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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst um Papa... :((


pags
27.05.2012, 23:12
Hallo zusammen...

Ich lese hier schon seit langer Zeit mit und habe heute den Mut gefunden, selbst mal unsere Geschichte zu schreiben. Bei meinem Papa (76) wurde Anfang Mai2012 Speiseröhrenkrebs diangnostiziert. Zu seiner Vorgeschichte... mein Papa hatte am 6.12.2008 einen schweren Schlaganfall, bei dem er halbseitig gelähmt war und auch sein Sprachzentrum gestört wurde. Wir wußten lange nicht ob er die Intensivstation überlebt, aber dann nach 3 Monaten ging es bergauf, er kam in die Reha und bekam viele Therapien bei denen er wieder sprechen, schlucken und laufen lernte. Da meine Mama ihn trotzdem noch unterstützt, hatte sie in seinem Stuhl Blut entdeckt und wir haben den Arzt kontaktiert. Dann wurden viele Untersuchungen gemacht Magen, Darmspiegelung, CT usw. Diagnose war ein bösartiger Tumor an Speiseröhre und Magen, allerdings nicht sehr groß, da er früh entdeckt wurde. Er war ca. 1,5 cm groß und hatte nicht gestreut. Mein Papa hatte auch noch keine Schluckbeschwerden.

Dann mussten wir eine Entscheidung treffen... erst hieß es, dass keine OP und keine Chemo möglich ist, wegen seinem Schlaganfall. Ohne OP hätte er noch 6 Monate... nach weiteren Untersuchungen hieß es, dass eine OP doch möglich ist, aber wir ein großes Risiko DANACH haben, da mein Papa sehr unruhig ist und auch nach dem Schlaganfall alle Kabel von sich gezogen hatte. Das Risiko hierbei ist, der Schlauch der aus der Wunde kommt. Wir haben mit ihm geredet und er wollte die OP und war sich sicher, dass er das mit uns durchsteht. Er durfte dann am Dienstag 22. - 24.5. für 2 Tage zur Probe mit meiner Mama auf Station um zu schauen, ob er mit Mama ruhiger ist. Das hatte ganz gut geklappt und somit war die OP für Freitag 25.5. angesetzt, weil er wußte das wir bei ihm sein werden. Natürlich hatten wir alle Angst und als er in den OP gebracht wurde, hat er auch geweint... Wir dachten wir sehen ihn nicht mehr :cry: Mir war klar, dass ich ihn eine lange Zeit nicht mehr so fit sehen werde... Und ich muss sagen, ich war erst gegen eine OP, da ich dachte lieber noch ein paar Monate wo es ihm gut geht, als paar Monate auf der Intensiv an Schläuchen und er schafft es nicht... aber egal wie man sich entschieden hätte, es ist so furchtbar traurig :cry:

Nun ist es so, dass die OP (Magenhochzug) kein Problem war und alles super verlaufen ist. Wir wechseln uns ab und es ist immer einer bei ihm auf der Intensiv, damit wir ihn beruhigen, wenn er wach wird - auch nachts. Es ist aber eine Qual - sowohl für ihn als auch für uns... Er hat auch Schmerzen und bekommt Schmerzmittel und ist viel müde. Es sind erst 3 Tage und es kommt uns vor wie eine halbe Ewigkeit... Momentan haben wir das Problem, dass er nicht abhusten kann und die Gefahr einer Lungenentzündung sehr groß ist. Um das zu vermeiden haben sie ihn heute nochmal operiert und einen Luftröhrenschnitt angelegt. Auch das ist gut verlaufen... Die Ärtze sagen auch, es verläuft alles normal, es ist jetzt nichts aufgetreten was sie auch nicht erwartet hätten... er schläft jetzt, daher sollten wir auch nach Hause um uns auszuruhen.

Trotzdem mache ich mir große Sorgen und wir fahren alle Achterbahn. Mal weinen wir, dann machen wir uns wieder Mut. Ich habe schon soviel negatives über diese OP gelesen, dass ich nicht wirklich glauben kann, dass alles gut geht... :embarasse

Könnt ihr mir ein wenig von euren Erfahrungen berichten, wie lange so ein Verlauf dauert? Wie es gut gegangen ist und wann alles beim alten war?

Danke...

pags
29.05.2012, 00:09
Wieso unerträgliche Schmerzen? Papa hat ja keine Schmerzen, er bekommt ja Schmerzmittel...
Ich glaube aber, ich hätte mich gegen die OP entschieden, weil ich nicht so in einem KH liegen will... allerdings weiß ich nicht, ob ich dann nach 6 Monaten dahin vegetieren wollen würde, wenn die Speiseröhre immer dicker wird und man kaum noch Luft bekommt, nichts essen kann usw.
Patientenverfügung hatte seit dem Schlaganfall meine Mama...

