger, dass jemand an so einem Krebs erkrankt ist oder jemand kennt.
Woher kommt das nur, es muss doch einen Grund geben...
Ich wünsche dir und deiner Mutter alles Gute und dir vor allem die Kraft, das alles durchzustehen.
Was kann, was sollte man in so einem Fall auch noch schreiben... Vielleicht ist es trotzdem ein Trost zu wissen, dass andere Anteil an deinem Schicksal nehmen, auch wenn sie dir nicht helfen können.
Mir war es einer damals.

10.08.2003, 21:50
Liebe Biggy
Ich danke Dir für die schnelle Antwort....bin z.Zt. nicht oft im Netz denn ich arbeite weiter noch in meinen 3 Schichten habe 1 großen Hund und 2 Katzen einen faulen,verwöhnten Mann und meine Ma um die wir uns noch kümmern so gut wir können....das Wochenende war schrecklich denn Ma verträgt plötzlich die Morphintabletten nicht mehr und hat das große Kotzen gekriegt-dadurch wurden die Schmerzen unerträglich.... es dauerter ewig bis der KV Arzt endlich klingelte um ihr 2 Spritzen zu geben....wir haben Ma dann auch MCP und Tramal gespritzt um übers Wochenende zu kommen.Mittwoch soll eigendlich ein Stent gelegt werden aber es geht ihr so scheiße....wir werden sie morgen ins Virchow Krankenhaus zur Onkologischen Ambulanz fahren lassen mit dem Krankentransport mal sehen ob sie dort einige Tage aufgenommen wird um sie Fit zu bekommen für den Stent,und um sie mit Schmerzmitteln richtig einzustellen. Donnerstag soll die Chemo anfangen...hoffendlich ist es nicht zu spät...ich will mich noch nicht krankschreiben lassen weil ich denke das Ma dann noch mehr Ängste aufbaut und denkt ich habe keijne Hoffnung mehr also werde ich die Belastungen des Lebens so lange ich Kraft habe so meistern. Bin schon wieder am Heulen ....bis bald Ines

10.08.2003, 22:07
Hallo Ines,

danke für die Antwort. Ja, du schreibst direkt aus, wie es ist, einfach alles Scheiße. Anders kann man so etwas nicht bezeichnen.
Ich fühle mich immer wieder zurück vrsetzt, wenn ich sowas lese, in die Zeit, als Mutti noch da war.
Sie wäre für eine Chemo gar nicht mehr in der Lage gewesen, weil sie viel zu schwach war und es ihr viel zu schlecht ging. Die Ärzte meinten damals, das würde sie nur noch mehr quälen und am Ende nichts bringen. Ich wäre schon froh gewesen, wenn man damals wenigstens mit uns geredet hätte und alles angesprochen hätte...
Du musst noch arbeiten bei all dem Schlamassel im Kopf, dich konzentrieren. Das stelle ich mir schlimm vor, denn ich war zu Hause. Andererseits konnte ich mich nicht ablenken, abschalten, nie eigentlich..., weil ich Mutti hier im Haus ja immer vor mir hatte.
Wenn es deiner Ma so schlecht geht, ist es sicher erst einmal gut, sie erholt sich wieder etwas.
Will sie denn kämpfen oder hat sie es schon satt, weil es ihr so dreckig geht, sie merkt, dass der Körper immer mehr darunter leidet?
Wenn du möchtest, kannst du mir auch privat schreiben. Vielleicht brauchst du das ja manchmal.
Mein Man war damals auch nicht die rechte Stütze, wie ich mir das gewünscht hätte. Er ist da einfach zu unbeholfen, wenn es um die Emotionen anderer geht.
Ach so, meine mail Anschrift: bisari@gmx.de

