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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was nach dem Tod....


Piocho
01.10.2011, 17:40
....meines Vaters?

Diese Frage stellt sich mir seit gestern, als ich nach dem Urlaub erfuhr wie es um meinen daddy steht. Es ist Leberkrebs, mehrere Tumoren und nicht mehr operabel.

Nun sehe Ich Ihn ohne Lebensmut (sonst eine starke Persönlichkeit), wie er nur daliegt und sich aufgegeben hat. Meine Mutter versucht alles schön zu reden, ich weiß jedoch, dass Sie innerlich zerbricht. Leider haben wir auch keine Familie in der nähe, so dass Sie alles in sich hineinfrisst.

Die Lebenserwartung liegt statistisch bei ca. 6 Monaten bis einem Jahr, oder? Nexavar wird da wohl auch nicht wirklich helfen, wie ich hier gelesen habe...

Naja, jedenfalls versuche ich mich (ich, 23) gerade mit der gesamten Situation auseinanderzusetzen.

Wie mit Vater umgehen? Wo die beste Anlaufstelle um mit jemandem zu sprechen? Was für Kosten kommen nach dem Tod auf einen zu?

Eine von vielen Fragen die durch den Kopf schießen....

Gruß,
Peter :weinen:

dphw
01.10.2011, 18:12
hallo peter,
zunächst wäre mal interessant zu wissen was dein vater genau hat.
ist es hcc(hepatozelluläres karzinom),wenn ja ,wie gross sind die tumore?
ich habe auch hcc,nicht operabel,evtl.behandelbar,aber eine behandlung lehne ich wegen der nebenwirkungen ab.
die lebenserwartung ist individuell und statistisch nicht unbedingt zu erfassen,es kommt m.e. auf die einstellung zur krankheit an,das heisst ,wenn man sich hängen lässt.....!
eine anlaufstelle sind die krebsberatungsstellen,aber dazu muss man auch bereit sein sich beraten lassen zu wollen.
oder du suchst den kontakt zu betroffenen,wenn ich dir euch helfen kann,gerne!!
nun noch zu den kosten,meine beerdigung kostet bei einem discounter 1542 € inclusive!


soviel zu deinen fragen!
versuch doch mal in erfahrung zu bringen wie die diagnose ist,bei mir ist es hcc,lebenserwartung nach auskunft der ärzte 2 jahre,davon hab ich 15 monate rum und erfreue mich eigentlich"bester Gesundheit",
d.h.,mir gehts gut weil ich dem krebs keine chance gebe,nicht an ihn denke und positiv durchs leben gehe.
den kopf in den sand stecken und jammern bringt überhaupt nichts.
lies mal in meinem thread"ich habe leberkrebs",und wenn du von deinem vater genauere info`s hast,melde dich bitte wieder!
bin gerne bereit meinen möglichkeiten entsprechend zu helfen.

bis dahin herzliche grüsse

dieter

Piocho
01.10.2011, 18:25
Vielen Dank für deine Antwort.

Ich werde mich die Tage beim Arzt persönlich informieren, dann kann ich mehr sagen. Mein Vater wurde in einem Provinzkrankenhaus (78166 Donaueschingen) untersucht.

Ist es besser zu einem spezialisten zu gehen? Wenn ja, welche Anlaufstellen in und um Süddeutschland sind empfehlenswert? Ist es möglich sich eine 2te Meinung einzuholen? Zahlt die Krankenkasse?

dphw
01.10.2011, 18:36
Hallo Peter,
da ist doch schon mal die Uniklinik Freiburg eine gute Adresse.
Eine zweite Meinung solltet ihr unbedingt einholen,die Krankenkasse zahlt das.
gruss
Dieter

Piocho
02.10.2011, 08:35
Was die Schmerzen angeht. Bleiben die erhalten wenn Sie einmal da sind (und werden ggf. nur schlimmer) oder kann sich das bessern? Welcher Schmerzmittel sind effektiv bzw. empfehlenswert?

Wie sieht es bei der Ernährung aus? Hat da jemand ne gute Quelle zur Hand?

dphw
02.10.2011, 15:43
Hallo Peter,
ob,wie und warum die Schmerzen sind ,dazu müsste man erstmal wissen was Dein Vater überhaupt hat,eine genaue Diagnose.
Ausserdem darfst Du hier keine medizinische Beratung erwarten,dies ist ein Forum zum Erfahrungsaustausch,ob und welches Medikament für Deinen Vater richtig ist entscheidet allein der Arzt.
Informiere Dich beim Hausarzt oder dem Facharzt und bitte um eine Überweisung zum einholen einer zweiten Meinung ,hier vielleicht in der Uniklinik Freiburg.
Infos kannst Du auch im Internet nachlesen(kontaktadressen usw.).
Lasst euch auch Kopien von den Berichten geben.

