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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Brustkrebs mit Metas in der Leber und den Knochen


Chapxy
21.01.2012, 15:49
Hallo..

ich heiße Henner (35 J.) und bin mit meiner besseren Hälfte Sonja (50 J) jetzt seit 13 Jahren sehr glücklich in wilder Ehe zusammen.
Sonja hat aus Ihrer früheren Ehe 4 Kinder Jenny 30, Tim 25, Thomas 21 und Julia 20, mitgebracht. Gemeinsam haben wir uns dann noch ein Nesthäkchen zugelegt Robin 8.

Etwa einen Monat vor Weihnachten bemerkte Sonja in Ihrer rechten Brust einen Knoten. Daraufhin ist sie zu Ihrem Frauenarzt gefahren. Dort wurde ein Ultraschall der Brust gemacht und Antibiotika verschrieben. Mit der Einnahme des Antibiotikums wurde der Knoten etwas kleiner ging aber nicht weg. Daraufhin hat Ihr Frauenarzt eine Mammographie für Mittwoch den 11.01.2012 angesetzt.

Über die Weihnachtsfeiertage und auch Silvester war Sonja sehr schlapp und klagte immer mal wieder über Bauchschmerzen und Blähungen. Da Sonja auch noch Gallensteine hat dachte ich natürlich an eine Entzündung der Galle. Deshalb sind wir am Montag den 09.01.2012 zu Ihrem Hausarzt gefahren um das abklären zu lassen. Bei dem dort gemachten Ultraschalls des Bauchraumes fiel dem Arzt auf das die Wände der Gallenblase deutlich dicker waren als sie sein sollten. Auch konnte er auf dem Ultraschall Punkte auf der Leber erkennen die er sich nicht erklären konnte. Deshalb hat er sie ins Krankenhaus geschickt.

Im Krankenhaus ging es dann los: Erst mal noch ein Ultraschall und Blutentnahme. Dann passierte bis Mittwoch den 11.01.12 nichts mehr. Bei der Visite fragte dann der Chefarzt wie denn die Ergebnisse des CT´s und dem Kontrastmittel Sonogramms wären. Als er merkte das dort außer dem Ultraschall bei der Aufnahme noch nichts passiert ist wurde er … naja sagen wir mal etwas böse.

Das hatte zufolge das noch am gleichen Tag Bewegung in die Sache kam.
Kontrastmittel Sonographie, CT vom Bauch und Brust, Mammographie der Brust, Stanzbiopsie der Brust.

Einen Tag später folgten dann noch ein MRT vom Kopf und verschiedene Röntgenaufnahmen.

Am 17.01.2012 bekamen wir das Ergebnis der Biopsie: Invasives ductales Mamma Karzinom.

Auch sind Metastasen in der Leber und den Knochen nachgewiesen worden.
Für Donnerstag sei vorgesehen dass Sonjas Fall bei dem Tumorbord vorgetragen wird und dann das weitere Vorgehen abgesprochen wird. Wir sollten dann am Freitag den 20.01.2021 Bescheid bekommen. Aber jetzt dürfte ich Sie erst mal mit nach Hause nehmen. Alles weiter würde man dann sehen wenn die restlichen Ergebnisse da sind. Nur morgen früh um 09:00 Uhr soll Sonja bitte noch mal kommen um das Knochenszintigramm zu machen. Auch das haben wir hinter uns.

Am 19.01.2012 haben wir dann Ihren 50 Geburtstag gefeiert. War eine gedrückte Stimmung aber im Großen und Ganzen recht schön.

Am 20.01.2012 haben wir Telefonisch die Ergebnisse bekommen.

T4NXM1 alle Tumormarker sind erhöht und der primär Brusttumor ist Hormon Negativ (?)

Die Ärtzte wollen mit einer Chemo (Taxan?) beginnen. Wenn möglich gleich zu beginn der nähsten Woche. Erst danach denken sie das eine OP Sinn macht.
Sooo das ist der aktuelle stand. Was denkt Ihr?

Gruß
Henner

Vielleicht sollte ich noch erwähnen das Ihr Ehemann 1998 an Krebs (Non-Hodgkin-Lymphom) gestorben ist. Entsprechend Sensibel sind hier alle. Selbst die älteren Kinder. Ich frage mich ob Ihr vielleicht ein paar Tipps für mich habt wie ich mit Ihnen am besten umgehen kann ohne an alten und vielleicht auch ünnötigen Ängsten zu rühren?

Gruß
Henner

Jule66
21.01.2012, 16:40
Hallo Henner,
herzlich willkommen hier-auch wenn der Anlass kein schöner ist.
Ihr wisst seit kurzer Zeit,dass Deine Partnerin Brustkrebs hat.
Leider mit Metastasen in den Knochen und der Leber.
Das ist ganz schön viel zu verdauen am Anfang.
Auch wenn der Behandlungsmarathon professionel klingt,möchte ich doch fragen,ob ihr an einem Brustzentrum seid oder in einem ganz normalen Krankenhaus?
Wenn ihr nicht an einem BZ(Brustzentrum) seid,solltet ihr ein solches möglichst aufsuchen-dort ist die Behandlung zertifiziert und man hat die nötige Erfahrung mit Brustkrebs.
Es ist gut,dass sofort etwas unternommen wird und mit Chemo angefangen wird.So kann der Tumor verkleinert werden,so dass man anschließend operieren kann.Oft sprechen gerade die hormon negativen Tumore gut auf die Chemo an!
Der Tumor ist hormonnegativ,aufgrund dessen kann man anschließend keine Antihormontherapie machen.Umso wichtiger ist die Chemo-da sie vor der OP gemacht wird,kann man sehen,wie der Tumor auf die Chemo anspricht.
Wurde etwas zu den Her2 neu Rezeptoren gesagt?Sind die positiv oder negativ?
Ich tippe jetzt mal negativ,sonst hätte man das schon erwähnt?
Wie auch immer,ihr müßt jetzt zusammen halten und gemeinsam den Kampf aufnehmen.
Die Zeit wird nicht leicht,aber sie ist zu meistern!Viele hier haben das durchgemacht bzw.machen es gerade durch.
Schau mal in den Thread:http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=47634
Da sind die Frauen am Anfang,mitten drin oder am Ende der Therapien.
Man bekommt hier immer Ratschläge,wenn man Fragen hat,man wird aufgemuntert,wenn alles ätzend ist und bekommt Mut zugesprochen.
Es ist ja auch ein großer Berg,der sich da vor einem auftut.Aber,Schritt für Schritt kann man diesen Weg gehen.

Tja,wie mit den Kinder umgehen: immer zuversichtlich und immer nur gerade das mitteilen,was wichtig ist.Das gilt gerade für kleine Kinder,ihr habt ja noch einen Kleinen.Evtl.in der Schule Bescheid sagen,so dass die Lehrer über eure belastende Situation informiert sind.
Nichts verheimlichen-Kinder merken sofort,wenn was nicht stimmt.
Ich wünsche Euch viel Kraft und Durchhaltevermögen in der kommenden Zeit.
Liebe Grüße,Jule

Chapxy
21.01.2012, 18:09
Hallo Jule66.


Auch wenn der Behandlungsmarathon professionel klingt,möchte ich doch fragen,ob ihr an einem Brustzentrum seid oder in einem ganz normalen Krankenhaus?
Wenn ihr nicht an einem BZ(Brustzentrum) seid,solltet ihr ein solches möglichst aufsuchen-dort ist die Behandlung zertifiziert und man hat die nötige Erfahrung mit Brustkrebs.

Wir sind in einem normalen Krankenhaus. Die Ärzte dort haben uns auch das Brustkrebszentrum in Saarlouis empfohlen. Allerdings fühlt sich Sonja hier sehr wohl und da die Ärtze hier eng mit Saarlouis zusammenarbeiten... naja es bleibt die Angst etwas falsch zu machen. Wir haben uns jetzt überlegt sie hier beginnen zulassen damit es möglichst schnell weitergeht und trotzdem mit allen Unterlagen noch nach Saarlouis zu fahren. Mal höhren was die Ärtzte dort meinen.


Wurde etwas zu den Her2 neu Rezeptoren gesagt?Sind die positiv oder negativ?
Ich tippe jetzt mal negativ,sonst hätte man das schon erwähnt?
Wie auch immer,ihr müßt jetzt zusammen halten und gemeinsam den Kampf aufnehmen.

Dazu wurde etwas gesagt. Bin mir aber nicht mehr sicher. Werde es am Montag erfragen und dann hier Posten.


Schau mal in den Thread:http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=47634


Sehr guter Link! Danke.



Tja,wie mit den Kinder umgehen: immer zuversichtlich und immer nur gerade das mitteilen,was wichtig ist.Das gilt gerade für kleine Kinder,ihr habt ja noch einen Kleinen.Evtl.in der Schule Bescheid sagen,so dass die Lehrer über eure belastende Situation informiert sind.
Nichts verheimlichen-Kinder merken sofort,wenn was nicht stimmt.


Wir sind bis jetzt mit der Situation sehr offen umgegangen. Die 4 großen wissen alles was wir auch wissen. Beim Robin waren wir etwas vorsichtiger. Er weiss das seine Mama Brustkrebs hat und das sie in der nähsten Zeit sehr starke Medikamente bekommt. Auch das dann eine OP folgt haben wir ihm gesagt. Aber die Metas haben wir ihm verschwiegen. Ich denke das wäre etwas viel für ihn mit seinen 8 Jahren.
Auch mit seiner Klassenlehrerin habe ich gesprochen. Sie wird stärker auf ihn achten. Sollte Ihr etwas auffallen meldet sie sich sofort bei mir. Und wenn er fragen hat kann er wenn er es möchte auch zu Ihr gehen.

Ansonsten danke ich dir für die prompte Reaktion. Es hat Sonja schon gut getan (mir auch) zu sehen das es Menschen gibt die wissen wie es ihr jetzt geht.


Gruß
Henner

paula2007
25.01.2012, 13:21
lieber henner,

ich kann dir in sachen brustkrebs nicht wirklich weiterhelfen. aber ich möchte dir und deiner familie ein riiiiesiges kraftpaket schicken. ich wünsche euch alles, alles gute- ihr schafft das!!!

lg, nicole

Chapxy
28.01.2012, 20:14
Hallo,

mal ein Update:

Am Freitag hat Sonja einen Port bekommen. Ambulante Op. Danach nach Hause.

Am Dienstag bekommt Sonja die erste Chemo.

Und eine Berichtigung: Der Tumor ist Hormon Positiv (nicht negativ).

Her2 neu Rezeptoren sind negativ.

Vielen lieben Dank Nicole. Kraft können wir jetzt alle brauchen.

Gruß
Henner

Chapxy
02.02.2012, 08:16
Sooo. Am WE hat Sonja noch einen Harnwegs Infekt entwickelt mit Schmerzen und Fieber. Wenn es einen erwischt dann bitte aber richtig?

Also bekommt Sie jetzt Antibiotika und Schmerzmittel.

Am Dienstag dann das erste mal die Chemo. Ich bin mit Ihr morgens dahingefahren. Super liebe Leute dort. Erst haben Sie Ihr Blut abgenommen (durch den Port) dann eine Infusion mit Cortison und i-was gegen Übelkeit. Nachdem dann die Blutwerte da waren bekamm sie dann die Chemo. Bis jetzt scheint Sie diese auch relativ gut zu vertragen. Bislang nur geringe Nebenwirkungen.

Kennt Ihr das auch? Oder wie war das bei euch? Ich beobachte Sie eigentlich fast die ganze Zeit und erwarte das die "Medizin" jetzt endlich wirkt und gleich wieder alles gut ist oder das die Nebenwirkungen jetzt schlagartig einsetzten.
Ab und an frage ich mich wie Sie es mit mir aushält... Ich denke ich werde noch einige Zeit brauchen bis ich kapiert habe das uns dieser BK noch sehr lange beschäftigen wird.

Ich sollte aufhören sie immer im Auge haben zu wollen. Das kann ich sowieso nicht lange durchhalten oder?

Vielleicht grübel ich auch einfach zu viel.... ;) mal abwarten was der Tag heute so bringt.

dasriek
04.02.2012, 11:43
Hallo Henner, ok, Dein Thema ist verschoben worden...

