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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Darmkrebs im Entstadium


cuxland84
30.06.2012, 22:20
Hallo.
Ich bin sehr verzweifelt. Meine Oma (72) hat die Diagnose Darmkrebs Stufe 4, Lebermetastasen, Lungenmetastasen, Bauchfellmetastasen und Gebärmuttermetastasen.:(:(:(
Sie war letzte Woche zur Darmspiegelung weil sie eigentlich seit Jahren Probleme mit Durchfall und Verstopfung hatte. Dann kam raus, das es eine Engstelle im Darm gibt und sie operiert werden muss und danach würde es ihr deutlich besser gehen.
Donnerstag, 28.06.2012, war dann der Op-Tag.
Als ich nach dem Ausgang der Op fragte, sagte mir der Pfleger lediglich, das sie einen künstlichen Darmausgang hat und alles andere müsse der Arzt nächsten Tag erklären.
So wir (meine Mutter und ich) also gestern ins KH zum Arzt und dann der Schock; Es war nicht möglich den Darmtumor zu entfernen und sie hat jetzt den künstlichen Ausgang damit es keinen Darmverschluss gibt. Ansonsten sitzt ihr Körper voll mit Metastasen und es wäre nichts mehr zu machen.
Es ist zu spät!
Ich kann und will das nicht begreifen, Mittwoch war sie noch auf den Beinen und jetzt nur noch im Bett, sie war bis auf die Verdauungsprobleme doch auch gut zuwege. Keine Schmerzen, nichts. Das kann doch nicht sein.
Das Schlimme ist, sie weiß bisher nur, das der Tumor nicht entfernt werden konnte weil es schon zu weit fortgeschritten ist.
Nächste Woch soll nun entschieden werden ob eine Palliative-Chemotherapie gemacht wird.
Wie soll das weitergehen????
Gibt es wirklich keine Chance mehr?
Mein Opa, ihr Mann, ist pflegebedürftig nach einem Schlaganfall 2011, er ist halbseitig gelähmt, sie war seine Stütze, auch er weiß von nichts.

Und jetzt????
Traurige Grüße.....

Kampfküken
01.07.2012, 15:28
Liebe Cuxland 84!
Das ist echt unglaublich traurig und dafür gibt es auch nicht wirklich Worte.
Ich selbst habe diesen Mist seit letztem Jahr und wenn ich dann höre oder lese.daß es Menschen gibt,die das nicht geschafft haben,frag´ich mich,womit ich soviel Glück (?) verdient habe.
Ist sicherlich Blödsinn.
Ich kann Dir echt nur viel Kraft wünschen,auch wenn Du damit wahrscheinlich nicht viel anfangen kannst...
Manchmal gibt es keine Worte für soviel Elend auf der Welt.
Lg. und einen dicken Drücker:knuddel:

Arsinoe
01.07.2012, 17:50
Liebe Cuxland84
Von mir auch eine herzliche :knuddel:!

Ich kann deine Trauer und Verzweiflung gut verstehen. Meine Mutter ist vor 20 Jahren an einem Tumor gestorben, mit 53 Jahren. Die Diagnose bekam sie ein Jahr vorher und es war "auch nichts mehr zu machen". Sie bekam noch eine palliative Behandlung (Bestrahlungen und Chemo). Das Jahr war grauenvoll für uns alle. :weinen:

Uns wurde da auch immer Kraft und Mut zugesprochen. Aber manchmal empfindet man das nur als leere Worthülsen. Mir erging es jedenfalls damals so. Und manchmal auch jetzt, da ich selber krank bin.

Ich verzichte jetzt deshalb darauf so etwas zu schreiben und umarme dich halt nochmal ganz fest! :pftroest:

Arsinoe

cuxland84
01.07.2012, 21:49
Danke für eure Antworten!:)

Also kann man wirklich gar nichts mehr machen???? Das kann doch gar nicht sein.
Ich war heute bei ihr, sie ist wie immer, also wie vor der OP. War auch heute schon auf den Beinen um auf die Toilette zu gehen und sich zu waschen. Zwar mit Hilfe aber sie war hoch. Ich denke sie kommt nochmal auf die Beine. Aber was ist dann?? Wie geht es weiter?
Man merkt ihr nichts an, das sie damit vollsitzen soll. Aber so irren können sich die Ärzte doch auch nicht oder? Sieht man denn nicht anders aus, wenn man sooooo krank ist und nichts mehr zu machen sein soll?
Unser Hausarzt war gestern sogar bei ihr, den nerve ich glaube ich auch schon, aber ich bin auch nicht gesund und durch diesen Hammer habe ich nun zu meinen sonstigen Problemen auch noch einen Hörsturz bekommen.:sad:
Er hat ihr gesagt, das es wohl eine ambulante Chemo geben wird um das noch aufzuhalten oder auch vielleicht kurz zu stoppen. Das aber so nichts mehr zu machen ist, hat er ihr auf meine Bitte hin nicht gesagt.
Das werden wohl morgen die Ärzte im KH übernehmen.

Oh man, ich denke wir sind erst am Anfang der ganzen Sch..... und ich bin nun schon mit den Nerven zu Fuß und kriege Beruhigungsmittel damit ich den Besuch bei ihr schaffe um ihr die Hoffnung nicht zu nehmen. Wie soll das denn werden wenn es bergab geht???? Heulen kann ich wenn die Wirkung nachlässt, meine Herren. Nebenher noch Vollzeit arbeiten und Opa bei Laune halten und mit deren Hund laufen....

Ich habe das schonmal gefragt ich weiß aber kann man den wirklich keine Op mehr machen? Die Metastasen rausholen, Gebärmutter entferen u.s.w. warum soll das denn nicht gehen??
Ist ein Irrtum der Diagnose wirklich ausgeschlossen? Warum hänge ich mich so an den Irrtum, kann ich die Wahrheit nicht ab?

Bitte haltet mich nicht für verrückt aber ich versuche jeden Strohhalm für sie zu halten.

Und seid auch nicht böse, aber ich bin froh, das es diese Seite gibt, irgendwie fühlt man sich dann nicht so ganz alleine und, ich denke, verstanden, obwohl ich so wirr schreibe.

Danke!
Wenn es kein Irrtum sein sollte, kann ich hier dann weiter schreiben?
Ich kann das nicht begreifen, vor Allem nicht nach heute, sie hat wieder Farbe im Gesicht, soll noch eine Bluttransfusion bekommen damit es ihr besser geht.

Arsinoe
02.07.2012, 06:07
Liebe Cuxland84

Ganz zuerst nochmal eine herzliche :knuddel: von mir!

Ob man noch was machen kann, kann ich leider nicht beurteilen. Ich bin keine Ärztin, sondern nur Patientin. :D

So "vom Schiff aus gesehen" klingt es nicht so gut. :sad:
Aber, wie gesagt, ich kann das nicht beurteilen.

Ich will dir eine kleine Geschichte zur Aufmunterung erzählen:
Mein Grossvater hatte, als er etwa so alt war wie ich, ein Geschwür im Magen. Die Ärzte sagten ihm nicht, was wirklich los ist. Er hörte per Zufall, dass sie das "Geschwür" als Krebs bezeichneten und ihn als "hoffnungslosen Fall" ansahen. Und mein Grossvater beschloss, dass das nicht sein dürfe. Er hatte eine Frau und zwei minderjährige Kinder. Und er sch... das Ding einfach aus. Das war ein Wunder. Nichts anderes. Manchmal geschehen Wunder ...

Manchmal auch nicht. Versuche dich einfach mit beiden Varianten abzufinden. Es ist nicht einfach. Aber das ist das Leben. Es ist weder gerecht noch ungerecht. Es ist einfach so, wie es ist. Und manchmal ist es hart.

Ich :knuddel: dich noch einmal!
Arsinoe

Kampfküken
02.07.2012, 13:17
Liebe Cuxland84!
Da hast Du ja gleich doppeltes Leid zu ertragen.
Seelisches wie auch körperliches.
Es ist echt ein Elend,aber manchmal muß man der Realität ins Auge sehen,so hart es auch ist.
Da kann man nur noch auf gute Ärzte hoffen.
Ich wünsche Dir,daß Du das irgentwie hinbekommst...
Mir fehlen die Worte aber vielleicht hilft Dir ein dicker Drücker:knuddel:
und ganz ganz liebe Grüße

cuxland84
02.07.2012, 21:29
Ich danke euch sehr für die aufmunternden Worte!

Heute abend hatten wir das Gespräch mit unserem Hausarzt. Er meinte, ohne Behandlung reden wir von Wochen, mit von Monaten bis sogar Jahren! Hört sich eigentlich positiv an, ja eigentlich. Nur leider weiß keiner, wie lange meine Oma eben schon in diesem Stadium ist.
Normalerweise müsste ich doch jetzt beruhigter sein- bin ich aber nicht, denn was der Arzt im Krankenhaus sagte, war gelinde gesagt fast das Gegenteil.
Wir sollen ihr auch nicht sagen, wie schlimm es tatsächlich ist, denn nach wie vor denkt sie, es ist "nur" der Darm befallen.
Und sie ist eben so wie sonst auch.
Sch..... ich kann das niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiicht begreifen. Man, man, man.....
Einerseits hoffe ich auf einen Irrtum, seitens dert Ärzte, und andererseits weiß ich, das es keiner ist. Von jetzt auf gleich ist alles anders. Wir sollen ihr beistehen, das ist sehr wichtig, ja aber anlügen und vorgaukeln es wird schon irgendwie wieder was werden, das passt doch nicht zusammen.
Ich möchte aufwachen aus diesem Traum... aber es ist keiner.
Es tut mir soooo schrecklich leid, das man nichts mehr machen kann und dann kommt wieder Wut, aber momentan ist mir nur zum Heulen.
So gerne würden wir ihr helfen, aber dieses machtlose ist schrecklich.

Jutta
03.07.2012, 12:47
Hallo cuxland,

mit den Prognosen ist das immer so eine Sache. Hierbei liegen die Ärzte meist richtig, die konstant Umgang mit der Krankheit haben. Außer der Hausarzt ist gleichzeitig Palliativmediziner und hat schon viele Patienten im Stadium 4 mit multiplen Metastasen begleitet.

Deine Oma kann in dem Zustand nicht mehr operiert werden, das würde ihr Körper nicht mehr verkraften. Es wäre nur eine unglaubliche Qual, da es OP's wären, welche Stunden dauern würden. Es gibt noch palliative Chemos, welche die Lebensqualität steigern, aber das hängt vom körperlichen Zustand und den Blutwerten ab.

Was mich befremdet ist, daß niemand deiner Oma die Ernsthaftigkeit ihrer Erkrankung mitteilt. Jetzt wo es ihr noch eingiermaßen "gut" geht wird ihr die Chance damit genommen "ihr Haus" sozusagen aufzuräumen. Wenn sie mal nicht mehr kann, wird ihr das sehr weh tun. Gerade ältere Menschen möchten diese Chance noch haben. Denn irgendwann macht der Körper nicht mehr mit und dann wird sie spüren, daß es zu Ende geht.

Für alle Angehörige kommt eine harte Zeit, da man gezwungen ist daneben zu stehen und nichts mehr tun zu können. Schaut zu, daß sie schmerzfrei bleiben darf, sie jederzeit jemand hat, der sie umhegt und ihr noch schöne Stunden bereitet. Auch das Weinen und nicht stark sein gehört mit dazu.

cuxland84
03.07.2012, 22:21
Hallo!
Unser Hausarzt ist ein Internist, nicht mehr und nicht weniger.
Als wenn ich es gestern geahnt habe, als ich nicht an die positive Mitteilung des Arztes geglaubt habe. Heute sollte sie ein CT mit Kontrastmittel bekommen (warum eigentlich???) aber ihre Niere arbeitet nicht mehr richtig und die Blutwerte sind sehr schlecht, sie hängt jetzt wieder am Tropf und nun ist das CT für morgen geplant.

Sie tut mir so unendlich leid, eben auch weil sie nichts von dieser verherenden Diagnose weiß.:embarasse:embarasse
Nun denke ich natürlich wieder, das ihr Körper bzw. die Organe nun schon versagen.
Aber warum hat uns der Arzt solche Hoffnungen auf eine längere Lebenszeit gemacht? Er meinte sie könne eine fast normale Lebenserwartung haben und noch Jahre damit leben.

Wir sind sooo verzweifelt, weil man nicht mehr weiß was man glauben soll. Ich hoffe so sehr, das es noch lange geht und sie wieder nach Hause kommt und dann noch Monate oder sogar Jahre leben kann, einigermaßen schmerzfrei.

Dieses nicht begreifen können oder auch wollen ist schlimm und das nichts tun können.:smiley11::smiley11:

cuxland84
08.07.2012, 20:17
So der nächste Schock.

Morgen soll der Stant gesetzt werden für die Chemotherapie und dann sollte Oma eigentlich entlassen werden. Meine Mutter fragte dann heute mal die Schwester, ob denn für morgen alles so bleibt und die sagte ja und danach würde Oma in ein anderes Krankenhaus in die Urologie verlegt:shocked::shocked::shocked:
Davon war nie die Rede und natürlich weiß meine Oma davon auch wieder nichts.
Jetzt drückt der Tumor auf den Harnleiter und da muss was gesetzt werden damit der Leiter wieder frei durchgängig ist.
Was ist das für ein Teil? Es droht ansonsten ein Stau.
Hat das schon mal jemand gehört?
Als wir sie heute besucht haben, erzählte sie, das sie eine Schwester eigentlich heute morgen waschen wollte, darauf würde sie jetzt noch warten, da kam keiner. Dann war dieser Beutel voll, es lief ihr die Beine runter, sie musste selber mit Toilettenpapier den Siff aufhalten, es dauerte Stunden!!!! bis jemand das Teil wechselte.:embarasse Was sind das für Zustände????? Auch das mal wieder niemand es für nötig hält uns zu sagen wie es aussieht, auch ja nicht mal auf Nachfrage.
Das ist so unwürdig. Wenn der Tumor jetzt den Harnleiter abdrückt muss das Ding ja ziemlich gewachsen sein oder nicht?? Den CT-Befund bekommen wir auch nicht.
Ich könnte da ausflippen, aber darunter müsste meine Oma wieder leiden.

Dienstag habe ich einen Termin beim Hospizverein in unserer Stadt, vielleicht ist das ein Lichtblick???

Ich bin so unendlich traurig und wütend zugleich....

cuxland84
08.07.2012, 21:12
Na klar darfst du das!:)

Ich weiß, ich mache mir etwas vor aber anders kann ich damit im Moment nicht umgehen. Ich weiß auch, das es kein gute Ende nehmen wird- schon gar nicht nach dem Hammer heute.
Und ja, ich klammere mich an jeden Strohhalm, muss ihr ja irgendwie auch noch Mut machen können.
Punkt um: ich habe eine scheiß Angst. Und außer da sein, kann man nichts machen, das macht mich fertig.
ABer ist es meine Aufgabe, ihr diese Endgültigkeit zu sagen? Soll ich ihr sagen, du sitzt voll mit dem Krebs, da ist nichts mehr zu machen?? Das würde sie ja nun nicht unbedingt zum Kämpfen animieren.

cuxland84
08.07.2012, 21:23
Das ist hart!
Das Blöde ist, ich weiß, das du sowas von Recht hast. Aber es tut mir so wahnsinnig leid.

ClaudiaF
08.07.2012, 23:26
Meine liebe Tamara,

als 1. möchte ich Dir sagen, dass es mir sehr leid tut, dass auch Du erkrankt bist und wünsche Dir viel Kraft auf Deinem weiteren Weg.

Ich finde es aber nicht gut, dass man der Oma die Wahrheit aufzwingen und ihr vom baldigen Tod erzählen soll. Die gute Frau ist bestimmt nicht leichtgläubig und weiß bestimmt, was die Diagnose Krebs bedeutet. Das ist kein Schnupfen und das wird ihr klar sein.

Meine Mutter wollte nie wissen, ob sie sterben muss und doch merkt man das, das die Tage gezählt sind. Warum nicht die letzten Tage mit Leichtigkeit und Hoffnung verbringen? Ich bin der Meinung wenn Oma wirklich wissen will, wie es mit ihr aussieht, dann wird sie auch Fragen stellen.

Nicht jeder möchte "sein Haus" aufräumen! Sondern so leben, als ob nichts wäre, wenn dies auch nicht so toll für die Angehörigen ist, da diese sich nicht verabschieden können......... Ich zum Bsp. wusste bereits im März 2010, dass meine Mum nur noch ca. 6 Monate zu leben hat und trotzdem habe ich mit Ihr zusammen noch Pläne für die nächsten Monate und Jahre beredet und geträumt. Sollte ich ihr knall auf Fall sagen, sorry vergiss Deine Traumwünsche, Du erlebst das nächste Weihnachtsfest oder die Einschulung Deiner Enkelin nicht mehr????

Sorry, Wahrheit ist immer Recht und schön und jeder sollte SELBST die Entscheidung treffen ob er dem nahen Angehörigen es sagen möchte bzw wissen, ob dieser es wissen möchte.

Nur weil Du liebe Tamara Bescheid wissen möchtest, finde ich es nicht angebracht, diese Meinung einem anderen Angehörigen aufzudrücken, daß er auch Klarheit schaffen soll, sorry, nicht falsch verstehen.

