Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diagnose Brustkrebs mit 35 jetzt kommt die Chemo
Paulinchen2010
22.07.2010, 12:30
Hallo zusammen,
mich hats auch erwischt, mit 35 Jahren an Brustkrebs erkrankt, Tumor bereits entfernt und da meine Brust so klein war musste sie ganz entfernt werden um alles zu schneiden, Wächterlymphknoten war auch befallen, aber die anderen 8 nicht.
Jetzt kommt die Chemo ab nächster Woche, 4 x Epirubicin Cyclophosphamad im 3 Wochenabstand und dann 12 x Taxol weekly plus ab Taxol monatlich Herceptin Spritze für 1 Jahr.
Hat jemand von euch Erfahrungswerte mit dieser Chemotherapie und den Nebenwirkungen oder Tips für mich was ich beachten muss?
Hab jetzt schon Angst vor Dienstag weil ich einfach nicht weiß was mich erwartet bzw. was mein Körper macht.
Besonders Angst hab ich um meine Nägel, die Haare sind kein Problem hab sie mir schon ganz kurz schneiden lassen und Perücke und Tücher ausgesucht, aber die Nägel und Mundschleimhaut machen mir wirklich zu schaffen.
Bin für jeden Tip dankbar.
Viele Grüße
Paulinchen
Hallo Paulinchen,
lass dich einfach erst mal :knuddel: und mach dir nicht zu viele Gedanken. Die Ärzte haben dir ja schon gesagt, was für Nebenwirkungen kommen können, ABER nicht jeder bekommt allle Nebenwirkungen. Und vor allem bekommst du ja auch gute Begleitmedikamente, welche die NW so weit wie möglich unterdrücken. Geh erst mal ganz ruhig an die Sache ran und warte ab wie es überhaupt bei dir wirkt. Es macht keinen Sinn jetzt zu sagen das und das kann kommen dann mach dies und das, sondern schreib uns einfach wie es dir geht und du wirst Tipps bekommen.
Auf jeden Fall drück ich dir die Daumen, dass die NW sich in Grenzen halten.
LG Jeanny
Paulinchen2010
22.07.2010, 14:09
Vielen Dank euch beiden für die aufmunternden Worte, das tut gut,
ich versuche meinen Kopf so gut es geht auszuschalten, weil ich auch weiß, je lockerer ich da ran gehe umso besser müsste es werden, ich denke nach der 1 Chemo bin ich schlauer und irgendwie freu ich mich ja auch drauf, denn nur so kann ich den Krebs bekämpfen, was ich ja auch will, denn ich möchte meine beiden Kinder 3,5 und 1,5 Jahre aufwachsen sehen, daher hab ich mich auch für die Brustabnahme entschieden, mir war es wichtig dass das Zeug raus ist aus meinem Körper und Chemo, OP, Chemo wollte ich mit 2 kleinen Kindern einfach nicht machen. An meiner Brust häng ich nicht aber am Leben schon.
Ich hoffe es wird alles nicht so schlimm und ich stehe das gut durch. Ich bin sehr froh, dieses Forum hier gefunden zu haben, es tut einfach gut sich mit anderen auszutauschen.
Liebe Grüße und ich werde nach Dienstag berichten wie es ist,
euer paulinchen
Rosmarin
22.07.2010, 14:32
Hallo Paulinchen,
ich habe die Chemo, eine andere, 7x FEC schon durch bin seit 1,5 Jahren fertig.
Meine jüngsten Kinder waren etwas größer aber auch erst 6 und 7.
Das motiviert zum Durchhalten!
Mir hat es geholfen, dass meine Eltern jeweils 3 Tage helfen kamen. War damals in Fernbeziehung und eben meist allein mit 3 Kindern. Hilfe organisieren hat mich sehr unterstützt, dass ich gelassener wurde.
Schön viel Ruhe einplanen, ich habe viel gestrickt:D.