Heute ist er wach gewesen und wird langsam klarer. Er hat keine Beruhigungsmittel, Schlafmittel oder sonstige Sedierung bekommen. Allerdings muss er abgesaugt werden und er hat etwas Flüssigkeit in der Lunge, es wird allerdings vermutet, dass er das mitgebracht hat, weil er auch vorher schon immer Schleim hochgehustet hat. Er war eigentlich sehr friedlich und gut fit, soweit man das sagen kann. Natürlich sagt man uns ständig, dass es noch nicht überstanden ist und seine Chancen 50:50 sind... was einen dann wieder sofort runterzieht.

monika100
29.05.2012, 09:28
Hallo Pags,

mein Mann hatte diese OP im Sept. 2009, er war damals 48 Jahre alt.
Es ist eine sehr schwere OP, dass dein Vater sie überlebt hat zeigt dass er ein Kämpfer ist.

Dass mit dem Schleim hatte mein Mann nach der OP auch, er ist wenn es ganz schlimm wurde abgesaugt worden.
Mein Mann hatte vor der OP schon ein halbes Jahr Chemos und Bestrahlungen bekommen, nach der OP war er 14 Tage im Krankenhaus und dann habe ich ihn mit nach Hause genommen, da er das unbedingt wollte und er stabil war. Ich denke bei deinem Vater wird es aufgrund des Alters länger dauern.

Danach wird es noch längere Zeit schwierig werden mit dem Essen. Es gehen am Anfang nur ganz kleine Portiönchen rein, aber nach und nach wird es langsam besser. Ihr müsst nun viel Geduld haben.

Alles Gute für deinen Vater und wenn du Fragen hast, meld dich ruhig.

LG Monika

pags
29.05.2012, 10:35
Hallo Monika,

danke für Deine Worte und Deine Zeitangaben.
Irgendwie haben wir das Gefühl, dass es gut läuft... er ist voll da, reagiert auf uns und ist ganz friedlich. Er wird zwar noch teilweise von der Maschine beatmet und versucht zu sprechen, was ja jetzt leider nicht geht, wegen dem Luftröhrenschnitt. Trotzdem macht es den Anschein, dass er WILL.
Ich habe jetzt noch bis Montag Urlaub und hoffe, dass es ihm bis dahin soweit gut geht, dass ich mit einem guten Gefühl heimkann... da die alle sagen, dass seine Chancen 50:50 liegen, habe ich da noch große Angst. Obwohl es ihm eigentlich nach so einer OP doch gut geht. Auch die Ärzte sagen, dass nicht unerwartetes aufgetreten ist und alles normal verläuft, also nichts passiert ist womit sie nicht gerechnet haben.
Nachtrag: wenn er aus der Intensiv rauskommt, wird er mit meiner Mama zusammen auf Station liegen und dort wieder essen anfangen. Wir haben das so organisieren können, weil er Mama dabei haben möchte und mit ihr ruhiger ist. Danach gehen sie auch zusammen in Reha.

monika100
29.05.2012, 11:05
Hallo,

Ich drücke euch die Daumen, dass im Krankenhaus weiterhin alles gut läuft. Wie gesagt, es war eine schwere OP und man muss körperlich schon einigermaßen fit sein um das zu schaffen. Aber er ist ja immer unter Beoabachtung und die Ärzte tun alles für ihn.

Dass mit der gemeinsamen Reha ist eine gute Idee. Da die Ernährung die erste Zeit schwierig ist sind die Beiden dann gut aufgehoben und können einiges lernen.
Wie alt ist deine Mutter??

LG Monika

pags
29.05.2012, 11:10
Körperlich fit ist mein Papa eher nicht wegen dem Schlaganfall... vorher war er sehr gesund und fit. Er hatte auch einen großen Überlebenswillen nach dem Schlaganfall. Er lag fast 2 Monate auf der Intensiv damals und danach nochmal paar Monate in der Reha. Natürlich ist er grad schwach, aber ich denke er bekommt die Kraft auch von uns.
Mama ist 62 und hat sich seit dem Schlaganfall auch um ihn gekümmert. Da er nur mit ihr ruhig bleibt im KH darf sie zusammen mit ihm bleiben - sowohl auf Station als auch in der Reha. Nur auf der Intensiv lassen wir sie nicht die Nachtschichten übernehmen, damit sie sich auch mal ausruht.