Halt die Ohren steif!
ciao
Biggy

10.08.2003, 22:26
Liebe Biggy
ich weiß es nicht aber heute zum Abschied sagte sie wir sollen sie gehen lassen wenn es soweit ist-sie geht doch nur vor .... wartet dann auf ihre beiden Mädels bis die irgendwann nachkommen. Mein Gott sie ist doch erst 61.
Der Wasserbauch wird zusehens dicker und sie hat das gefühl da platzt eine der Metastasen iM bauchfell oder drückt was ab. Auch Herzbeschwerden hatte sie .... ich muß ins Bett um 4Uhr ist die Nacht vorbei...Bye und danke für Dein Angebot komme sicher drauf zurück...brauche aber Zeit bin also nicht so oft im Netz weil der Tag eifach nur 24 Stunden hat obwohl ich schon die Zeit die ich sonnst mit Essen verbracht habe einspare reicht sie nicht. Ines

24.08.2003, 17:28
Hallo Biggi....das mit dem Rosenstock finde ich toll - ich habe einen festgemauerten Gartengrill und dort brennt immer eine Kerze in einer Laterne weißt Du so eine rote Kerze die über ehrere Tage brennt und ich bete zu wem auch immer das sich MA nicht noch so lange quälen muß sondern es bald geschafft hat und in Frieden einschlafen darf. Ma ist jetzt im Krankenhaus auf der Palliativstation erst ging es etwas besser aber dann sagten die Ärzte das sie sie demnächst entlassen wollen entweder nach HAuse oder in ein Sterbehospitz..das war es mal wieder...der Wasserbauch ist noch dicker geworden und hat MA den Darm eingeklemmt sie hat noch immer nichts essen können jetzt schon seit 4 Wochen nicht mehr.Alles was sie trinkt kotzt sie entweder wieder aus oder aber sie beschwert sich das alles nicht so schmeckt wie gewohnt es schmeckt alles irgendwie bitter sagt sie - selbst ihre heißgeliebte Aldi-Orangenbrause.Ich muß nur noch diese Woche arbeiten und das auch nur im Frühdienst ... dann habe ich endlich Urlaub.
Es ist so blöd das man nur hilflos dasteht und nix tun kann .Sie schafft es ja nicht einmal mehr alleine aus dem Bett zu krabbeln um auf die Zimmertoilette zu gehen.
Weißt Du ich bin jetzt soweit das ich denke bitte nimm sie hoch zu dir ich will nicht weiter mit ansehen müssen wie sie sich quält - und dann habe ich wieder ein schlechtes Gewissen weil ich mir Ma´s tod wünsche das macht man doch nicht dann bin ich eine böse Tochter...Aber das ist kein Leben und wenn ich hier lese was andere Mütter noch tun konnten und meine MA liegt da und kotzt und ist schon ganz schwach ....
und dann ist auch noch mein Kater ausgebüchst dieses dumme Vieh der ist schon seit einer knappen Woche unterwegs....
Und dann bin ich so voller Wut das ich laut schreien möchte ja haut doch alle ab..lasst mich allein.ist doch egal.....scheiße !!!!

28.08.2003, 22:16
Hakllo Ines,
ich dachte, ich waere der mehr oder weniger der Einzige, bei dem beide Elternteile betroffen sind. Mein Vater ist vor 3 Jarhen an BSDK verstorben, bei meiner Mutter wurde es Anfang diesen Jahres diagnostiziert. Ich habe momentan Schiss davor, das Ganze zum zweiten Mal zu erleben. Derzeit geht es meiner Mutter (noch) gut, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich das aendert, ist ja leider durchaus gegeben. Irgenwie ist es echt schwer, Ihr Mut zu machen. Sie weiss ja auch genau, was wahrscheinlich noch alles auf Sie zukommt. Wie verkraftest Du das alles ? Ich stimme Dir aus vollem Herzen zu, das ist die groesste Sch.... die es gibt.
Lass mal von Dir hoeren
Ruediger name@domain.dename@domain.de

