PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist wichtig, vor der Therapie?


topi
27.08.2009, 22:59
Hallo Forum,:winke:

ich habe euch gerade entdeckt - hier einiges gelesen und bin froh, dass es dieses Forum gibt.

Meine Mutter (74 J), ist an Brustkrebs erkrankt.

Sie hat einen Knoten ertastet, ich bin mit ihr sofort zur Frauenärztin gefahren. Am nächsten Tag war die Mammmografie und dann ist sie sofort operiert worden.
Das ganze spielte sich innerhalb von 36Std. ab. Mein Vater und ich waren vollkommen fertig. Meine Mutter hat das nicht wirklich an sich ran gelassen und auch nach der OP noch behauptet, der Tumor wäre gutartig gewesen.

Heute haben wir sie aus der Klinik nachhause holen können.
Am Dienstag beginnt die Chemo.
Ich bin mit dem Klinik-Personal nicht wirklich zufrieden.
Hab schon das Gefühl, dass technisch alles getan wird.
Aber kein Arzt hat sich wirklich Zeit genommen mit uns zu reden.
Ich bin ein überaus verständnisvoller Mensch und kann mir vorstellen, dass das Personal dort belastet ist.
Hab noch meinen Vater nach seinen eindrücken gefragt. er erlebte die Ärzte dort genauso, wie ich.

Man wird aufgefordert zu einem Gespräch. Geht hin. Wird dann zur Seite geschoben. Kam mir vor, wie ein lästiger Bittsteller…
Die Ärztin heute sollte uns über die Auswirkungen der Chemo aufklären. Sagte mehrmals, wir können und sollen alles Fragen.
Meine Fragen haben sie dann aber sichtlich gestört und genervt.
Zum Beispiel, war uns nicht klar, ob es nun (auch noch) eine Bestrahlung gibt, oder nicht.

Doch- Das ärgert mich schon.
Letztlich hab ich das Gefühl, die Patientin soll unterschreiben und dann alles still mitmachen.

Ich will jetzt gar nicht zu lang werden…..

Auch so etwas. Ich hab das Gefühl, uns wird alles scheibchenweise serviert.
Zunächst war nur von Bestrahlung die Rede.
Heute kamen wir hin und die Ärztin sagte sofort: Wir müssten über die Chemo sprechen.

Es wurde brusterhaltend operiert. Der entfernte Tumor war 3,5x3,0 cm groß. Drei Lymphknoten waren befallen. Man hat alle Lymphknoten auf der re. Seite entfernt.
Meine Mutter hat die OP gut überstanden. Sie war vom 19.8.-27.8.09 in der Klinik. Am 1.9. soll die Chemo mit dem zuständigen Arzt besprochen werden.

Ich habe hier im forum gelesen, dass vorher der Zahnstatus erhoben werden sollte. Was ratet ihr noch?
Entschuldigt, dass ich frage, was ich hier nachlesen kann. Ich bin ziemlich groggy.

Morgen werden wir die Überweisung für die ambulante Behandlung besorgen. Dann energie tanken und am Dienstag geht es dann los.

Grüße Topi

Hannna
28.08.2009, 10:42
Hallo,
nein, das scheint mir auch nicht ok - Ihr müsst die Zeit haben, alles zu fragen, was Ihr wissen wollt, und zwar so stotternd und unklar, wie man halt nach so einer Diagnose erstmal ist. Ich würde gucken, ob es bei Euch in der Nähe ein Brustzentrum gibt. Hier in Köln an der Uni habe ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Da gibt es auch zwischendurch Hektik, klar, aber wenn ein Gespräch angesetzt ist, dann kann und soll man auch alles fragen, was man auf dem Herzen hat. Es gibt auch onkologische Praxen, in denen vielleicht mehr Ruhe und Zuwendung herrscht. Ich kenne welche hier in der Gegend; wo auch immer Ihr seid, muss es das auch geben, vielleicht hat ja hier im Forum jemand einen Tipp für Euch.
Was vor der Therapie wichtig ist? Ach, gar nicht so viel. Vor allem, dass jemand da ist, drüber redet oder ablenkt, eine Suppe kocht oder einen Kaffee. Die Chemo kann man aushalten, da gibt es heute gute Medikamente gegen die Nebenwirkungen. Die Diagnose muss man verarbeiten, das fand ich viel schwerer, und dabei war ich froh über alle emotionale Unterstützung!
Ich drück Euch die Daumen - herzlich, Hanna

