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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine Mutter 62Jahre, und der Krebs wächst weiter,


Mark aus Niedersachsen
03.01.2010, 21:23
Hallo Ihr lieben,

Ich heisse Mark bin 35Jahre alt und komme gebürtig aus Bremen.
Ich habe 5 Geschwister und bin mit meinem Zwillingsbruder einer der jüngsten aus dem großen "Wurf".
Bei meiner Mutter wurde im März 2009 ein Tumor in der Lunge festgestellt.
Meine Mutter ist der Zentraleangelpunkt der Famillie und für uns doch so wichtig.
Als wir die Nachricht im vergangenen Jahr über Ihre Krankheit erfuhren, brach für uns alle unsere doch so heile Welt zusammen.
Ich nahm mir frei, um für meine Mutter immer da zu sein um sie bei allen Besuchen von Krankenhäusern zu Begleiten.
Dieses tat ihr auch wahnsinnig gut.

Wir haben sie bei ihren Chemotheraphien begleitet und sind stets für sie da.
Sie musste zwischenzeitlich mehrmals ins Krankenhaus, weil sie die Chemotheraphie teilw. nicht vertragen hatte.
Nach der zweiten Chemotheraphie, hatte sie sogar einen Schlaganfall, den sie sehr gut verkraftet und bereits nach 5Tagen das Krankenhaus verlassen hatte.
Die letzte Chemotheraphie bekam sie im September letzten Jahres und die Ergebnisse liessen uns hoffen!!
Laut Krankenhaus hatte sich der Tumor zurück entwickelt und dementsprechend ist die Hoffnung mit uns gewachsen.

Doch kurz vor Weihnachten fing sie an dinge zu Vergessen.
Sie Vergass dann öfters dinge zu benennnen, die eigentlich eindeutig waren bzw. sind. wie z.B. Zuckerdose.
Stattdessen umschrieb sie dieses.
Diese Anzeichen haben wir so nicht wahrgenommen, weil sie auch oft lag und
sich nicht selbst gefordert hatte.
Mein Pa, hat sie nun am 01.01.2010 ins Krankenhaus geschickt weil innerhalb
weniger Tage sie nicht mehr in der Lage war Selbständig zu überlegen und zu handeln.
Gestern ist sie in ein anderes Krankenhaus worden nach Bremen-Os....
Dort wurde sie nun wieder untersucht.
Heute am 03.01.2010 habe ich sie dort besucht, um ihr Sachen zum Anziehen,Waschen usw. vorbei zu bringen.
Ich bin mir nicht sicher, ob sie mich wirklich erkannt hat.
Zumindest hat sie mir vertraut.
Ich brachte ihr eine Tasche und ein Koffer.
Als ich sie fragte, was ich ihr gebracht habe, konnte sie dieses mir nicht beantworten!!!
Ich zeigte mit der Hand auf die Tasche und beschrieb ihr dieses sogar.
Doch sie sagte es wäre eine "Zeier"!
Später meinte sie es wäre eine "Uhr".
Zwischendurch war sie selbst verzweifelt, weil es ihr nicht einfiel.

Mann, ich versuche stark zu sein wie eine Wand.
Aber zu sehen, wie seine eigene Mutter so stark abbaut, haut mich von den Socken.
Ich habe doch nur die eine Mutti, und diese ist noch so jung.


Ich konnte nun noch im Krankenhaus, mit einer Ärztin sprechen, und sie sagte mir, dass der Tumor Metastasen bei ihr am Gehirn gebildet hat.
"Diese Metastasen sind sehr groß, wir können nicht mehr viel tuen.Es ist eine Frage der Zeit, bis zum Tode".
"Sie bekommt vorerst was gegen das Bewusstsein, und später eine Strahlentheraphie, aber ihr kann dennoch nicht mehr geholfen werden."

Es ist so schwer, zu sehen, wie der scheiß Krebs, ihr Leben soooo langsam
auslöscht.
Sie ist unsere Mutter !!!!
Gerne würde ich mein eigenes Leben dafür hergeben!!!

Ich habe aber nun meine eigene Famillie, zum Glück steht diese mir bei.
Meine Frau und Kinder haben für mich verständnis wenn ich zwischendurch
weine.
Aber Gegenüber meiner Mutter präsentiere ich einen Löwen und stehe ihr bei.

Ich habe Angst, dass sie dieses Jahr verstirbt, was eher realistisch ist.

Oh,Mann ich habe doch schon so viele Freunde und Nachbarn überlebt und bin erst 35 Jahre alt.
Besteht so daß Leben???
Im Moment ist mein Kopf so leeeer!

Tinchen68
06.01.2010, 13:19
Lieber Mark.......,
sehr betroffen habe ich dein Posting gelesen.Ja,es ist schlimm die eigenen Eltern so leiden zu sehen.Ich kann dir leider auch keine tröstenden Worte schreiben,aber versuche noch so viel Zeit wie möglich mit deiner Mutter zu verbringen.Und Weinen tut gut,das entlastet ein bißchen.Gut ist ja auch,das deine eigene Familie so hinter dir steht.
Wünsche dir,deiner Mutter und deiner Familie alles Gute und ganz viel Kraft für die nächste Zeit!
LG Bettina

sternchen2190
06.01.2010, 16:31
Lieber Mark!
Es tut mir sehr leid das diese schreckliche Krankheit auch deine Mama in Ihren Klauen hat!
Ich weiß genau wie du dich im Moment fühlst! Auch meine Mom bekam im Dezember 2008 die Krebsdiagnose,
und wie bei dir ist sie auch bei uns der zentrale Mittelpunkt in unserem Leben.....
Auf einmal bricht eine Welt für einen zusammen, und das schlimme ist,
man fühlt sich so hilflos und ohnmächtig.
Es tut so weh zuzusehen wie ein Mensch den man liebt so leiden muß!
Lieber Mark ich kann dich nicht trösten, aber mir hat dieses Forum sehr geholfen,
und das tut es noch immer, schreib dir also ruhig alles von der Seele, es hilft glaub mir!
Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles gute für deine Mom!!

Für dich ein großes Kraftpaket
und ganz liebe Grüße
Anja:winke:

Mark aus Niedersachsen
06.01.2010, 21:53
Oh, Mann

Vorgestern war ich mit meinem Pa bei ihr im Krankenhaus.
Meine Mutter dachte zuerst, er wäre einer ihrer Söhne, und mich hat sie zuerst auch nicht erkannt.

Sowas zu erleben, von seiner eigenen Frau bzw. Mutter, kann man nicht beschreiben.
Am liebsten hätte ich Geschrien,vor lauter Verzweiflung.
Wir sind beide dennoch äusserlich stark geblieben und haben ihr Mut zugesprochen.
Nach 15 min. sind wir dann gegangen, weil sie unser Besuch sehr angestrengt hat.