pags
31.05.2012, 22:06
Heute war Papa voll da - den ganzen Tag :rotier2:
Er hat sich mit der Schwester verständigen können, hat ihr auch durch Lippensprache zeigen können, dass er aufs Klo mag... sie hat ihm erklärt, dass er nicht aufstehen muss und das das automatisch geht, dann war er beruhigt. Dann haben sie ein wenig geshakert und er hat gelacht. Hab ihn fragen gestellt und er hat genickt und den Kopf geschüttelt wenn er was nicht wollte. Ich hatte ihm den ganzen Tag den Arm frei gelassen und erwollte gar nicht an die Kabel, er wollte sie einfach nur auf den Bauch legen oder auch strecken. Das muss schon ätzend sein, wenn die rechte Seite gelähmt ist und man die gesunde Hand noch fixiert bekommt... Naja, aber solange er nicht klar war, musste das sein, damit er sich nichts rauszieht. Als der Stationsarzt kam, habe ich gesagt, dass ich das Gefühl habe, dass er fit ist im Kopf und er hat das auf die Probe gestellt und ihm die Hand gereicht, auf welche mein Papa sofort reagiert hat. :rotier2: Dann durfte er auch 2 Stunden auf den Stuhl raus, was aber etwas anstrengend war und er ein bisschen Fieber hatte danach.
Morgen bzw. die Tage kommen die Drainage raus und evtl. kann er nächste Woche auf die normale Station.

Das klingt alles so positiv... ich hoffe so sehr, dass es gut gehen wird... :)

monika100
01.06.2012, 09:02
Hallo pags,

das hört sich doch nicht schlecht an. Man feut sich über jeden kleinen Fortschritt:).

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als mein Mann mit all den Kabeln auf den Stuhl gehievt wurde. Er war zwar froh, dass er da sass aber war danach auch total fertig. Das ist echt anstrengend und dein Vater ist ja viel älter als er damals.

Weiterhin viel Glück und bestell deinem Vater liebe Grüße und er soll den Kopf hochhalten.

LG Monika

pags
02.06.2012, 20:29
Hallo Monika!

Heute ist Tag 8 :rotier2:

Danke für Deine Beiträge und fürs Mut machen.
Ohne Dich hätte ich das alles wohl etwas ängstlicher durchstehen müssen!

Ich hatte letzte Nacht die Nachtschicht übernommen. Papa lag aber bis auf eine Stunde die ganze Zeit wach. Er war aber nicht unruhig oder quängelig, sondern ich saß neben ihm und hab ihm nur die Hand gestreichelt. Die Nachtschicht-Besatzung hat ihm am Hals die Venen-Kanülen entfernt, da dies auch ein Risiko sein kann bzw. Fieber verursacht. Dann durfte er heute Mittag wieder 3 Stunden auf den Stuhl. Morgen darf er Schuhe anziehen und bisschen laufen! Heute Nacht versuchen wir Papa nachts alleine zu lassen, aber die haben meine Nummer falls er unruhig ist. Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass sie ihn ruhig stellen zum schlafen, sonst braucht er wieder zu lange um fit zu werden.

Der Stationsarzt kam vorhin und meinte es ist von der OP und Bauch her alles super.
Als ich meinem Papa HighFive gegeben hab und meinte es ist alles ok, hat er vor Freude geweint... hach ich könnte auch heulen vor Glück!!!!

:rotier2: :rotier2: :rotier2: :rotier2: :rotier2: :rotier2: :rotier2: :rotier2:

monika100
02.06.2012, 21:13
Hallo Liebe!

Ach wie schön, ich freue mich für euch.
Es ist gut, dass ihr die Nächte bei deinem Vater verbringen durftet. Konntet ihr bei ihm ein Bett aufstellen oder sitzt ihr auf dem Stuhl oder wie geht das? Er liegt doch noch Intensiv oder schon auf Station??

Ich fände es wohl gut, wenn er für die Nacht ein Schlafmittel kriegen würde, die Stunden werden sonst soo lang für ihn. Aber probiert es aus, wenn er nicht von selbst einschläft, kann er immer noch um ein Schlafmittel bitten. Im Schlaf erholt sich der Körper ja auch nochmal etwas mehr.

LG und halt mich auf dem Laufenden,

Monika

pags
02.06.2012, 22:09
Hallo :)

Das ist so ein Schlafsessel, den man komplett waagrecht ausdehnen kann.

