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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mama hat Lungenkrebs


thinker
12.10.2009, 12:45
Hallo,
ich bin 43, w, und meine Mutter 71. Sie hatte schon mal Krebs. Damals wurde ihr die Brust "genommen". Das ist ca. 20 Jahre her. vor ca. 10 Jahren dann Schilddrüsentumor. Angeblich gutartig. Jetzt wurde Anfang August eigentlich fast per Zufall festgestellt, dass sie einen Lungenkrebs mit Metastasenbildung hat. Die Metastasen sitzen bereits in den Bronchien und in der Schilddrüse...Der Arzt meinte, da kann man nichts mehr machen. OP ausgeschlossen. Chemo wurde angesetzt. Als die Diagnose gestellt wurde, meinte der Arzt, vielleicht 2 - 3 Monate noch. Mama weiß das nicht. Sie will es irgendwie nicht wahrhaben. Und wir versuchen in ihrer Gegenwart guter Dinge zu sein. Aber ich weiß nicht wie lang ich das noch kann.
Am Herzen hat sich schon ein Ödem gebildet und auch am Hals hat sie ein Ödem.
Jetzt hat sie auch noch eine Thrombose...
Was kommt denn noch alles. Ich komme mir so hilflos vor und auch so traurig. Bin schon total durch den Wind. Klar, für Mama ist es schlimmer, sie muss die Chemo aushalten. Papa muss auch irgendwie damit klarkommen. Aber irgendwie kommt keiner richtig damit klar. Wir versuchen irgendwie damit umzugehen. Ich könnt heulen, aber irgendwie muss ich auch stark bleiben. Ich muss ja auch in der Arbeit was leisten, zuhause erledigt sich auch nichts von allein...
Ich weiß, dass ich Abschied nehmen muss...aber wie denn, wenn Mama alles gar nicht wahrhaben will??

Wie geht ihr denn damit um?
Lieber Gruss
thinker

Hope1935
12.10.2009, 13:04
Hallo Thinker,

tut mir leid, dass Du Dich hier aus so traurigem Anlass eingefunden hast. Das ist erst mal ein Schock, wenn so eine Diagnose auf einen hereinschlägt. Vielleicht ist es erst mal ganz gut, dass Deine Mom das ganze Ausmaß nicht so realisiert. Ist ja auch ein harter Brocken.

Vielleicht ist Dir das ein Trost, meinen Dad haben die Ärzte schon dreimal tot gesagt, und er hat sich immer wieder hochgekämpft. Auch wenn die Ärzte das anders sehen, ich gebe nicht auf, motiviere und stärke meinen Dad, suche immer wieder nach Lösungen und gebe ihn einfach nicht auf. Erst am letzten Tag werde ich ihn gehen lassen müssen. Zur Zeit gehts ihm aber recht gut, ist also noch kein Denken dran, auch wenn die Ärzte vor einigen Monaten gesagt haben, seine Zeit wäre sehr sehr begrenzt. Wir planen unseren Sommerurlaub und er plant kräftig mit. Hat den Wein schon bereit gestellt, den wir dann wieder auf der Terasse trinken wollen.

Wenn Du den ersten Schock erst mal überwunden hast, wird sich vielleicht bei Dir auch der Kampfgeist ausbreiten. Du weißt ja sicher, die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht greift die Chemo ja, und ihr habt noch eine schöne lange Zeit zusammen.

LG Heike

thinker
12.10.2009, 16:00
Hallo Heike,

danke für Deine aufmunternden Worte. Ich finde es toll, dass Dein Vater Dich an seinem Leben teilhaben läßt. Ich glaub, das hilft Euch beiden, oder?
Würd mir wünschen, meine Ma wär auch so drauf.
Ich glaub, die Unsicherheit ist das was mich am meisten belastet. Die Unsicherheit darüber, was jetzt kommt. Und ob ich die Kraft dafür haben werde. Wie macht man jemanden Mut, der sein Leben lang mutlos war? Meine Mutter hat irgendwie nie richtig gelebt, also ich meine, war immer berufstätig - selbst mit 70 Jahren noch. Ihr Mann - also Papa, ging immer vor. Geredet hat sie nie viel, sich wirklich über was gefreut, hm , muss ich jetzt auch überlegen...
verstehst was ich meine. ich wusste nie, wie es ihr geht und weiß es auch jetzt nicht. Wie soll ich da wissen, was ihr guttun würde?
vielleicht bin ich einfach nur wütend genau darüber. Ich würd ihr gern helfen, kann aber nicht, weil sie total zu macht (noch mehr als je zuvor).
Papa muss sie zu jedem Schritt in den Garten überreden, sie immer wieder zum Essen bringen (sie nimmt ständig weiter ab)...

