Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vater hat Leberkrebs
hoppelhase
03.01.2012, 00:07
Hallo!
Ich habe schon öfter hier im Forum gelesen und nun möchte ich auch einige Zeilen schreiben. Sozusagen von der Seele schreiben.
Vor 1 Jahr haben wir die Hiobsbotschaft erhalten:
HCC im fortgeschrittenen Stadium - Verdacht auf Metastasen
Keine Chemo, OP oder so möglich. Mein Vater hat dann Nexavar bekommen - diese hat er überhaupt nicht vertragen. Musste ins KH - war nicht mehr ansprechbar.
Als mein Vater aus dem KH kam, hat er beschlossen (eigentlich die ganze Familie), dass er die Navaxar absetzt und gar nichts nimmt.
Das ganze Jahr über ist es ihm relativ gut gegangen. Hin und wieder Schmerzen, aber nicht sooo tragisch.
In den letzten 3 Wochen geht es jedoch (meistens) nur noch bergab. Er ist schon ganz gelb, gelbe Augen. Er schläft auch recht viel. Rausgehen tut er schon länger nicht mehr. Er isst auch wenig, trinken geht noch so. Aber auch nicht das was er sollte. Mehrmals die Woche bekommt er Infusionen.
Ich bin stolz auf meinen Vater. Er hat sich von der "angegebenen/so oft gelesenen Lebenserwartung" (in diesem Stadium ca. 8 Monate) nicht unterkriegen lassen und hat sich nie selber aufgegeben.
Ich wünsche ihm und natürlich auch uns allen in der Familie, dass wir noch viele schöne (sofern man von schön sprechen kann) Stunden, Tage, Wochen, Monate (?) miteinander verbringen können.
Tja,da kann man wieder sehen das man ohne Nexavar "besser" lebt,bestätigt
wieder einmal meine Einstellung.
Das es sich irgendwann verschlechtert ist klar,wird mir genauso gehen,aber so
lang es geht nehm ich nichts,....und Nexavar schon gar nicht!!!!!
@Hoppelhase:Ich wünsche Deinem Vater ebenso wie Ihr noch möglichst viele
Tage,Wochen,Monate.....
Gruss Dieter
Hallo Hoppelhase,
ich stimme Dieter zu...ich halte von Nexavar auch nichts. Meinem Mann ging es rapide schlechter, als er damit begann.
Hätte er es wohl nicht genommen, hätten wir vielleicht noch einige Zeit mehr gehabt.
Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft und Papa Durchhaltevermögen.
Geniesst die Zeit, die Ihr miteinander verbringen dürft.
LG
Mel
hoppelhase
04.01.2012, 20:09
Ich danke euch für eure netten Worte!
Heute war der Arzt wieder bei meinem Vater. Nächste Woche bekommt er ein Krankenbett und einen Toilettensitz. Heute ist er im Bad umgefallen - Gott sei Dank ist meine Mutter den ganzen Tag bei ihm.
Von Tag zu Tag wird er vergesslicher - seine Hände zittern auch.
Ich bin zwar kein Arzt - aber ich glaube, dass er bereits in einem der 3 Stadien vorm Leberkoma ist :sad:
Das Vergesslichkeit kommt sicher von der Vergiftung. Mein Mann war auch manchmal etwas "durch den Wind", etwas desorientiert in der Nacht und halt dauermüde. Er wollte eigentlich nur schlafen.
Das Leberkoma ist schleichend...zumindest war es bei uns so.
Gelbsucht ganz klar und überall im Haus fing es langsam an nach Aceton zu riechen, der typische Gerucht bei Leberversagen.
Ich war hier nur am lüften weil ich mir das erst nicht erklären konnte so betriebsblind war ich :(
Mein Mann war kurz vorm Koma sehr unruhig, dann aber war Ruhe...er schlief langsam ein ohne sich weiter zu quälen.
