Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Daddy's Girl - Vater mit Lungenkrebs
Daddy´s Girl
17.08.2012, 01:14
Hallo an Alle hier!
Ich bin 27 Jahre und benötige dringend eure Ratschläge zum Thema Lungenkrebs.
Bei meinem Vater (geb. 1953) wurde dieser im Jänner 2011 festgestellt. Bereits im Oktober 2010 musste er ins Krankenhaus, weil er blau anlief, über Atemnot klagte, schweißgebadet war und komplett zitterte. Am nächsten Tag wurde er entlassen mit der Begründung, sowas kommt vor.
Daddy erholte sich nicht mehr vollständig, konnte nicht mehr arbeiten gehen, er fühlte sich mies.
Im Dezember stellte man eine Lungenentzündung fest, kein Anzeichen von einem Tumor in der Lunge.
Dies änderte sich jedoch bei dem Kontrolltermin. Da war dieser schon 6cm groß...2 Wochen später. Nicht operabel, nicht heilbar, der Tumor sitzt zu nahe am Herzen. Er hatte bereits gestreut, einige Organe sind mit Metastasen befallen, teilweise schon kleine Tumore. :(
Das für uns eine Welt zusammenbrach, brauch ich euch ja nicht erzählen. Papa wollte nicht mehr reden, nichts unternehmen, einfach nichts. Er verkroch sich, verschloss sich.
Dann kam der große Umschwung, er rappelte sich hoch und begann zu kämpfen wie ein Löwe, so wie man es von meinem Daddy gewöhnt war. Damit zog er uns alle wieder hoch und verschaffte uns Hoffnung. An die wir uns bis zum heutigen Tag anklammern. Er änderte sein Wesen, er wurde zu einem anderen unbekannten, aber dennoch einzigartigem Menschen.
Den ersten Durchgang der Chemo (April 2011 bis September 2011) verlief sehr positiv. Nebenwirkungen waren NUR (was man halt bei so einer Diagnose in Kauf nimmt) Schlafmangel, Verstopfung, metallischer Geschmack und zunehmendes Taubheitsgefühl in Zehen und Finger. Ergebnis der Tumor ist auf ca 1cm geschrumpft, alle anderen kleinen Tumore bzw. Metastasen verringert bzw. kaum sichtbar.
Tolles Ergebnis, neuer Lebensmut, Hoffnung.
Nach 5 Monaten Pause....begann alles von vorne, diesmal noch mehr Metastasen.
Somit begann mein Vater erneut mit einer Chemo, diese dauerte bis Juni/Juli 2012 an. Nicht zu vergleichen mit dem 1. Durchgang. Sofortiger Haarverlust neben den damaligen Nebenwirkungen. Bereits seit Beginn der Erkrankung immer wieder kehrende Kopfschmerzen, die sich dann auf den ganzen Körper ausweiteten.
Schmerztabletten waren Anfangs immer Mexalen, gefolgt von Novalgin, die etwas mehr Wirkung zeigten, leider nicht lange.
Danach bekam er in schwachen Dosen Hydal. 4mg schlug überhaupt nicht an.
Als Daddy dann schon Chemo Pause hatte, konnte er nicht mehr essen, musste immerzu brechen. -> Spital. Dort wurde er mit den gleichen Symptomen nach 5 Tagen wieder entlassen, nur die Dosis von Hydal wurde auf 8mg geändert. Schmerzen, Übelkeit und einfach nichts runterbringen. Damit muss man leben, das sind Nebenwirkungen von Hydal.
Hat damit jemand Erfahrung?
Anfangs konnte er nur wenig essen, aber mittlerweile lebt er von Luft, dass kann so nicht weitergehen. Ich komme mir so hilflos vor. An wen soll ich mich wenden, wenn alle Ärzte ihn zurückweisen? Er hat keine Kraft mehr zum Kämpfen. Er sagt selbst, dass er nicht mehr will. Weiters geht er nicht mehr zum Arzt. Dabei hat er jetzt noch dazu in den Füßen Wasser. Könnte das von den Hydal kommen?
Er wiegt sich nicht mehr ab...rein optisch, hat er bestimmt innerhalb von 2 Wochen 10kg verloren.