muss jetzt los...vielleicht gibts Morgen was neues

Danke nochmal und schöner Gruss
thinker

paula2007
13.10.2009, 07:39
hallo thinker,

ich kann dich soooo gut verstehen!
was ich dir nur raten kann, geniesse die verbleibende zeit und stellle die anderen dinge hinten an. anfangs habe ich auch immer gedacht "wie soll ich das nur alles schaffen?", aber es geht! sicher muß ich in meinem job auch meine leistung bringen, aber ich habe nette kolleginnen, die auch mal einspringen wenn es garnicht geht. und was ich im haushalt mal nicht schaffe bleibt liegen, früher wäre das für mich undenkbar gewesen! im moment steht mein papa an erster stelle (natürlich zusammen mit meinen kids). wir haben auch viele rückschläge einstecken müssen- immer wenn man dachte es ist besser geworden kam der nächste schlag ins gesicht. ich rechnete irgenddwann nur noch mit dem schlimmsten und habe mich gefreut wenn es besser kam- meine art damit fertig zu werden. trotzdem stirbt die hoffnung zuletzt! unsere ärzte haben zum glück nie eine prognose abgegeben, weil jeder mensch anders ist! mein papa ist fast am ende des weges angekommen und wird hoffentlich bald erlöst.
dir wünsche ich für die kommende zeit viel kraft und deiner mom alles gute!
du wirst das alles schaffen, da bin ich mir sicher! viele liebe grüße, nicole

thinker
13.10.2009, 10:21
Hallo Nicole,
danke auch Dir für die netten Worte. Einfach mal auszusprechen, was in mir vorgeht tut schon so gut. Ich denke ich kenne meine Grenzen der Belastung recht gut, trotzdem neige ich dazu mich zu überschätzen. Ich möchte auch an mich denken. Was hilfts denn Mama, wenn ich nicht mehr kann? Was hilft es meinem Mann, wenn er mitansehen soll, wie ich leide und es mir dann auch schlecht geht? Ich möchte trotzdem leben dürfen, verstehst Du?
Ich hab noch zwei Brüder und irgendwie lastet dennoch alles auf meinen Schultern. Sogar mein Vater stützt sich auf mich. Ich kann das aber nicht tragen. Nur wie mach ich das meinem Vater klar? Dem ist ja auch alles zuviel...und meine Brüder reden sich raus, weil die ja "wichtige" Jobs haben und Kinder (ich nicht....) ich hab ja "nur" einen Beruf und Haushalt, da hab ich doch Zeit für Mama.(ironisch gesagt)...nur halt nicht die Kraft :twak: (und das ist einfach so)
Und in der Situation kommen einfach auch Dinge wieder hervor, die man längst vergessen meint. Alte Verletzungen, das ewige zurückstehen müssen, nicht ernst genommen werden....Die Beziehung zu meiner Mutter war immer unterkühlt...ich kam einfach nie wirklich an sie ran...und jetzt soll ich da tun, als wäre alles superlieb? Ich kann das nicht...möcht sie aber auch nicht allein lassen. Das ist doch sch....:weinen:
Meinem Mann kann ich das so sagen, aber nicht meinen Brüdern, geschweige denn meinem Vater. Himmel...das wäre ja der Verrat schlechthin!!:boese:
Sorry, aber ich denke, wenn man jemanden liebt, kann man sicher mehr aushalten...aber sie ist meine Mama, aber ob ich sie liebe??? Dafür waren wir uns nie nah genug...so krass sich das auch anhört...
Und es wird ja noch dauern...ich kann nicht wochen- monatelang, so tun, als wäre ich die liebende Tochter...nur weil sie todkrank ist...das ist doch schizo...
Uff...ich muss jetzt erstmal durchatmen...

