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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spirale setzen lassen während der Chemo


nina
14.02.2009, 21:49
Hallo Ihr Lieben,

ich hab da mal eine Frage! Und zwar geht es mir um die Verhütung.

Ich darf keine Pille mehr nehmen, da mein Tumor hormonabhängig ist.
Meine Ärzte haben mir empfohlen eine Kupferspirale setzen zu lassen.

Nun hab ich folgendes Problem:

Ich hab es nicht mehr geschafft, die Spirale vor der ersten Chemo setzen zu lassen, da man mir sagte ich solle diese am besten nach der Periode einsetzen lassen. Meine Onkologin sagte mir ich könne diese auch während der Chemo ( am besten in der Woche vor der nächsten Chemo) einsetzen lassen.
Nun nach Rücksprache mit meinem Frauenarzt, hat mir dieser zwar nicht wirklich abgeraten, aber mir dennoch empfohlen erst zu warten bis alle Chemos rum sind. Zumal nach seiner Ansicht die Chance schwanger zu werden sowieso sehr gering ist ( was nicht heißt, dass es nicht passieren kann), da ich ja zoladex bekomme. Das wäre jetzt wohl auch eins der Probleme, da ich dadurch meine Periode gar nicht mehr bekomme und es dadurch schmerzhafter werden kann und auch zu Entzündungen kommen kann.

Hat jemand von Euch Erfahrungen?

nina
14.02.2009, 22:48
Hallo Barbara,

mein Frauenarzt sagte mir auch, dass die Möglichkeit schwanger zu werden sehr gering ist, aber dennoch die Möglichkeit besteht.

Ich weiß auch, dass es so ziemlich auszuschließen ist, aber dennoch besteht ein Restrisiko. Und ich muß ganz ehrlich sagen, auch minimal betrachtet, hab ich Angst, dass jetzt was passiert. (Obwohl ich gerne Kinder hätte, nur nicht zur Zeit).

Das nächste Problem ist dann ja auch, dass ich die nächsten 5 Jahre Hormone bekommen werde und somit auch zukünftig meine Periode ausbleibt.
Auf die Schmerzen hat mich mein Frauenarzt aufmerksam gemacht, aber er hat da Tabletten, die den Muttermund geschmeidiger machen, so dass die Spirale gesetzt werden kann.

Meine sämtlichen Ärzt haben mir allerdings dazu geraten mir die Spirale als Verhütung setzen zu lassen. Ich denke, die werden sich dabei was gedacht haben.

Ich bin da auch etwas überfordert. Würde mich interessieren, wie alle anderen verhüten bzw ob sie überhaupt was machen bei denen ein hormonabhängiger Tumor festgestellt wurde.

Zitronengras
14.02.2009, 22:53
Trotz Zoladex und Chemo, auch wenn die Regel ausbleibt, sollte man aber auf jeden Fall verhüten (Kondome). Schwanger werden unter der Chemo wäre ne Katastrophe.

nina
14.02.2009, 23:00
Das sehe ich genauso! Obwohl mein Frauenarzt sagt, es sei nicht bewiesen, dass ein Kind nicht gesund zur Welt kommen würde. Hab ihm aber auch gesagt unter den Umständen muß man es ja nicht provozieren. Denke da kann man nu auch noch warten. Man hat genug im Kopf, da muß man nicht noch das Risiko eingehen doch ein krankes Kind zu bekommen bzw unter den Umständen (hormonäbhängig) wieder Brustkrebs zu kriegen. Bin froh, dass dieser Scheißkrebs aus meinem Körper raus ist.

Aber ewig (5 Jahre) auf Kondome zurückgreifen, dazu hab ich auch keine Lust.
Deshalb wurde mir ja auch die Spirale empfohlen.

Tja, weiß nur nicht so recht, was ich jetzt machen soll. Werd sie wohl jetzt nicht mehr während der Chemo setzen lassen, sondern erst danach.

Würde mich nur interessieren, ob jemand damit Erfahrung hat.

Zitronengras
14.02.2009, 23:05
Erfahrung hab ich leider keine. Mein Tumor ist auch nicht hormonabhängig.

Aber die Aussage Deines Arztes... naja... ich habe gelesen, dass es in den ersten 3 Monaten einer Schwangerschaft zu massiven Schäden durch Zytostatika kommen kann. Danach kann man wohl eine Chemo machen, was de facto aber nur wenige Kliniken machen, einfach zu wenig Erfahrung (hier soll wohl die Uniklinik in Bonn DER Ansprechpartner sein). Aber okay, damit sollte man sich wirklich nicht auch beschäftigen müssen, die Angst ums eigene Leben reicht ja auch schon.