Ja, er ist auf der Intensiv... aber das wir 24h bei ihm sein dürfen, war die Bedingen, dass er diese OP machen wird, da er ja das Problem hat, dass er die Kabel rauszieht, wenn er dran gekommen wäre. Wobei ich jetzt sagen muss, wenn wir da sind und jetzt wo er ganz bei sich ist, lassen wir die Fixierung weg. Er geht zwar mit der Hand an die Magensonde, Katheder oder die Tracheotomie, aber er tastet es nur ab um zu sehen was bzw. wo es ist. An die Drainagen geht er gar nicht ran. Wenn wir nicht dabei wären, wäre wohl eine Krankenschwester nur für ihn nötig, damit er ein wenig Freiheit hat :o :D
Er wird jetzt noch ca. eine Woche auf der Intensiv bleiben. Da ist er besser unter Beobachtung. Wenn sie die "Schluckprobe" machen und das klappt, kann er runter :)

Er hat gestern ja schon was bekommen - das hat dann eine Stunde gehalten. Ich hatte ihn dann gefragt ob er schlafen will und ob er müde ist, er wollte nicht. So hab ich ihm die Nacht einfach Gesellschaft geleistet. Und wenn er eingeschlafen war, bin ich auf den Stuhl... aber kaum hatte er die Augen offen hat er nach mir geschaut. Wenn ich dann gewunken hab, hat er seine Augen wieder zugemacht. Wir haben schon ein wenig gedöst :)

Bis bald :rotier2:

pags
03.06.2012, 21:48
Tag 9

Letzte Nacht wollten wir versuchen, dass Papa alleine bleibt.
Um 1.50 Uhr klingelte mein Handy (hatten wir extra dafür hinterlassen) und man sagte mir, dass er sehr unruhig ist und sich die Magensonde gezogen hat :gaehn: Ich also hin und kaum war ich da und wurde noch am Bett aufgeklärt, dass er sehr unruhig war, ist er eingeschlafen... Dann hat er seelenruhig von 2.30 - 8 Uhr geschlafen. Ich habe mir dann auch ein Nickerchen gegönnt von 5 - 8 Uhr :gaehn: Die Krankenschwester meinte um 5 Uhr, dass es unglaublich ist, dass er alleine in unserer Abwesenheit so ruhig ist. Bevor ich kam war sein Puls auf über 120... danach nur noch bei ca. 84
Tagsüber durfte er dann aufstehen und er wurde am Waschbecken gewaschen. Er bekam noch einen Flachbildschirm ins Zimmer und eine Drainage wurde entfernt :rotier2:

monika100
03.06.2012, 22:48
Hallo pags,

ehrlich gesagt habe ich befürchtet, dass das mit der Nacht allein nicht klappt. Aber ganz ehrlich - Findest du das schlimm? Also ich nicht.

Es ist doch wunderbar, dass dein Vater so sehr auf euch reagiert. Er hat wahrscheinlich einfach große Angst und die könnt ihr ihm mit eurem Da-Sein wegnehmen. Dann ist doch alles o.k., die Zeit im Krankenhaus geht auch noch rum.

Alles Liebe,

Monika

pags
06.06.2012, 18:49
Hallöchen...

Tage 10 - 11 - 12

Papa sollte geröngt werden, ob alles dicht ist, damit die andere auch entfernt werden kann. Dann hieß es Papa muss nochmal operiert werden (Magensonde musste ja wieder rein), jetzt haben sie diese auch über die Nase gelegt um ihm eine OP zu ersparen. Da ich für 3 Tage ausgefallen bin, war es eine mehrfache Belastung für meine Geschwister, so dass einer gestern während dem Gespräch mit dem Stationsarzt umgekippt ist. Jetzt gibt es die Nachtschichten nicht mehr, es geht einfach nicht... ab morgen bin ich zwar wieder da, aber auch nur bis Sonntag. Papa kam ohne die Nachtschichten jetzt ganz gut klar und uns erleichtert es auch einiges.

Die Nähte sind aber alle dicht :rotier2::rotier2::rotier2::rotier2::rotier2:

jensg
06.06.2012, 19:38
Hallo Pags,

Prima dass die Nähte dicht sind, dann kann auch die schrittweise Umstellung auf normale Ernährung bald beginnen. Passt einfach auch ein bisschen auf Euch auf. Es nutzt ja keinem, wenn einer nach dem anderen umkippt!

Viel Kraft, Mut und Glück

Liebe Grüße
Jens

monika100
06.06.2012, 20:11
Hallo pags,

Prima! Ich freu ich für euch!