Ich habe bzw. konnte mit meiner Mutter über alles in der Krankheit reden, über wirklich alles. Ich wusste aber auch, dass sie nie die Worte hören wollte: Sie muss sterben!!!!

cuxland84
09.07.2012, 22:00
Heute war Oma sehr niedergeschlagen. Klar, sie wird verlegt und bekommt diese "Schiene" in den Harnleiter weil die Niere sich staut. Morgen kommt sie mit dem RTW in eine andere Klinik.
Ich habe Kontakt zu einem Darmkrebszentrum aufgenommen, viel Hoffnung hat mir der Professor aber nicht gemacht. Er schaut sich sämtliche Befunde an und gibt dann eine Rückmeldung.
Jetzt ist es definitiv sicher, das multiple Metastasen in der Lunge sind, das ist der Befund des CT´s vom Freitag:cry:
Das ist natürlich sehr negativ für die Prognose. Jetzt reden die Ärzte von Monaten. Monate..... das ist nicht viel:(:(:( Unser Hausarzt sagte heute, wenn die jetzt nicht langsam in die Puschen kommen und mit der Chemo anfangen, sind es nur noch Wochen weil diese Tumore weiter wuchern.
Ist das alles ein Mist.
Jetzt schwindet die Hoffnung und Opa wird immer mauliger und meckert mit uns weil das mit dem Pflegedienst nicht so funktioniert wie er möchte und wir ja nun mal auch arbeiten müssen. Wir gehen auf dem Zahnfleisch und der motzt:aerger::aerger: Da kriegt man doch die Krise.

Morgen früh ist der Termin mit dem Hospiz. Schon komisch, so endgültig irgendwie.

cuxland84
11.07.2012, 21:36
Hallo!
Hospiztermin hat sich verschobenn. Morgen früh ist der neue Termin.
Oma soll jetzt Freitag nach Hause und am Dienstag zur Chemo in die Klinik zurück. So soll das jetzt alles 14 Tage laufen. 14 Tage rum, 3 Tage Chemo u.s.w.

Ist es so, das man erst nach 12 Wochen Erfolge sehen kann???? Kann mir das bitte schnell jemand beantworten!!!!

Momentan gehe ich davon aus, dass sie sehr wohl weiß was mit ihr los ist und das es so schlimm um sie steht. Ich denke, sie will uns das nicht sagen und uns nicht belasten, denn als ich gegenüber unserem Hausarzt erwähnte, das sie nach wie vor nichts weiß meinte er, der Kollege im KH hätte ihm gesagt, man hätte Oma umfassend aufgeklärt.:confused::confused::confused:
Keine Ahnung was nun stimmt.

Jutta
12.07.2012, 17:23
Hallo cuxland,

sehr wahrscheinlich wurde deine Oma schon vor geraumer Zeit über ihren Zustand aufgeklärt (was in den KH's auch so üblich ist), wollte aber nicht mit euch darüber reden. Denn diesen Schock mußte sie ja selbst erst einmal verarbeiten.

Ja nach einem 1/4 Jahr kann man durch bestimmte Untersuchungen schon einen Erfolg erkennen.

Würde sie später vom Hospiz zur Behandlung in die Klinik fahren? Was ich mir nicht so vorstellen kann.

cuxland84
12.07.2012, 21:17
Hallo Jutta!
Nein, es ist ein ambulanter Hospizdienst- hat sich aber auch schon erledigt weil sie die Hilfe ablehnt:huh:
Sie kommt nun morgen nach Hause, mit einem Krankenwagen und soll Dienstag zur ersten Chemo wieder ins KH.
Wie das gehen soll, wissen wir nicht, nach hause!? Ist ja schön und gut aber es bleibt wieder alles an uns hängen, sie ist ein Pflegefall. Da brauch man sich jetzt auch nichts mehr schön reden.
Man, man, man..... Wenn das vorbei ist gehen wir am Stock, wie soll man das wuppen????
Ich weiß, es hört sich nicht herzlich an aber es bleibt so was von alles auf der Strecke und kommt sie nach hause.

Heute war sie sehr abwesend. Eine normale Fahrt mit dem PKW nach Haus ist unmöglich.
Soll sie jetzt nur zum Sterben nach Hause oder wird das Dienstag wirklich was mit der Chemo?????????
Also soviele Fragezeichen habe ich noch nie im Kopf gehabt.
Shit

cuxland84
13.07.2012, 21:44
Nun ist sie zu hause, aber sehr, sehr schwach.
Jetzt haben die sie heute morgen nochmal untersucht und festgestellt, das sie wohl einen riesigen Eierstocktumor hat, der wohl schuld am Harnleiter abdrücken ist.
Wenn sie dort nun auch einen Tumor hat, wäre die Behandlung noch anders. Warum?
Die Prognose ist damit doch bestimmt noch schlechter oder?? Himmel, ihr bleibt auch nichts erspart.:shocked:
Sie hat wahnsinnig abgebaut seit Sonntag. Machen die trotz ihrer Schwäche die Chemo? Wenn nicht dann ist alles aus oder??
Ich kann gar nicht mehr klar denken:shy::shy::shy::shy::shy:

Arsinoe
14.07.2012, 00:20
Hallo Cuxland
Leider kann ich keine deiner Fragen beantworten, aber ich :knuddel: dich mal ganz fest!
Arsinoe

Jutta
14.07.2012, 05:25
Hallo Cuxland,

es ist so, daß jede Krebsart ihre eigenen Merkmale hat. Diese muß daher unterschiedlich behandelt werden, damit die Tumorzellen darauf ansprechen.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß wenn sie so geschwächt ist, eine Chemo durchgeführt wird. Außer sie besteht unbedingt darauf. Dann müssen die Ärzte behandeln.

Es wäre dringend notwendig, daß sich mal ein Familienmitglied genaustens erkundigt und sich zudem mit dem Sozialdienst des Krankenhauses in Verbindung setzt (wenn sie im KH ist). Ansonsten sofort den Hausarzt in die Pflicht nehmen, daß sie für zu hause alles bekommt was sie nun benötigt.

cuxland84
15.07.2012, 15:33
Hallo!
Sie ist auch heute sehr schwach, kann kaum in der Wohnung von A nach B laufen.
Morgen haben meine Mutter und ich einen Termin bei unserem Hausarzt um mal den neusten Stand der Dinge zu erfahren.
Gestern waren wir beim Notdienst weil unser Doc nicht da war und der Notdienstarzt meinte nur, es wäre eine sehr schlimme Diagnose und man könne nichts mehr machen bei dem Befund, außer ihr die Schmerzen zu nehmen.:cry::cry::cry: Es kommt eine sehr schwere Zeit auf uns zu (jo, aber das haben wir uns auch so gedacht:mad:)
Aber wenn ich Oma nach Schmerzen frage, sagt sie, das sie keine hat, kann das sein???
Es ist wahnsinn, wie sehr sie abgebaut hat zwischen letzter Woche und dieser, das sind doch alles keine guten Anzeichen oder?
Und nun ja eben auch noch die Eierstöcke. Kommt der Primärtumor nun von dort oder doch vom Darm?????
Am Schlimmsten ist im MOment dieses zusehen müssen und nicht helfen können und das Wissen, lange wird es sie nicht mehr geben, oh man da kommen mir jetzt wieder die Tränen.:cry:
Ich habe mir jetzt eine Beruhigungstablette eingenommen um etwas zur Ruhe zu kommen, meine Mutter kümmert sich für heute weiter um Oma. Und morgen muss dann wieder Kraft da sein um weiter zu machen.:)
Zusammen weinen mit Oma können wir immer noch, jetzt muss sie noch ein bisschen Kämpen so gut sie kann und da können wir ihr nur eine Stütze sein wenn wir funktionieren:(

Kampfküken
16.07.2012, 16:56
Liebe cuxland84!
Heut war doch der Termin beim Doc.Was gibt es Neues?
Ich kann mich als Betroffene nicht in die Lage der Angehörigen versetzen.
Aber ich hab gesehen,daß meine Mum erheblich abgebaut hat in dieser schlimmen Zeit und daß all meine Lieben immer stark waren,so gut es ging.Vom Hören/Sagen hab ich später erfahren,WIE sehr alle gelitten und geweint haben.Weil sie halt,genau wie Ihr,hilflos dastanden und nichts machen konnten.
Es gibt keine tröstenden Worte dafür,aber ich denk an Dich.
Vielleicht hilft das ein wenig...
Dicker Drücki,Kampfküken

cuxland84
16.07.2012, 21:56
Hallo Kampfküken!!:)

Es ist niederschmetternd gewesen. Der Tumor ist regelrecht explodiert und hat seinen Ursprung nun vom Eierstock aus:cry::cry:
Das heißt es wird jetzt unter Umständen sehr schnell gehen. Sie baut ja auch immer mehr ab.
Die Chemo ist ja für morgen geplant und 1 soll sie auch machen, wenn es sie aber zu sehr mitnimmt, wird auch das abgebrochen. Weihnachten wird sie, laut unserem Arzt, nicht mehr erleben.:eek:
Das ist so furchtbar. Und nun geht unser Arzt auch noch in Urlaub aber meinte, die zwei Wochen wird sie packen wenn nichts dazwischen kommt.:embarasse:embarasse Mir fehlen die Worte, ich kann nicht mehr. Warum?Warum?Warum?
Warum kann man denn nichts mehr machen, ihr nicht helfen?? Nur da stehen und nichts tun können, das ist grausa. Mir laufen die Tränen übers Gesicht gerade. Morgen muss ich wieder arbeiten, heute hatte ich eine AU. Wie soll das bloß werden, dieses angucken, der Zerfall. Scheiße.....

Was soll ich tun??

Kampfküken
16.07.2012, 22:04
Verdammt!!!Was soll ich sagen?Es ist ganz wahnsinnig traurig und es tut mir echt wahnsinnig leid.
Es ist auch grausam zu sagen,Ihr müßt den Tatsachen ins Auge sehen.
Finde grad nicht die richtigen Worte und jeder Drücker würde jetzt auch nicht helfen.Aber wenn sich ein Mensch doch nur noch quält und nicht mehr viel vom Leben hat...darf er dann nicht gehen dürfen?Es ist nicht gerecht,aber danach fragt leider keiner.
Macht es ihr so schön wie möglich,aber...wie soll ich sagen?Findet Euch damit ab?Nein,das ist unmöglich.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft,das durchzustehen.
Und auch wenn es grad nicht hilft,so schick ich Dir einen dicken Kraft-Trösti :pftroest:

cuxland84
16.07.2012, 22:24
Danke!
Klar muss man den Tatsachen ins Auge sehen. Und ich wünsche ihr, das es jetzt doch schnell geht und sie sich nicht mehr quälen muss. Vielleicht greift die CHemo ja auch doch noch ein wenig, damit sie noch ein paar würdevolle Tage hat.
Und trotzdem hoffe ich noch auf ein Wunder. Verrückt oder? Nein, sie soll nicht noch mehr leiden, vielleicht hat der liebe Gott ja wenigstens da ein Einsehen mit ihr?!

Ich kann jetzt nicht mehr schreiben, mir laufen die Tränen übers Gesicht.
Bis morgen, danke das es dieses Forum gibt:1luvu:

Schmerzliche Grüße aus Cuxhaven

Kampfküken
17.07.2012, 13:54
Nein,verrückt ist das ganz und gar nicht.Man sagt ja,Wunder gibt es immer wieder.Ja,in Würde gehen dürfen und die Augen schließen dürfen,wenn man müde ist,das wäre doch schön.
Aber es ist zum Heulen,wie sehr sich ein Mensch quälen muß,ob jung oder alt.
Bin heut auch ganz schön gereizt.Hab Schmerzen und weiß nicht,wie ich stehen,sitzen oder liegen soll.
Echt zum :smiley11: heut.
Was soll ich sagen?Da müssen wir durch,irgentwie :confused:
Halt durch und mach das beste aus jeder Situation :winke:

Arsinoe
17.07.2012, 23:20
Hallo Cuxland
Ich kann nachfühlen, wie schlimm die Situation für dich ist. In den letzten Jahren habe ich viele meiner Lieben leiden und sterben sehen. Meine Mama starb, wie bereits gesagt, vor 20 Jahren an Krebs. Meine Grossmama hatte Alzheimer - das war fast noch schlimmer. :( Bei meinem Grossvater und den anderen Grosseltern gings zum Glück etwas schneller und gnädiger zu und her. Aber bei meinem Papa wars wieder der Hammer: Erst musste er eine Bypass-OP über sich ergehen lassen, und als er sich einigermassen erholt hatte, starb seine Lebenspartnerin. Einfach so an einem Herzinfarkt. Sie war immer topfit! Das hat er nicht verkraftet. Ein halbes Jahr lang hat er gelitten wie ein Schw... dann wurde er durch ein Herzinfarkt erlöst.
Es war wirklich sehr hart, all dem zuzuschauen und nicht wirklich etwas dagegen tun zu können. :weinen:
Jetzt bin ich froh, sind alle weg und müssen sich nicht um mich sorgen. Klingt irgendwie blöd, aber es ist so. Den verbleibenden, weiterentfernten Verwandten (Onkel, Tanten) habe ich nichts gesagt. "Nur" mein Mann und meine Schwiegereltern müssen den Mist nun miterleben. Sie tun mir sehr leid. Aber man kann dagegen nichts tun. Es ist so wie es ist.
Nochmal eine :knuddel: von mir!
Arsinoe

cuxland84
18.07.2012, 21:21
Ich bin verwirrt.
Habe heute mit dem Professor gesprochen und der meinte, von den Bildern sieht es aus als ob Oma ein Ovarialkarzinom hat, der histologische Befund sagt aber ganz deutlich es sei Darmkrebs. Man weiß immer noch nicht wo der Primärtumor sitzt.
Nach dem Befund bekommt sie jetzt Chemo für den Darm, was aber ja wieder nicht für die Eierstöcke hilft und das somit weiter wuchern kann und eben auch weiter auf die Niere drücken kann.
Der Doktor meinte, man würde in 3!!! Monaten gucken, wie es mit dem Darm aussieht und dann wohl die Eierstöcke ansehen.
Ähm, 3 Monate unter normalen Umständen nicht viel Zeit aber mit so einer Diagnose verdammt lang:huh::huh::huh::huh::huh::huh:
Ich habe mit dem Vorgehen kein gutes Bauchgefühl obwoh er fragte, ob wir trotz dieser Unklarheit einverstanden wären.
Prognose vermochte er keine zu sagen. Wochen, Monate??? Die Hoffnung stirbt zuletzt; ja gut aus der Affäre gezogen.

Das ist so aufreibend und sie zu sehen, grauenhaft. Sie will von all dem nichts wissen.
Sie tut mir soooooooo leid, aber ich kann nichts tun. Schlimmeres gibt es nicht,oder?!

Jutta
19.07.2012, 06:09
Hallo cuxland,

es könnte gut möglich sein, daß deine Oma ein sogenanntes CUP Syndrom hat.
Das heißt auf deutsch, daß der Primärtumor wo ganz anders sitzt und sich laufend überall neue Krebszellen bilden. Diesen Tumor zu entdecken erfordert einiges an Untersuchungen.
Aber es kann auch gut möglich sein, daß der Ursprung der Darm ist und dieser sich in den Jahren in denen er wuchs auf benachbarte Organe ausbreitete.

Ich kenne deine Angst, aber leider sind da der Medizin die Hände gebunden, denn man kann nicht verschiedene Chemos auf einmal geben. Das würde sie niemals überstehen!!

Der Arzt sagte euch doch nur wie es aussieht. Er hat sich da nicht aus der Affäre gezogen, denn dies kann auch der beste Arzt nicht sagen, wie lange ein Mensch noch leben wird. Er kann nur aus Erfahrung einen groben Rahmen setzen. Er schlägt das letzte Blatt nicht um!

cuxland84
19.07.2012, 21:26
Hallo Jutta!

Ich werde gleich mal googeln was das für ein Syndrom ist.
sieht aus als wäre es eine 50-50 Chance, das morgen die richtige Chemo durchläuft.
Trotz Allem war Oma heute etwas besser zuwege, weil jetzt auch endlich mal was gemacht wird und es voran geht.:)
Den Tag haben wir so überstanden, mal gucken wie es ihr morgen geht.
Ab wann ungefähr wird es ihr durch die Chemo schlechter gehen? Gleich morgen oder in ein paar Tagen??

glg

cuxland84
20.07.2012, 14:33
Nun hat meine Oma eben angerufen und gesagt das bis jetzt noch nichts passiert ist- keine Chemo- keiner redet mit ihr.:mad: Jetzt will sie natürlich nach hause, aber das bringt ja nun auch keinem was.

Habe jetzt im Krankenhaus angerufen und eine Schwester seagt mir, die Chemo wäre auf einer falschen Station gelandet. (Ja sorry, aber dann holt man die eben rüber oder wie????). Die nächste sagte mir, das die Chemolösung noch gar nicht geliefert wurde. Ähm...... bisschen komisch.
Dieses Hinhalten, ich weiß nicht wozu das gut sein soll.
Ich bin jetzt am Arbeiten, kann mich also auch nicht so um die Sache kümmern wie ich möchte und sie liegt da im KH und wieder mal passiert ein Tag lang nichts.
Diese Hilflosigkeit macht mich wahnsinnig und wütend grrrrrrrrrrrrrrr.

Jutta
21.07.2012, 06:34
Hallo Tamara,

es ist leider recht abfällig, wie du die Angehörigen hier hinstellst. Ich bitte dich, das in Zukunft zu unterlassen.

Erst wenn du in beiden paar Schuhen gegangen bist, kannst du nachempfinden, wie es einem Angehörigen bei der Krankheit geht. Wenn du hillflos dastehst und nur zusehen mußt. Du in vieles nicht eingebunden wirst, weil du kein Anrecht auf Informationen hast. Bevor du mich attackierst, ich bin in beiden Schuhen oft genug gegangen und kenne beide Seiten der Gefühlsmaschinerie nur allzu gut.

Der Weg der Angehörigen ist wohl nicht in dem Sinn körperlich betroffen, aber sie leiden auch, eben auf eine andere Art.