Mir hat die Meditation sehr geholfen(hoffe das wird nicht lästig, wenn ich das immer erwähne, ich verdiene nichts daran), die es bei krebstherapie Media zum runterladen gibt, da gibts auch spezielle für vor und nach der chemo.
Bin früh um 4 aufgestanden, um mich in Ruhe fit zu machen für meine Kinder, mußte die weit zum Schulbus bringen, und hab dann schön meine Medis gehört.
Und früh habe ich es mir richtig schön gemacht, mit schönem tee usw. Kostet natürlich Überwindung, aber mir hats gut geholfen. Abends dann früh ins Bett.
Ich drücke dir die Daumen, dass du gut durch kommst:knuddel:.
LG, Anne
Sille 71
22.07.2010, 15:44
Hallo Paulinchen!
Bei mir wurde vor zwei Monaten BK festgestellt. Habe meine erste Chemo schon hinter mir. Montag kommt die nächste. Bislang hatte ich keine starken Nebenwirkungen. War die erste Woche nach der Chemo nur sehr müde.Allerdings fallen mir jetzt die Haare aus,aber die kommen ja wieder und so manch einer sagt,sogar schöner als vorher.:)
Meine FA hat mir Selen empfohlen für das Immunsystem und gegen die Nebenwirkungen.
Kopf hoch, wir sind nicht alleine.
Rosmarin
22.07.2010, 18:06
Das mit den haaren kann ich bestätigen. Habe schöne Locken bekommen:D
jessi266
22.07.2010, 22:57
Hallo Paulinchen,
hatte genau das gleiche chemoschema wie Du,
was mußt Du beachten ??? hmmm das ist schwer zu sagen, es reagiert jeder anders auf eine Chemo, mir gings leider während der ganzen Zeit nicht sonderlich gut, wobei ich fand die 12x Taxol/Herceptin schlimmer als die Epi/ Cyclo Chemo, die Haare auf dem Kopf sind mir 12 Tage nach der ersten Gabe ausgefallen aber nur die auf dem Kopf erst mit der TAxol/ Herceptin chemo sind mir ALLE mit Wimpern und Augenbraun ausgefallen.
meine beiden Kinder mußte leider auch den Weg durch die chemo mit mir gehen, und ich denke die haben mir sehr dabe geholfen, weil ma hat nicht die zeit um sich zu überlegen wie schlecht es mir geht, sondern man macht einfach seinen Kindern zuliebe, und das hilft manchmal ungemein, undman ist hinterher stolz auf sich was man trotz übelkeit und schlechter Verfassung den Tag über alles mit seinen Kindern gemacht hat.
lg Jessi
Paulinchen2010
23.07.2010, 02:05
Lieben Dank, ihr habt mir so tolle Sachen geschrieben, dass es einfach ein gutes Gefühl ist nicht alleine zu sein und wenn ich weiß wieviele es von euch schon durchgestanden haben, dann schaffe ich das auch!!!
Ich will für meine Kinder da sein und die Zeit mit ihnen genießen und wieder gesund werden für sie und für mich. Ob meine Ehe das schafft weiß ich nicht, mein Mann kann damit leider überhaupt nicht umgehen, er kennt mich nur als Strahlefrau, krank und eingeschränkt - versteht er nicht - und dass er jetzt mehr Verantwortung übernehmen muss gerade wegen der Kinder auch nicht.
Ich habe eine ganz liebe Freundin, die mir momentan den Haushalt schmeisst und die Kinder versorgt, da mein Arm so eingeschränkt ist ohne sie wäre nichts gegangen und ich bin so froh, dass sie da ist.
Und jetzt weiß ich dass ich das packe und dem Krebs wirklich zeige was Sache ist, wie ihr schon sagt, wenn es mir schlecht geht wie schlecht muss es erst dem Krebs gehen und das ist gut so, also auf in den Kampf.