Biggi H
28.08.2009, 12:21
Hallo Topi,

kann auch nur fragen: gibt es ein Brustzentrum bei euch? Und dann hast du gar nichts geschrieben, ob deine Mum schon einen Port für die Chemo bekommen hat.

Es ist unglaublich wichtig, alles zu fragen, was man auf dem Herzen hat. Der Schock über die Diagnose lähmt einen erst einmal und umso wichtiger ist die Betreuung durch Ärzte und Schwestern. Ich war in Hanau in der Klinik (Brustzentrum) und dort gibt es eine sogenannte "Brust-Schwester", die mir viel, viel Aufklärung und Zuspruch gegeben hat.

Also hake nach und gebe nicht auf.

Liebe Grüße Biggi

Elik
28.08.2009, 12:39
Hallo Topi,

auch wenn es mit der OP sehr schnell ging, gehe ich davon aus, daß am 1.09. nur die Vorbesprechung für die Chemo ist, die erste Chemo selbst aber erst ein oder zwei Wochen später, allein schon die Wundheilung braucht etwas Zeit. Laßt das Gespräch sacken und stellt dann die garantiert neu auftretenden Fragen in einem weiteren Arztgespräch. Es besteht kein Grund zu besonderer Eile und deshalb auch kein Grund euch zu drängen.

Viel Kraft für die nächste Zeit

Elik

topi
31.08.2009, 10:11
Hallo Forum,

meine Mutter ist an Brustkrebs erkrankt. Sie wurde vor zwei Wochen operiert, nun steht ihr die Chemtherapie bevor.
Morgen folgen einige Untersuchungen. ein Gespräch mit dem Chefarzt, der die Art der Chemo festlegen wird und der Port wird gelegt.

Meine Mutter wird in Neuruppin behandelt, in der Ruppiner-Klinik, gehört zu Vivantis.

Vor der Operation hat man alles mit uns grob durchgesprochen. es soll geguckt werden, ob sich Krebszellvn in Knochen, Leber, Nieren, glaube ich. Lunge? niedergelassen haben. Auf jeden Fall nur in einer Auswahl an Organen.

Und nun meine Frage an euch:
Haben alle Vivantis-Kliniken den gleichen Standard? Wird in allen Kliniken allen Kassen-Patienten die gleiche Diagnostik und Therapie zuteil? (Abhängig natürlich vom Krankenstand und Konstitution?)

Mein Bruder hörte von einen Freund, dessen Frau Brustkrebs gehabt hat, dass im Vivantis-Krankenhaus Berlin-Neukölln ein Verfahren angewendet wird, das jede Krebszelle im Körper sichtbar macht.

Kann das sein? Gibt es so etwas überhaupt?
Dann müssten diese Kliniken doch überrannt sein?


Mein Vater behauptet Vivantis ist überall gleich. (Das denkt er sich. Ist doch eine Firma).

Welche Kenntnisse habt ihr?
Für uns alles verwirrendes Neuland.

Grüße Topi

Polly1961
31.08.2009, 11:04
Hallo Topi!

Also zu Vivantis kann ich dir nicht viel sagen. Aber was das Sichtbarmachen von Krebszelen angeht, das gibt es schon. Diese Untersuchung nennt sich PET-CT. Da werden einem radioaktive Zuckermoleküle gespritzt. Diese lagern sich dann vermehrt in Zellen ab, die einen sehr starken Stoffwechsel haben, also sehr schnell wachsen, wie es bei Krebszellen der Fall ist. Beim nachfolgendem CT sind diese als leuchtende Herde sichtbar und man kann so genau sagen, wo Carcinome oder Metastasen sind.
Deiner Mum und dir alles Gute und liebe Grüsse Polly!:winke:

Elik
31.08.2009, 11:11
Hallo Topi,

Vivantis sagt mir nichts. Generell gilt aber, daß es sehr ratsam ist, sich in einem zertifizierten Brustzentrum behandeln zu lassen. Hier findest du die in Meck-Pom:
http://www.krebsgesellschaft.de/index.php?seite=wub_zertifizierung_brustzentren_me cklenburg_vorpommern&navigation=77520


Euch alles Gute

Elik

topi
31.08.2009, 12:04
Danke elik. Mir ist nicht klar, wer die Zertifikate vergibt.
Weißt du das?

Meiner Mutter ist wichtig, dass sie in der Nähe bleibt.
Im Dezember bekam sie eine künstliche Hüfte. Ich hatte tagelang recherchiert und gute Kliniken gefunden. - Aber sie wollte sich mit den Kliniken etwas weiter weg gar nicht beschäftigen. Sie wollte möglichst dicht zuhause sein. Das musste ich dann akzeptieren. Die Seele ist zur Gesundung ja auch wichtig.

Nun stehen wir aber an einem anderen Punkt. Das seelische Befinden ist natürlich wichtig- die Seele aber schafft es nicht allein.

Grüße
Topi

topi
31.08.2009, 12:23
Hallo Polly,

Pet-CT sagt mir noch nichts.

Die Frauenärztin hat sich die Unterlagen angeguckt und gesagt, sie versteht nicht ganz, ob ein MRT gemacht werden soll, oder nicht.
Da steht wohl "möglicherweise" im Brief an die Ärztin.

Das muss ich Morgen in der Klinik sowieso erfragen. Und dann interessiert uns natürlich der Unterschied zw. pet-Ct und MRT.

Danke für die links und Hinweise. ich werde nachforschen.
Wir wohnen in Brandenburg/Berlin.
Hab hier im Forum schon Adressen von Brustzentren gefunden.

Grüße
Topi

topi
31.08.2009, 12:46
Pet-Ct und MRT nun einigermaßen klar, Dank Wiki.
Ich muss mich nun heute darin üben, das zu akzeptieren, was meine Mutter will und ihr zu erklären, was die einzelnen Unterschiebde und was evtl. besser und moderner ist.
Ich lese hier im Forum vor allem Beiträge von Frauen, die ihr Leben in die Hand nehmen, durch tiefe Täler gegangen sind (noch gehen) , sich aber Mut machen und das Beste für sich wollen - sich gegenseitig helfen und Unterstützen.

Meine Mutter hat nun mit ihren 74 Jahren viele Beschwerden, die ihr das Leben schon vorher schwer gemacht haben.
Den frischen Wind, der hier durchs Forum weht, spürt sie nicht.
Krebs besiegen heißt für sie nicht: wieder gesund sein, sondern weiter leben mit großen Schmerzen aufgrund von Wirbelbrüchen.

Und sie überläßt alle entscheidungen "wie und wo behandeln", der Familie.
Sie weiß nur, sie will nicht weit weg von zuhause.
Das ist schwierig für mich, als Tochter. Aber ich kann sie ja nicht gegen ihren Willen irgendowo hinbringen.

Was hilft´s- wir müssen durch.

Danke euch
Topi

topi
03.09.2009, 13:36
Hallo Forum,

mein Beitrag ist nun leider etwas lang geraten.
Freue mich über eure Meinungen und erfahrungen – soweit ihr den Text lesen wollt.
Meine Mutter wird eine Chemo bekommen und mir ist nicht klar, ob man sie ihr nun vorsorglich gibt, oder ob sich die Notwendigkeit aus dem Befund ableiten lässt.
Es wurde weder ein MRT, noch ein PET gemacht.
Die inneren Organe sind ohne messbare Metastasen (sagt die Klinik)

Das Ganze ist so abgelaufen, wie gerade im TV rauf u. runter berichtet wird.
Die Frauenärztin bekommt von der Klinik Geld für die einweisung.
Das hat sie mir auch ganz offen gesagt.
Meine Mutter könnte auch in ein anderes KH gehen. Sie hätte aber mit der Klinik in Neuruppin gute erfahrungen. es besteht ein Vertrag und sie bekommt etwas Geld für jede Überweisung.