Ich würde sie auch nach der Chemo setzen lassen. Vielleicht gibts auch die Möglichkeit einer Kurznarkose, wenn die Regel erstmal nicht wiederkommt.

nina
14.02.2009, 23:19
Ich glaub er wollte mir nur damit sagen, dass es durchaus auch Frauen gibt, bei denen Brustkrebs während der Schwangerschaft festgestellt wird und auch da eine Chemo gemacht wird und die Kinder trotzdem gesund zur Welt kommen. Gut aber das sind ja auch ganz andere Voraussetzungen.

Naja, werd jetzt erstmal abwarten und dann nochmal mit meinem Frauenarzt sprechen, wenn meine Chemo rum ist. Wegen der Schmerzen mach ich mir grad nicht so die Sorgen. Lass ich einfach auf mich zukommen. Mir ist halt wirklich wichtiger unter den Umständen erstmal nicht schwanger zu werden.

Marie1977
15.02.2009, 13:32
Hallo Nina,

ich habe mir während der Chemo die Kupferspirale setzen lassen. Die Frage der Verhütung hätte sich nach der Chemo verstärkt gestellt. Und meine Gyn sowie der Chefarzt des Brustzentrums sagte mir, dass ich mit der Kupferspirale die richtige Entscheidung treffen würde.

Das Einsetzen war zwar schmerzhaft, aber auszuhalten.Eine Wurzelbehandlung bei Zahnarzt ist schlimmer. Habe es abends machen lassen. Von meiner Gyn habe ich ein Schmerzmittel bekommen und mich direkt ins Bett gelegt. Morgens war alles wieder ok.

Viele Grüße

Marie

Rosmarin
15.02.2009, 13:42
Ich bin da auch etwas überfordert. Würde mich interessieren, wie alle anderen verhüten bzw ob sie überhaupt was machen bei denen ein hormonabhängiger Tumor festgestellt wurde.

Mir wurde auch die Spirale empfohlen, die ich aber aus verschiedenen Gründen, (von denen einer ist, daß ich keine zusätzliche dauerhafte Entzündung im Körper will) für mich selbst ablehne.

So daß wir jetzt mit Kondomen verhüten. Das nervt zwar etwas, aber damit konnten wir für das halbe Jahr leben. Man kann ja auch schönen Sex ohne GV haben, das kenn ich ja von meiner NFP da haben wir während der fruchtbaren Zeit auch keinen GV gehabt(nicht mal mit Kondom -ais Sicherheitsgründen)).

Für danach(nach Chemo) war eine Sterilisierung angedacht, aber nun kommen wohl, wenn ich dabei bleibe, demnächst die Eierstöcke heraus, wo mit sich Verhütung erübrigt.Bin 43 und habe 4 Kinder ,2 davon schon erwachsen.

Als Barrieremethode käme noch ein Diaphragma infrage, was zusammen mit Gel(Milchsäure oder Zitronensäure) auch einen PI von 1-2 hat(ähnlich wie Kondom)

LG, Anne

nina
15.02.2009, 17:25
@Marie
Schön von jemanden zu hören, der es schon durch hat. Hört sich ja weniger schlim an als befürchtet. Werd wohl aber doch bis nach der letzten Chemo warten. noch 2 vor mir und die werd ich auch ohne Spirale überstehen. Denke einfach das Risiko ist geringer.

@Anne
Für mich kommt Sterilisation auf keinen Fall in Frage, da ich noch keine Kinder hab und in der Hoffnung lebe noch welche zu bekommen. Sonst wär es sicherlich eine gute Alternative

Optimistin43
15.02.2009, 18:02
Hallo Nina,

ich habe die Chance einer (meiner einzigen und letzten seit der Chemo) Blutung genutzt und mir eine Kupferspirale während der Chemo einsetzen lassen.
Kein Problem und eine gute Entscheidung.
HG
Marietta

Susanne66
15.02.2009, 22:01
Hallo Nina

Meine Kupferspirale ist noch ganz neu:smiley1:, erst 5 Wochen alt. Sie wurde auf meinen Wunsch im Krankenhaus eingesetzt, als ich eine Curettage hatte. So verschlief ich die unangenehme Prozedur zum Glück.
Eigentlich hätte ich gerne die Mirena Spirale gehabt, doch die Ärzte rieten davon ab. Mit Kondomen ging es ja eigentlich schon....aaaaber, na ja, muss ich dir nicht erst erklären.
Da meine Eierstöcke schlichtweg nicht wissen, ob sie in den Wechseljahren sind oder nicht ( der Hormonstatus ist widersprüchlich ), ist die Verhütung schon ein Thema.
Die Spirale spüre ich übrigens überhaupt nicht, auch beim Sex nicht. Ob sie richtig sitzt, wird mein Gynäkologe nächsten Mittwoch mit US checken.
Und...ich würde dir auch empfehlen, eine Mens für das Einsetzen abzuwarten, denn dann ist der Muttermund/Gebärmutterhals ein wenig geöffnet. Ohne Mens muss es zuerst gedehnt werden, das ist schmerzhaft.

Susanne