Jeder fühlt auf seine Art, jeder drückt die Angst auf seine Art aus und jeder hat dazu ein Recht!!! Dafür ist dieses Forum angedacht, nicht nur zum Austausch der Betroffenen.

franz1943
21.07.2012, 08:11
als Angehöriger, gerade auch, wenn man allein ist und sich keiner weiters kümmert, ist man körperlich-nervlich schwer belastet, zudem steht der Kranke im Vordergrund und seine eigenen Problem muss man schon nach hinten schieben, bei mir wars dann so, dass mein Blutdruck locker auf 130-220 war und des öfteren hab ich gehalten, weil es mir schwarz vor den Augen wurde, alles muss man natürlich allein wegstecken, während sich andere nur mal erkundigen : na wie gehts deiner Frau? von den Kosten garnicht zu reden, mich hat die Leber OP mit anschliessender Kur ( Besuche usw-Fahrten ins KH, usw ) c 4.000-5000 DM gekostet, man muss schon mal die Opfer der Angehörigen berücksichtigen, so einfach ist das nicht. manchmal sitzt man zuhause und ist fix und kaputt, meine Tochter, die sich nicht gekümmert hat, schlug dann vor de Mutter zuhause sterben zu lassen, der Arzt sagte; wer soll die Mutter pflegen? er sagte: nach 3 Tagen steht ihr vor dem Spiegel und fragt: warum hab ich mir das angetan!
ne, ne und wenn sich hier ein paar Leute aussprechen, so ist das schon in Ordnung! mit Jammern hat das überhaupts nix zu tun!:mad:

cuxland84
21.07.2012, 21:41
Bin ich jetzt im falschen Film?
Tamara, das du selber betroffen bist, dafür kann ich nichts und das ich mir Sorgen um meine Oma mache und dadurch auch Druck auf die Ärzt ausübe und wissen will, was passiert, ist, mit Verlaub mein gute Recht.
Du kennst meine Situation nicht und kannst daher nicht beurteilen warum ich mich da so reinhänge.
Das Ausrufezeichen zum Beginn des Threads habe ich angehängt weil es für MICH ein sehr wichtiges Thema ist, wie für jeden anderen sein Thread auch wichtig ist.
Im Übrigen weiß ich gerade gar nicht, warum ich mich jetzt auch noch rechtfertige:lipsrseal
Wenn dir mein Thread und meine Emotionen nicht gefallen, dann überlies das doch einfach bitte.
Außerdem will ich nicht bemitleidet werden, sondern ich bin verzweifelt weil es verdammt schwer ist einen lieben Menschen langsam sterben zu sehen und nichts machen zu können.
Deswegen habe ich mich auch hier angemeldet, um mit diesen Gedanken und Ängsten nicht alleine zu sein aber nicht, um mich für meine Gefühle rechtfertigen zu müssen.


So, nun zu meiner Oma.
Die Chemo läuft seit gestern abend. Ihr ist fürchterlich übel und sie könnte nur noch schlafen. Sie ist sogar bei ihrer Serie heute mittag eingeschlafen. Liegt das nun "nur" an der Chemo oder weil das alles weiter in ihr wuchert? Oder auch beides zusammen. Montag will sie unbedingt nach Hause, aber sie ist jetzt ja noch schlechter zuwege als bei der letzten Entlassung.
Opa weiß glaube ich auch, wie es um seine Frau steht:cry:
Sie ist seeeeehr blass und hat keinen Appetit mehr. Vielleicht wird es ja wieder etwas besser wenn sie die Chemo voll drin hat und die hoffentlich wirkt.
Was auch ist, das sie nicht den Eindruck macht, als ob sie wirklich noch kämpfen will. Oder kann sie vielleicht auch das nicht mehr. Sonst hat sie ja gesagt, da muss sie durch und das wird schon noch gehen, aber seit vorgestern ist das ganz weg.

anita_
21.07.2012, 23:27
Hallo cuxland,
du hast vollkommen Recht, über deine Oma Sorge zu haben.
Ich finde, dass du nicht übertreibst . Die Oma hat Darmkrebs im Endstadium, das ist nicht einfache Sache. Bestimmt die Oma auch viel leidet, nicht weniger als du.

Vielleicht kann auch Bitter Elxier von Wala den Appetit deiner Oma fördern.
Es gibt auch McP Tropfen gegen Brechreiz und zofran auch hilft.
Pass auf, sie soll nicht viel abnehmen.

Viele Grüße und gute Besserung für die Oma

anita

Arsinoe
22.07.2012, 00:50
Hallo
Ich kenne ebenfalls beide Seiten. Meine Mutter ist an Krebs gestorben und jetzt - 20 Jahre später - bin ich selber erkrankt.
Ich persönlich litt als Angehörige irgendwie mehr als jetzt. Und ich habe auch das Gefühl, dass mein Mann mehr leidet, als ich jetzt.
Das ist meine ganz persönliche Erfahrung.
Cuxland, ich umarme dich nochmal ganz fest! :pftroest:
Achte darauf, dass du zwischendurch etwas machst, das dir gut tut und ein wenig von dem ganzen Horror ablenkt. Klingt vielleicht schwierig, aber bitte versuche es!
Mit einem mitfühlenden Gruss
Arsinoe

franz1943
22.07.2012, 06:09
so nebenbei-jede Situation ist anders-manche, wie ich, mussten immer das ganze Päckchen allein tragen, ob als Angehöriger oder als Patient, da kann es durchaus mal vorkommen, das man mal einen Schrei loslässt, also, ruhig bleiben!

Jutta
22.07.2012, 06:23
Hallo,

Tamara hat sich entschuldigt, bitte das Thema das Thema jetzt abhaken und weiter im Ursprungsthema bleiben.

DANKE

Jutta
22.07.2012, 06:33
Hallo Cuxland,

eine Chemo schlaucht ganz ordentlich und oft ist den Patienten übel und sie werden müde, kommt ganz auf die Chemo an. Der Appetit geht meist auch dabei verloren, oder das Essen bekommt einen komischen Geschmack. Meist dauert das ein paar Tage so an.
Gegen die Übelkeit bitte umgehend gute Medikamente verlangen!!! Nicht mit allgemeinen Anti-Übelkeitstropfen abspeisen lassen.

Cuxland, während einer Chemo ist nicht viel Kraft da um zu kämpfen. Da möchte man schlafen, sich fallen lassen und an nichts denken. Stehe das bitte deiner Oma zu. Laßt sie wissen, daß immer jemand da ist, der ihr was holt, falls sie was möchte oder braucht.

Gerade ältere Menschen sind eh nicht gerne im Krankenhaus, da ist es verständlich, daß sie endlich nach hause möchte. Ich hoffe, daß sie so lange bleibt, wie es für sie notwendig ist. Habt ihr schon mit dem Sozialdienst der Klinik gesprochen, wie es dann zu hause mit der Pflege weitergehen soll? Ob alles organisiert ist, das ihr dort das Leben erleichtert?

cuxland84
22.07.2012, 22:24
Hallo! Vielen Dank für eure Antworten :):)

Der Pflegedienst soll 4 mal täglich kommen und Oma und Opa versorgen, er hat ja PS2 ihr Antrag läuft noch.
Stoma muss bei ihr täglich mehrmas entleert werden, was sie überhaupt nicht ab kann, ihr wird dann übel und sie muss würgen:embarasse
Wir kümmern uns weiter um den Hund und dann muss sich das irgendwie zurechtlaufen. Wie auch immer!?
Es kommt sowieso so wie es eben kommt, die Zeit ist schwierig, aber (und so herzlos,wie sich das jetzt auch immer anhören mag) irgendwann ist auch diese Zeit vorbei, auch wenn das hoffentlich trotz Allem noch länger dauert.

Heute sind ihr die Augen immer wieder zugefallen, sie ist sehr schwach, wird eigentlich gerade jeden Tag ein bisschen schlechter. Das schiebe ich aber mit auf die Chemo.
Manchmal ist es so, da wünschte ich mir, das wir genau wüssten wie es mit ihr weitergeht und was noch alles passiert und wie lange noch u.s.w. und dann will ich wieder nichts davon sehen und hören, sondern einfach nur die Zeit mit ihr verbringen.

berliner-engelchen
24.07.2012, 19:54
Liebe Cuxland,

ich bin eigentlich aus einem anderen Forum, selbst betroffen - nur andersherum: vom Eierstock auf den Darm. Meine Situation ist palliativ, d.h. nicht heilbar, und so mußte ich mich mit dem Sterben auseinandersetzen.
Zuerst wollte ich immer von allen Ärzten UNBEDINGT wissen, wie lange noch ...
Bis ich gemerkt habe, das bringt nichts: es ist bei mir wie bei Deiner Oma: ich lebe jetzt, ich möchte, dass es mir jetzt gut geht und genieße jeden Augenblick. So solltest Du es mit deiner Oma halten.

Es ist ein Geschenk, dass sie da ist, dass sie die OP gut überlebt hat, dass sie die Chemo jetzt schafft.
Ihr Wunsch nach Hause zu kommen ist so nachvollziehbar und richtig.

Weißt du: wenn sie laut Statistik eine Wahrscheinlichkeit hat, zu 90 % innerhalb Zeit x zu sterben (solche Statistiken gibts ja), dann sagt das doch auch, dass sie zu den 10% gehören könnte, die viel viel länger überleben.
Und am besten lebt man damit, zu glauben, man könnte das sein. Sonst würde man sich ja die Zeit "kaputt" machen, die man tatsächlich noch lebt.

Darauf zu hoffen und daran zu glauben, dass man eine von denen ist, die es "relativ" lang schaffen, ist der Dreh-und Angelpunkt. Denn dann lebt man intensiv und voller Dankbarkeit.
Fern von Angst und Pessimismus. (beides gehört dazu, ich weiß und erlebe das, aber die angst und die Sorge müssen einen genau umgrenzten Raum und Zeit bekommen und nicht das Leben bestimmen) ....

Vielleicht klingt das alles etwas pathetisch, aber es ist mein persönlicher Versuch, dich zu :pftroest::pftroest::pftroest::pftroest::pftroest:

Ich glaube für Dich als Angehörige ist es wichtig, Deiner Oma noch alles zu sagen, was Du möchtest: dass Du dankbar bist, eine so tolle Oma zu haben, und dass Du bewundernswert findest, wie sie kämpft.

Viel Schlafen, wenig Reden, nur Rumliegen und sehr ruhig sein - sind Begleiterscheinungen der Chemo. Der Körper arbeitet auf Hochtouren.
Es dauert auch noch eine ganze Weile, bis das besser wird. Ich lag bei meiner letzen Chemo ungelogen jedesmal 10 Tage komplett im Bett, die ersten tage habe ich es nicht mal zur Toilette geschafft. Trotzdem habe ich das Krnakenhaus verweigert !! Ich wollte nicht weg von meinen beiden Kleinen (3 und 4 Jahre alt)....

Ich wünsche Euch eine erfüllte, frohe Zeit miteinander, erfreut Euch am gegenseitigen Dasein.
Noch eine Idee: Vorgelesen zu bekommen ist ganz toll unter Chemo, weil man selbst nicht lesen und auch kaum fernsehen kann (Konzentrationsschwäche).
Manchmal tun Gerüche auch sehr gut: frische Pfeferminze, eine frisch aufgeschnittene Zitrone, Lavendel oder Rosmarin in der Hand zerrieben ...
Hat mein Mann für mich gemacht, fand ich ganz ganz toll.

Ich habe übrigens auch meinen Vater mit Adenokarzinom in den Tod begleitet, deshalb kenne ich beide Seiten ....

Sei lieb gegrüßt
Birgit

anita_
24.07.2012, 20:56
Hallo Cuxland,
wie geht es deine Oma heute? ist nicht besser? Ist ihr immer noch übel?
Welche Chemo bekommt sie Folfox?
Was Birgit geschrieben hat, ist richtig, man soll immer die Hoffnung nicht verlieren auch wenn die Ärzte schlechte Prognose geben.

Lieb Grüße
anita

cuxland84
24.07.2012, 21:22
Hallo Birgit und anita!!

Erstmal Respekt Birgit:winke: Du bist eine starke Frau!!!! Und deine Einstellung ist echt super:)

Meiner Oma geht es sehr schlecht, heute mag sie nichts mehr essen und trinken, morgen müssen wir den Arzt verständigen. Ihre Stimme wird immer leiser- ich habe Angst.
Ja, sie bekommt Folfox. Ihr ganzer Mund ist kaputt, habe ihr Salbeitee zum spülen gekauft.
Eben sagte sie, sie hätte mal so einen Appetit auf Bratkartoffeln und Fisch. Ja meinte ich, und wenn wir das kochen isst du doch nichts. DOCH sagte sie und nun gibt es eben morgen ihr Wunschessen.

Ich könnte schon wieder heulen, dieses langsame verfallen ist grausam, ich wünsche ihr, das sie eines abends ins Bett geht und einfach nicht mehr aufwacht....Oh shit:weinen::weinen:

Arsinoe
24.07.2012, 21:40
Hallo

Cuxland, ich hoffe, dass es deiner Oma nicht allzu schlecht geht.
Was Birgit geschrieben hat, hat mich beeindruckt. Ich denke, sie kann dich wesentlich besser trösten, als ich es könnte.

Ich bin ja leider in der letzten Zeit ganz anders drauf. Ziemlich pessimistisch. Und ich will auch immer alles "ganz genau" wissen. So habe ich z.B. heute in einem Info-PDF (http://www.tumorzentrum-freiburg.de/fachleute/klinisches-krebsregister/dokumentation/kodierung/cccf-kkr-kodierhilfe-kolontumor.pdf) die Info gefunden, dass im Stadium IIIc +R1/R2 nicht mehr kurativ sondern palliativ behandelt wird.
Mein Onkologe hat mir aber bereits mehrmals gesagt, ich würde kurativ behandelt und es bestehe die Möglickeit, dass ich geheilt würde.
Meine Diagnose ist Darmkrebs im Initialstadium pT4b pN2 (7/21 LK) cM0 G3 R1 L1 V0. (R1 steht für mikroskopisch kleine "Restmengen", die wohl im Bauchfell vorhanden sind.) Wenn ich das richtig verstehe, bin ich also im Stadium IIIc mit R1.
Ich bin nun natürlich wieder verwirrt ... Will mein Onkologe mich schonen? Oder sind die Behandlungsmöglichkeiten inzwischen (seit 2010) so viel besser? Oder, oder, oder ...
:confused:
Mir haben zwar auch schon Andere so etwas Ähnliches gesagt, aber vielleicht muss man es mir halt x mal sagen. ;)
Ich sollte davon ausgehen, dass ich zu den Glücklichen gehören, die es schaffen. Wenn es dann nicht so ist, dann habe ich die verbleibende Zeit jedenfalls nicht mit Horrorgedanken vergiftet.
Hmmm ... Ich hoffe, ich schaffe das!
Herzliche Grüsse von Arsinoe

Arsinoe
24.07.2012, 21:44
Hallo Cuxland
Oh, unsere Nachrichten haben sich überkreuzt.
Ich kann deinen Wunsch verstehen. Es wäre für alle vermutlich einfacher und weniger qualvoll. Auf der anderen Seite scheint deine Oma noch nicht so weit zu sein - wenn sie es ist, wird sie "gehen".
Versuche ihr einfach so viel Liebe zu geben, wie du kannst. Und wenn sie den Fisch dann nicht essen mag, so hast du ihr damit immerhin gezeigt, wie sehr du sie liebst. Das ist doch so oder so gut!
Trotzallem ein paar erholsame Momente wünscht dir, Arsinoe

Jutta
25.07.2012, 06:40
Hallo cuxland,

diese Situation, Gelüste auf etwas und wenn es fertig ist, wird es nicht mehr gegessen, die wirst du noch öfters durch machen. Das ist einfach ein Teil von dem was die Krankheit ausmacht.
Ich weiß noch, mein Vater wollte unbedingt eine bestimmte Eissorte, die nur in einer Eisdiele in einer 25km entlegenen Stadt zu haben war. Also ich nix wie hin, Eis geholt, nach hause gekommen, wollte er es nicht mehr, sondern lieber etwas Obst. So habe ich ihm dann eben das Obst gerichtet, von dem er aber auch nur wenige Bissen aß.

Vergesse nicht, alles ist nun eine Ausnahmesituation, die nur eine bestimmte Zeit anhalten wird. Alles was du tust, das wird dir im Nachhinein als gute Erinnerung bleiben!!

Kampfküken
25.07.2012, 11:47
Liebe cuxland!
Ich kann auch nur aus Erfahrung sprechen,daß es ein ewiges Hin und Her mit dem Appetit ist.Lange Zeit hatte ich totalen Japp auf Erdnuss-Flips und Capri-Sonne.Das war dann wieder vorbei.Wenn ich dann mal bei meiner Mutter war und sie das,worauf ich Appetit hatte,nicht im Hause hatte,war es aber bestimmt beim nächsten Mal da.Nur...dann mochte ich es nicht mehr.Oder aber,ich wollte dieses und jenes essen und wurde es gekocht,wollte ich nicht mehr oder hab nur drin rumgestochert.
Sowieso hab ich während der Therapie total viel schlafen wollen und brauchte enorm viel Ruhe.
Ich schließ mich allen anderen an:Macht es ihr so schön wie möglich und habt ´ne Menge Geduld mit ihr.
Kann nur als Betroffene reden und nicht als Angehörige,aber meine Familie sagt mir heut noch,daß ich nicht immer ganz einfach und völlig anders war.
Für Euch alle eine Menge Kraft und für Dich liebe cuxland einen herzlichen :pftroest:
Ganz LG,Kampfküken

Nicole15
25.07.2012, 12:34
Hallo!
@Birgit
Ich wünsche Dir weiterhin so viel Kraft wie bisher! Du hast meinen vollen Respekt! Ich weiß von meiner Schwester wie es ist, die Diagnose - nicht heilbar bzw. austherapiert zu sein- zu bekommen. Geniesst die gemeinsame Zeit mit Deinen Lieben so weit wie es nur geht!!!