Im KH bekam er ein diätisches Nahrungsergänzungsmittel von Nestle, so ein 200ml Flascherl. Bekommt man das rezeptfrei? Oben steht, dass man es nur unter ärztlicher Aufsicht verwenden soll. Weiß das jemand, wir müssen doch irgendwas unternehmen!?
Sein Wunsch ist, dass er zu Hause sterben darf und er hat Angst, wenn er wieder ins Spital geht, dass er nicht mehr heim kommt. Ich hab keine Ahnung wie weit es ist, ich fürchte es sieht nicht gut aus, aber ich höre nicht auf zu hoffen. Wenn er doch bloß weiter essen und trinken könnte und keine Schmerzen mehr hätte......was würd ich dafür geben...alles.
Hoffend auf eure zahlreiche Antworten werde ich mich jetzt ins Bett begeben, vielleicht kann ich heute wenigst ein bisschen schlafen. :schlaf:
DANKE
Mirilena
17.08.2012, 08:02
Hallo Daddy's Girl,
es tut mir sehr leid, dass es deinem Vater so schlecht geht. Aber ehrlich gesagt bin ich nicht der Ansicht, dass er die Übelkeit und das ständige Erbrechen so hinnehmen muss. Fragt auf jeden Fall noch mal beim Arzt nach. Mein Vater hatte gegen die Übellkeit und Erbrechen Tabletten namens Ondansetron erhalten, die man unter die Zunge legt und die innerhalb kürzester Zeit wirken. (Ich meine, sie sind extra für Chemo-Patienten). Kann ich dir nur empfehlen!
Diese Nahrungsergänzungsmittel, von denen du schreibst, sind eine hochkalorische Ernährung. Du erhältst sie (zumindest in Deutschland) in der Apotheke. Vielleicht könnt ihr auch den Hausarzt bitten, diese deinem Vater zu verschreiben, wenn er keine Nahrung zu sich nehmen mag. Mein Vater hat sich vor diesem Zeug geekelt... Aber es gibt auch "herzhafte" Geschmackssorten habe ich mir vom Apotheker sagen lassen. Ist auf jeden Fall einen Versuch wert! Kann dein VAter denn Flüssigkeit zu sich nehmen, trinkt er ausreichend oder muss er sich dann auch gleich wieder erbrechen?
Und hinsichtlich der Schmerzen deines Papas. Ihr solltet unbedingt einen Schmerztherapeuten zu Rate ziehen. Habt ihr bereits daran gedacht, euch Hilfe bei einem Palliativmediziner zu holen? Wenn ich lese, dass dein Vater solche Schmerzen leidet und nur Novalgin und Hydal erhält... Dann ist er nicht richtig eingestellt und es könnte sein, dass er stärkere Medikamente und Wirkstoffe benötigt. Ich glaube, dass ein Palliativarzt ihm sicherlich helfen könnte und mit den richtigen Medikamenten in der richtigen Dosierung man deinem Vater hoffentlich den Großteil der Schmerzen ersparen kann. Das wäre ja schon eine deutliche Besserung, oder? Du leidest ja auch ganz erheblich darunter, deinen geliebten Papa so zu erleben...
Verstehen kann ich deinen Papa sehr, sehr gut und auch seine Angst, wieder ins Spital gehen zu müssen und dort nicht mehr raus zu kommen. Auch bei meinem Vater war der größte Wunsch, daheim sterben zu dürfen und wir sind froh und dankbar, dass wir ihm das ermöglichen konnten. Mein Vater war auf der Palliativstation des Krankenhauses und wurde dort medikamentös eingestellt. Dann durfte er zurück nach Haus und wir haben ihn dann bis zum Schluss begleitet. Wir hatten für zu Haus die Spezielle Ambulante Palliativversorgung (SAPV), d.h. es kam jeden Tag eine Palliativpflegekraft zur Kontrolle. Das war für meine Mutter und mich schon eine Erleichterung, da wir halt medizinische Laien sind... Außerdem wussten wir, dass wir jederzeit beim Palliativnetzwerk anrufen konnten und das war auch gut so. Ich denke, du kommst aus der Schweiz oder Österreich? Erkundige dich mal, ob es so ein Palliativnetzwerk auch bei euch gibt. Vielleicht fragst du mal bei euch im Spital nach auf der Palliaitvstation? ich offe, dass man dir da weitere Auskünfte erteilen kann. Diese Palliativbetreuung für daheim wird von den gesetzlichen Krankenkassen getragen und Ziel ist, einem unheilbar kranken Menschen die Lebensqualität zu verbessern.
