PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Knochenmetastasen nach Brustkrebs


brabbel
15.05.2009, 19:13
Hallo1
Ich schreibe heute zum ersten mal im Forum und würde mich gern mit Betroffenen austauschen. Bei meiner Mutti (64J) wurden 10(!) Jahre nach Brustkrebsoperation mit Chemo Knochenmetastasen (Lende, Brust; Schädel) gefunden.Heute wurde ihr das Ergebnis mitgeteilt, was wir nach den Schmerzen, die sie hatte, den erhöhten Tumormarkerwerten usw. leider schon vermutet hatten. Ich weiß, dass sicher Bestrahlung auf sie zukommt.
Was alles viel schwerer macht, ist dass mein Vater nach einem Schlaganfall vor 3 Jahren pflegebedürftig ist und meine Mutti sich um ihn kümmert. Ich bin das einzige Kind meiner Eltern und habe riesig Angst vor dem, was auf mich zukommt und die Angst, beide Eltern zu verlieren. Könnt ihr mir weiterhelfen. Wie geht es jetzt weiter? Was kann man alles tun? :cry:

Dolphin
16.05.2009, 11:35
Hallo Brabbel,

erst mal versuche ich dir eine Mütze Kraft und Zuversicht rüberzubeamen :knuddel:. Ließ doch mal im Thread von Karma (Bin ich zu optimistisch???) da haben wir gerade ein wenig über Knochenmetas diskutiert und in vielen anderen Threads wirst du Hoffnung auch bei Knochenmetas finden. Löchert die Ärzte wie es weitergeht (Biphosphonate, AHT bei hormonabhängigkeit, OP, Bestrahlung, AK...). Und stöbere auch im Angehörigen-Forum. Und auch, wenn jetzt alles über dir zusammenzubrechen droht, nicht den Mut verlieren! Wir versuchen dich aufzubauen.

LG Dolphin :pftroest:

Elli
16.05.2009, 13:51
Hallo brabbel,

habe selber seit 2003 in Folge Knochenmetas und es geht mir super gut.
Knochenmetas sind sehr ,sehr gut zu behandeln.Also mach Dir nicht zu viele Sorgen.
Bei mir gabs sofort Bestrahlungen und dann im vier Wochen Rythmus Biphosphonate als Infusion .Über die Jahre ,war ich "Stammkunde" (grins) in der Strahlentherapie.
Ich habe sowohl die Bestrahlungen wie auch die Infusionen über Jahre hinweg super gut weggesteckt.
Denke mal das die Schmerzen bei Deiner Mutter bald nachlassen werden.
Meine Knochemetas sind inzwischen nur noch als "Defekt" beim Röntgen ,bzw. CT oder MRT nachzuweisen .Ich will damit sagen,das die Medis angeschlagen haben,und ich keinerlei Einschränkungen habe.

Wünsche Dir und Deiner Mutter alles,alles Gute

Liebe Grüsse
Elli

brabbel
16.05.2009, 17:39
Liebe Doplphin, liebe Elli,

Ganz lieben Dank für eure Mutmacher, hat mir richtig gut getan. :remybussi Elli es freut mich, dass es dir so gut geht, dass macht echt Hoffnung. Meine Mutti hat am Montag ihr Auswertungsgespräch mit dem Onkologen. Wäre gern dabei um nachzufragen, meine Mutti traut sich da nicht so, aber ich muss in der Zeit auf meinen Vati "aufpassen". Von den Biophosphonaten habe ich schon gehört, gibt es da Unterschiede in der Verträglichkeit?. Was treten bei der Bestrahlung für Nebenwirkung auf. (Ist für mich wichtig, da wir eine Lösung für meinen Papa finden müssen, wenn es ihr nicht gut geht. Ich wohne etwa 100km weg, arbeite und habe selbst eine Familie mit 3 Kindern) Es stehen noch MRT und Lungen-CT aus, ich hoffe, sie finden nicht mehr.Mammo und Bauch-Ultraschall waren o.k.
An Dolphin: Werde versuchen, in den anderen Beiträgen zu stöbern, finde mich hier in der Navigation aber noch nicht so zurecht.
Nochmals ein liebes Dankeschön an euch für eure Unterstützung, brauche in nämlich ganz schön derzeit.