Melde Dich wieder wenn Du die genaue Diagnose hast!!

Gruss Dieter

wolfgang12
04.10.2011, 15:25
Nachdem ich hier viel über Nexavar gelesen habe, war ich kurz davor, meinem Vater (HCC) von dem Medikament abzuraten. Habe richtig Angst vor den Nebenwirkungen bei dem immer in Frage gestellten Nutzen bekommen. Letztendlich nimmt er es nach Gesprächen mit den Ärzten nun doch seit einigen Monaten. Und es geht ihm gut recht damit. Und der Tumor ist während der 3 Monate Einnahme nicht gewachsen...

Ich schreibe das, weil hauptsächlich negative Erfahrungen gepostet werden. Absetzten kann man das Medikament doch immer noch, wenn die Nebenwirkungen zu stark sind...

dphw
04.10.2011, 15:56
Hallo Wolfgang,
schön das Dein Vater das Nexavar verträgt.
Da sieht man das es eben auch Ausnahmen gibt.Interessieren würde mich noch die Dosierung und die Stärke der Tabletten.
Auch das der Tumor nicht gewachsen ist finde ich gut.
Wie gross ist der Tumor überhaupt?
Du hast Recht ,absetzen kann man Nexavar immer noch,aber ich bleibe meiner
Entscheidung trotzdem treu,ich nehms nicht,und mir gehts gut dabei.
Sind denn bei Deinem Vater keine anderen Behandlungen gemacht worden,Tace,etc.?
Wäre schön wenn Du mir antworten würdest.

Viele Grüsse

Dieter

Piocho
05.10.2011, 13:59
Kommenden Montag bekomme ich eine Kopie von der Diagnose.

Jetzt ist es so, dass seit mein Vater Nevaxar nimmt, er sehr starke Schmerzen hat (zuvor waren die auch schon da, jetzt jedoch unerträglich). Zudem liegt er nur noch de ganzen Tag bleich im Bett und macht wirklich nichts. Nichtmal ein Wort mit uns wechseln. Nur wenn er zum essen gezwungen wird, dann kommt der eine oder andere Wortlaut.

Meine Mutti macht sich Sorgen und hat gemeint, ich soll Ihn morgen ins Krankenhaus überweisen.

Was meint Ihr?

dphw
05.10.2011, 14:21
Hallo Peter,
das hört sich ja nicht wirklich gut an!!
Wieso bekommst Du erst nächsten Montag ne Kopie....?
Das sollte mir mal jemand sagen.Kannst Du da nicht hinfahren und direkt danach verlangen?
Warte nicht so lange mit dem Krankenhaus,ruf am besten gleich in Freiburg an und mach Dampf,es geht um deinen Vater!!!!!!
Kannst Du mir mal den genauen Ort mitteilen wo du wohnst,wäre nett.
Wenn es Deinem Vater schon so schlecht geht würd ich einen Notarzt holen der
ihn einweist.
Ich werde jetzt nicht sagen lass das nexavar weg,das darf ich nicht,und das muss auch ein Arzt entscheiden,aber .................
lass einen Arzt kommen,nicht erst morgen!!

Halt mich bitte auf dem laufenden .

Gruss

Dieter

Piocho
05.10.2011, 17:16
Ich hab bisschen rumtelefoniert, bis der Hausarzt zuhause erreichbar war. Es ist ein Hepatozelluläres Karzinom. Wie groß weiß ich nicht. Aufjedenfall hat es gestreut. Morgen werde ich zum betreuenden Arzt gehen, die komplette Diagnose anfordern und um Einweisung nach Freiburg bitten.

dphw
05.10.2011, 19:19
Hallo Peter,
also genau wie bei mir,HCC mit Nebentumoren,ich hab 6-8,oder so,Nebentumore,
deshalb eben auch nicht operabel das Ganze.
Mein Haupttumor ist ca.7x8cm gross,die kleinen liegen so im 1x1,5usw.Bereich.
Ich denke eine Einweisung zu den Spezialisten in Freiburg ist der beste Weg.

Gruss
Dieter

Piocho
05.10.2011, 19:48
Mhhhh, das tut mir Leid. Wenn Du dich dennoch gut fühlst, positiv denkst und am Leben teilhaben kannst, dann freut mich das umso mehr! =)

Gerade in einer kleinen Diskussion mit meiner mum verwickelt gewessen. Sie möchte, dass er hier bleibt (also Donaueschingen). Ich dagegen bin stark für Freiburg. Mein Vater, mhhh er möchte einfach ins Krankenhaus. Bis morgen meint er, möchte/kann er abwarten.

