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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Basis-Mammographie – sinnvoll und was beachten?


Rucola
16.01.2010, 01:34
Hallo zusammen,

da bei meiner Mutter leider kürzlich Brustkrebs festgestellt wurde, möchte ich, Anfang 30, nun eine Basis-Mammographie durchführen lassen.

Meine Frauenärztin wollte diese nicht machen, da ich noch zu jung sei. Das möchte ich so nicht akzeptieren, da ich nicht bis 40 warten will, wenn es vielleicht schon zu spät ist.

Daher will ich mir nun selber einen Termin bei einem Radiologen besorgen. Gibt es hierbei etwas, das ich beachten muss? Macht es vielleicht tatsächlich keinen Sinn, sich so "früh" einer Mammographie zu unterziehen?

Bin dankbar für jeden Rat.

Viele Grüße
Kathi

PetraK
16.01.2010, 01:58
Hallo Kathi,

bei einem "normalen" Radiologen wirst du eventuell ein Problem bekommen, ohne Überweisung eine Mammo zu bekommen (auch wenn du selber zahlen musst). Ich würde lieber in ein Brustzentrum gehen und am besten auch den Bericht deiner Mutter mitnehmen. Manchmal ist ein "junges" Brustgewebe so dicht, dass man bei einer Mammo wirklich nicht so gut alles sehen kann, aber dafür wird ja auch dann eine Sono gemacht und im Zweifelfall auch ein MRT.
Ich finde es sinnvoll, wenn du eine Kontrollmammo machen läßt....

Liebe Grüße

Petra

Rucola
16.01.2010, 02:05
Hallo Petra,

lieben Dank für Deine schnelle Antwort.

Was bedeutet "Brustzentrum" bzw. wie und wo finde ich ein solches? Und was beinhaltet Deiner Erfahrung nach eine Kontroll-Mammographie?

Tut mir Leid, dass ich so blöd fragen muss, aber bisher musste ich mich (zum Glück) mit dem Thema nicht auseinander setzen.

Danke und liebe Grüße
Kathi

PetraK
16.01.2010, 02:14
Hallo Kathi,

Brustzentren gibt es in allen größeren Stadt, das würde ich einfach mal googeln, dann findest du bestimmt auch eins in deiner Nähe. Die Leute, die dort arbeiten, sind besonders ausgebildet und man hat dort "alles unter einem Dach" (Untersuchungen, Mammos, Röntgen, aber auch die OP`s etc.) Dort gehen hauptsächlich Frauen hin, wo es einen "Verdacht" gibt, aber z.B. in "meinem" BZ gibt es eine normale Mammasprechstunde für Frauen wie dich.
Wenn es bei euch in der Familie außer deiner Mutter noch weitere BK-Fälle gibt, gäbe es auch noch die Möglichkeit eines Gentestes, aber das wird man dir dort dann alles erklären.......Und diese Aussage deiner Gyn "du bist mit 30 zu jung für BK" ist dusselig, wenn du dich hier umschaust, findest du einige, die noch jünger sind.....

Liebe Grüße

Petra

Rucola
16.01.2010, 02:35
Hallo Petra,

danke für Deine ausführliche Erklärung. Und danke, dass Du mir Mut machst, eine solche Untersuchung vornehmen zu lassen. Nach der Aussage meiner Gyn kam ich mir schon fast lächerlich vor mit meiner Sorge. Und das, obwohl es noch weitere Brustkrebs-Fälle in unserer Familie gibt.

Werde mich gleich mal auf die Suche nach einem Brustzentrum in meiner Nähe machen!

Liebe Grüße
Kathi

Boxerhund1
16.01.2010, 02:47
http://www.krebs-kompass.org/forum/showthread.php?t=43114

???????????

Elik
16.01.2010, 02:53
Hallo Rucola,

kann mich dem was Petra geschrieben hat nur anschließen.

Hier gibt es schon eine Liste mit zertifizierten Brustzentren in Deutschland: http://www.krebs-kompass.org/forum/showthread.php?t=21338

Das Verhalten Deiner Gyn spricht nicht gerade für sie.

Was hat denn nun deine Mutter? Brustkrebs? Mundbodenkrebs? oder beides? (Danke Cori für den Hinweis.)

LG

Elik

Rucola
16.01.2010, 02:55
Boxerhund,

wer lesen kann, ist klar im Vorteil... und ja, man kann scheinbar an verschiedenen Stellen zur gleichen Zeit an Krebs erkranken!

Rucola
16.01.2010, 02:59
Hallo Elik,

vielen Dank für den Link. Werde mich am Montag direkt unter einer der angegebenen Nummern schlau machen.

Eigentlich vertraue ich meiner Ärztin, aber in dem Fall hat mich ihre Reaktion auch ein wenig geschockt, da sie eigentlich von den verschiedenen Krebsfällen in unserer Familie weiß.

Nachtrag: Der bösartige Tumor in der Brust wurde durch Zufall zu einem späteren Zeitpunkt als das Mundboden-Karzinom festgestellt. Allerdings steht dies auch genauso in dem anderen Thread.