GlidingGeli
16.05.2009, 19:55
Hallo Brabbel,

erstmal gut, dass du dieses Forum gefunden hast. Du wirst sicher einige Hilfe und Unterstützung für deine Mutter finden. Es ist toll, wenn sich die Töchter um die Mütter kümmern können. Eure Lage ist ja auch schwierig, besonders wenn dein Vater auch krank ist. Deine Mutter muss sich jetzt aber um sich selbst kümmern und sehen wie sie mit den Therapien fertig wird. Habt ihr denn jemand, der deine Ma zu den Gesprächen begleiten kann. Ich weiß genau, dass so manches an mir vorbei gerauscht ist und mein Mann mir dann für mich gefragt hat.n
Hat denn dein Vater schon eine anerkannte Pflegestufe? Wenn nicht könnt ihr diese beantragen. Eine Möglichkeit wäre vielleicht auch, deinen Vater an bestimmten Tagen in einer Tagespflege unter zu bringen, damit deine Mutter auch Zeit für sich hat, du bist ja mit deiner Familie und deinen Kindern ausgelastet. Der Arzt kann dies verordnen.

Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass ihr dies Päckchen schultert.
Liebe Grüße
Angelika

brabbel
17.05.2009, 10:59
Hallo Angelika,
danke für deine Nachricht. Habe leider niemanden, der meine Mutti bei den Arztgesprächen etc begleiten kann. Bin nach dem Tod meines Bruders das einzige Kind meiner Eltern, weitere Verwandte Geschwister meiner Mutti) wohnen etwa 600km weit weg.
Mein Vati hat Pflegestufe 2, ist aber durch den Schlaganfall geistig nicht mehr ganz fit, sehr ängstlich. Er will auf keinen Fall in eine Tagespflege oder eine Pflegeperson zulassen. Er versteht gar nicht, was auf Mutti noch zukommt und reagiert eher agressiv und ungehalten. Meine Mutti hat ihn bisher aufopferungsvoll umsorgt und der Gedanke, wie er reagiert, wenn er vielleicht für einige Tage ins Pflegeheim soll, belastet sie zusätzlich. Das macht alles noch komplizierter. Zu mir holen kann ich ihn auch nicht, da ich ja selbst arbeite und auch nicht die räumlichen Möglichkeiten habe. Ich denke, die Pflege, jeden Tag derselbe Tagesablauf ohne Aussicht auf Besserung, kein Urlaub und die körperliche Belastung haben sicher dazu beigetragen, dass nach 10 Jahren der Krebs zurückkam. Hoffe nur, er beschränkt sich auf die Knochen.

brabbel
19.05.2009, 18:09
Hallo ihr Lieben,
wollte mich ja melden, wenn es etwas neues gibt. Meine Mutti war ja gestern zum Auswertungsgespräch beim Onkologen. Es liegen als Metas im Bereich der Lenden- und Brustwirbelsäule und glaube auch etwas im Schädelknochen. Es handelt sich um osteoplastische Metas. Ich weiß, dass es auch osteolytische Metas gibt. Hat das Einfluss auf die Behandlung oder die Agressivität des Tumors?. Sie erhält "Pamidronat" als Infusion und "Aromasin" als Hormon. bestrahlung will er noch nicht machen, erst mal abwarten. Ist das normal, denn soweit ich gelesen habe, bekämpfen Biphosphonate die Metas doch nicht, oder?
Von Chemo hat er nicht gesprochen. Ist das nun ein gutes Zeichen? Wäre lieb, wenn ihr mir mal "Nachhilfe" geben könntet.
Alles Liebe!
Brabbel

brabbel
23.05.2009, 19:18
Hallo ihr Lieben,
habe mal eine Frage. Nach der ersten "Pamidronat" Infusion hatte meine Muttei die erste Nacht starke Knochenschmerzen-wußten wir ja das das passieren kann. Am 2.Tag musste sie dann mehrmals brechen. Ist das normal? Jetzt ist das vorbei, aber ihr ist noch ziemlich übel und schwindlig. Habt iht Tipps?
Danke:1luvu:

brabbel
18.03.2010, 20:00
Hallo an alle!