Nun stellt sich die Frage: Den Kopf meiner Mutter oder meinen durchsetzen? Ich werde morgen zum Hausarzt gehen und Ihn einweisen.

EDIT: Hab noch eine andere Kliniken herausgesucht. Was meint Ihr?

--> Asklepios Klinik Triberg: http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-asklepios-klinik-triberg
--> Hier die Freiburger: http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-klinik-tumorbiologie-freiburg
--> ...und die Donaueschinger: http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-krankenhaus-donaueschingen

--> Tannheim hat auch einen guten Ruf, ist aber glaube ich nur für junge Patienten geacht: http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-nachsorgeklinik-tannheim
(Nur 2 Bewertungen, jedoch auch von anderen Stellen nur gutes gehört)

EDIT2: Da fällt mir noch das Krankenhaus in Villingen ein. Die haben auch eine Eigene Krebsabteilung. Inwieweit Sie gut is kann ich nicht beurteilen.

dphw
06.10.2011, 07:30
Guten Morgen Peter,
welches Krankenhaus nun das beste ist für Deinen Vater solltet ihr vielleicht dem Arzt überlassen.
Wenn es hauptsächlich um die Schmerzlinderung geht reicht

evtl.Donaueschingen,ausserdem kann Deine Mutter ihn dann besser besuchen.
Ob und inwieweit auch nexavar die Schmerzen mitverursacht würde ich
trotzdem von Spezialisten beurteilen lassen.
Zurück kann er ja dann immer noch wenn deren Diagnose steht.
Allerdings werden die Deinen Vater sicherlich nochmal komplett untersuchen
um ihre Diagnose auf Basis ihrer eigenen Untersuchungen stellen.
Ich glaube kaum,das sie die Diagnose von Donaue. so akzeptieren!
Es ist schwer in solch einer Situation kühlen Kopf zu bewaren,aber versuchts trotzdem,ich wünsch euch alles Gute.

Gruss

Dieter

Piocho
06.10.2011, 11:38
Heute mit seinem Hausarzt gesprochen. In seinem Zustand bringt es nichts mehr Ihn in eine andere Klinik zu bringen. (Kurz vorm) Endstadium. Man kann Ihm nicht mehr helfen.

Diagnose:

1) http://goo.gl/vQNDa
2) http://goo.gl/UjIw9


Morgen kommt er in´s eschinger Krankenhaus. Da werden seine Schmerzen behandelt und dann wird abgwartet.

dphw
06.10.2011, 13:17
Hallo Peter,
nun hast Du Gewissheit über den Zustand Deines Vaters und kannst Dich auf das ,was nun kommt,vorbereiten.
Ich wünsche Euch,Dir,Deiner Mutter und vor allem Deinem Vater das er nicht allzulange leiden muss,sich quält.

Liebe Grüsse

Dieter

Wenn ich Dir irgendwie helfen kann,lass es mich wissen!

Piocho
06.10.2011, 13:45
Danke für deine Hilfe! Hat mir sehr weitergeholfen.