Das war mein großer Trost
hoppelhase
04.01.2012, 20:24
Ruhig einschlafen, ohne Schmerzen - dass wäre (wenns soweit ist) auch mein Wunsch für meinen Papa.
Es ist für ihn ohnehin schwer genug.
Ja er hat es schwer genug. Und er wird von seinen Schmerzen befreit sein.
Doch auch ohne zu bewerten wollen, welche Last schwerer ist, die des Leidenen ... oder die der Liebenden die zum zuschauen vredonnert sind.
Er muss ein wundererbarer Mensch sein, ein so starkes Kind ins Leben geschickt zu haben.
Achte auf Dich und die Deinen. Er hat es verdient, dass ihr Euch ihn bewart und in Liebe in eurere Mitte behaltet.
@ Hoppelhase
Du wirst sehen, heute muß keiner mehr leiden...ausser die, wo zurück bleiben :-(
Mein Mann ist wirklich einfach eingeschlafen und das ruhig und entspannt. Er hat lediglich eine Ampulle Morphin unter die Haut bekommen, weil er Anfangs so unruhig war.
Das ist der einzige Vorteil eines Leberkomas....der Patient wird geschützt...!
Marita P.
05.01.2012, 00:11
Hallo Ihr Lieben,
ich schreibe sonst bei Nierenkrebs, wollte mich hier nur informieren, da ein Freund an einem Lebertumor operiert wurde. Ich habe seiner Frau geraten morgen hier mal zu schreiben.
Nun muss ich hier aber lesen, dass Einige gegen Nexavar sind. Ich nehme Nexavar schon fast 4 Jahre in voller Dosis. Die Nebenwirkungen werden mit der Zeit erträglicher und geringer. Es ist mit Sicherheit ein Fehler eigenmächtig Nexavar abzusetzen, denn dann können die Metastasen sich wieder vermehren.
Ich bin froh, dass es die Target Medikamente gibt. Nur deshalb lebe ich noch.
Nachdem ich noch länger leben will und noch viele Ziele habe hoffe ich, dass ich noch lange diese Medikamente nehmen kann.
Ich wünsche Euch allen alles Gute, viel Durchhaltevermögen beim Kampf gegen diesen schrecklichen Krebs.
Hallo Marita,
schön das es Dir so gut geht.
Das Nexavar bei an Nierenkrebs erkrankten Personen erfolgreich eingesetzt wird
ist ja schon bekannt.
Bei Leberkrebs Patienten ist es zwar auch zugelassen,doch die Statements der
meisten Betroffenen und Angehörigen tendieren eben gegen Nexavar,da das Medi ausser Nebenwirkungen nichts bringt.
Manche ,wie auch ich ,vertreten die Meinung,das Nexavar die Sache nur
beschleunigt!
Lies Dir mal die entsprechenden Threads durch wo Angehörige berichten wie
teilweise elendiglich ihre Lieben zugrunde gegangen sind,wie sie gelitten haben!!!
Deshalb gilt für mich,wie auch für viele andere:Sterben ja,aber nicht unter
Mithilfe von Nexavar.
Übrigens gibt es durchaus auch Ärzte die Nexavar skeptisch gegenüberstehen.
Solltest Du nun Deinem Freund die Einnahme von Nexavar empfehlen,weil Du es gut verträgst,so halte ich das für grob fahrlässig!!!
Gruss Dieter
Ich stimme Dieter zu...meinem Mann ging es Dank Nexavar schlagartig schlechter. Es war erschütternd zu sehen, wie schnell es bergab ging :(
Er hatte schon Angst die Tabletten zu nehmen, weil er wusste, danach gehts ihn wieder schlechter.
Vorher, als er die Tabletten nicht einnahm, hatte er noch Lebensqualität und konnte aufrecht gehen, mit Nexavar nicht mehr.
Für fortgeschrittenen Leberkrebs halte ich das Mittel nicht für angebracht.