Was die Nebenwirkungen der Chemo angeht - was für eine bekommt denn Deine Frau? Bei den meisten Medikamenten ist es so, dass die NW erst zeitverzögert kommen. Bei mir war jeweils Tag 4 und 5 der schlimmste (hatte 4 EC und 4 DOC), danach ging es aufwärts, und in der dritten Woche war ich voller Tatendrang - wir haben viel renoviert im letzten Jahr, waren auch verreist. Das Bild, das man im Kopf hat, solange man nicht betroffen ist - der leichenblasse Chemopatient mit Augenringen bis in Kniehöhe, der pausenlos ko... und leidend in der Ecke liegt - stimmt wohl so nicht mehr - GottseiDank!!!


Was das bemuttern und im-Auge-haben-Wollen angeht - schwierige Sache das. Mein Mann hatte auch immer Angst, sich zu wenig zu kümmern, und das war dann manchmal zu viel... Wir hatten tatsächlich in der Mitte der Chemo eine ziemliche Krise deswegen.
Mein Rat: reden, reden, reden - und klar sagen, was man vom anderen erwartet. Ich brauchte immer auch mal ein bisschen Zeit für mich (mein Mann war dummerweise zu der Zeit auch noch arbeitslos), als das dann klar war, ging es wieder besser.

Aber eins ist auch klar - viel schlimmer als zuviel kümmern ist zuwenig oder garnicht - es hat schon Angehörige gegeben, die zu Weihnachten ihrem Krebspatienten gesagt haben, er verderbe mit seinem Thema die Stimmung...:eek:
Du hast Recht, dieser Krebs wird Euch beschäftigen, und zwar noch lange und spürbar. Das ist leider so...

Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute - berichte immer mal wieder, ich werd auch hier immer mal reinschauen...

Liebe Grüße
Ulrike

Chapxy
04.02.2012, 16:44
Hallo Ulrike,

Sonja bekommt PAC alle drei Wochen für erstmal 4 Monate.

Sind jetzt am 4 Tag nach der ersten Chemo und die NW halten sich immer noch in Grenzen. Gereizte Schleimhäute in Mund und Nase. Etwas Übelkeit.

Also alles noch erträglich denke ich.... aber wie gesagt ich stecke da ja nicht drinn.

Ab Mo. soll ich wieder Arbeiten gehen.... nicht weil mein Chef das unbedingt will sondern weil Sonja das will. *Grübel* Bin mir noch nicht sicher was ich davon halte. Werde es aber machen. Und ich denke nach vier Wochen zuhause wird es auch mir gut tun mal was anderes zu sehen. Bin mir nur nicht sicher ob ich mich auch auf die Arbeit konzentrieren kann. Aber wie sagt man immer so schön? Versuch macht Klug... :o

Gruß
Henner

Mirilena
04.02.2012, 19:30
Hallo Henner,

es tut mir schrecklich leid, dass Sonja krank ist und drücke ganz fest die Daumen, dass alles gut für sie verläuft und sie gute Chancen hat, den Brustkrebs und auch die Metastasen zu besiegen!!!

Ich denke auch, dass es besser für dich ist, wieder zu arbeiten. Auch für Sonja ist es wichtig zu wissen, dass trotz ihrer Krankheit wieder ein wenig Normalität und Alltag einkehrt. Und wichtig ist ja auch (so blöd und banal das klingt), dass ihr finanziell halbwegs abgesichert seid. Vielleicht solltest du auch mit deinem Arbeitgeber sprechen und eure aktuelle Situation schildern. Wenn du Glück hats, zeigt er Verständnis und lässt dich dann gehen, wenn es mal notwendig sein sollte.

Ich kenne mich überhaupt nicht mit Brustkrebs aus und kann dazu leider gar nichts sagen. Da sind meine "Vorschreiberinnen" wesentlich versierter. Aber ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man sich solche Sorgen um einen geliebten Menschen macht. Es ist sehr schön, dass du Sonja so sehr den Rücken stärkst und alles mit ihr gemeinsam bewältigt hast, was jetzt angefallen ist. Sicherlich hilft ihr das auch ein wenig über den Schock hinweg. Sei einfach für sie da und frage sie, was du für sie tun kannst. Auch ich kenne es, dass man den anderen so argwöhnisch beobachtet, weil man ihm gern alle Unanhemlichkeiten abnehmen will. Versuche, Sonja nicht zu "bemuttern" und lass ihr ein wenig Zeit für sich. Die wird sie vielleicht benötigen, um selbst mit der Situation zurecht zu kommen.

Ich finde es auch wichtig, dass ihr so offen über alles sprecht auch mit euren Kindern. Wir sind zwar alle unterschiedlich und verarbeiten Erlebnisse dementsprechend auch anders, aber ich finde es sehr wichtig, dass alle wissen, was los ist und jedes Kind (und sei es dem Alter nach auch schon "groß") weiß, dass es mit dir oder Sonja sprechen kann. Ihr könnt euch gegenseitig Kraft und Trost geben und das tut ihr ja auch.

Wie gesagt, du machst das alles sehr gut! Lass dich von der Angst und der Sorge nicht unterkriegen! Auch von mir ein großes Energiepaket an euch alle und vor allem an Sonja!!!
Liebe Grüße
Miriam

Chapxy
05.02.2012, 12:31
Hallo Miriam,

mit meinem Arbeitgeber gibt es bis jetzt keine Probleme. Ich hatte ein Termin bei meinem Chef. Ich habe Ihm die Situation geschildert und war sehr angenehm überrascht von seiner Reaktion.

Die Firma macht einiges damit es für uns zuhause passt. So will er z.B. einen weiteren Mitarbeiter auf meiner Schicht einsetzten der dann einspringen kann wenn ich überraschend nach Hause muss. In der hinsicht mache ich mir keine Sorgen.
Ich bin sowieso sehr postiv überrascht von den Reaktionen unseres Umfeldes. Bisher haben wir nur sehr freundliche und bestärkende Reaktionen bekommen.

Tja und wenn sich die NB nicht noch massiv verschlimmern spricht denke ich nichts dagegen wenn ich morgen arbeiten gehe.

So. Jetzt fange ich mal an zu kochen. Ich habe festgestellt das es mir unheimlich Spaß macht. Heute mache ich Rouladen gefüllt mit Dörrfleisch Zwiebeln und Senf dazu Rotkraut und Salzkartoffeln.... :rotier2:
Bekomme schon Hunger beim Schreiben.

Euch allen noch einen schönen Sonntag.

Gruß
Henner

Mirilena
05.02.2012, 15:04
Hallo Henner,

das klingt ja sehr lecker! Dann scheinst du ja ein guter Koch zu sein und wenn dir das sogar Spaß macht, ist es um so besser.

Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass Sonja keine Nebenwirkungen hat und alles gut verläuft! Und wenn es dir hilft, dann schreibe hier weiter. Irgend jemand findet sich immer, der dich ein wenig aufzumuntern versucht, der dich verstehen kann oder der gute Tipps hat, weil er eine ähnliche Situation bereits bewältigen musste.

Alles Gute für euch,
Miriam

Chapxy
13.02.2012, 18:32
Hallo meine Lieben.

Denke es ist mal wieder Zeit für ein Update:

Am Sonntag (05.02.12) abend hatten wir noch den Bereitschatsarzt zuhause. Bei Sonja hatten sich als Nebenwirkung der Chemo heftige Darmkrämpfe eingestellt. Nur durch eine Morphin Injektion konnte der Artz ihr Linderung verschaffen. Das hat dann allerdings sehr gut funktioniert.

Am Montag (06.02.12) habe ich ihr dann Morphintabeltten besorgt. Mit diesen haben wir die Schmerzen im Griff. Nur das die Schleimhäute im Mund jetzt Wund werden. Ausserdem hat sie einen ausgeprägten Salzgeschmack. Egal was sie isst oder trinkt. Auch muss sie jetzt ein Abführmittel nehmen weil das Morphin eine verstopfung verursacht. Trotzdem bin ich seit dem wieder arbeiten. Auch das klappt ganz gut und vor allem sorgt es dafür das ich ab und an mal auf was anderes denke.

Am Dienstag 07.02.12 waren wir bei Sonjas Friseur. Dort hat sie sich eine schöne Perücke ausgesucht. Noch hatt sie zwar alle Haare aber.....
Am Donnerstag 16.02.12 haben wir dann den Termin an dem die Haare fallen sollen. Bin mal gespannt.

Der Rest der Woche und auch das WE verlief dann im großen und ganze recht ruhig. Ab und an hat sie noch massive Schmerzen. Aber durch die Einnahme der Morphintabletten ist es erträglich.

Heute waren wir dann wieder in der Klinik wo Sonja ihre Zometa Infusion für die Knochen bekommen hat und nochmal Blut abgenommen wurde. Bin mal gespannt auf die Ergebnisse.

Jo.... das war es bis heute.

Ein gutgelaunter und hoffnugsvoll in die Zukunft schauender

Henner :rotier2:

Chapxy
16.02.2012, 19:02
Und weiter....


jetzt sind sie ab. Das war es dann mit Sonja´s Haaren. Gestern fingen sie an auszufallen. Heute waren wir dann beim Frieseur. Alles abrasiert.

Schon i-wie komisch. Aber Sie hat eine sehr schöne Kopfform. Und so komme ich besser an ihren Nacken..... zum kutschen.. :D

Naja die Perücke ist noch etwas ungewohnt sieht aber gut aus.

Das war es für heute schon wieder.

Gruß
Henner

Mirilena
16.02.2012, 22:20
Hallo Henner,

schön, dass Sonja dich hat und du auch den Gang zum Friseur mit ihr gemacht hast! Für sie war's bestimmt nicht so einfach. ich glaube, als Frau ist es schwerer sich von den Haaren zu trennen. Mein Papa war da relativ schmerzfrei. Aber das stimmt auch nicht ganz. Er hatte keine Perücke, weil er meinte, er würde unter Leuten lieber ein Base-Cap tragen, aber als Mann ist das etwas anderes.
Ich musste lächeln, als ich las, dass du jetzt besser Sonjas Nacken knutschen kannst;-) Mach das!!! Immer und immer wieder!

Alles Liebe für euch beide und eure Kinder! Ihr schafft das schon!!! Und halte uns auf dem Laufenden!
Gute Nacht
Miriam

Chapxy
02.03.2012, 10:34
Kennt Ihr das auch? Wenn der Mensch mit dem Ihr sonst alles gemeinsam entschieden habt, mit dem Ihr alles besprochen habt, der sich sonst um fast alles mit euch zusammen gekümmert hat, auf einmal nicht mehr so kann wie er möchte?

Ich finde es einfach zu kot***!

Am Dienstag den 21.02.2012 hat Sonja ihre zweite Chemo bekommen. Leider verträgt sie diesesmal die Chemo überhaupt nicht gut. Ihre Mund- und Rachenschleimhäute sind wund. Sie kann kaum Sprechen oder i-was schlucken.

Am Mittwoch den 29.02.2012 waren wir zur Blutuntersuchung bei unserem Onkologen. Ihre Leukos liegen bei 1,04k. Und sie werden in den nächsten Tagen auch noch etwas mehr fallen. Außerdem sind ihre Entzündungswerte sehr hoch. Sollte Sonja Fieber bekommen müssten wir sofort in die Klinik kommen. Außerdem hat er Ihr wieder Antibiotika verschrieben. Wahrscheinlich hat Sonja eine Entzündung im Mund. Damit sie überhaupt noch etwas schlucken kann hat sie ein Lidokainspray bekommen. Damit kann sie den Mund- und Rachenraum kurzfristig betäuben. Dummerweise enthält das Spray fast 30% Alkohol. Könnt Ihr euch vorstellen wie gut es sich anfühlt sich selbst Alkohol in einen völlig offenen und Entzündeten Mundraum zu sprühen? Ich kann euch sagen... da kommen mir nur beim Zuschauen schon die Tränen. Außerdem hat der Arzt ihr Sonden Nahrung mitgegeben. So bekommt sie wenigstens i-was in den Magen. Wobei sie sich auch damit schwer tut.