29.08.2003, 09:51
Lieber Ruediger
ich weiß nicht wie ich es geschafft habe und schaffe-weißt Du meine Eltern sind schon lange geschieden und mein Vater lebte im Harz mit seiner neuen Frau - da war es alles nicht so heftig für mich.
Aber jetzt ist es heftig - Ma ist am 27.8. um 19.00 Uhr verstorben im Krankenhaus auf der Palliativstation - wie waren bei Ihr bis zum Schluß das kann ich jedem nur empfehlen weil man hat den geliebten Menschen nicht allein gelassen in seiner letzten Stunde.
Da meine Ma keine Galle mehr hatte ist sie auch nicht so gelb geworden und wir hatten alles ganz offen mit dem Stationsarzt besprochen wie Mama noch konnte-keine Lebensverlängernden Maßnahmen, Schmerzmittel satt - und MA sagte schon beim Erstgespräch in diesem Bett und in diesem Zimmer möchte und werde ich Sterben.
Ich hatte mir Überstunden am Mittwoch genommen weil mir so komisch war und ich den Drang verspührte ganz schnell zu Muttern zu müssen....
wie gesagt das war ihr letzter TAg auf Erden...Am Donnerstag früh gegen 8.00Uhr rief das Krankenhaus an und fragte ob sie die Augenhornhaut zur Verpflanzung haben könnten und dann weitere Ärzte... sofort habe ich im Krankenhaus angerufen und nachträglich ein Sektionsverbot erteilt denn wenn man nicht sofort ein Sektionsverbot erteilt gilt es als stilles Einvernehmen. Und wenn man es gleich klar stellt erspart man sich diese BÖSEN ANRUFE der Leichenfledderer.
Ich selber hatte ein schweres Nierenle8iden vor vielen Jahren und habe damals eine Nierenspende durch meine Mutter abgelehnt auch auf dieGefahr hin zu sterben daher habe ich das Recht darauf nein zu sagen.
Besprich dies vorher mit Deiner Mutter und auch die Beerdigung wurde noch mit Ma zu lebzeiten besprochen.
Weißt Du gestern das Gespräch mit dem Bestatter war sehr schwer und Schmerzhaft aber hinterher wussten wir das wir alles in Ihrem Sinne gemacht haben-auch das sie auf der "grünen Wiese " beerdigt sein wollte hat sie uns gesagt somit konnten wir ihre letzten Wünsche erfüllen.
Für mich ist das alles noch so unwirklich nicht greifbar- Habe jetzt Urlaub und habe Zeit zu mir zu kommen - alle halten mich für Eiskalt aber das bin ich nicht ich kann bloß nicht heulen und würde so gern....aber irgendwas in mir sagt ich muß wieder einmal die STARKE sein - sind das die Gene?
Andererseits hat man noch Zeit sich zu verabschieden stell Dir vor wie schlimm es wäre wenn ein Flugzeug abstürzen würde und deine Ma wäre dabei man hat für diese Gespräche und klärungen keine Zeit mehr...mann kann nicht nochmal sagen ich hab Dich lieb Mama und denk dran Du gehst nur vor....wir kommen später nach...Ich wünsche Dir und allen anderen viel Stärke für das was auf sie zukommt und danach.... Bis bald Ines

30.08.2003, 22:46
Hallo Ines,

es tut mir leid mit Deiner Mum. Aber eines verstehe ich nicht : Warum ist das Leichenfledderei wenn Dich die Ärzte um Hilfe für andere Patienten bitten?

Überlege Dir bitte mal, was gewesen wäre, wenn Deine Mum mit so einer Spende hätte überleben können und jeder hätte zu Euch nein gesagt?! Das hat nichts mit Leichenfledderei zu tun, sondern mit Hilfe für andere. Das mag sehr hart klingen, aber so was macht mich trauig. Habe sowas selbst erleben müssen, dass Menschen wegen solchen Entscheidungen - Angehöriger sterben müssen.


Viele Grüsse Romy

31.08.2003, 07:31
Liebe Romy
Hast nicht richtig gelesen ? Ich selber habe eine Nierenspende für mich nicht angenommen weil ich das ablehne - was jeder tun kann - weil ich damit nicht klar komme.
Der nächste Schritt ist schon getan Menschen als Ersatzteillager zu sehen - ich kann und will das nicht aber das soll ein jeder für sich selbst entscheiden.
Ein Freund von mir wurde kunstlich am Leben erhalten um ihn zu verteilen - nach Autounfall und es war die Hölle für mich.
Aber ich denke das gehört hier nicht her.
Liebe Grüße Ines

31.08.2003, 10:54
Hallo Ines,

du hast mein Mitgefühl, und deine entscheidung ist richtig (finde ich gut)!