Liebe Grüße
Euer Paulinchen
Rosmarin
23.07.2010, 07:35
Hallo Paulinchen,
schön dass du eine liebe Freundin hast. Den Mann würde ich mir genauer ansehen. Ein weiteres Problem kannst du jetzt nicht gebrauchen, du brauchst Unterstützung. Es geht um Leben und Tod. Bitte sei es dir wert, nur Mneschen um dich her zu hasben, die dir guttun!
Vielleicht begreift er den Ernst der Lage noch.
Wenn nicht, schaue voraus auf dein Leben.
Ich weiss wovon ich rede, habe mich jahrelang mit einem Partner gequält der mir das Leben schwer gemacht hat(vorm Krebs), hätte ich viel eher beenden sollen....Manchmal ist es sinnlos, in eine Beziehung weitere Energie reinzustecken. Manche Menschen sind irgendwie wie schwarze Löcher.
Du wirstevtl. später geschwächt sein, schaue es dir jetzt an...
Behalte deine Kraft für dich und die Kinder und Menschen die dich achten und lieben.
Lg, Anne
Hallo Paulinchen,
ich hab vor 14 Tagen meine erste Chemo (FEC) gekriegt. Naja, fit ist was anderes - ich war platt wie eine Flunder, die ersten fünf Tage komplett energie-, saft- und kraftlos und massiv nah am Wasser gebaut (ich war ´ne richtige Heulsuse und oft wußt ich gar nicht, warum ich schon wieder zu weinen anfange).
Gegen die Nebenwirkungen gibt´s wirklich für alles ein Mittelchen - Du mußt es nur sagen. Meine onkologische Praxis kümmert sich wirklich sehr um ihre Patienten und nehmen einen vor allem ernst (auch in Fragen, die mit Chemo an sich nichts zu tun haben... - nur so als Tipp am Rande).
Glaube mir, das schlimmste vor der Chemo ist die Angst: Nicht zu wissen, was danach mit dem Körper geschieht, was das Zeug anstellt. Bekam vor der Chemo das erste mal in meinem Leben LMAA-Pillchen :D und ich muß sagen, eine dankbare Erfindung. Is halt so, eine OP kann man sich irgendwie "besser" vorstellen.
Was Deinen Mann betrifft - vielleicht hilft es Dir, wenn Du mal bei den Angehörigenbeiträgen vorbeischaust. Er ist sicherlich nicht der einzige, der so reagiert oder sich schwer tut, den Ernst der Lage oder überhaupt diesen Umstand zu begreifen. Von einem Tag auf den anderen wird das Sonnenscheinleben kurz und klein geschlagen und so mancher Mann wünscht sich einfach nur diese "normale" Zeit. (es ist aber nicht alles kurz und klein - nur eben ganz, ganz anders).
Achja, ich bin auch "erst" 36 und hab Kinder im Alter von 8 und 9. Du bist nicht allein, sondern willkommen im Club :pftroest:
LG!
Mampi
stephie_z.
23.07.2010, 21:14
Hallo Paulinchen,
ich war 38 bei der Diagnose, zwar ohne Lymphknotenbefall aber die Brust bin auch losgeworden, da zwei Tumore gefunden wurden. Ich hatte 6 x FEC und ziemlich wenig Beeinträchtigungen. Natürlich waren die Haare weg und scharfes, heißes Essen ist nicht wirklich zu empfehlen. Insgesamt ging es mir aber körperlich und psychisch sehr gut und ich glaube, dass dies vor allem am Sport gelegen hat. Ich habe etwa 72 Stunden nach der Chemogabe einen ganz langsamen Waldlauf gemacht, ca. 1 Stunde. Dann 1 Tag Pause und dann wieder einen Waldlauf u.s.w.. Eine Woche nach der Chemo spürt man dann, wie die Kraft wieder in alle Glieder schießt. Die zweite und dritte Woche war dann immer völlig o.k.. Meine Werte waren die gesamten Monate sehr gut, nur zum Schluss gingen sie etwas in den Keller, aber sie haben sich rasant erholt. Eine Kollegin bzw. jetzt Freundin ist während der gesamten Chemo gewalkt und der ging und geht es auch sehr gut.
