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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Du ahnst es nicht.........


Desmonde
19.06.2012, 19:21
und jetzt muss im Internet recherchieren, was der Befund meiner Freundin eigentlich bedeutet. Ich hätte nicht gedacht, das ich mich mit dem Thema, vor allem nicht in unserer Altersgruppe, beschäftigen muss, aber da bin ich hier wohl nicht alleine.

Ein Befund der einen erst einmal plättet und schockt. Ich würde mich unglaublich freue, wenn mir hier einer weiterhelfen kann.

Meine Freundin hatte vor 3 Monaten bereits, eine Verhärtung in der Brust festgestellt, aber da Sie zu der Zeit noch gestillt hat, war Sie und auch der Arzt der Meinung, das es eventuell davon kommt und man erst einmal abwartet.

Nachdem die Verhärtung immer noch nicht verschwunden ist, hat Sie einen Termin beim Frauenarzt gemacht und der hat mehrere Gewebeproben entnommen.

Heute hat Sie den Befund mit nach Hause gebracht, ohne das Ihr dieser großartig erklärt wurde. Ich bin die ganze Zeit am recherchieren, was das
Fachkauderwelsch wohl bedeuten könnte und hab schon ein wenig rausgefunden. Vielleicht kann das hier noch einer Ergänzen und etwas ausführen. Sie ist gerade einmal 36 und wir haben einen 2 Jahre alten Sohn
und wenn ich lese das mit Diagnose Brustkrebs über 80% noch weitere 5 Jahre überleben, dann haut´s mich ziemlich von den Socken. Dann ist unser
Sohn gerade mal 7 und ich hatte nicht vor, dann mit Ihm alleine zu sein.

Also in dem Befund steht ein Adenokarzinom mit atypischer Tubulusbildung unscharfe Infiltration von Fettgewebe sowie ca 1-2 Mitosen HPF Fokal Nachweis intraduktaler Anteile mit Komedonekrosen und Verkalkungen.

Beurteilung Stanzzylinder aus einem hochdifferenzierten duktal- invasiven Mammakarzinom mit intraduktalem Anteil Grading G-1

Klassifikation B5b.

Kann mir das bitte jemand in verständliches Deutsch übersetzen?

Was heisst das alles und wie geht es weiter?

Könnte heulen und bin momentan sprach- und ratlos!? :(

Jule66
19.06.2012, 19:39
Hallo Desmonde,
herzlich willkommen hier.
Ja,am Anfang einer solchen Diagnose steht man fassungslos vor einem Berg von Sorgen.
Man fühlt sich allein gelassen,keiner erklärt einem so richtig,was Sache ist.
Also,so wie ich das sehe,hat Deine Freundin einen recht "freundlichen" Tumor,einen mit geringer Aggressivität.
Bei einem G1 Tumor-sollte die Histologie des herausoperierten Tumors nicht noch was anderes ergeben,wird i.d.R. auf Chemo verzichtet,d.h. Op und Bestrahlung erfolgen.
Alles in allem hat sie dann wirklich "Glück" gehabt.
und wenn ich lese das mit Diagnose Brustkrebs über 80% noch weitere 5 Jahre überleben, dann haut´s mich ziemlich von den Socken
:(

Das hast Du falsch verstanden,kein Wunder in Deiner Situation.:pftroest:
Das bedeutet,dass 80% aller BK Erkrankten nach 5 Jahren noch leben,selbstverständlich auch noch lange darüber hinaus.:)
Deine Freundin hat gute Aussichten,ihre Enkel noch kennenzulernen.
Nun müsst ihr die komplette Histologie abwarten,den Rezeptorstatus und dann geht die Therapie los.
Ich wünsche Euch alles Gute,Jule

Desmonde
20.06.2012, 21:42
So schlimm wie es jetzt ist und da ich mich vorab nie damit beschäftigt habe (das machen wohl die wenigsten einfach so, ohne Grund und Anlass), danke ich dir Jule für deine Erklärung und die beruhigenden Worte.

Morgen ist das Gespräch, wie es jetzt weiter geht und
wir harren der Dinge, die da jetzt erst einmal auf uns zu kommen.
OP, Bestrahlung und fertig, wäre wohl anscheinend in der momentanen Situation
der "Idealfall". Ich hoffe es bleibt dabei. :o

BarbaraO
21.06.2012, 12:43
Morgen ist das Gespräch, wie es jetzt weiter geht...

Hallo Desmonde,
es ist immer gut, wenn man zu zweit zu diesen Gesprächen geht.
Ich möchte Euch noch raten, Eure Fragen, die Ihr jetzt habt, aufzuschreiben. Dann kann nichts vergessen werden.

Lieber Gruß

Desmonde
21.06.2012, 23:28
Hi Barbara!

Also momentan beschäftige ich mich mehr mit der Krankheit als Sie und hab die letzten zwei Tage eigentlich kaum etwas anderes gemacht.

Selbstverständlich habe ich Sie heute und werde Sie auch weiterhin zu den wichtigen
Gesprächen begleiten. Ich versuche das ganze möglichst logisch und rational an zu gehen und glücklicherweise habe ich einen sehr verständnisvollen
und flexiblen Arbeitgeber.

Das erste Vorgespräch war heute und als nächstes stehen MRT und Mammographie an. Direkt danach geht´s zum nächsten Gespräch, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen und es an den weiteren Ablauf geht. Ich habe Ihr bereits geraten, Ihre wichtigen Fragen auf zu schreiben.

Zwangsläufig wird das Thema nicht so schnell abgehakt sein.

Gruß

bifi65
22.06.2012, 13:03
Hallo Desmonde,

das hört sich gut an, von der Planung her. Schön Befunde sammeln und dann in Ruhe die Therapie angehen.
Die Statistik kann man getrost in die Tonne stopfen, zu individuell sind inzwischen die Therapien und die Krankheitsbilder. (Mein Vater lebt schon 10 Jahre länger als seine Statistik und denkt nicht dran, dies zu ändern - er ist mein Vorbild :D)

LG, Birgit

Desmonde
22.06.2012, 13:12
Ja Birgit, laut Statistik ist jeder 4te ein Chinese und wenn ich mir die Fussgängerzone so anschaue, sehe ich keinen einzigen, von daher......
Was mich etwas schockiert sind die Zahlen hier.
Dieser Thread wurde fast 2000 mal gelesen und es gibt ganze 3 Rückmeldungen. :shocked:

Saschue
22.06.2012, 13:35
Hi Desmonde,

ich schätze mal, daß Dein Titel neugierig macht, hier reinzuschauen - so wie ich. ;)
Aber dann ist Deine Frage doch zu speziell, als daß viele darauf was "Vernünftiges" schreiben könnten. :confused:

LG
Saschue

Desmonde
22.06.2012, 14:06
Ein paar tröstende Worte hätten es schon getan und dafür braucht man kein Fachwissen, aber die anderen 1977 haben ja auch recht.
Jeder Betroffene muss letzt- und schlussendlich selbst damit fertig werden.