bin ich froh, dass es so ein Forum gibt, allein es zu schreiben, an andere die in einer ähnlichen Lage sind, ist schon super. Danke dafür :remybussi

gruss
thinker

paula2007
13.10.2009, 11:07
hallo thinker,

ehrlich gesagt finde ich, dass deine brüder es sich ziemlich leicht machen. einfach alles auf dich abzuwelzen ist ziemlich unfair. dass sie kinder haben ist kein grund. es ist wahrscheinlioch einfach zu unbequem...das würde ich denen aber auch ganz klar sagen! dass dein papa erstmal in ein tiefes loch fällt ist normal, dennoch kannst du nicht die alleinige last auf deinen schultern tragen! rede mit deinen brüdern und deinem vater und findet gemeinsam eine lösung, aber du allein schaffst es nicht! grade wenn das verhältnis zu deiner mom sowieso immer unterkühlt war ist es ja noch schwieriger! mein papa war immer für uns da und hat alles für uns getan- ich liebe ihn so sehr, und trotzdem fallen mir gewisse dinge sehr schwer. wenn ich mir dann vorstelle, dass unser verhältnis weniger gut gewesen wäre...keine ahnung!
mach einfach soviel wie du meinst und vor allem lass dir von niemanden ein schlechtes gewissen einreden. ich finde schon, dass du recht hast. nur weil deine mom jetzt sehr krank ist braucht man nicht anfangen rumzuheucheln!
ich wünsche dir viel kraft und, dass du die für dich richtigen entscheidungen triffst!!! ganz liebe grüße, nicole:winke:

vintage
13.10.2009, 11:20
hallo thinker,

so blöd es klingt: diese "letzte" situation kann auch immer noch eine chance sein für das verhältnis zwischen euch (deiner mutter und dir). ich denke, das man in den zeiten von geburt und sterben authentisch ist.
deine mutter wird erfahren und akzeptieren müssen, das ihre zeit begrenzt ist. wenn du bei ihr bist, kann eine neue nähe entstehen. auch sie spürt innerlich, wenn zu eurem verhältnis noch etwas gesagt werden sollte. umso besser kann sie gehen. und umso besser kannst du sie loslassen; denn auch wenn sie nachher nicht mehr da sein wird, wirst du immer wieder mal über euer verhältnis nachdenken. und das erinnern wird sich auch immer verändern.

zu deiner aktuellen situation habe ich dir eine pn geschickt. :winke:

du nennst dich ja "thinker": höre aber auf deine gefühle, deine innere stimme, dein bauchgefühl, deine intuition, dann schaffst du die nächsten wochen und monate und strahlst eine stärke aus, die die anderen gerne hätten. ;)


liebe gruesse, vintage

Hasi1965
13.10.2009, 12:59
Hallo thinker,
ich kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen. In den ersten und letzten Momenten wird der Mensch WESENTLICH.
Plötzlich spielen all die kleinen Aufreger und Bagatellchen, die einem das Leben vermiest haben keine Rolle mehr. Der Mensch wird pur. Das ist mir mit meiner Mam auch so ergangen. Wir hatten die letzten Jahre kein gutes Verhältnis. Ab Zeitpunkt der Diagnose wurden wir WESENTLICH und konnten uns alles sagen, alles miteinander tun und uns bedingungslos lieben. Das machte es mir leichter als sie ging und ihr gab es das Gefühl sie könne gehen.
Das war die intensivste und liebevollste Zeit mit ihr - wir hatten das schon einmal als ich geboren wurde.
Denke nicht zuviel - fühle und Du wirst das richtige tun. In einem solchen Moment gibt es kein richtig oder falsch mehr und Deine Ma wird Dir zeigen , was für sie wichtig ist. Vielleicht nicht heute oder morgen , aber bald !

Viele Kraft wünsche ich Dir auf Eurem Weg !
Ulli

thinker
13.10.2009, 13:40
Hallo an Vintage (hab auch eine PN für Dich geschrieben),

Hallo an hasi1965,

aus Euren Antworten spricht viel Kraft und Mut. Ich weiß noch nicht, ob ich all das auch habe oder noch bekommen werde. Ich wünsche es mir. Momentan hab ich diesen "Weitblick" noch nicht.
Ich werde weiterberichten, wie es mir ergeht...

Danke :knuddel:
thinker

vintage
13.10.2009, 13:54
:knuddel::knuddel::knuddel:

in vieles wächst frau rein, auch in solche schwierigen situationen und konstellationen.
und ggggaaaaaannnnz viele töchter (und mütter) sind schon vor uns diesen weg gegangen. und haben es irgendwie geschafft.

du machst das auf deine art und es wird klappen! :knuddel:

lg, vintage

paula2007
13.10.2009, 14:04
hallo thinker,
ich kann mich an dieser stelle vintage nur anschliessen- du schaffst das!!!
ich dachte auch wie du, aber es geht! dafür schicke ich dir ganz viele kraftpakete...und drücke dich ganz fest:knuddel:
grüße, nicole;)

Hasi1965
13.10.2009, 14:06
Du wirst die Kraft und den Mut haben , glaube mir das....
Wir stehen Dir bei !