Wenn Du also ansonsten fit und gesund bist, ist Sport zur Verringerung der Nebenwirkungen und auch zur Senkung des Rückfallrisikos sehr zu empfehlen. Gute Laune bekommst Du dadurch in jedem Fall.
Herzliche Grüße
Stephie
Paulinchen2010
23.07.2010, 23:24
Hallo bekomme, aber Dienstag 4 EC und danach 12 x Taxol weekly + Herceptin.
Wer hat dies Kombi auch schon mal bekommen und was habt ihr für Erfahrungen damit gemacht bzw. Nebenwirkungen?
Besonders wichtig sind mir die Nägel unter Taxol, kann ich sie schützen?
Bin für jeden Tip dankbar.
Viele Grüße
Euer Paulinchen
Besonders Angst hab ich um meine Nägel,
Hallo Paulinchen, zu den Nägeln: die Taxanhaltige Chemo setzt den Nägeln besonders zu. Ich kann nur Eishandschuhe empfehlen während der Chemo. Sie verhindern wohl, dass das Chemo-Gift in die Fingerspitzen kommt, wegen der Kälte.
Bei der ersten DOC dachte ich: brauche ich nicht, danach haben für mehrere Tage die Fingerspitzen ganz doll wehgetan. Ab der zweiten DOC habe ich die Eishandschuhe getragen. Und damit meine ich: ziehe sie wirklich an! (nicht Hände drauflegen wie manchmal hier geschrieben). Die Kälte tut zwar anfangs weh, aber dieser Schmerz vergeht!
Des weiteren habe ich während der DOC das Abspülen und Putzen daheim tunlichst unterlassen und die Fingernägel mit Nagelhärter behandelt (gibt es evtl. in deiner Chemoambulanz). Der ist etwas trüb, aber mit klarem Nagellack darauf sehen die Nägel relativ normal aus. Dazu Vitamin-B-Tabletten (Neurobion oder so, nicht die aus dem Drogeriemarkt)
An den Fingern sind die Nägel drangeblieben, wenn auch ich sie sehr weit runtergeschnitten habe und sie während der Chemo nicht sehr gut aussahen. Relativ schnell sind sie aber wieder sehr schön gewachsen.
Die Zehennägel dagegen haben dran glauben müssen, sie sind zum Teil ausgegangen, das hat aber nicht wehgetan. Bis das bei Dir soweit ist, ist der Sommer womöglich vorbei :cry: und damit die Sandalenzeit.
Und, wie von anderen schon geschrieben: Bewegung ist das A und O!!!
Ich wünsche Dir ein gutes Überstehen der Chemo!
Hallo Paulinchen ich habe gerade 4 EC hinter mir und 2 Taxo + Herceptin...man muss sehr stark sein und nie Hoffnung verlieren!!!! Die NK sind bei jedem anders....du kannst mich fragen gerne beantworte dir deine Fragen....bei mir sind die Nägel noch o.k aber man spürt, dass sich da etwas tut, nehme Vitamin B6 vieleicht hilft es bischen...wie weit bist du jetzt???? Mein Arzt sagt mit den Nägeln ist es eher ausnahme dass sie kaput gehen...sonst es wächst wieder nach...
Liebe Grüsse und ales gute wünscht dir Alie:winke:
Paulinchen2010
24.07.2010, 21:27
Hallo Alie,
fange Dienstag mit der ersten EC an und bin natürlich ziemlich nervös, weil ich einfach nicht weiß wie mein Körper das so aufnimmt.
Zudem meine Familiensituation gerade problemtisch wird, mein Mann kann da gar nicht mit umgehen und ich will für die Kinder so viel wie es geht normal halten sie sind ja erst 3,5 und 1,5 Jahre alt.