Man sollte auch bedenken..es ist eine Chemo also Gift die von der Leber, die eh schon mächtig reduziert ist auch noch gefiltert werden muß.
Es war der Todesstoss bei meinem Mann :(
hoppelhase
05.01.2012, 10:07
@Marita:
Die Meinungen bezüglich Nexavar gehen schon sehr auseinander. Jeder muss für sich selber entscheiden, ob er es nimmt oder nicht.
Als mein Vater im Krankenhaus war, haben die Ärzte das Nexavar nicht mehr verabreicht. Da mein Vater nicht mehr ansprechbar war, haben wir viel mit seinem Arzt von der Uniklinik gesprochen - dieser hat gesagt, wenn er es nicht mehr nehmen will, soll er es absetzten. So hat sich mein Vater dann auch entschieden. Ich bin froh drüber.
@mblume:
Deine Worte haben mich sehr berührt. Natürlich sind die Angehörigen auch sehr betroffen und wir leiden auch. Aber wenn ich mir denke, dass mein Vater seit 1 Jahr den Tod vor den Augen hat... Ich möchte nie in solch einer Situation sein.
Mein Vater ist der beste Vater auf der Welt. Er macht sich zwar viele Vorwürfe, dass er früher nicht für uns Kinder da wa (als er getrunken hat - er hat vor ca. 15 Jahren damit aufgehört). Ich sehe es nicht so. Mein Vater ist arbeiten gegangen und hat halt nach dem Arbeiten getrunken. Er war trotzdem viel für uns da. Als ich ca. 8 - 11 Jahre (weiß es nicht mehr so genau) war, habe ich immer heimlich mit ihm Rockshows schauen dürfen. Ich bin durch ihm mit ACDC, Dire Straights, etc. aufgewachsen. Ich bin jetzt 30 Jahre alt und meine 1. Musikkassette die ich mich selber aussuchen durfte (mit keine Ahnung 7 Jahren oder so) war die Queen GH 2. Ich fand das schon immer cool.
Wenn meine Schwester und ich nicht schlafen konnten, hat er sich zu uns gelegt, bis wir eingeschlafen sind. Meistens ist zwar er vor mir eingeschlafen und durch sein Schnarchen, konnte ich erst recht nicht schlafen, aber das war ja egal.
Und später, seit er nicht mehr getrunken hat und zu Hause war, war er sowieso immer für uns da. Wir konnten immer zu ihm kommen wenn wir was brauchten/zum reden - egal was war.
Auch im letzten Jahr hat er noch alles erdenkliche gemacht, damit wir es nach seinem Tod nicht so schwer haben. Er hat uns alles gesagt, wegen den Versicherungen, hat sich einen schönen Grabplatz ausgesucht, wir wissen, wie er sich seine Beisetzung wünscht und alles. Er hat sein Auto schon verkauft, weil meine Mutter eh keinen Führerschein hat, hat alle Schulden (Wohnung, etc.) beglichen, damit meine Mutter nachher - zumindest was das Geld betrifft - ein sorgenfreies Leben hat.
Das finde ich sehr bewundernswert von meinem Vater!!!!
Marita P.
05.01.2012, 13:29
Hallo Ihr Lieben,
ich habe hier letzte Nacht noch viele Beiträge gelesen. Wahrscheinlich kommt es auch darauf an, in welchem Stadium der Leberkrebs ist. Wenn es noch am Anfang ist macht es vieleicht Sinn Nexavar zu nehmen. Die Nebenwirkungen sind , so wie ich es hier gelesen habe schlimmer als beim Nierenkrebs. Es gibt aber auch Nierenkrebspatienten, wo der Tumor sehr fortgeschritten ist und der Allgemeinzustand sehr schlecht ist, dann sind die Nebenwirkungen auch viel schlimmer und das Medikament wird abgesetzt. Meistens leben die Patienten dann nur noch Monate.