@ Cuxland
Deine Oma weiß bestimmt wie es um sie steht, man merkt es einfach meiner Meinung nach! Sie hat in der letzten Zeit so viel durchgemacht, die Diagnose, die OP und dann noch die Chemo! So was haut auch die stärkste Person aus den Schuhen!! Und jeder Mensch ist anders, ich habe die Therapie sehr gut vertragen, aber jeder verträgt es anders! Diese Appetitlosigkeit kennt hier wohl jeder, da wird das leckerste Essen plötzlich ungeniessbar. Wenn Deine Oma weiter abbaut, dann sprech mal den Onkologen an, die haben immer Zusatznahrung da oder geben ein Rezept raus.
Und wie Kampfküken so schön sagt, habt ganz viel Geduld mit ihr und macht euch eine schöne Zeit mit ihr! Und tut Dir auch zwischendurch was gutes, das vergessen Angehörige gerne bei der Pflege...

LG Nicole

cuxland84
25.07.2012, 16:07
Danke für eure lieben Antworten!

Meine Oma ist auch heute sehr schwach, hat aber ein paar Bratkartoffeln gegessen.:)
Und auf den Balkon hat sie sich auch gesetzt.
Es ist nur so schade, das es ihr so schlecht geht. Anstatt die letzten Wochen noch einigermaßen leben zu können. Lässt sich aber ja nicht ändern.
Was mir gerade gar nicht aus dem Kopf geht ist die Aussage des Arztes, das Weihnachten alles vorbei sein soll.:eek:
Die Vorstellung macht mich ein wenig verrückt.

Nicole15
25.07.2012, 17:00
Hallo Cuxland!
Leider haben die Ärzte meistens recht mit ihren Prognosen. Meiner Schwester wurde ein halbes Jahr in Aussicht gestellt und leider hatten sie recht damit. Es ging bei ihr dann ziemlich schnell bergab. Ich weiß wie schwierig es ist von einem geliebten Menschen Abschied nehmen zu müssen.
Wenn Du nicht gut damit umgehen kannst ist das völlig normal. Eine Bekannte hat sich Hilfte bei einem Psychotherapeuten geholt, vielleicht würde Dir das auch helfen?

LG Nicole

cuxland84
25.07.2012, 22:16
Hi Nicole!
Die Hilfe bekomme ich schon weil ich eine Zwangsstörung habe. Ist jetzt von Vorteil einen Psychologen zur Hand zu haben.
Nur meine Oma lehnt jede Hilfe ab, also professionelle. Sie will einfach nicht drüber reden. Aber das macht es ja auch nicht besser.

Ein paar Bratkartoffeln und fast ein Stück Fisch hat sie tatsächlich heute mittag gegessen.
Am abend allerdings wollte sie wieder gar nichts essen und wir sollen sie bloß in Ruhe lassen.
Sagen konnte und durfte sie schon immer was sie wollte, aber im Moment tun ihre Launen doppelt weh weil wir ja nur helfen wollen, wo es nur geht.

Ja, wahrscheinlich hast du recht und die Prognose wird in etwa stimmen, wenn jetzt kein Hoch mehr kommt ist aber noch viel eher Schluss.
Wenn man aber hört Weihnachten, dann ist das einerseits noch lange hin, ist ja gerade mal Sommer und andererseits wenn man dann die Monate zählt.... da bleibt nicht mehr viel Zeit und viele schöne Momente. Mit ein paar wären wir ja auch schon zufrieden, aber ich glaube sie will nicht mehr. Kämpferin war sie noch nie, gerade jetzt müsste sie...
Einfach ist das Alles nicht:embarasse

Jutta
26.07.2012, 05:57
hallo cuxland,

bitte nicht alles gleich persönlich nehmen, wenn die Oma mal was nicht will ... auch wenn Ihr es gut meint. Du darfst niemals vergessen, deine Oma wird sterben, und damit muß sie doch erst einmal selbst klarkommen!!
Jetzt heißt es jeden Wunsch der geht einfach nur erfüllen, die Zeit die bleibt so gut und möglichst erträglich zu machen.

Nicht jeder Betroffene möchte sich über den Krebs und das Sterben, gerade mit den engsten Angehörigen auslassen. Viele ältere Menschen machen sehr oft alles mit sich selbst aus, denn das sind sie gewohnt. Sie haben meist schon harte Zeiten hinter sich und das ist dann ihr Weg. Den heißt es zu respektieren. Du hast deine Eltern, Freunde und das Forum um deine Gedanken mitzuteilen.

Es muß kein Hoch kommen oder es ist eher Schluß. Wie kommst du auf solch eine Schlußfolgerung? Was für ein Hoch sollte denn eintreten? Der Körper deiner Oma ist gebeutelt, die Kraft schwindet dahin ... woher soll sie denn da ein Hoch nehmen?

cuxland84
26.07.2012, 21:14
Hallo Jutta!

Ich meine so ein letztes Aufleben, verstehst du?
Natürlich darf man das momentan nicht alles persönlich nehmen, aber auch mein Opa ist unausstehlich. Er motzt den Pflegedienst an, schreit rum- klar auch er ist überfordert, aber auch für seine Situation mit dem Zustand nach Schlaganfall kann keiner was.
Die Beiden sind jetzt arg gebeutelt was die Krankheiten angeht, bloß wenn man dann versucht ihnen alles recht mache nzu wollen und erntet Geschrei oder keine Beachtung, dann tut das schon sehr weh.
Sie versucht ja nicht mal mehr zu leben, liegt nur in ihrem Fernsehsessel und das war es. Gleich vor der Tür ist ein Park und Bänke, nur 50m weg, warum versucht sie nicht mal die Sonne zu genießen??? Es wird zu 90% ihr letzter Sommer sein aber wir kriegen sie nicht auf andere Gedanken gebracht.
Während ich das so schreibe fühle ich mich dafür auch wieder mies. Sie soll doch nur die schönen Augenblicke genießen, viele wird es davon leider nicht mehr geben.

Nochmal zu meinem ersten Satz; meinst du es wird gar nicht mehr besser sondern stetig schlechter? Weil die letten zwei Wochen ging´s echt rapide bergab und da dachte ich eben, es kommt nochmal wieder eine bessere Zeit.

berliner-engelchen
27.07.2012, 12:51
Hallo Ihr Lieben,
insbesondere Nicole, Cuxland und Arsinoe - danke für Eure Komplimente, :shy::shy::shy::shy: ich bin schier vor dem Rechner rot geworden. ;)
Ich kämpfe halt meinen Kampf so gut es irgend geht. Jeden Tag aufs Neue. Das ist jetzt meine Lebensaufgabe. Hatte ich mir mal ganz ganz anders vorgestellt, aber jetzt isses halt so. Die Anerkennung von Euch tut echt richtig richtig gut.

Liebe Cuxland,

Es ist für Dich als Angehörige, die Du nah dran bist, emotional, eine sehr schwere Aufgabe, die Dir da gestellt wird. Du hast nicht darum gebeten, aber nun ist es so. Es ist Deine Chance, daran zu wachsen.
Die "Launen" deiner Großeltern auszuhalten, ist schwer. Sie sind nun selbst total überfordert, und denken nicht mehr darüber nach, wie sie auf andere wirken.

Versuch so viel wie möglich, an dir abprallen zu lassen, all die negativen Momente und die wenigen positiven zu genießen und in der Erinnerung abzuspeichern. am besten kommentierst du die emorionalen Ausfälle der Großeltern nicht oder mit stoischer Ruhe. Um gebetsmühlenartigen die angebote zu wiederholen, Schöne Dinge zu tun: zum Beispiel: bitte komm mit in den Park, Du würdest mir einen großen Gefallen tun." Ich würde so gerne mit dir xy tun....
Klare Ich-Botschaften von Dir kommen besser an als herumzudiskutieren, was der Oma "gut tun würde". Vielleicht schafft sie es nicht mehr für sich selbst etwas gutes zu tun und fragt, wozu das alles noch und warum soll ich überhaupt noch mal aus dem Fernsehsessel raus.
Darüber mit ihr zu diskutieren bringt gerade nichts. Mach ihr einfach konkrete Angebote, die sie Dir zuliebe, weil DU !!!! das gerne mit ihr tun würdest, das eine oder andere Mal annehmen kann. Dann hat sie das Gefühl gebraucht zu werden.

Ich erzähl dir noch ein Geshcichte von mir: als ich auf Intensiv lag nach der total OP, da war es echt knapp. Und dann kam der Moment, da war ich ganz wach und habe keine Luft mehr bekommen, ich konnte einfach nicht mehr einatmen. Und alles wurde warm und strahlend weiss in mir und es war ein wunderbar samtiges Gefühl um mich rum und ich dachte mir: jetzt lass ich los, nichts ist mehr wichtig, ich kann nicht mehr und das ist gut so. :engel::engel::engel: Mein geliebter Mann wird sich um die geliebten Babys kümmern (Meine Tochter war 9 Monate und meine Sohn 17 Monate)

Und dann sagte mein Mann völlig panisch und echt laut (und das ist er so gut wie nie, und er denkt eigentlich auch nicht an sich selbst): Du musst dableiben, Du KANNST MICH jetzt nicht verlassen, ICH schaff das nicht, ICH brauche dich und zwar JETZT!!!!!!!!!
Das wohlige Gefühl ist abrupt zusammengebrochen, ich war zurück in einem fiesen, schmerzvollen, dunklem Kampf um mein Leben - aber ich habe es dann geschafft. Die Ärzte sagten, sie hätten nicht mehr dran geglaubt. tja, seitdem kämpfe ich.

Was ich damit sagen will ist: niemand kann voraussehen, welche Momente wir noch vor uns haben. Niemand kann wissen, ob es Deiner Oma nochmal besser gehen wird oder schlechter. Eine Chemo in dem Alter ist auch einfach unglaublich anstrengend. Aber es kommt auch darauf an, was Deine Oma daraus macht.
Natürlich wirst Du deine Oma nie mehr so haben, wie vormals. Aber niemand kann wissen, ob es von jetzt ab "bergab" geht. Sie kann noch so viele schöne Momente haben. Sie kann eine kurze Zeit haben oder eine lange. Aber erst mal hat sie ein MORGEN.

Es ist unrelevant, ob sie noch 1 oder 2 oder 3 Sommer hat, und auch ob sie Weihnachten noch erlebt. Es ist einfach unrelevant in dieser Situation. Am besten versuchst Du, diese Gedanken fort zu schieben - und ich weiss wie schwer das ist.

Du fragst: was ist denn dann relevant? ?? Relevant ist, wie glückvoll Ihr von heute bis zum Tag X lebt. Keiner weiss und braucht wissen, wann Tag X da ist. Relevant ist, ob die Zeit von jetzt bis X schön, wichtig, toll - eben glückvoll - war. Und wenn es zuende ist, dann ist es eben zuende. So ist das eben.
Zu klammern, zu grübeln, zu hadern - all das ist erlaubt und zutiefst menschlich. Aber eben nur zu bestimmten Zeiten. In der anderen Zeit ist es die Aufgabe, möglichst gut zu leben, egal wie lange wir noch haben. Warum denn nachdenken, ob das nun kurz, lang, mittelkurz oder ganz kurz ist??? Das macht nur Angst. Und Angst lässt das glickliche Miteinander sehr schwer werden.

So, und nun tu ich was für mein persönliches Glcüksgefühl: ich lasse all die Arbeitsberge, die ich eigentlich bewältigen müßte heute :(:(:( liegen und geh in den Garten, stell mich unter die eiskalte Gartendusche und lege mich in den schatten und schnüffel herum und genieße den Geruch von Rasen, Sonne, Lavendel :):)

Und setze mich damit auseinander, dass ich Dienstag die nächste Vorsorge habe und mir davor graust. Meine Angstteufel sitzen schon wieder in der Startposition :twak::twak::twak:und die Grübelkönige "und was ist, wenn ich wieder ein Rezidiv habe" wollen auch bekämpft werden. :twak::twak::twak::twak:
Es ist manchmal sehr sehr schwer.

Ich wünsche Dir und Deiner Oma gaaaaanz viel Kraft :pftroest::pftroest::pftroest:
Nimm Dir selbst kleine Schritte vor, die Du mit ihr erreichen willst (so wie mit dem Fisch - das fand ich super), dann kannst Du Dich über Erfolge freuen.

Alles Liebe
Birgit

cuxland84
28.07.2012, 11:26
Viiiiiielen Dank Birgit:):):) Du bist echt stark.

Heute Nacht ist Oma der Stoma-Beutel geplatzt:angry::angry: Ich muss ja nicht ausmalen, wie der Zustand heute morgen war.
Er wurde gestern abend noch geleert, wie kann denn sowas passieren???
Anstatt sie aber auch den Pflegedienst informiert, nein liegt stattdessen seit 1.30 Uhr in ihrer Sch......
Ein bisschen mitdenken wäre doch auch mal nicht übel oder??
Ich bin richtig sauer, zumal meine Mutter die Sauerei wegmachen konnte weil ich auf Arbeit bin.
Auf Dauer wird das so mit zu hause nicht mehr gehen können, die machen uns kaputt.

Heute abend tut mir diese Antwort wahrscheinlich schon wieder leid, aber jetzt bin ich auf 180.

Meine Katze hat heute Nacht auch erbrochen, nicht nur einmal. Entweder saß der Haarballen quer, der um 4.30 Uhr mit rauskam, zwar ein kleiner aber ein Haarballen oder sie merkt was los ist oder sie hat einen Infekt. :confused::confused:
Und ich muss arbeiten von 8-18 Uhr und kann mich weder um das Eine noch um das Andere kümmern. Der Tierarzt meinte, hört sich nicht bedrohlich an, zumal sie sich ja auch gleich den Bauch wieder vollschlägt mit Futter aber mich nervt es, das ich das Alles inkl. Katze nicht mehr so unter Kontrolle habe, wie ich es gerne hätte. Momentan kommt eins zum anderen.

Jutta
28.07.2012, 12:54
Hallo cuxland,

es ist nicht Aufgabe des Pflegedienstes den Beutel in der Nacht zu leeren! Das machen sie höchstens nebenher wenn andere Pflegegriffe anstehen.
Das bezahlt keine Kasse und ist auch in keinem Pflegeautrag enthalten.
Deren Aufgabe sind pflegerische Tätigkeiten und das Zeigen, wie man den Beutel richtig dranmacht und erklären wann er geleert werden muß.
Es ist Aufgabe der Angehörigen sich darum zu kümmern, daß er rechtzeitig geleert wird, oder ihre das rechtzeitig zu melden.

Der Beutel ist übrigens nicht geplatzt, sondern war eher nicht richtig eingeklickt! Die Stomabeutel sind so stabil, da kann man mit einem Lastwagen drüber fahren und er geht nicht kaputt.

Es wäre hilfreich sich als pflegender Angehöriger mit dem Pflegedienst zusammen zu setzen und alle Einzelheiten nochmals zu besprechen. Ganz besonders was nicht in die Aufgabe eines Pflegedienstes fällt und die Angehörigen zu übernehmen haben. Und vor allem wie!!! Denn für deine Oma war dies eine ganz entwürdigende Situation!

Elisabethh.1900
28.07.2012, 21:59
Lieber cuxland, in vielen Sanitätshäusern gibt es Stomatherapeuten. Dies sind Pflegekräfte, welche eine Zusatzausbildung für die Betreuung von Stomapatienten absolviert haben. Sie wissen auch, wie man ein Stoma pflegt und leiten Patienten bzw. die Angehörigen an.

Es gibt gewisse Dinge bei der Pflege eines Stomas, die man unbedingt beachten muss, damit so ein Unfall wie bei Eurer Oma nicht passiert.

Bitte fragt einmal im Sanitätshaus, welches die Pflegematerialien liefert, nach dem Stomatherapeuten. Es gibt in vielen Städten auch Selbsthilfegruppen von Stomapatienten, dort kennt man sicherlich einen guten Therapeuten.Vielleicht wäre der Kontakt zur Selbsthilfegruppe für Deine Großeltern bzw. Deine Mutti sehr hilfreich?

Es tut mir sehr leid, dass es Deiner Oma so schlecht geht.

Liebe Grüße an Euch alle,

Elisabethh.

berliner-engelchen
28.07.2012, 22:35
Liebe Cuxland,

es tut mir leid, dass die Situation für Dich so belastend ist.
Vergiss nicht: sie ist völlig neu für Dich, ihr müßt in die neuen Aufgaben noch hineinwachsen. Und dabei laßt Euch helfen, z.B. durch genaue Anleitung der Stoma-Pflege. Für Deine Oma war die Situation bestimmt am allerschlimmsten.
Aber das muss sich einspielen. Viele Patientinnen leben Jahre mit dem Stoma.

Immer ruhig bleiben.
WEißt Du, dass Du Dich selbst auch aus psychischen Gründen krank schreiben lassen kannst?? Bevor Dir alles zu viel wird, nimm das in Anspruch. Du musst immer sehen, dass es Dir selbst gut geht, sonst kannst Du selbst nicht gut pflegen und begleiten.

Weiterhin alles Gute - denke daran, mit Deiner Oma weiter am Projekt "schöne Momente einfangen" zu arbeiten,

Viel Kraft !!

LG
Birgit

cuxland84
29.07.2012, 21:16
Danke für eure Antworten!