Einiges hab ich schon aus meiner Selbsthilfegruppe gehört, angeblich ist ec besser zu vertragen als Taxol.
Aber wer weiß, kann ja auch bei jedem anders sein.
Wie wars denn bisher bei dir?
Viele Grüße
paulinchen
Rosmarin
25.07.2010, 01:05
Hallo Paulinchen,
Die verträglichkeit kannn sewhr gut sein, vorher kann mans chwer etwas sagen.
Und was heisst normal?, den Kindern etwas vorspielen was nicht ist?
Kinder spüren mehr als man denkt, und wenn sie etwas spüren, darüber aber nicht geredet wird, können sie sehr durcheinander kommen. Dann trauen sie nämlich irgendwann dem eigenen Gefühl nicht mehr und das kann heißen, dass sie später mal nicht erkennen, wenn etwas im Leben z.B gefährlich für sie ist. Mit Lügereien kann man die inneren Alarmglocken sehr schädigen bis unbrauchbar machen!!! Meist ist die wahre Motivation dafür, den Kindern die Wahrheit vorzuenthalten, dass man nich nicht mit ihren reaktionen darauf auseinander setzen will. der Erwachsene schützt in dem fall sich selbst und nicht die Kinder!
Ich weiß wovon ich rede, meine Eltern waren auch davon überzeugt, dass es besser sei, verschiedene wichtige Dinde von den Kindern fern zu halten, damit es normal ist mit verheerenden Folgen für meinen Bruder und mich. Wir laborieren immer noch daran. es ist schnell zerstört und nur langsam wieder aufgebaut.
Kinder bekommen sowieso fast alles auf igendeiner Ebene mit!
Wir sollten die Fehler vergangener Generationen nicht wieder und wieder nachmachen.
Auch mit kleinen Kindern kann man kindgemäß reden. Alles was offengelegt ist,
kann auch bearbeitet werden. Verborgenes, Verdrängtes macht Angst, diffuse Angst, die man ewig haben kann.
Dein Mann muß vielleicht für sich selbst was klären, wenn er so reagiert. Da kommt er aber nicht drumherum. Vielleicht ist er als Kind auch belogen worden und hat das noch nicht wirklich bearbeitet.
Ich drücke dir alle Daumen! Kläre soviel wie möglich solange es dir noch einigermaßen gut geht!
LG, Anne
Hallo Paulinchen
jeder verträgt es anders...ich verstehe dich sehr gut, ich hatte auch Angst, probiere dich zu entspannen, mir hatte mein Artzt gesagt, Taxo ist leichter, nun weil ich daran glaube, empfinde ich es so...es sind die ersten paar Tagen, man ist müde, es geht aber vorbei, und dann fühlst du dich dann ganz gesund!!! Ich bin nach Taxo schneller fit, und beginne dann gleich mit Fitness, es ist sehr wichtig, so bekommst du Energie!!! Und ich bin 66 Jahre alt, also du mit deinen 35 Jahren muss es Kinderspiel sein, Sport ist sehr wichtig!!!! Und positiv denken, wenn du einmal weisst wie dein Körper reagiert, kannst du dich einstellen, dann ist es einfacher...
Ich halte dir die Daumen!!!!!!!
Liebe Grüsse und viel Energie sendet dir Alie:)
Hallo Paulinchen,
mit der Diagnose Krebs ist das Leben einfach nicht "normal" - also "normal" in dem Sinne, wie man es vorher kannte. Für Dich nicht, Deinen Mann nicht und auch für Deine Kinder nicht. Sie sind ebenso Teil der Familie, wie Erwachsene auch und sollten und müssen sehen, dass es Zeiten im Leben gibt, in denen nicht alles perfekt rund läuft, sondern so manche Kompromisse eingehen muß.