Positiv ist das Ihre Tumormaker im Schnitt um 50% gefallen sind! Und das schon nach der zweiten Chemo!

Unser Onkologe meinte wir sollten damit rechnen das wir mit dieser Dosierung der Chemo nicht weitermachen können. Die Nebenwirkungen sind zu stark.
Tja er hat wohl Recht. Sonja hat trotz Morphin starke Schmerzen und kann sich kaum noch aus eigener Kraft bewegen. Sie liegt fast nur noch. Ich hoffe dass die Nebenwirkungen bald etwas abklingen.
Aber den Mut hat sie nicht verloren. Sie will die Chemo genauso weitermachen wie sie im mom ist. Das wird bestimmt eine heftige Diskussion mit dem Onkologen wenn wir am Montagmorgen bei Ihm sind.

Gestern hatte Sonja Pechschwarzen Stuhlgang. Laut unserem Onkologen deutet das auf Blutungen im Darm hin. Aber solange der Stuhl nicht zu flüssig wird und es sich nicht wiederholt sollten wir uns keine Sorgen machen. Wenn aber doch sollen wir sofort in die Klinik kommen. Was für ein Scherzvogel!

Die letzte Nacht war durchwachsen. Alle 45min musste Sonja Pinkeln... dachte sie. Es kam aber nichts. Vielleicht doch einen Blasenentzündung? Da sie es aber nicht alleine bis zur Toilette schafft weckte sie mich also. Jedes mal wenn sie mich weckte bekam ich fast eine Panikattacke weil ich dachte jetzt müssten wir doch in die Klink fahren. Und dann? Tja dann stehe ich vor der Badezimmertür und hoffe das sie keinen schwarzen Stuhlgang hat. Bescheuert oder?

Heute Morgen scheint sich nicht viel verändert zu haben. Schlucken ist immer noch extrem schwer. Immerhin hat sie in 1 Std etwa ein halbes Glas Eiswasser getrunken. Gleich müssen wir noch Ihre Tabletten nehmen.... davor graut mir schon jetzt.

Es kommt mir so vor als würde ich jetzt mit meinen 35 Jahren doch noch erwachsen.

Gruß
Henner

Monika Rasch
02.03.2012, 12:09
Lieber Henner,
ich kann wirklich mitfühlen wie es Dir geht.
Es krampft sich regelrecht in mir zusammen, so nah ist mir noch die erinnerung an diese Zeit.

Wenn die Schleimhäute anfangen sich aufzulösen, dann will man einfach nicht mehr essen.
Bei meiner Schwester waren es dann immer Pilzinfekte, die mit einem Medikament zum in den Mund einträufeln bekämpft wurden.
Dann war es nach 2, 3 Tagen wieder gut.
Zum Mundspülen soll Salbeitee gute Wirkung zeigen, wir haben es aber nicht ausprobiert, weil wir;) keine Salbeibonbons mögen-
wär ja eigentlich egal gewesen, der Geschmack war ja sowieso weg-vielleicht einfach probieren.
Oder, anderer Tipp, gurgeln bzw.Mund spülen mit einer milden Jodlösung(nur wenn keine Schilddrüsenprobleme bestehen) -
das hat meinem Mann damals sehr geholfen-
und der Geschmack ist auch nicht eklig.

Wenn Sonja trotz Morphin starke Schmerzen hat, ist das Mittel möglicherweise zu niedrig dosiert.
Bitte unbedingt dem Arzt sagen, er wird sicher die Schmerzmittelversorgung optimieren wollen.
Vielleicht mit anderen Mitteln kombinieren.

Aber aufpassen, das Morphin kann auch starke Verstopfung begünstigen, der Darm
wird träge, es ist sowieso wahrscheinlich zu wenig Flüssigkeit (leidiges Thema) im
Körper.

Zum pechschwarzen Stuhlgang.
Da sollte man zumindest mal abklären, ob das Blut ist.
Denn an der Blutbildung mangelt es ja unter der Chemo sowieso, da braucht
es auch kein weitere Baustelle mehr.
Allerdings kann man schwarzen Stuhlgang auch von Eisenpräparaten
bekommen, oder rotem Saft, oder Rotwein.
Aber das muss geklärt werden.
Wenn auch nur der Verdacht besteht, dass es ein Magenproblem ist(Magenblut wird schwarz ausgeschieden, Darmblut eher sehr dunkelrot), muss
ein Magenschutzpräparat verordnet werden.

Lieber Henner, ich wünsche Dir ganz ganz viel Durchhaltevermögen, es ist
eine ganz üble Zeit-
die aber vorbeigeht.

Und Deiner Sonja wünsche ich, dass sie alles gut übersteht und dass sie
den Kopf obenbehält.

AliceStayGold
03.03.2012, 01:08
hallo henner!

als ich den titel brustkrebs mit metas in der leber und den knochen gelesen habe..konnte ich nicht anders als all deine beiträge zulesen.
meine mama hat das selbe krankheitsbild.. seit dem 07.01.2012 wissen wir das der brustkrebs zurück ist.. und gestreut hat.. zwergfell (der ganze brustraum sitzt voller metastasen), leber und wirbelsäule sind befallen. sie bekommt momentan auch eine sehr starke chemotherapie.. die nebenwirkungen sind nicht ohne.. aber sie hält sich tapfer.

dein letzter eintrag hier.. hat mich sehr bewegt.. deshalb hab ich mich auch entschieden dir zuschreiben. (ich bin ganz neu hier. deshalb scheue ich mich auch noch etwas, mein thema hier zueröffnen)
es tut mir sehr leid.. zulesen wie schlecht es deiner frau geht. es ist eine harte zeit für dich und deine kinder..aber vorallem für deine frau. bitte halt den kopf oben!! es kommen sicher auch wieder gute tage für sie und deshalb auch für euch. tage in denen ihr aufatmen könnt...um neue kraft zutanken. ich werde euch ins gebet einschliessen. lieben Gruss alice

Elisabethh.1900
03.03.2012, 02:01
Lieber Henner!

Im Forum zur Strahlentherapie sind verschiedene Rezepturen für Mundspüllösung angegeben. Dazu gehört auch die "Heidelberger Lösung", deren Inhaltsstoffe inzwischen verbessert worden, wie ein User mit dem Namen Dritthelfer schrieb.
Alle Lösungen müssen vom Arzt rezeptiert und in der Apotheke angefertigt werden. Bitte fragt einmal danach, hier ist die URL zu dem entsprechenden Thread:http://www.krebskompass.de/showthread.php?t=46165

Ich möchte Euch noch einen lieben Gruss senden und ganz viel Kraft wünschen! Du bist schon erwachsen!

Tschüß! Elisabethh.

Mirilena
03.03.2012, 09:14
Lieber Henner,

oh, unvorstellbar, was die Chemo so anrichtet. Und wie stark Sonja ist, dass sie trotz aller Nebenwirkungen und damit verbundener Schmerzen weiter machen will! Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass sich die Schmerzen mit dem Morphin im Rahmen halten und auch die Nebenwirkungen abnehmen.

Du machst das alles ganz großartig! Du bist für Sonja da und hilfst ihr, wo du nur kannst. Wie geht es euren Kindern damit? Kommt ihr einigermaßen zurecht? Man ist einfach so hilflos und fühlt sich so ohnmächtig, oder?

Ganz liebe Grüße
Miriam

Chapxy
03.03.2012, 19:30
Also.... erstmal antwortet ich auf eure Post.

Allgemein mal an alle: VIELEN DANK. Eure Ratschläge, Tipps oder einfach nur eure Anteilnahme macht es für mich leichter. Und ich bilde mir ein das wenn es mir etwas besser geht ich Sonja am besten helfen kann. Also kommt alles was Ihr hier postet direkt bei ihr an. Danke dafür!

Hallo Monika,

Salbeitee haben wir versucht. Bring nur Kurzfristig Linderung. Die von Elisabethh.1900 angesprochene Mundspüllösung haben wir im Einsatz. Diese ist wirklich nicht schlecht. Aber es ist leider immer noch so das sie kaum etwas Isst. Auch Sondennahrung ist für Sonja nicht zu schlucken.
Was die Dosierung des Morphins angeht werde ich Montag mit unserem Onkologen reden. Im mom erhält Sie Morphinsulfat als Retardtabellte 20 mg 3 mal Täglich. Bei Bedarf auch mehr.
Verstopfungen waren bei uns schon ein Thema. Das haben wir mit dem Magrogolpulver aber im griff. Gott sei Dank trinkt sie aber noch immer Eiswasser.

Magenschutz bekommt Sonja. Mhm Partz*** pantol? *grübel* namen vergessen. I-wie so hieß das Medikament aber.


Hallo Elisabethh.,

ja danke der Tipp ist wirklich gut und sollte noch bekannter werden. Wir hatten diese Lösung schon von unserem Onkologen verschrieben bekommen. Trotzdem vielen Dank.


Hallo Mirilena,

ja in der tat. Wir wurden ja schon nach der Diagnose auf das hingewiesen was da auf uns zukommt. Aber ich habe es mir trotzdem nicht soooo schlimm vorgestellt.


Hallo AliceStayGold,

nur keine Hemmungen. Nutz dieses Forum. Genau dafür ist es da. Es hilft ungemein. Na auf jedenfall mal mir. Deiner Mutter schicke ich alles an guten Gedanken. Gemeinsam gegen den Krebs. Wir schaffen das!


So. Nachdem ich jetzt auf euch geantwortet habe ist vielleicht aufgefallen das ich einige Fragen umgangen habe. Z.B. wie unsere Kinder damit klarkommen oder auch was schwarzer Stuhlgang bedeuten könnte. Warum ich das gemacht habe? Ja das kommt jetzt:

Am Freitagmorgen habe ich nochmals mit unserem Onkologen Rücksprache wegen dem schwarzen Stuhlgang von Sonja gehalten. Er fragte mich wann sie denn das letzte mal Wasser gelassen hätte. Auf Nachfrage bei Sonja stellte sich heraus das es mindestens 48 Std. her war. Daraufhin fragte er mich ob ich Ihren Blutdruck messen könnte. Das habe ich dann getan…. Ergebnis: 45 zu 22 bei einem Puls von 75. Ich habe die Messung dreimal wiederholt. Aber es stimmte.
Daraufhin hat unser Onkologe gesagt das es sein könnte das Sonja Magenblutungen hat. Dass sie kein Urin abgesetzt hat könne darauf hin deuten das die Nieren nicht arbeiten. Das deutet auf einen größeren Blutverlust und einen Schock hin.
Puh dachte ich…. Was nun?
Also habe ich Sonja geschnappt und wollte mit Ihr ins Krankenhaus fahren… ich habe Sonja noch nicht mal von der Couch hoch bekommen. So schlapp und keinerlei kraft mehr da.
Also… Notarzt und Krankenwagen.
Kaum angekommen wollten der Notarzt ihr einen Zugang legen. Ich wies auf den Port hin und auch darauf dass wir Portnadeln dahaben. Er wollte aber nicht an den Port drangehen. Also stochert das geschulte Personal in Sonjas Armvenen rum. Sie hatten keinen Erfolg. I-wann hatte der Rettungsassistent die Nase voll und hat dem Arzt vorgeschlagen dass sie ohne Zugang jetzt ins Krankenhaus fahren. Gott sei Dank hat der Arzt dem zugestimmt.
Im Krankenhaus angekommen haben die Ärzte nochmals versucht einen Zugang zu bekommen um Blutabzunehmen. Hier hatte dann der diensthabende Arzt genügend mumm die von mir angebotene Portnadel zu verwenden und durch den rückläufigen Port Blut abzunehmen. Im Anschluss gab es dann sofort etliche Infusionen und es hieß warten auf die Laborwerte.
Als diese dann endlich vorlagen stellte sich heraus dass der HB Wert von 14 auf 9 gefallen ist. Auch der Quix(?) wert sei sehr schlecht. Allerdings wären die Leukos wieder auf 8k gestiegen. Also wurden zwei Oberärzte gerufen. Nach kurzer Beratung stand fest: Magenspiegelung um Blutungen auszuschließen. Ok dachte ich….
Also schoben wir Sonja rüber in die Endoskopie. Beide Oberärzte waren da. Kaum Angekommen wurde Sonja an die Überwachung angeschlossen.
Und dann ging es los. Blutdruck ging schlagartig soweit in den Keller das die Überwachung Alarm auslöste. Der Blutdruck fiel auf 35 zu 20 und zum Teil auch tiefer. Da kam Bewegung in die Arzte und Schwestern. Schocklagerung. Beine Hoch, Kopf tief. Eine Schwester lief auf die Intensivstation und holte drei Spritzen. Eine davon jagten Sie Sonja sofort über den Port rein. Was auch immer es war was sie Sonja spritzten, es wirkte. Der Blutdruck ging langsam wieder hoch.
Das waren die wohl schrecklichsten Minuten (es kam mir wie Tage vor) in meinem Leben. Ich dachte zwischendurch wirklich dass Sonja jetzt hier vor meinen Augen verblutet. Ich war fix und fertig, klatsch nass geschwitzt. DAS brauche ich nie wieder!
Aber was jammere ich hier rum. Sonja war fast die ganze Zeit bei klaren Bewusstsein. Sie hatte Angst…. Das könnt ihr euch nicht vorstellen.
Also weiter. Nachdem der Blutdruck einigermaßen stabil war haben Sie Ihr Vitamin K als Infusion gegeben und kurz vor der Magenspiegelung dann 4 mg Dormikum über den Port gespritzt. Nachdem das Dormikum wirkte musste Sonja dann den Schlauch des Endoskops schlucken. Dann konnte ich mir meine Schönheit auch mal von Innen anschauen. Es war interessant aber nichts dass ich unbedingt vermissen würde. Zumal dann mittendrinn in der Untersuchung die Überwachung wieder Alarm auslöste. Durch das Dormikum ging der Blutdruck schon wieder in den Keller. Der eine Arzt macht also weiter mit der Magenspiegelung der ander verabrechit Sonja wieder über den Port was für den Blutdruck. Auch das hat wieder funktioniert. Ich habe so gezittert das ich mich auf einen Stuhl setzten musste.
Das Ergebnis der Magenspiegelung war nicht eindeutig. Es wurde ein Magengeschwür entdeckt das aber schon älter ist. Außerdem wurde altes geronnenes Blut abgepumpt. Aber keine starke Blutung entdeckt. Trotzdem ist der ganze Magen innen auch angegriffen von der Chemo.
Was nun dachte ich. Die Ärzte wollten Sie dabehalten. Zur Überwachung. Sonja sagte das Sie bleiben würde aber nur wenn sie auf die Palliativstation darf. Dieser Wunsch wurde Ihr erfüllt. Auf Station angekommen hat uns die Stationsärztin absolut liebevoll empfangen. Die sind hier der reine Wahnsinn. Ich kann sie nicht genügend loben. Was hier auf dieser Station für die Patienten getan wird ist absolut genial!

Ok also kurz nachdem wir da waren und die Stationsärztin Sonjas Akte hatte kam sie zu uns und sagte das sie nicht glauben würde das die Nieren nicht arbeiten. Sie würde gerne kurz mal ein Ultraschall von der Blase machen. Sie vermutet dass Sonja einen Harnwegsverschluss hat. Kurz gesagt: Sie hatte recht! Die Blase war mehr als Randvoll. Das Problem war schnell behoben. Ein Blasenkatheter wurde gelegt und Sonja ging es fast sofort deutlich besser.
Trotzdem ist der Blutdruck immer noch unser Sorgenkind. Er steigt kaum mal auf Werte von über 80 zu 55. Zumeist liegt er deutlich tiefer. Sonja bekommt jetzt gerinnungsfördernde Infusionen und Antibiotika. Leider ist es so dass Sie durch den tiefen Blutdruck und den Schmerzmitteln kaum mal wirklich ansprechbar ist. Also müsst ihr jetzt herhalten….
Puh was für ein Roman. Aber ich liege hier auf der Station neben meiner Frau im Bett mit meinem Laptop auf den Beinen und habe mir jetzt alles von der Seele geschrieben was die letzten zwei Tage so los war. Ich könnte (habe es auch) heulen.

Trotzdem mutige Grüße
Henner

Elisabethh.1900
03.03.2012, 23:17
Lieber Henner!

Zuerst möchte ich Dir und Sonja einen lieben Gruss senden und Euch ganz viel Kraft wünschen. Es ist gut, dass Du den Notarzt gerufen hast und er Sonja ins Krankenhaus brachte. Zu Hause sind die Möglichkeiten begrenzt, wenn jemand so starke Nebenwirkungen hat wie Deine Frau. Du schreibst ja, dass sie nun in guten Händen ist.

Kaum angekommen wollten der Notarzt ihr einen Zugang legen. Ich wies auf den Port hin und auch darauf dass wir Portnadeln dahaben. Er wollte aber nicht an den Port drangehen

Da kann ich den Notarzt verstehen, wenn man da nicht genügend Übung hat, sollte man den Port in Ruhe lassen.

Ich denke, dass Sonja, auf Grund der Nebenwirkungen über einen längeren Zeitraum ihre Ernährung, sowie die Medikamente über den Port benötigt. Der Port ist ja ein sicherer Zugang und man kann dann genau die Menge an Flüssigkeit und Kalorien geben, welche sie benötigt.
Nicht essen zu können, bedeutet für den erkrankten und seine Angehörigen einen enormen Streß.

Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt Euch dabei, die Kosten übernimmt die Krankenkasse.
Die Mitarbeiter vom Sozialdienst des Krankenhauses werden Euch unterstützen, alles notwendige in die Wege zu leiten.

Liebe Grüße!

Elisabethh.

Mirilena
03.03.2012, 23:33
Oh Henner,

ich bin so froh, dass Sonja das alles überstanden hat und du so gut reagiert hast!!! Und es ist gut zu wissen, dass Sonja und du jetzt auf der Palliativstation seid. Wir haben da auch ganz wunderbare Menschen kennen lernen dürfen. Wahrscheinlich sind es ganz besonders Leute, die dort arbeiten und sich für andere einsetzen. Dann ist Sonja ja jetzt aus medizinischer Sicht in guten Händen. Wie wunderbar, dass die Ärztin ihr Erleichterung verschaffen konnte und auf die Idee kam, dass etwas mit der Blase nicht stimmen könnte.

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll... Ich finde es ganz, ganz schlimm, dass sich die Situation so zugespitzt hat für euch! Als ich das letzte Mal von dir las, waren es nur Sonjas Haare, die sie eingebüßt hat und als ich heute von dir las, war ich wirklich schockiert, wie arg sich Sonjas Zustand verschlechtert hat. Ihr seid wirklich sehr, sehr tapfer! Das ist vielleicht das falsche Wort, aber mir fällt nichts anderes ein.

Schreib immer, wenn dir danach ist und du etwas loswerden musst! Für dich muss es nahezu unerträglich sein, deine geliebte Sonja so leiden zu sehen und so um sie zu bangen. Du kannst wirklich sehr stolz auf dich sein, dass du so zu ihr hältst und für sie da bist. Und dennoch, es ist bestimmt sehr hart für dich. Du schriebst ja bereits, wie schrecklich es ist, dass Sonja kaum sprechen mag, weil ihr die Kraft fehlt und du dich bestimmt einsam fühlst. Ich bin ganz zuversichtlich, dass Sonja auf der Palliativstation geholfen werden kann und sie dort sehr liebevoll behandelt wird. Bestimmt schafft man es dort auch, ihr die Schmerzen zu nehmen, so dass sie wieder ein wenig zu Kräften kommt. Ihr seid auf dem richtigen Weg!

Du hast bestimmt recht, wenn es dir "gut" geht, dann kannst du besser für deine Sonja da sein und ihr Zuversicht geben. Also, wir hören dir gern zu bzw. lesen von euch, wenn wir leider auch nicht mehr für euch tun können. Es ist wenig, aber immerhin etwas... Sonja wünsche ich von ganzen Herzen, dass sie es schafft und es ihr ganz bald wieder besser geht!!! Und dir wünsche ich, dass du weiterhin die Kraft hast, sie so toll zu begleiten.

Alles Liebe für euch beide!!!
:pftroest:
Miriam

Mirilena
03.03.2012, 23:35
Habe ich ganz vergessen... Ich denke, Sonja spürt deine Anwesenheit, auch wenn sie nicht ansprechbar ist! Und sie spürt, wenn du ihre Hand hältst. Ganz bestimmt! Und das gibt ihr auch Kraft!
:engel:

Chapxy
04.03.2012, 00:25
Da kann ich den Notarzt verstehen, wenn man da nicht genügend Übung hat, sollte man den Port in Ruhe lassen.

Du hast mit Sicherheit Recht! Aber in der Situation.... :mad: oh bin ich froh das ich gut erzogen bin. Ansonsten hätte ich vielleicht etwas gesagt oder getan das mir heute leidtun würde.


Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt Euch dabei, die Kosten übernimmt die Krankenkasse.
Die Mitarbeiter vom Sozialdienst des Krankenhauses werden Euch unterstützen, alles notwendige in die Wege zu leiten.


Sehr guter Hinweis. Da werde ich gleich mal nachhaken. Danke dir.



Also, wir hören dir gern zu bzw. lesen von euch, wenn wir leider auch nicht mehr für euch tun können. Es ist wenig, aber immerhin etwas...

Es ist es so viel. So viel. Es bedeutet mir eine Menge. Ich denke gerade das gibt einem in manchen Situation dann die Kraft nicht zu verzweifeln. Mir geht es auf jeden fall mal so.

Aber das ist es eigentlich nicht. Mich macht die eigene Hilflosigkeit und das Gefühl nichts machen zu können fertig. Dazu kommt dann noch das ich es auch nicht mit Sonja besprechen kann. Das ist heftig. Dann noch zu sehen das sie versteht was passiert. Boah.

Heute hatten wir eine Situation da konnte ich nicht mehr.

Sonja fragte mich im Flüsterton ob ich an Ihre Tönung gedacht hätte und wann ich denn Zeit hätte Ihr die Haare zu tönen.
Und das obwohl Ihre Haare nun schon eine Weile ab sind.

Das war wirklich schlimm für mich.
Aber dann zu sehen wie sie realisiert was gerade passiert ist. Und das sie gar keine Haare mehr hat, das entsetzten als sie verstanden hat das ihr eigenes Gehirn im mom nicht so funktioniert wie es das sollte. Das hat mir den Rest gegeben. Ich habe heulend neben ihr gelegen. Ein Häufchen Elend.
Puhh ich glaube jetzt kann ich nicht mehr.

Na dann bin ich nach Hause gefahren. Komme dort an und mein kleiner fragt mich wie es seiner Mutter geht. Er war heute Vormittag mit im KH. Ich sage Ihm also dass sich da nicht viel geändert hat.

Er schaut mich an. "Papa ich habe Angst"

Tja was sagt man dann? Ich auch? Habe ich, aber das kann ich ihm doch nicht sagen oder? Also wieder stark sein und Robin das Gefühl geben das er sich auf mich verlassen kann. Wie oft kommt das noch auf mich zu? Und wie oft schaffe ich das?

Das sind dann die Momente in denen ich in die Trickkiste greife. Ich rufe den Pizzadienst. Robin darf sich aussuchen was er essen möchte. Wir schließen die Play Station im Wohnzimmer an setzten uns auf die Couch essen Pizza und zocken i-was an der Konsole.
Nur nicht Nachdenken.

Klappt heute aber auch nicht richtig. Dann fragt er ob er heute bei mir schlafen darf. Er möchte gerne Mamas Bett warmhalten. *schluck* „Klar darfst du das“ Flucht ins Bad. Der Tag nimmt kein Ende.

Er liegt jetzt im Bett. Er wartet auf mich. Will noch knuddeln. Ich habe schon fast angst davor weil ich mir selbst nicht über den weg traue. Man man man was ist denn mit mir los? Bin doch sonst nicht so gefühlsduselig. Also zusammen reißen.

Ich wünsche euch allen eine gute Nacht.