Es ist so, dass meine Oma ihren Beutel nicht selber leeren kann weil sie dafür keine Kraft hat und somit übernimmt das der Pflegedienst, die eben eine 24h Rufbereitschaft haben. Wir sind da an unseren Grenzen, würden daneben Spucken wenn wir das machen müssten. Es ist ja schon viel möglich was vor der Krankheit undenkbar war aber bei der Stomaversorgung hört es dann auch auf.

Irgendwie wird ihre Stimme immer leiser und schwächer. Freitag geht ja schon die nächste Chemo los.
Sie hat Kreislaufprobleme und den Zucker kriegen wir nicht in den Griff. Morgen kommt die Urlaubsvertretung unseres Hausarztes zum Hausbesuch, mal gucken wie wir das besser in den Grif kriegen können, damit sie auch nicht ganz zum Liegen komt.

Birgit, wenn ich mich krankschreiben ließe, würde ich sofort meinen Job verlieren, das geht überhaupt nicht:angry:
Hatte vor 6 Wochen einen Handgelenksbruch mit OP und musste dann nochmal operiert werden wegen einem Sehnenproblem und trotzdem hat mein Arbeitgeber von mir verlangt, das ich nach 3 Wochen wieder zu arbeiten habe.
Ich hätte Urlaub gehabt und zwei Tage vorher passierte mir der Unfall, also soviel leider dazu.:angry:
Was ich mir aber vorgenommen habe, wenn es dem Ende irgendwann zugehen wird, dann werde ich bei Oma sein und zwar mit gelben Schein, den wird mein AG dann nicht anerkennen wollen aber das werde ich durchsetzen!!
Die Zeit werde ich mir nicht nehmen lassen und sie soll nicht alleine sein, wenn es soweit sein wird. Obwohl ich mir gar nicht vorstellen kann und will, wie es wird wenn es dem Ende zugeht.
Sagt einem das der Arzt oder merkt man selber, das es nicht mehr lange dauert?
Bei der Krankheit wird das ja leider nicht plötzlich gehen oder? So wie abends einschlafen und dann nicht wieder aufwachen.
Kann da jemand was zu sagen?
Sorry für die Frage, aber ich habe das Gefühl mich vorbereiten zu müssen, wenn das überhaupt geht.

Elisabethh.1900
29.07.2012, 21:31
Liebe (r) Cuxland,

für jemanden,der dies noch nie getan hat, ist es natürlich schwierig, so einen Stomabeutel zu wechseln.
Wie ist denn die Bereitschaft des Pflegedienstes für Deine Großeltern zu erreichen?

In manchen Städten gibt es den Hausnotruf, den man kontaktieren kann, falls etwas passiert. Die Krankenkassen übernehmen auf Antrag die Kosten, zumindestens zum Teil.

Wenn Deine Oma über einen längeren Zeitraum nur wenig essen und trinken kann, wird sie natürlich immer schwächer und auch die Einstellung des Zuckers macht dann Schwierigkeiten.
Es gäbe die Möglichkeit, dass sie per Infusion (dies kann man über den Port anschließen)Flüssigkeit und Kalorien zugeführt bekommt. Dieses nichts essen und trinken zu können, stellt auch für die Betroffenen großen Streß dar.Ohne ausreichende Nahrung und Flüssigkeit wird sie natürlich weiter abbauen.
Bitte sprecht den Vertreter des Hausarztes darauf an, sollte er sich nicht darauf einlassen, dann könnt Ihr Euch auch an den Onkologen wenden.

Es ist sehr traurig, was Du über die Reaktion Deines Arbeitgebers auf Deinen Krankenschein schreibst.

Ich erlaube mir, Dich einmal still zuarmen,

Elisabethh.

cuxland84
29.07.2012, 21:46
Danke dir!:) Das tut gut.

Der Pflegedienst ist immer super gut über eine Telefonnummer zu erreichen. Hausnotruf haben sie auch, allerdings kümmern die sich nur im "Notfall" und nicht wenn so ein Malheur passiert.
Ist aber ja nicht schlimm solange der Pflegedienst da ist. Nur denn müssen meine Großeltern natürlich anrufen und nicht Stunden warten.... Na ja, ist nun passiert.

Das die Flüssigkeitszufuhr über den Port ginge mit Kalorien wusste ich gar nicht, dachte man braucht dann wieder eine Magensonde, aber das ist wahrscheinlich wieder was anderes. Danke dafür. Werde den Doc dann auf jeden Fall darauf ansprechen.

Tja, mein Arbeitgeber ist schon "menschlich". Wenn es mir aber auch immer schlechter gehen wird von der Psyche her, dann wird es nichts nützen. Ansich ist so eine Situation ja verständlich.

Was soll´s, es geht immer irgendwie weiter, selbst wenn es den Job nicht mehr gibt,oder? Ich muss mich jetzt auf Oma konzentrieren, solange ich arbeiten kann mache ich das und dann sehen wir weiter.
Doofe EInstellung was?!

cuxland84
30.07.2012, 22:19
Also wenn ich das hier teilweise lese, wie schnell manche Betroffene mit Lungenmetastasen verstorben sind, macht mir das große Angst.
Ich meine jetzt nicht "nur" mit Darmkrebs sondern allgemein die Lungenmetastasen.

Jetzt bloß nicht reinsteigern....

cuxland84
03.08.2012, 21:35
Ich bin soooo wütend auf meine Großeltern.:mad: Opa benimmt sich wie die Axt im Wald und schnauzt den Pflegedienst an, das es nicht mehr feierlich ist und Oma lässt sich von vorne bis hinten bedienen und schnauzt auch rum.
Man, man, man sie hat doch nichts mit den Händen, wenn der Pflegedienst ihr Brot hinlegt und sie sich das schmieren soll, wird sie bockig, soll geschmiert werden. Dann kommt der Dienst eigentlich gegen 21.00 Uhr nochmal um den Beutel zu leeren, den sagt sie ab und nachts oder morgens läuft das Ding natürlich über. Nur weil sie bockig ist wie ein Kind.
Meine Mutter kann den ganzen Scheiß dann aufwischen, waschen usw.
Oma könnte sich doch auch mal zeigen lassen, wie man den Stoma wechselt oder ausleert, nein ist leichter sich bedienen zu lassen. Dann ist sie ja so müde, gut holte meine Mutter ihr Energiedrinks aus der Apotheke mit leckerem Schoko-Geschmack. Den kann sie auf keinen Fall trinken, dann geht ihr Zucker ja in die Höhe!!!! Entschuldigung mal eben, die gute Frau ist todkrank hat nur noch Wochen oder Monate zu leben, dann ist doch wohl der Zucker scheißegal oder nicht. Da muss man doch eigentlich jeden Moment mitnehmen und auch mal sündigen.

Alles klar, sie ist schwerst Krebskrank, ist wirklich sehr schlimm, aber dafür können wir doch nichts. Verdammt das ist so schwierig. Einerseits weiß man, es dauert nicht mehr lange und dann ist man andererseits wütend über dieses Benehmen von Beiden.
Man kann doch nichts an der Situtation ändern, leider. Aber so benehmen muss man sich auch mit Krebs nicht.
Meine Mutter ist mit den Nerven am Ende und ich auf 180. So kann es auf Dauer nicht weitergehen.
Jetzt ist Oma zur Chemo im Krankenhaus für dieses WE. Sie konnte sogar mit dem Pfleger von Untersuchung zu Untersuchung laufen! Von uns lässt sie sich nur schieben oder liegt auf dem Sofa.
Ich weiß, was ich hier schreibe ist hart, wenn ich mir den Arztbrief ansehe sogar sehr hart aber so unfair kann man doch nicht sein. Dem Brief nach könnte ich nur heulen aber wenn ich dann diese bockigen alten Großeltern sehe bin ich nur noch wütend und sauer, das sie uns alles abverlangen und uns trotzdem alles an den Kopf werfen können.

Jutta
06.08.2012, 03:59
Hallo cuxland,

hast du denn garnichts verstanden?

Kannst du dir nur im geringsten vorstellen, wie es einem Menschen ergeht mit dem Gedanken "ich muß jetzt sterben" und mit so wenig Empathie um einen herum??? Mit dem Gedanken "ich sterbe" legt man sich nicht demütig und dankbar hin und wartet auf das was vielleicht kommt. Man hat das recht zu meckern, man hat das Recht wütend zu sein.

Ihr solltet Euere Einstellung der Oma gegenüber mal gründlichst überdenken!

Auch meine Worte klingen hart, denn was ich heraus lese hat nichts mit einem verständnisvollen und liebevollen Umgang zu tun. Holt euch ganz schnell Hilfe, damit die Oma in Würde ihre letzten Tage verbringen darf. Das hat sie verdient.

cuxland84
06.08.2012, 21:23
Jutta, wir machen nun wirklich alles für meine Oma und auch für Opa aber wir können nichts für diese verflixte Situation.
Wir machen uns vielmehr Gedanken, wie es werden soll, wie es weitergeht. Oma baut immer mehr ab, morgen kommt die Dame vom Pflegedienst und dann wird nochmal besprochen was meine Großeltern nun selber machen wollen und auch können und wobei sie Unterstützung brauchen.
DIe Stomatherapeutin war heute auch da und versuchte ihr nochmal zu zeigen wie die Wechselei und das Leeren geht aber meine Oma hat keine Kraft in den Fingern bzw. zittert sie auch und da dieser Beutel oder der Ring irgendwie "klicken" muss damit eben nichts passiert, ist es undenkbar das sie es alleine können wird.
Ich möchte eigentlich nur, das meine Oma die ihr verbleibende Zeit relativ gut verbringt und auch isst und trinkt was sie mag, eben ohne auf den Zucker zu achten weil der ist eh durcheinander weil sie ja eben nicht mehr so isst wie vorher.
Natürlich kann ich mich nicht in sie versetzen und es muss schrecklich sein, wenn man weiß, es kann nichts mehr für einen gemacht werden und man wird nicht mehr lange leben. Was es uns aber wahnsinnig schwer macht ist, das darüber überhaupt nicht gesprochen wird, weder von Oma noch von Opa kommt mal was wie es wird.
Ich würde "gerne" mal mit ihr gemeinsam weinen und ihr für die Zeit danken und das sie in meiner Kindheit für mich da war wenn meine Eltern arbeiten waren. Solche Ansätze will sie aber nicht hören. Und dann tut es weh, sie so verfallen zu sehen und tun zu müssen als wenn nichts wäre.
Jetzt hat sie eine Druckstelle von der Prothese, aber ihr Zahnarzt ist im Urlaub, wollte dann mit ihr zu einer Vertretung und das will sie nicht, da hat sie lieber Schmerzen und kann nicht richtig essen, was jetzt wichtig wäre um noch etwas bei Kräften zu bleiben. Sowas z.B. verstehe ich nicht, warum lässt sie sich dabei nun nicht helfen? Druckstellen tun höllisch weh.

Das meine vorherigen Antworten wenig bis gar nicht herzlich waren weiß ich, aber es ist auch nicht so, das ich Oma meine Wut an den Kopf knalle. Bin ja nicht verrückt und ich liebe sie.
Die ganze Situtation ist einfach für alle, besonders für Oma, nur schwer zu ertragen.

cuxland84
07.08.2012, 16:12
Heute sieht es ganz schlecht aus. Oma ist nur schwindelig und bis jetzt auch noch nicht aufgestanden.
Das Gespräch mit dem Pflegedienst kam auch nicht so zustande weil meine Mutter die Dame heulend in Empfang genommen hat. Meine Oma verweigert jegliche Hilfe, Insulin will sie selber spritzen, kann aber kein Zucker mehr selber messen weil sie zu schwach ist. Sie hat starke Schmerzen in der Schulter. Sitzt da schon wieder ein neuer Herd?
Unser Arzt kommt nun morgen zum Hausbesuch.
Der Pflegedienst sagte, er muss dann entscheiden ob sie ins KH kommt weil sie ja auch nichts mehr isst und trinkt. Sie bräuchte psychologische Hilfe und soll in einer Geriatrie wieder etwas aufgebaut werden laut Pflegedienst.

Merkt man eigentlich wenn es zu Ende geht? Sind wir da schon mittendrin?
Das geht alles so verdammt schnell.:embarasse

cuxland84
09.08.2012, 23:47
So, nun ist Oma seit heute abend wieder in der Klinik:embarasse
Sie hat von gestern auf heute rapide abgebaut und nichts mehr getrunken und gegessen.
Unser Hausarzt hat ihr gestern noch Blut abgenommen und meinte sie muss die Chemo verknusen und wieder zu Kräften zu kommen.
Gestern abend hat sie dann massiv erbrochen und hat das Trinken eingestellt und gezittert. Notdienst kam: Zucker entgleist.
Heute früh zitterte sie immer noch, ich wieder zum Hausarzt, er meinte könnte nichts machen außer sie muss trinken,trinken,trinken. Blutwerte sind miserabel, deutet alles darauf hin das der Tumor weiter wächst und sie hat ein beginnendes Nierenversagen:eek:
Dann ist sie heute nachmittag zusammgebrochen im Bad und dann haben wir mit ihr entschieden, das sie zum Aufbau wieder ins KH muss. Sie hat allerdings deutlich gesagt, das sie nicht mehr leben will, ich sagte ihr sie kann uns doch noch nicht alleine lassen wir haben sie sooo lieb. Und sie zitterte.
Im KH dann 39,1 Fieber, das erklärt ja den rapiden Unterschied zu gestern aber woher kommt das Fieber? Die wollten jetzt noch Röntgen aber ich bin nun nach hause gefahren, war von 19-23Uhr bei ihr und sie war auch schon halb am schlafen.
Warum muss sie so leiden? Ist das mit dem Fieber gut oder eher schlecht? Zerrt ja auch wieder am Körper.

Traurige Grüße
aus Cuxhaven

Arsinoe
10.08.2012, 00:06
Liebe Cuxland!
Ich kann dir deine Detailfragen leider nicht beantworten.
Ehrlich gesagt, weiss ich auch nicht, ob es viel bringt, sich Gedanken darüber zu machen, was nun ein gutes oder schlechtes Zeichen ist. Gut wofür?
Deine Grossmama stirbt.
Und Sterben ist nicht immer eine leichte Sache, sondern oft ein schmerzhafter Prozess, der über längere Zeit andauert. So habe ich das jedenfalls miterlebt bei einigen meiner Angehörigen, die gestorben sind. Nicht bei allen zum Glück. Manche durften auch ganz schnell gehen.
Es tut mir sehr Leid für deine Grossmama und euch, die ihr sie gern habt, dass sie nicht dieses Glück hat und so viel leiden muss.
Aber leider kann man sich das nicht aussuchen.
Sicher, es spricht für dich, dass du die Hoffnung nicht aufgibst und - wie mir scheint - immer noch voll auf "Kampf dem Krebs" eingestellt bist. Aber, das ist meine Meinung, irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es eher darum geht loszulassen.
Ich weiss, das ist sehr, sehr schwer!!!
Ich drück dich! :knuddel:
Arsinoe

Elisabethh.1900
10.08.2012, 00:14
Liebe(r) Cuxland,

es tut mir leid, dass es Deiner Omi inzwischen so schlecht geht, gut ist, dass sie wieder ins Krankenhaus kam. Das Fieber kann sehr viele Ursachen haben. Deine Omi ist durch den Krebs extrem geschwächt und so haben Infektionen ein leichtes Spiel, sie setzen dem Körper sehr stark zu.

Das Fieber kann z.B.von einer beginnenden Lungenentzündung kommen, Du erwähnst in Deinem Beitrag von heute abend, dass sie noch geröntgt werden soll. Auf einer Röntgenaufnahme der Lunge sieht man dies. Weitere mögliche Ursachen wäre eine Nierenentzündung. Der Zerfall des Tumors kann Fieber verursachen.

Man kann ihr gegen die Infektion Antibiotika geben, die Medikamente werden dabei sehr hoch dosiert.

Wenn eine Infektion im Körper ist, dann läßt sich meistens der Blutzucker nicht mehr richtig einstellen, die betroffenen sind entweder unterzuckert oder der Wert ist über viele Stunden sehr hoch. Fieber und die bisherige geringe Flüssigkeitsaufnahme führen schließlich zu einem Nierenversagen.

Bei Deiner Omi kommen zur Zeit sehr viele ungünstige Faktoren zusammen.
Man kann da im Krankenhaus einiges tun, dazu gehört z.B. die Gabe von Flüssigkeit und Nahrung als Infusion. Nur sollte man dabei ihre gesamte Situation berücksichtigen.

Es ist sehr gut von Dir, dass Du heute abend bei ihr gewesen bist.

Ich erlaube mir, Dich still zu umarmen und schicke ein großes Kraftpaket an Euch auf die Reise,

Tschüß,

Elisabethh.

cuxland84
10.08.2012, 00:33
Danke für eure Antworten!
Ich hoffe, das man sie nochmal aufbauen kann und sie dann einigermaßen mobil wird.
Ich sehe das so, an diesem Krebs wird sie sterben aber einem Nierenversagen kann man entgegenstehen, da kann man was tun.
Ich habe unseren Hausarzt gefragt, wie es wird wenn wir sie jetzt so lassen und dann wird sie ja unweigerlich innerhalb der nächsten Tage gehen. Er sagte, die Option ist sehr qualvoll also blieb uns nur die Klinik.
Ich möchte ihr aber den Wunsch erfüllen, zu Hause zu versterben. Im Moment steht aber das Kämpfen vorne. Wenn das Fieber runter ist, geht´s ihr ja vielleicht schon "besser" und sie bekommt jetzt ordentlich Flüssigkeit.

Wir waren heute kurz an dem Punkt eine Patientenverfügung zu schreiben um jegliche Behandlung abzulehnen weil sie ja nicht mehr wollte/will. Aber ich denke die Klinik war jetzt erstmal die bessere Variante. Wenn es ihr vielleicht wieder besser geht, dann nimmt sie ja auch vielleicht den Kampf nochmal auf.