Mel_1
08.10.2011, 22:52
Hallo Peter,
vor genau 4 Jahren stand die Diagnose bei meinem Mann auch fest...unheilbarer HCC. Er konnte auch nicht mehr operiert werden, hat die letzten 2 Wochen vor seinem Tod noch Nexavar bekommen...was ich aus heutiger Sicht nie wieder befürwörten würde. Danach gings ihn noch schlechter:-(
Einen Menschen mit so einer Krankheit im Endstatium begleiten zu müssen ist so schwer und mit viel Traurigkeit verbunden.
Mein Mann war bis an dem Tag seines Todes am 23.Oktober 2007 daheim. An dem Morgen, wo es nicht mehr ging, er auch nicht mehr selbst aus den Bett gekommen ist und die Nacht schreckliche Magenschmerzen hatte, wie er sagte, wurde er in die Klinik gebracht. Auf den Weg dahin, ist er ins Leberkoma gefallen und wurde in der Klinik ganz dufte versorgt. Er hat Morphin bekommen, dass er nicht so unruhig war und ist wirklich sanft und ohne Not einfach Abends um 20 Uhr eingeschlafen. Das Leberkoma hat ihn viel Schmerzen erspart, da er einfach nicht mehr in unserer Welt war.
Für mich war das Erlebte...vom ersten Tag beim Hausarzt bis Todestag....insgesamt 6 Wochen ein Hurrikan, wo ich mich auch sehr schwer von erholt hatte.
Aber ich kann Dir versprechen, wenn das Leberkoma kommt, dann kann ein Mensch ruhig und ohne großes Leid gehen.
Die Ärzte sind heute auch keine Quäler..die geben genug Mittel, dass kein Mensch mehr Not hat.
Mein Schatz konnte zufrieden gehen und man sah es ihn danach auch an.
Was kommt auf einen zu?
Erstmal eine unendliche Traurigkeit...Fassungslosigkeit und dieser riesige Verlust schmerzt unheimlich.
Tja...ich hab aus der Sache viel gelernt.
Rein theoretisch soll man sich laut Presse und Co von verschiedenen Bestattern Angebote einholen. Wer macht sowas in der großen Not?
Ich habs nicht gemacht, hatte aber einen Onkel im Rücken, der zwar weit weg wohnte, aber mir klare Anweisungen gab.
Hört sich blöd an...aber Ihr könnt jetzt schon unverbindlich bei Bestattern nachfragen, was sowas denn kostet, da die Preise sich da echt massiv unterscheiden.
Bestatter nutzen oft die große Traurigkeit aus um Leuten Dinge anzuschwatzen, die völlig schwachsinnig und unnötig sind.
Kleines Beispiel:
Mein Mann wollte eine Einäscherung, danach Seebestattung über meinen Onkel.
Der Bestatter vor Ort machte den Hausbesuch, erkundigte sich über den Mann usw.
Mein Mann wollte sofort verbrannt werden ohne öffentlich aufgebahrt zu werden.
Also wie mein Onkel sagte...den günstgsten Feuersarg, das reicht.
Der Bestatter hier wollte mir mal eben nen Sarg für 1000 Euro vertickern mit der Begründung...ein Mann wie er, darf keinen "Hartz4-Sarg haben!!!!!
Den Zahn haben wir ihn gleich gezogen.
Mein Mann wollte auch keine Zudecke...er wollte eine eigene Decke die wir hier im Haus hatten und sein eigenes Kopfkissen. So ging das munter weiter.

Die Kosten einer Bestattung ob nun Erd-oder Urne, hängt von den Wünschen der Hinterbliebenen ab.
Da kann Dir keiner einen Preis nennen.

Wie kann man Euch helfen...ich hatte Freunde, die für mich da waren. Meine Hausärzte waren jede Sekunde für mich da und unterstützten mich.
Foren sind sicher ein guter Puffer für die Traurigkeit.
Dieter hat Dir das ja schon angeboten.
Der Weg der Trauer ist bei vielen unterschiedlich. Ich war ein halbes Jahr nicht mehr in dieser Welt, habe sehr intensiv getrauert und das war auch gut so. Irgendwann hat es Klick gemacht..war wohl ein Gespräch beim Trauertherapeuten wo das bewirkte und ich startete wieder durch.
Ich hab heute noch oft sehr traurige Tage, aber die lasse ich auch zu. Das muß auch sein.
Mein Mann wird immer in meinem Herzen bleiben und er wird immer von den Sternen auf mich blicken und mich beschützen :-)
Ich war vor 4 Jahren übrigens 36 Jahre alt....kein Alter um den Kopf in den Sand zu stecken.
Leicht ist es auch heute nicht...er fehlt mir immer und überall, aber ich sehe es heute anders.
Nimmt die Zeit die Euch bleibt um zu reden. Wir sprachen sehr viel über unsere gemeinsame Zeit und auch was noch kommt....für mich zb.
Das hat uns beide doch zufriedener gemacht und wenn die schlimmste Trauerzeit vorbei ist, denkt man gerne an diese erfüllten Gespräche zurück.
Ich drück Euch in dieser schweren Zeit feste die Daumen.....seit einfach für ihn da, auch wenn er mal etwas komisch ist...er kann nix für, wenn die Leber schlapp macht,ist der Kopf nicht mehr so klar.
Viel viel Kraft...
wünscht Mel

Piocho
19.10.2011, 13:31
Danke für die zahlreichen Tipps. Ist unheimlich hilfreich! :o

Mal zum Zustand meines Vaters, dieser hat sich nochmals verschlechtert. Er ist sehr bleich, kann kaum laufen und ist seit gestern verwirrt. Man muss ihm bei allem helfen und in der Nacht aufpassen, dass er sich nicht verletzt wenn er mal planlos durch die Wohnung läuft (was irgendwie erschreckend ist). Zum Glück kommt gleich ein Brückenhelfer der uns hoffentlich sagt wie es in dieser Situation am besten ist zu handeln. :/

dphw
19.10.2011, 17:20
Hallo Peter,
das tut mir ja nun wirklich leid,der Zustand Deines Vaters.
Schön das Ihr wenigstens eine Pflegekraft bekommt die Deinen Vater betreut
in dieser schwierigen Zeit.
Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe das Dein Vater nicht zu sehr leiden muss
und erlöst wird.
Alles andere wäre eine Qual.....