Es wird Schrittchen für Schrittchen besser:)

Alles Liebe,
Monika

denkerin
08.06.2012, 01:28
Meine besten Wünsche für den Papa und natürlich für euch Angehörige!
Alles Liebe und gute Genesung!:)

pags
08.06.2012, 20:05
Tag 13 und 14 :)

Heute ist es genau 2 Wochen her, dass Papa operiert wurde.
Er hat heute die Drainagen raus... er hat jetzt "nur" noch den Katheder, die Tracheotomie und die Magensonden drin :rotier2:
Gestern und heute war er etwas aggro dem Pfleger gegenüber, weil die Ärztin im Blut abnehmen musste - an der Hand oben (da wäre ich auch aggro geworden)... er hat nach ihnen getreten und geflucht *eijeijei* Naja, heute war er wieder brav :D

Morgen darf er in Anwesenheit des Profs und einer Logopädin ein wenig Brei essen - drückt die Daumen!!! :rotier2::rotier2::rotier2:

monika100
08.06.2012, 22:27
Hallo pags,

Daumen sind gedrückt!:)

Monika

pags
09.06.2012, 22:19
Tag 15

Papa saß 5 1/2 Stunden auf dem Stuhl und wir haben auch TV geguckt.
Er hat ne halbe Tupper Brei und einen Erbeerjoghurt gegessen! :rotier2::rotier2::rotier2:
Als er sich wieder hingelegt hat, war das Tracheo-dings verrutscht und er hat lange gehustet - dann wurde das noch ausgetauscht und es war besser. Aber am Essen lag es nicht!

Alles in allem ein super Tag und die Ärzte haben sich super mitgefreut!
Sie meinten mein Papa wäre eine absolute Ausnahme und sie sind sich sicher, dass er das ohne uns nicht geschafft hätte. Wir wären eine tolle Familie und sowas hätten sie alle noch nicht gesehen, wie aufopferungsvoll wir für unseren Papa da sind :o

egon1601
09.06.2012, 22:27
hallo.
drücke euch auch die daumen,das es weiter so bergauf geht.es dauert nur etwas,aber mit jedem tag wird es besser.
habe es hinter mir.
mfg egon:)

pags
10.06.2012, 21:12
Danke ihr Lieben :knuddel:

Tag 16

Er hat heute wieder gegessen und noch eine Banane bekommen. Er hat sie richtig genüsslich gegessen. Der nächste Schritt ist das Tracheostoma wieder zu entfernen :rotier2:

Jetzt bin ich leider wieder in meiner Heimatstadt und nicht direkt vor Ort... es ist wirklich schwer 300 km weit weg zu sein und nicht mitzubekommen, wie die Fortschrittchen weiter laufen. Aber ich werde auf dem Laufenden gehalten und melde mich zwischendurch auch hier wieder :knuddel:

monika100
10.06.2012, 22:54
Liebe pags,

ich freue mich sehr für euch und drücke euch weiterhin die Daumen, dass alles gut verläuft.

Hier, der ist für deinen Papahttp://www.free-ecards.internetcityservice.com/data/media/29/blumenfrdich.gif

LG Monika

pags
11.06.2012, 10:28
Danke Monika :knuddel:

Tag 17

...ging schon damit los, dass wir schimpfen mussten.
Die haben Papa heute Nacht wieder Schlafmittel gegeben und heute morgen weil er beim waschen so böse wurde auch wieder mit Narkosemittel weggeschossen! Auf der einen Seite wollen sie uns entlasten, auf der anderen Seite schiessen sie ihn dauernd ab - wie soll er da denn zu Kräften kommen und auf die Beine kommen! Und wenn sie ihn immer wieder abschiessen, fällt er immer wieder paar Schritte zurück! Das ganze WE hat er selber gegessen und heute guckt er wieder völlig behämmert wegen dem Mittel... *hmpf*
Der eine sagt so und der andere sagt so, sprechen die sich nicht ab?? :boese:

Bin stinksauer!!!

monika100
11.06.2012, 14:45
Hallo pags,

könnt ihr nicht nochmal ein Gespräch im Kh führen??

Ich kann das gut verstehen, ihr habt das Gefühl dass euer Vater nicht weiterkommt, wenn er immer wieder "betäubt" wird. Das mag ja auch so sein. Aber auf der anderen Seite haben die Pflegekräfte keine Zeit und keine Kraft dafür wenn ein Patient aggressiv wird und er könnte sich dann vielleicht auch noch selbst schaden. Und meist kann mal als Kranker auch nachts im Kh nicht schlafen, weil man eben den ganzen Tag schon rumliegt, da bekommt fast jeder eine Tablette.

Am besten wäre es, wenn deine Mutter sich mit anderen Leuten aus der Familie abwechseln würde, damit bei Essen, Waschen etc. immer jemand da ist. Gäbe es da jemanden bei euch?