Schreib Dir von der Seele, was raus muss. Ich habe dieses Forum in der schlimmsten Zeit so schätzen gelernt....

Liebe Grüße Ulli

thinker
20.10.2009, 12:11
hallo,
letzte Woche gings MIR ziemlich schlecht - psychisch. Nachdem ich Mama im KH besucht hatte, war ich einfach nur noch fertig, traurig...musste einfach heulen.:weinen:
Mein Mann war total erschrocken von meiner Reaktion. Er meinte nur: du musst damit umgehen können! Das hat mich erst richtig traurig und wütend gemacht. Ich muss, ich muss, ich muss!! Was denn? Dabei meinte er es gar nicht so. Er wollte mir einfach nur sagen: "bitte versuch damit klarzukommen, mach dich nicht fertig! das leben geht weiter...ich bin auch noch da...":boese:
ER meint, wie soll das noch werden, wenn es wirklich dem Ende zu geht mit Mama? ....hat er Recht, oder?...
Nachdem ich mich soweit wieder beruhigt hatte, gings mir besser. Irgendwie erleichtert. Das musste wohl einfach mal raus aus mir. Ich mein, Mama gegenüber versuche ich (und auch mein Papa, eigentlich jeder...) gut gelaunt zu sein, positiv drauf zu sein...bin mir aber nicht mehr so sicher, ob das wirklich so gut ist. Klar, ich will ihr Mut machen, aber ist das nicht geheuchelt? Vielleicht nehm ich ihr ja damit auch die Möglichkeit ihr Traurigkeit (oder auch Wut, etc.) zuzulassen?

Ich versuche mich zu entspannen, mache TaiJi (hab wieder damit angefangen, kurz bevor das mit Mama losging...) ....

Wie geht ihr denn mit solchen Situationen um, wenn´s einfach nicht mehr zu schlucken ist?

Lieber Gruss:knuddel:
thinker

vintage
20.10.2009, 19:41
liebe thinker,

ach du arme, ja, angehörige zu sein - da bricht man auch manchmal zusammen. aber heulen oder fertig sein, ist ja alles "erlaubt" und dafür muss auch zeit sein. das gibt neue kraft, weil einfach - wie du ja schriebst - was rausmusste.
einen elternteil vermutlich bald zu verlieren - das ist echt hart, weil es unwiderbringlich ist und unumkehrbar. und manchmal ist da noch so viel offen zwischen tochter und mutter oder vater und sohn oder mann und frau oder...


Ich mein, Mama gegenüber versuche ich (und auch mein Papa, eigentlich jeder...) gut gelaunt zu sein, positiv drauf zu sein...bin mir aber nicht mehr so sicher, ob das wirklich so gut ist. Klar, ich will ihr Mut machen, aber ist das nicht geheuchelt? Vielleicht nehm ich ihr ja damit auch die Möglichkeit ihr Traurigkeit (oder auch Wut, etc.) zuzulassen? (...) Wie geht ihr denn mit solchen Situationen um, wenn´s einfach nicht mehr zu schlucken ist?
tja, wenn deine mama das thema ernsthaftigkeit ihrer erkrankung oder so mal anspricht oder ihr irgendwie darauf kommt - heuchelt nicht, seit ehrlich, wenn ihr denkt alles andere wäre jetzt falsch. ab einem gewissen punkt wissen die meisten schwerkranken wie es um sie steht, und da sollte man nicht mehr so tun, als wenn ihr gefühl nicht stimmt und sie sich irren. steckt die ziele kleiner für sie und euch, geht bewusst mit der verbliebenen lebenszeit um. sie ist noch kostbarer als im normalen leben und verrinnt viel schneller. im rückblick dann erscheint einem alles viel zu schnell gegangen.

dein sport ist gut, dein mann hilft dir, und du darfst alles sein: wütend, traurig, verzweifelt, leer, überfordert... verbiete dir nichts und erlaube dir alles, und handel nach deinem bauchgefühl. dann kriegst du die nächsten wochen gut hin, soweit man das für diese zeit sagen kann.

dir und euch alles gute, :knuddel:

lg, vintage

thinker
21.10.2009, 11:32
Danke @ vintage:knuddel:

paula2007
27.10.2009, 14:09
hallo thinker,

ich wollte einfach nur mal nachfragen wie es euch geht und ob es was neues gibt?