Bis morgen
Henner

Mirilena
04.03.2012, 09:41
Guten Morgen Henner,

ich stelle mir gerade vor, wie Robin an dich gekuschelt schläft. Ich finde so gar nicht, dass du gefühlsduselig bist. Ich finde, dass du schlicht und ergreifend ein ganz toller Mensch bist. Und natürlich darfst du auch mal schwach sein und weinen und Robin sagen, dass auch du dir große Sorgen machst und inständig hoffst, dass es Sonja wieder besser geht. Robin spürt ohnehin, dass alles anders ist und er würde auch spüren, wenn du ihm etwas vormachst.
Die Trickkiste ist doch völlig in Ordnung! Zum einen lenkt es Robin ein wenig ab von seiner Angst um die Mama und ihm tut deine Aufmerksamkeit gut. Ich musste schlucken, als ich den Absatz gelesen habe...
Auch von der Haartönung...

Den Tipp von Elisabeth finde ich auch sehr gut! Ihr braucht unbedingt Hilfe und Unterstützung, denn wenn Sonja so schwach ist und es länger dauern wird, bis sie sich wieder erholt hat, dann kannst du das allein nicht leisten. Als nächster Schritt steht dann eine Beratung durch den sozialmedizinischen Dienst im KH auf dem Zettel. Lass bloß keine Zeit vergehen, denn erfahrungsgemäß dauert es alles ein wenig ab Antragstellung. Aber vielleicht lässt die Krankenkasse ja auch mit sich reden.

Hoffentlich konntest du heute Nacht wenigstens ein paar Stunden schlafen und zur Ruhe kommen nach der ganzen Aufregung.Und Robin auch!

Fühl' dich gedrückt,
Miriam

Chapxy
04.03.2012, 12:54
So. Die Nacht war sehr erholsam. Ich bin gestern Abend ins Bett. Kaum habe ich gelegen spüre ich doch das sich da was bewegt. Robins Kopf taucht auf und er legt ihn auf meine Brust. „Wenn ich schon nicht die grünen Elefanten von der Mama bekomme musst du mir aber noch gute Nacht sagen.“

Die grünen Elefanten sind ein Spruch den Sonja Robin immer vor dem zu Bett gehen sagt. : Träum von grünen Elefanten, lila Kängurus, gelben Schweinen und Kunterbunten …. Bekomme ihn nicht komplett zusammen.

Also sage ich zu Ihm „Schlaf gut und träume was schönes mein kleiner“ Er schaut mich an „ Neee nicht kleiner…. Papa du weißt doch“ Ich überlege was er will. „ Ich bin doch dein Seemann“ Achja…

I-wie habe ich das von meinem Vater übernommen. Er hat mich ab und an seinen Seemann genannt. Kurz nach Robins Geburt habe ich mich dabei erwisch das ich ihn auch so nenne. Und das obwohl ich noch nie zur See gefahren bin.

Also wünsche ich meinem Seemann eine gute Nacht. Bald darauf höre ich von meiner Brust her die tiefen und entspannten Atemzüge eines Kindes. Er wird ganz schlafwarm. Dabei kann ich einfach nicht wach bleiben. Konnte ich noch nie. Egal was los war das hilft. Immer. Besser als jede Schlfatablette. ;)

Habe absolut Traumlos tief und fest und sehr erholsam geschlafen. Bin voller Energie heute Morgen ins KH zu Sonja gefahren. Und der Tag scheint wirklich ein sehr guter zu werden. Es geht Ihr etwas besser. Nicht viel aber etwas. So das es deutlich zu sehen ist. Scheint vom Kopf her etwas wacher zu sein.

Gruß
Henner

Mirilena
04.03.2012, 17:54
Wie schön!!! Während ich das jetzt las, bist du im Krankenhaus bei Sonja und wenn es ihr auch nicht wesentlich besser geht, so doch ein klein wenig und das freut mich sehr!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Liebe Grüße
Miriam

Chapxy
04.03.2012, 18:43
Grübel grübel grübel….

Und ich hatte den Eindruck es geht Ihr etwas besser.

Jetzt war die Oberärztin der Station da. Also ein Kinnhaken wäre mir lieber gewesen.

Sie sagt dass sie Sonjas Zustand als sehr kritisch einstuft. Sollten wir heute am Tiefpunkt angekommen sein wird Sonja sich langsam wieder erholen. Wenn aber nicht…. Medizinisch sind sie am Anschlag. Sie haben und machen alles was sie können. Mehr geht aber leider nicht. Ob ich damit rechnen muss das Sonja stirbt? Möglich aber nicht heute. Wenn alles gut geht erholt sie sich wieder. Wenn alles gut geht….. mein Gott ist das unfair. Hin und her gerissen zwischen Heulen und stinkwütend…

*Rums* und da stehe ich wieder. Was nun? Mein Kopf fährt Karussell. Kopf Kino und es laufen nur Horrorfilme. Soll ich jetzt die Kinder anrufen? Oder nicht? Die Ärztin meint ich solle erst mal diese Nacht abwarten. Ok also warten, das kann ich wenigstens, darin haben wir schon Übung. Diese Nacht denke ich werde ich bei Ihr bleiben. Oder nicht? Vielleicht sollte ich lieber nach den Kindern sehen? Wenn es so ernst ist wollte ich auch nicht alleine sein. Aber was ist wenn sie merkt das ich da bin und denkt dass es wohl zu Ende geht? Vielleicht gibt sie dann auf? Ohh Gott. Und die Kinder? Was soll ich nur machen. Was mache ich bloß ohne Sonja? Oh Gott so was darf ich gar nicht denken. Super jetzt fühle ich mich auch noch schuldig. Die Gedanken überschlagen sich…

Und ich dachte heute wird ein schöner Tag. Ich habe keine Ahnung was ich denken soll. Mann mann mann jetzt geht das schon wieder los.

Kennt ihr das? Das ist ja der absolute Horror. Ich habe keine Ahnung was ich jetzt machen soll. Vor lauter grübeln mache ich erst mal nichts. Ich sitze bei Ihr am Bett halte ihre Hand streichle sie. Ab und an küsse ich sie, ganz vorsichtig, ihr tut der Mund so weh. Gleichzeitig mache ich mir Sorgen um die Kinder. Jetzt habe ich mich aufgerafft alles mal aufzuschreiben. Wenn ich es so lese fällt es mir schon etwas leichter zu Überlegen was zu tun ist. Ich gehe jetzt vor die Tür und werde unsere Kinder alle anrufen. Ich will dass sie Bescheid wissen. Und ich denke dass Sonja es auch will. Ich will heute keines der Kinder hier haben. Besonders Robin nicht. Aber wissen sollten sie es. Na gut Robin muss das nicht wissen.

Morgen kann ich ja vielleicht schon Entwarnung geben. Und wenn nicht dann habe ich sie wenigstens Informiert. Außerdem lesen die Kinder ebenfalls dieses Forum. Das heißt sie würden es so oder so erfahren. Und dann doch lieber von mir persönlich.

Soweit so gut. Falls jemand von euch eine Idee oder einen Vorschlag hat wie ich Sonja jetzt im mom noch helfen könnte…. Ich wäre dankbar.

Etwas geschockte Grüße
Henner

Chapxy
04.03.2012, 20:02
Und jetzt wieder aufwärts.

Als ob sie gemerkt hat wieviel Sorgen ich mir mache, oder einfach nur um der Ärztin zu zeigen das sie so schnell nicht klein zu kriegen ist macht Sonja aufeimal die Augen auf schaut mich an und sagt: „Ich muss mal zur Toilette“.

Ok denke ich, Sonja hat bestimmt vergessen das Sie einen Blasenkatheter hat. Also sage ich zur Ihr: „ Maus du hast einen Katheter. Kannst einfach Pinkeln wenn dir danach ist“. Sie schaut mich mit leicht schrägen Kopf an und sagt: „ Das weiß ich. Aber wenn ich zur Toilette muss solltest du mir helfen. Sonst sage ich der Schwester das du die Sauerei wegmachst“.

wupp Sprachlos. Ok also schnell die Schwester gerufen. Die bringt einen Rollstuhl. Sonja schaut etwas skeptisch. Aber dann setzt Sie sich auf und schwingt die Beine über die Bettkante. Gemeinsam sorgen wir dann dafür das sie sicher im Rollstuhl landet. Auf ins Bad. Dort angekommen setzt Sie sich fast ohne Hilfe auf die Toilette. Und setzt Stuhl ab! Und der ist nicht Schwarz! Ich bekomme das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Das letzte mal habe ich mich so gefreut als Robin anfing zu laufen. Auch die Ärztin sagt das es ein gutes Zeichen sei.

Verdammt nochmal jetzt würde ich gerne etwas feiern. :D

So ein auf und ab der Gefühle in so kurzer Zeit. So was schlaucht.

Gruß
Henner

AliceStayGold
04.03.2012, 21:03
hey henner..

erstmal danke für deine lieben retour worte! ich denke auch, das man hier gut aufgehoben ist. und der ein oder andere hier ein offenes ohr für einen hat (am ersten abend als ich mich hier vorgestellt hatte, bekamm ich auch schon prompt eine pn, die mir wirklich ein gefühl von verständniss und auch beistand vermittelt bzw gegeben hat. das tat sehr gut. denn menschen die in der selben situation stecken/hesteckt haben, können einen viel besser verstehen..als all die aussenstehenden (freunde, kollegen etc)

was du gerade durchmachst..ist... puhhhh schlicht weg ..ja .. einfach nur der horror. ich kann deine ängste und sorgen vollkommen nachvollziehen.. und auch deine wut und ohnmacht. ich kann dir leider keinen rat geben..ausser das einzige was du für sie tun kannst(aber das weisst du ja selbst) ist da sein. und mit allem was du uns mitteilst..entnehme ich, das du genau das tust. :)
ich hoffe das es aufwärst geht..und deine frau eine erholsame nacht haben wird.(ebenso du) halt den kopf oben !!!!!!! Lg alice

sjarissa
04.03.2012, 22:43
Lieber Henner,

es sind wohl die schwierigsten Momente im Leben, nicht zu wissen, was in einer Stunde ist, nicht wissen, was in absehbarer Zeit geschieht. Diese Zeit zwischen Bangen und Hoffen, dieses Auf und Ab der Gefühle, es ist für mich die größte Herausforderung der sich liebende Menschen stellen müssen.
Und weil niemand weiß, auch kein Arzt oder eine noch so erfahrene Pflegekraft, finde ich deine Entscheidung die älteren Kinder zu benachrichtigen sehr, sehr gut.
Aus meiner Erfahrung heraus möchte ich dir ans Herz legen diese Nacht bei Sonja zu verbringen, instinkitv fühlst du ja auch das sie dich und du sie brauchst. Leider lassen wir uns oft durch Aussagen von Pflegekräften oder Ärzten von dieser Entscheidung abbringen. Folge und vertraue nur deinem eigenen Gefühl...
In solchen Momenten können wir nur wenig tun oder aber gerade sehr viel: Dasein ist das Einzige um, wann immer darum gefragt wird, die vertraute Stimme sprechen und hören zu lassen, das Gefühl zu vermitteln, ich bin bei Dir, du bist nicht allein, ich liebe dich, Körperkontakt halten, streicheln, all die so vertrauten Berührungen...
All das wird Sonja unterstützen in Ihrem Prozeß... Wie es umgesetzt wird, zum Heilwerden oder Abschiednehmen... diese Frage kann niemand beantworten und ist auch nicht vorrangig. Begleiten und Dasein, die Liebe füreinander spürbar machen, das ist das was zählt.
Und du kannst das, du leistest Großartiges. Danke das du uns alle so intensiv daran teilhaben läßt.
Ich wünsche Euch Beiden viel Kraft und Licht.
Innige Herzumarmung

Sjarissa

Chapxy
05.03.2012, 04:13
Es ist jetzt kurz vor 3:00 Uhr am Morgen. Mir wurde geraten die Kinder anzurufen. Sonjas zustand hat sich leider massiv verschlechtert. Die Kinder (außer Robin) waren alle bis nach Mitternacht da. Selbst Jenny ist auf dem Weg von Berlin hier her.

Mir geht es beschissen. Weiß gar nicht was im Denken soll. Ich bin bei Ihr streichle sie und hoffe immer noch. Eine Chance gibt es. Auch wenn sie jetzt sehr gering ist.