Viele Grüße
Kathi

Elik
16.01.2010, 03:15
Hallo Rucola,

bitte versteh Cori (Boxerhund) nicht falsch. Fakes kommen leider immer wieder vor. Und wenn jemand innerhalb kurzer Zeit in verschiedenen Foren mit Angaben postet, die sich widersprechen oder äußerst selten sind, darf man misstrauisch werden.

Du hast eine plausible Erklärung gegeben. Ich denke damit sollte die Frage geklärt sein.

LG

Elik

Rucola
16.01.2010, 03:26
Hallo Elik,

danke für Deine Erklärung. Natürlich kann ich gut verstehen, dass Ihr hier vorsichtig seid und sicherlich viele Lügengeschichten zu lesen bekommt. Aber es hat mich ehrlich ein wenig geschockt, wie misstrauisch einem hier begegnet wird, zumal ich im anderen Thread eine Erklärung - wenn auch nicht mit den scheinbar nötigen Fachtermini untermauert - abgegeben hatte.

Meine Mutter hat diese beiden Diagnosen innerhalb kürzester Zeit gestellt bekommen. Und es war für mich beide Male ein Riesen-Schock. Umso mehr trifft es natürlich, wenn man das Gefühl hat, nicht ernstgenommen zu werden. Daher auch meine vielleicht etwas empfindliche Reaktion. Sorry!

LG
Kathi

Elik
16.01.2010, 03:33
Hallo Kathi,

hab jetzt Deine Postings in dem anderen Thread überflogen. Es tut mir sehr, sehr leid, daß es Deine Mutter so schwer erwischt hat.

Zu Deiner letzten Bemerkung, warum die Ärzte nicht nach weiteren Tumorherden suchen, hätte ich folgenden Erklärungsversuch: Wahrscheinlich spielt es für die Therapie keine Rolle, ob noch weitere Herde da sind. Mehr als eine Chemo verkraftet kein Mensch gleichzeitig, zumal eine Chemo ja auch aus mehreren Zytostatika besteht und damit Tumorzellen unterschiedlicher Krebsarten gleichzeitig bekämpft werden können.

Euch beiden viel Kraft für die nächste Zeit

Elik

andile2412
16.01.2010, 18:38
Hallo :) !!

Tja, hätte ich vor 2 Jahren das "Wissen" von heute gehabt :mad: ... ich würde auf jeden Falle eine Basis-Mammo machen lassen! Egal... und wenn ich die selber bezahlen müsste!!!!

Grüßle, Andrea.

Gledi
16.01.2010, 19:56
Eine Mamografie ist bei jungen Frauen nur begrenzt aussagefähig weil das Brustgewebe sehr dicht ist. Deshalb wird immer auch eine Sonografie zusätzlich gemacht, in manchen Fällen auch nur diese Untersuchung. Ultraschall hat auch den Vorteil, dass dadurch keine Strahlenbelastung entsteht, deshalb ist die Untersuchung beliebig oft wiederholbar (möglichst durch den gleichen Unteersucher).
Das kann eigentlich nur ein Brustzentrum bieten. Niedergelassene Frauenärzte können das selten (technisch, eine Röntgenanlage ist sehr teuer, nicht fachlich), Radiologen meistens nicht.

LG Gledi

Erika Rusterholz
17.01.2010, 07:19
Guten Morgen!

Eine Mammografie....

Das kann eigentlich nur ein Brustzentrum bieten. Niedergelassene Frauenärzte können das selten (technisch, eine Röntgenanlage ist sehr teuer, nicht fachlich), Radiologen meistens nicht.

Dazu:
Beim Auslesen des Brustzentrums ist Vorsicht geboten, denn der Name ist nicht geschützt: nur in einem zertifizierten oder kurz davor stehenden Brustzentrum (siehe Richtlinien (http://www.brustkrebsverlauf.info/brustzentrum.htm)) sollte eine Mammographie gemacht werden, nur dort ist genügend Erfahrung beim "Lesen" derselben vorhanden. Bei einem verdächtig erscheinenden Befund wird ein zweiter Arzt für die Beurteilung zugezogen.

In den ersten Tagen nach der Periode ist die Brust am unempfindlichsten und ihr Flüssigkeitsgehalt am geringsten. Deshalb wird empfohlen, die Mammographie in dieser Zyklusphase machen zu lassen. (Für Frauen, deren Menopause bereits eingesetzt hat, spielt der Zeitpunkt keine Rolle.)

Ultraschall allein ist leider nicht genügend, denn nur in der Mammographie werden Mikroverkalkungen erkannt - bei einer Ansammlung kann sich daraus nach Jahren gerne ein Karzinom entwickeln.

Liebe Grüsse
Erika Rusterholz

Rucola
23.06.2011, 08:39
Hallo zusammen,

wenn auch spät, wollte ich mich noch einmal zurückmelden und mich für Eure Informationen und Denkanstöße bedanken!