Meine Mutter liegt z.Z. im Sterben, und ich warte förmlich auf ein (für mich) befreiten Anruf. Meine Mutter wird auch kein Ersatzteillager für die Ärzteschaft sein, das haben wir zu 'Lebzeiten' schon klar gemacht......


Ich wünschte ich hätte etwas von Deiner 'Stärke', und dann würde ich dir etwas von mir abgeben (z.B. nur einfach Weinen weil es schön ist o.ä.)

Ich wünsche Dir all die Kraft die Du benötigst.

VG. Jürgen

31.08.2003, 14:43
Lieber Jürgen
Danke für Deine lieben Zeilen , ich dachte schon ich wäre jetzt verpöhnt ...
Denke bitte dran wenn der Anruf kommt gleich zu sagen was Ihr mit Deiner Mutter abgesprochen habt.
Ich selbst bin Krankenschwester und habe nicht dran gedacht sofortiges Sektionsverbot zu erteilen und mußte dann gleich am nächsten Tag mit Ärzten debattieren es ist verdammt schwer.
Ich ahbe mir heute den Ring von meinem Stiefvater geholt den mein Vater ihr zu meiner Geburt geschenkt hat und den trage ich jetzt und irgendwie gibt er mir Kraft weil meine Ma trug diesen Ring über 39 Jahre lang und so habe ich einen Teil von Ihr ganz dicht bei mir.
Auch ich wünsche Dir viel Kraft alles zu überstehen es ist ja nicht nur das "Weg sein" der Mutter sondern auch die ganze Organisation danach aber da wir darüber auch zu Lebzeiten sprachen ist es alles nicht so sehr schwer gewesen - klar war es heftig aber wir wußten das wir alles richtig gemacht haben.
Ich danke Dir nochmals und wenn Du möchtest schreib einfach nochmal wenn es Dir gut tut....
Fühle Dich fest in den Arm genommen - auch wenn Du mich nicht kennst und heule ein wenig für mich mit.
Liebe Grüße Ines

02.09.2003, 22:01
Lieber Jürgen, liebe Ines,

ich wünsche Euch von Herzen, dass auch für Euch bald wieder die Sonne scheint.

Mit der anderen Sache: Gut Ines, Du hast die Spende abgelehnt, aber es gibt so viele die warten - oftmals vergebens warten...
Habe das jetzt zu Lebzeiten schon entschieden und auch meinen Angehörigen mitgeteilt, dass ich damit helfen möchte.

Sei nicht bös. Gehört wirklich nicht hierher.


Liebe Grüße Romy

02.09.2003, 22:21
Hallo Ines,

ich danke Dir auch für Deine ermutigen Zeilen, ich mußte meiner Mutter sogar versprechen das wenn sie nur noch an irgend welche Geräte angeschlossen wäre, ich über ein Netzkabel stolpern sollte (Zum Glück liegt sie z.Z. bei meinem Vater zuhause, in gewohnter Umgebung).
Da sagst du etwas mit dem Ring, und bringst mich auf eine Idee ???
Meine Mutter soll Verbrannt werden um anschließend in einer Urne beigesetzt werden (Das ist übrigens der wunsch von uns vieren, meine Mutter, Vater, Schwester und ich). Eigentlicher weise wollten wir den Ring vor der Verbrennung ab machen und dann danach den Ring in der Urne legen. Aber jetzt hast du mich auf eine Idee gebracht............... Au man, ich Danke dir schon mal vorab (und habe wieder eine Träne untern Auge hängen!)