Um 02:00 Uhr hat Sonja angefangen aus der Nase zu bluten und hat auch wider flüssigen schwarzen Stuhl abgesetzt. Alles keine guten Zeichen. Und Sie kämpft wie eine Löwin. Kämpft um jeden Atemzug. Ich bewundere sie dafür so sehr. Mein Gott wie sehr ich diese Frau liebe. Es schmerzt so sehr….

Emile
05.03.2012, 06:51
Lieber Chapxy,
Meine Gedanken sind bei Euch! Ich bete für Euch, daß Sonja den Kampf gewinnt!
Ich schicke Dir und Sonja ein riesiges Kraftpaket!
Liebe Grüße Emile

Mirilena
05.03.2012, 07:17
Lieber Henner,

ich hoffe so sehr, dass Sonja es schafft!!! Sie ist wirklich eine Kämpferin und du bist es auch. Und es darf einfach nicht sein, dass sie so früh gehen muss. Ich weiß wirklich gar nicht, was ich schreiben soll. Ich bin erschüttert! Ich denke ganz fest an euch und konzentriere alle meine Gedanken darauf, dass Sonja es schafft und die Krise überwindet.

Alles Liebe
Miriam

Chapxy
05.03.2012, 10:20
Ich danke euch allen.

Es sieht leider wirklich nicht gut aus. Ich werde mich melden wie es hier weitergeht, aber im mom fehlen mir einfach die Worte.

Henner

Laura88
05.03.2012, 10:29
Lieber Henner!

Ich denke ganz feste an euch und vor allem an Sonja, dass sie stark genug ist!

Ganz liebe Grüße
Laura

Elisabethh.1900
05.03.2012, 11:30
Lieber Henner!

Ich denke ganz fest an Euch, besonders an Sonja, dass sie es schafft!

Erlaube mir, Dich ganz fest virtuell zu knuddeln!

Tschüß bis heute abend!

Elisabethh.

Chapxy
05.03.2012, 11:34
Es geht zu Ende. Wir reden jetzt nur noch von Std.

Ich will sie nicht verlieren. Ich habe Angst.

Elisabethh.1900
05.03.2012, 11:35
Lieber Henner!

Es tut mir so leid, lass Dich umarmen!

Elisabethh.

Monika Rasch
05.03.2012, 12:11
Lieber Henner,
ich kann es kaum glauben,ich hatte die letzten Tage nicht hier gelesen.

Ich hoffe, dass Sonja sich in Liebe geborgen weiss und ihre Angst verliert.

Natürlich sollen die Kinder die Mama sehen, einmal über den Arm streicheln, einen Kuss...aber wenn sie weinen müssen, dann vor die Tür gehen.

Macht ihr im Zimmer eine friedliche Atmosphäre und wartet ab.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Vielleicht erholt sie sich wieder.

edith57
05.03.2012, 12:17
Lieber Henner,

Ich habe bisher nur gelesen bei dir, aber jetzt möchte ich dir sagen, dass ich in Gedanken bei euch bin und mit euch hoffe und bange.

LG Edith

sjarissa
05.03.2012, 12:35
Lieber Henner,

ich reiche euch meine Hand; eine Hand über euren Köpfen um euch zu beschützen, eine Hand auf euren Schultern um euch Kraft zu geben, eine Hand unter eurer Hand um die Tränen der Verzweiflung aufzufangen.

In Gedanken und mit meinem Herzen bei euch

Sjarissa

Mirilena
05.03.2012, 12:41
Lieber Henner,

ich kann mich hier nur anschließen... Und dir wünsche ich, dass die Angst vergeht und du ganz und gar bei Sonja bist... Ich weiß, wie schwer das ist und ich weiß auch, dass du es schaffst...

:engel:
Miriam

Laura88
05.03.2012, 14:36
In Gedanken bei euch ..... :engel:

szabo regina
05.03.2012, 14:42
Lieber Henner! wünsche euch sehr viel kraft und denke an euch. das ist so traurig so eine schicksal verdient niemand... Lg. Regina

Aninda
05.03.2012, 15:07
Lieber Henner,
auch ich möchte mich anschliessen.Ich wünsche dir und den Kindern von Herzen ganz viel Kraft und Stärke.
Gruß Aninda

Monika Rasch
05.03.2012, 22:21
Jetzt ist es Abend.

Ich denke an Euch.

Chapxy
06.03.2012, 11:11
Gestern Abend, es war 20:10 Uhr, ruft mich Robin auf dem Handy an.

„Papa? Lebt die Mama noch?“

„Ja Robin noch ist Sonja da. Möchtest du sie sehen?“

„Papa wird die Mama wieder gesund?“

„Nein Robin das wird sie nicht. Sie stirbt.“

„Papa?“

„Ja?“

„Gibt es keine klitzekleine Chance mehr das Mama wieder Gesund wird?“

„Nein Robin leider nicht.“

„Papa?“

„ Ja Robin.“

„ Wirklich keine klitzekleine Chance? Ganz echt nicht?“

„Nein Robin wirklich nicht. Ich würde lügen wenn ich dir sagen würde das Sie diese Nacht noch übersteht.“

„Wirklich? Kann sie nicht noch bis zu meinem Geburtstag durchhalten? Bitte“

„Nein Robin das schafft Sonja nicht. Willst du herkommen und Ihr auf Wiedersehen sagen?"

„Nein Papa ich trau mich nicht. Kann ich der Mama was sagen?“

„Klar kannst du das. Du weißt aber dass sie dir nicht Antworten kann. Aber Sie hört dich.“

„Ok Papa dann mach mal dein Handy laut und leg es Mama ans Ohr“

„Ok habe ich gemacht“

„Mama? Ich hab dich ganz doll lieb. Du kommst jetzt in den Himmel und wirst mein Schutzengel, ok?“

„Das hast du gut gemacht mein kleiner.“

„Wenn die Mama tot ist ist Sie dann eine Leiche?“

„Ja Robin wenn jemand gestorben ist sagt man das so. Trotzdem ist Sonja auch immer noch deine Mama. Auch wenn Sie eine Leiche ist.“

„Also bleibt sie immer meine Mama?“

„Ja auf jeden fall“

„Kann ich nochmal mit Ihr reden“

„Klar mach nur“

„Mama ich will nicht dass du tot bist. Aber wenn du doch einschläfst dann sage ich dir jetzt unseren Gutenachtspruch: Träum von Grünen Elefanten, Roten Bären, Lila Giraffen, gelben Sternen und Kunterbunten Schweinen. Wartest du im Himmel auf mich? Kannst du auf mich aufpassen Mama auch wenn du tot bist? Bitte.“

Um 20:22 Uhr machte meine geliebte Freundin, Mutter unserer Kinder, wichtigster Bezugspunkt meines Lebens, ihren letzten Atemzug. Es war ganz friedlich. Nun hat Sonja es geschafft und kämpft nicht mehr. Ich denke Sonja wollte nicht loslassen bis sie Robin hörte. :engel:

Es geht uns nicht gut. Bei dem Anblick von Dingen die Sonja gehören oder die Ihr wichtig waren fange ich an zu heulen. Ich vermisse sie das gibt es gar nicht. Es zerreißt mich innerlich. Oh Gott. Keine Ahnung wie es jetzt weiter gehen soll.

Heute Morgen sind Robin, Julia, und Ich gemeinsam zu Sonja gefahren. Auch Robin hat sich jetzt von seiner Mutter verabschieden können. Gott sei Dank. Denke das ist wichtig!

So. Jetzt habe ich mit einem Bestatter Telefoniert und werde langsam etwas wütend. Sonja möchte gerne Verbrannt werden. Ihr Wunsch war es das Ihre Asche dann am Meer (eine ganz bestimmte Stelle an der Nordsee) verstreut wird. Jetzt sagt mir der Bestatter das so was in Deutschland nicht erlaubt sei! Das ist mir doch egal. Sie wollte noch nicht sterben! Wenn es nun so ist soll Sonja wenigstens dieser Wunsch erfüllt werden.

Hat jemand von euch eine Idee wie ich das hinbekomme?

Verzweifelte Grüße
Henner

Nimm2
06.03.2012, 11:31
Lieber Henner

Ich kann Deinen Schmerz nachfühlen. Ich habe meinen Mann, die Liebe meines Lebens kurz vor Weihnachten letzten Jahres verloren. Du bist sehr stark und mußt auch sehr stark sein wegen den Kindern..

Deinen Zorn wegen der Bestattung kann ich verstehen. leider weiß ich auch nicht, was Du da machen kannst. Es klingt jetzt vielleicht doof- dieser Vergleich:Mein Mann hat unseren Hund sehr geliebt und ich wollte ihn deswegen bei der Beerdigung dabei haben. Aber Hunde waren auf dem Friedhof verboten. Ich habe mich schweren Herzens daran gehalten.

Ich weiß, es ist kein Trost, aber Du sollst einfach nur wissen, Du bist nicht alleine.

liebe Grüße
N.

AMR
06.03.2012, 11:56
Es tut mir sooo leid, dass euch so etwas widerfahren ist. Es braucht Zeit, viel Zeit...aber alle die hier lesen oder schreiben wissen das.
Ich wollte nur helfen, was Bestattungen in Deutschland angeht. Das wird ziemlich streng gehandhabt. Es gibt ja abweichend von Friehöfen schon Friedwälder und ich glaube auch die Seebestattung ist zulässig. Das machen aber spezielle Bestattungsinstitute. Wenn du die Urne ausgehändigt bekommen willst, musst du sie von deinem Bestatter an ein Institut in der Schweiz oder den Niederlanden senden lassen. Dort kannst du sie dann in Empfang nehmen. Das ist so furchtbar, dass man sich in dem Schockzustand sofort um diese bürokratischen Sachen kümmern muss. Ich habe mich nur im Zusammenhang der Möglichkeit, aus der Asche in der Schweiz Diamanten pressen zulassen, die man sich dann an einem würdigen Platz zu Hause aufbewahrt oder in Schmuck fassen lässt, damit beschäftigt. Das ist alles sehr kostspielig....überlege gut und komm erst mal zur Ruhe. Bei einer Einäscherung hast du mehr Zeit zu überlegen, nimm sie dir.
Der kleine Robin wird es nicht verstehen, dieser Verlust wird sein ganzes Leben bestimmen, wie natürlich auch deins und der anderen Kinder...aber vor allem seins. Du bist jetzt ganz wichtig für ihn. Fühl dich umarmt.
AMR

Tantchen
06.03.2012, 12:24
Lieber Henner,

ich habe Dir eine private Nachricht geschickt - vielleicht hilft es Dir weiter!

Liebe Grüße
Karin

Mirilena
06.03.2012, 12:37
Lieber Henner,

als ich gerade deine Nachricht gelesen habe mit dem Dialog zwischen dir und Robin musste ich ganz einfach weinen. Ich sitze jetzt hier im Büro und lauter Tränen kullern die Wangen runter und es ist mir so egal!
Ich habe gestern den ganzen Abend an euch denken müssen und ich habe wieder "verhandelt" und gebetet und gesagt: "Bitte nicht Sonja! Lass sie bitte weiterleben! Sie ist noch so jung und hat drei Kinder und einen Mann, der sie liebt!" Aber leider hat es nichts geholfen. Heute morgen habe ich als erstes geschaut, ob eine positive Nachricht von dir da ist, aber da war gar keine und das war kein gutes Zeichen...
Es tut mir so leid, dass Sonja viel zu früh gehen musste. Es wird dich auch kaum trösten, wenn ich jetzt schreibe, dass sie jetzt keine Schmerzen mehr hat und bestimmt an einem sicheren Ort ist. Es ist dennoch ungerecht, denn allein für Robin... Er ist doch noch ein kleiner Junge und statt seiner Mama als Schutzengel benötigt er seine Mama hier in unserer Welt. Es macht mich traurig, unendlich traurig. Und ich finde keine Worte des Trostes.

Aber es gibt Seebestattungen an Nord- und Ostsee!!! Dieser Wunsch sollte Sonja auf keinen Fall verwehrt bleiben. Mein Cousinn wurde in der Ostsee bestattet (Kiel), das weiß ich ganz genau. Schau mal hier auf der Website:

http://www.dsbg.de/

DSBG
Deutsche See-Bestattungs-
Genossenschaft e.G.
Feldstraße 47
24105 Kiel
Tel.: 04 31 / 66 67 87 - 0
Fax: 04 31 / 66 67 87 - 14
E-Mail: info@dsbg.de

Da kann man dir mit Sicherheit weiterhelfen!