Ich hoffe, ich konnte dir ein paar hilfreiche Tipps geben... Ich wünsche deinem Papa, dass sein Zustand sich bald bessert und er wieder ein wenig zu Kräften kommt. Und dir wünsch ich ganz viel Kraft weiterhin!
Liebe Grüße
Miriam
Andrea1979
17.08.2012, 15:21
Hallo Daddy's Girl!
Ich kann deine Gedanken und sorgen nur zu gut verstehen, denn mir geht es so ähnlich wie dir. Mein Papa ist seit gestern vom Krankenhaus auf eigenen Wunsch zu Hause. Wir müssen lt. Krankenhaus jeden Tag mit dem schlimmsten rechnen. Ich Wünsche dir viel kraft.
Lg andrea
Daddy´s Girl
22.08.2012, 01:32
Liebe Miriam und liebe Andrea!
Vorweg möchte ich mich bei euch ganz herzlich für eure aufbauenden, mitfühlenden und ausführlichen Worte bedanken.
Es tut gut, wenn man sich mit jemanden austauschen kann, der weiß worum es geht und leider selbst betroffen war/ist.
Wegen der Tabletten werde ich mich noch erkundigen, ob man die in Österreich auch in Schmelztablettenform bekommt, hab sie beim Googeln nur als normale Tablette gefunden. Danke für den Tipp.
Vor dem Nestle Zeug ekelt meinem Dad auch, weil er aber für uns nicht komplett aufgeben mag, hat er jetzt mal 2 Flaschen von dem mit Kaffeegeschmack getrunken, pro Woche versteht sich. Wieviel man davon zu sich nehmen sollte, muss ich euch wahrscheinlich nicht sagen.
Das ausreichende Trinken war bei ihm schon vor seiner Erkrankung so ein Thema. Jetzt kommt es auch immer auf seinen Zustand an, wenn er Tage hat, wo er nur bricht, trinkt er kaum, oder es kommt wieder retour.
Ich war guter Hoffnung, dass es sich langsam normalisiert. Wir hatten ein gutes WE hinter uns. FR, SA und SO hat er nicht gebrochen und konnte einiges zu sich nehmen, wenn auch nur kleine Portionen, aber da haben meine Augen geleuchtet. Und Montag Abend begann es wieder von vorne.
Meine Mama war heute beim Hausarzt, der hat ihr gleich eine Überweisung ins Spital mitgegeben. Der Doc hat ihm ein Schmerzpflaster verschrieben, da die Übelkeit von den Hydal hervorgerufen werden kann und er dachte, dass er dann vielleicht weniger davon nehmen muss.
Der Chemoarzt hat meinem Dad davon abgeraten, weil man das auf eine Fettschicht in Tumornähe kleben müsse...und die sei bei ihm nicht vorhanden. Mama hat das Pflaster jedenfalls geholt, Papa will damit aber nicht beginnen, weil er sagt, dass ihm die ganzen Medis ohnedies schon zuviel seien und er nicht noch was dazunehmen möchte, ohne mit dem Chemoarzt zu sprechen.
Wegen dem Wasser könnte es sich auch um einen Eiweißmangel handeln. Daddy will jetzt mit dem ins Spital fahren warten, bis er es nima aushält. Ich hoffe für ihn, dass er bald dorthin kommt, gut eingestellt und mit einer Änderung des allg. Zustandes entlassen wird. Denn so wie es ist, kann es unmöglich weiter gehen.
Palliativmedizin höre ich zum ersten Mal. Hab mich gleich schlau gemacht und entdeckt, dass das Krankenhaus wo mein Papa in Behandlung ist, so eine Station hat. Werde ihn jedenfalls bitten, dies zur Ansprache zu bringen. Wobei man bei Vorschlägen, was ich mit eigenen Augen miterleben musste, gleich von den behandelnden Ärzten/Schwestern/Pfleger abgestempelt und schlechter behandelt wird. An und für sich ist das Krankenhaus dort sehr gut, muss man dazu sagen und das einzige was von unserer Anfahrt her in Frage kommt.