herzliche Grüsse

Dieter

Piocho
19.10.2011, 18:15
Mein Vater ist zwar verwirrt, kann kaum noch sprechen und laufen, hat aber erwähnt an See zu wollen (leidenschaftlicher Angler). Weiß nur nicht, ob ich es aus gesundheitlicher Sicht verantworten kann oder einfach seinen Wunsch erfüllen soll.

dphw
19.10.2011, 18:26
Hallo Peter,
ich denke Du meinst Bodensee oder?
Diesbezüglich solltest Du dich mit dem Arzt und dem Pflegedienst unterhalten,und wenn es irgendwie machbar ist,mach es,erfüll ihm den Wunsch!

Dieter

Piocho
20.10.2011, 12:30
Riedsee, da hat er immer die größten Karpfen rausgeholt. ;-)

PS: Nexavar seit gestern abgesetzt ohne das es mein Vater wusste. Aussage meines Vaters: "Seit heute fühle ich mich wieder besser. Mir ist nicht mehr schwindelig und übel. Gestern habe ich viel bullshit geredet, oder?" :prost:

Noch was zu Nexavar... seit er vor 3 Wochen die Diagnose erhalten hat, wurde ihm Nexavar verabreicht. Seitdem hat sich sichtlich der Zustand verschlechtert, bis gestern GAR NIX mehr ging! 1 Tag ohne Nexavar und es geht ihm schon bisschen besser....

dphw
20.10.2011, 12:50
Hallo Peter, diese Entwicklung nehme ich freudig aber kommentarlos zur Kenntnis:):):):)
bestärkt es doch meine Einstellung.
Wenn der Zustand Deines Vaters sich bessern sollte würd ich nach Rücksprache
mit dem Arzt ruhig zum angeln fahren,sind allerdings ein paar Kilometer....aber,
warum nicht?
Es freut mich sehr von dieser Entwicklung zu hören.Hoffe es geht so weiter.

Gruss

Dieter

Mel_1
22.10.2011, 18:54
Hallo Peter,

das mit Nexavar kommt mir sehr bekannt vor. Mein Mann hatte damit richtig Probleme und sein Zustand verschlechterte sich mit Nexavar deutlich.
Mich wunderte das damals echt nicht, da hat er ne total verkrebste Leber und soll solch Knaller nehmen, das hat der Leber den REst gegeben.
Mein Mann war überigens Nachts auch oft verwirrt, irrte im Haus umher, das lag am Amoniak, das durch langsames Leberversagen das Gehirn vergiftet.
Was den letzten Wunsch mit der Angelei betrifft...mein Mann war leidenschaftlicher Pilzesucher, er wollte unbedingt nochmal zu seiner Steinpilzstelle. Ich hab mich auf den Weg zum zuständigen Förster gemacht und ihn gebeten, dass ich mit Auto soweit in den Wald fahren kann. Er hat zugestimmt..mein Mann einen Steini gefunden. Eine Woche später ist er gestorben.
Mein Mann hatte grad zum Schluss erhebliche Stimmungsschwankungen, das war auch von der Vergiftung. Stunden später erinnerte er sich nicht mehr, dass er so schlechte Laune hatte.
Morgen hat er seinen 5 Todestag...manchmal kommt es mir vor es wäre gestern gewesen.
Euch viel Kraft und Deinem Papa ein kein so langes Leid.
VG
Mel

Piocho
23.10.2011, 13:06
Seit dieses Teufelsze*g vor wenigen Tagen abgesetzt wurde, hat sich der Zustand langsam verbessert. Vor lauter Freude wieder Eigenständig laufen zu können hat vati einen kleinen Tanz hingelegt. Hahaha... :rotier2:

Piocho
05.11.2011, 19:52
So, nun sind wir wieder an dem schlimmsten Punkt angelangt, an dem vati noch Nexavar genommen hat. Sprich es geht grad wieder nichts. Am Montag kommt er in ein Hospiz. Hab mir das in Schwenningen angeschaut. Woow, war wirklich überrascht wie freundlich und liebevoll es da zugeht. Da fühlt man sich ja besser als zuhause... ^^

Mel_1
05.11.2011, 21:59
Der Verlauf Deines Vaters erinnert mich sehr an den von meinem Mann. Es kann verdammt schnell gehen. Die Entscheidung fürs Hospiz ist nicht schlecht, obwohl sie für mich damals nie in Frage gekommen wäre.
Mein Mann sollte solange wie Möglich daheim bleiben können, auch wenn er hier eingeschlafen wäre.
Ok..ich bin gelernte Krankenschwester und das wäre so pflegerisch kein Problem gewesen...aber die Ärzte schickten ihn an den Morgen in die Klinik, weil er noch ne Magenspiegelung haben sollte...angeblich.
Sie wussten, es ist soweit und ich schaffe das daheim nicht mehr ohne Hilfe.
Hospiz ist gut , die Leute sind einfühlsam und lieb. Ich denke es ist ein guter Weg, den Menschen in Würde gehen zu lassen.
Mein Mann hatte tolle Ärzte sowie einen genialen Chefarzt in der Klinik der sein Fach verstand. Mein Mann durfte in Ruhe und zufreiden und liebevoll umsorgt gehen.
Viel Kraft weiterhin.