Ich umarme euch aus der Ferne und reiche meine Hände,
alles Liebe
Miriam

szabo regina
06.03.2012, 13:34
Lieber Henner! es tut mir unendlich leid dass Sonja das nicht geschafft hat. seit paar tagen habe immer wieder deine beiträge gelesen und an euch gedacht. ich bin selber schwer krank (BK mit knochen lungen lebermetas) und auch sehr jung(mit 2 kleine kinder) und das tut mir besonders weh wenn so eine junge mutter sterben muss mit kinder. das is so eine sche... das leben ist so ungerecht frage mich immer warum muss das so sein? immer warum? aber ich weiss leider gibt es keine antwort und das macht mir noch mehr wütend!:mad: ich habe auch geweint wenn ich die dialoge von Robin gelesen habe. darf ich fragen wie alt war Sonja genau und eure kinder? ich wünsche euch sehr sehr viel kraft und alles liebe!!! Lg. Regina:(

undine
06.03.2012, 15:57
Lieber Henner,

ich wünsche dir und Euren Kindern von ganzen Herzen alles, alles Liebe!

Robins Gespräch mit Sonja war sehr bewegend. Sein und ihr Gute-Nacht-Spruch hat sie für immer schlafen lassen. Trotz all dem Schmerz ist es ein wunderschöner Gedanke, dass sie so friedlich gehen durfte.

Ich habe meine Ma Weihnachten auch so verabschiedet. Sie hat auch auf mich gewartet, auch wenn ich ein großes (altes) Kind bin.

Lieber Henner, der Schmerz ist furchtbar, deshalb kann ich dir nichts anderes wünschen, als alles, alles Liebe!

Ich habe auch davon gehört, dass man bei bestimmten Bestattungsfirmen in den Niederlanden die Asche re-importieren kann. Dir haben bestimmt schon viele Hinweise geschrieben.

Ganz liebe Grüße, Undine

Aninda
06.03.2012, 17:07
Lieber Henner,
von ganzem Herzen mein aufrichtiges Beileid.
Ich bin mir aber auch ganz sicher,dass man Seebestattungen in der Nordsee
machen kann.Vielleicht kann man sich die Stelle nicht direkt aussuchen,weil das nur in bestimmten Bereichen erlaubt ist?Und ich glaube man darf die Asche nicht verstreuen,sondern muss eine Urne benutzen die sich dann auflöst.
Dir und den Kindern wünsche ich weiterhin in dieser harten Zeit alles Liebe und ganz viel Kraft!
Stiller Gruß
Aninda

Monika Rasch
06.03.2012, 17:24
Ihr Wunsch war es das Ihre Asche dann am Meer (eine ganz bestimmte Stelle an der Nordsee) verstreut wird.

Nicht böse sein, aber Henner möchte wohl keine Seebestattung, sondern die Asche an einer ganz bestimmten Stelle verstreuen.

So etwas ist in Deutschland aber nicht legal.

Laura88
06.03.2012, 17:30
Lieber Henner!
Es tut mir sehr leid, dass diese verdammt Krankheit stärker war! Ich wünsche euch nur das Beste und vor allem ganz, ganz viel Kraft!!!

Liebe Grüße

edith57
06.03.2012, 18:26
Lieber Henner,

Meine aufrichtige Anteilnahme gilt dir und euren Kindern. Du hast deine Frau wundervoll begleitet und ich bin sicher, dass sie sich bis zuletzt in deiner großen Liebe geborgen gefühlt hat.

Es tut mir so leid, dass euch nur so wenig Zeit geblieben ist. Vielleicht tröstet dich der Gedanke ein wenig, dass sie jetzt wenigstens nicht mehr leiden muss.

Ich wünsche euch und euren Kindern alles Liebe und dass ihr euch in eurem Leid gegenseitig eine Stütze sein könnt.

Sonja wird für immer in euren Herzen bleiben und auf euch aufpassen.

Stille Grüße
Edith

sjarissa
06.03.2012, 23:16
Lieber Henner,
haben Worte wohl einen Wert für denjenigen der stumm und betäubt ist? Hilft Mitgefühl demjenigen der einen Menschen, den Mittelpunkt seines Lebens, verloren hat?
Und doch...
Ich fühle die Stille in deinem Herzen,
die Wut in deinem Körper,
und höre...deine Tränen.

Dein thread hat mich auf eine unglaubliche Weise berührt und ich möchte dir danken für deinen Mut und deine Offenheit dies einem so großen Publikum mitzuteilen.

Sonja, du hattest einen wunderbaren Menschen an deiner Seite, ihn loszulassen fällt auch dir schwer, ruhe in Frieden und sorge für die, die dir so wichtig waren, laß sie spüren, das du nur in eine andere Dimension gegangen bist, die Liebe endet nie.

Sjarissa

Chapxy
06.03.2012, 23:33
Hallo,
das Problem mit der Asche/Urne ist gelöst. Vielen Dank für eure Hilfe. Es geht alles man muss nur wissen wie. ;)

Heute Mittag hat mir ein Freund seine Hilfe angeboten. Seine Frau hat für uns alles gekocht. Wir sind dann zum Essen dahin gefahren. Das war sehr erholsam. In Räumlichkeiten zu sein wo einen mal nichts an Sonja erinnert war sehr gut. Wir haben dort auch viel besprochen.

Wie soll es jetzt mit Sonja weitergehen? Sie bekommt Ihren Willen. Tim und ich wollen beide dass es genauso gemacht wird wie Sonja es sich gewünscht hat. Thomas mochte gerne eine richtig große Beerdigung mit allem drum und dran. Julia möchte ein Grab hier im Ort damit sie einen Platz hat an dem Sie ihrer Mutter ganz nah sein kann. Robin will die Urne aus Glas und behalten. Damit er Sonja anschauen kann wenn er mit Ihr spricht. Außerdem sagte Robin bekommt Mama dann ja alles mit und kann weiter bei uns sein auch wenn sie nicht mehr lebt. Er will Sonja auch nicht her geben.

Mir kommt das alles sehr Irreal vor. Am Sonntag habe ich noch mit Ihr gesprochen, haben wir noch gedacht alles wird gut. Gestern habe ich Sonja gehen lassen. Das kann doch gar nicht wahr sein, oder?

Nicht wundern wenn die Reinfolge hier etwas springt aber ich schreibe immer mal zwischendurch wenn mir danach ist und ich die Zeit habe.

Was die Urne angeht gefällt mir Robins Idee immer besser. Nicht unbedingt das die Urne aus Glas ist aber das wir Sonja mit nach Hause nehmen und sie dann hier bei uns ist und auch bleibt. In anderen Ländern ist es ja durchaus normal. Warum also nicht auch bei uns?

Oder will ich es einfach nicht wahrhaben? Und mich deshalb nicht von Ihr trennen? Mhm ich denke das Thema wird mich noch einige Zeit beschäftigen.

Robin hat die letzte Nacht wieder in unserem Bett verbracht. Und das war gut so! Dieses riesen Ding von einem Bett war mir schon richtig unheimlich so alleine. Aber mit meinem kleinen war es erträglich. Wir haben mitten in der Nacht ein Picknick im Bett gemacht. Robin hatte Hunger und konnte nicht schlafen. Ich auch nicht. Also gab es Toast mit Nutella nachts um 2:00 Uhr. Wir haben viel geredet und geweint. Es war sehr schön i-wie. Nur die Krümel… etwas unangenehm ;)

Mein Bruder kommt. Benni ist am Donnerstag da. Er hat es mir schon früher angeboten aber erst jetzt habe ich das Gefühl das ich ihn hier brauche. Freue mich richtig. Was für ein sonderbares Gefühl. Er ist doch mein "kleiner" Bruder.

Der Bestatter war da. Ich denke wir werden dann doch eine Trauerfeier machen. Interessanterweise stellte sich gerade heraus das in Sonjas Sterbeurkunde als Religion Evangelisch steht. Sonja hat um Ihren ersten Mann zu Heiraten damals die Konfession gewechselt. Sie war von Haus aus evangelisch und ist dann Konvertiert. Da ich evangelisch bin und wir auch Robin als evangelisch eingetragen haben gefällt uns das allen im mom sehr gut. Außerdem ist der Evangelische Pfarrer sehr offen auch für ungewöhnliche Wünsche ist. Und Sonja war alles nur nicht gewöhnlich.

Bin mal gespannt. Julia möchte gerne Sonjas Lieblingsmusik spielen lassen. Sie sucht gerade CD´s und stellt mal was zusammen. Als Einzugslied will Julia das Sonja´s und mein Lied gespielt wird. Da bin ich schon fertig bevor wir angefangen haben. Ich denke das Thomas und Tim auch noch eigene Wünsche für die Feier haben werden. Das wird bestimmt schrecklich schön. *schluck*

Heute klingelt dauernd das Telefon. So viele Menschen, Freunde, Bekannte wollen uns Trost spenden. Ich freue mich wirklich über jeden der sich meldet aber jedes mal wenn das Telefon klingelt fragt Robin mich ob es die Mama ist. Ich habe das Telefon jetzt ausgemacht und mit Robin nochmal gesprochen. Ich denke es wird noch Zeit brauchen bis er es wirklich versteht. Ich habe es ja selbst noch nicht kapiert. Robin möchte ein Telefon bauen mit dem er in den Himmel telefonieren kann. Finde die Idee super. Hätte da auch noch einige Tausend Dinge zu besprechen.

Ich werde hier erst mal weiter schreiben. Fühle mich einfach noch als Angehöriger und nicht als Hinterbliebener. Außerdem hilft es mir. Ich werde hier alles los was mir auf der Seele liegt ohne direkt auf i-was Reagieren zu müssen. Und eventuell bringt es jemand anderen etwas der vielleicht in einer ähnlichen Lage ist. Hoffe das ist für euch Ok?

Ich weiß nicht wie andere Menschen in einer solchen Situation reagieren. Habe heute aber eine erstaunliche Erfahrung gemacht. Ich hatte heute Nachmittag einen Tiefpunkt. Ich dachte jetzt geht nichts mehr. Jetzt bin ich am Anschlag. Alle kommen zu mir. Zu wem soll ich denn? Es war wirklich kein schönes Gefühl. Und dann? Tja dann kam Robin. Er brauchte mich. Und ich bemerkte das da doch noch was geht. I-wie ist das schon komisch. Ich weiß nicht wie viele Tiefpunkte wir hier jetzt schon hinter uns haben oder wie viele da noch kommen aber es ist i-wo immer noch etwas Kraft da. Von Sonja? Ich würde das gerne Glauben.

Am 17.01.2012 bekamen wir die Diagnose. Am 19.01.2012 feierten wir Sonjas 50 Geburtstag. Am 24.01.2012 haben wir das erste mal über die Möglichkeit gesprochen das es schief geht. Ich hatte Ihr einen Heiratsantrag gemacht. Wir wollten wenn wir wissen das es zu Ende geht Heiraten. Da die Erkrankung Brustkrebs laut den Ärzten ja gut zu behandeln ist und schon fast in den Bereich der Chronischen Erkrankungen fällt rechneten wir mit 10 – 20 Jahren. Da es jetzt so schnell ging hatten wir keine Chance es noch umzusetzen. Trotzdem betrachte ich Sonja nach 14 gemeinsamen Jahren als meine Frau.

Und die großen Kinder sind mir genauso wichtig wie Robin. Schon verrückt. Ich habe in meiner Jugend (naja bis 21) immer gesagt dass ich niemals Kinder will. Dann traf ich Sonja. Sie hatte schon vier. Robin kam dazu. Und jetzt ist Sonja tot. Und ich bin so froh und dankbar für alle diese Kinder. Ich glaube ohne Sie würde der Schmerz mich schaffen. Aber mit Ihnen gemeinsam habe ich das Gefühl das sich der Schmerz etwas verteilt. Ich bin nicht alleine. Gott sei Dank. Wir fangen uns gegenseitig auf.