Meine Mutter hätte diese Klinik aber ohnehin gewählt. meine Mutter (74 J), möchte vor allem in einem Krankenhaus, in der Nähe behandelt werden.

Ich finde bedenklich, dass wir von der Gynäkologin nicht über Brustzentren aufgeklärt worden sind. Hab davon erst hier im Forum gelesen.
Ich finde die Organisation in der Klinik katastrophal. Wie viele Stunden wir da schon vergeblich verwartet haben. "Vergessen" worden sind.
Ich hoffe, dass die fachliche Seite besser ist.
Meine Mutter wurde brusterhaltend operiert. Die Wunde ist sehr gut verheilt.

Der Chefarzt hat nun die Therapie mit uns besprochen.
Da das Röntgenbild vom unteren Rücken nicht eindeutig war, (Metastasen sind nicht auszuschließen) hatte der Röntgenarzt ein MRT vorgeschlagen.
Der Chefarzt hat uns davon abgeraten, da auch ein MRT keinen eindeutigen Befund ergeben würde (höchstwahrscheinlich), da meine Mutter ein künstl. Hüftgelenk hat.
Es wird kein MRT gemacht, da er die fragliche Stelle auf dem Röntgenbild für Abnutzung hält. (Wir hätten aber darauf bestehen können)
Ich denke auch, das ist Annutzung, da meine Mutter dort Wirbelbrüche hat.

Ich habe nach PET-CT gefragt.
Das findet er völlig sinnlos, weil ein PET auch nicht alles zeigen kann.
„Die, die das anbieten, wollen nur Geld verdienen.“

Der Doktor hat sich während des Gesprächs hinter Statistiken "versteckt". Das war für uns Geschockte in dem Moment ganz angenehm, weil eine Statistik abstrakt ist.
Er hat von den Nebenwirkungen der Chemo gesprochen. Von der Lebenserwartung meiner Mutter. (er räumt ihr auch ohne Krebs nicht mehr viele Jahre ein) und zu bedenken gegeben, dass man es auch bei der OP und Hormonen belassen könnte.
Dabei habe ich aber kein gutes Gefühl.
er hat, als wir uns für die Chemo entschieden haben, meiner Mutter Mut gemacht und gesagt, man kann die Chemo dem Alter anpassen. Dann sei das Ziel nicht 20 Jahre Krebsfreiheit, sondern 10 Jahre.

Meine Mutter leidet stark unter Osteoporose. Ich möchte auf keinen Fall, dass ihre Knochen weiter angegriffen werden. (letzter Wirbelbruch, als sie sich in einen weichen Sessel setzte)

Sie wird darum bekommen:
Docetaxl, Cyclophosamid, Tamoxifen,
Dexamethason unmittelbar vor u. nach der Chemo.

Nun lese ich hier, dass Tamixifen zwar die Knochen schont, aber die Mittel gegen die Nebenwirkungen die Knochen angreifen.

Der Tumor in der Brust wurde entfernt und die Lymphknoten in der re. Seite, da 2 befallen waren.

Mammakarzinom rechts
PT2 N1a (sn 0/1 und 3/22 nicht kapselüberschreitend ) M0 G3 R0 L0 V0
Er positiv (90 prozent) PR pos (10prozent)
HER – 2 neg (Score +1) KI67 70 prozent

Mammapräparat:
Befund: 35x27x21mm invasiv, duktal, unauffällig, tumorfrei

Lymphknoten:
9mm Metastase ohne kapselüberschreitendesWachstum
1,4mm messende Metastasen in 2 von 21 präparierten Lymphknoten

Mir ist nur nicht ganz klar, ob die Chemo nun prophylaktisch gegeben wird, oder ob man annehmen muss, dass der Krebs schon gestreut hat. G3 bedeutet schnell wachsend. Der Tumor wird gut auf Hormone ansprehen. Zumindest, der eine Wert.