LG Monika

pags
11.06.2012, 23:46
Hallo Monika,

wir waren bis zum WE ja 24h bei ihm, es war immer jemand da. Die haben uns extra gesagt, dass wir von 22 Uhr bis 8 Uhr beruhigt wegbleiben können um uns zu erholen, aber wenn wir sowas hören wie sollen wir da ruhig bleiben?? Sie wollten ja entweder anrufen oder ihn selbst beruhigen und eigentlich sollten sie mit dem Waschen warten bis einer von uns dabei ist :shy:
Jetzt ist Papa vllt. mal böse und motzt, aber eher weil es ihm peinlich ist sich von jmd fremdes waschen zu lassen, aber er ist definitiv klar im Kopf... Wieso wartet man dann nicht, wenn sie doch wissen, dass er mitmacht wenn jmd von uns dabei ist? Ich kann absolut nicht mitgehen, dass man Patienten ausschaltet nur damit es schneller und einfacher geht. Vorallem hat man uns VOR der OP gesagt, dass man ihm kaum Beruhigungsmittel oder Schlafmittel geben darf, weil das mit seinen Medikamenten vom Schlaganfall nicht geht und Nebenwirkungen geben kann. :shy:

monika100
12.06.2012, 09:04
Hallo pags,

das ist das Problem - das Eine ist die Theorie und das Andere die Praxis.
Ich bin sicher, dass niemand deinem Vater schaden möchte, aber sie bekommen das was speziell dein Vater braucht wohl intern nicht so umgesetzt. Wie gesagt, ihr könntet nur noch einmal versuchen ein Gespräch zu führen.

Habt ihr irgendeine Ahnung, wie lange es noch dauert, bis er evtl. nach Hause kommt?

LG Monika

pags
12.06.2012, 10:30
Tag 18

Papa darf auf Normalstation, sie schauen grad nach einem Zimmer! :rotier2:
Nach mehreren Gesprächen der Oberäzte, Stationsärzte und Prof sind sie sich einig, dass Papa für die Intensiv ja quasi schon zu gesund ist! Herz, Lunge und Beatmung klappt wunderbar und er gibt Bescheid wenn er aufs Klo muss. Also sind sie sich einig, dass er auf Normalstation darf. Er behält das Tracheostoma erstmal drin, aber sie werden es mal "zumachen", die Magensonde zur Ernährung bleibt auch noch drin, falls das mit dem Schlucken doch nicht so gut klappt.

Aber das WICHTIGSTE:
Mama darf ja mit und somit wird es auch für Papa wieder erträglicher :rotier2:

monika100
12.06.2012, 10:38
Hallo pags,

na das sind ja gute Nachrichten. Weiter so!

Monika

pags
13.06.2012, 18:02
Tag 19

Papa liegt mit Mama auf Normalstation! :rotier2:
Er ist richtig glücklich ohne Kabel an Brust und Stirn. Jetzt n paar Tage Kraft sammeln, dann kommt der Katheder raus, dann kann er wieder selbst aufs Klo :)

pags
14.06.2012, 21:12
Tag 20

Papa hat Fieber :shy:
Aber ihm gehts gut und er saß auch wieder im Stuhl.
Ich hoffe, dass es nur zu anstrengend war und das Fieber daher kommt :undecided

pags
19.06.2012, 21:56
Tag 25

Papa gehts gut. Er ist selbstständig und geht täglich mit dem Rollstuhl und Mutti raus.
Blöderweise sagt das Krankenhaus, er ist langsam zu gesund für das KH, aber zu krank für die Reha.
Die sagen er soll ins Pflegeheim, aber da machen wir nicht mit, der geht uns da kaputt und kommt da nicht weiter oder wieder raus.
Mitnehmen nach Hause geht auch nicht, wegen dem Tracheostoma.
Morgen gibts es Gespräche und weitere Vorgehensweisen. Die alte Reha nach dem Schlaganfall würde ihn nehmen, aber da könnte Mama nicht mit. Ich ruf morgen mal im Tumor-Zentrum an und frag wie die das machen mit solchen Patienten.

monika100
23.06.2012, 20:56
Hallo pags,

wie gehts bei euch??

LG Monika

pags
24.06.2012, 19:21
Hallo :)

Ich war das WE wieder bei meinen Eltern. Papa gehts gut. Das Tracheostoma ist draussen und er ißt normal... zwar nicht viel aber er kann es ohne sich zu verschlucken :o
Wir waren gestern und heute auch viel draussen und es wird noch wegen einem Reha Platz geschaut.

:remybussi

monika100
24.06.2012, 22:11
Prima pags,

hört sich doch gut an! Freu mich mit euch.

Soll dein Vater direkt von der Klinik in die Reha oder kommt er erst kurz nach Hause?