Im mom geht es mir relativ gut. Deshalb jetzt mal zu euch hier: Vielen Dank an euch alle. Jeder einzelne der mir hier geantwortet hat, mir eine PN schrieb oder einfach seine Kraft an uns weitergegeben hat, hat geholfen und hilft noch immer. Am Anfang hat Sonja hier mitgeschrieben deshalb danke ich euch auch in ihrem Namen. Vielen vielen Dank.

Ich denke das ich auch weiterhin ab und an Berichten werde. Und das wohl solange bis wir es geschaft haben einen Abschluss zu finden. Der Ballast den ich hier abladen kann sorgt auch dafür das ich anderer Stelle mehr Kraft für andere Dinge habe. Dafür bin ich sehr Dankbar. Es hilft mir.

Gruß
Henner

Mirilena
07.03.2012, 16:44
Lieber Henner,

verständlich, dass du das Gefühl hast, alles sei so surreal und nicht wirklich greifbar. Es ist doch ein bißchen so, als sei man Statist in einem Film und funktioniere nur.

Ich glaube auch, dass es Sonja ist, die dir weiterhin Kraft gibt durch eure Liebe füreinander... Immer wenn du glaubst, es geht einfach nicht mehr weiter, dann geht doch wieder irgendwo ein kleines Licht auf. Und genauso wie du Robin brauchst, braucht er dich. Und für die "Großen" gilt dasselbe! Es rührt mich sehr, dass alle sich auf ihre Weise auseinandersetzen mit der Bestattung und auch mit der Trauerfeier. Wie schön, dass eure Tochter die Musik aussucht. Es wird wahrscheinlich schwer zu ertragen sein, aber so persönlich und deshalb wunderbar! Musik hat ja auch sehr heilsame Funktion...

Jetzt ist für euch eine zeit der Stille, des Friedens und der Traurigkeit. Eine ganz besondere Atmosphäre, die euch umnetzt und es ist schön zu wissen, dass ihr eine so großartige Familie seid, wo einer für den anderen da ist. So banal es klingt, aber geteiltes Leid lässt sich besser ertragen... Und es ist toll, dass dein Bruder kommt. Da kannst du vielleicht ein wenig Verantwortung abgeben und hast die Stütze, die du jetzt benötigst. Und er wird sich freuen, das er als kleiner Bruder jetzt etwas für dich tun kann.

Und ihr habt offensichtlich tolle Freunde, die jetzt einfach da sind! Das ist gut zu wissen.

Henner, ich wünsche euch, dass ihr weiterhin alle so füreinander da seid und dass ihr alle, jeder auf seine Art, einen individuellen Weg findet, eure Liebe zu Sonja zu leben. Die Art eurer Beziehung wird sich ändern, aber keinesfalls eure Liebe!!!

In Gedanken bei euch,
Miriam

P.S.: Wenn der Zeitpunkt irgendwann gekommen ist: kann ich euch das Buch "Meine Trauer wird dich finden" empfehlen. Denn hier muss man endlich mal nicht den geliebten Menschen loslassen, sondern wird aufgefordert, neue Wege zu beschreiten, um diese Liebe neu und anders zu gestalten...

Aninda
08.03.2012, 00:46
Lieber Henner,
schöne Worte,die du geschrieben hast.

susanne42
08.03.2012, 10:09
Lieber Henner,
ich wünsche dir und deinen Kindern weiterhin in dieser schweren Zet alles Liebe und ganz viel Kraft.
Susanne

Chapxy
08.03.2012, 17:35
Kann es sein das es eine Grenze gibt wie viel Schmerz man empfinden kann? Wenn ja dann habe ich diese wohl erreicht. Es wird nicht schlimmer. Ob das was Positives ist?

Es gibt immer mal wieder echte Tiefpunkte. Ich sehe Sonjas Perücke im Bad, ihr Didgeridoo, einen Einkaufzettel den Sonja geschrieben hat, und fange sofort an zu heulen. Dabei bin ich doch schon die letzten Tage daran vorbei gegangen…. Doch dann wenn es mir Bewusst wird geht es an die Substanz.

Mir ist aufgefallen das ich kaum Bilder von Ihr in der Wohnung habe. Also habe ich gestern alle Fotos durchforstet. Heute habe ich davon die schönsten auf Leinwand drucken lassen und aufgehängt. Wenn Sonja sonst von mir wollte das ich ihr i-wo ein Bild aufhänge konnte das schon mal zwei Wochen dauern…. Ich denke Sonja würde sich amüsieren wenn sie mich jetzt sehen könnte. Vielleicht sieht sie mich ja....


Gruß
Henner

Chapxy
18.03.2012, 17:52
Am Freitag war Sonjas Beerdigung. Wir haben eine Trauerfeier in der Halle auf dem Friedhof gemacht mit anschließender Urnen Beisetztung. Es war schön. Naja i-wie halt. Es hätte Ihr gefallen.

Eine Menge Leute waren da. Ich weiß zum Teil gar nicht wer das alles war. Aber es war schön zu sehen wer doch alles das Bedürfnis hatte sich von Sonja zu Verabschieden.

Seit Sonjas Tot werden wir von einer riesigen Welle der Anteilnahme getragen. Es ist wirklich ein Tragen. Wir schwimmen auf dem Kamm dieser Welle. Ich hoffe nur das es ein sanftes auslaufen wird und das sich diese Welle nicht an einem felsigen Ufer bricht. Jeder mit dem ich Spreche versucht uns allen i-wie Trost spenden und Kraft zu wünschen.

Trotz allem…. Ohne meine Familie (ganz besonders meine Mutter, Schwester und Bruder) würde ich es wohl nicht schaffen. Schon verrückt. Mit 35 Jahren habe ich auf einmal wieder dieses Gefühl…. Alles wird gut. Mama ist da!

Robin ist immer mal wieder wirklich traurig. Aber es sind nur kurze Momente. Meistens hat er ganz konkrete Fragen: „ Papa wer macht mir denn was zu essen wenn ich von der Schule komme und du noch arbeitest?“ oder „Schaffen wir zwei das auch ohne Mama alles?“ „Wer kontrolliert meine Hausaufgaben?“.
Damit komme ich ja noch ganz gut zurecht. Aber wenn er dann kommt und sagt: „Papa ich will nicht traurig sein“ Auf die Frage warum denn nicht sagt er meistens: „ich muss dich doch trösten“ *schluck* Kleiner Mann ganz stark. Das geht bei.
Ich versuche immer wieder ihm zu sagen dass es ok ist wenn er traurig ist. Aber ich habe den Eindruck dass er es noch nicht wirklich verstanden hat. Ab und an kommen Fragen wie: „Wie lange ist die Mama denn noch Tot?“ worauf fast sofort kommt: „Ich weiß ja das es für immer ist aber ich will Mama wiederhaben“. Ich doch auch…..
„Papa wenn du stirbst will ich auch nicht mehr leben“ Mein Gott was soll ich denn auf so was antworten.

Aber es geht weiter. Und das ist gut so.
Im Moment machen wir Pläne. Das macht zum Teil richtig Spaß. Allerdings habe ich oft ein schlechtes Gewissen. Kann doch wohl nicht sein das wir schon fast freudig in die Zukunft schauen und Sonja kann nicht dabei sein! So was ist einfach nur Unfair.

Trotzdem. Über Ostern werden Robin und ich (mal sehen ob die anderen Kinder mitwollen) nach Schleswig-Holstein fahren. Zu meiner Mutter und vielen lieben Menschen die ich schon zu lange nicht mehr gesehen habe. Sonja hatte immer vor i-wann mit Robin ins Lego Land zu fahren. Das werde ich dann auch mit Ihm machen. Nach Bilund in Dänemark. Ich freue mich schon richtig. *schonwiederschlechtesgewissen*

Auch mal ein Wort hier an meine Verwandtschaft und Freunde die hier mitgelesen haben:

Ich danke euch allen ganz herzlich. Es ist einfach sehr schön zu wissen das es auf dieser Welt auch wenn es einem echt nicht gut geht Menschen gibt die es Interessiert. Hätte ich nie gedacht das mir so was mal wichtig wird aber es ist so. Hatte mich eigentlich immer für jemanden gehalten dem es ziemlich schnuppe ist.
Aber *o-wunder* dem ist nicht so.
Mal ein paar Beispiele: Meine Patentante hat mir und auch Sonja wirklich wahnsinnig gut getan. Wir hatten Jahrzehnte lang eigentlich keinen oder nur sehr wenig Kontakt. Ein Onkel hat mir einige sehr liebe Zeilen über die See geschrieben die auch Sonja wirklich berührt hätten. Alte Schulfreunde meldeten sich. Nicht zuletzt auch wegen diesem Forum. Kurz nach Sonjas Tot haben die Kinder und ich beschlossen dass wir dieses Forum hier einem großen Kreis an Bekannten und Freunden freigeben wollen. So haben wir den Link hierher auf Facebook gepostet. Die Reaktion war einfach umwerfend. Ich weiß gar nicht mehr wie viele Menschen versuchen für uns da zu sein aber es sind wirklich viele.

Es gab vereinzelt die Frage ob es mir den nicht zu persönlich wäre das so viele Menschen es lesen können. Ich muss sagen dass ich das überhaupt nicht finde. Ganz im Gegenteil. Außerdem passt es zu Sonja und mir. Wir lernten uns auch über das Internet kennen und lieben. Warum also nicht das Internet auch am Ende dieses Abschnitts (nicht der Liebe) teilnehmen lassen? Bisher habe ich es nicht bereut.

Ich werde hier ein Bild von Sonja Posten damit Ihr auch einen Eindruck von dieser beeindruckenden Frau bekommt.


http://s14.directupload.net/images/120318/9zvvx5hx.jpg (http://www.directupload.net)


Gruß
Henner

Edit: Jetzt stimmt auch die Größe.

Mirilena
18.03.2012, 18:09
Lieber Henner,

das freut mich, dass ihr eine schöne Trauerfeier hattet, die auch Sonja gefallen hätte. Danke auch, dass du ein Bild von Sonja gepostest hast! Sie sieht sehr sympathisch aus und ich habe fast das Gefühl, sie ein wenig zu kennen durch all das, was du über sie erzählt hast. Sehr schöne Haare hat sie! Bestimmt war es schwer für sie, diese zu verlieren wegen der Chemo... Und sie hat offensichtlich die Natur geliebt. Schnuppert sie da an einem Essigbaum? Ich finde diese "Puschel" auch sehr interessant und den Flaum am Baumstamm.

Hab' kein schlechtes Gewissen, dass ihr Pläne schmiedet und du dich auf Ostern freust. Sonja würde es so wollen und sie würde es sich wünschen! Ich weiß, was du meinst... Mir geht es auch so, dass ich mich fast schlecht fühle, wenn ich mal ein paar Stunden nur bei mir bin und mir wieder etwas Spaß bereitet. Doch meinen Vater würde es freuen und auch er würde sich wünschen, dass es uns gut geht.

Robin ist ja wirklich ein außergewöhnlicher kleiner Junge! Jedenfalls erscheint es mir so. Da will er in seinem Schmerz doch stark sein, um seinen Papa zu trösten. Wie einfühlsam! Insofern ist es um so besser, wenn du planst mit ihm nach Billund zu fahren und ihr euch einen schönen Tag im Legoland macht! Er kann auch gut ein wenig Zerstreuung und Spaß gebrauchen, oder? Es ist doch wunderschön, dass du Kinder hast! Sie brauchen dich jetzt um so mehr und vor allem Robin. Und ich finde es sehr schön, dass deine Familie und eure Freunde so für euch da sind und euch tragen. Und es ist gut, dass du bzw. ihr das annehmen könnt und euch tragen lasst. Sicherlich werden immer mal wieder Wellen der Traurigkeit über euch schwappen und die Trauer um Sonja ein Teil eures Lebens sein, aber ihr werdet das schaffen! Ganz bestimmt, denn ich habe das Gefühl, ihr seid auf dem richtigen Weg.

Alles Liebe und falls wir uns nicht mehr so bald lesen sollten, eine schöne Woche in Schleswig-Holstein;-)
Liebe Grüße
Miriam