Zwischenzeitlich habe ich einen ganz tollen Frauenarzt auf Empfehlung einer Freundin gefunden, der Brust-Ultraschall anbietet. Der erste Termin war bereits, und er hat ein (vermutliches) Fibroadenom gefunden. Mein Arzt sagt, das Fibroadenom hätte er bspw. bei einer Mammographie gar nicht sehen können, und tastbar sei es erst recht nicht. In ein paar Monaten ist der nächste Termin, wo er dann sehen kann, ob dieser "Fleck auf dem Monitor" gewachsen ist. Da es keine Referenzwerte gibt, kann er leider nicht sagen, ob das Fibroadenom gewachsen ist oder in ähnlicher Größe bereits seit Jahren existiert. Sollte es gewachsen sein, wird er eine Biopsie vornehmen. Die Krankengeschichte meiner Mutter sieht er in keiner Relation zu mir, was mich doch ein wenig beruhigt.

Die Brust-OP meiner Mutter steht hingegen jetzt erst an. Durch die Folgeleiden Ihrer Mundboden-Krebs-Therapie (extreme Schluckbeschwerden, Vernarbungen im Mund/Hals, immer noch Sondennahrung sowie eine extreme Abnahme dadurch, etc.) hat man die OP so lange wie möglich hinausgezögert. Zum Glück bleibt ihr die Chemo erspart, und es werden nur Bestrahlungen gemacht. Sie hatte dennoch große Angst. Aber trotzdem ist sie so positiv in ihrer Art... dafür bewundere ich sie sehr! :-)

Danke Euch allen noch einmal für die Hilfe und auch das Wachrütteln!!!

Liebe Grüße
Kathi

Butterblume99
26.06.2011, 18:14
Hallo, auch ich muss noch mal nerven...Ich hab da noch ne Frage, weil ich ja so ne Angst habe und wohl oder übel auf den Gentest warten muss....Ich musste ja im März ne Mammographie machen wg einem gefühlten Knoten, zum Glück ne Zyste....Nun hab ich immer wieder gelesen, dass eine Mammographie bei jungen Frauen schlecht ist wg dichtem Drüsengewebe...Stimmt das? Meine Zyste war glaub ich 1,3 cm groß und gut erkennbar auf der Mammograpie, auch eine kleinere Zyste konnte der Arzt darauf erkennen...sieht man Zysten besser, als Tumore? und beim Ultraschall? Da waren mehrere Zysten unter 0,5 cm zu sehen...Kann man da auch so kleine Tumore erkennen...? Hab eine sehr kleine Brust muss ich dazu sagen...sieht man dann eher was? LG

Lizzy9
27.06.2011, 10:45
Hallo Butterblume,

bei sehr jungen Frauen kann das Drüsengewebe sehr dicht sein, so dass man nicht viel erkennen kann. Daher wird die Vorsorge-Mammographie erst in einem Alter angeboten, wenn das Drüsengewebe sich zum Teil in Fett umgewandelt hat. Es gibt auch junge Frauen mit Brustkrebs, aber nur wenige, so dass dass Risiko durch die Strahlenbelastung den Nutzen einer Vorsorge überwiegt. Gibt es aber was zu tasten, sollte man unbedingt röntgen. Der häufigste Brustkrebs (duktal) und seine Vorstufe ist durch kleine Verkalkungen erkennbar, die man mit keiner anderen Methode feststellen kann. Zysten und auch Fibroadenome sind in der Mammographie recht gut erkennbar, da sehr dicht und mit einem schmalen dunklen Saum umgeben. Eine Sonographie sollte aber trotzdem erfolgen, da in sehr seltenen Fällen ein Krebs auch in einer Zyste wachsen kann. Bei dichter Brust ist ein Karzinom ohne Verkalkungen manchmal schwer zu erkennen. Deshalb wird bei jungen Frauen mit Tastbefund eigentlich immer ein Ultraschall gemacht. Hier sind bereits sehr kleine Befunde mit 2 mm Durchmesser gut erkennbar und die Geräte werden noch besser.
Wichtig ist nur, dass Du in eine zertifizierte Einrichtung gehst, wo jeden Tag solche Untersuchungen gemacht werden und somit eine grosse Erfahrung vorliegt. Der Ultraschall ist nämlich sehr untersucherabhängig. Die Zertifizierungsurkunde sollte an der Anmeldung oder im Wartezimmer aushängen und aktuell sein.

Alles Gute für Dich,
Lizzy

Butterblume99
27.06.2011, 15:05
Danke für die ausführliche Info :-)

Im zertifizierten Brustzentrum war ich erst einmal...vor drei Monaten...der meinte, halbjährlich reicht...naja, mein Arzt macht aber alle 3Monate US bis das Ergebis des Gentest endlich da ist....Er hat schon fast 30Jahre Erfahrung und macht auch die Mammographien im Krankenhaus...Er hat glaub ich auch ein gutes Ultraschallgerät...Tja, die Mammo war dann jawohl überflüssig bzw. eher schädlich wg den Röntgenstrahlen..?! Wenigestens war da kein Kalk zu sehen, dass war dann ja schonmal gut?

Liebe Grüße