Deine Signatur gefällt.

Saschue
22.06.2012, 14:25
Hi Desmonde,

Du bist aber hier richtig gut "bedient" worden. ;)
Schließlich hat Dir als erste Jule66 geantwortet und die ist hier im Forum unsere "graue Eminenz" oder auch unsere "Medizin-Koryphäe". Da kann man dann schlecht als Universaldilettant fachlich noch einen drauf setzen.
Kopf hoch, so wie Dir, geht es in der Anfangszeit allen Angehörigen. Und irgendwann kriegt man dann wieder Boden unter die Füsse.

LG
Saschue

NicoleZ
22.06.2012, 16:06
Hm, ist schon stark : da kommt man als Nicht-Krebskranker in ein Forum voller krebskranker Menschen und verlangt nach tröstenden Worten.
Irgendwie dreist, oder ?

Jule66
22.06.2012, 16:37
Ein paar tröstende Worte hätten es schon getan .

Hallo Desmonde,
es kommt doch nicht auf die Zahl der Antworten im Verhältniss zu den Klicks an.;)

Wenn jemand einen Thread eröffnet und Fragen hat,und es hat bereits jemand umfassend geantwortet,dann setze ich auch keinen drauf und antworte im Prinzip das Gleiche noch mal.Und sehr viele Details zur Diagnose hattst Du naturgemäß ja noch nicht,so das man jetzt darüber diskutieren könnte.

Ferner,tröstende Worte...ich empfand eher Freude und Erleichterung,als ich Dir mitteilen konnte,dass es bei Deiner Freundin nach jetzigem Kenntnisstand doch ganz gut aussieht.
Die meisten User hier haben einen weitaus schlechteren Befund...

Ich bleib dabei: Deine Freundin scheint Glück im Unglück gehabt zu haben.

Liebe Grüße,Jule

Mary-Lou
22.06.2012, 16:57
Ein paar tröstende Worte hätten es schon getan und dafür braucht man kein Fachwissen . . .

Ich fasse es nicht . . .
. . . und wer tröstet uns . . .
Und ich glaube, Du verwechselst etwas, wir haben "Brustkrebs nicht studiert" und deshalb beruht unser Wissen bei den meisten von uns zum größten Teil aus eigenen Erfahrungen, die wir aber gerne weitergeben, wenn danach gefragt wird.


Sich sehr selten selbst bemitleidende Grüße

gilda2007
22.06.2012, 17:13
In Foren gilt es, einen möglichst aussagekräftigen Titel für den Thread zu finden, dann vermeidet man auch Um-was-geht-es-hier-Klicks.

Und tröstende Wort: Du hattest eine konkrete Frage --- ich als User schätze es dann nicht, wenn man seitenweise virtuelle Umarmungen bekommt, aber keine konkrete Antwort. Letztere wiederum gab Jule ...

Zu Deinem Anspruch: Hier gibt es viele Threads -- ich fand keine tröstenden Worte von Dir für die hier Betroffenen. :confused:

Die Sache mit dem Stein und dem Glashaus -- Du weißt schon ...

Desmonde
22.06.2012, 17:34
Wer schreibt denn was von verlangen?! Ich verlange schon mal rein gar nix und bedanke mich selbstverständlich für die Antworten, die es bis hierhin gab und insbesondere für die Ausführungen von Jule.

Was ich geschrieben habe und was zwischen die Zeilen rein interpretiert wird, dafür ist erst einmal der Leser verantwortlich, nicht der Schreiber.
Wenn es was zu klären gibt, kann man das klären.

Das extrem viel gelesen wurde, aber fast nix geschrieben, ist mir aufgefallen und hat mich gewundert. Kenne ich so nicht.
Wenn das hier Standard und der allgemeine Umgang ist, ok, akzeptiert. Selbstverständlich kommt es auf die Qualität und nicht die Quantität der Antworten an.

Ich versinke weder in Selbstmitleid, noch käme es mir in den Sinn, jemanden auf zu fordern, mich zu trösten. Das wäre wohl auch das letzte, was mir in den Sinn kommt. Ganz abgesehen davon wäre ich, auch wenn unmittelbar mit betroffen, die falsche Adresse, ich bin nämlich nicht die, die von der Krankheit betroffen ist.

Ich kann lesen und hab schon mitbekommen, das hier Schicksalsschläge von ganz anderem Kaliber unterwegs sind. Wie gesagt befasse ich mich mit dem Thema seit ewig langen 3 Tagen. Ich weiss ja nicht wie es bei euch ist, aber gute Erfahrungen, die man (noch) nicht gemacht hat, kann man schlecht weitergeben.

bifi65
22.06.2012, 17:39
Wenn man hier quer liest und nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist, um was sich die Frage handelt, klickt man natürlich schnell wieder weg, wenn man nicht "helfen" kann.

Oft braucht man bei Antworten auch Zeit, um noch etwas zu recherchieren, damit man selbst korrekt antworten kann. Das sind teilweise Stunden, die wir entweder während unserer eigenen Therapie oder nach überstandener Therapie neben der Arbeit her online sind und das auch gerne machen, da wir selbst auch froh sind, wenn wir Hilfe bei Fragen bekommen.
Es ist nicht Sinn des Forums, hier in jedem Thread hunderte von Posts mit einem virtuellen Knuddler voll zu müllen, dann würden die relevanten Antworten ja kaum mehr zu finden sein!

Herzliche Grüße für euch von Birgit, die hier immer tröstende Worte findet, wenn es ihr schlecht geht und auch mal einen Tritt in den Hintern, wenn es nötig ist

P.S. Zwischen deinen Zeilen brauchte man nicht lesen, es stand - wie schon zitiert - alles da. Und das du gute Erfahrungen weitergeben sollst, hat hier keiner verlangt.

Desmonde
22.06.2012, 17:59
Und das du gute Erfahrungen weitergeben sollst, hat hier keiner verlangt.

Richtig, das muss man im allgemeinen auch nicht und ergibt sich von selbst, sonst würde niemand zu nix etwas schreiben und man könnte jedes Forum gleich schließen.

freundchen70
22.06.2012, 20:20
Hallo Desmonde,
das sind doch echt gute Aussichten. Man muß doch vernünftigerweise erst einmal abwarten was bei den nächsten Untersuchungen rauskommt, oder nicht.
Ändern kann man es doch eh nicht mehr, nur dankbar sein, es hoffentlich früh genug erkannt zu haben.

Wünsch euch alles Gute

simi1
22.06.2012, 20:54
Hallo Desmonde,

ich gehöre nicht ins Brustkrebsforum, kann daher zur Erkrankung deiner Partnerin keine Aussage machen.
Aber ein Hinweis zu den Klicks: Hier werden die Klicks aller Leser gezählt, also auch die der Gäste. Schreiben können jedoch nur registrierte Benutzer. Wenn du dir unten auf der Übersichtsseite die Besucherzahl anschaust, stellst du fest, dass i.d.R. nur ca. 10% User und ca. 90% Gastleser online sind.