Ich gebe Euch natürlich recht, wenn der Allgemeinzustand zu schlecht ist würde ich das Medikament auch nicht nehmen.
Nachdem ich schon mehrmals mit Cyberknife behandelt worden bin, möchte ich Euch hier den Link schicken.
Ich war auf dem Patiententag in München und habe mir den Vortrag von Cyberknife angehört. Es werden mit dieser Bestrahlung auch Lebertumore bis zu einer Größe von 4 cm behandelt. Das ist eine tolle Sache. Bei mir wurde eine Hirnmetastase vor 4 Jahren und im Dez. 2011 beide Lungen mit je einer Metastase bestrahlt. Leider wird ja der Leberkrebs meistens erst sehr spät entdeckt, aber bei einem Rezidiv oder Metastasen könnte könnte Cyberknife eine Option sein.
http://www.topfit-medizin.de/PDF_03-2011/22_TOPFIT_03-2011.pdf
hoppelhase
08.01.2012, 22:19
Hallo alle zusammen!
Gestern war ich bei meinem Vater zu Besuch. Nachdem der Arzt da war für die Infusion ging es ihm wieder besser. Die letzten Tage hat er sehr viel geschlafen und fast nichts gegessen.
Gestern Abend und heute geht es ihm "recht gut". Heute hat er sogar ein Schnitzel gegessen :D. Und endlich konnten wir wieder einmal telefonieren. Ich telefoniere zwar jeden Tag 2x mit meiner Mutter - fragen wie es Papa geht, aber mit ihm selber zu telefonieren freut mich immer ganz besonders :)
Mal sehen was der morgige Tag so bringt...
Lg
hoppelhase
10.01.2012, 21:26
Meinem Papa geht es wieder schlechter. :sad:
Er will nichts essen und nicht viel trinken - er sagt dass ihm immer übel ist.
Meine Mama sagt, dass er alle 30 - 45 Minuten aufsteht und nicht liegen bleibt - und deswegen natürlich auch nicht viel schläft.
Heute hat er ein Morphiumpflaster bekommen.
Mit ihm telefonieren geht fast garnicht weil er sehr viel weint beim Reden.
Am Vormittag er gesagt, dass er nicht mehr will...
:cry:
Hallo Hoppelhase,
wenn ich das so lese, glaub ich, dass Dein Papa einfach nicht mehr kann. Mögen wird er sicher noch, aber wenn die Kraft zu Ende geht, kann niemand gegensteuern.
Mein Mann konnte auch zum Ende hin fast nichts mehr essen und wenig trinken...ich hab ihn mit Überreden auch nicht mehr gequält, er sollte selbst entscheiden was gut für ihn ist.
Schau dass Du noch oft bei Papa bist und ich wünsch Euch viel Kraft....
hoppelhase
10.01.2012, 22:35
Hallo Mel 1!
Leider kann ich erst am Donnerstag wieder zu meinem Papa fahren. Die Straßen sind gesperrt wegen dem Schnee... Ich sitzte hier zu Hause auf Nadeln!!!!
Im Moment kommen mir wieder die Tränen. Ich würde meinem Papa noch gerne sagen, dass wir alle ihn lieb haben und er "gehen kann" wenn er will. Dass er sich um Mama keine Sorgen machen muss, etc. - aber bei uns in der Familie gab es das nicht. Bei uns wurde nicht "hab dich lieb" gesagt, oder umarmt oder so.
Ich sag es wie es ist: das zu meinem Vater zu sagen fällt mir schwer - ich habe schon fast Angst davor! Nicht dass Papa dann meint, wir wollen, dass er jetzt stirbt oder so.
Glaub mir, er wird warten bis Du da bist und er wird sich freuen wenn Du diese Worte sprichst. Es wird Dir nicht schwer fallen, es wird aus Dir kommen und das mit viel Liebe. Sag es ihn noch wenn es möglich ist, er kann Dich jetzt noch hören und Dir zeigen dass er sich freut, wenn er tot ist, dann hast Du evtl Schuldgefühle..