Leider bin ich über eine Stunde Autofahrt von meinem Papa entfernt, habe eine kleine Tochter und bin wie mein Lebensgefährte berufstätig. Was alles nicht unbedingt leicht macht. Meine Mama hat keinen Führerschein um ins Spital zu kommen und mit den Ärzten zu reden. Ich versuche soviel dazu sein wie ich kann, sei es am Telefon oder auch persönlich. Seit langer Zeit verbringe ich mindestens 3 Wochenenden im Monat mit meinen Eltern. Am WE hat natürlich kein Arzt Sprechstunden. Und die Zeit läuft uns davon.
Habt ihr eigentlich Erfahrung mit Wasser in den Beinen? Der Chemoarzt hat Papa gesagt er soll nichts Entwässerndes nehmen, da er durch die Medikamente und Chemo bedingt an Verstopfung leidet und das dem Darm das Wasser entzieht. Der Hausarzt hat gesagt, er kann Lasix bedenkenlos nehmen. 2 Stück am Tag. Papa hat es sogar mit 4 versucht, aber keine Veränderung. Dann hat er sie wieder abgesetzt. Was können wir ihm noch Gutes tun?
Miriam, es freut mich, dass ihr deinem Papa das Sterben Zuhause ermöglichen konntet. Oft ist dies einer der letzten Wünsche von unheilbar Kranken. Bei meinem Opa war dies laut Krankenhaus nicht möglich, und wir machen uns noch immer Vorwürfe, ob es nicht doch irgendwie funktioniert hätte.
Nochmals ein langes DANKESCHÖN für eure Vorschläge, Tipps und Worte.
Freue mich wieder von euch zu lesen.
Dir Andrea, wünsche ich auch noch viel Kraft. Bleibe stark. Auch wenn es verdammt schwer ist. Wir sind unsagbar starke Menschen, die mit Tränen in den Augen lachen, obwohl das Herz innerlich weint.
Liebe Grüße
Daddy´s Girl - Andrea
nicole35
22.08.2012, 03:59
hallo,
auch ich habe meinen mann aus dem krankenhaus zum sterben nach hause geholt,wir hatten einen sehr netten palliativarzt,der wirklich 3 mal am tag zu uns kam,um nach ihm zu sehen.
dazu hatten wir auch eine speziell ausgebildete krankenpflegerin,die auch mir sehr bei stand,dein vater muss und sollte jetzt auch nicht mehr so grosse schmerzen haben.
das dein vater nicht mehr allzu viel zu sich nimmt,das war bei meinem mann genauso,der arzt sagte mir aber,das der körper das irgendwann nicht mehr in so einem maße braucht:-(
mein mann wurde dann über seinen port mit flüssigkeit und medis versorgt,die ihm halfen,im schlaf und ganz friedlich hinüber zu gleiten.
dafür bin ich dem arzt sehr dankbar,ich bin dankbar,das es diese möglichkeit überhaupt gibt.
zu den wassereinlagerungen:bekommt er lymphdrainage?das hat meinem mann ganz gut geholfen,weil auch er keine medis mehr dagegen bekommen hat.
zu den ärzten sag ich nur,dran bleiben und immer wieder fragen stellen,es ist leider so,das sie einem manchmal nicht alles sagen,oder sehr nett umschreiben,ich bin ihnen richtig auf den geist gegangen,aber dadurch war ich immer bestens informiert und konnte mich schlau machen.
ich wünsche dir und deiner familie alles gute,auf dem schlimmen weg,der vor euch liegt und ganz viel kraft,um durch diese zeit zu kommen.
aber denke daran,es gibt menschen,die euch helfen,ihr müsst da nicht allein durch.
alles liebe,nicole
Daddy´s Girl
28.08.2012, 17:20
Liebe Nicole!
Vielen lieben <3-lichen Dank für deinen Beitrag.