Alles Gute für euch
Simi

Desmonde
22.06.2012, 23:17
@freundchen70

Vielen Dank! Nein ändern kann man es nicht.
Tagtäglich kommen neue Infos auf uns bzw. auf mich zu, da meine Freundin sich momentan wohl nicht so recht damit auseinandersetzen mag.
Verständlich.

Heute lese ich z.B., das Sie direkt einen Behindertengrad von 50% hat.
Wie sich das für jemanden mit Mitte 30 liest, der vor noch 3 Monaten Lichtjahre von einer Behinderung entfernt war, kann ich nur erahnen. So kommt momentan eins zum anderen und muss halt verarbeitet werden. Selbstverständlich sind wir so froh, wie man es gerade sein kann, das es kein schlimmerer Befund ist.

@Simi1
Vielen Dank und für die Info. Das habe ich nicht gewusst und somit nicht berücksichtigt. Das relativiert das ganze natürlich, wirft aber auch neue Fragen auf, aber belassen wir es dabei. :confused:

Saschue
23.06.2012, 00:01
Hi Desmonde,

Komm wieder runter - das brauchst Du in Deiner Situation jetzt nicht auch noch.
In diesem Teil des Forums, in dem du schreibst, tummeln sich (fast) ausschließlich Betroffene. Wir stehen immer gern für fachliche Fragen bereit.
Aber Angehörige aufzurichten, übersteigt manchmal auch unsere Kräfte.
Da bist Du im Angehörigenteil dieses Forums besser aufgehoben.

Nichts für ungut
Saschue

Saschue
23.06.2012, 00:45
Ich bin wieder zu dusselig zum kopieren - Gitti, keine Sorge, Jule66 bringt mir das demnächst persönlich bei -, also so:

Ich muß noch einen draufsetzen.

Zitat desmonde:
"Heute lese ich z.B., das Sie direkt einen Behindertengrad von 50% hat.
Wie sich das für jemanden mit Mitte 30 liest, der vor noch 3 Monaten Lichtjahre von einer Behinderung entfernt war, kann ich nur erahnen."

Glaubst Du im Ernst, wir Betroffenen sind von 50 % beeindruckt?! Hier gibt es Userinnen, die sind 10 Jahre jünger und haben 100 %.
Was heißt hier auch "Behinderung", insbesondere bei der Prognose Deiner Frau, um die Dich hier etliche "beneiden" werden - ich würde sofort tauschen! Wir sind trotz allem, ich habe 80 %, fit und genießen, mit leichten Einschränkungen - ich soll nichts Schweres mehr heben - unser Dasein. Es soll kein Wettbewerb um Prozente sein sein. Wir, die wir schreiben, kämpfen zum Teil ums nackte Überleben und Du willst uns mit sowas kommen?!
Deine Schreiberei zeigt eindeutig, daß Du zwar Unterstützung brauchst, aber nicht von uns, sondern im Angehörigenteil.

Saschue

Desmonde
23.06.2012, 08:44
Wenn es nur darum geht, wer noch Behinderter und noch schlimmer dran ist, dann möchte ich mich daran ganz bestimmt nicht beteiligen. Wozu auch? Jeder möchte so gut dran sein wie möglich, idealerweise wieder gesund.
Was denn sonst?

Es geht nur darum, das jetzt jemand neu die Krankheit hat, die er vorher nicht hatte. Wenn das nicht so rüber gekommen ist, dann ist das bedauerlich.

Es geht auch nicht darum mich auf zu bauen. Das ist nicht notwendig.
Sind bloß ein klitzekleiner Teil von Gedanken, die kommen, manche gehen wieder, andere nicht.
Es gibt hier keine Hysterie, keine Paranoia, sondern nur wenig bis gar kein vorhandenes wissen um und über das Thema.

Neue konkrete und sachbezogene Fragen kann ich erst stellen, wie ja hier schon angedeutet wurde, wenn wir selbst mehr wissen.

Warum man und das nicht nicht nur hier, womöglich in ein Thread schreibt, der einem, aus welchen Gründen auch immer, eigentlich nicht gefällt, erschließt sich mir nicht.

Wenn der Thread hier falsch ist, möge man Ihn verschieben.
Das es einen Angehörigen Bereich gibt, habe ich vorab nicht gesehen.

Mary-Lou
23.06.2012, 10:47
Heute lese ich z.B., das Sie direkt einen Behindertengrad von 50% hat.
Man muss diesen Behindertenantrag nicht stellen, diese Sache ist absolut freiwillig . . . ;)

Das Zauberwort heißt übrigens "Heilungsbewährung" und nach fünf Jahren ohne Rezidiv und Gesundheitsverschlechterung sieht die Sache mit dem Behindertengrad dann schon wieder ganz anders aus, dann wird man nämlich wieder zurückgestuft. So hatte ich bis vor kurzem 90% und bin nun noch auf 50%. Ich möchte aber betonen, dass ich - im Gegensatz zu vielen anderen hier - in keinster Weise zu 90% in meiner Lebensweise eingeschränkt war. Vielleicht hilft Dir das "diesen Schock zu verdauen".

Im übrigen kann ich sehr gut verstehen, dass man - gerade zu Beginn der Erkrankung auch als Angehöriger - meint, sich im weltweiten Netz schlau machen zu müssen. Nur bin ich der Meinung, dass das am Anfang in manchen Fällen (im Exzess betrieben) etwas kontraproduktiv ist und manches Mal unnötige Ängste schürt.Neue konkrete und sachbezogene Fragen kann ich erst stellen, wie ja hier schon angedeutet wurde, wenn wir selbst mehr wissen.

Und auch da macht es Sinn, erst einmal die behandelnden Ärzte mit Fragen zu löchern. Ansonsten wirst Du bzw. Deine Lebensgefährtin als direkt Betroffene sicherlich hier im Forum gerne "geholfen".

Grüße

Ilse Racek
23.06.2012, 11:24
@Desmonde


Nun hast Du ja von allen Seiten für alle Stimmungslagen (und die scheinen bei Dir verständlicherweise an manche Grenzen zu gehen) Antworten bekommen.

Ich schließe mich ganz besonders Saschues Bemerkung - dass Du mit Jules Beitrag beneidenswert kompetente Anmerkungen bekommen hast - besonders gerne an.

Gleichwohl empfehle auch ich Dir, Dich dem Angehörigen-Forum anzuschließen.

Wie Mary-Lou schon bemerkt: Deiner Lebensgefährtin und Dir sei empfohlen, die Fachärzte zu löchern. Gängige Praxis.

Desmonde
13.07.2012, 23:38
Hallo zusammen! Ein Update.