ich bräuchte mal eure Erfahrungen und Tipps. Seit ihrer Bestrahlung wegen Knochenmetastasen an der Hals- und Brustwibelsäule hat meine Mutti sehr abgenommen und kommt nicht mehr richtig auf die Beine. Durch die Bestrahlung wurden ihre Geschmacksnerven in Mitgleidenschaft gezogen, sie hat ständig einen trockenen Mund,vieles schmeckt ihr nicht mehr oder sie bekommt es nicht mehr hinunter. (z.Bsp. Süßes) Sie hat auch kaum Appetit und die Tropfen, die sie gegen die Schmerzen bekommt verursachen Übelkeit und Schlappheit. Sie schläft auch sehr schlecht und hat sich jetzt auch noch eine Erkältung eingefangen, welche sie zusätzlich schlaucht und sie noch mehr abnimmt. Sie fühlt sich also absolut schwach, energielos und kommt nicht mehr auf die Beine. Habt ihr Tipps, Z.Bsp. Vitaminpräperate oder so, die ihr empfehlen könnt?
Wäre euch wirklich sehr dankbar!:remybussi
brabbel

brabbel
19.04.2010, 20:11
Hätte mal folgende Frage: Meine Mutti hat seit letztem Jahr ja Knochenmetastasen, wurde im Bereich der Brust- und Halswirbelsäule Ende letzten Jahres auch bestrahlt.Seit einiger Zeit hat sie starke Schmerzen vom Becken bis in die Beine, Komischerweise treten diese Schmerzen schubweise auf, Phasen fast unerträglicher Schmerzen wechseln ab mit fast völliger Schmerzfreiheit ab. Ihr Onkologo ist auch verwundert und weiß dafür keine Erklärung. Hat jemand von euch Erfahrung damit?

Vielen Dank für eure Hilfe!:winke:
brabbel

Calypso
20.04.2010, 12:51
Hallo,
bei mir ist das auch so. Hatte schon 2-3 Monate Pause zwischen den Schmerzen, deshalb wurden die Schmerzen auch zunächst nicht mit Knochenmetas in Verbindung gebracht. Die Schmerzen treten auch auf, wenn irgendwas von außen einwirkt, heute hat es mich z. B. vom Rad geschmissen, und durch die Stauchung tut es jetzt wieder an den "typischen" Stellen weh. Ich wurde aber wegen der metas noch nicht behandelt (von Schmerzmittel abgesehen) weil ich erst OP und Zahnsanierung hinter mich bringen muss. die Schmerzen strahlen sehr weit aus (z. B. vom Brustbein in beide Schultern), aber doch nicht so weit wie bei deiner Mama.

Mein Onkologe hat sich aber über die Schübe nicht gewundert. Er wollte nur wissen wie stark die Schmerzen sind, wenn ich sie habe. Naja - wie soll man chon einem anderen Menschen sowas beschreiben?

brabbel
21.04.2010, 19:39
Liebe Calypso,
vielen Dank für deine Antwort. Denke auch, es kommt von den Metas, wahrscheinlich haben sie sich jetzt im Becken weiter ausgebreitet. Meine Mutti meint auch, das die Schmerzen ganz anders sind als normale Muskel-oder Knochenschmerzen, aber lange Zeit wurde damals das Ganze als normale Abnutzung oder Osteoporose abgetan, bis endlich nach einem Bluttest und festgestelltem Anstieg der Tumormarker eine Knochenszinti und MRT gemacht wurden. Hoffe, nur, die Schmerzen werden nicht schlimmer und die Metas beschränken sich auch weiterhin auf die Knochen.

Dir alles Gute für deine Zahnbehandlung (hat meine Mutti jetzt auch hinter sich, allerdings erst während der Behandlung mit Biphosphonaten) und für deine Gesundheit. Danke noch mal!
brabbel

Milly
21.04.2010, 21:10
Hallo

ich habe nach Erstdiaknose 92 auch seit 2004 Knochenmetas aber bei mir ist es ein brenneder Schmerz. Ich habe aber ganz wenig Schmerzen da ich seit
3 Jahren ein Schmerzpflaster habe und damit nahezu schmerzfrei bin. Vielleicht wäre das auch etwas für deine Mama.

Liebe Grüße Ute

brabbel
22.04.2010, 18:56
Hallo Milly,

danke für deine Antwort. Ja meine Mutti beschreibt den Schmerz auch oft als brennend, manchmal unerträglich. Sie hat ja leider auch im gesamten Knochensystem Metastasen, und das innerhalb eines halben Jahres, die zwischen 2 Knochenszintis lagen und dabei sollte nach 10 Jahren eigentlich gerade alle Vorsorgetermine beim Onkologen abgeschlossen werden. Mist!
An Schmerzpflaster hatte ich auch schon gedacht und meiner Mutti empfohlen, aber ihr Arzt will da erst ran, wenn nichts anderes mehr geht. Er sagt, wenn man mit den Pflastern einmal beginnt, müsste man die ständig nehmen.
Wie ist eigentlich deine Erfahrung so?

Liebe Grüße!
brabbel

Milly
22.04.2010, 19:06
Hallo

ja die Schmerzpflaster muss man ein Leben lang nehmen, aber wie lange ist das wenn man immer Schmerzen hat ist das auch nichts. Ich habe mich lange gegen das Morpium gewehrt aber irgend wann ging nichts mehr. Mit dem Pflaster oder auch Tabletten das ist nicht so einfach ich hatte große Übelkeit und nehme auch heute noch Tabletten dagegen.
Ich hoffe ihr findet für deine Mama die richtige Lösung.

Schöne Grüße Ute

brabbel
06.05.2010, 20:25
Hallo!

Hat jemand Erfahrung mit dem Morphiumpflaster "bupronorfin 35 mikrogramm"?

brabbel

Milly
06.05.2010, 21:24
Hallo Brabbel

ich habe auch Knochenmetas habe aber ein anderes Pflaster ich habe Trastec 35 mg komme damit gut zurecht und brauche nur alle 4 Tage zu wechseln.

Liebe Grüße Ute

brabbel
07.05.2010, 16:41
Hallo Ute, du hast mir ja schon mal was zur Schmerztherapie geschrieben. Vielen Dank!!!

wHeikew
07.05.2010, 18:40
Hallo Brabbel,
ich habe letztes Jahr beide Schmerzpflaster probiert und nicht vertragen. Die Schmerzen reduzierten sich zwar, aber ich habe mich nur noch übergeben, dass es sogar in der Klinik nicht mehr tragbar war.
Das sind meine bescheidenen Erfahrungen mit Morphiumpflastern, keine Guten.

Liebe Grüße,
Heike

brabbel
07.05.2010, 18:48
Danke Heike,

werde berichten wie es meiner Mutti damit geht. Da es ihr aber schon mit den Tropfen nicht gut geht, befürchte ich das es mit den Pflastern nicht besser wird.

Bärbel

Milly
07.05.2010, 20:30
Hallo

ich kann die Pflaster auch nur nehmen wenn ich gleichzeitig etwas gegen die Übelkeit nehme. Ich war sogar in der Schmerzklinik und bin dort eingestellt worden.

Gruß Ute

Zoe
07.05.2010, 21:52
Hallo,
mein Partner hat Fentanyl Schmerzpflaster (25 mg) gegen seine chronischen Nervenschmerzen im Bein (geschädigter Ischias) bekommen. Ist ihm sehr gut bekommen, hat gut gegen die Scherzen (nach einer großen OP) geholfen, als wir deswegen völlig verzweifelt waren. Hatte eine positive Wirkung auf seine Psyche, er hat es lange Zeit genommen und bald die Dosis halbiert. Aber es macht abhängig und er hat es ausgeschlichen und er nimmt es inzwischen nur wenn es ihm ganz schlecht geht oder nach Eingriffen am Bein (mit dem es oft Probleme gibt). Viele Gruesse - Zoe

brabbel
08.05.2010, 19:24
Liebe Heike, liebe Ute, liebe Zoe,

habt vielen Dank :rotier2: für eure Tipps und Erfahrungen. Leite es an meine Mutti weiter. Mal schauen welche Erkenntnisse ich dann noch beitragen kann.

Bärbel

brabbel
16.11.2011, 18:30
Möchte mal ein neues Thema aufmachen.
Ich lese bei vielen Themen hier mit und antworte ja auch öfters.
Was natürlich in allen Themen eine große Rolle spielt, ist die Angst um den geliebten kranken Menschen und vor allem auch wie wir selber leiden, sowohl seelich als auch körperlich. Wir geraten immer wieder an unsere Grenzen und oft auch darüber hinaus. Meist zieht sich die Krankheit und damit das Leid über viele Monate-manchmal auch Jahre hinweg.

Und ich weiß nicht ob es euch so wie mir geht, man läuft im Hamsterrad, funktioniert und sieht gar nichts Schönes mehr um sich herum, bzw. wenn man etwas sieht, kommen sofort die negativen Gedanken.
Wie schafft ihr es, euch die Freude am Leben zu erhalten und nicht ständig zu verzweifeln.

Ich liebe z.Bsp. die Vorweihnachtszeit, gehe gern shoppen. Jetzt sehe ich die ganze Deko und frage mich, ob meine Mutti überhaupt Weihnachten erlebt, ob es Sinn macht Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Ich hab eigentlich an nichts richtig Spass oder bin nicht mit dem Herzen dabei, weil das Kopfkino angeht.

Wie schaftt ihr es, euch glückliche Freiräume zu schaffen oder zu erhalten?
Gibt es vielleicht Tipps und Tricks die funktionieren.
Wenn ja dann her damit, ich glaube das könnten viele gebrauchen. :rotier2:

IngMi
16.11.2011, 18:55
Hallo brabbel,
ich gehe Gassi mit unsere Hund. Wir wohnen direkt am Wald, muss also nicht irgendwohin sondern nur rausgehen. Ich habe mir mal 'versprochen' oder vorgenommen jeden Tag mindestens eine halbe Stunde zu spazieren.
Dabei geniesse ich die Luft, die Natur, die Bäume, der Geruch im Wald. Ach ja, es gibt kein Mistwetter. Also auch wenn es regnet oder neblig ist. Hauptsache raus und den Kopf freibekommen! Tief durchatmen.
Auch habe ich wieder angefangen mit Yoga Übungen. Das entspannt und beruhigt mich. Danach fühle ich mich besser, ausgeglichener.
LG, Inge

brabbel
16.11.2011, 19:05
Hallo Inge,

musste jetzt schmunzeln über deine Antwort. Habe nämlich heute auch zum ersten Mal seit Jahren wieder mit meinen Yogaübungen angefangen, vor allem auch weil ich total verspannt bin und mir alles weh tut. Hoffe es hilft. Hund habe ich nicht und das mit dem raus gehen würde ich gern machen, aber ich komme meist erst nach Hause wenn es schon dunkel ist und dann liegt immer noch so viel an: Kindern und Ehemann von ihrem Tag zuhören, Essen machen, Mutti anrufen, Vorbereitungen für den nächsten Arbeitstag. Vom Wochenende bleibt nur der Samstag, da ich Sonntags zu meinen Eltern fahre und da versuche ich mal raus zu kommen, aber natürlich muss da auch die Arbeit gemacht werden, die in der Woche liegen bleibt, da wir ein Haus mit gr0ßem Grundstück haben. Außerdem kommen meine beiden Mädels am Wochenende vom Studium.
Aber du hast natürlich recht, man müsste mehr raus.

Viele Grüße!
Bärbel

carla44
17.11.2011, 08:05
Hallo Bärbel,

mittlerweile mache ich eine Therapie bei einer speziell ausgebildeten Heilpraktikerin, die mich dann wieder in das hier und jetzt holt.

Aber zur Zeit, als mein Vati auf seinem letzten Weg war, habe ich die wenigen guten Stunden mit ihm einfach genossen, seine Freude über die Bildergalerie oder die neue Uhr. Oft bin ich dann abends raus aus dem Heim und habe mich erst mal ausgeheult...

In der Zeit habe ich auch trotzdem etwas mit meinem Pferden gemacht. Reiten, kuscheln, in den Wald gehen...
Für mich war es wichtig, wenigstens einige kleine gute Momente mit Papa zu haben und diese für mich abzuspeichern, so als Erinnerung.

Aber eine Vorfreude auf Weihnachten habe ich auch nicht, es wird das erste ohne Papa sein.
Liebe Grüße
Carla

brabbel
17.11.2011, 20:22
Hallo Carla!

Aber zur Zeit, als mein Vati auf seinem letzten Weg war, habe ich die wenigen guten Stunden mit ihm einfach genossen, seine Freude über die Bildergalerie oder die neue Uhr. Oft bin ich dann abends raus aus dem Heim und habe mich erst mal ausgeheult...

Das ist zur Zeit mein Problem. Ich kann einfach nichts genießen, auch keine schönen Momente. Mir ist immer nach heulen und ich bin total dünnhäutig.

Und auch schöne Erinnerungen machen mich einfach nur traurig. Aus meiner Trübseligkeit holen mich eigentlich nur meine Arbeit und meine Kinder. das kostet zwar viel Kraft, lenkt aber auch ab.

Vielleicht hole ich mir "danach" ein Tier, liebäugle schon lange mit einem Husky.

Mal sehen. Vielen Dank auf jeden Fall für deine Antwort. Das es kein schönes Weihnachten wird, das erste ohne deinen Vati ist klar. Ich befürchte, wenn meine Mutti stirbt, ist der Lebenswille meines Vatis auch dahin und folgt ihr bald. :augen:

LG
Bärbel

David1981
18.11.2011, 08:05
Hallo Bärbel,

aus meinem eigenen Thread weißt Du das es mir ähnlich wie Dir geht.
Ich kann mich auch -FAST- an nichts schönes erfreuen.... meine körperlichen Beschwerden habe ich auf des öfteren erklärt.

Was mir aber an und an ein wenig hilft, ist die Ablenkung durch Freunde, die kennen die Situation und versuchen alles mich wenigstens ein paar Stunden von der schei*e Abzulenken.

Ich war noch nie so froh wie jetzt meine Freunde zu haben. :)

Gruß
David

brabbel
18.11.2011, 19:56
Hallo David,

ja geht mir ähnlich. Zur Zeit schafft es die Arbeit und vor allem meine Familie mich aus meiner Lethargie zu reißen. Mein Mann schafft es , das Ganze entspannt zu sehen und wenn wir bei meinen Eltern sind, gelingt es in mit Scherzen die Stimmung aufzulockern. Das entkrampft. Meine jüngere Tochter erlebt ihre erste Verliebtheit, so das Gesprächsthemen genug vorhanden sind.

Ich weiß aber natürlich auch, das das alles hin ist, wenn die nächste Katastrophe sprich die nächste Stufe der Krankheit folgt. Aber für den Moment tut es gut.

Liebe Grüße! :rotier:

Bärbel

carla44
19.11.2011, 09:07
Liebe Bärbel,

dünnhäutig war ich in der Zeit auch und bin es auch immernoch. Ich kann jetzt nur dank der Therapie besser damit umgehen.

Mich hat damals die Arbeit eher belastet. Sie war plötzlich nicht mehr wichtig, obwohl ich meinen Job eigentlich gerne mache. Ich habe aber auch sehr viel Verantwortung für Menschen dabei und konnte dem nicht mehr gerecht werden. Die letzten Arbeitstage vor meinem Urlaub, nachdem ich die Prognose von dem Arzt erfahren hatte, sass ich eigentlich nur noch heulend im Büro, war gar nicht fähig, zu arbeiten.
Jede Minute im Büro war eine Minute weniger bei meinem Vati...

Die Prioritäten waren plötzlich andere. Aber wir hatten ja auch nicht mehr viel Zeit.

Auch heute bin ich noch lange nicht so unbeschwert, wie vor dieser Zeit. Ich habe einfach eine andere Sicht auf Dinge bekommen. Vieles ist so unwichtig geworden. Ich gönne mir lieber Kleinigkeiten (nicht materieller Art), die mir Freude machen: mehr Zeit mit meinen Tieren z.B.

Es ist schwer, Lebensfreude zu behalten, wenn man so wie Du in dieser Situation voll drinsteckt. Bei mir waren es oft kleine Dinge:
ein Lächeln von Vati, weil er gerade gut drauf war oder als seine Enkel kamen...
ein schöner warmer Regen auf der Haut zu Beispiel, ihn einfach fühlen. Zu merken, dass ich lebe...

Ganz liebe Grüße und eine liebe Umarmung.
Carla

brabbel
19.11.2011, 18:43
Liebe Carla,

einfach ein dicker Dankeschön für die lieben Grüße und die "virtuelle" Umarmung. :1luvu:

Bärbel

Carlotta76
20.11.2011, 18:12
Liebe Bärbel,

schön, dass Du diesen Thread eröffnet hast. Die Frage, wie man sich die Freude am hier und jetzt erhält, ist meines Erachtens für uns als Angehörige auch wichtig.

Ich denke, dass hierzu die erste Voraussetzung ist, dass man die Situatiuon als gegeben annimmt, dass man akzeptiert, dass es ist, wie es ist und dass man das nicht ändern kann.

Auf der einen Seite genieße ich ganz bewußt die Zeit mit meiner Mama, auf der anderen Seite versuche ich auch zu registrieren, wenn mir das alles zu viel wird, wenn meine Kraft zu Ende geht und ich das Gefühl habe, ich kann das nicht mehr aushalten. Dann versuche ich auch, mir für mich selbst Zeit zu nehmen, spazieren zu gehen, ein Buch zu lesen oder Yoga zu machen.

Außerdem mache ich sehr viel Sport, das hilft mir den Stress abzubauen und lässt mich nachts besser durchschlafen.

Liebe Grüße

Carlotta