Hallo Hoppelhase,
bei mir ist es ganz genau so, wie bei dir. Wir haben auch nicht viel: "ICh hab dich lieb" gesagt. Wir wissen es einfach. Wir sind eine tolle Familie, die immer zusammengehalten hat und hält. Ich möchte ihm auch seit ein paar Tage sagen: Papa ich liebe dich und wenn du gehen möchtest, dann geh. Aber bei mir ist es genauso wie bei dir. ICh habe Angst davor, dass er dann denken könnte, wir wollen ihn nicht mehr. Es tut einfach alles nur schrecklich weh und diese Zeit, die wir jetzt alle durchmachen müssen, ist die schlimmste Zeit in meinem Leben. Mein Papa isst und trinkt seit zwei Tagen gar nichts mehr. Davor hat er mal einen Joghurt gegessen oder eine Tasse Tee oder Kaffee getrunken. Also auch keine Mengen. Ich habe am Anfang immer versucht, ihm was reinzudrängen. Das mache ich jetzt nicht mehr. Ich denke, er hat seinen Weg gewählt und das müssen wir akzeptieren, ob wir wollen oder nicht.
Ich wünsche dir und allen anderen hier ganz viel Kraft.
Viele Grüße
Silke 74
hoppelhase
12.01.2012, 21:10
Heute hat mein Vater seinen 62. Geburtstag!!!
@Silke74:
Ich bin so froh, dass ich mit so einer Angst nicht alleine bin.
Mein Vater isst seit vorgestern (oder gestern) auch nur höchstens 1 Joghurt am Tag, tinken tut er so ca. 1/4 Liter.
Seit gestern kommt 2x am Tag eine Dame vom Pflegedienst und hilft meiner Mutter etwas beim Waschen, Anziehen, etc.
Gestern und heute vormittag wollte er immer aufstehen und irgendwo hingehen - geht natürlich nicht mehr. Morgen fahre ich mit meinem Mann und meinen Kindern nochmal zu ihm - danach fahre ich nur noch alleine. Meinem Großen habe ich so gut ich konnte "vorbereitet". "Opa ist ganz viel krank und wenn Opa will, geht er in den Himmel." Mein Sohn hat ihn gleich mit dem Christkind verglichen - das ist auch im Himmel und man sieht es nicht!
Hallo Hoppelhase,
schön von dir zu hören. Meinem Vater geht es sehr schlecht. Ich finde es toll, dass deine Mutter ihren kranken Mann zu Hause pflegt. Mach mir auch schon Vorwürfe, dass wir das nicht machen. Aber meine Mutter geht nachts arbeiten und sie möchte ihren Mann nicht zu Hause sterben sehen. Ich weiß nicht, ob wir uns irgendwann mal Vorwürfe machen werden.... Es ist schwierig, aber auch ich möchte nicht immer meinen toten Vater vor Augen haben, wenn ich z. B. ins Wohnzimmer bei meinen Eltern gehe. Trotzdem frage ich mich, ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Ach es ist alles scheiße.
Ich hoffe wir bleiben in Kontakt.
VLG Silke74
Hallo Silke,
mein Mann wurde an den Tag als er starb noch in die Klinik gebracht. Heute bin ich froh, dass es so gelaufen ist, da ich es nie ertragen hätte können,dass man ihn hier mit Sarg aus den Haus trägt. Ich hätte das Haus verkaufen müssen.
Wenn man daheim die Betreuung nicht mehr schafft, muß man sie in erfahrene Hände geben, wo jederzeit gehandelt werden kann.
Ihr müßt Euch keine Vorwürfe machen, was nicht geht, geht halt nicht.