Meine Freundin ist heute aus dem Krankenhaus entlassen worden.
Soweit die gute Nachricht, die schlechte allerdings hat Sie direkt mitgebracht und zwar das in dem Wächterlymphknoten eine Mikrometastase gefunden wurde. Leider war ich bei dem Gespräch mit der Ärztin dieses mal nicht dabei und Sie kann nicht so recht wiedergeben bzw detailliert genug, was die Ärztin genau gesagt hat, was mich aber auch nicht weiter wundert und ich möchte nicht weiter rumbohren. Ich weiß nicht, wie ich die neue Mitteilung ein zu ordnen habe und was es bedeutet. Vielleicht mag sich einer dazu äußern? :confused:

Gruß

@mary lou
Du hast zweifellos recht, aber ich kann nicht anders und brauche Infos.
Manches mal trifft mich das gelesene hart und das gefundene eventuell überhaupt gar nicht
auf Sie zu, aber ich kann nicht einfach dasitzen und Kaffe schlürfen.

bifi65
14.07.2012, 11:46
Hallo Desmonde,

im Allgemeinen gilt, je konkreter die Frage, desto besser lässt sich antworten. Hat deine Freundin Papiere mitgebracht? Dort steht die Histologie drin oder sonstige Infos zum Befund. Es kommt ja auch auf das "Grading" an und auf die Rezeptoren.
Natürlich wäre ein freier Lymphknoten besser gewesen, aber auch freie Lymphknoten heißen nicht, das man von nun an hundertprozentig verschont bleibt, dazu ist diese Krankheit viel zu Komplex.
Falls du Informationen zur weiteren Behandlung haben willst, schau mal hier, da stehen auch die Leitlinien zur Brustkrebsbehandlung drin. Ansonsten "S-3-Leitlinien googeln, da kommt auch ein PDF zum runterladen.

http://www.krebsgesellschaft.de/

Spekulationen unsererseits zum weiteren Vorgehen wären bei den wenigen Informationen wieder rein spekulativ, aber vielleicht habt ihr ja tatsächlich Papiere. Es empfiehlt sich , in dieser Situation, von allen Unterlagen Kopien in einem eigenen Ordner zu sammeln, so hat man selbst immer alles parat, das ist auch gut, falls man mal eine zweite Meinung brauchen sollte (übrigens sind die Ärzte zum Kopien machen verpflichtet, ggf. halt kostenpflichtig, ich selbst musste aber noch nie was zahlen und hab von Histologie, Laborergebnissen über CDs von CT- und MRT Bildern sämtliche Unterlagen als Kopie, das war immer selbstverständlich)

Egal, was jetzt folgt, erst einmal muss sie sich von der OP erholen. Oft sind es drei bis vier Wochen "Wartezeit" bevor es weitergeht (ist natürlich individuell), also vielleicht Zeit genug, um noch ein gemeinsames Gespräch mit einem Arzt zu führen...

Herzliche Grüße und alles Gute,
Birgit

remeni
14.07.2012, 12:24
Hallo lieber Desmonde,
du sprichst mir sehr aus dem Herzen und der Ton deiner Worte spiegelt meine Empfindungen wider, wie ich sie kurz nach meiner Diagnose hatte.
Deine Freundin hat die OP gut überstanden, das Mistvieh ist raus. Nun gut, der Wächter war nicht frei, damit bleiben ihr immer noch alle Möglichkeiten, gesund zu werden und alles gut zu überstehen. Sehr wahrscheinlich folgen jetzt Chemo und Bestrahlung. Das wird noch einmal ein hartes Stück Weg für sie und auch für dich, ist aber zu schaffen und gerade, weil sie noch so jung ist, sollte es besser gehen. Es gibt hier einen sehr guten Thread "Chemotagebuch..", da gibt es viel Mut und Zuspruch und praktische Tipps.
Lass dich nicht schocken von der Diagnose Krebs. Mit 20 und 30 glaubt man noch an die Unverwundbarkeit des Lebens, jetzt musstet ihr feststellen, dass dem nicht so ist. OK, Leben geht trotzdem weiter. Sammele alle Fakten und informier dich sehr umfassend. Je detaillierter du die Daten deiner Freundin hier schreibst, um so genauer kann geantwortet werden.
Und Apropos Behinderung: da musst du wohl ein wenig die Vorstellung in deinem Kopf revidieren: Behinderung in diesem Falle heißt ja nicht, dass man oder frau sabbernd in der Ecke liegt, nichts mehr rafft, ne Windel trägt und gefüttert werden muss:rolleyes:
Ganz wichtig ist, dass ihr beide eure Zuversicht behaltet und euren Lebensmut und die Lust am Leben und an euch.
Diese Krankheit ist sehr tückisch, doch der weitere Verlauf wird zu einem großen Teil im Kopf entschieden.
Meine Devise ist trotz oder gerade wegen Krebs: ess bunt, lebe bewegt, wiege leicht, der Rest findet sich.
Also, wenn du dich so richtig auskotzen willst, dann vlt. eher im Angehörigenforum, hier geht es vielen zu sehr unter die Haut, habe da ein wenig Verständnis. Doch bei konkreten Fragen findest du hier konkrete Antworten.
Und wenn du gar nicht weiter weißt, schreibe mir ne PN..

Desmonde
14.07.2012, 14:01
Danke für die Rückmeldungen.

@eimermar60

Du hast den Text von remeni Missverstanden, obwohl Sie es eigentlich richtig geschrieben hat. Meine Vorstellung muss ich aber auch nicht revidieren, da die von remeni geschilderte nicht meiner Vorstellung von Behinderung entspricht und ich die verschiedenen Grade von Behinderungen schon zu differenzieren weiss.

Ansonsten hast du remeni aber völlig recht. Die Gedanken und die Kopfkirmes die sich in den letzten 3 Wochen abgespielt haben, hätte ich so ca. in 35 Jahren erwartet und nicht gerade jetzt. Die Diagnose ist schon so ziemlich eingeschlagen wie ne Bombe. Ich halte mich eh für unkaputtbar, was meine ca. 4 Arztbesuche in den letzten 15 Jahren beweisen und davon waren 3 wegen einer Erkältung, damit ich mal ein paar Tage zuhause bleiben kann, aber wie sich das von einen auf den anderen Tag ändern kann, weiss ich ja spätestens jetzt. :(

Der Erstbefund ist bis jetzt unverändert, bis auf das die Mikrometastase dazu gekommen ist. Genauer hab ich es leider momentan nicht. Ich mag meine Freundin nicht ständig mit Fragen belasten.