Piocho
06.11.2011, 23:03
Wir wollten auch, dass er zuhause bleibt, doch vorallem heute war ein richtig anstrengender Tag. Ich kann ich nichtmal mehr tragen, weil es ihm dann übel und schwindelig wird und noch anfängt zu erbrechen. Zudem hat er komischerweise beim tragen seit 3 Tagen Schmerzen, und aus eigener Kraft schafft er nichts. Nichtmal auf den Rollstuhl haben wir Ihn bekommen. In einem Hospiz gibts Platz und ganz andere Möglichkeiten, so dass er auch mal im Bett raus kann.

Aber auch die Stimmung wurde zunehmend schlechter, weil meine Mutter mit der Situation nicht klar kam, immer nervöser wurde und sich das auf alles übertragen hat. Dort wird Sie ernorm von unglaublich liebevollen Personen entlastet, so dass man hoffentlich wieder befreit lächeln kann. =)

Sternchenhk
07.11.2011, 10:57
nun möchte ich auch was dazu sagen:

Als mein Mann so schwer krank war und der Todesengel ins Haus kam, habe ich mir auch immer wieder überlegt, ihn in ein Hospitz zu tun, er selber hat sich Monate zuvor in der Paliativstation angemeldet.

Als es immer schlimmer wurde, dachte ich oft, ich kann mich ja nicht mal zurück ziehen, hab hier keine Moglichkeit mal richtig zu weinen, wie auch, er würde es ja mitbekommen.
Die Gedanken sind so oft gekommen, wenn er dort wäre, könne man den ganzen Tag zu ihm gehen und dann wieder nach Hause und man könnte ein bisschen los lassen, sich gehen lassen, mal einen weinkrampf bekommen, einfach Luft machen.

Aber ich hab es nicht über das Herz bekommen, mir kam es vor, also ob man abschiebt, die Verantwortung abgibt.
Ich fragte mich immer wieder, was können die tun was ich nicht kann?
Mein Arzt sagte mir, das ich Pfleger bekommen kann, das 2-3 mal am Tag eine Hilfe kommen kann wenn ich das will.

Auch das habe ich abgelehnt, solange ich es noch alleine machen kann, werde ich es auch.

Ich kann verstehen, das man nicht hin schauen will oder kann, das es einem das Herz bricht, zuzuschauen wie der andere unter den Händen wegstirbt, aber ich konnte auch reinfühlen, was der andere möchte.
Mein Mann wollte zuhause bleiben, bei mir bleiben.
Er wollte nicht, das jemand ihn anlangt, das ein fremder ihn waschen oder sauber machen soll.

Ich weiß wie hilflos man ist, wie hart das Los zu tragen ist, wie schwer die Last ist, zu entscheiden, was ist richtig und was falsch.

Ich weiß aber auch, das der Kranke gerne zuhause bleiben will, da wo liebe Menschen um einen sind, da wo immer die Frau oder der Mann ist, wenn man was braucht.

Ein Freund fragte mich mal, wie geht es Dir mit dem ganzen.
Als ich sagte, das es eine schwere Aufgabe ist, das alles unter einen Hut zu bekommen, schaute er mich an und sagte:
Ja die schönen und leichte Jahre sind nun um, nun kommen die nicht so schönen und schwere Jahre dran, wie hast du in der Kirche gesagt, in guten und schlechten Zeiten.

Dieser Satz ging mir nie wieder aus dem Kopf.
Ich habe meinen Mann aus ganzem Herzen geliebt und jetzt da er krank war, war ich für ihn da, war seine Hände und Beine, hab immer versucht ihm alles abzunehmen, so das er ganz in Frieden einschlafen konnte.

Wie es für mich war, das kann sich jeder vorstellen, es war das aller schwerste was ich in meinem Leben an Last tragen mußte.