Arsinoe
10.08.2012, 00:37
Nochmal hallo, liebe Cuxland!
Vielleicht habe ich vorhin etwas gar harte Worte gewählt. Ich hoffe, dass ich dich damit nicht noch trauriger gemacht habe. Es war jedenfalls nicht meine Absicht. :pftroest:
Wie Elisabeth schon sagte: Es war sehr gut, dass du bei deiner Oma warst heute Abend!
Ich hoffe, du findest noch etwas Ruhe diese Nacht!
Arsinoe

Elisabethh.1900
10.08.2012, 00:47
Liebe Cuxland,

es ist eine schwierige Situation entstanden und man sollte gemeinsam mit Deiner Omi entscheiden, ob und wie eine weitere Behandlung aussehen soll.
Man kann sie behandeln, in dem man Medikamente (Antibiotika gegen die Infektion) und Flüssigkeit gibt, um ein Nierenversagen zu verhindern oder man gibt ihr nur Medikamente gegen die Schmerzen und tut nichts mehr gegen die Infektion.

Elisabethh.

cuxland84
10.08.2012, 21:46
Danke nochmal ihr Beiden:)
Ich glaube, wir haben den Zeitpunkt verpasst, wo wir mit ihr zusammen hätten entscheiden können.
Sie bekommt jetzt Flüssigkeit und ein Antibiotikum, Schmerzen hat sie keine. Aber sie zittert so sehr. Sie kann seit gestern auch nicht mehr richtig sprechen, auch nur so zitterig und ganz komisch. Es ist so, als wenn sie gar nicht mehr alles so mitbekommt.
Habe sie 3 mal gefragt ob ich ihr Telefon anmelden soll, damit Opa sie anrufen kann und sie sagte ja. Als ich dann an der Rezeption war sagte meine Mutter zu ihr, kannst du überhaupt tel weil du ja so schwach bist, da sagt sie nein.
Telefon und Fernsehen hat sie nun trotzdem, damit sie wenigstens ein bisschen TV gucken kann oder hören zumindest.
Sie kann kaum die Schnabeltasse halten vor lauter zittern.
Die Ärztin sagte heute, sie ist nicht mehr in kritischem Zustand und wird an der Sache jetzt wohl auch nicht versterben.
Puh, einerseits erleichternd aber ich weiß ja nun auch seit gestern von ihr, das sie nicht mehr leben will. Kann ich ja auch verstehen, das ist so doch auch kein Leben mehr. Sch.... Krebs.:mad::mad::mad::mad::mad::mad:
Ich glaube die Chemo nächste Woche kann man wohl als erübrigt ansehen oder?
Sie soll wenn zu hause sterben, meine Mutter macht sich nur Gedanken wie es zu Hause gehen soll, denn nun ist Oma bettlägerig.
Aber in ein Heim- NEIN, dann hätte sie unsere Aktion gestern mit KH als Abschieben gesehen und sie soll nochmal nach Hause, hat sich ja noch gar nicht verabschieden können.
Wenn ich mich jetzt krankschreiben ließe und sie dann nach Hause kommt, was müsste ich gewährleisten um die Pflege sicherzustellen? Mit dem Pflegedienst natürlich. Wir wohnen ja nur drei Blocks auseinander.

Mir geht das jetzt viel zu schnell, dachte wir haben noch ein paar Monate oder wenigstens Wochen aber es sieht nach Tagen aus.:weinen:

Arsinoe
11.08.2012, 13:02
Liebe Cuxland!
Es tut mir sehr leid, dass deine Oma, du und deine Familie so viel leiden müssen! :pftroest:
Was das Entscheiden mit deiner Oma zusammen angeht: Deine Oma hat gesagt, dass sie sterben möchte. Ich denke, das sagt man nicht einfach so und man sollte es ernst nehmen. (Ich als Patientin wünsche mir das jedenfalls.)
Wie bereits gesagt, irgendwann ist es Zeit, loszulassen. Ich habe eine ähnliche Situation mehrmals erlebt. Der Moment, als klar war, dass es nun ans Abschiednehmen geht, war zwar sehr hart, aber gleichzeitig auch eine Art Erleichterung für alle. Wir hatten eine sehr intensive Zeit zusammen, die zwar traurig war, aber auch schöne Momente bescherte.
Meine Lieben, die "langsam" gestorben sind, waren am Schluss alle im Krankenhaus. Weder sie noch wir Angehörigen empfanden das als negativ. Wir konnten uns ganz auf das Wesentliche konzentrieren und mussten uns nicht mit der Pflege, die ja alles andere als einfach ist, herumschlagen.
Wenn es deiner Oma und euch Angehörigen jedoch ein wichtiges Anliegen ist, in dieser Zeit zu Hause zu sein, dann ist das natürlich anders. Ich denke, es ist dann wichtig mit der ambulanten Pflege ein möglichst gutes Abkommen zu treffen, so dass ihr euch nicht allzu sehr damit belastet. Ich weiss leider nicht, wie gut das klappt, da ich nie in der Situation war. Ich drück dir und deiner Familiie die Daumen!
Arsinoe

cuxland84
11.08.2012, 22:38
Hallo Arsinoe!
Danke für deine Worte.
Heute ging es ihr nun wieder etwas besser. Sie zittert nicht mehr so und kann wieder selbstständig trinken, hatte ihre Brille auf, und auch mal wieder gelächelt. Ich weiß das ist kein Zeichen dafür, das wieder alles gut wird aber es ist etwas erleichternder damit umzugehen und Oma so zu sehen. Und sie hat keine Schmerzen und auch kein Fieber mehr.
Ich habe versucht noch eine zusätzliche Woche Urlaub zu bekommen, das ist natürlich nicht möglich, bei der Firma hätte ich mir das denken können. So habe ich noch nächste Woche frei aber bis Dienstag oder Mittwoch bleibt sie ja auch noch im KH. Mir geht´s ja um DANACH. Arbeiten und sie pflegen das schaffe ich definitv nicht. Bin 40 Stunden am Arbeiten und dann habe ich ja auch noch ein Leben, was ich gerne im Moment hinten an stelle aber meine Katzen brauchen mich auch mal und nicht nur schlafend.
Ist verzwickt. Ich will meine Oma nicht im Stich lassen, will für sie da sein, aber mein Arbeitgeber lässt das nicht zu.:mad:
Opa ist natürlich auch überfordert, völlig verständlich. Seit ich mich mehr einbringe habe ich für Beide mehr Verständnis und mir ist klar geworden, das ich alle Beide nicht alleine lassen werde!!!! Weiß eben nur noch nicht, wie man das nun unter einen Hut kriegt.

Weißt du dazu was? Jemand anders hier?
Schönen abend noch.

Gruß
die cuxland

Arsinoe
12.08.2012, 19:28
Liebe Cuxland!
Es freut mich, dass es deiner Oma wieder etwas besser geht!
Deine Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Ich war nie in der Situation. Ausserdem lebe ich erst seit kurzem in Deutschland. (Ich komme aus der Schweiz.) Deshalb weiss ich nicht so genau, wie die Situation in Sachen häusliche Pflege hier ist.
Ich persönlich denke, es wäre eine Überforderung neben dem Job auch noch die Pflege deiner Oma zu übernehmen. Du musst auch auf deine eigene Gesundheit achten!
Ich wünsche euch, dass ihr eine gute Lösung findet!
Herzliche Grüsse
Arsinoe

cuxland84
12.08.2012, 20:47
Heute war Oma wieder schlecht zu wege. Sie bekommt nun auch noch Sauerstoff:weinen:
Wir müssen nun damit rechnen, dass sie bald verstirbt. Ich kann das gar nicht glauben, was ich hier gerade schreibe, sie wird sterben.
:weinen::weinen:
Meine Mutter hat irgendeinen Infekt, jedenfalls 38,8 Grad. Vielleicht hat sie sich bei Oma angesteckt mit Magen-Darm?? Oma hatte ja auch Fieber und Erbrochen. Oder es ist mit psychisch bedingt-ich weiß es nicht.

Es ist so ein Auf und Ab. Gestern ging es ihr besser und heute wieder viel schlechter. Oma ist so grau im Gesicht. Mal sehen, was die Ärzte morgen sagen.
Die Schwestern und Pfleger auf der Onkologischen Station sind sehr nett und bemühen sich auch um meine Oma. Aber sie will nicht mehr und sie ist nur noch müde. Die Schwester sagte heute, solange man sie schmerzfrei halten kann, ist es ok aber sie ist in einem kritischen Zustand und es kann jetzt eben jederzeit kippen. Sie atmet auch schwerer und es ist ein rasseln zu hören.

Arsinoe
12.08.2012, 22:35
Ich wollte, ich könnte dich trösten, arme Cuxland! :knuddel:

cuxland84
12.08.2012, 22:52
Danke dir!
Ich kann es mir nicht vorstellen, das sie bald nicht mehr da ist. Das ist so unwirklich.
Das es soooo schnell geht. Anfang Juni war die Welt doch noch in Ordnung, dann die Op und seitdem geht es nur noch bergab. Es sind nicht mal 8 Wochen dazwischen. Langsam glaube ich, das wirklich was dran ist an dem Mythos wenn erstmal Luft an den Krebs gekommen ist und nichts mehr operiert werden kann, dass er dann quasi explodiert und es so verdammt schnell geht.
Als ich mich heute verabschiedet habe und gesagt habe:bis morgen kam nichts sonst hat sie ja gesagt aber heute kam keine Reaktion, das macht mir Angst.

cuxland84
13.08.2012, 13:25
Mir graut es vor heute nachmittag. Dann besuchen wir Oma. Ich habe kein gutes Gefühl.
Wir sollen dann mit einem Arzt sprechen, kein gutes Zeichen oder? Entweder entlassen sie Oma oder es ist soweit. Ich habe Angst:(

Elisabethh.1900
13.08.2012, 15:21
Liebe(r) Cuxland,
ich erlaube mir Dich virtuell zu umarmen und wünsche Dir für das heutige Gespräch mit dem Arzt ganz viel Kraft.

Tschüß,

elisabethh.

cuxland84
13.08.2012, 21:41
Danke dir!
Heute haben wir den Arzt nicht erwischt. Aber morgen haben wir einen Termin mit dem Sozialdienst des KH und dann ist wohl ein Arzt da. Die sagten am Besten morgens und um 9.00 Uhr haben wir den Termin also ist ja eine Chance da.

Gestern abend hat Oma noch selber Pfirsich gegessen und heute war es noch schlechter als es gestern schon war.
Sie atmet schneller und sieht irgendwie komisch aus. Sie kann nicht mehr sprechen, da kommen nur noch Fetzen geflüstert, die wir eher nicht verstehen weil sie auch ihre Prothesen nicht mehr drin hat. Sie sah aufgedunsen im Gesicht aus. Warum? Warum kann sie jetzt nicht mehr sprechen? Warum muss sie sich jetzt so quälen?
Habe heute zu ihr gesagt, wir sehen uns morgen früh wieder und da nickte sie.
Das Schlimme ist wirklich jetzt da zu stehen und nichts mehr machen zu können, man kann ihr nichts abnehmen, nur zugucken wie sie immer weniger meine Oma wird. Grausam:cry:

Arsinoe
13.08.2012, 21:45
Ja, es ist grausam, liebe Cuxland. :(
Ich wünsche dir, dass du genug Kraft hast, all das durchzustehen und alles Gute für das Gespräch morgen! :pftroest:
Arsinoe

cuxland84
15.08.2012, 22:06
Nun ist es amtlich. Laut Professor müssen wir uns auf das Schlimmste einstellen.:weinen::weinen:
Sie bekommen die Infektion nicht in den Griff, nun bekommt Oma noch ein Superantibiotikum aber die Lage ist lebensbedrohlich. Sie hat auch Gerinnungsstörungen und an Chemo ist bei einem Infekt nicht zu denken. Wahrscheinlich kommt der Infekt von der Lunge.
War heute bei ihr, sie bekommt es mit aber antworten oder überhaupt reden ist nicht möglich. Wahrscheinlich habe ich einen Fehler gemacht, habe an ihrem Bett geweint und sie hat es mitbekommen, aber diesem Leiden zugucken müssen ist hart und da überkam mich ein Heulanfall. Habe ihn so gut es ging unterdrückt und erst beim verabschieden kam draußen alles raus.:embarasse
Zu ihr habe ich gesagt: bis morgen! und sie nickte. Opa war heute auch noch bei ihr, aber der will es nicht wahrhaben, das es wohl wirklich auf das Ende herausläuft.
Ich schaffe es auch nicht ihr zu sagen, das sie ruhig gehen darf.
Ich will nicht das sie stirbt, manchmal gibt es doch Wunder. Warum soll sie nicht mal so ein Wunder erleben dürfen??

cuxland84
16.08.2012, 14:02
Wir wissen jetzt, dass Oma einen Harnwegsinfekt hat. Sie bekommt jetzt ein AB dafür. Aber es sieht sehr schlecht aus. Sie soll noch einen Katheter bekommen weil sie zu wenig Urin ausscheidet und sie hat eben die Gerinnungsstörung.
Morgen hat mein Opa Geburtstag.
Meine Mutter war heute morgen bei Oma und sagte, dass ich noch vorbeikomme aber das will sie nicht und meinen Opa will sie auch nicht sehen.
Bis zum 21.06.12 war alles "in Ordnung" und nun müssen wir uns langsam damit abfinden, das es wohl kein Wunder geben wird.
Gestern war Opa ja auch noch im Krankenhaus und fragte sie, ob sie wirklich nicht mehr will und sie schüttelte den Kopf, willst du wirklich nicht mehr leben, sie schüttelte den Kopf.
Hält man sich jetzt daran, das sie mich nicht mehr sehen möchte? Ist ihr Wunsch oder?
ABer ihr Mann wird sie, wenn es für Oma ein Morgen gibt, besuchen. Das kann ich verstehen. Heute wollte er sowieso nicht.

Ich fahre nachher mit meiner Mutter mal nach Bremerhaven um mal was anderes zu sehen und uns abzulenken. Man kann ja nichts tun. Schade,das ich nichts positives mehr schreiben kann.:sad:

Elisabethh.1900
16.08.2012, 20:33
Liebe Cuxland,

mein Rat wäre, gehe trotzdem zu Deiner Omi, sage ihr, dass Du da bist und es für Dich wichtig ist, zu ihr ins Krankenhaus zu gehen.
Du kannst Dich auch still ans Bett setzen,ihre Hand halten und einfach nur da sein. Ich bin mir ganz sicher, dass Du dies heute bereits getan hast. Die Omi weiß, dass Du sie ganz toll lieb hast.
Heute abend möchte ich Dir noch ein großes Kraftpaket auf die Reise schicken,

Tschüß,

Elisabethh.

Arsinoe
16.08.2012, 23:39
Ich drück dich auch nochmal ganz fest, liebe Cuxland! :pftroest:

cuxland84
17.08.2012, 20:55
Oma ist heute mittag gestorben.:cry::cry::cry::cry:
Ich kann das gar nicht fassen, was ich hier schreibe. Sie ist tot.
Heute morgen sagte uns die Ärztin es geht jetzt zu Ende, entweder heute oder morgen wird sie sterben. Wir haben gebetet, dass sie es noch bis morgen schafft und nicht an Opa´s Geburtstag stirbt, leider war ihre Kraft um 11.15 zu Ende.
Genau 7 Wochen nach der Diagnose.


Traurige Grüße aus Cuxhaven

DanyB
17.08.2012, 21:20
Liebe Cuxland:pftroest:
Ich weiß, das Worte jetzt kaum trösten können.
Deine Oma hat sich nun auf ihre Reise gemacht,in euren Herzen lebt sie jedoch weiter. Ich wünsche dir viel Kraft für den Weg durch die Trauer.
Stille Grüße
Dany

cuxland84
17.08.2012, 21:20
Danke dir!
Aber es tuuuuut so schrecklich weh.
Diese scheiß Krankheit.

Ich glaube nicht, das die Zeit alle Wunden heilt, denke er, die Zeit macht es erträglicher mit dem unabwendbaren leben zu müssen.

Sorry

Arsinoe
17.08.2012, 21:57
Liebe Cuxland!
Das tut mir sehr leid für euch! :pftroest:
Für deine Oma war es vermutlich eine Erlösung. Sie muss jetzt nicht mehr leiden. Vielleicht kannst du darin eines Tages Trost finden.
Alles Liebe!
Arsinoe

cuxland84
17.08.2012, 21:59
Danke StomaMaus!!:pftroest:

Bin gerade nur völlig verzweifelt. Vor 8-9 Wochen war die Welt noch in Ordnung und nun ist Oma tot. Das kann ich nicht begreifen.
Und ich frage mich, ob es auch ohne OP und Chemo jetzt schon zu Ende wäre? Es heißt ja, wenn Luft an den Krebs kommt explodiert er, soll ein Mythos sein aber vielleicht würde sie´ja auch noch leben?!

Aber hätte,wäre und wenn nützen ihr nun auch nichts mehr. Leider

Arsinoe
17.08.2012, 22:12
Liebe Cuxland!

Es ist ganz "normal", dass du es nicht fassen kannst, dass deine Oma nicht mehr lebt. Ich denke, das geht allen Trauernden so. (Habs ja selber schon ein paar Mal erlebt.) :(

Ich weiss auch nicht, wie ich dich trösten könnte. Mir war damals jedenfalls nicht zu helfen mit irgendwelchen Worten. Es braucht seine Zeit, so etwas zu "verdauen".

Aber vergiss das mit der Luft - dann wäre ich jetzt tot. Es macht keinen Sinn, sich Gedanken zu machen, ob man anders hätte handeln sollen. Das macht dich nur zusätzlich verrückt.

Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich Gute!
Arsinoe

Toffy
17.08.2012, 22:26
Es tut mit so leid, mein aufrichtiges Beileid.
Deine Oma ist jetzt erlöst, sie hat keine Schmerzen mehr.
Dir und Deiner Familie wünsche ich ganz viel Kraft.

cuxland84
17.08.2012, 22:33
Ich danke euch!
Mein Problem ist mal wieder mein Arbeitgeber.:mad:
Habe ihn heute benachrichtigt, das wir einen Trauerfall in der Familie haben. Ich hatte ja die letzten zwei Wochen Urlaub.
Da sagt der doch glatt: dann erholen Sie sich man die nächsten 2 Tage und dann sehen wir uns Montag normal zur Arbeit.

Wir haben aber Montag erst den Termin mit dem Bestatter und dann auch noch mit dem Pastor, da kann ich nicht arbeiten. Problem ist, heute ist Freitag und die Behörden hatten zum Zeitpunkt des Todes meiner Oma so gut wie zu. Sie kommt also vor Montag nicht aus dem KH raus und zum Bestatter. Ich möchte sie unbedingt nochmal sehen, meint ihr das ist möglich obwohl das WE dazwischen ist??
Ich habe meine Gedanken überall aber nicht bei der Arbeit.
Heute bekamen meine Mutter, Opa und ich Beruhigungstabletten. Wir wussten der Tag kommt, aber es ist unbegreiflich und nur zum Heulen.
Wie soll man da arbeiten? Das schaffe ich nicht. Echt nicht.

Arsinoe
17.08.2012, 23:01
Hallo Cuxland
Ich weiss nicht wie das in DE ist (bin ja ursprünglich aus der Schweiz), aber bei Trauerfällen von nahen Verwandten bekommt man bei uns frei. Und das Wochende wird da logischerweise nicht mitgerechnet! Was für ein seltsamer Arbeitgeber!!! Gelinde gesagt.
Wenn ich dich wäre, würd ich mich notfalls krank melden. Schliesslich kann man so nicht arbeiten!!! Was hat der im Kopf? :smiley11:
Also echt! Man kann sich immer nur wieder an den Kopf greifen.
Lass dich von solch einem Irren nicht verrückt machen. Natürlich geht deine Familie vor!
:pftroest:
Arsinoe

cuxland84
17.08.2012, 23:14
Wir haben nur keinen Tarifvertrag wo das geregelt wäre.
Ist mir momentan aber auch egal. Ich bleibe Montag auf jeden Fall zu hause oder auch bis Mittwoch.
Erstmal muss das Heulen nachlassen. Fühl mich wie in Watte, alles ist so weit weg und doch da und nah.
Ich möchte aus diesem Traum aufwachen. Oh man.
Will Oma nochmal sehen, vielleicht verstehe ich dann was heute passiert ist.
Sie ist weg, für immer, ich hätte ihr noch soviel sagen wollen:(:(

beowulf
18.08.2012, 00:09
Hallo Cuxland,
ich habe immer wieder still bei dir mitgelesen und wünsche dir darum mein aufrichtiges Beileid, und wenn es auch nur ein schwacher Trost ist, so geht es ihr jetzt bestimmt besser und sie muß keine Schmerzen mehr ertragen, und mache dir jetzt keine Vorwürfe, weil du glaubst ihr hättet wegen der OP und Chemo anders entscheiden sollen,das macht dich nur zusätzlich verrückt, um es mit Arsinoes Worten zu sagen.
Wenn du deine Oma nochmal sehen möchtest, würde ich einfach mal im Krankenhaus nachfragen ob es möglich wäre, sonst wirst du sie wahrscheinlich erst bei der Überführung wiedersehen, aber ich denk mal, daß macht jeder Bestatter und jedes Krankenhaus anders, und in solchen Fällen wo die Angehörigen sie nochmal sehen möchten gibt es auch eine Möglichkeit.
Auch hoffe ich für dich, daß dein Chef etwas mehr Mitgefühl, wegen deiner momentanen Lage zeigt, und dir ein paar Tage frei gibt, damit du deine Mutter und Opa in diesen schweren Tagen unterstützen kannst, darum wünsche ich dir, und deiner Familie ganz viel Kraft für die Zeit, die vor euch liegt.
LG Jens

Alpenveilchen
18.08.2012, 10:35
Liebe Cuxland,

auch von mir herzliches Beileid zum Tod Deiner Oma.

Was Deinen Arbeitgeber betrifft, so möchte ich mich Jens anschliessen. Manchmal muss man einfach deutlicher werden. Bitte Deinen Arbeitgeber ganz konkret darum, dass Du Montag bis Mittwoch zu Hause bleiben kannst und begründe das damit, dass Du Deiner nächsten Familie jetzt beistehen musst und zu Hause dringend gebraucht wirst, samt dass Du wegen Deiner eigenen Trauer auch nicht im Stande bist, zu arbeiten. Es gibt eben leider immer wieder Leute, die das von selbst nicht verstehen.

Ganz viel Kraft für die nächste Zeit
wünscht Dir das Alpenveilchen

Hilde 63
18.08.2012, 13:59
Liebe cuxland
ich habe bei dir mitgelesen und wünsch euch allen für die nächste Zeit ganz viel Kraft.
Meinem Freund ist das gleiche im selben Zeitrahmen passiert, nur bei ihm war es der Vater.
Zum Schluß war es das größte Zeichen von Liebe ihn in Frieden gehen zu lassen - er konnte nicht mehr.
Hier im Kh war es kein Problem den Verstorbenen noch einmal zu sehen, die Atmosphäre ist beim Bestatter allerdings "angenehmer" ( weiß nicht wie es sagen soll). Außerdem sind die Angehörigen da allein und der Leichnam ist hergerichtet. Das hat mir den Abschied sehr erleichtert.
Ich wünsch euch allen alles Liebe und viel Kraft.
Hilde

berliner-engelchen
18.08.2012, 15:42
Liebe Cuxland,


mein aufrichtiges Beileid.
Es gibt kaum etwas, was tröstet. Das dauert einfach und man kann es sich nicht vorstellen, dass es besser wird. Du wirst das schaffen.

Deine Oma hatte ein gutes und langes Leben gelebt. Ihr hattet sehr viel Zeit zusammen. Sie hat in ihrem Leben das erleben dürfen, was wichtig ist: ihre eigenen Kinder aufwachsen sehen und Dich als Enkeltochter.
Jeder Weg ist irgendwann zu Ende, das gehört zum Lebensweg dazu.

Alles "hätte und wenn" hilft Dir nicht weiter. Den Weg, den ihr gegangen seid, war richtig, denn ihr habt euch dazu entschlossen. Auch ohne ein Op kann es sehr schnell mit dem Versterben gehen, da die Organe schnell infiltriert werden und es zu organversagen (Leber, NIere, Herz) kommt.
Es ist nichts falsch an dem, wie ihr diesen Weg genommen habt. Es hätte nicht anders sein können oder besser. Denn es ist jetzt wie es ist.

Du bewahrst Dir das Andenken an einen Menschen, den Du sehr geliebt hast.
Du hattest viele viele Jahre mit ihr und - obwohl wir immer wollen, dass es noch länger geht - wir müssen akzeptieren, dass es ein Ende in unserem Beisammensein gibt.

Ich erzähle Dir das vor dem Hintergrund, dass ich meinen Vater verloren habe: 10 Tage nach Diagnosestellung ist er an LungenKarzinom verstorben, die Ärzte hatten ihm noch ein paar Monate gegeben. Ich war durch nichts auf diesen plötzlichen Tod vorbereitet und als ich ihn gefunden habe, konnte ich nichts anderes tun als weinend zusammenbrechen mit den Worten: aber doch bitte nicht sooooo.
Erst viel später konnte ich wieder so viel Liebe für ihn spüren, dass ich mir sagen kann: es ist ihm durch diese Embolie (häufige Begleiterscheinung jeder Krebserkrankung) so viel Leid erspart worden. Ich "gönne" ihm diesen schnellen Tod ohne Abschied. Mein letztes Bild ist der Abend davor, da er mir beim Stillen meines Sohnes, seines heißersehnten ersten Enkelsohnes zugesehen hat. :weinen::weinen::weinen:
Es brauchte lange Zeit, bis ich dieses Zusammentreffen von gerade beginnendem Leben und scheidendem Leben ertragen konnte. NOch heute krampft sich mein Herz zusammen. ....

Ich wünsche Dir für die Zukunft alles Gute.

Noch ein "handfester" Rat: jeder gute Hausarzt wird Dich aus psychischen Gründen mindestens eine Woche krankschreiben. Das solltest du in Anspruch nehmen. Niemand darf Dir die Zeit nehmen zu trauern.

LG
Birgit

cuxland84
18.08.2012, 21:30
Vielen lieben Dank für eure Worte und euren Beistand!:)
Tatsächlich bin ich nun erstmal bis Mittwoch krankgeschrieben. Ich kann so nicht arbeiten und meine Familie braucht mich und ich sie. Ich muss immer mal wieder weinen und das ist auf der Arbeit ja nun schlecht.
Meine Mutter!!! hat meine Krankmeldung in die Firma gebracht mit den Worten:" dies ist die Krankmedung MEINER Tochter." Glaubt ihr, die Leute da, ich kann das schon nicht mehr anders nennen als Leute, die haben ihr kein Beileid gewünscht:mad::mad::mad::mad: Nein warum auch?! War ja auch nur ihre Mutter. Wahrscheinlich kann ich mir dann wohl nen neuen Job suchen. Aber meine Familie geht vor, und gestorben wird auch nur 1x. Und dieses eine Mal werde ich mit Sicherheit nicht arbeiten.

AUßerdem, ja trauern, ich weine viel aber ich kann es nicht begreifen, das Oma "weg" ist. Das ist so unwirklich wie durch einen Schleier oder Watte oder auf jeden Fall komisch.

Opa geht es einigermaßen. Besser als gedacht. Ich weiß nicht, denke mal er trauert irgendwie für sich allein oder das kommt alles noch später??
Montagmorgen um 9.00 kommt der Bestatter. Im KH haben sie Oma die Prothesen nach ihrem Tod nicht eingesetzt. Die Dame vom Bestattungshaus sagte es wäre eventuell noch möglich weil sie ja eigentlich noch sehen wollen. Sie meinte aber auch, das ohne Zähne Oma´s Bild nicht so wahnisnnig entstellt wäre. Aber da denkt man als Angehöriger ja nun nicht drüber nach, wenn die Nachricht kommt, das sie verstorben ist, das die ihr die Zähne einsetzen sollen:confused:. Jedenfalls nicht als 1. Und dann sagte die Dame noch, das wir, also sie, erstmal sehen muss, wie Oma sich jetzt verändert hat. Ob es für uns sinnvoll ist, sie noch einmal zu sehen?
Ich möchte unbedingt. Wenn sie aber sagen sollte, ist nicht mehr ein guter Anblick kann man darauf vertrauen??

berliner-engelchen
18.08.2012, 22:48
Guten Abend,

es gibt Kulturen, da gehört es dazu, mehrere Tage am Totenbett zu sitzen.
In vielen, selbst europäischen Kulturen, ist es selbstverständlich, dass alle sich verabschieden am offenen Sarg.
Meine Meinung ist, dass jedem dazu das Recht eingeräumt werden sollte. Es hilft einem ungemein, zu verstehen, dass ein geliebter Mensch nicht mehr lebt, wenn man sehen kann, dass er nicht mehr lebt. Man behält ja alle Bilder im Kopf: als er gelebt hat, aber auch im Todeszustand. Dein Unterbewußtsein braucht das, um es begreifen zu können.

Deshalb höre auf deine innere Stimme und verabschiede deine Oma.
Ich kann den Kuss noch auf meinen Lippen erinnern, den ich meiner 99 jährigen verstorbenen Oma auf ihre kalte Stirn gegeben habe. Ich habe mit ihr gesprochen, als wäre sie noch am Leben und dabei innerlich verstanden, dass sie mich verlassen hat. Sie war einer der wichtigsten geliebten Menschen in meinem Leben.

Alles Gute :pftroest::pftroest::pftroest::pftroest:
Birgit

Kampfküken
19.08.2012, 17:40
Liebe cuxland!
Auch von mir mein aufrichtiges Beileid.
Ihr habt so gehofft und nun ging es doch so schnell zuende.
Jedes Wort wäre jetzt eh zuviel,deshalb nur:Ich wünsche Euch viel Kraft und bin in Gedanken bei Dir.Einen tröstenden Drücker :pftroest:
Kampfküken

cuxland84
19.08.2012, 22:12
Ich danke dir Kampfküken!

Ja, wir haben gehofft und nicht im Geringsten mit diesem schnellen Ende gerechnet. Vielleicht auch gut so? Sie hat eine Wohe gelitten, also wo es ihr richtig schlecht ging und wo sie deutlich sagte, dass sie nicht mehr leben will.

Wir haben ihr über den Arm gestreichelt und versucht ihr Mut zu machen und das sie kämpfen soll, aber das wollte sie schon letzte Woche nicht mehr bevor wir den Krankenwagen riefen.:(

Was mich im Moment fertig macht ist die Aussage unseres Hausarztes. Wir sollen Oma so lange wie möglich zu Hause lassen, wenn sie erstmal ins KH kommt wird sie sich aufgeben.
Und ich habe den Krankenwagen gerufen weil sie zusammengebrochen ist!!! Ich hoffe, das es Blödsinn ist, das ich mir die Schuld an ihrem Tod gebe. Ich "hoffe", das es sonst auch so gekommen wäre mit dem Tod, vielleicht nur schneller weil keine medizinische Hilfe in dem Sinne gewesen wäre, also kein AB und Flüssigkeit und Gerinnungsmittel und diese Dinge.
Das habe ich nicht gewollt, ich dachte die päppeln Oma dort auf und dann geht es so weiter mit der Chemo. Aber ich wollte doch nicht, das sie stirbt!!!:embarasse

So jetzt ist es raus, was mich seit ein paar Tagen belastet.

Arsinoe
19.08.2012, 23:00
Liebe Cuxland
Deine Oma ist nicht gestorben, weil sie ins KH musste. Sie ist gestorben, weil sie sehr schwer krank war.
Sie wollte zudem nicht mehr leben.
Das ist alles sehr hart und schwer zu begreifen, ich weiss.
Aber du trägst absolut KEINE Schuld!!!!!!!!
Du hast alles für deine Oma getan, was du konntest. Wirklich alles!
Bitte versuche damit aufzuhören, dir Vorwürfe zu machen.
:pftroest:
Arsinoe

cuxland84
19.08.2012, 23:11
Ich versuche es.:o
Aber es ist wirklich nicht zu begreifen, das es Oma nicht mehr gibt.
Sie hat uns hier allein gelassen. Ich weiß, dass sie auch nichts dafür kann, aber ich hasse diesen scheiß Krebs! Er allein ist Schuld.
Dann dieser Infekt,grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr...
Schwanke hier zwischen weinen, Wut, Ironie.
An Arbeiten ist gar nicht zu denken. Zum Glück habe ich bis mittwoch ja auch Ruhe, aber ob das reicht????

Bei meinen anderen Großeltern hat es mich doch nicht so mitgenommen. Warum denn jetzt?? Weil ich älter bin? Mehr Verstand habe? Alles mitbekommen habe? Ich steigere mich da auch rein, aber in der Jugend habe ich am Tag des Sterbens und dann bei der Beisetzung geweint aber doch nicht immer und immer wieder zwischendurch.
Tabletten brauchte ich auch nicht.
Kind müsste man sein. Ganz klein und nicht hören, sehen und mitkriegen.

cuxland84
20.08.2012, 14:19
Meine Güte ist das alles heftig:eek:
Sarg, Urne, Blumenschmuck. Das Gespräch mit dem Bestatter lief gut. Wir haben alles in Ruhe aussuchen können. Die Traueranzeige kommt Mittwoch in die Zeitung.
Die Beisetzung ist nächsten Dienstag, am 28.08.
Wir haben uns für eine Urnentrauerfeier entschieden mit anschließender Beisetzung. Es ist zwar egoistisch aber dann haben wir diesen schweren Gang nur einmal vor uns.
Morgen früh kommt der Pastor zum Gespräch und morgen nachmittag suchen wir eine Grabstelle gemeinsam aus.
Den meisten Papierkram macht der Bestatter.
Oma ist auch schon überführt worden. Aber wir sollen sie nicht mehr ansehen. Sie soll sehr schrecklich aussehen:cry::cry: Das Wasser, welches ja immer höher stieg, tritt jetzt schon aus ihrem Körper aus und das Gesicht ist sehr in Mitleidenschaft gezogen durch diese Austritte:embarasse
Ich finde es sehr schade aber ich möchte sie auch so in Erinnerung behalten, wie ich sie kannte. Es ist nicht mehr der Mensch, den wir kannten. Und ich glaube, wir sollten auf den Bestatter vertrauen, wenn der auf jeden Fall abrät.
Abschied nehmen, es wäre ein Abschluss geworden und man hätte es fassen können vielleicht.
Weil das was wir heute morgen gemacht haben, war sehr unwirklich. Da guckt man sich ein Buch voller Särge und Urnen an und denkt, es ist alles nur ein Traum. Aber es ist keiner. Verdammt.

Dann komme ich nach Hause und ein Anruf in Abwesenheit.
Richtig!!! Mein Arbeitgeber. Ob er denn Donnerstag wieder mit mir rechnen kann. Es ist ja traurig aber ich habe ja auch einen Beruf, das soll ich nicht vergessen:smiley11:
Ach!? Mein Gott. Ich weiß doch jetzt noch nicht, ob ich Donnerstag wieder arbeiten kann?!
Mir wäre es ehrlich gesagt lieber, erst nach der Beerdigung wieder arbeiten zu müssen. Ich schaffe das nicht. Ok, es war "nur" meine Oma aber deswegen kann ich doch auch trauern und brauche ein wenig Zeit. Tod und gut, das kann ich nicht und das will ich auch nicht. Nicht nach den letzten Wochen.