Mein Vater hat heute (2.9.) Geburtstag, und du kannst dir sicherlich vorstellen wie Frustriert und aber auch Glücklich er zur Zeit noch ist. Frustriert das meine Mutter so ein Lebensende hat, aber auch Glücklich das er sie Heute noch hatte (bzw. noch hat)! Es hätte ja noch schlimmer sein können ...................
Ich war jetzt 2 Tage bei ihm, und mußte feststellen die die Atemfrequenz von 13 auf 10 pro Min. herrunter gegangen ist. Wie kann ein Mensch innerhalb von einem Monat so abbauen ??? Hach neeeeeee, ich weine wohl wirklich zuviel aber ich kann nicht anders.
Ich habe zwar meine Mutter "stärke zeigen" versprochen, aber das klappt bei mir nicht! Männer weinen doch heutzutage nicht, oder doch ?


Was soll ich noch schreiben, freue mich auf Antwort...


VG. Jürgen

03.09.2003, 21:03
Liebe Ines,

sorry, dass ich mich erst jetzt melde...
Es tut mir leid, wegen deienr Mutti, aber ich weiß, irgendwann kann man es nicht mehr mit ansehen...
Meine Mutti hätte auch nie gewollt, dass man ihr irgend welche Organe entnimmt. Aber muss man da nicht ohnehin zu Lebzeiten eine Spenderpass haben? Eine schreckliche Vorstellung, dass ein geliebter Mensch auseinander genommen wird. Andererseits finde ich es auch schön, wenn berichtet wird, dass jemandem dadurch geholfen wurde... Etwas zwiespältig das Ganze.
Du hast schon richtig entschieden!
Auch ich habe kaum geweint, aber als Mutti krank war und noch niemand wusste, dass sie Krebs hat, war ich ständig am Heulen, weil ichs wusste.
Ich kannte mich nicht wieder, ich habe weder richtig geweint, als sie gestorben war, noch zur Beerdigung, noch am Grab.
Aber es kommt jetzt ab und an doch durch, dann, wenn ichs manchmal gar nicht erwarte.

Ich wünsch dir was!
Biggy

03.09.2003, 21:07
Hallo Jürgen,

was ist das für ein Quatsch, ein Mann darf nicht weinen?!
Klar ist es nicht toll, wenn man einen Mann hat, der ständig am Jamemrn ist und wenn es da zwickt und dort und bei jeder Sache weint... Es gibt doch wohl aber Dinge im Leben, da ist Weinen gut und sogar wichtig um den Stress abzubauen.
Und ich sag dir ehrlich, ein Mann, der nicht weinen kann oder der meint, er darf es nicht zeigen, der ist für mich nur ein halber Mensch! Ich denke die meisten Frauen denken so.
Ein emotionaler Typ ist fähig sich zu freuen und zu weinen und schämt sich nicht dafür. Gefühlsarme Mänenr sind auch nicht fähig richtig zu lieben, denke ich.

Also heule, wenn dir danach ist, und wenn du meinst, es nervt andere oder nimmt ihnen die gute Stimmung, dann verkriechst du dich eben mal ins stille Kämmerlein dazu.

Alles Gute
Biggy

03.09.2003, 21:25
Lieber Jürgen...
ich freue mich Dich auf eine Idee gebracht zu haben und ich finde es schön das Männer zu ihren Gefühlen stehen....ist sehr selten heutzutage....
Ja ein Mensch kann sehr schnell abbauen ich habe es jetzt 2x erlebt beide Elternteile hatten BSDK am Bauchspeicheldrüsenschwanz und beide sind sehr schnell gegangen Pa nach 4 Wochen nach der Diagnosse und meine Ma jetzt nach 3 Wochen nach dieser Diagnose.
Ich weiß ja nicht wo das Biest bei Deiner Ma liegt aber ich war bei meiner Ma als sie starb und ich habe mit Ihr geredet ich sagte ihr das wir nicht da sind um sie aufzuhalten sondern wir bei Ihr sind um sie in den letzten Stunden nicht allein zu lassen und um Ihr zu zeigen das wir sie lieben .
Auch wenn es den Anschein hatte das sie nichts mehr mitbekam atmete sie danach leichter und nicht mehr so verkrampft. Innerhalb der nächsten Stunde schlief sie für immer ein.
Und es war gut so denn es war eine erlösung von Qual, Schmerzen, ewigem Erbrechen und hoffnungslosigkeit.
- Ich denke Du solltest Deiner Mutter gegenüber ehrlich sein - rein Gefühlsmäßig denn Mütter merken es doch wie es um Ihre Kinder steht ... Du brauchst nicht dehn Starken Max zu spielen sprech über Deine Ängste und verabschiede Dich immer mit den Worten ich hab Dich lieb Ma denn nur so ist man sicher das man es Ihr gesagt hat und sie es von einem nochmal gehört hat.
Schwelgt in schönen Erinnerungen und redet auch wenn jemand nicht antworten kann und es aussieht als bekäme er nichts mit ich bin der festen Überzeugung das Sterbende und Komatöse Patienten alles mitbekommen.
So das war es für heute ich hoffe ich bin nicht Hochschullehrerhaft rübergekommen....
Viele liebe Grüße Ines