LG Monika

pags
24.06.2012, 23:36
Er soll direkt in die Reha :rotier2:

pags
30.06.2012, 11:15
Papa ist seit gestern in Reha... :rotier2:

monika100
30.06.2012, 11:31
Hallo pags,

schön zu hören!!:)

In welcher Klinik ist er und deine Mama ist mit??

Kannst du ihn da am WE besuchen, oder ist es zu weit weg von euch?

LG Monika

pags
30.06.2012, 17:42
Hallo,

er ist nur 20 km von der Klinik weg. Ja, Mama ist wieder dabei...
Ich hab Fotos von meinem Bruder bekommen, sie waren im Garten bei dem schönen Wetter.
Das heißt er darf also auch mal raus und heim, da es sich anbietet da sie dort in der Nähe sind :)
Das hat ihn natürlich sehr gefreut und er hat gemerkt, dass er in der Nähe von "daheim" ist. :augendreh

pags
15.07.2012, 21:01
Tag XY

Papa kommt morgen nach Hause!!! :prost:
Das war ein harter Kampf bis dahin... mein lieber Scholli! Es war noch sehr anstrengend und er hat noch ganz schlimm Theater gemacht und war nachts aggresiv und völlig unzufrieden. Er konnte schon wieder ohn Probleme essen und trinken, aber er wollte endlich RAUS und nach Hause! Jetzt haben wir uns entschlossen die Reha abzubrechen. Er hatte letzte Woche nochmal Fieber, aber sie wußten nicht wieso. Als es hieß er soll wieder ins KH und wieder Katheder und Venenzugang, aber eine Lungenentzündung ausgeschlossen wird, haben wir die Reißleine gezogen - sonst wäre alles wieder von vorne losgegangen. Er steht auf den Beinen, ißt und trinkt und die OP war überstanden, wir wollten einfach nicht wieder zurück im Fortschritt. Kaum haben wir ihm gesagt, dass es Heim geht war das Fieber weg und er hat angefangen zu packen :D

monika100
15.07.2012, 21:22
Hallo pags,

ich kann gut verstehen, dass dein Papa die Nase voll hat und nur noch nach Hause will. Mein Mann hat ja genau deswegen gar keine Reha gemacht, seine Reha war hier, zuhause:)

Ihr müsst das natürlich beobachten mit dem Fieber und so, aber "Heimweh" kann schon viel ausmachen und man sollte das nicht unterschätzen.
Ich habe eine Tante, die wegen einer Herz-Geschichte im Krankenhaus war. Die hat ohne Unterbrechung über Tage nur Übelkeit gehabt und ständig erbrochen, keine Medikamente halfen.
Konnte ja auch nicht, es war einfach nur Heimweh! Nach Hause gekommen, sie war zwar noch etwas schwach, aber alles wurde dann nach und nach gut.:)

Alles Liebe für euch,

Monika

pags
25.07.2012, 12:28
Hallo...

Papa baut ziemlich ab, sowohl körperlich als auch geistig :rolleyes:
Er wiegt nur noch 49kg und wird manchmal richtig böse, so dass ich ihn am WE packen musste, weil er um sich geschlagen hat und richtig aggressiv war. Dann ist er im nächsten Augenblick tiefbedrückt und schwächelt. Seine Stimmung ist wirklich Tagesabhänging, aber er will nichts mehr essen udn seine Medikamente verweigert er auch. Da fragt man sich, wozu haben wir die OP gemacht, wenn er JETZT aufgibt...

monika100
25.07.2012, 17:06
Hallo pags,

das hat sich überschnitten, wollte dich sowieso fragen, wie es bei euch läuft.

Ist dein Vater jetzt zu Hause? Was sagen die Ärzte denn?

LG Monika

pags
25.07.2012, 22:52
Ja, Papa ist zu Hause... aber irgendwie glaube ich, dass außer dem Essen usw. alles beim alten ist. Er geht selber aufs Klo, ißt usw. also eigentlich wie vor der OP und nach dem Schlaganfall... er hat halt abgenommen und hat manchmal diese Aussetzer, schläft nachts ab und an unruhig... die Ärzte sagen nichts dazu, wir können ihn ja nicht zwingen, ausser Flüssigkeit zuzuführen wenn er mal nicht mag. Er hat halt keinen großen Appetit... und dann kommer alle an ihn ran, die ständig auf ihn einreden. Da würde ich auch irgendwann dicht machen.

pags
29.07.2012, 23:15
Morgen soll Papa nochmal ins Krankenhaus zur Magenspiegelung.
Er hat wohl irgendwo eine Entzündung und Schmerzen im Hals, daher ißt er nicht soviel und gerne.
Ich hoffe es ist alles ok... :(

pags
30.07.2012, 16:52
Keine Probleme wegen der OP, alle OK soweit :prost:
Entzündung wird noch gesucht, schätze die Ohren?
Da hat man doch auch Halsweh? :augen:

monika100
30.07.2012, 17:56
Hallo pags,

na Gott sei Dank! :)

Wenn der Hals schmerzt müsste ihm Salbeitee trinken und Eis essen vielleicht ein bisschen helfen.