Die Gewebeprobe wird noch in die USA geschickt für einen speziellen Test.
Das dauert auch noch einmal ca. 10 Tage. Die Konferenz an sich ist am Ende des Monats. So lange müssen wir warten.

remeni
14.07.2012, 20:58
remeni...ich bin etwas geschockt darüber, welche Vorstellung DU von einer Behinderung hast....Nachdenkliche Grüße

keine Sorge Christa, mein Bild von Behinderten und allen Anderen ist politisch absolut korrekt. Ich habe Desmonde kontextbezogen geantwortet und er war erschüttert genug, um sich einschüchtern zu lassen. Außerdem ist er ein Mann und da helfen manchmal drastische Worte (mein Mann kommt auch ab und zu mit dem Holzhammer gut zurecht ;). Er hat mich auch verstanden, wie ich an seiner Antwort sehe.

Desmonde: seit ihr eigentlich in einem Brustzentrum? Dann bekommt ihr die optimalste Behandlung. Noch ein Tipp: schreibt jede Frage auf und nehmt sie zu den Ärzten mit rein und gebt erst Ruh, wenn ihr es verstanden habt. Holt euch auch eine 2. Meinung. Je sicherer ihr seid und hinter den kommenden Therapien steht, um so besser helfen sie. Auch wenn du es jetzt noch nicht glauben willst, es stellt sich eine gewisse Routine ein. Geht immer den nächsten Schritt an, kleine Ziele, kurze Etappen, dann könnt ihr abhaken, was ihr schon geschafft habt und seht den Erfolg. Belohnt euch, deine Freundin bekommt nach jeder Chemo etwas Schönes: ein schickes Tuch, ein Kosmetiktermin, ein Abendessen. Rede mit ihr, auch über deine Ängste. Wenn du nicht weißt, wie du ihr helfen kannst, halte die Klappe und massiere ihr die Füsse. Du wirst sehen, es ist zu schaffen.

stadi
14.07.2012, 22:22
Hallo Desmonde,

ich mag Deine Ansätze wie Du schreibst ganz gut verstehen. Die Nachricht, dass Deine Partnerin Krebs hat, kam wie ein Hammer auf Euch zu.
Nun die OP hat sie zunächst gut überstanden das ist schon mal prima.
Jetzt wurde eine Mikrometastase gefunden im Wächter. Ich erinnere mich noch genau, wie geplättet ich war, als man mir sagte der Wächterlyphknoten sei befallen gewesen. Was bedeutet das jetzt für Euch: es ist anzunehmen, dass eine weitere Operation folgen wird, indem weitere Lymphknoten entfernt werden. Die Gewebeprobe wurde wohl in die USA für einen Test (wahrscheinlich der Oncotype DX Test?)geschickt, bei dem sich herausstellen soll, ob eine Chemotherapie für sinnvoll erachtet wird oder nicht.


LG
Beate

NicoleZ
16.07.2012, 09:06
Ich halte mich eh für unkaputtbar, was meine ca. 4 Arztbesuche in den letzten 15 Jahren beweisen und davon waren 3 wegen einer Erkältung, damit ich mal ein paar Tage zuhause bleiben kann, aber wie sich das von einen auf den anderen Tag ändern kann, weiss ich ja spätestens jetzt. :(


;) - das kommt mir sehr bekannt vor. Hast du dich zufällig auch immer über diese Statistiken in der Zeitung aufgeregt, wo steht "die Deutschen gehen durchschnittlich jedes Jahr 17 mal zum Arzt" und dich über all diese Simulanten geärgert, die nur das Geld der Krankenkasse verprassen ? Was unsereiner mühselig erabeiten muss ? :D.
Naja, die gute Nachricht ist, in der nächsten Zeit erfährst du, wo all das Geld bleibt. Außerdem wird man, zumindest ich, dann doch ziemlich plötzlich ziemlich dankbar für das deutsche System, wo jeder die gleiche umfassende Behandlung erhält, sofern die Krankheit nur ernst genug ist.
Ich zahle meine Krankenkassenbeiträge jetzt jedenfalls mit Begeisterung :).

ängel
16.07.2012, 10:21
Hallo Desmonde,
ich finde es sehr schön, dass du dir überhaupt Gedanken über die Krankheit deiner Freundin machst und Erfahrungen einholst und austauscht.
Mein Mann hat sich dafür relativ gering interessiert. Deshalb finde ich es gut.

Ich wohne in Schweden, da gibt es keinen Behinderungsgrad und trotzdem habe ich die eine Brust ab und mir wurden etliche Lympfknoten rausgenommen. Und ich bin ziemlich eingeschränkt, habe Neuropathie etc.
Also, das ist auch alles wieder relativ mit dem Behinderungsgrad.

Bei mir wurde auch nachträglich festgestellt dass ein Lympfknoten voll mit Krebs war. Die Wächterlympfknoten waren frei.
Es erfolgte eine weitere Operation, in welcher der Lympfknoten und 15 andere rausgenommen wurden, die dann frei waren.

Schreibt deine Freundin eigentlich auch im Forum? Teilst du ihr alles mit oder sind unsere Erfahrungen nur für dich?

Desmonde
16.07.2012, 10:27
@remeni
Sie ist im Brustzentrum in Köln und ich denke dort ist Sie sehr gut aufgehoben. Die Brust sieht jedenfalls optisch nach der Op sehr gut aus. Genau genommen sieht die sogar besser aus als vorher, da diese etwas größer war, als die andere Seite und jetzt gleich groß aussieht. Könnte aber auch noch etwas abschwellen. Ist selbstverständlich nicht entscheidend und zweitrangig, aber ich hatte mit einem Brustrest o.ä. gerechnet, so wie Sie selbst auch.

@stadi
Genau um den Test geht es.
Selbstverständlich hätten wir uns keine Mikrometastase gewünscht und diese war von uns nicht geplant. Uns bleibt mal wieder nichts anderes übrig, als weiter zu warten und der Dinge zu harren, die da kommen.

@NicoleZ
Aufgeregt habe ich mich nie. Ich weiß das Gesundheitssystem in Deutschland schon immer sehr zu schätzen, muss aber dazu sagen, dass ich kein Deutscher bin und das aus anderen Ländern ganz anders kenne.

Ich rege mich ständig über das (deutsche) gejammere hier auf und das keiner zu schätzen weiss, trotz Pharmalobby usw. die ja auch nicht ohne ist, wie gut wir es eigentlich haben.

Ich habe vor ein paar Monaten noch eine Spende an jemanden
in die USA geschickt und ein T-Shirt gekauft, dessen Erlös ebenfalls an denjenigen gespendet wird, der für eine Darmkrebs Op eine Rechnung von 100000$ präsentiert bekommen hat.

Mir ist sehr bewusst, das wir im falschen Land hätten Haus und Hof verkaufen können und selbst dann nicht besonders weit gekommen wären.

@ängel
Das dein Mann sich nicht wirklich dafür interessiert hat, finde ich schon sehr merkwürdig und bedauerlich, immerhin geht es nicht um eine Erkältung, sondern die zweithäufigste Todesursache.