03.09.2003, 21:31
Hallo Biggy
Ihr ward mir eine große Hilfe und ich möchte mich bei allen bedanken die mir gaschrieben haben.....
nun versuche ich ein wenig mir Rat und Tat zur Seite zu stehen ......
aber ich kann doch nur Sonntags umsonnst ins Internet aber es klappt nicht immer ich muß einfach antworten.....
Ich danke Euch nochmals
Bis bald Ines

11.11.2003, 22:05
Hallo Ihr Lieben ......
wieder einmal bin ich auf Eure Hilfe angewiesen und hoffe das sich viele melden .... sagt mal bei den Betroffenen von BSDK hat da eíner ausschließlich Zucker benützt oder waren das alles Süßstoffbenutzer ??? Ich habe da einen fürchterlichen Verdacht......Mein Vater war Diabetiker ( Also Süßstoff ) und meine Ma hat ständig auf ihre Linie geachtet (somit auch Süßlis) und beide sind an BSDK gestorben in kurzer Zeit.....Es wäre schön wenn mein Verdacht zerschlagen würde aber wenn mein Verdacht sich bestätigt das der Süßstoff was mit der Krankheit zu tun hat dann muß das an die Große Glocke gehängt werden ...Danke für Eure Mithilfe bin auf Euch angewiessen.....
Liebe Grüße an alle Ines

12.11.2003, 12:43
Hallo Ines,
meine Mutter benützt weder Zucker noch Süsstoff.
LG
Katharina

17.11.2003, 00:35
Hallo Ihr Lieben!

Bei meiner Mutter wurde im April 2003 Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt, der nicht mehr zu operieren ist. Sie ist 83 Jahre und eine großartige Kämpferin. Die Familie wurde aufgeklärt, daß wir nur noch kurze Zeit hätten und meine Mutter solle sich überlegen, was sie noch gerne machen und sehen möchte. Sie wollte noch einmal nach München. Ich habe sie abgeholt und wir sind nach München geflogen, obwohl der Arzt meinte, sie würde es nicht überstehen. Ich war in einem schrecklichen Zwiespalt. Wir haben uns eine wunderschöne Zeit gemacht.Sind in die Berge gefahren und an die Seen. Alle Orte ihrer Jugend besucht, inklusive Friedhof, um noch einmal Abschied von den bereits verstorbenen Familienmitglieder zu nehmen. Das war im Juni.

Sie hatte bereits Morphiumpflaster 50 mg. und zwei Schmerztabletten. Zäpfchen für die Magenkrämpfe und Tropfen für die ständige Übelkeit, sowie blutdrucksenkende Tabletten zu nehmen. Sie war in einem fürchterlichen Zustand, konnte nichts behalten, hatte trotz Tabletten und Pflaster Schmerzen und große Kreislaufprobleme. 10 kg abgenommen seit April.Sie hat immer schon allergisch auf Tabletten reagiert.