Es ist so schwer das daheim zu händeln, ich hab es ja selbst gesehen, das frisst einen komplett auf, ich bin echt am Stock gegangen und meine Kraft war am Ende.
hoppelhase
12.01.2012, 23:54
Hallo Mel 1 und Silke!
Für uns ist es auch schwer, aber:
Mein Vater hat immer gesagt, dass er nicht ins Krankenhaus will. Er will zu Hause sterben - und wir erfüllen ihm diesen letzten Wunsch.
Lg
hoppelhase
13.01.2012, 22:16
Hallo an alle!
Heute war ich wieder bei meinem Vater. Am Vormittag hat er wieder eine Infusion bekommen - diesmal hat sich sein Zustand danach aber nicht wirklich gebessert.
Es ist so schlimm meinen Vater so zu sehen.
Ich würde mir FÜR MEINEN PAPA wünschen, dass er bald "gehen kann/darf". (Ich hoffe, dass klingt nicht unmenschlich.) Für ihn wäre es eine Erlösung.
Wenn ich mit meiner Mutter spreche - über ihre dzt. karenzierte Arbeit, etc. - dann redet sie von Wochen bzw. 1 - 2 Monaten. Ich bin da leider etwas pessimistischer.
Mein Vater ist ganz gelb, kann nicht mehr aufstehen. Sitzen im Bett ist ihm zu anstrengend. Seit Montag habe ich ihn nicht mehr sprechen gehört - nur "lallen", ganz ganz unverständlich. Oder mal nur so ein Stöhnen. Er schläft den ganzen Tag, ist nur bei der Morgen- und Abendhygiene und mal zwischendurch munter. Auf den Leibstuhl kann er auch nicht mehr. Trinken tut er ein bisschen. Essen so gut wie nichts.
Heute hat er die Augen immer so verdreht... Es war schrecklich!!!
Hallo Hoppelhase,
bei meineme Papa ist es ähnlich. Es geht zu Ende. Es ist schwer das zu akzeptieren. Aber genau das müssen wir. Wir haben die Zusage vom Hospiz. Am Montag wird er verlegt. Das íst das Letzte was ich für meinen geliebten Vater tun kann.... Wir (d. h. meine Mutter, mein Bruder, mein Mann und natürlich auch ich) sind am Ende. Wenn wir uns sehen, weinen wir sofort.... es ist alles unmenschlich grausam.. Man findet keine Worte für diese Qual.. und man kann nichts tun. Ich lese oft in Traueranzeigen: "dich leiden sehen und nicht helfen können, das war unser größter SChmerz". Und genauso ist es leider auch. Einen geliebten Menschen so leiden sehen zu müssen, ist schlimm. ICh streichle jeden tag seine Hand, er erwidert dass dann auch, er liegt vor mir wie ein häufchen Elend. Mein Vater, der sonst immer so stark war, mich vor allem beschützt hat .... Furchtbar. Viel Kraft für die Zukunft LG Silke74
hoppelhase
15.01.2012, 20:44
Mein Papa hat es geschafft. Heute Mittag ist er friedlich von uns gegangen.
Er hatte keine Schmerzen und wir (Mama, meine Schwester und ich) waren alle da - hielten seine Hand und waren bei ihm.
Hallo Hoppelhase,
mein tiefstes Beileid und fühl Dich feste gedrückt :-(
Dein Papa muß nicht mehr leiden und das größte Geschenk für ihn war sicher dass Ihr alle bei ihn wart.
Ich hoffe, Du konntest noch sagen, wie lieb Du ihn hast und wie sehr Du ihn vermissen wirst.
Denk immer dran....er hat jetzt seinen Frieden und kann schlafen und hat keine Schmerzen mehr.
Fühl Dich gedrückt ...