Meine Mutter war doch noch vor 3 Wochen in Ordnung.
Ich kann es immer noch nicht wahr haben.
Sie ist doch erst 62Jahre jung und hat nicht einmal die Rente bezogen.
Ohh,lieber Gott warum nur?

Gestern, war ich mit einem Bruder bei ihr, den sie länger nicht gesehen hatte.
Ich habe ihn von der Arbeit abgeholt und gemeinsam haben wir sie besucht.
Ihr ging es gestern dementsprechend gut,zumindest, hatte sie fast jedes Wort richtig getroffen, auch wenn es ihr schwer fiel.
Ich habe gedacht dass die Medikamente nun wirken.
Und wir sind nach fast 20Min. gegangen.

Heute habe ich nur mit ihr telefoniert.
Während des Telefonats jammerte sie, dass ihr Kopf.....
Sie sagte dass es ihr schlecht geht.Ihr sei nicht wohl...
Ich habe ihr am Telefon erklärt, dass sie am Bett einen Knopf hat um sich Hilfe zu holen, zum Glück hat sie dieses Verstanden und konnte den Knopf drücken.
Während des Telefonats kam eine Schwester und ich lag den Hörer auf.

Meine Schwester war heute bei ihr.
Meine Schwester rief mich nachdem Besuch an und erzählte mir, dass eine
befreundete Schwester, ihr unter 4.Augen erzählte, dass meine Ma einen
schnellwachsenden Tumor hat und dieser sich nun bei meiner Ma im Kopf
ausweitet.
Man könne nichts mehr machen.
Die Ärzte überlegen noch meine Ma zu bestrahlen.

Ich frage mich noch warum???
Wenn der liebe Gott sie holen möchte, dann hoffe ich, dass er es schnell macht.
Ich will nicht dass meine Ma leidet.
Das hat sie nicht verdient.

rosa.sputnik
07.01.2010, 10:11
Lieber Mark,

es tut mir entsetzlich leid zu lesen was ihr durchmachen müsst.
Meine Mama hatte auch einige Aussetzer, aber... ich glaube dass sie es selbst nicht so sehr wahrgenommen hat.
Sie war überzeugt von der Richtigkeit ihrer Aussagen und ich habe sie versucht in dem Glauben zu lassen.
Einmal schaute sie mich an, und sagte "Mensch, mein Arm ist so schwei"
Ich fragte sie, ob sie schwer meint, sie verneinte... beharrte auf schwei.
Ok,... schwei..., dann war es eben schwei.

Manchmal hat sie sich aber auch geärgert weil ihr ein Wort nicht einfiel... oder sie etwas verlegt hatte, und fragte mich ob das an ihren Hirnmetastasen liegen könne.
Ich hab ihr dann geantwortet dass ich es nicht weiss, ich dann aber auch Hirnmetastasen haben müsste weil mir auch öfter Mal nicht das richtige Wort einfällt... oder wie oft mein Mann seine Brille und seinen iPod verlegt.

Obwohl es eine recht "lahme Ausrede" von mir war, hat es sie beruhigt.

"Es ist eine Frage der Zeit, bis zum Tode"... für die Aussage könnte man die Ärztin an die Wand stellen und notschlachten...
Es ist IMMER eine Frage der Zeit bis zum Tode... keiner, keiner, keiner weiss ob er morgen noch wach wird.
Ich weiss doch auch nicht ob ich morgen noch lebe... oder übermorgen.
Du auch nicht,... niemand weiss es. Wir gehen davon aus... aber... was, wenn mir heute abend ein Waschbecken auf den Kopf fällt... mir ein Auto die Vorfahrt nimmt...
Ich hasse solche Aussagen...

Sicherlich, wenn Deine Mama palliativ behandelt wird, ist keine Heilung mehr möglich... aber das heisst auch nicht dass sie morgen oder nächste Woche sterben wird.

Was die Bestrahlung angeht,... sprecht mit den Ärzten und mit Deiner Mom... letztendlich muss sie es entscheiden was gemacht wird und was nicht.

Ich wünsche euch viel Kraft...

Jasmin

Mark aus Niedersachsen
08.01.2010, 21:55
Gestern, war ich mit meinem Pa bei ihr gewesen, wir mussten aufgrund eines
herumfleuchenden Magen und Darmvirus im Krankenhaus Handschuhe,Maske und einen blauen Kittel tragen.
Meiner Mutter ging es ähnlich wie die Tage zuvor.Jedoch fand sie jedes Wort auch wenn mit Schwierigkeiten.
Nach ca.15min sind wir dann wieder losgefahren, da ihr der Besuch anstrengend ist.
Auf dem Flur trafen wir ihre Ärztin.

Die Ärztin sagte mir, dass meine Mutter am heutigen Freitag einen Termin
zur Vorstellung in der Strahlenklinik hat.
Ich bat sie darum, nach Möglichkeit, dass meine Mutter am liebsten in diesem
Krankenhaus bleibt.Dort fühlt meine Mutter sich einfach besser aufgehoben.

Sie wollte es zumindest versuchen.........

Heute vormittag rief mich die Ärztin an.
Sie sagte mir, dass meine Mutter bei der Strahlenklinik war.
Jedoch hatten die dort Schwierigkeiten, weil meine Mutter im Aufklärungsgespräch zum Teil Überfordert war.
Nun wurde für kommenden Montag ein neuer Termin vereinbart und ich
werde mit daran teilnehmen auf Wunsch des Krankenhauses und meiner Mama.
Desweiteren fragte ich die Ärztin wg. einer evtl. Patientenverfügung für meiner Mutter, sie sagte daraufhin:"Sie benötigen keine, Aufgrund der Diagnose, würden wir nicht versuchen, sie zu reanimieren."

Vorhin habe ich mit meiner Mutter telefoniert, sie Klang sehr schwach und sagte mir am Telefon, dass sie sterben würde.
Ich versuchte sie zu beruhigen und erklärte ihr am Telefon, dass sie bitte den
Knopf drücken möchte und sie ihr wohlbefinden einer Schwester erzählt.
Dieses tat sie dann auch.
Ich legte dann den Hörer auf.

Am liebsten, wäre ich sofort zu ihr gefahren, aber die 80Kilometer bei dieser
Witterung.......
Ich rief dann direkt auf der Station an und erzählte diesen Vorfall einer Schwester.
Sie sicherte mir eine intensive Betreuung meiner Mutter vor und sie sagte, dass meine Mutter, bereits Tropfen bekommen habe.