Für uns als Eltern war es von Anfang an klar, dass unsere Beiden wissen müssen, was los ist. Sie wären an dieser Unwissenheit zerbrochen. Nichts wäre für sie schlimmer gewesen, als wenn sie sich selbst die Schuld an so mancher tiefen Stimmung gegeben hätten oder sich in wirre Gedanken stürzen, warum es mir dann und wann einfach schlecht geht. Klar, unseren Kindern haben wir diese Krankheit in anderen Worten erklärt, wie es Erwachsenen verstehen würden. Auch die Therapie haben wir mit vielen Beispielen vermittelt.
Ich hab ihnen den Krebs wie Unkraut im Rasen erklärt. Das hat da einfach nix zu suchen und muß da raus. Und wie es bei Unkraut ebenso ist, ist das ganz schön hartnäckig - also fährt man da schon mal heftige Geschütze auf (sonst ist der schöne Rasen irgendwann halt mal weg). Als erstes wird das, was man vom Unkraut sieht, einfach rausgerissen oder geschnitten (so wie bei einer OP eben auch). Weil ich aber nun nicht weiß, ob nicht im Boden ein paar fiese Würzelchen geblieben sind, strahlt man da nun mit einem gaaaaanz besonderen Licht drauf, dass die Unkrautwurzeln nicht mögen (Bestrahlung). Weil man aber nun gar nicht weiß, ob das besondere Licht überall hinkommt und den kleinsten Wurzelstrang erwischt, kippt man eben zur Sicherheit noch etwas Unkrautgift drüber (Chemo). Das "Gift" macht aber nicht nur das Unkraut platt sondern eben auch einen Teil des guten Rasens und deswegen ist man manchmal nach dieser Prozedur etwas platt.
Mein Junior hat mich gefragt, ob ich an Krebs sterben kann: "Ja, wenn ich das alles nicht mache, dann schon" Hört sich sehr hart an, aber so hat er gesehen, was der Zweck dieser ganzen Therapie ist und dass es nunmal kein banaler Schnupfen ist (und sie jetzt auch nicht mehr erschrecken, wenn ich mal eine schlechte (heißt verheulte) Stunde habe.
Gestern haben meine zwei mit Hingabe meine Haare gerupft. Einerseits makaber, andererseits - von kindlicher Naivität und Einfachheit lerne ich in letzter Zeit unglaublich viel. Manchmal sind sie schon erschütternd direkt aber es ist ehrlich und sie lassen mich niemals lächerlich erscheinen.
Für Deinen Mann: Unser Hausarzt hat meinen ganz schön "montiert" weil er in seiner Verlustangst und im Nicht-helfen-können zu Anfangs fast ersoffen ist. Manchmal brauchts jemand von außen, der einem den Kopf gerade rückt. Auch nehme ich es mir heute durchaus heraus zu sagen, was mir nicht passt.
Alles Liebe!
Mampi
Paulinchen2010
25.07.2010, 12:08
Huhu, ich glaub mit dem "mein Mann kommt damit nicht klar" und "für die Kinder so normal wie möglich" hab ich mich etwas falsch ausgedrückt.
Mein Mann will einfach, dass ich weiter so funktioniere wie bisher, er hat die Diagnose Krebs und die Folgen überhaupt nicht verstanden und kann sich auch die Chemo und die Zeitspanne nicht vorstellen, will er auch nicht.
Krank sein ging bei ihm nie, da kam nie Verständnis, hängen lassen, körperlich nicht können, für ihn undenkbar, das ist mein Problem mir fehlt da einfach der Halt und die Unterstützung.
Die Kinder wissen was ich habe zumindest die Grosse und ich habs ziemlich genau aber kindgerecht erklärt und sie gehen beide prima damit um und nehmen auch Rücksicht was die betroffene rechte Seite an meinem Körper angeht.
Ich meinte mit normal, dass ich schon versuchen möchte normale Dinge mit Ihnen zu machen, Zoo, Spielplatz, Sommerfest im Kindergarten, solche Sachen.