Ich habe dann das Buch von Maria Treben "Gesundheit aus der Apotheke Gottes" entdeckt. Hierin wird beschrieben, daß der Schwedenbitter zusammen mit einer Teemischung aus Schafgarben, Ringelblumen und Brennessel empfohlen wird. Außerdem wurde der Misteltee erwähnt.Ebenfalls ein über Nacht angesetzter Kalmustee.

Wir haben mit Schafgarben, Ringelblumen und Brennesselmischung angefangen und morgens und abends einen Tl.Schwedenbitter zugefügt. Abends, wenn die Krämpfe einsetzten Umschläge mit Schwedenbitter und Heizkissen gemacht. Wegen der Übelkeit hat sie 1 Tl. Kalmustee vor und nach jeder Mahlzeit genommen, den sie allerdings nicht vertragen hat. Also wurde er am 3. Tag wieder abgesetzt. Die Teemischung mit Schwedenbitter 3-4 Tassen über den Tag verteilt haben wir beibehalten. Die zwei Schmerztabletten konnten nach 10 Tagen wegfallen, die blutdrucksenkende Tablette ebenfalls.Sie nahm weiter hin 1 Tl. Misteltropfen. Zum Unterstützen des Immunsystems Lapachotabletten. Zur Zeit ,November, nimmt sie noch das Morphiumpflaster und Schwedenbitterumschläge, wenn Krämpfe auftreten, die allerdings alle drei Tage, wenn die Wirkung der Morphiumpflaster nachlassen auftreten. Jetzt hat sich Wasser im Bauch angesammelt und sie bekam wieder Tabletten zum entwässern, die sie natürlich wieder nicht vertragen hat und das Essen nicht behalten hat. Wir haben dann wieder die Tabletten für die Entwässerung abgesetzt und Zinnkrauttee und Zinnkrautdunstumschläge gemacht. Sie verträgt es besser und es sind 2 Liter an Wasser bereits ausgeschwemmt worden. Sie behält das Essen auch wieder. Wenn sie down ist gebe ich Rescue Remedy tropfen, die sie gut findet. Es ist eine dauernde Probiererei, weil sie die vom Arzt verschriebenen Tabletten einfach nicht verträgt. Die Reaktionen auf die Tabletten sind schrecklich. Deshalb die verzweifelte Versuche zurück zur Natur. Wer hat denn in dieser Richtung noch eine Idee, was man machen könnte. Sie macht jetzt mit der obigen Teemischung und den Schwedenbitterumschlägen wieder weiter. Sie sagt es bekommt ihr und sie behält das Essen wieder allerdings nur kleine Mengen. Sie hat seit Juni nochmal 5 kg abgenommen.Aber sie kämpft tapfer weiter. Wie gesagt: Vielleicht hat noch jemand eine Idee, was man auf natürlicher Ebene noch machen kann. Ich bin verzweifelt. Es muß doch noch was geben, womit man diese fürchterliche Krankheit in die Flucht schlagen oder wenigstens schmerzfrei aufhalten kann.

Seid alle ganz herzlich gegrüßt und nicht aufgeben. Wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her, das ist das Motto meiner Mutter und mittlerweile auch meins.

Tamara Wiedmann
17.11.2003, 20:10
Hallo Irene!
Mein Vater hat seit September 03 BSDK.
Auch wir arbeiten mit Maria Treben (schon seit ich klein war).Er nimmt trotz Chemo wieder zu (in den letzten 4 Monaten hat er 22kg abgenommen), ißt eigentlich gut, aber wie Deine Mutter auch mehrmals über den Tag verteilt in kleineren Mengen. Auch er kommt seitdem ohne Schmerztabletten aus, Blutwerte haben sich bedeutend verbessert.
Ich kann dazu nur sagen, versucht, damit weiter zu machen. Es dauert einige Zeit, bis es richtig anschlägt. Mein Vater war am Anfang richtig genervt, v.a. weil er überhaupt keinen Tee mag. Jetzt merkt er, was es ihm nützt und möchte es nicht mehr missen, weil er weiß, daß es hilft.
Liebe Grüße und viel Kraft für Dich

Tamara
tawie@gmx.net