Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ZDF 37° - Kranke Eltern - Starke Kinder
SarahLevy
15.10.2009, 12:15
In Absprache mit Herrn Oehlrich suchen wir, die Filmproduktionsfirma montage+ aus Mainz, über den Krebs-Kompass nach Müttern oder Vätern mit schwerer Krankheit, die von ihren Kindern (10 bis 17 Jahre) unterstützt oder gepflegt werden. Für eine Dokumentation in der ZDF-Sendereihe 37° möchten wir sie in ihrem Alltag begleiten - mit all den verschiedenen Herausforderungen, Bedürfnissen und Wünschen auf beiden Seiten.
Bisher gibt es wenig Unterstützung für solche Familien. Der Film soll dazu beitragen, dass sich das ändert. Und daher würden wir uns sehr freuen, wenn uns Betroffene Einblick in ihre Lebenswelt geben und damit vielleicht auch anderen Betroffenen Mut machen.
Uns ist bewusst, dass wir mit unserer Recherche die berühmte Stecknadel im Heuhaufen suchen. Vielleicht findet sich ja doch irgendwo eine Mutter, die uns erzählen möchte, wie stolz sie ihr Kind macht – und vielleicht möchte uns ein Kind erzählen, warum es alles dafür tut, um der Mutter oder dem Vater zu helfen.
Die Sendung 37° ist das Format für menschliche Geschichten im ZDF. Hier werden Menschen vorgestellt, die außergewöhnliche Situationen erleben und sie bekommen Raum und Zeit, ihre Sorgen, Nöte und Bedürfnisse zu schildern.
Diese persönlichen Geschichten helfen vielen anderen Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Und nicht selten ist ein gelungener 37°-Film Auslöser für eine öffentliche Diskussion, die die Politik zum Handeln bringt und Rahmenbedingungen schafft, die mehr effektive Hilfsangebote für Betroffene zur Folge haben.
Gerade deshalb ist es uns auch so wichtig, Menschen zu suchen, die bereit sind, über ihre schwierige Situation zu sprechen. Dass sich so jemand nicht von heute auf morgen findet, ist uns bewusst.
Der erste Schritt wäre ein ganz unverbindliches Telefongespräch. Der zweite Schritt wäre ein Besuch in der Familie, in der wir uns gegenseitig kennen lernen und schauen, ob wir uns überhaupt sympathisch sind. Da wäre es hilfreich, wenn Vertrauenspersonen wie Sie bei solch einem Gespräch dabei wären. Erst wenn beide Seiten ein gutes Gefühl haben, würden wir mit den Planungen für einen Dreh beginnen.
Interessierte können sich bei uns bis Ende 2009 melden.
Kontakt:
Sarah Levy, montageplus@t-online.de, Tel. 06131 – 554722.
_____________________
montage+
Haedecke & Weinandi GmbH
Sophie-Christ-Straße 4
55127 Mainz
Fon: 06131-554722
Fax: 06131-554724
www.montageplus.de
Bisher gibt es wenig Unterstützung für solche Familien. Der Film soll dazu beitragen, dass sich das ändert. Und daher würden wir uns sehr freuen, wenn uns Betroffene Einblick in ihre Lebenswelt geben und damit vielleicht auch anderen Betroffenen Mut machen.
So, wie ich es jetzt erlebt habe, gibt es Unterstützung für Kinder so gut wie gar nicht. Und ich habe grosse Schwierigkeiten mit dem Satz:... Mut machen...
.... wie?....
Wir brauchen Organisationen oder sonstiges, was die unsere Kinder stabilisiert - jedes Kind und jede Situation ist auf ihre Weise sehr schwer, aber immer anders. Ich will nicht Mut machen, weil ich es nicht kann! Mein Kind braucht Hilfe!
Nichts für ungut.
Karin
SarahLevy
19.10.2009, 11:12
Liebe Karin,
ich weiß, dass wir dir und deinem Kind mit dem Film keine Hilfestellung leisten. Oft ist aber ein gut umgesetztes Thema in einem 37Grad-Film ein Anstoß für Veränderungen. Vor allem, wenn auf einen Missstand aufmerksam gemacht wird. Das ist unser Ziel. Dafür suchen wir Menschen, die ihre Lage beschreiben möchten und bereit sind, sich von uns begleiten zu lassen.
Für dich alles Gute und ein wenig Hoffnung.
Sarah
Liebe Sarah,
ich schaue eure Sendung sehr oft und kann das, was du hier geschrieben hast letztlich nur bestätigen. In eurer Sendung ist man nicht auf Sensationen aus, sondern ihr schildert die Realität. Gerade die Ehrlichkeit eurer Sendung gefällt mir sehr.
Als ich vor 3 Jahren meine Diagnose bekommen habe, waren es viele Publikationen, die mir geholfen haben. Und wenn ihr dieses Thema aufgreift, kann das vielleicht dazu beitragen, Missstände aufzudecken.
Mein Enkelsohn war gerade 2 1/2 Jahre alt und wir sind ihm gegenüber sehr offen mit der Krankheit umgegangen. Aber es ist eben schon ein Unterschied, ob die Mama erkrankt ist oder die Oma - die man ja nicht täglich sieht.
Ich hoffe sehr, dass sich einige Menschen bei euch melden.
Herzliche Grüße Biggi
SarahLevy
19.10.2009, 12:26
Liebe Biggi,
vielen Dank für deinen Zuspruch. Wir hoffen sehr, dass der Forums-Aufruf etwas bewirken wird.
Viele Grüße aus Mainz,
Sarah
Anne Mamma Mia!
19.10.2009, 12:45
Hallo Sarah,
bei meinen Recherchen für einen kostenlosen Ratgeber zum familiären Brust- und Eierstockkrebs (http://www.mammamia-online.de/MMSpezialBuch.pdf) habe ich mich auch mit der Frage nach der Situation von Kindern und Jugendlichen in einer Risikofamilie befasst. Die Autoren des Beitrags in Kapitel 5 (Seite 44 ff.) führen aktuell eine Studie durch. "BelaJu" ist ein Projekt der Medizinischen Psychologie und Medizinischen Soziologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Sie beschäftigt sich mit den Auswirkungen einer elterlichen Krebserkrankung auf das Befinden der Kinder und Jugendlichen. Mehr dazu ist unter http://www.medpsy.de/belaju.html zu erfahren.
Interessant ist sicherlich auch die Arbeit des Flüsterpost e.V. (http://www.kinder-krebskranker-eltern.de/fluesterpost/ueberuns.html) oder des Vereins "Hilfe für Kinder krebskranker Eltern" e.V. (http://www.hilfe-fuer-kinder-krebskranker.de). Das Inkanet bietet unter http://www.inkanet.de/db/body_a_soul/kinder_eltern/index.html eine Übersicht über die wenigen Angebote.
Die Feststellung, dass es bundesweit nur sehr wenige Angebote für Kinder krebskranker Eltern gibt kann ich nur bestätigen. Von der Situation für Kinder und Jugendliche in einer sog. Hochrisikofamilie einmal ganz zu schweigen.
Bislang fehlen in Deutschland flächendeckende Angebote für die Betreuung von Familien mit einem krebskranken Elternteil. „Ziel der Deutschen Krebshilfe ist es, für das Thema verstärktes öffentliches Interesse zu wecken. Bestehende Angebote müssen evaluiert und vernetzt werden. Die Betreuung von Kindern soll langfristig ein integraler Bestandteil der Versorgung krebskranker Eltern werden“, erklärt Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. Dies ist einer aktuellen Pressemeldung vom Freitag mit dem Titel "Verbundprojekt für Kinder krebskranker Eltern" zu entnehmen: http://ww.aerzteblatt.de/nachrichten/38546/Verbundprojekt_fuer_Kinder_krebskranker_Eltern.htm
Von daher finde ich es gut, wenn sich das ZDF mit diesem Thema befassen möchte, um die Menschen und damit das Umfeld der Betroffenen und ihrer Kinder zu sensibilisieren. Alledings kann ich auch jeden verstehen, der wie Karin sagt, dass er es nicht auch noch schafft, zusätzlich zur eigenen Belastung durch die Erkrankung, anderen Mut zu machen. Ich wünsche uns allen, dass es bald eine flächendeckende Unterstützung für die betroffenen Kinder und Jugendlichen gibt.
Viele Grüße
Anne Mamma Mia!
SarahLevy
19.10.2009, 13:49
LIebe Anne,
danke für deine tollen Tipps. Mit "Flüsterpost" und dem Verein "Hilfe für Kinder krebskranker Eltern" stehen wir auch in Kontakt. Sie wissen Bescheid, dass wir nach Betroffenen suchen. Wie du sagst, bei den Familien, die für unseren Film die richtigen wären, ist die Situation meist zu belastend, als dass man sich noch ein Kamerateam ins Haus holen lassen möchte. Das ist verständlich und ich denke, es ist schwer zu beteuern, dass das Kamerateam so sensibel wie möglich mit dem Thema umgehen wird. Ich kann dazu nur immer wieder sagen: wir wollen nicht, dass de Dreharbeiten zur Belastung werden und richten uns komplett nach den Bedürfnissen und Wünschen der Familien.
Selbstverständlich haben die Familien, die sich wegen der Belastung gegen eine Dokumentation entscheiden, unser vollstes Verständnis. Trotzdem geben wir nciht auf, weiterzusuchen. Vielleicht findet sich ja eine Familie, die Lust und Mut hat sich bei uns zu melden.
Wir geben nicht auf. Danke für die tolle Unterstützung!
Sarah
Hallo Sarah,
selbst kann ich leider auch nicht helfen, da bei uns auch meine jetzt 14jährige Tochter diejenige ist, die Hilfe braucht. Bei meiner Ersterkrankung vor acht Jahren fing es bei ihr mit Ängsten an und jetzt ist sie unter anderem wegen meinem Rezidiv diesen Sommer in einer psychiatrischen Tagesklinik....... Euch könnte aber vielleicht die Phönikks Stiftung hier in Hamburg weiterhelfen, die kümmern sich kostenlos um betroffene Familien. Im Frühjahr hatte der NDR im Hamburg-Journal mal darüber einen tollen Bericht gebracht. Eventuell kennen die ja Familien, bei denen das Kind stärker ist...
Ich persönlich hatte bei meiner OP im Juli im UKE eine Bettnachbarin (alleinerziehend), deren 15jähriger Sohn sich um alles kümmerte und sie so rührend behandelte, dass mir die Tränen kamen. Als bei ihr der Krebs begann, war er wohl auch noch unter 10. Leider hab ich von ihr weder Namen noch Adresse, die beiden wären für euch echt perfekt ........
Liebe Grüße
Petra
SarahLevy
19.10.2009, 15:01
Liebe Petra,
danke für die Tipps! Von der Phönikks-Stiftung habe ich noch nichts gehört - das wäre doch mal ein interessanter Anlaufpunkt. Ich recherchiere mal.
Es gibt mehrere Sender, die das Thema bereits aufgegriffen haben, unter Anderem noch der WDR und das ZDF selbst. Das macht es leider auch nicht leichter, da es wirklich wenige Familien gibt, die offen mit dem Thema umgehen. Das ist verständlich, viele Eltern haben auch Angst, dass ihnen das Kind weggenommen wird. Ich glaube, das reale Ausmaß von Kindern, die ihre Eltern pflegen, kann man gar nicht schätzen.
Vielen Dank für deinen Beitrag und toll, dass das hier für so konstruktive Wellen sorgt.
Sarah
Liebe Sarah,
auch ich schaue Eure Sendungen immer sehr gerne an, finde sie super informativ und auch einfüllend gedreht. Aber ich glaube, dass es sehr schwer sein wird, Betroffene zu finden und das hat nichts damit zu tun, dass die Familien, wie Du schreibst, nicht offen mit dem Thema umgehen.
Ich finde es sehr heikel, betroffene Kinder so der "Öffentlichkeit" preiszugeben. Ich kann das für mich - wenn ich es möchte - so entscheiden, für meine Kinder könnte ich es nicht.
Meine Kinder sind 9 und 12 Jahre alt und sie helfen mir am Meisten damit, dass sie ihr Leben so "normal" wie nur möglich weiterleben. Dafür tun mein Mann und ich alles und es scheint Gott sei Dank auch zu klappen. Und trotzdem gehen wir bestimmt offen mit Ihnen um, was die Krankheit betrifft. Von daher wäre eine solche Reportage - so sehr sie bestimmt für andere hilfreich ist - für mich bzw. für meine Kinder ein absolutes "No go".
Vielleicht gibt es andere - eventuel mit älteren Kindern, die schon eher selber entscheiden können - die bei Euch mitmachen möchten. Ich wünsche es Euch, denn ich wäre sicher eine, die sich das auch mit Interesse anschauen würde.
Viel Glück bei der Suche und liebe Grüße
Claudia
Petra & Thomas
20.10.2009, 20:15
Hallo alle zusammen,
ich finde so eine Ausstrahlung sehr gut, es soll ein "" WACHRÜTTELN " sein. Und angesichts der Tatsache wieviel Millionen in unserem Land sinnlos verschwendet werden und unser Gesundheitswesen immer mehr den Bach runter geht, sollten solche Misstände erst recht öffentlich gemacht werden.
Es wird kein Meilenstein werden aber ein kleines Steinchen. Mein Partner und ich haben beide eine onkologische Erkrankung und sind froh, dass unsere Kinder erwachsen und selbstständig sind. Ich mag es mir nicht vorstellen, wie es sein muss so krank zu sein und kleine Kinder zu haben.
Ich begrüße das Filmprojekt sehr, im Interesse aller betroffenen Mütter und Väter
Liebe Grüße Petra
Hallo Sarah,
ich kann mir gut vorstellen, dass ihr Probleme habt, Mütter oder Väter mit Kindern zu finden, die ihr Elend auch noch vor der Kamera zeigen möchten.
Ich bin 2007 an Krebs erkrankt, meine Tochter Anne war damals gerade 19 J. alt geworden und machte ihr Abitur, Florian war damals 11 J. alt, als ich die Diagnose erhielt.
Mit seinen elf Jahren recherchierte er im Internet und für ihn stand fest, dass ich zu dem Prozentsatz gehöre, die daran nicht sterben werden. Diese Meinung brauchte er wohl auch, um die Ängste auszuhalten.
Ich kann mich gut daran erinnern, wie er mich fragte: "Mutti, musst du sterben?" Ich saß am Schreibtisch und las die Firmenmails und die Frage traf mich wie ein Faustschlag. Ich nahm Flori, der inzwischen 12 geworden war auf den Schoß und sagte: "Ich verspreche dir, so lange bei dir zu bleiben wie ich kann!"
Wir mussten beide weinen und hielten uns gegenseitig.
Was sollte ich sonst sagen. Ich wollte ihm keine Angst machen, ihn aber auch nicht anlügen....
Das Schuljahr, in dem ich die Therapie (14 Chemos, 33 Bestrahlungen und zwei OP's hinter mich brachte, musste mein Sohn wiederholen - nicht, weil er dumm ist, sondern weil meine Erkrankung ihn belastete, er hatte Angst vor und Aggressionen wegen meines Zustandes.
Mir gegenüber zeigte er das nicht, er wollte mich nicht belasten. Er war zu weilen rührend besorgt und half wo er konnte.
Die Lehrer hatten leider wenig Verständnis für ihn...
Heute besucht er die 8. Klasse des Gymnasiums und hat vorwiegend gute Noten.
Ich weiß nicht, ob mein Sohn bereit wäre, vor die Kamera zu treten.
Ich selbst würde es sicher nur tun, wenn ich hinter einem Sichtschutz wäre und die Stimme nachgesprochen würde.
Ich denke, Sie wissen nicht, wie "Gesunde" mit der Erkrankung oft umgehen...
Das Heftigste was ich unter anderem diesbezüglich erlebte, waren nachfolgende Äußerungen:
"Seid ich sie kenne, hat für mich die Erkrankung Krebs an Schrecken verloren!"
(eine Lehrerin)
"Sagen sie mal, ist an der Diskussion etwas dran, dass Krebs ansteckend ist?"
u.v.a.
Übrigens: Ich erhielt Ende letzten Jahres meine "betriebsbedingte" Kündigung, die wahren Gründe sind meinerseits spekulativ, aber ich komme an dem Gedanken nicht vorbei, dass meine Erkrankung der Grund war.
Seit der Zeit leide ich unter Depressionen.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!
Heike
Ja, Heike, so ist es - ungeschminkt heftig und mitten aus dem Leben gegriffen.
In dem Moment, wo wir die Diagnose erhalten, da hört es auf, das Leben, das wir kennen, und was dann kommt, ist eine Mischung aus Angst, Verzweiflung, Hoffnung, Schrei nach Leben und dem Kampf, wieder dazu gehören zu wollen, zu den Gesunden, wieder ins unser Leben zu kommen.
Und wir können es nicht, wie sehr wir es auch wollen, egal, wie stark wir sind, wie sehr wir uns um Normalität bemühen. Jeder Arztbesuch wird zur nervlichen Belastungsprobe, jede Nachuntersuchung - und für die nicht mehr heilbar Erkrankten, die wir versuchen, diese Dauertherapien zur Normalität gehören zu lassen... was für ein Leben... Und wenn es für uns schon so bitter ist, wie ist es dann erst für unsere Kinder, für die wir die Verantwortung tragen, sie mündig und selbstbewusst und glücklich ins Leben zu entlassen - die, die um Strecken mehr fühlen, als wir es wahrhaben wollen oder können...und dann sollen wir Mut machen können??? Wie??
Wir selber brauchen Mut, brauchen Hilfe - Hilfe für unsere Kinder, die doch unsere Zukunft sein sollen. Macht einen Bericht, in dem ihr schreibt, was ihr hier für Erfahrungen gemacht habt-schreibt auf, wie wir reagieren und bringt die Menschen zum Nachdenken, das ist wichtig! Und es macht Mut - uns macht es Mut, dass wir es schaffen können, unseren Kindern zu helfen - und darauf kommt es letztendlich an, oder?
Karin
Liebe Karin,
Deine Zeilen haben mich sehr berührt und leider ist das, was Du schreibst, so wahr, dass es schmerzt. Nicht nur die, die Betroffen sind, sondern vorallem die, die für viele Dinge noch keine Erklärung haben, ist diese Erkrankung nicht zu begreifen.
Dir alles Gute!
Heike
Das wünsche ich dir auch, Heike, von ganzem Herzen wünsche ich es dir :knuddel:
Karin
SarahLevy
27.10.2009, 14:33
Liebe Heike,
leider würde es für das Format 37° nicht gehen, dass wir jemanden auswählen, der hinter einer Wand sitzen würde und dessen Stimme nachgesprochen wird. Die Sendung hat ein Augenmerk auf die Menschen, die gerne ihre Geschichte erzählen möchten und können, deswegen fürchte ich, würde man von deiner Geschichte - obwohl sie sehr passend ist - Abstand nehmen. Ich danke dir für deine Geschichte und wünsche dir und deinen Kindern alles Gute.
Liebe Bärbel, liebe Claudia und auch liebe Karin,
ich danke euch für die Beiträge und kann nur hoffen, dass sich auf diesem oder anderem Wege eine Familie meldet, die frei vor der Kamera sprechen und erzählen möchte. Gerne auch eine Familie, in der der Zusammenhalt stark und die Hilfe von anderen Seiten zusätzlich in Anspruch genommen wird.
Viele Grüße,
Sarah
Hallo, ich denke wir alle erinnern uns an die Zeit der Diagnose. Ich bin im Juli 2008 erkrankt und wollte gar nicht mehr morgens aufstehen.Meine Tochter war 10 Jahre alt und ich hab ihr die Wahrheit gesagt. Meine Familie und auch die Ärzte (sogar die Krankenkasse ) haben uns sehr geholfen.
Meine Tochter war oft nicht in der Schule weil sie bei mir sein wollte. Sie hat das Schuljahr nicht geschafft....aber wir hatten eine schöne Zeit zusammen.Nur das zählt!! Sie hat die Schule gewechselt und ich den Job..Am We. ziehen wir um....nichts soll uns mehr an diese Zeit erinnnern. Heute geht es mir wieder gut, ich arbeite und alles ist wie früher. Ich bin so dankbar das alles gut gelaufen ist. Ich wünsche allen viel Gesundheit....vielleicht würde ein Beitrag helfen anderen Mut zu machen...
Hallo,
ich bin alleinerziehend und meine Tochter war bei der Diagnose im letzten Jahr 12 Jahre alt. Leider ein Jahr zu alt um überhaupt irgendeine Hilfe in Anspruch nehmen zu können
Bis zum 12. Lebensjahr hätte ich über die Krankenkasse eine Haushaltshilfe bekommen können. Es gibt auch kaum Reha-Angebote, an denen Kinder ab dem 12. Lebensjahr teilnehmen können.
Wenn ich nicht so viel Hilfe von meiner Familie, Freunden und den Nachbarn erhalten hätte, ich hätte nicht weiter gewußt.
Ich finde es sehr gut, dass eine Dokumentation über dieses Thema geplant ist. Ich verpasse keine 37°-Sendung.
Meine Tochter spricht nicht über meine Erkrankung. Jede Information lehnt sie ab. Sie hat es auch lange Zeit ihren Freundinnen verschwiegen.
Ich habe meine Tochter auch versucht so weit wie möglich aus "der Sache rauszuhalten". Mir war immer wichtig das sie nun nicht plötzlich der Haushaltsvorstand sein sollte.
Sie hat genung mit der Schule zu tun und ich habe es ihr auch weiterhin ermöglicht, ihre Hobby´s und Freundschaften zu pflegen.
Ich habe nicht verlangt, dass sie mir mehr als sonst bei der Hausarbeit hilft.
Bei mir war es zeitweise sehr unordentlich, das war mir dann aber auch egal.
Meine Tochter mußte während meiner Therapien sehr selbstständig sein. Da ich häufiger wegen Arztbesuchen oder Therapien außer Haus war und mir einfach auch die Kraft fehlte mußte sie sich ganz alleine durch das Schuljahr schlagen (mit Erfolg), zum Zahnarzt gehen, sich Essen machen, sich im Sportverein anmelden. Hatte sie Termine an ihr unbekannten Orten mußte sie den Weg alleine finden. Ich empfand das schon als Belastung und bin sehr stolz , wie meine Tochter das gemeistert hat.
Es wäre schön wenn die Sendung einen Anstoß gibt, auch für Jugendliche Hilfsangebote zu schaffen.
SarahLevy
03.11.2009, 14:17
Liebe Roesi, liebe Sprotte,
ich danke auch euch für eure Beiträge. Das sind schon starke Geschichten, die viele User hier haben. Ich wünsche euch und euren Familien alles gute für die Zukunft.
Gibt es denn keine Familie, die sich in unserem Aufruf wiederfindet und gerne ihre Geschichte erzählen möchte?
Viele liebe Grüße,
Sarah
Hi,
ich finde es ist eine tolle Idee, so einen Beitrag zu produzieren, kann mir aber auch vorstellen, dass es schwierig wird.
Wir stehen auch nicht zur Disposition, wir sind nicht in der gefragten Gruppe. Unsere Tochter ist jetzt gerade 3 geworden und hat den Tumor/sein Wachstum/die Behandlung/Kontrollen etc. seit 3 Wochen vor ihrer Geburt "mitverfolgt" und live miterlebt. Ausser zur Chemo war sie fast immer dabei und ist auch auf dem Strahlentisch "Karussell" gefahren. Sie kennt die Aerzte und Schwestern, die sie alle um ihre kleinen Finger wickelt :D. Sie weiss auch ohne Worte, wenn Mama Angst hat, traurig ist etc. Sie passt auf mich auf... kommt und sagt: "Mama, alles wird gut" und streicht mir ueber den Ruecken... So suess und doch so traurig,... . Gefuehle falsch vorspielen kann ich nicht und halte ich auch nicht fuer richtig, die Kleinen haben so ein feines Gespuer!
Waehrend der Chemo, ich konnte nach dem Beginn der Taxotere-Chemo nicht mehr so wirklich laufen, haben wir die Tage entweder auf dem Sofa oder im Bett verbracht und dort lagen dann alle Utensilien bereit, Essen, Trinken, Windeln,..... . Sie war ja noch so klein... . Mein Mann musste ja auch arbeiten gehen und musste uns daher schweren Herzens Zuhause alleine lassen. Hier gibt es keine Massnehmen, wenn eine junge Mama an Krebs etc. erkrankt, dafuer ist hier nicht vorgesorgt. So auf die Schnelle haben wir auch keine Hilfe bekommen und letztendlich haben wir es auch so geschafft.
Sie ist ein sehr lebhaftes, aufgewecktes kleines froehliches und glueckliches Mædchen, kaum zu glauben, nicht wahr? Mit ihrem Læcheln hilft sie uns, der ganzen Familie, diese doch immer wieder kritischen Situationen zu meistern. es wird schwer werden, næchste Woche ins KH zu gehen, da wir ja doch eine ganz besondere Verbindung haben.
Was wollte ich eigentlich sagen? Ja, dass es auch kleinere Kinder gibt, die die ganze Krebsgeschichte meistern muessen. Und diese kleinen Schætze helfen der Mama auch ungemein :). Ja, sie zeigt auch "Nebenwirkungen", aber wir hoffen, das wir das auch meistern werden.
Liebe Gruesse aus Norwegen,
Wurmi
vBulletin® v3.8.7, Copyright ©2000-2026, vBulletin Solutions, Inc.