Wenn meine Ehe die Krankheit nicht aushält, dann muss ich eh vorher mit den Kindern reden ich halte nämlich auch nichts von Lügen oder Heimlichkeit bin selbst ganz offen erzogen worden.
Ich hätte mir nur einfach in dieser Zeit mehr Kraft von meinem Mann gewünscht und dass die Familie zusammenhält und nicht auseinander fällt, das belastet mich jetzt einfach zusätzlich.
Vielleicht macht es mich auch stärker, weil ich es mir jetzt selbst beweisen will, dass ich es auch alleine schaffe und für meine Kinder wieder gesund werde, natürlich auch für mich.
Es wird ein harte Zeit, aber die stehe ich durch, ich hab dem Krebs den Kampf angesagt und allen die meinen ich würde den Krebs dramatisieren.
Ich danke euch aber allen für die vielen aufbauenden und netten Worte und die Tips, da tut sehr gut, viele Grüße euer Paulinchen
Hallo Paulinchen,
war ja nur ein Beispiel, wie es bei mir/uns war. Ich glaube jeder Partner hat so seine Probleme, mit sowas umgehen zu können.
Meiner hat eben so reagiert, Deiner will´s einfach nicht wahrhaben. Deiner mit seinem "jetzt stell Dich mal nicht so an, so schlimm kann´s ja wohl nicht sein" ist genauso grrrrrr wie meiner, wenn er meint, er müsse mich jetzt vor allem behüten und beschützen und mir noch so kleinste Entscheidungen (die mit dem Alltag zusammenhängen) abnehmen.
Nimm ihn doch einfach mal mit zum Onkologen, der wird ihm schon sagen was Sache ist. So eine Krebserkrankung ist nunmal kein Spaziergang (unabhängig wie gut oder schlecht man die Chemo verträgt). DAS hat auch Dein Mann kapieren - wenn nicht, hast Du danach immer noch Zeit Bilanz zu ziehen.
Liebe Grüße!
Mampi, die wirklich froh drum ist, dass hier jeder so sein Päckchen zu tragen hat wie man selbst - hat was tröstendes an sich
Tatjana74
25.07.2010, 13:10
Hallo Paulinchen,
vielleicht wäre es für Euch ratsam, wenn Ihr zusammen mal zu einem Psychoonkologen geht oder Dein Mann eine Selbsthilfegruppe für Betroffene besucht. Mein Mann konnte auch lange nicht damit umgehen. Er hat mich dann zu allen Terminen begleitet und wir haben viele, viele Gespräche gefühlt. Ich denke aber, dass es für einen "nicht Betroffenen" sehr schwer ist unsere Ängste und Gefühle nachzuvollziehen. Vielleicht ist es einfach sein "Schutz", dass Alles so weitergehen soll wie vorher. Da hilft nur reden, reden, reden...
LG, Tatjana
Hallo Paulinchen,
ich kann verstehen was Du meinst mit Deinem Mann. Meiner ist selbstständig und ich schmeiße das Geschäft mit. Ohne mich geht ebensowenig, wie ohne meinen Mann. Ich habe immer viel gearbeitet. Er konnte das auch nicht verstehen, dass ich nicht so schnell kann wie sonst bzw. so viel.
Angehörige stehen auch oft hilflos daneben. Habe mir Freitags die Chemo geben lassen und lag dann das ganze Wochenende platt. Montags bin ich dann wieder zur Arbeit. Am Wochenende blieb meinem Mann gar nichts anderes übrig als die Kinder zu versorgen. Bei einem Gespräch kam dann heraus, dass die Angst, mich zu verlieren ihn so aufgefressen hat, dass er den Kopf in den Sand gesteckt und Vogel Strauß Politik betrieben hat.
Es war also gar nicht mal eine so böse Absicht von ihm meine Krankheit zu ignorieren, sondern Angst.
Habe ihn dann mit zu der Onkologin genommen und ein Gespräch mit ihr half meinem Mann, damit besser klar zu kommen. Genau, wie von Tatjana geschrieben.