Grüße
Von Topi

Jule66
03.09.2009, 14:49
Hallo Topi,

ich lese viel Frust und Verzweiflung aus Deinen Zeilen.
Zunächst bin ich erschrocken,dass Deine 74jährige Mutter solch eine Chemo bekommen soll!Zumal sie schon recht angeschlagen (Wirbelbrüche)ist.
Die klingt meiner ähnlich,ich bekomme TAC(das Tsteht für Docetaxel und das C
für Cyclophosphamid).Ich bin 43Jahre alt und die Ärztin meinte zu mir,wenn ich 20Jahre älter wäre,würden sie sich nicht trauen,mir das zu geben.
Ich denke da ist es auch egal,wie die Dosierung ist.
Der Tumor Deiner Mutter ist stark hormonabhängig,würde da eine AHT plus Bisphosphonate nicht reichen?Die Bisphosphonate schützen die Knochen und sollen Knochenmetas und evtl.auch anderen Metas vorbeugen.
Du siehst,es gibt mehrere Möglichkeiten und Deiner Mutter zuliebe solltet ihr da wirklich eine Zweitmeinung einholen bzw.euch an ein Brustzentrum wenden.
Ob die Chemo adjuvant oder palliativ gegeben werden soll,können Euch nur die behandelnden Dr.sagen(klingt für mich aber nach adjuvanten Schema).
Zusammenfassend kann ich Dir nur empfehlen,nimm die Befunde und wende Dich bez.Zweitmeinung an ein BZ.
Euch alles Gute,dass ihr für Eure Mutter richtig entscheidet.
Liebe Grüße,Jule:winke:

topi
03.09.2009, 15:49
Danke Jule,
ich freue mich über deine Zeilen.
Hab seit dem meine Mutter den Tumors entdeckt hat (vor 3 Wochen) ganz schöne Gefühlsschwankungen durchgemacht.
Ich bin 47 Jahre alt. Die letzten wochen versuche ich meinen eltern Mut zu machen. Gelingt mir auch gut.
Da der (duktale) Tumor in der rechten Seite saß und meine mutter dort schon operiert worden ist - nach meiner Geburt. Ich hatte nicht richtig getrunken - habe ich jetzt massiv Schuldgefühle gehabt. Ich hatte Angst, den Krebsdamals ausgelöst zu haben. Ich weiß: das ist Quatsch.

Ich hab vor einer Woche geträumt, ich hätte meiner mutter den Wecker weggenommen und um 2 Stunden vorgestellt.
Sie hat ihn von mir zurückverlangt und nicht bemerkt, dass ihr 2 Stunden fehlen.
Der Chefarzt meinte dazu, das hätte nichts mit dem Tumor jetzt zu tun. Das sind 2 unabhängige Sachen.

Zum Thema zweitmeinung äußerte er, dass ihn Patienten oft enttäuschen, in dem sich sich Zweitmeinungen einholen und mit ihm dann nicht darüber reden.

es ist aber leider nicht so, dass die Klinik selber eine 2. Meinung einholt.

Was bisher nie in Frage kam: ich nehme seit der Diagnose den Hund mit ins Bett. (Vielleicht bin ich jetzt hier unten durch).
Aber ich brauch den einfach. Hund tröstet, fragt nicht, sagt nichts.

Ich werde mich an ein Brustzentrum wenden.

Liebe Grüße
Topi

sonnenstrahl
03.09.2009, 15:58
Liebe Topi,

es tut mir leid, dass deine Mutter an Brustkrebs erkrankt ist.
Schön, dass Du ihr so sehr bei stehst und dich mit dem Thema intensiv befasst.
Ich habe im KH bei meiner OP mit einer fast 70 jährigen Frau im Zimmer gelegen, die vor 25 Jahren schon einmal Brustkrebs hatte und jetzt wieder in der anderen Brust. Sie bekommt auch 6 mal Chemotherapie und anschließend Bestrahlungen.

Du schreibst:
Sie wird darum bekommen:
Docetaxl, Cyclophosamid, Tamoxifen,
Dexamethason unmittelbar vor u. nach der Chemo.

Docetaxel und Cyclophosphamid sind die Chemomedikamente, Tamoxifen ist eine Tablette im Rahmen der Antihormontherpaie und Dexamethason ist ein Antiallergikum, was immer bei Chemo verabreicht wird.

Ich wünsche Dir und vor allem Deiner Mutter alles Gute und viel Kraft.

Liebe Grüße Sonnenstrahl

topi
03.09.2009, 16:35
Danke Sonnenstrahl,

wir versuchen es mit Humor zu nehmen (wissen aber auch, dass das wirklich Schwere erst noch kommen wird).
Heute früh sagte mein Vater zu meiner mutter: Wir sind schon durch so viel Scheiße gegangen....
Und ich sagte: Nur leider wird sie immer tiefer...
Dann haben wir gelacht.

Der Doc hat uns schon gesagt, wofür und wogegen die Mittel sind.
Ich versteh nur nicht, warum auf die Pet-Ct Untersuchung vertraut wird, wenn das ergebnis dann doch fragwürdig ist, weil es eventuell Tumorzellen gibt, die nicht abgebldet werden.
Dann würde man doch, trotz günstigem Befund, eine Chemo machen.

Grüße
Topi

topi
03.09.2009, 16:51
Du siehst,es gibt mehrere Möglichkeiten und Deiner Mutter zuliebe solltet ihr da wirklich eine Zweitmeinung einholen bzw.euch an ein Brustzentrum wenden.
Zusammenfassend kann ich Dir nur empfehlen, nimm die Befunde und wende Dich bez.Zweitmeinung an ein BZ.


Hallo Jule,
die Zweitmeinung hat sich gerade erledigt.
Mein Vater sagt, das würde ihn nur noch verrückter machen.

er ist der Ansicht, dass ich meine Mutter zu einer Kräuterfrau schleppen möchte.
Ich bin so schockiert. Wozu kennt man sich 47Jahre?
wir haben dieses Thema bei vielen Gelegenheiten besprochen. Ich bin überhaupt nicht der Typ, der sein Leben einer Kräuterfrau anvertraut.
Über Brustzentren hat er auch seine Meinung. er geht da wohl assoziativ vor.
Brustzentren sind für ihn einrichtungen, in denen Homöopathen arbeiten.
Ich habe ihm dann die Zentren in Berlin aufgezählt (er gibt viel auf die Chartite) und sagte dann: Dann arbeiten dort Wissenschaftler, die Versuchskaninchen suchen, aber keine Ärzte.

Ich muss jetzt wieder runter kommen. Hat mich extrem aufgeregt.

Nun fragt ihr, was meine Mutter dazu sagt?
Meine Mutter, um die es ja geht, hat nie eine Meinung. Sie fragt immer ihren Mann und vertraut seinem Urteil.
Ich muss die beiden so lassen. Sind ja seit fast 50 Jahren verheiratet.

Ich hoffe, dass wir zufällig einen guten Arzt gefunden haben.

Ich habe meinem Vater auch gesagt, dass meine Mutter fast bis zu ihrem 80. Geburtstag Tabletten nehmen muss.

Mein Vater hat ein dünnes Nervenkostüm.
Aber, dass er ausgerechnet jetzt auch wieder von seiner eigenwilligen Wortinterpretation gebrauch machen muss?

Brustzentrum - Alternativmediziner -

Bin gefrustet.-:weinen:

Grüße Topi

Elik
03.09.2009, 18:32
Hallo Topi,

ich finde es toll,wie Du dich um Deine Mutter kümmerst, obwohl das in Deinem familiären Umfällen nicht so einfach zu sein scheint.
Da der (duktale) Tumor in der rechten Seite saß und meine mutter dort schon operiert worden ist - nach meiner Geburt. Ich hatte nicht richtig getrunken - habe ich jetzt massiv Schuldgefühle gehabt. Ich hatte Angst, den Krebsdamals ausgelöst zu haben. Ich weiß: das ist Quatsch.

Ich hab vor einer Woche geträumt, ich hätte meiner mutter den Wecker weggenommen und um 2 Stunden vorgestellt.
Sie hat ihn von mir zurückverlangt und nicht bemerkt, dass ihr 2 Stunden fehlen.
Der Chefarzt meinte dazu, das hätte nichts mit dem Tumor jetzt zu tun. Das sind 2 unabhängige Sachen.



Aber bitte verbanne jedes Schuldgefühl aus Deinem Kopf. Bis auf die wenigen Fälle vererbbaren Brustkrebses tappt die Wissenschaft noch tief im Dunkeln über die Auslöser dieser Krankheit. Gegebenheiten vor mehr als 40 Jahren sind es mit Sicherheit nicht. So langsam wachsen selbst die Brustkrebszellen nicht.

Schade, daß Dein Vater sich so gegen eine Zweitmeinung wehrt. Aber das müßt ihr wohl innerhalb der Familie ausmachen.

Wenn Deine Mutter 20 Jahre jünger wäre, würde man ihr aufgrund der befallenen Lymphknoten und der wenigen Progesteronrezeptoren dringend zu einer Chemo raten. Inzwischen kenne ich mehrere Frauen älteren Semesters (Ende 60 bzw. über 70 Jahre), die eine Chemo gut vertragen haben. Allerdings weiß ich nicht, ob sie die übliche Dosis oder eine reduzierte bekommen haben. Vielleicht wartet ihr den Verlauf der ersten Chemo ab. Muß Deine Mutter sehr leiden, brecht ihr die weiteren Chemos ab. So groß sind die Erfolgsraten der Chemo bei Brustkrebs eh nicht.

Was ich nicht ganz verstehe, weshalb wird Deiner Mutter kein Bisphosphonat empfohlen? Das wäre für ihre Knochen gut und Metastasen soll es auch vorbeugen.

Liebe Grüße

Elik

topi
03.09.2009, 18:45
Hallo elik,

ja, ich habe auch erkannt, dass wir uns schon wieder in unserem Familienschema bewegen.
Das Thema Zweitmeinung findet bei meinem höchstens Gehör, wenn ihm das jemand anderes vorschlägt.
Meine Rolle ist die der Sachkundigmacherin, der Kommunikatorin nach aussen und die der Terminabstimmerin.

Mein Vater möchte sich aber gerne an den Arzt klammern und ich kann nur hoffen, dass das gut geht.

Bisphosphonat hab ich nie zuvor gehört. ich schau das gleich mal nach.

liebe Grüße Topi

topi
03.09.2009, 19:00
So groß sind die Erfolgsraten der Chemo bei Brustkrebs eh nicht.

Was ich nicht ganz verstehe, weshalb wird Deiner Mutter kein Bisphosphonat empfohlen? Das wäre für ihre Knochen gut und Metastasen soll es auch vorbeugen.

Hallo elik,

ich habe eben unter Biosphosphonate bei Wiki nachgelesen.

Bisphosphonat scheint vor allem Metastasen in den Knochen zu bekämpfen. es steht im Text, dass das Mittel auch gegen Brustkrebs eingesetzt wird.
Die Frage ist vielleicht, wie wirkungsvoll und wie gesichert die Studien sind.

Der Doktor ist nicht nur ein Freund von Statistiken, sondern auch von Studien.

er hat mir empfohlen die Jones-Studie zu lesen, ich habe aber bisher noch nicht herausgefunfen, was das ist.

Ich spreche ihn auf Bisphosphonat an.
In einem anderen Forum habe ich gelesen, dass B. sehr starke Gelenkschmerzen verursachen kann. Die 1 Jahr nach Absetzen des Medikamentes auftreten können. Dagegen hilft Ausdauersport. Den kann meine Mutter aber nicht mehr absolvieren.

Vielleicht hatte er das ja im Blick.
Danke Dir für den Hinweis. Ich gebe hier eine Rückmeldung.

Letztlich ist die Behandlung eine Vertrauenssache. Man kann ja in so kurzer Zeit kein Facharzt werden.

Schöne Grüße
Topi

Jule66
03.09.2009, 19:12
Liebe Topi,

nun mach Dir mal keine Vorwürfe,dass Du an dem Krebs schuld sein könntest,dass ist absoluter Böldsinn!Auch das Du Deinén Hund mit ins Bett nimmst-wenn es Dir dann besser geht-warum nicht?Mein Kater kann auch jederzeit zu mir ins Bett wenn er das möchte.:D
Wichtig ist jetzt,dass Du in ein BZ gehst und die Zweitmeinung einholst.
Du könntest auch mal in den S3-Leitlinien (einfach so bei goo...eingeben)nachlesen.Das sind die Richtlinien,nach denen zertifizierte BZ arbeiten und arbeiten müssen.Da kannst Du Dich vorab schon mal gut informieren.
Liebe Grüße,Jule:winke::winke::winke:

topi
03.09.2009, 19:40
nun mach Dir mal keine Vorwürfe,dass Du an dem Krebs schuld sein könntest,dass ist absoluter Böldsinn!Auch das Du Deinén Hund mit ins Bett nimmst-wenn es Dir dann besser geht-warum nicht?Mein Kater kann auch jederzeit zu mir ins Bett wenn er das möchte.

Meine Katze liegt schon lange drin, wenn sie möchte. :knuddel:Die holt mich abends ins Bett, wenn sie müde ist und schlafen will. Da bleibt mir dann nichtsanderes übrig, als mich zur Ruh zu begeben, weil sie mir ständig auf die Schulter springt und mir ins Ohr jammert.


Wichtig ist jetzt,dass Du in ein BZ gehst und die Zweitmeinung einholst.
Du könntest auch mal in den S3-Leitlinien (einfach so bei goo...eingeben)nachlesen.Das sind die Richtlinien,nach denen zertifizierte BZ arbeiten und arbeiten müssen.Da kannst Du Dich vorab schon mal gut informieren.

S3 Richtlinien, wieder was Neues. Guck ich gleich nach.
Das Problem liegt tief in meiner Familie. Kann sich wahrscheinlich kein anderer vorstellen.
Meine Mutter ist ein sich vollkommen verunsicherter Mensch. Sie fragt sogar, was sie anziehen soll.
Mein Vater versucht in schwierigen Fragen jemanden zu finden, dem er vertrauen kann. Dann macht er die Ohren zu, für alle anderen.
Mein Vater hat Angst zu viel zu wissen. er sagt, das macht ihn immer konfuser.

Mir dagegen hilft, mich zu informieren. Ich finde, die Dinge bekommen ihren Platz.

Mein Vater wollte auch gern, dass seine Kinder so handeln, wie er. (Klar. er denkt ja, er macht es richtig)
Ich bin, bevor ich meinen eigenen Weg gefunden habe, damit immer auf die Fresse gefallen.
Ich will immer eine 2. Meinung hören. Ich vertraue nicht so schnell.
Nun haben wir eine Krise und das ganze Problem, fällt uns auf die Füße.

es wird definitiv keine Zweitmeinung eingeholt werden. Ich werde Morgen den Termin im BZ absagen.
Ich würde alles für meine Mutter tun. - Aber es geht nicht, wenn sie nicht will. Und es geht auch nicht hinter dem Rücken meines Vaters.

Ich glaube, die beiden wollen und müssen ihr Lebenskonzept durchziehen.

Grüße Topi

Jule66
03.09.2009, 19:49
:winke::winke:Liebe Topi,

Du bist erwachsen!Und wenn Du Dich mit einer 2.Meinung besser fühlst,dann solltest DU den Termin nicht absagen,sondern auch hinter dem Rücken Deines Vaters dahin gehen.Außer den Befunden brauchst Du nichts anderes...
Aber schau Dir ruhig mal die S3-Leitlinien an.Das hat nix mit Hokuspokus oder Kräuter...zu tun.Das sind die Fakten,nach denen BK behandelt wird!Da würde ich eher ein nicht zertifiziertes Krankenhaus als Hokuspokus in Bezug auf BK bezeichnen...
Aber tu was Du für richtig hälst.Liebe Grüße,Jule