Sie geht damit um, wie Sie halt damit umgeht und schreibt hier nicht. Ich stehe mit Rat und Tat zur Seite, aber bedränge Sie nicht.
Ich teile Ihr mit, was ich an Infos zusammen sammeln kann und für wichtig befinde, manches lasse ich aber auch besser weg.
Die Entscheidungen überlasse ich letztendlich Ihr, sage Ihr lediglich meine Meinung dazu.

Finchen01
16.07.2012, 21:45
Hi desmonde,

ich wünsch Dir und Deiner Partnerin alles Gute.
MICH wundert es persönlich, daß sie selbst sich nicht zu interessieren scheint, sich nicht erkundigt.
ICH hätte das nicht gekonnt, denn es ist MEIN Körper, mein Leben, MEINE Nebenwirkungen, ... aber da ist ja jede anders.
Ich bitte Dich nur, Dir bewußt zu machen, daß Deine starke Informationssuche auf sie ggf. auch hemmend wirken könnte, sie sich also deshalb nicht erkundigt, weil Du sowieso schon viel mehr weißt. das halte ich persönlich für nicht gut.
Ermuntere sie doch mal, mitzulesen und sich aktiv zu beteiligen!

Es gibt auf dem Markt auch das ein oder andere gute Buch/ gute Ratgeber, die man mitlesen kann, in denen man Befunde abheften kann und Notizen machen kann. dann hat man immer alles am Platz.
Tumorformel etc. werden da auch gut erklärt, Behandlunng und Nebenwirkungen und und und...
Vielleicht ist das eher etwas für Deine Frau, als das Internet?

Ich bitte auch hier noch einmal als selbst Betroffene um ein wenig vorsichtigere Ausdrucksweise. Du hast besonders den Anfang des Threast sicher in großem Streß geschrieben, das war teilweise sehr heftig zu lesen - Deine Anspruchshaltung "...wie traurig, daß 2000 Leute das Thema anklicken und nur 3 antworten...", die Du dann auch noch negiert hast... sie kam wirklich deutlich raus.
Halte Dir vor Augen, daß die meisten hier selbst betroffen sind und man mit uns nicht umspringen kann wie mit Hinz und Kunz.

Alles Gute,
Finchen

Desmonde
16.07.2012, 23:18
Hi Finchen! Danke!

Noch einmal, ich habe keine Anspruchshaltung, wie ich ja bereits schon einmal erklärt habe. Mir ist nur aufgefallen, das sehr oft gelesen und sehr wenig geschrieben wurde und ich das Missverhältnis so, aus anderen Foren z.B., nicht kannte und das habe ich lediglich erwähnt.

Eventuell hätte ich manches, nach dem ersten Schock, anders formuliert, mir ist aber eine Erwartungs- und Anspruchshaltung unterstellt worden, die es nicht gibt. Wer das immer noch daraus lesen mag, bitte schön, dann kann ich es auch nicht ändern.

Eine brauchbare Erklärung für das Verhältnis, habe ich von Simi1 erhalten.

Ich kann deine Kritik sehr gut nachvollziehen aber ich halte mich zurück und überfahre Sie nicht mit jeder Neuigkeit. Ich informiere mich für mich und bei Fragen Ihrerseits an mich, für Sie. Wenn man mich nach meiner Meinung fragt, muss ich etwas wissen, um eine haben zu können. Einfach planlos eine Meinung zu haben, hilft uns beiden nicht wirklich weiter.

Selbstverständlich informiert Sie sich auch, aber nicht in diesem Forum. Sie führt die Gespräche mit den Ärzten und fragt diese, wovon ich wiederum nicht viel mitbekomme und Sie es nicht vollständig wiedergeben kann. Das mit dem Buch ist ein guter Tip, danke dafür, das werde ich Ihr mal vorschlagen. Vielleicht hast du eine konkrete Empfehlung?

Finchen01
17.07.2012, 14:18
Hi Desmonde,

alles gut, paßt schon.
Ich glaube, daß ich hier im Forum keine konkreten Namen oder Titel nennen darf.
Du hast aber die Möglichkeit, mich per PN zu kontaktieren.

LG Finchen

Desmonde
03.08.2012, 23:23
@finchen

Ich hatte mehrmals versucht dich an zu schreiben, aber dein Postfach mag nicht mehr.

Meine Freundin hat heute den Oncotype DX Score erhalten.
23. :rolleyes: Für die Ärzte ist bereits klar, dass das ne Chemo gibt und wir hatten gehofft, das Sie ohne davon kommt. Es gäbe immer noch die Möglichkeit diese ab zu lehnen. Ich wäre dagegen, aber ich hab gut reden, ich muss die ja nicht machen. Wie würdet Ihr entscheiden?

Finchen01
04.08.2012, 01:13
Hi Desmonde,

sorry mein Postfach ist irgendwie immer voll und wenn ich was lösche kommt schnell was nach.
Viele der Nachrichten bedeuten mir aber etwas, deshalb lösche ich sie nicht.
Du hast auch die Möglichkeit, mir über meine persönliche Seite eine email zu senden.
Tu das gerne.
LG Finchen
PS: zum Oncotype dx kann ich Dir gar nichts (!) sagen. Aber ich persönlich würde - wenn ich die Wahl hätte und jung wäre und eine chemo nötig wäre - sie auch wieder machen. Ist zu schaffen. Ja, ätzend ist es. Aber ans aufhören habe ich NIE gedacht...

mara64
04.08.2012, 08:37
Hallo Desmonde,
auch ich habe den Oncotype DX durchführen lassen, mein Score war 24, und damit war klar, dass ich trotz hoher Hormonrezeptoren die Chemo durchziehen würde. Ich habe 4 x EC und 4 x Taxotere bekommen; die Chemo- Zeit war anstrengend, oder wie Finchen schreibt "ätzend", aber durch die liebevolle Unterstützung meines Mannes und meiner Kinder habe ich es sehr gut überstanden. Und heute, fast zwei Jahre später, sind fast alle schrecklichen Erinnerungen verblasst und ich bin froh mein Möglichstes zu meiner Gesundung beigetragen zu haben.
Im übrigen, aber vielleicht hast Du es ja bereits entdeckt, auf der internationalen Website vom Oncotype kann man seinen Score eingeben und es wird der (statistische) Benefit einer adjuvanten chemotherapie angezeigt. Bei mir waren es fast 10%.
Ich wünsche Euch alles Gute und eine für Euch richtige Entscheidung.

mara

Desmonde
06.08.2012, 10:06
@finchen

Ja das kenne ich. Ich habe E-Mails, die seit 10 Jahren im Postfach liegen, eigentlich unwichtig sind, die ich aber trotzdem nicht löschen mag.