LG Monika

monika100
09.08.2012, 07:55
Hallo pags,

wie sieht es bei euch aus?

LG Monika

pags
26.08.2012, 13:23
Hallo...

Nach einem hartem und langem Kämpfen hat Papa uns heute verlassen.

monika100
26.08.2012, 13:54
Liebe pags,

gerade habe ich deine Nachricht gelesen.

Mein herzliches Beileid zum Tod deines Vaters:pftroest:.
Was ist passiert?

Monika

pags
29.08.2012, 22:17
Ich kann noch nicht schreiben...
Morgen fliegen wir ein letztes Mal als Familie nach Griechenland.
Das war sein letzter Wunsch... er kommt dann über Nacht nochmal nach Hause und Freitag ist die Beerdigung...
Melde mich wenn ich zurück bin...:cry:

pags
05.09.2012, 18:30
Bin wieder da...

Was soll ich sagen... ich halte mich kurz, ich kann nicht klar denken... die letzten 2 Wochen hat er mehr als gekämpft. Da er vor 4-6 Wochen nicht mehr essen konnte/wollte und nur Durchfall hatte, wurde er wieder über den Port ernährt. Dann noch extra Flüssigkeit usw.
Letztendlich hatte er wohl einen Darminfekt, der zu spät erkannt wurde. Die letzten 2 Wochen hatte er keine Kraft mehr, konnte nicht mehr aufstehen und hat nur gestöhnt und gerufen... am letzten WE wo ich bei ihm war fing es an - er hatte keine Kraft mehr aufs Klo zu gehen. Mama und ich haben ihn im Bett gewaschen. Dann kam er nochmal ins Krankenhaus, damit sie ihn nochmal puschen. Die sch*** Ärzte haben ihm noch sein Epilepsie-Medikament abgesetzt und er bekam in der letzten Nacht 3 Anfälle... diese haben ihm die letzte Kraft geraubt die er noch hatte und er starb um 11 Uhr.

Ich kam leider 10 Minuten zu spät und werde mir nie verzeihen, dass ich nicht bei ihm war...:(

teufelchen1966
06.09.2012, 16:35
:(das tut mir unsagbar leid für euch drücke dich mal in aller stille:pftroest:

monika100
06.09.2012, 18:31
Hallo pags,

du darfst dir keine Vorwürfe machen, dass du nicht dabei warst, als dein Papa gestorben ist. Du hast doch soo viel für ihn getan, alles was möglich war und noch mehr - und das weiss er auch!

Viele Sterbende suchen sich "ihren Moment" auch ganz gezielt aus, vielleicht wollte dein Papa dich damit schützen. Er wollte ganz sicher nicht, dass du dir solche Vorwürfe machst und dir das nicht verzeihst.

Du kannst stolz auf dich sein, nicht jeder Mensch erfährt so eine Liebe, wie du sie deinem Vater geschenkt hast.

Drück dich, Monika

pags
10.11.2012, 20:13
Hallo ihr Lieben...

es ist ja nun ein wenig Zeit vergangen und man hat den Weg in den Alltag zurück gefunden. Man lernt mit dem Verlust zu leben und versucht seiner Familie Halt zu geben. Am schlimmsten ist es natürlich für meine Mama, aber wir reden und telefonieren jeden Tag und wir sagen uns immer wieder, dass er so ein Leben nicht gewollt hätte - bettlägrig und künstl. Ernährung... nein, nicht wirklich!
Ich selbst habe ja auch gesagt, ich würde später niemals so eine OP machen. Heute weiß ich es nicht, wir haben alles versucht und vllt. hätte er es geschafft, wenn er den Schlaganfall nicht gehabt hätte. Naja... hätte, wäre, könnte... jeder kämpft jetzt ein wenig mit sich selbst und er fehlt uns sehr. Nächste Woche wäre er nochmal Opa geworden und er hatte sich so sehr drauf gefreut... :embarasse

Ich danke euch für eure Lieben Worte und wünsche den "Kämpfern" hier unter uns alles Glück der Welt und besiegt diesen sch** Krebs auch für meinen Papa!!! :pftroest: