PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Misteltherapie


Destiny2010
24.03.2010, 17:07
Hallo liebe Leute,

bei mir wird die Chemo nach Ostern beginnen. Die Breast Nurse hat mich heute darauf aufmerksam gemacht, dass ich eine Misteltherapie in Betracht ziehen könnte. Ich hatte sowieso vor, die Ärzte danach zu fragen.
Die Schwester meinte, man könne schon vor der Chemo beim Internisten (evtl. Hausarzt) oder Heilpraktiker damit anfangen.
Weiss jemand, ob die Kasse die Therapie generell zahlt ? Hat jemand Erfahrungen mit der Misteltherapie ?

Sylvia (Destiny2010)

katerwolf
24.03.2010, 20:58
ich ziehe das auch in erwägung und wollte mit meinem gyn darüber sprechen. schau mal bei www.biokrebs.de nach. du kannst auf der website kostenlos infomaterial zur misteltherapie und ihre übernahme durch die krankenkasse anfordern. ich finde das infomaterila dort generell ganz gut.

liebe grüße, katerwolf

Petra & Thomas
24.03.2010, 21:40
Hallo liebe Mädels,

auch ich hatte eine Misteltherapie in Erwägung gezogen.... mir wurde von meiner Onkologin (25 Jahre Berufserfahrung) abgeraten..... Chemo und Mistel können die Wirkung einander aufheben.... Mistel ist außerdem von der Tumorart abhängig.....Mistel kann auch eine Neuerkrankung hervorrufen. Da ich auf die Erfahrung meiner Onkologin vertraut habe und aufgrund des aggreesiven Tumors kam Mistel für nicht in Frage.

Liebe Grüße

Nov06
24.03.2010, 21:47
Hallo,
ich mache die Misteltherapie seit über 3 Jahren, also kurz nach Diagnosestellung hab ich begonnen.
Auch unter Chemo und Bestrahlung hab ich gespritzt.
Meine Blutwerte waren in der Chemo viel besser als z.B. die Werte von einer gleichalten Mitpatientin, die die gleiche Chemo bekam.
Ich bin zufrieden und werde das auch noch weiter machen.
(Solange, bis meine Kasse streikt...), die TK bezahlt das bis jetzt.
Ich spritze 3 x wöchentlich Iscador. Nach 2 Packungen dann Pause....2-3 Wochen und dann gehts weiter.
l.g.
Kirsten

suze2
25.03.2010, 01:02
guten abend!
wir haben in wien auf der uniklinik eine komplementärmedizinische ambulanz. diese mepfiehlt mistel erst nach der chemo. ich habe also danach angefangen (november 2005) und spritze bis jetzt, alledrings jetzt mit größeren intervallen. die misteltherapie sollte von einem arzt begleitet werden, zumindest am anfang (man muss einschätzen, wie weit die erwünschte reaktion des körpers - etwa hautrötung - eine steigerung oder senkung, beibehaltung der dosis erfordert)
alles liebe
suzie

Löwin
25.03.2010, 10:40
Hallo,

mir wurde damals von meiner Onkologin auch empfohlen, erst nach der Chemo mit der Misteltherpie anzufangen.
Es könnte evtl. sein, daß die Mistel die Wirkung der Chemo beeinflußt, so genau sei das nicht bekannt.
Hab im April 2009 mit Iscador angefangen und bin jetzt bei Serie 2.
Man fängt langsam mit Serie 0 an.

LG
Löwin

Annie44
25.03.2010, 19:57
Hallo,

ich habe auch damals (vor 19 Jahren) die Misteltherapie gemacht, 7 Jahre lang- Ich war 19 Jahre beschwerdefrei, ob´s an der Mistel lag, weiß ich natürlich nicht. Ich habe allerdings auch erst nach der Chemo damit angefangen, weil die gegenseitige Wirkung nicht so gut sein soll?!
Meine Mutter hat damals bei ihrem BK auch die Misteltherapíe gemacht (daher bin ich auf die Idee gekommen) und ihr geht es heute noch gut, 33 Jahre nach ihrer Erkrankung.