Helga

dphw
07.11.2011, 11:44
Hallo Peter,
ich stimme Helga vollkommen zu.
Sicher ist das alles nicht ganz einfach für euch,für alle Beteiligten!
Aber irgendwie lese ich in Deinem Posting eine gehörige Portion Egoismus!?
Schön ,ihr wollt das der Vater gute Pflege bekommt,es ihm soweit als möglich gutgeht,startet aber nicht mal den Versuch es zu Hause mit Hilfe eines Pflegedienstes zu versuchen sondern "würgt"allein mit ihm rum!!
Und da man sein bestes will???wird er ins Hospiz gebracht..........sodas

MAN WIEDER BEFREIT LÄCHELN KANN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Viel Spass dabei!!!!!!!!!!!!!!!

Dieter

Mel_1
07.11.2011, 19:20
Dieter und Helga haben das Richtige geschrieben.
Ich hätte meinen Mann auch nie abgegeben, wenn ich gewußt hätte, er stirbt an diesen Tag. Die Zeit hätten wir auch noch zusammen geschafft.
Ich mußte das alles alleine hinbekommen, bei Euch sind doch mehr Leute?
Pflegebett organisieren, Wohnzimmer ausräumen und und und. Pflegestufe beantragen und sich Hilfe nach Hause holen.
Nur weil ein Mensch durch die Krankheit verwirrt ist oder gar motzig ?
Immerhin hat noch jeder Mensch der nicht entmündigt ist, das Sagen, ob er in ein Hospiz will oder nicht.
Mensch...der arme Mann lebt doch eh nicht mehr lang...warum nen alten Baum noch umpflanzen?

Anhe
07.11.2011, 20:21
Hallo liebe Foristen,

jetzt alle einmal tief durchatmen.....

Peter schrieb, er ist gerade einmal 23 und er und seine Mutter haben vor Ort keine Familienangehörigen. Das macht die Pflege eines Angehörigen sicherlich nicht leichter. Nun könnte man ja sagen "Macht Euch schlau und holt Euch Hilfe nach Hause" - aber ganz ehrlich? Bis zu der ersten Krebserkrankung in meiner Familie hatte ich nicht die geringste Ahnung, welche Möglichkeiten es gibt. Und ich war wesentlich älter als Peter. Also zerreisst ihn bitte nicht ganz in der Luft - zumal ich auch den Eindruck habe, daß ein enormer Leidensdruck auf ihm lastet. Nicht jeder hat die Kraft und die Möglichkeit, einen Angehörigen zu Hause auf seinem letzten Weg zu begleiten. Nicht jeder kann dies seelisch verarbeiten. Und zuletzt lese ich noch die Angst aus Peters Posting, daß er seinem Vater Schmerzen bereitet, beim Umbetten, beim Aufsetzen usw.

Der eine Angehörige entwickelt in einer solchen Situation ungeahnte Kräfte, der andere bricht zusammen. Die Option, für den Erkrankten ein Hospiz in Betracht zu ziehen, ist m.E. nicht unmenschlich, wenn man keine andere Möglichkeit sieht. Letztendlich haben wir doch alle den Wunsch für uns selbst und unsere Angehörigen: Den letzten Weg in Würde und in einem liebevollen Ambiente gehen zu dürfen.

Ich glaube, es ist einfach die pure Panik eines jungen Menschen vor dem was ist und was noch kommt, welche die vielleicht ein oder andere Formulierung etwas unglücklich wirken lässt.

Beste Grüße,
Anhe

lyra
08.11.2011, 22:52
Hallo alle zusammen,

erst mal großen Dank an Anhe- Du hast formuliert, was ich nicht so recht zusammen bekommen habe und mich auch nicht getraut habe- ich habe gestern mit "Grummeln im Bauch" mitgelesen, es hat mich auch etwas aggressiv gemacht, deshalb wollte ich nichts schreiben.

Ich habe sehr viel Selbstgerechtigkeit aus den Beiträgen an Piocho heraus gelesen-
natürlich haben wir alle getan, was geht und sicher ging es bei keinem um`s abschieben-
aber es sollte doch eigentlich um`s Wohl des Erkrankten gehen und nicht darum, was man selbst wollte ...

@Piocho: ich rechne es Dir hoch an, dass Du nicht nur an Deinen kranken Vater, sondern auch an die Situation Deiner Mutter denkst-
übrigens gibt es in den Hospizen auch die Möglichkeit, dass Angehörige dort "übernachten" bzw. wohnen können- ich habe es mit meinem Mann auch so gemacht, auf Anraten der Ärzte.
So musste er sich keine Minute seines restlichen Lebens quälen, da immer Hilfe da war.
Du machst also nicht nur etwas Gutes für Deinen Vater, sondern auch für Deine Mutter.
Mach weiter so, Du bist klasse!