Im Moment habe ich das Gefühl, das außerhalb meiner Wohnung nur herzlose Menschen laufen. Hier werde ich doch auch verstanden, warum denn nicht von meinem Chef. Es ist ein wichtiger Mensch gestorben. Ich kriege die Krise.:mad:

berliner-engelchen
24.08.2012, 21:25
Hallo Cuxland,

versteh mich bitte nicht falsch, aber ich wollte noch etwas hinzufügen.
Ich habe Eure Geschichte ja immer verfogt und losgelassen hatte sie mich nicht und ich weiss jetzt warum. Ich habe mich nicht getraut, dich zu kritisieren.

Ich finde, dass Du Dich während der Sterbephase deiner Oma immer nur um dich selbst gedreht hast. Dieses Forum ist zwar der Ort, um Kraft, unterstützung und Aufmerksamkeit von anderen zu bekommen, aber ich bin der ansicht, dass man dies erhält, um anderen wiederum besser beistehen zu können. In diesem Fall deiner Oma.

Ich hatte das Gefühl, Du hast ein vorgefasstes, ziemlich klischeehaftes Bild, wie sich ein Sterbender verhalten soll. Und warst wütend, traurig, unverständnisvoll als deine Oma sich anders verhalten hat als Deine Bilder im Kopf das vorgaben.
"Sie hat uns hier allein gelassen." "Es ist nicht mehr der Mensch, den wir kannten." Immer wieder störte mich das in deinen Schilderungen: sie entsprach durch die Krankheit nicht DEINEN Vorstellungen.
Aber das, was uns wachsen läßt in einer solchen Situation, dass wir über uns hinauswachsen und uns jenseits dessen bewegen, was wir kennen. Leider hast Du meiner Beobachtung nach eine bestimmte Oberflächlichkeit der Betrachtungsweise der Sterbesituation nie verlassen ... und bist meiner Empfindung nach Deiner Oma und ihren schweren Stunden nicht gerecht geworden ...

Sorry der harten Worte, aber ich wollte die Geshcichte auch für mich zum Abschluss bringen.
Ich finde zudem, dass Du Dich nie gefragt hast, was all die Menschen, die sich hier im Forum um dich gekümmert haben, selbst tragen müssen, selbst für ein eigenes, meist schweres Schicksal haben. Ab und an ein Dankeschön an all die lieben Zuschriften ... aber auch keine Anteilnahme. Auf eine Art bist Du sehr Ego-zentriert.

Birgit

cuxland84
25.08.2012, 19:23
Wunderbar!
Das habe ich zu meinen Schuldgefühlen jetzt noch gebraucht!

Ohne Worte

Kampfküken
10.09.2012, 14:58
Liebe cuxland!
Ich habe in letzter Zeit viel an Dich gedacht unf frage mich,wie es Dir jetzt wohl gehen mag?!
Deine Oma hat jetzt ihre ewige Ruhe und Du sicherlich noch immer dran zu knabbern,daß sie nicht mehr da ist.
Wollt nur mal "hallo" sagen.Solltest wissen,daß ich an Dich denke.
Ganz lieben Gruß,Kampfküken

cuxland84
10.09.2012, 22:23
Vielen lieben Dank Kampfküken!!!!:):):)

Wie es mir geht kann ich gar nicht so sagen. Komisch, immer noch sehr komisch, so unwirklich. Fassen können wir es alle noch nicht und verstehen schon gar nicht.


Ich muss aber noch was zum letzten Kommentar von berliner-engelchen schreiben:

Es ist eine Frechheit, was du dir da rausgenommen hast!!
Woher bitte willst du wissen, das ich meiner Oma NICHT gerecht worden bin? In solchen Situationen, wie wir uns hier alle befinden, ob Betroffene oder Angehörige ist so etwas völlig daneben.
Schade, das dazu sonst niemand etwas geschrieben hat. Wahrscheinlich ist es zu belanglos, sich über so einen Blödsinn aufzuregen.

Ja, ich habe mich bei den Antwortenden bedankt. Ähm, durch´s schreiben kommt nun nicht so unheimlich Wärme und Nähe rüber.
Du kennst mich nicht, du weißt nicht, was hier tatsächlich abgegangen ist. Aber mir vorzuwerfen ich habe meine Oma im Stich gelassen und die Ratschläge hier nicht befolgt oder falsch umgesetzt; sorry, aber das kannst du nicht beurteilen.
Wenn das so rübergekommen ist. Okay, damit kann ich leben weil ich die Wahrheit kenne!
Natürlich ist Oma immer weniger meine Oma geworden. Das hat aber nichts mit meiner Einstellung oder mit meinen Erwartungen zu tun gehabt, denn ein Sterbender verändert sich.
Ich war für meine Oma da und ich habe nichts von ihr erwartet. Vielleicht, dass sie sich nicht aufgibt, aber das war vor dem letzten Gespräch mit dem Arzt. Natürlich haben wir gehofft. Ja auf ein Wunder haben wir gehofft. Ich glaube Oma war die Einzige, die schon länger wusste, das sie diesen Kampf nicht gewinnen wird. Und ja, sie wird uns geschont haben. Und sollen wir uns das jetzt zum Vorwurf machen, das wir blauäugig waren????

Ich bin sowas von wütend über diesen Beitrag, leider gelingt es mir erst jetzt was dazu zu schreiben.
Deine Antwort war wohl ziemlich gefühlslos, vielleicht solltest du mal über deine Einstellung nachdenken?!
Bei so einem Thema jemandem so etwas vorzuwerfen ist schon heftig wenn man keine Ahnung hat, was bei demjenigen los ist!!!!

Ich höre jetzt lieber auf.

@Kampfküken
nochmals vielen Dank für dein "hallo" und weiterhin alles Gute für deinen Kampf. Es ist nicht so, das ich deinen Thread nicht verfolge aber, sei mir nicht böse, aktiv bin ich jetzt leider eher bei den Hinterbliebenen und Angehörigen.
Danke:1luvu:

Kampfküken
10.09.2012, 22:46
Ach liebe cuxland,wieso sollte ich Dir böse sein?
Danke für Deine lieben Worte.
Du bist hier niemandem zu nix verpflichtet.Wollte einfach nur mal wissen wie es so in Deinem Innersten aussieht.Und natürlich auch,wie es Dir geht.
Zum Beitrag von berliner-engelchen schreibe ich besser nix.
Bin halt eine von den Betroffenen und keine Angehörige bzw. Hinterbliebene.
Daher hab ich nicht das Recht,mich da einzumischen.
Ich wünsche Dir und Deinen Lieben weiterhin ganz viel Kraft.
Drück Dich ganz fest,Kampfküken

Jutta
11.09.2012, 06:39
Hallo,

bevor hier weitere Worte fallen, werde ich diesen Thread vorerst schließen.

Thread ist wieder eröffnet mit der Bitte sachlich zu bleiben.

cuxland84
27.09.2012, 17:02
Jetzt muss ich auch noch zur Darmspiegelung:eek: Am 16.10. ist das Vorgespräch und am 23.10. die Spiegelung. Habe am Ausgang wie so eine Perle und eben heftige Verdauungsstörungen im Form von Durchfall. Beim 1. hoffe ich, das es eine große Hämohride (schreibt man das so?) ist und das 2. führe ich auf den Stress zurück.
Aber eine scheiß Angst habe ich trotzdem.
Habe den Termin so spät gelegt weil ich eigentlich Urlaub gehabt hätte aber den hat mein Chef mir ja netterweise gestrichen weil ich ja krank war als meine Oma starb.:cry:

Jetzt dieses warten. Hauptsache es ist nicht so wie bei meiner Oma. Ich habe so eine Angst.

Nicole15
27.09.2012, 17:09
Hallo Cuxland!
Ich habe morgen meine Kolo... Ich bin auch schon ganz nervös! Auch wenn ich mir denke, dass nix da sein wird, bleibt immer die Angst im Nacken!!!
Bei Dir ist das Schicksal Deiner Oma noch zu präsent. Klar, dass dann die Angst kommt...
Drücke Dir für die Kolo die Daumen, wird schon alles gut sein!!!

LG Nicole

cuxland84
27.09.2012, 18:37
Danke Nicole!
Wahrscheinlich hast du recht aber es ist schon komisch, sie stirbt an Krebs und dann muss man selber zur Spiegelung.:confused:
Die Angst sitzt im Nacken, obwohl es ja noch ein paar Wochen hin ist.

Wie geht´s dir denn heute? Da musst du doch schon dieses Zeugs trinken und darfst doch nur noch trinken oder?
Ich wünsche dir ganz viel Glück für morgen und hoffe, das man davon wirklich nix mitbekommt!?

glg

Kampfküken
27.09.2012, 21:44
Hallo cuxland!
Schön von Dir zu lesen.
Jetzt gehts ja echt Schlag auf Schlag mit den Kolo´s.
Morgen Nicole,am 23.10. Du und ich bin am 24.10. dran :smiley11:
Ich hab auch schon ein komisches Gefühl und es ist ja noch etwas hin.
Die Angst hat wohl ein jeder.
Denn man geht ja nicht aus Lust und Laune dahin.......
Besser man macht sich nicht zuviel Kopf.
Abwarten und sehen,was kommt.
Auch meine Daumen sind gedrückt.
LG,Kampfküken :pftroest:

Arsinoe
28.09.2012, 14:06
Hallo Cuxland
Oje, ich kann deine Angst verstehen und ich drück dir die Daumen!
Zu deiner Frage: Ich habe absolut nix gespürt. Zwar wurde ich zwischendurch kurz wach, aber weh tat nichts und ich wurde sofort wieder ins Traumland geschickt. ;)
Aber das Warten ist nervig ...
Halt die Ohren steif!
Arsinoe

beowulf
28.09.2012, 21:09
Hallo Cuxland,
ich würde mir wegen deiner Darmspiegelung wirklich keine Sorgen machen, denn deine " Perle " kann vielleicht wirklich eine Hämorrhoide sein, ich habe selber wegen so einer Sache 2 mal eine Rektoskopie bekommen , incl. OP und habe seit dem keine Probleme mehr und wegen der Durchfälle, ich hatte vor einem Jahr wochenlang blutige Durchfälle, weshalb man natürlich als erstes an Darmkrebs dachte, aber die Darmspiegelung war ohne Befund, allerdings sind seit dem, die Tumormarker in den Stuhlproben erhöht, dafür war der letzte CEA-Wert im Normalbereich, und wenn jetzt noch meine nächste Gastroskopie ohne Befund ist habe ich wieder ein Jahr Ruhe.
Aber ich kann deine Angst schon verstehen, wo du doch diese Krankheit durch deine Oma so direkt miterfahren hast.
Das schlimmste ist jetzt wohl das Warten, aber ich drück dir auch die Daumen!!!
Gruß Jens

cuxland84
29.09.2012, 21:35
Vielen lieben Dank für eure Worte.
Hier ist man wirklich nicht allein:):)

Aber Angst habe ich trotzdem wie doof.


Habe auch gedacht, das die Trauer abnimmt aber das Gegenteil ist der Fall. Ich vermisse Oma so sehr:cry::cry:
Es tut sooooo weh. Ich kann es nicht begreifen, das wir sie niemals wiedersehen werden.
Kann das immer noch nicht in Worte fassen, was soll ich nur tun?????

cuxland84
14.10.2012, 21:21
Übermorgen ist nun das Vorgespräch zur Spiegelung. Erst war es noch so lange und nun?! Ich habe eine scheiß Angst.
Ich hoffe, es sind "nur" Hämorrhiden oder Polypen.
Oh man, das Kopfkino ist das Allerschlimmste!:mad:

hope38
14.10.2012, 22:07
Hi Cuxland
zunächst einmal drücke ich Dir die Daumen für die morgige Untersuchung! Es hört sich für mich nach einer Analvenenthrombose an. Tut das auch mal weh? Ich wünsche Dir sehr, dass es ganz harmlos ist!!!

Und Du fragst nach der Trauer. Nun, ich denke, Trauer ist chronisch, die geht nie mehr weg, sie ist ein Gast, der ewig bei Dir bleibt. Sie schmerzt, aber sie verändert sich und wird irgendwann ein Teil der Erinnerung. Durch die Trauer weißt Du ganz genau, wie wertvoll der Mensch war, den Du verloren hast. Zumindest im physischen Sinn. Denn in Deinem Herzen ist nun der Platz für Deine Oma, den Dir niemals jemand nehmen kann!

Alles Gute
hope

cuxland84
14.10.2012, 22:31
Danke für deine lieben Worte hope!!

Manchmal tut es auch weh, vor Allem nach sehr hartem Stuhlgang. Dann juckt es, dann brennt es, es ist einfach auch nervig. Einmal ist da die Angst und dann ist es mir total peinlich überhaupt zum Arzt zu gehen.

Zur Trauer kann ich gerade nichts schreiben, sonst fließen wieder die Tränen. Ich vermisse sie so sehr. So, so sehr....

hope38
15.10.2012, 10:12
Hallo Cuxland
ich wünsche Dir sehr, dass es eine Analvenethrombose ist. Das ist so ein Knubbel am Po, der weh tun kann, der auch mal dicker wird und jucken kann das auch.
Dass es Dir auch peinlich ist, verstehe ich sehr gut. Das fand ich auch schlimm, diese Hürde zu nehmen und sich dann doch in einem sehr intimen Bereich einem anderen Menschen zu zeigen.
Aber: Das ist nur der Job dieses Menschen und er will Dir helfen. Vielleicht helfen Dir solche Gedanken ein wenig?

Wenn Du weinen mußt, dann weine. Ich finde es eine Stärke, wenn man zu seinen Gefühlen steht, egal, ob es die leichten, fröhlichen sind oder aber die traurigen. All das macht uns aus. Und ich bin mir sicher, jede geweinte Träne erleichtert uns auch schließlich.

Alles Gute!
Hope

Kampfküken
15.10.2012, 16:34
Liebe Cuxland!
Daß Du immer noch trauerst,ist verständlich und ja,laß die Tränen und die Zeit der Trauer zu.Ich habe auch liebe Menschen verloren und dachte,der Schmerz und die Tränen nehmen kein Ende.
Aber es wird irgentwann ruhiger.Vergessen werden die Menschen NIE,aber der Alltag kommt wieder.
Und irgentwann holt Dich dann auch die Trauer wieder ein.In bestimmten Momenten,an bestimmten Tagen....
Aber das ist halt so und es kann Dir niemand nehmen.

Das mit der Spiegelung ist sicher nicht schön.Ich bin nächste Woche dran und denk auch mit Grauen daran.
Aber schämen mußt Du Dich für gar nichts.
Natürlich ist es unangenehm,jemandem seine intimsten Stellen zu zeigen.
Aber durch meine Krankheit hab ich gelernt oder mir wurde bewußt,daß man unendlich dankbar sein kann,daß es solche Menschen gibt.
Sie wollen nur helfen.Was,wenn es sie nicht geben würde?Denk mal drüber nach.....
Also einmal so etwas über sich ergehen lassen,aber die Sicherheit haben,was mit einem los ist.
Du bist damit nicht allein.Wir stehen das ALLE durch,ok?

Einen lieben Gruß,Kampfküken

cuxland84
26.11.2012, 22:04
Hui, jetzt war ich ganz lange nicht hier.
Habe meine Spiegelung verschoben. Angst......
Nun habe ich morgen das Vorgespräch und nächsten Montag ist dann Stichtag.
Es nützt ja auch nichts.
Oh man, man kann sich aber auch in Sachen reinsteigern:eek:

cuxland84
02.12.2012, 16:56
So, ich gehe jetzt in die zweite Runde. Morgen ist der große Tag der Spiegelung. Ich habe eine sch.... Angst.

Das 1. Mittel heute Mittag hat schon gut gewirkt. Wahnsinn, was alles in den Darm passt.
Für mich ist das Schlimme, das es jetzt kein zurück mehr gibt. Die Mittel sind zu zwei Drittel drin und nun muss ich da durch.
Wenn doch schon morgen um diese Zeit wäre.
Wird das Ergebnis eigentlich gleich besprochen? Oder kriegt man einen Brief mit?
Wie lange ist man außer Gefecht??

Christin12
02.12.2012, 20:09
Liebe Cuxland,

du wachst sofort nach der Untersuchung auf, musst aber noch eine Weile liegen. Das Ergebnis bekommst du auch sofort gesagt, bekommst aber auch einen Brief für den Hausarzt mit.
Du wirst den Rest des Tages wahrscheinlich müde sein. Ansonsten solltest du keine Beeinträchtigungen haben.
So war es jedenfalls bei mir.

Alles Gute!

cuxland84
03.12.2012, 18:32
Vielen lieben Dank!
Habe es überstanden und es war gut, das ich es gemacht habe.
Bin dann zwar hier falsch aber das Ergebnis möchte ich euch noch gerne mitteilen. Ich hatte einen Darmpolypen, der wurde gleich entfernt und jetzt noch eingeschickt, so habe ich das jedenfalls verstanden, das es noch eingeschickt wird. Jetzt muss ich alle 2 Jahre zur Koloskopie.
Kann da jetzt noch was Schlimmes bei rauskommen? Der Arzt meinte, wenn wir das jetzt nicht gemacht hätten, wäre daraus mit hoher Wahrscheinlichkeit Krebs entstanden. Das macht mich fertig. Da merkst man nichts und da wächst so ein Mist in Einem.
Wäre das in unserer Familie jetzt nicht aufgetreten, hätte ich im Leben keine Spiegelung machen lassen. Allein schon aufgrund des Alters.