LG Annie

P.S: Ich hatte auch Iscador und je höher die Dosierung wurde, desto heftiger auch die Wirkung. Aber ich bin mir relativ sicher, dass es mir geholfen hat.

Nov06
25.03.2010, 21:07
Hallo,

mir wurde auch während der Chemo die Misteltherapie empfohlen, allerdings nur mit der Serie 0.
Auf Serie 1 und dann 2 wurde ich auch erst nach Chemo, OP, Bestrahlung umgestellt.
Ich denke, es hilft mir.
Ich hatte Stadium 3a bei Diagnosestellung, aber bis jetzt ist alles in Ordnung, nichts ist wieder gekommen.
Vielleicht liegt es an der Mistel?
Selen und Curcuma nehme ich aber auch noch. Na und natürlich Tamoxifen.
Gruß
Kirsten

Heike1
25.03.2010, 21:59
Hallo Sylvia,
ich hätte auch gerne die Misteltherapie gemacht; habe allerdings allergisch darauf reagiert (vor der Therapie wurde eine Testung durchgeführt im Krankenhaus) und kam leider nie in den Genuß.
LG Heike1

Calypso
25.03.2010, 23:40
Ich habe heute meinen Onko auch danach gefragt, er meinte, nur mt Herceptin würde es sich nicht vertragen, da beide eine Immunreaktion auslösen und sich dann sozusagen in die Quere kommen.

Ich habe jetzt erst angefangen, merke aber immer dass die höheren Potenzen eine Hautrötung hervorrufen. Meine HP sagt, dann muss man warten bis die Reaktion wieder weg ist.

Man muss auch immer wieder pausieren, also nicht strikt durch 2 x pro Woche.

Destiny2010
28.03.2010, 13:33
Vielen Dank für die vielen Antworten. Ich werde noch mal alles abwägen und mich dann entscheiden.


Gruß

Sylvia

Zitronengras
30.03.2010, 07:25
Ich habe damals eine Ärztin bei mir im Brustzentrum gefragt. SIe meinte, sie würde nichts davon halten, "einfach mal Mistel draufzukippen". Sie würde mir raten, bis zum Ende der Behandlungen zu warten. Sie würde dann erstmal einen umfassenden Immunstatus erheben, sich also genau anschauen, wie mein Immunsystem funktioniert. Und sollte sich dann herausstellen, dass es Unterstützung braucht, dann würde sie mir zu Mistel raten.

Meine BEhandlungen waren im Juli 2009 abgeschlossen. Ich habe nie mit Mistel begonnen und kann es mir auch jetzt nicht vorstellen, einfach wg. der Spritzen. Im Moment hab ich einfach so ein Gefühl: ich will in Ruhe gelassen werden und nicht mehr gepiekt werden (musste von letztes Jahr von Januar bis Mai HEparin spritzen wg. Thrombose).

Destiny2010
30.03.2010, 10:10
Hallo Zitronengras !

Danke für deine Antwort. Ich habe mich jetzt auch entschieden, erst mal ganz normal die Chemo durchzumachen und dann evtl. im Anschluss die Misteltherapie zu machen. Ich vertraue auf die "Chemiekeule" und dass mein Körper stark ist.

LG

Sylvia

mennana50
09.06.2010, 10:30
Hallo, mein Onkologin hat mir zum Zometa Mistel empfohlen .bin unsicher weil manche Ärzte nix davon halten .hat jemand Erfahrung damit?
Liebe Grüße
Mennana

Löwin
09.06.2010, 12:13
Hallo Mennana,

ich habe kurz nach Beendigung der Chemotherapie mit der Misteltherapie
(Iscador) angefangen. Das war April letzten Jahres.
Sie wurde mir von meiner Onkologin empfohlen, aber auch meine Gynäkologin hält viel davon.
Man beginnt mit der Serie 0 und steigert bis Serie 2.
Ich habe mich schnell von den Nebenwirkungen der Chemo erholt

Die Mistel soll das Allgemeinbefinden und die Leistungsfähigkeit verbessern, dein Abwehrsystem stärken . Sie sollen auch den "Selbstmord" von Krebszellen anregen.