Liebe Grüße
Mel
fraunachbarin
16.01.2012, 08:40
mein aufrichtiges beileid.
ihr habt es nun geschafft. und ich wünsch dir viel kraft für die bevorstehende zeit der trauer.
stille grüße von tine
Hallo Hoppelhase,
auch von mir mein aufrichtiges Beileid. Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Er hat jetzt keine Schmerzen mehr und kann nun einfach schlafen. Ich wünsche euch für die kommende Zeit eine riesen Portion Kraft und haltet als Familie weiterhin zusammen. Ich glaube, dass ist das Wichtigste, um euch über diesen riesen Verlust hinwegzuhelfen.
Fühl dich gedrückt und viele liebe Grüße
Silke74:knuddel:
hoppelhase
18.01.2012, 23:07
Ich danke Euch für Eure netten und mitfühlenden Worte.
Es ist nicht einfach für uns, aber wir wissen, dass es Papa nun besser geht.
@Mel 1: ja, ich hab ihm noch alles sagen können und bin sehr froh darüber
Liebe Grüße an euch alle und nochmals: DANKE
Carina1812
18.02.2012, 15:11
Hallo zusammen!
Ich habe eben gelesen, dass viele das Nexavar auch nicht nehmen möchten, oder es bereuen, das ein Patient es bekommen hat...Auch mein Vater hat es jetzt fast 2 Jahre genommen und wir konnten beobachten, das es ihm immer schlechter ging. Er hat kaum appetit und die Blutwerte werden immer schlechter, so das er schon Bluttransfussionen bekommen musste. ich habe hier alles nur kurz überflogen und sorry wenn ich dumme Fragen stelle...aber im Moment bin ich am Boden zerstört und ziemlich verwirrt. Mein Dad hat 2010 die Diagnose Hepatitis C bekommen. Durch CT Untersuchungen hat man dann Leberkrebs festgestellt. Es war die ganze Zeit von "Herden" die sie sehen die Rede und man hat versucht, diese mit insgesamt auf die Zeit verteilt, bis November 2011 mit den sogenannten "Tace" aufzuhalten. Gestern habe ich dann mit unserem Arzt telefoniert und dieser sagte mir, das sich wieder 3 neue "Herde gebildet hätten. Zudem hat sich eine Metastase im Brustwirbel und Becken gebildet. Der Arzt meinte, wir werden das Nexavar jetzt asetzen, es hätte bei ihm wohl nichts gebacht, ausser wohl sein Immunsystem gekillt. Ich weiß nichts mehr...ich weiß nicht mehr, was ich noch machen soll? Mein Dad ist so tapfer und hat wirklich alles ohne murren mitgemacht...und jetzt soll er sich noch ein schönes Leben machen...ich habe solche Angst...ich habe Angst, dass er so leiden muss, wie eure Väter/Männer usw.
Meine Familie und ich wir werden für ihn stark sein und immer für ihn da sein. Wir wollen sehen, dass er sich noch eine schöne Zeit macht...aber wir haben solche Angst vor dem, was noch kommt. Wird er auch noch so viele Schmerzen haen, wird es gut gehen und er wird einfach nur einschlafen? Diese Gedanken, die machen einen so verrückt...
Ich hoffe, dass ich hier noch einige Möglichkeiten finde, die meinem Dad helfen können.
Kann mir jemand sagen, wie ich ausser anworten etwas hier verfassen kann??? Ich habe sowas noch nie gemacht!?
Danke
hallo carina,
habe dir ja schon geantwortet.
um einen neuen eigenen thread zu eröffnen geh hier eine seite zurück wo sämtliche threads sind ,auch der an den du dich angehängt hast,scroll nach unten und du siehst links den button"neues thema",
da klick drauf und du kannst deinen eigenen thread eröffnen(vielleicht macht das ja auch gütigerweise ein mod??:rolleyes:)
gruss dieter
Carina1812
19.02.2012, 14:40
Danke Dieter...
habe dir auch geantwortet :-)
Ich werde es mal versuchen...mal sehen ob es klappt:-)
Dir einen wunderschönen Sonntag!
LG Carina
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