Liebe Grüße
Lyra

YasminB
08.11.2011, 23:06
....hm, auch ich würde sagen, dass anhe und imagia recht haben.
Uns wurde diese Entscheidung damals auch durch meine Mutti abgenommen - der Gesundheitszustand verschlechterte sich so rasch, dass sie mit dem Notarzt ins KH eingeliefert werden wollte. Und das am Heiligen Abend...
1 1/2 Jahre zuvor starb meine Oma, die ich bis dahin über 7 Jahre lang daheim gepflegt hatte - bis Pflegestufe 3. Kaum einer, der bis zu solch einem Zeitpunkt noch nie über die Pflege eines Angehörigen nachgedacht hat, weiß wirklich, was da auf einen zukommt.
7 Jahre Pflege sind eine Sache, zumal ich hineingewachsen bin. Die Palliativ-Pflege eines einem Nahestehenden Menschen ist da noch mal etwas ganz anderes; ich muß zugeben, dass wir alles Menschenmögliche getan haben, als die Krebserkrankung meiner Ma feststand - aber ihre letzten Tage verbrachte sie im KH.
Nach all den aufreibenden Monaten hätte ich es nicht mehr stämmen können - auch nicht mit Hilfe meines Mannes und aller Freunde (von uns und meiner Ma), die immer da waren und uns unterstützt haben. Ich empfinde auch kein schlechtes Gewissen. Ich weiß nur, dass ich selber 1 Jahr später schwer erkrankt bin und nun schon seit über 1 1/2 krankgeschrieben, Ende offen.
Es sollte jedem wirklich selbst überlassen bleiben, wie er sich entscheidet - wir leben in einer Gesellschaft, in der die meisten gar nicht mehr wissen, wie "normales Sterben geht"... Wenn Mutter und Sohn sich einfach überfordert fühlen, so nehmt es als solches an. Es ist für alle von uns eine schwere Zeit, in der wir jeden guten Gedanken, jedes liebe Wort, jede mitfühlende Geste und jedes Gebet brauchen können.
Lieber Dieter - du hast meine ungeteilte Bewunderung für deine wunderbare Lebenseinstellung! Kraft und alles Erdenklich Gute für dich!
Lieber Peter - halt die Ohren steif und zeig deinem Vater, wie sehr du ihn liebst; durch diese Energie, die er spürt, wird es für ihn leichter!
Und allen anderen ein festes Daumendrück und alles Liebe und Gute!

Piocho
16.11.2011, 18:51
Pflegestufe wurde bei Diagnose beantragt. Pfleger kamen 3mal die Woche. Doch wenn ein Mensch nicht mehr laufen, nicht mehr sprechen kann und wir nicht wissen, ob er noch Schmerzen hat, dann tut es in der Seele weh ihm nicht mehr richtig helfen zu können. WIESO dann nicht auf Hilfe zugreifen (psychisch als auch physisch) die angeboten wird? Ist das nicht etwas egoistisch?!

Ich Danke den liebenvollen Menschen dafür, die sowas möglich machen. Jeder sollte sich so eine Einrichtung anschauen bevor geurteilt wird. Von allen Beteiligten mit denen ich gesprochen habe, bereut es niemand! Es geht uns seitdem (VORALLEM MEINEM VATER) besser!

PS: Kein Patient kommt in ein Hospiz, wenn er nicht möchte. Das war Grundvoraussetzung vom Hospiz für die Aufnahme.
PS2: Vielen Dank an alle Zuhörer/Leser die mir mit hilfreichen Worten weitergeholfen haben.

dphw
16.11.2011, 19:17
Hallo Peter,
ich schliesse mich da imagia an,
Auch ich habe nicht gewusst das ihr schon diverse Sachen angeleiert habt,
deshalb auch mein etwas harsches Posting.
Kann mich dafür nur entschuldigen und hoffe das nun das bestmögliche für Deinen Vater gemacht wird,damit ihr wirklich beruhigt lächeln könnt!!
Nichts für ungut und alles Liebe und Gute für euch.

Gruss Dieter

Piocho
12.12.2011, 02:13
Daddy hat den Kampf am 17.November verloren. Jetzt aber quält er sich nicht mehr. Da oben geht es ihm sicherlich besser...

lyra
12.12.2011, 18:12
Hallo Piocho,
mein ehrlich empfundenes Beileid zu Eurem Verlust.
Aber wie Du schon geschrieben hast-
er quält sich nun nicht mehr, es geht ihm besser...
ja, er ist heim gegangen und nun völlig unversehrt, nur der Körper, die Hülle, ist hier zurück geblieben und mit dieser auch die Krankheit.
Dir und Deiner Familie alles Gute und Kraft für die nächste Zeit
Lyra