Vielleicht ist es bei Deinem Mann auch nichts anderes. Habe mir Deine Beiträge durchgelesen und Du wirkst nicht so, als wenn Du die Chemo und die AHB nicht gut verpackst. Denke, Du hast eine gehörige Portion Kraft, die Dich mit der Krankheit fertig werden lässt. :knuddel:
Alles Liebe
Petra
Paulinchen2010
28.07.2010, 00:20
Hallo zusammen,
heute war mein erster Chemotag mit EC, ich hatte eine Heidenangst, hab mir aber immer wieder gesagt, dass ist nix anderes als ne Infusion, das packst du schon und wurde ruhiger, Port wurde angestochen und los gings es.
Als ich die ganzen Beutel, Spritzen und Tabletten so, dachte ich wieder, oh Hilfe, aber ich hab eine tolle Krankenschwester und die hat mich wieder beruhigt und dann gings los.
Ich bin sogar weggenickt, ich dachte die ganze Zeit du musst doch währenddessen was merken, war aber nicht und dann wurde ich einfach nur müde.
Nach 3 Stunden durft ich nach Hause, hier fühlte ich mich erst wie immer und dann kam die Müdigkeit, leichte gelbe Gesichtsfarbe, im ganzen ein bisschen schlapp und der Magen wurde flau, aber da wars auch schon Zeit für meine Tabletten für zu Hause.
Bin dann auch um 20 Uhr mit den Kindern eingeschlagfen, jetzt wohl wieder wach, weil der magen sich wieder meldet, aber nur als hätte ich zu viel gegessen, darf auch erst wieder morgen früh was nehmen.
Ich hoffe es bleibt so und wird nicht schlimmer, wenns so ist höchstens noch besser wird, wäre es ganz toll, ich hoffe das sehr.
Würde gerne morgen einen langen Spaziergang machen, walken trau ich mich noch nicht, aber ich will dem Krebs zeigen, du kriegst mich nicht klein und die Chemo hilft mir dabei. Drückt mir die Daumen und euch allen vielen Dank!
Liebe Grüße
Euer Paulinchen
An Anja: Ich hab mir die Brust abnehmen lassen - wie schon geschrieben - sie war halt auch klein und der Tumor lag schlecht oder gut aus der Sicht der Ärzte, aber meine Brust musste weg, aber das gute daran war - auch der Krebs war damit sicher rausgeschnitten, ich leb damit sehr gut, gerade wegen der beiden Kinder, somit komm ich schneller an Ziel, wie ich hoffe, Chemo, Herceptin, Reha und dann beobachten.
Die Alternative wäre gewesen, Chemo, OP, Chemo, vielleicht Brusterhalt aber nicht sicher, Bestrahlung bei Brusterhalt, Herceptin, da ich HER2 positiv bin. Da war mir alles zulange, die Kindern sind klein, ich will sie genießen können und meine Brust brauch ich dazu nicht. Aber das muss jeder selber wissen, ich war immer radikal in Entscheidungen auch wenn ich Angst hatte, aber die Kinder kommen für mich einfach zuerst, den Rest schaff ich schon. Ich wünsche dir viel Kraft und lass dich gut beraten, du wirst bestimmt ein Gefühl bekommen was für dich richtig ist.
Hallo Paulinchen
ich kann mich cebulon was die Nägel angeht anschließen. Kältehandschuhe helfen gegen die Schmerzen und das prickeln in den Händen. Nagelhärter und Handcreme habe ich auch in der Chemoambulanz bekommen. Frag einfach mal nach :rolleyes:
Ansonsten kann ich dir leider zu deinen Chemos nix sagen. Habe 3x FEC und 3x Taxotere bekommen. Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Du schaffst das. Gaaaaaaaaanz sicher. Die Zeit geht auch vorbei. Schneller als man am Anfang erwartet.
:knuddel:Grüße
CiJay
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