@mara
Danke für deine Rückmeldung.
Eigentlich würde ich sagen, die Entscheidung hat Sie bereits getroffen.
Allerdings lese ich immer wieder mal etwas mehr oder weniger seriöses, wobei da den Unterschied heraus zu finden, soweit überhaupt möglich, eine ebenso große Herausforderung zu sein scheint, wie die Entscheidung selbst, das die Chemo in Frage stellt.

Danke für den Hinweis! Den Link zur Auswertung habe ich auf der Homepage leider nicht gefunden und wusste nichts davon. Ich wäge für mich noch ab, wenn der Benefit von 10% bei ähnlichen Score gleich bleiben würde, ob das die Qualen einer Chemo und die bekannten und erst recht die unbekannten Nebenwirkungen rechtfertigt. So eindeutig finde ich das bei den Zahlen jetzt nicht.

mara64
06.08.2012, 14:39
"So eindeutig finde ich das bei den Zahlen jetzt nicht. "

Da kann man geteilter Meinung sein:
Wenn in der Gruppe der nur mit Antihormonen behandelten Frauen innerhalb von 10 Jahren 16 Personen Fernmetastasen entwickeln und in der Gruppe der zusätzlich chemotherapierten Frauen nur 6 Personen, ist das Ergebnis für mich eindeutig.

( übrigens : bei einem Score von 23 liegt der Benefit ebenfalls bei 10%)

Desmonde
06.08.2012, 20:59
Ist ein Argument.
Sie wird es wohl ohnehin durchziehen und ich bin mir nicht sicher, ob mir nicht fast genau so viel davor gruselt wie Ihr. Ohne Chemo wäre es halb so schlimm, wie es jetzt schon ist. Dass das nicht wenigstens erspart bleibt. :o

Das bei gleichem Score der Benefit gleich bleibt, war naheliegend, aber ich dachte da werden noch andere Werte abgefragt.

Desmonde
15.08.2012, 09:39
Der Termin steht.
Ich suche und versuche immer noch Gründe oder Argumente zu finden,
die uns dazu veranlassen könnten, die Chemo irgendwie zu vermeiden.

Auf welchen Internetseiten man da landet und mit was für "Argumenten" da hantiert wird, das macht einen (mich) ganz wahnsinnig. Da schlagen sich beide Lager, Gegner und Befürworter, virtuell die Köpfe ein.

Ich weiss nicht, ob es inzwischen besser ist, einfach nichts zu lesen und alles über sich (Sie) ergehen zu lassen, aber das kann es ja auch nicht sein. Die möglichen und sicheren Nebenwirkungen, die uns im Vorgespräch um die Ohren gehauen wurden, haben es so in sich, das kann man doch nicht einfach ignorieren. Ich bewundere jeden, der es irgendwie geschafft hat, damit um zu gehen.

Calypso
15.08.2012, 10:23
Hallo Desmonde,
ich habe hier nicht alle Posts durchgelesen, aber ich habe doch etwas das Gefühl, du machst es ihr nur noch viel schwerer. Oben schreibst du, sie hat die Entscheidung für die Chemo getroffen.
DANN LASS ES GUT SEIN und unterstütze sie in dieser Entscheidung.

Ein bisschen Vertrauen in Eure Ärzte wär vielleicht auch nicht schlecht. Natürlich handeln sie nur mit statistischen Werten. Aber was anderes gibt es eben leider nicht.

Zu den NWs kannst du hier im Forum viel lesen. Eine Chemo ist nicht besonders angenehm, aber welche NW nun bei wem auftritt oder nicht, kann vorher keiner wissen. Lies mal den Baipackzettel von so gängigen Medikamenten wie Aspirin oder einem Antibiotikum. Auch nicht schön - und darauf könnte man ganz oft locker verzichten, nimmt es aber trotzdem.

Je mehr du liest, desto mehr Meinungen wirst du bekommen. Gesichert sind nur die statistischen Erhebungen aus den Medikamentenstudien - und was anderes gibts nicht. Evtl. kann ein erfahrener Mediziner noch etwas mehr sagen, aber auch er vergleicht nur.

Ich wünsche Euch etwas mehr Ruhe, geht es einfach an und steht dazu. Ewige Zweifel sind auch nicht gut.

Grüßle

Calypso

Desmonde
15.08.2012, 10:59
Danke für deine Rückmeldung.
Ich weiss, dass es Ihr ganz recht ist, dass ich mich damit beschäftige.
Der eine Mann interessiert sich nicht sonderlich dafür und schnarcht vor sich hin und ich suche Argumente, die uns beiden eventuell weiterhilft. Es ist die Frau, mit der ich alt werden möchte und ob Sie die Krankheit hat oder ich, macht bei meiner Beschäftigung damit, keinen so großen Unterschied.

Nicht das es Missverstanden wird. Die Entscheidung ist Ihrerseits bereits gefallen bzw. hat Sie sich damit abgefunden, das Sie ziemlich Alternativlos da steht. Ich werde einen Teufel tun und dafür sorgen, das Sie zusätzlich total verunsichert wird, aber ich will wissen......

BarbaraO
15.08.2012, 16:34
Der eine Mann interessiert sich nicht sonderlich dafür und schnarcht vor sich hin und ich suche Argumente, die uns beiden eventuell weiterhilft. ....
Hallo Desmonde,
ist jetzt wieder ein Lob fällig?
Die "Schnarcher" sind die Ausnahme. Im allgemeinen kümmern sich unsere Männer doch sehr um uns. Die, die es verstanden haben, damit umzugehen, machen sich schlau und unterstützen im allgemeinen unsere Entscheidungen.
Es gibt von den vielen Männern, die sich kümmern, nur ganz wenige, die die Chuzpe haben, das in einem Forum selbst schwer erkrankter Frauen zu tun, besonders, wenn eigentlich das eigene Ego Unterstützung braucht.
Ich mag mir im Augenblick nicht Deine Sorgen machen, denn mein eigener Zustand ist aussichtslos und da brauche ich meinen Kopf für mich (wie leider so viele hier).
Du willst wissen, schreibst Du. Dann frag doch bitte dort, wo Du wirklich medizinisch fundierte Auskünfte bekommen kannst. Hier gibt es nur eigene Erfahrungsberichte und die sind bei jeder anders. Wir können da eigentlich gar nicht helfen.
Deine Frau hat sich ohnehin bereits entschieden und Du willst sie nicht verunsichern. Wenn Du das wirklich nicht willst, dann kannst Du auch ihren Onkologen fragen, oder vertraust Du dem nicht?
Zu jedem Medikament gibt es im Netz die dazugehörigen Beipackzettel. Da steht alles drin. Da erfährst Du mögliche Nebenwirkungen und was sonst noch wichtig ist.