Ich bin in der Antihormontherapie, habe aber fast keine Nebenwirkungen und fühle mich auch sonst sehr gut.
Ob das nun an der Mistel liegt, weiß ich leider auch nicht.
Ich nehme außerdem täglich Selen 100 mg ein.

Du mußt für Dich selbst entscheiden, ob die Misteltherapie richtig für Dich ist.
Vielleicht können wir Dir weiterhelfen.

LG
Löwin

Tatjana74
09.06.2010, 13:21
Hallo Mennana,
ich habe meinen Onkologen auch nach der Misteltherapie während der Chemo gefragt. Er hält nichts davon, da es wohl den Verdacht gibt, dass die Mistel während der Chemo nicht nur das Immunsysthem, sondern auch das Tumorwachstum "puscht". Mein Onko meinte, ich soll mich einfach noch gesünder ernähren und viel an die frische Luft gehen. Im Internet habe ich nur gefunden, dass bei Nirenzellenkrebs und Blasenkrebs von einer Misteltherapie abgeraten wird, da es das Wachstum der Tumorzellen begünstigt.

Habe folgendes Zitat gefunden:
Speziell zur gleichzeitigen Anwendung von Mistelpräparaten und Chemotherapie haben Experten Bedenken: Es ist nicht auszuschließen, dass die Mistel den Effekt der Chemotherapie abschwächt oder mit den Zytostatika in Wechselwirkung tritt. Die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. Kommission Mamma (AGO Mamma) empfiehlt den parallelen Einsatz beider Therapien daher nur sehr eingeschränkt.

Andere Internetseiten wiederrum raten zur Misteltherapie. Ist also wirklich schwer zu beantworten. Eine Kollegin von mir hat gut Erfahrung gemacht. Ich würde das Thema nochmal ausführlich mit Deinem Arzt besprechen.

LG, Tatjana

Calypso
09.06.2010, 13:58
Mein Onkologe sagt, Mistel würde sich nur mit Herceptin nicht vertragen, ansonsten ist er der Meinung, dass es zumindest nicht schadet.

Wenn du wegen der Chemo Bedenken hast, kannst du doch auch danach anfangen.

Ich nehme Iscador, und habe sehr wenig bis keine Nebenwirkungen bei Bisphosphonaten und Tam. Ob es vom Iscador oder von meiner relativ gesunden Lebensweise kommt, weiß ich natürlich nicht. Iscador stärkt das Immunsystem, und das zunächst mit der Zellzerstörenden Wirkung der Chemo (Zytostatika) eigentlich nichts zu tun.

Wechselwirkungen kann es immer geben, aber ich glaube nicht, dass Chemo und Mistel einander ausschließen.

Ich fühle mich jedenfalls ziemlich gesund, obwohl ich das nicht bin (Metas....)

Sousha
09.06.2010, 23:03
Hallo miteinander,

ich hatte bei meiner ersten Erkrankung auch die Misteltherapie in erwägung gezogen; mir wurde aber von dem behandelnden Prof. abgeraten, weil er sagte, dass die Mistel die Knochenmarkstätigkeit anrege und es damit emmpfänglich - auch für die Chemotherapie machen würde, die an dieser Stelle wiederum Schaden anrichten würde.

Ich habe damit also nach der Chemotherapie begonnen und 2 Jahre später dennoch ein Rezidiv entwickelt.

Jetzt sind wieder alle Behandlungen vorbei und ich beginne wieder mit der Mistel, weil ich insgesamt schon der Meinung bin, dass sie das Immunsystem gut unterstützt.

Ich wünsche Euch allen alles Gute und schicke kraftvolle und zuversichtliche Grüße

Sousha