bei uns ist in den letzten tagen allerhand passiert. mein papa ist am donnerstag für immer eingeschlafen und nun ist da diese unendliche leere!!!
wir haben gestern mit unseren kids nochmal abschied genommen und mein papa sah ganz toll aus. so friedlich und glücklich, als ob er nur schläft. sogar unseren kids (6 und 8) ist es aufgefallen wie friedlich er aussah.ich bin mir ganz sicher, dass es ihm jetzt besser geht- in einer welt ohne schmerzen...

lg sendet dir nicole

thinker
08.12.2009, 15:38
Hallo,
ich melde mich mal wieder. Meine Mama ist nun schon wieder seit 3 Wochen im KH. Man hatte bei ihr nun doch eine Strahlentherapie angesetzt. (zusätzlich zur Chemo) Die bestrahlten Metastasen sitzen entlang der Luft- und Speiseröhre. Die Bestrahlung hat auch gut angeschlagen (Rückgang ca. 30%), dafür konnte sie kaum noch schlucken. DAdurch hat sie wieder abgenommen und weil sie kaum noch was getrunken hatte (weil jeder Schluck einfach nur weh tat) wurde sie eben vor knapp 3 Wochen wieder stationär aufgenommen. Infusionen noch und nöcher und Schmerztherapie (incl. Morphium).
Leider hat das dazu geführt, dass der ganze Körper total aufgeschwemmt wurde, Wasser in den Beinen. Gewichtszunahme dadurch 6 kg. Erst als Mama die Krankenschwester darauf ansprach, fiel das denen auf....:angry:
Die Infusionen wurden dann sofort abgesetzt und das Gewicht normalisierte sich innerhalb weniger Tage wieder.
Atmen fällt ihr immer noch schwer, sie ist einfach auch total schwach. Allerdings ist der Puls ziemlich hoch. Scheint wohl auch eine Nebenwirkung der Chemo und Bestrahlung zu sein.
Nach einem EKG stieg der Puls dann auf über 160 und wollt auch nicht mehr sinken.
Mama ist wirklich so tapfer. Und es ist eigenartig, aber es ist tatsächlich so, dass das "früher" unwichtig wird. Ich finde langsam einen Zugang zu ihr, wie ich ihn noch nie hatte und den ich schön finde. Hab das Gefühl, dass auch ihr das gut tut.
Trotzdem ist das alles immer ein WEchselbad. Mal gibt es Hoffnung dann wieder nicht. Das zehrt ziemlich an meiner Kraft muss ich sagen :cry:
Und wisst ihr was: obwohl es ihr wirklich nicht gut geht, denkt sie noch an andere, sorgt sich. Mein Mann hatte einen Herzinfarkt. Was tut Mama? Sie ruft Papa an, dass er mich zu meinem Mann in die Klinik fährt. :pftroest::knuddel::remybussi

Die Woche drauf bin ich dann eigentlich nur im KH gewesen. Entweder bei Mama oder bei meinem Mann. In der Woche bin ich Mama nochmal näher gekommen. Möcht ich nicht missen wollen :1luvu:

Ich wollt das jetzt einfach auch mal berichten.
Werd einfach immer mal wieder hier herkommen.

:shy:
thinker

thinker
08.12.2009, 15:43
Hallo Nicole,

sorry, hab das grad erst gelesen. Das tut mir leid mit Deinem Papa. Ich hoffe Du bist o.k.? Die Leere ist da...glaub ich gern...wie gehst du damit um? Ich denke, in diese Leere muss man all dieErinnerungen packen, die man an den geliebten Menschen hat. All die schönen Momente mit Deinem Paps...:engel:
..Ich wünsch Dir ganz viel Kraft. Auch für Deine Kinder...

lg :pftroest:
thinker

paula2007
08.12.2009, 16:12
hallo thinker,

schön, mal wieder von dir zu hören- auch wenn andere neuigkeiten angenehmer wären!

wie es mir geht? ach, es geht so. mein papa fehlt an allen ecken und enden. auch wenn es für ihn besser war- er lebt jetzt in einer welt ohne schmerzen-, so vermissen wir ihn doch arg. besonders die kids!

glücklicherweise sind wir durch die kids momentan immer abgelenkt und unterwegs (spielen beide fussball). da bleibt nicht viel zeit zum grübeln!

was dich angeht, dir bleibt wohl auch nichts erspart! es tut mir sehr leid, dass nun auch noch dein mann krankgeworden ist! ihm auf jeden fall gute besserung!!!
und deine mama- es ist schön, dass ihr euch jetzt so nahe gekommen seid und die zeit miteinander geniesst! ihr wünsche ich eine verbleibende zeit möglichst ohne schmerzen und wenn der zeitpunkt gekommen ist (bitte nicht falsch verstehen), dass sie dann friedlich einschläft!

also weiterhin viel kraft und ganz liebe grüße, nicole

thinker
26.04.2010, 15:35
Hallo,
war mal wieder lange "weg". Hab aber immer mal wieder bei Euch reingelesen. Muss sagen, allein zu wissen, dass man mit seinen Gedanken, Gefühlen, auch Wut und Trauer nicht allein dasteht tut schon gut. Danke an alle, die hier schreiben. :winke:
Ja, meinem Mann geht es wieder besser, hat verdammt Glück gehabt.
Bin grad mal wieder zum durchschnaufen gekommen. Leider gehts Mama gar nicht gut. Nach der ersten Chemo, wurde noch zusätzlich bestrahlt. Das hat sie echt geschwächt. Aber sie ist so tapfer. Dann hatte sie starke Kreuzschmerzen...leider hat sich der Verdacht auf Meta´s verhärtet. Sie fanden in der Leber und in den Lymphknoten was. Der Lymphknoten am Hals ist sogar so groß, dass man ihn mit bloßem Auge erkennt...Jetzt gehts wieder mit Chemo los...und keiner weiß, ob das was bringt bzw. ob Mama das überhaupt so lange durchsteht....Durch die Wasseransammlung zwischen Lunge und Herz, hat sie eh schon Probleme durchzuatmen, bzw. kann auch nicht richtig abhusten. Punktieren geht wohl nicht, weil es zu nah am Herzen liegt.....
Irgendwann zu Beginn hat mal ein Arzt gesagt, das verteufelte an dieser Art von Krebs ist, dass man nicht weiß, wo überall "Schläfer" im Körper sind - und dass es meist leider so ist, dass der Patient dann nicht am Krebs selbst stirbt, sondern an multiblem Organversagen...

Ich wünsch Euch allen viel Kraft...:pftroest:

Liebe Grüße
thinker

thinker
18.10.2010, 10:55
Hallo,

meine Mama ist am 13.09.2010 gestorben.
Für uns kam das sehr schnell. Sie war zuvor wiedermal im Krankenhaus. Sie wurde wieder punktiert. Danach ging es ihr wieder soweit gut. Aber sie bekam halt schon sehr schlecht Luft, hatte auch Sauerstoff. Da im KH nichts mehr gemacht wurde, wollte sie nachhause. Dort hab ich dann zusammen mit Papa alles vorbereitet (Pflegebett, Intensivpflege, etc.). Wir haben sie dann am Samstag nach Hause geholt. Sie war schon sehr schwach, sogar sprechen war zu anstrengend. Am Sonntag war die ganze Familie da, weil wir ihren Namenstag gefeiert haben. Mir ist am Samstag schon aufgefallen, dass die Knie blau waren und auch die Fingerspitzen. Ich sagte zu meinem Mann, Mama wird bald sterben. Geistig war Mama immer voll da, total orientiert.
Am Montag rief mich dann Papa an und sagte, dass es Mama sehr schlecht geht. Ich bin sofort los. Leider war sie dann schon verstorben. :cry:
Papa hat erzählt, dass Mama sagte: lasst mich gehn....

Ich hoffe Mama kann jetzt ruhen. Ich bin immer noch traurig. bin nur froh, dass ich mir viel Zeit für sie genommen habe, so oft es ging bei ihr war und so auch vorher schon Abschied nehmen konnte. Geredet hat Mama nie viel und die letzten Wochen noch weniger. Aber irgendwie haben wir uns durchs an der Hand halten mehr gesagt, als Worte ausdrücken können. bin so froh, dass ich ihr sagen konnte, dass ich sie lieb hab. Das alles hilft mir jetzt loszulassen.

Ich verabschiede mich aus dem Forum und wünsche Euch allen ganz viel Kraft und Liebe.

Tschüss
thinker

Mama 09.08.1938 - 13.09.2010:engel:

paula2007
20.10.2010, 12:19
hallo thinker,

habe es gerade gelesen...das tut mir so leid!
ich schicke dir einen stillen gruß und ganz, ganz viel kraft für die kommende zeit! ich weiss wie schwer es jetzt für dich ist...aber irgendwann wird es besser! bei uns ist es übermorgen ein jahr...

lg, nicole