Alles Gute für Deine Frau und Dich

Mary-Lou
15.08.2012, 18:30
Die möglichen und sicheren Nebenwirkungen, die uns im Vorgespräch um die Ohren gehauen wurden, haben es so in sich
Das mag schon sein, dass so eine Chemo die eine oder andere heftige oder weniger heftige Nebenwirkung hat - denn es heißt ja schon, kein Mittel ohne Wirkung . . .
Allerdings möchte ich doch auch noch ganz vorsichtig anmerken, dass auch so ein Krebs die eine oder andere heftige Wirkung hat, die im schlimmsten Fall das Leben kosten kann, wenn er denn unterschätzt wird. Und natürlich ist mir auch klar, dass auch eine Chemo kein Allheilmittel ist, aber ich hätte mir damals nicht vorwerfen wollen, nicht alles gegen "den Vollhorst" getan zu haben.

Übrigens hat sich mein Mann auch zu jederzeit um mich gekümmert, das halte ich aber auch für selbstverständlich, denn es heißt schließlich "in guten wie in schlechten Zeiten"
. . . Allerdings hätte ich mir eine "Einmischung" in die von mir getroffenen Entscheidungen zwecks Therapie - auch wenn er selber nicht unbedingt fachfremd ist - jederzeit vehement verbeten, aber so ist halt jeder anders gestrickt.

Und wie meine anderen Mitschreiberinnen schon mehrfach geschrieben haben, bei Fragen zu Nebenwirkungen etc. ist man bei kompetenter Seite, nämlich bei den behandelnden Ärzten besser aufgehoben als im world-wide-web. Und schließlich gibt es ja auch noch die Möglichkeit der Einholung einer zweiter Meinung zu der Angelegenheit. Und ob man denn die richtige Entscheidung getroffen hat, das erfährt man wie so immer erst hinterher, leider ist es dann manches Mal schon zu spät.

- Falls es Dich übrigens interessiert, ich bin selbst Betroffene und kein Angehöriger und weiss wovon ich schreibe.


Alles Gute für Deine Frau

Desmonde
15.08.2012, 20:46
Deine Laienpsychologie in Ehren, aber ich frage überall da nach, wo ich Infos bekommen kann. Bevorzugt und zusätzlich von neutraler Seite, weil die halt eben neutral ist. Jedem ist selbst überlassen darauf zu Antworten oder es zu lassen, aber auch das steht hier bereits irgendwo.

Das ich wegen meinem Ego frage und hier sein soll, wäre ja lustig, wenn es nicht so ernst wäre. Das mir zu unterstellen ist die eigentliche Frechheit, aber wir alle haben wohl gerade größere Sorgen, als uns ausgerechnet damit weiter zu beschäftigen.

@mary Lou
Du hast den Hauptgrund genannt, weswegen Sie es macht. Sie will sich nicht vorwerfen, eventuell irgendwann einmal, jetzt nicht alles gemacht zu haben, was möglich ist.

Wie ich schon mal geschrieben habe, werden auch die Ärzte gefragt. Wem das reicht, ok, so ist halt eben jeder anders. Mir reicht das alleine nicht.

Danke!

bifi65
15.08.2012, 21:13
Hallo,

du willst also wissen...

es war scheixxe, als mir die Haare ausfielen, mein Mann hat geweint, als er sie mir abrasiert hat
es war scheixxe, nach der Chemo so platt zu sein, dass man sich nach einem Toilettengang ausruhen musste, weil das einen schon an die Belastungsgrenze gebracht hat
es war scheixxe, unter der Dusche zu kollabieren, weil man selbst die 5 Minuten nicht geschafft hat
es war scheixxe, solche Magenschmerzen zu haben, dass man eigenltich nichts essen wollte und doch musste, weil sonst die Schmerzen noch mehr wurden
es war scheixxe, teilweise die halbe Nacht auf der Toilette zu verbringen, aus Angst, es sonst nicht rechtzeitig zu schaffen
es war scheixxe, aus Angst vor Infektionen quasi in Zimmerhaft zu bleiben, damit die Grippewelle mich nicht auch erwischt
es war scheixxe, das alles und zwar wirklich alles nach rostigem Metall schmeckte und das 10 Tage lang
es war scheixxe, dass mir die Hände und Füße so brannten, dass ich weder 100m laufen, noch eine Flasche aufdrehen konnte
es war scheixxe, dass sich meine Mundschleimhaut auflöste und kaum noch Zähne putzen möglich war, geschweige denn, was herzhaftes essen
es war scheixxe, sich regelmäßig Spritzen zu verabreichen, damit die Leukos steigen und dann vor Knochenschmerzen kaum schlafen zu können
es war scheixxe, vor Müdigkeit heulen zu können und doch nicht zu schlafen
es war scheixxe, zu merken, dass das Wort Chemobrain durchaus seine Bedeutung hat - und immer noch hat
es war scheixxe, an der Einkaufskasse zu stehen und trotz vollem Wagen das Geschäft zu verlassen, um nicht zu kollabieren
es war scheixxe, sich im Spiegel anzuschauen und trotzdem nicht zu erkennen
es ist immer noch scheixxe, das meine Venen aufgrund der ganzen Blutentnahmen so vernarbt sind, das jede MTA ihre "Freude" an mir hat
es ist megascheixxe, bei jedem Zipperlein an Metastasen zu denken und Angst zu bekommen
es war scheixxe, meiner Tochter zu sagen, dass ihre Mutter Krebs hat und nur mit viel Glück bei ihrem Abitur dabei sein wird
es ist scheixxe für meinen Mann, zu wissen, dass er seinen Lebensabend ohne seine Frau verbringen wird, es sei denn, er läuft vorher vor einen Bus - oder so... (Achtung: Galgenhumor!)
es war scheixxe, es meinen Eltern zu sagen, die selber krank sind und nun befürchten, das ihre Tochter vor ihnen geht
es ist - und bleibt - scheixxxe weiterhin alle drei Monate wahnsinnige Ängste auszustehen, ob Tumormarker oder sonstige Untersuchungen schlechte Ergebnisse zeigen

...und trotzdem hatte ich während der Chemo mehr gute, als schlechte Tage... auch weil ich wusste, dass Mann und Tochter mir den Rücken frei halten und ich meinen Ärzten vertraut habe.
Hat mir die Krankheit in irgendeiner Weise was "gebracht", lebe ich "bewusster"? Nein, ich finde Krebs megascheixxe und hätte ihn mir gerne erspart - wie sich das alle hier gerne erspart hätten!

Zweifelnde Grüße, ob du genau DAS wissen wolltest,
Birgit

Calypso
15.08.2012, 21:20
Bevorzugt und zusätzlich von neutraler Seite, weil die halt eben neutral ist.


Dann bist du hier völlig falsch. WIR sind nicht neutral. WIR sind betroffen.

Desmonde
15.08.2012, 21:27
@bifi65
@calypso

Ich sehe, entweder kann ich nicht erklären um was es mir geht oder ich bin hier tatsächlich falsch, deswegen werde ich mich hiermit verabschieden und bedanke mich für die eine oder andere hilfreiche Rückmeldung. Ich wünsche euch allen alles gute.