Später rief ich meine Mutter an.
Sie klang einwenig besser gestimmt.
Morgen, werde ich erneut mit meinem Vati zu ihr fahren.
Ich habe Angst, dass es morgen schon zu spät sein könnte.
Aber ich würde mich für sie freuen.

Sie hat es einfach nicht verdient!!!
In ihrem Leben hat sie 6 Kinder zur Welt gebracht, sich stets um uns gesorgt,
und nun dieses!!!
Ich kann es nicht wahr haben!!!

Blume68
08.01.2010, 23:55
Lieber Mark,

ich habe dir eine PN geschickt. Es ist gut, dass du bei dem Arztgespräch bei ihr sein willst und bei ihr sein wirst. Das wird ihr helfen, das zu formulieren, was ihr wichtig ist, und zu verstehen, was um sie herum gesagt wird. Es ist toll, dass du für sie da bist!

Wann immer dir danach ist, schreib deine Gedanken und Sorgen hier auf...du wirst hier immer ein offenes Ohr und Unterstützung finden.

Wenn es dir irgendwie möglich ist, versuche, dich nicht verrückt zu machen, sondern das anzunehmen, was auf dich und euch zukommt - so schwer es auch ist. Manches Mal verbessern sich auch Situationen, wenn wir gar nicht damit rechnen. Es können sich allerdings - das will ich nicht schönreden - Situationen auch schnell verschlechtern.

Wenn du die Hand deiner Mutter halten kannst - reell wie auch im übertragenen Sinne - ist das unendlich viel, was du tun kannst! Vergiss das nicht.

Ich schicke dir eine tröstende Umarmung :pftroest:
Blume

ange
10.01.2010, 17:48
Hallo Mark,

ich kann dich nur zu gut verstehen, bei meiner Schwiegermutter haben sie im Dezember einen Lungentumor festgestellt, er hat auch gestreut, die Metastasen sind im ganzen Rücken, Becken, Beine, Arme und eine im Kopf. Wir wissen noch nicht was das für eine im Kopf ist. Wir haben natürlich auch Angst, das es eine Hirnmetastase ist und es ihr ähnlich wie deiner Mutter gehen wird.:sad:
Diese Ungewissheit, diese Angst und alles was noch auf einem zukommt ist einfach nur schrecklich!!!
Also, ich hatte mit ihrer Hausärztin ein Gespräch und sie meinte eine Patientenverfügung wäre total wichtig, es geht ja nicht nur um´s reanimieren sonder auch um andere dinge wie Flüssigkeitszugabe, Ernährung stärkere Medikamente. Wenn deine Mutter das auf diesem Zettel ausfüllt, das sie aber Z.B.künstlich ernährt werden will oder nicht, müssen die Ärzte danach handeln.
Meine Schwiegermutter sträubt sich noch eine auszufüllen, da sie meint damit unterschreibt sie ihren "Tod"... oder so in der Art. Sie hat einfach Angst sich damit zu beschäftigen. Aber leider müssen ja so einige Dinge geregelt werden. Falls alles doch schlecht ausgeht...
Sie ist zum Glück noch zu Hause, und wir hoffen das es auch so bleiben wird. Bei ihr ist die Gefahr sehr gross, das ein Halswirbel durch die Metastasen bricht... das wäre fatal. :sad:
ich wünsche allen noch einen schönen abend, und weiterhin viel kraft...
ange

Mark aus Niedersachsen
10.01.2010, 18:47
Ich war gestern wieder mit meinen Vati, bei ihr gewesen.
Ihr ging es den Umständen entsprechend, wir brauchten diesmal nicht wieder diese Isolationbekleidung tragen.
Wir haben ihr einen Salat,Bekleidung und Fotos mitgenommen.
Sie war wie erwartet recht schwach, aber auch froh uns zu sehen.
Ich saß neben ihr auf dem Bett und habe sie ganz lieb umarmt und ihre Hand gestreichelt und ihr mut zugesprochen.

Heute war meine Schwester bei ihr zu Besuch, sie wollte mit meiner Ma(Rollstuhl) herunterfahren zur Cafeteria.
Ich hoffe dass es geklapt hat.
Mich graust es schon vor morgen.

Dann rief heute noch eine gute Freundin von Mutti bei mir an.
Die Freundin hat viel am Telefon geweint und ist auch sehr betroffen.
Morgen hat meine Mutti einen Untersuchungstermin in der Strahlenklinik, aber ich werde die Ärztin ansprechen ob es nur Alibibehandlungen sind
und ob die Ärztin ganz genauso ihre eigene Mutter behandeln lassen würde.
Ich möchte morgen auch mit meiner Mutter offen über ihre Erkrankung sprechen und über ihre Wünsche.
ich muss stark sein, gaaaanz stark.

Eines ist jedenfalls sicher.
Ich werde immer für sie kämpfen!
Auch wenn mein Kopf jetzt so durcheinander ist.

Blume68
10.01.2010, 22:39
Lieber Mark,

du BIST stark, das merke ich. Du wirst das schaffen. :pftroest:
Versuche, gut hinzuhören, wenn du mit deiner Mutter sprichst, höre heraus, was sie möchte, und was ihr gut tut, oder auch nicht gut tun würde.

Dass du für sie da bist, tut ihr ganz gewiss gut!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für morgen, melde dich doch gerne wieder hier.

Alles Liebe
Blume

mifa
11.01.2010, 10:13
Lieber Mark,

es tut mir sehr leid, dass Deine Mama so krank ist. Es ist furchtbar, wenn man mit ansehen muß, wie es dem Partner oder einem Elternteil so schlecht geht und man einfach machtlos ist ....

Eines muss ich allerdings noch loswerden (ich hoffe, dass ich nicht gesteinigt werde) ....
Mir ist aufgefallen, dass Du immer schreibst, dass ihr nach 15-20 Min wieder gefahren seid, weil der Besuch für Eure Mama so anstrengend war.
Für meinen Papa war auch sehr vieles sehr oft super anstrengend, aber mir wäre es echt nicht eingefallen, so schnell wieder abzudüsen. Ich bin dann oft gesessen, hab ne halbe Stunde Zeitung gelesen, hab mir nen Kaffee geholt usw., während er wieder ne Zeit lang vor sich hingedöst hat. Dann haben wir uns wieder unterhalten, oder ich hab ihm was erzählt. Mein Papa hat ab und zu gefragt, ob ich nicht zu den Kindern müsse, und wenn ich ihm dann gesagt habe, dass ich noch bei ihm bleiben kann, habe ich gespürt, wie froh er darüber war, nicht alleine zu sein. Für ihn war Krankenhaus auch ganz furchtbar.
Meine Mama, mein Bruder und ich, also einer von uns dreien, war eigentlich immer bei ihm. Auch zum Schluß, als er eigentlich nicht mehr viel mitbekommen hat. Klar, ist oft schwierig zu organisieren, ich hab z.B. auch 2 Kinder, von denen eines behindert ist, ich weiß wovon ich spreche. Aber ich hab immer versucht es hinzukriegen, weil es mir einfach so wichtig war, ihn nicht allein zu lassen. Bei Arztgesprächen sowieso. Ihr seid doch eine große Familie, könnt Ihr da nicht organisieren, dass Eure Mama immer jemand Vertrauten um sich hat?

Tut mir leid, wahrscheinlich gehts mich ja auch gar nichts an, aber das ist etwas, was aus Deinen Postings bei mir so angekommen ist und was mir unwahrscheinlich ans Herz geht. Sicher auch, weil für meinen Papa die KH-Situation immer ganz furchtbar war.

Ich wünsche Euch alles Gute, und dass Ihr die ganze Situation so bewältigt, wie es für Euch richtig ist.

Liebe Grüße
mifa

Thessa76
11.01.2010, 15:50
Lieber Mark,

ich schreibe hier nicht mehr viel, weil ich mit diesen vielen Krankheitsgeschichten nicht klarkomme. Aber bei Dir hat es irgendwie klick gemacht.
Deine Geschichte ähnelt meiner in einigen Dingen sehr, wir sind fünf Kinder, auch aus Niedersachsen, meine Mama hatte auch LK und war auch 62.

Was die Diagnose der Hirnmetas angeht, so habe ich einen Satz des Chefarztes meiner Mutter niemals vergessen. Er hat uns nach Diagnose gesagt: die meisten Metas im Kopf schmelzen wie Butter in der Sonne, wenngleich es auch einige gibt, die störrischer sind.
Und den Satz möchte ich Dir gerne mitgeben. Sollten sie Deine Mutter bestrahlen, dann kann das auch alles nochmal besser werden. Gib die Hoffnung nicht auf. Generell, so habe ich es gelesen, bedeutet das Auftreten von Hirnmetastasen das Einschwenken in ein anderes Krankheitsstadium, aber bitte bitte bitte: versuch, Dir irgendwo einen Sonnenstrahl hervorzuholen.

Ich hoffe, den nächsten Satz fasst niemand falsch auf: Du wirst merken, wenn es für Deine Mutter kein lebenswertes Dasein mehr ist. Ich hoffe, dass Sie keine Schmerzen hat, meine Mama hatte keine. Und dafür bin ich heute noch sehr dankbar.
Im Lungenkrebs-Forum sind einige, die mit behandelten/ bestrahlten Hirnmetastasen hervorragenden Erfolg verzeichnet haben. Das wünsche ich Deiner Mama auch.

Ein weiterer Teil, der mich beruhigt: die Zeit, die ich mit ihr verbracht habe. Plötzlich ist alles so dermassen egal. Ob es das Wetter war, oder der Job, oder mein eigenes solziales Umfeld. Es wird nachrangig. Das, was für mich zählt, ist meine Mutter. Zu jeder Minute.

Ich wünsche Euch eine gute Bestrahlungszeit und hoffe mit Euch auf eine rasche Linderung,

alles Liebe

Thessa

Mark aus Niedersachsen
12.01.2010, 17:23
Hallo ihr lieben,

es tut gut von Euch zu lesen.
Gestern hatte ich einen wahnsinnig anstrengenden Tag gehabt.
Ich hatte mir Frei genommen um mich um meine Mutter zu kümmern.
Ich war gestern morgen bereits um kurz nach Zehn bei ihr gewesen.
Ich habe ihr die Haare, und das Gesicht gewaschen.
Anschliessend habe ich sie an den Armen und im Gesicht eingecremt.
Sie hatte es richtig genossen.
Nachdem wir nun soweit dann fertig wurden, kam die Schwester mit Mittagessen (Es gab eine Suppe).
Ich habe meine Mutter mit dem Löffel gefüttert und sie hat eine ordentliche Portion geschafft, vorher hat sie sogar einen ganzen Apfel gegessen.
Ich war richtig froh und stolz darüber.

Dann bin ich mit meinem Auto zur Strahlenklinik gefahren umd dann an dem
Vorstellungsgespräch mit daran teilzunehmen.
Kurz nachdem ich dann dort war, kam auch schon der "Bulli" mit meiner Mutter an.
Meine Mutter musste vom Auto bis zur Klinik laufen, dies waren gute 20Meter, die ihr sehr anstrengend waren. Aber es gab nirgendwo einen "Rollstuhl" ums sie damit zu fahren.
Der Fahrer und ich haben meine Mutter gestützt und sie dann in der Klinik auf einen Stuhl gesetzt.
Kurz darauf kam auch schon die Ärztin, und wir haben dann das Gespräch geführt.

Die Ärztin klärte uns über die Gefahren einer Bestrahlung auf und erwähnte
bei dem Gespräch den Zustand der Krankheit bei meiner Ma.
Sie sagte dass durch die Bestrahlung, wir Zeit gewinnen können, aber jedoch alles andere nicht Rückgängig sei.

Meine Mutter hat sehr geweint, natürlich habe ich auch geweint, aber im nächsten Moment versucht ihr Kraft und Mut zu sprechen.
Ich fragte meine Mutter, ob sie den Kampf weiter fortführen möchte und
ob sie die Bestrahlung machen möchte.
Sie sagte ja, weil ihr sowieso nichts anderes übrig bliebe.
Wir wollen weiter Kämpfen und geben nicht klein bei.
Wir werden den Kopf erheben und nach vorne schauen.
Aber dennoch lassen wir unsere Tiefs auch zu.

Während sie nun auf dem Behandlungstisch lag, um sich eine Maske anzufertigen lassen, besorgte ich aus einem anderen Gebäude einen "Rollstuhl",damit sie nicht wieder laufen musste.
Des weiteren habe ich dort mich darum gekümmert dass meine Mutter ab sofort liegend Transportiert wird, solange sie nicht auf den Beinen ist.

Nach der Behandlung fuhr ich dem Transporter des Krankenhausfahrdienstes
hinterher, wieder zurück nach der anderen Klinik, wo meine Mutter auch liegen möchte.
Ich brachte meine Mutter zurück auf ihr Zimmer und kümmerte mich sofort um den Sozialdienst dort.
Ab dem heutigen Tage wird sich dort im Krankenhaus nun eine Psychoonkologin um meine Mutter kümmern, damit sie jemanden dort im Krankenhaus hat um über ihre Ängste und Sorgen zu sprechen, falls sie es möchte.
Im Falle einer Entlassung, wird sich rechtzeitig der Sozialdienst mit mir in Verbindung setzen, damit alles dann geregelt wird für evtl. Pflege..... etc.
Zusätzlich, bekam ich eine Broschüre für Hilfe an Angehörigen, von der Bremer-Krebs-Hilfe.

Meine Mutter wird nun in den folgenden 10 Tagen dort Bestrahlt und nach 4wochen dann erneut untersucht werden.

Ich blieb dann noch eine ganze Weile bei ihr und wir unterhielten uns.
Ich streichelte sie ganz oft und hielt ihre Hand fest.
Ihr tat es auch wahnsinnig gut, dass ich bei ihr war.

Am späten Nachmittag habe ich mich dann auf dem Weg gemacht um meinen
Vater und meine Schwester zu informieren.

Als ich bei denen war, haben wir um unsere Mutter geweint.
Ich gab meinem Vati die Broschüre von der Krebs-Hilfe und bat ihn sich mal darüber gedanken zu machen um sich evtl. dort für die Bewältigung Hilfe zu holen.
Zumindest war ich froh, dass er sich es überlegen wollte.

Von meinen Geschwistern bin ich der einzigste(in der Nähe) der ein Auto besitzt und Mobil
zu jeder Zeit meine Mutter besuchen kann.Somit kann ich die 80-90Kilometer
Wegstrecke bewältigen. Meine Geschwister wohnen zum Teil in Bremen und brauchen mit der ÖPNV jeweils ~2std für jede Wegstrecke.
Meine Schwester wohnt im selben Haus meiner Eltern und sie kümmert sich enorm um meinen Vati, damit er auch merkt, dass wir ihn nicht vergessen.
Mein Zwillingsbruder wohnt in Süddeutschland, sein Auto ist im moment kaputt, sein Hund ist Silvester verstorben(in einer Tierklink) und der Kontakt zu meinen anderen Brüder ist eher dünn, auch wohl wir nun mehr Telefonieren.
Mein ältester Bruder können wir nicht erreichen, da wir keine Handynummer und dergleichen besitzen. Der ist schon füh aus dem Haus und führt ein sehr unbeständiges Leben. Wir sind ja froh wenn er sich überhaupt wenigstens einmal im Jahr meldet.

Tja, leider sind diese Verhältnisse nicht die Besten, aber das gibt mir ein Grund mehr um für meine Mutter da zu sein.
Und ich bekomme langsam, so habe ich im moment den Eindruck, durch dieses Forum, bzw. durch Euch, dass ich mir hier Kraft holen kann.
Wir wollen weiter kämpfen, auch wenn wir das Gefühl haben, das der Gegner
immer mehr Geschütze auffährt.
Ich hoffe nur dass meine Mutter es auch genauso meint.

Heute war meine Tante mir ihrem Mann bei ihr und ich denke auch meine Schwester.
Ich bin ziemlich K.o, der gestrige Tag war so anstrengend, ich konnte letzte Nacht nicht schlafen und hatte heute meinen ersten Arbeitstag.
Morgen fahre ich wieder zu ihr, aber ich werde heute noch öfters mit ihr telefonieren und sie auf "Trapp" halten.


Ich möchte Euch auch sagen, dass es mir gut tut, dass ich von Euch lese.
Es gibt mir das Gefühl nicht alleine zu sein mit diesen Sorgen und Ängsten.
Vielen lieben dank dafür.

P.S.
Habe gerade mit meiner Mutter telefoniert, ihr geht es den Umständen entsprechend.
Zumindest wurde sie heute Liegentransportiert zur Strahlenklinik.

Blume68
12.01.2010, 23:23
Lieber Mark,

danke für deinen Bericht - es war fast, als wäre ich dabei gewesen - vieles habe ich ganz ähnlich erlebt. Du warst wirklich ganz toll für deine Mama da!
Eine Mutter gibt nicht so schnell auf...und du bitte auch nicht...wo wir können, werden wir für dich da sein. :knuddel:

Alles Liebe!
Blume

luna83
13.01.2010, 10:57
Lieber Mark,

auch ich vefolge bisher still was du alles für deine Mama tust! Ich weiß selber wie viel Kraft es kostet. Von außen kann das niemand so wirklich verstehen was für unglaubliche Kraft man aufbringen muss.
Doch im nachhinein weiß ich das ich mein bestmöglichstes getan habe um für sie da zu sein und sie in all Ihren Entscheidungen zu unterstützen. Und das kann dir niemals jemand nehmen. Daraus wirst du einmal viel Kraft schöpfen können. Jeder Kampf lohnt sich!
Ich schicke dir eine :knuddel:! Wünsch dir deiner Mama und deiner Familie viel Kraft!
LG Luna

Mark aus Niedersachsen
13.01.2010, 21:50
Heute war ein schöner Tag.
Ich bin nach der Arbeit zu ihr ins Krankenhaus gefahren.
Sie lag im Bett und jammerte einwenig vor sich hin.
Nachdem wir uns nun begrüßt hatten, bot ich ihr an das Gesicht zu waschen,
mit der Begründung dass sie "Schlaf" an den Augen hat.
Aber tatsächlich hatte sich teilweise eine dünne Hautschicht gelöst, ähnlich wie bei einem Sonnenbrand.
Innerlich war ich erschrocken. Ich denke es kommt durch die Bestrahlung.
Ich wusch sie also mit dem Lappen im Gesicht und anschliessend an den Armen.
Nachdem ich damit fertig war habe ich sie dann eingecremt, da die Haut bei ihr sehr trocken ist.
Sie hatte es richtig genossen, so "betüddelt" zu werden.

Nebenbei, sagte ich ihr, dass ich gerne mit ihr zur Cafeteria fahren möchte um mit ihr dort einen frischen Kaffe zu trinken.
Und auch evtl. ein Stück Kuchen zu essen.
Ich bot ihr an einen Rollstuhl zu besorgen, und sagte dass es ihr gut tun wird
mal wieder was anderes zu sehen.

Sie war damit einverstanden und ich habe mich dann auf dem Weg gemacht um einen Rollstuhl zu besorgen.

Somit fuhren wir dann mit dem Rollstuhl zur Cafeteria.
Sie suchte sich zwar keinen Kuchen zum Kaffe aus, aber dafür lieber einen Karoffelsalat.
Ich lachte und habe sie gefragt ob sie "schwanger" sei und dann lachten wir beide.
Ich habe sie diesmal nicht gefüttert und sagte ihr, dass der liebe Gott ihr Links und Rechts zwei gesunde Arme mit Händen geschaffen hat, die man zum essen gut einsetzen kann.
Also hat sie selbst Essen müssen.
Ich ging auch nicht weiter darauf ein, obwohl ich sah, dass es ihr einwenig schwer fiel.
Aber ich will ihr nicht alles abnehmen, sofern sie es selber kann.
Ich wollte sie damit auch ein bischen fordern und habe sie gelobt, wie toll
doch alles funktioniert.

Wir unterhielten uns nebenbei und ich erzählte ihr, dass mein Vati heute zusammen mit meiner Schwester den Haushalt auf Vordermann bringen.
Ich versuchte so wenig Worte zu finden, wie es geht über ihren Gesundheitszustand.

Wir haben es richtig genossen:D
Es tat uns gut.

Ich brachte sie dann zurück ins Zimmer und half ihr aus dem Morgenmantel und aus dem Rollstuhl.
Anschliessend machte ich mich dann langsam auf dem Weg und nahm noch Schmutzwäsche mit.
Auf den Weg Nachhause, bin ich kurz noch bei meinen Vati gewesen um dort frische Wäsche einzupacken und ihm von Heute zu erzählen.
Er hatte sich sehr darüber gefreut, sowas zu Hören.

Morgen werde ich ihn nach der Arbeit abholen um dann gemeinsam mit Beiden
zur Cafeteria zu fahren.
Und dann werde ich erst wieder am Sonntag zu ihr fahren.
Am Freitag und Samstag ist für weiteren Besuch von ihren Freunden und
ehem. Kollegen gesorgt. Ich bleibe ja mit ihr im telefonischen Kontakt.

Mama und wir(Familie) wollen gemeinsam, dass sie wieder Nachhause kommt
und wir werden immer Kämpfen, egal wie groß der Gegner sein wird.

Ich wünsche Euch einen schönen Abend.

Liebe Grüße
Mark

Blume68
13.01.2010, 22:13
Lieber Mark,

bei deiner Erzählung vom heutigen Tage musste ich lächeln...bei der Story von euch in der Cafeteria. Auch meine Mama wollte unbedingt einmal Schnitzel essen statt Kuchen ("das Essen oben geht mir langsam auf den Geist!"), und hat dann doch arg kämpfen müssen mit dem Riesenteil. :D

Du machst das prima - ich hoffe, es kommt richtig an, wenn ich das so schreibe. Ich meine, dass du sie selbst MACHEN lässt, nicht nur von der Krankheit redest, usw. Es las sich so richtig schön! :)

Ich freue mich, dass ihr einen so entspannten, erfreulichen Tag hattet.
Das tut euch beiden gut! Ich wünsche euch dreien für morgen einen ebenso schönen!

Alles Liebe
Blume

Mark aus Niedersachsen
17.01.2010, 19:12
Hallo ihr lieben,

ich wollte Euch gerne wieder berichten.
Am Freitag und Samstag habe ich nicht meine Mutti besucht um Kraft zu tanken. Ich habe dafür gesorgt, das sie dennoch Besuch bekommt, was ja auch geklapt hat.
Heute aber war ich bei Ihr gewesen, zusammen mit meiner Freundin und meinem Papa.
Um nicht als "Überfallkommando" in ihrem Zimmer hereinzuplatzen, ging mein Vati zusammen mit meiner Freundin direkt in die Cafeteria.
Ich bin dann nach oben zu ihr ins Zimmer.

Dort lag sie im Bett und schaute die Wände an.
Sie lag alleine im Zimmer, da neben ihr das Bett frei ist.
Naja, ich habe sie dann ganz lieb begrüßt und ihr erzählt, dass mein Vati und meine Freundin unten auf sie warten.
Ich wusch meine Mama erstmal die Haare und das Geischt.
Anschliessend habe ich sie eingecremt und sie erstmal frisch gemacht.
Alles mit der Ruhe, so dass sie sich nicht gleich überfordert fiel.
Zwischendurch haben wir gelacht und ich erzählte ihr dass sie evtl. bald wieder nachhause kommt und ich mich um ein Pflegebett und eine Pflegekraft bemühe.
Sie möchte gerne wieder nachhause und in der kommenden Woche möchte ich die Ärztin darauf ansprechen.
Aber alles mit der Zeit.
Nachdem ich sie gewaschen habe stiefelte ich los um einen Rollstuhl zu besorgen, was mir natürlich auch gelang.
Wir sind dann nach unten in der Cafeteria, wo meine Freundin zusammen mit meinem Papa saßen.

Dort tranken wir einen Kaffee und danch sind wir dann zurück zu ihr ins Zimmer.
Wir hatten ihr einen Teller Grünkohl mitgenommen, den die Schwester auf der Station warm gemacht hatte.
Ich setzte mich neben meiner Mama aufs Bett und habe sie dann gefüttert.
Meine Mutti hatte sich sehr darüber gefreut und den Grünkohl genossen.

Sie war aber auch dann schon ziemlich geschwächt nachdem Essen, so dass wir ihr die Gelegenheit zum Schlafen gaben und wir uns dann verabschiedet hatten.
Einen Apfel haben wir noch klein geschnitten, damit sie den später essen kann.

Es war alles in allem schön gewesen und morgen fahre ich alleine zu ihr.
Dann werde ich mich wieder intensiver um sie kümmern und sie ordentlich
betüddeln :zunge:

Mark aus Niedersachsen
20.01.2010, 20:36
Tja, so langsam überschlagen sich die Ereignisse:eek:
Man ist das alles soooo anstrengend.
Ich war diese Woche bisher jeden Tag bei meiner Mama gewesen.
Ihr geht es immer noch den Umständen ensprechend.
Sie schafft es nicht mehr alleine ohne Hilfe zu stehen, geht aber sehr genügsam dabei mit sich um.
Heute habe ich früher Feierabend gemacht, um dort im Krankenhaus die Sozialstation und um das Gespräch mit der Ärztin durchzuführen.

Zuerst war ich bei der Frau auf der Sozialstation.
Sie teilte mir mit, dass meine Mutter evtl. diesen Freitag aus dem Krankenhaus entlassen wird, sofern das Pflegebett und weitere Hilfsmittel vorhanden seien, welches durch das Krankenhaus organisiert worden ist.
Darüber wird sich ein Sanitätshaus mit mir in Verbindung setzen.
Dann wurde mir gesagt, das der MDK meine Mutter zuhause ansehen wird um die Pflegestufe fest zu legen, dementsprechend würde sie dann Zuhause gepflegt werden, durch den Pflegedienst.

Wir haben dann heute einen Pflegedienst ganz in der Nähe meiner Eltern gemeinsam ausgewählt, die sich dann um meine Mutter kümmern werden.
Da muss ich noch einen Gesprächstermin abstimmen, aber das mache ich dann morgen von der Arbeit aus.

Morgen werde ich nach der Arbeit zu meinen Papa fahren um dort Platz zu schaffen für das Pflegebett.Ein Bruder hilft mir dabei.

Oh Mann, was für eine Organisation, aber ich bin ja so froh, dass sie Nachhause kommt.
Vorhin nachdem Krankenhaus, war ich noch bei meinem Papa und habe ihm das mitgeteilt, aber er ist Zwiegespalten. Auf der einen Seite freut er sich darüber dass sie Nachhause kommt und auf der anderen Seite hat er Angst.

Ich kann ihn sehr gut verstehen.
Aber wir wollen auch diese Situation meistern und das beste daraus machen.

Nun, aber zurück zu meiner Mutter,
vorhin nachden Gesprächen, hatte sich meine Schwester um die Körperpflege meiner Mutter gekümmert und danach sind wir mit meiner Mutter im Rollstuhl
in die Cafeteria gefahren.
Dort haben wir gemeinsam einen Kaffee getrunken und meine Mutter hat sogar ein ganzes Stück Kuchen gegessen.
Es war schön die Zeit mir ihr zu verbringen, auch wenn ich mich heute mehr um die Gespräche und um die Organisation gekümmert habe.

Mein Kopf ist im moment voll.
Aber es läuft zumindest bisher so wie ich es mir vorstelle.
Ich rotiere noch weiter und gebe nicht klein bei.
Mein Zwillingsbruder kommt am Wochenende hoch und will unbedingt meine Mutter sehen.
Die nächsten Tage werden noch sehr hart sein, bis alles auf dem Fundament fest steht.
Es geht um das Wohlbefinden meiner Mutter und dafür tue ich alles.
Ich werde mich hier am Wochenende wieder melden, aber jetzt muss ich rotieren und Gas geben, erst dann schalte ich wieder zurück.

P.S. Mir geht es dabei dementsprechend gut, es strengt zwar sehr an, aber ich tue es für meine Eltern, denn schließlich waren die auch für einen immer da!

töchterchen_maya
20.01.2010, 21:03
hallo mark!

ich muss dir einfach sagen, weil ich im herzen sehr berührt bin, dass du das wirklich super machst! ich finde, du hast ein sehr großes herz und auch wenn es in deinen (und auch meinen) augen ganz normal erscheint, was du hier alles tust, ist es doch etwas ganz besonders! hut ab vor deiner kraft und deiner stärke!

ich wünsche euch allen einfach nur das beste!

liebe grüße
maya

Antiironie
21.01.2010, 20:03
Lieber Mark,

auch ich habe Eure Geschichte gelesen und finde ihr macht das alles richtig.

Mein Vater hatte auch Hirnmetastasen und durch die ersten Bestrahlungen ist noch einige Zeit rausgeholt worden. Ich hoffe bei Euch klappt das auch so.

Ist doch klar das dein Vater Angst hat, er weiß ja nicht was auf ihn zukommt. Aber wenn deine Mutter einigermaßen fit ist und ein Pflegedienst kommt ist ja schon viel getan.

Alles Gute für Euch
Anja

Mark aus Niedersachsen
22.01.2010, 20:44
Hallo ihr lieben,

als ertes möchte ich mich für eure netten und schöne Worte bedanken!
Schön dass ihr mir so positiv schreibt und mir dadurch Kraft verleiht und mir
die Gedanken gibt, dass ich nicht alleine bin.

Im Moment hatten sich die Ereignisse überschlagen, denn die Entlassung meiner Mutter hatte ich so früh nicht erwartet.
Aber ich habe gemeinsam es mit der Sozialstation geschafft, kurzfristig über ein Sanitätshaus ihr ein Pflegebett und weitere Hilfsmittel zu besorgen.
Die Anlieferung erfolgte pünktlich, so dass die Abstimmung mit dem Krankenhaus einfach gut abgestimmt war.
Meine Mutter konnte sich direkt aus dem Rollstuhl auf das Bett setzen.

Ich habe sie ganz doll gedrückt und ihr ein paar Küschen gegeben.
Wir haben uns wahnsinnig gefreut.
Sogar mein ältester Bruder der immer irgendwo kurzweilig lebt und den ich zuletzt vor einigen Jahren gesehen habe, war heute dort gewesen.
Er hatte sich zufälliger Weise bei meinem Vater vvor ein paar Tagen gemeldet
und hinterlies dabei seine Handynr.
Und welch ein Zufall, der wohnt nur ca.6Km von mir entfernt.
Und hinzu kommt das mein Zwillingsbruder nun es auch noch schafft dieses Wochenende hoch zu kommen.
Er fährt morgen gegen mittag los und wird sicherlich am späten Abend ankommen.
Er sagte, dass auch er so oft weint und er sie unbedingt sehen muss.

Ich bin so froh, es ist das erste mal seit Jahren mit allen Geschwistern zusammen den Kontakt zeitgleich zu haben.

Und vor allem bin ich riesig froh, dass meine Mutter nun endlich wieder Zuhause ist.
Ihr Hund ist nachdem meine Mutter im Bett lag und ich mich um sie gekümmert habe und ich den Hund zu ihr lies, direkt bei ihr ins Bett gesprungen und hat meine Mutti ordentlich "Geküsst".
Wir habe gut gelacht, weil das war einfach "Göttlich" zu sehen, wie beide sich so auf das Wiedersehen gefreut haben.

Die Pflegekraft war auch schon da und kommt vorerst zweimal am Tag um sie zu Waschen und nach der Pflegestufe 1 zu betreuen.
Dazu bekommt mein Vati noch vom Pflegedienst ein Notruf Handy den wir bezahlen und evtl. über die Krankenkasse zurückertattet bekommen.

Ihr könnt es nicht glauben, was mir im Moment für ein riesen Stein vom Herzen fällt.
Nun kann ich endlich mal wieder durchatmen.
Jetzt heisst es erstmal Luft holen.
Am Montag kommt der Hausarzt, zum Glück macht der auch Hausbesuche.

Meine Mutter und auch mein Vati sind sehr stolz auf uns Kinder, weil wir ums so gut um die beiden kümmern.
Es ist so schön, diese Freude zu sehen.
Mein Vati hat sich gleich direkt zu ihr ans Bett gesetzt und meiner Mutti die Hand gehalten und geküsst.

Morgen wird mein Schwager in der Toilette und an weiteren Orten, Bügel befestigen wenn meine Mama auf die Toilette geht, damit sie sich festhalten kann.

Nun geniesse ich erst mal weiter und habe die Hoffnung das wir noch länger von unserer Mutti haben werden.
:rotier::rotier::rotier::rotier::rotier::rotier::r otier::rotier::rotier::rotier::rotier:


Liebe Grüße
Mark

Mark aus Niedersachsen
29.01.2010, 22:51
Ich wollte mich hier mal wieder melden.
Meine Mama geht es im moment dementsprechend gut.
Sie hat inzwischen fast wieder das volle Bewusstsein zurückerlangt und ihre Erinnerungen werden mehr.
Zwischendurch hat sie noch ein paar kleine Aussetzer, aber alles in allem
bin ich verdammt froh, dass es ihr gut geht.
Sie liegt weiterhin viel in ihrem Pflegebett, hat aber dennoch nicht den Spaß
am Leben verloren.
Und genau daran knüpfe ich an, und versuche immer aus jeder Situation das Beste zu machen und wenn möglich Freude zu haben.
Sie klingt schon langsam kräftiger in ihrer Stimme und ist bemüht sich selbst
aufzurappeln.
Wir haben gemeinsam Spaß miteinander und lachen gerne.
Wenn sie im Bett liegt, halte ich ihre Hand ganz doll fest und streichel sie ganz lieb.
Und natürlich, wie sollte es auch sein, ich bringe ihr immer was leckeres mit.
Schließlich bin ich ja froh, meine Mutter essen zu sehen.

Mein Zwillingsbruder ist nun auch wieder zurück Nachhause gefahren (~650Km) und wird aber im Februar wieder "Hochkommen".
Er war mit seiner Freundin "Hoch" gekommen, aber sie hatte sich hier dann
unglücklicherweise an der Autotür den Finger gebrochen.

Naja wie das Leben halt so spielt.
Zumindest hatte sie keine schmerzen.:rolleyes:

Die letzten Tage waren super schön.
Endlich war die ges. Familie wieder zusammen.
Zwar, nicht alle auf einmal, aber immerhin (6Kinder+Eltern).

Und in Betracht der Tatsache, dass es meiner Mutter im Moment so gut geht,
bin ich ein glücklicher Mensch und versuche anderen daran Teilhaben zu lassen.

Auch Beruflich läuft alles Bestens und bin somit alles in Allem echt zufrieden.
Ich Geniesse diese schönen Momente und hoffe das diese noch lange anhalten werden.
Wer weiß wie lange noch?
Aber bis dahin sage ich mir "Kopf hoch" und "Munter bleiben"

Liebe Grüße
Mark

P.S
Ich werde weiterhin hier schreiben, auch wenn alles gut ist, denn schließlich
habt ihr mir sehr gut geholfen, mit euren Worten, und mich zudem gemacht wie ich jetzt wieder bin.:winke::winke:
Danke Dir,Ronnya:rolleyes:

Mark aus Niedersachsen
17.03.2010, 20:25
Ich wollte mich mal wieder zurück melden.
Nun kann ich schreiben, wie der stand der Dinge ist.

Fakt ist, meine Mama wird in gaaanz kurzer Zeit ein Engel werden.
Den Kampf gegen den Krebs haben wir verloren.
Meine Mama liegt in der Hospiz und nimmt mitlerweile keine Nahrung mehr zu sich. Sie kann fast nicht mehr sprechen und sich nicht mehr bewegen.

Wir haben in den vergangenen Wochen, wenigstens eine schöne Zeit verbringen dürfen und waren froh, dass sie bis vor kurzem Lebensfreude hatte.
Nun hat der Krebs gewonnen und meine Mama stirbt.

Durch die gesamte Situation habe ich gelernt, dass unser Gesundheitsystem
fehler hat. Diese habe ich nun direkt an die Politik weitergeleitet und werde mich dafür einsetzen, dass andere die in gleicher oder ähnlicher Situation kommen werden, es einfacher haben werden in Zukunft.
Da lasse ich nicht locker!!!:boese::boese:
Das ist versprochen!!!!

Aber bis dahin, werde ich mich nun weiter noch um meine Mama kümmern
und möchte bei ihr sein.

Liebe Grüße
Mark

Antiironie
17.03.2010, 20:30
Lieber Mark,

es tut mir sehr leid das für euch der Zeitpunkt des Abschiednehmens naht. Ich wünsche deiner Mutter das sie möglichst Schmerzfrei ist und bleibt und Euch Angehörigen viel, viel Kraft.

lg Anja

Mark aus Niedersachsen
14.04.2010, 14:57
Der Himmel hat Nachwuchs bekommen.
Heute morgen um kurz nach Sechs, ist ein neuer Engel geschlüpft.

In aller Seele ruhe, hat sich meine Mama aus dem Staub gemacht.
Sie hat den Kampf verloren.
Sie war so tapfer.
Sie war so stark.
Sie war eine unvorstellbare Klasse Mutti.

Im friedlichen Schlaf hat sie sich entschieden.

Ich bin froh, das sie zuletzt in der Hospiz lag und in würde Abschied von uns nehmen konnte. Nun ist sie vom leid erlöst.

Mir fehlen die Worte.

Liebe Grüße

Mark

Ronnya
14.04.2010, 16:46
Lieber Mark,
mein von Herzen kommendes Beileid ,sende ich Dir und Deiner Familie.....
und möge das ewige Licht immer für deine geliebte Mutter scheinen.......
ein stiller Gruss
Regina

Antiironie
14.04.2010, 17:16
Auch von mir mein Herzliches Beileid...

Euch Angehörigen
viel Kraft und Alles Gute

Blume68
14.04.2010, 22:40
Lieber Mark,

ich schicke dir einen stillen, traurigen Gruß.
Es tut mir sehr leid.

Blume

Dini
15.04.2010, 09:55
Lieber Mark,

als stille Mitleserin möchte auch ich dir mein Beileid aussprechen und dir Kraft für die nächste Zeit wünschen.

Dini

Tinchen68
15.04.2010, 10:18
Lieber Mark!

Dir und Deiner Familie mein herzliches Beileid!

Ein stiller Gruß
Bettina :engel:

Mark aus Niedersachsen
24.04.2010, 23:28
Hallo ihr lieben,

am kommenden Montag wird meine Mama beigesetzt.
Ich denke fast jeden moment an Sie.
Meine Gespräche haben ein Ende, doch sie wird mir immer zuhören.

Ich vermisse sehr meine Mama.
Sie war noch so jung.

KGM
25.04.2010, 00:55
mein aufrichtiges Beileid!!

Für Montag ganz viel Kraft!

Wir hatten am Mittwoch die Aussgegnungsfeier für meinen Bruder. Es war sehr schmerzhaft aber auch schön. Die Anteilnahme seiner Freunde, Bekannten, Arbeitskollegen, Feuerwehrkollegen...

Deine Mama passt nun von oben auf euch 6 auf!! Und sie wird immer da sein!

Fühl dich lieb gedrückt
Steffi

Leidensweg
25.04.2010, 01:16
Möchte Dir auch von meiner Seite mein aufrichtiges Beilied aussprechen!

LG und ein dickes Kraftpaket