Das mit deinem Mann tut mir sehr leid. Das er in Frieden einschlafen konnte, ist beruhigend. Ich hoffe, dass diese Möglichkeit auch für meinen Papa besteht.
Lymphdrainage bekommt mein Papa keine, an diese Option habe ich noch nicht gedacht.
DANKE...es wird eine harte und schwere Zeit und ich denke man ist nie dafür bereit diesen Weg zu gehen.
Liebe Grüße,
Andrea
Daddy´s Girl
28.08.2012, 17:33
Heute habe ich es endlich geschafft meine Mama davon zu überzeugen, dass Sie mit Papa reden und wiederrum ihn überzeugen muss, damit wir zumindest ein Gespräch mit seinem leitenden Ober- und Chemoarzt führen können...und siehe da, wir haben gleich für morgen, den 29.8. am Vormittag einen Termin bekommen. Irgendwie fällt mir ein Stein vom Herzen, irgendwie habe ich Angst vor dem was der Arzt sagt und ob wir diesmal wieder ohne Besserung heimgeschickt werden. Papa kommt mit, aber natürlich bleibt er nicht im KH, weil er ja daheim sein will in Zeiten wo es ihm miserabel geht. Was aber auch bedeutet, dass meine Mama und ich mit dem Arzt nicht alleine reden können werden.
Ich werde auf jeden Fall den enormen Gewichtsverlust ansprechen, dass Papa nur mehr bricht und nichts essen kann, seit er die Hydal Tabletten mit 8mg für 3x am Tag bekommen hat und zusätzlich Novalgin nehmen muss.
Das Schmerzpflaster hatte er jetzt eine Woche oben, seitdem ist er sogar während dem Reden eingeschlafen, ich denke...die Medis machen ihn so fertig.
Ausserdem möchte ich vom Arzt wissen, ob es stimmt, dass die Aufbaunahrung auch den Tumor nährt...und wachsen lässt.
Die Palliativmedizin möchte ich auch ins Gespräch bringen und vielleicht Lymphdrainage wegen der Wassereinlagerung in den Beinen.
Hat noch jemand gute Tipps bzw Fragen für unser Gespräch????
Wäre euch sehr dankbar.
Ich bin immer voller Hoffnung, weil das alles ist an das ich mich klammern kann und wenn ich dann meinen Daddy als Häufchen Elend vor mir sehe, weiß ich nicht so Recht wie ich mich verhalten soll. Ich mach mir Vorwürfe, dass ich nicht mehr unternehme und den Ärzten nicht Tag für Tag die Türen einrenne. Aber ich denke morgen das Gespräch ist ein großer Schritt.
Kann seit Nächten nicht schlafen, weil da immer wieder die Traurigkeit zum Vorschein kommt und mich unzählige Gedanken quälen und Dinge beschäftigen.
Naja, jedenfalls vorweg DANKE für eure Beiträge. Ich werde euch dann am Laufenden halten, wie das Gespräch gelaufen ist.
Liebe Grüße,
Andrea
Mirilena
28.08.2012, 18:56
Liebe Andrea,
das ist doch gut, dass ihr gemeinsam einen Gesprächstermin habt! Du hast dir ja bereits sehr viele Gedanken gemacht, was du alles ansprechen willst. Ich kann dir nur empfehlen, deine Fragen oder Punkte auf einem Zettel zu notieren und diesen mit ins Gespräch zu nehmen. Irgendwie ist man doch immer ein wenig aufgeregt und da vergisst man oft, was man eigentlich alles wissen wollte. So ging es mir zumindest und deshalb habe ich eben einen Zettel und Stift mitgenommen;).
Hmm, ich wüsste jetzt auch nichts mehr, was man noch fragen könnte. Oftmals ergibt sich das aber auch im Gesprächsverlauf. Dass dein Papa so müde ist, hat sicherlich auch mit den Schmerzpflastern zu tun. Als mein Vater im KH diese Durogesic-Pflaster erhielt, war er anfangs so erschöpft, dass er eigentlich den ganzen Tag vor sich hindöste. Mir erklärte der Palliativarzt, dass der Körper meines Vaters sich zunächst an das Morphin gewöhnen müsste.
Auf jeden Fall würde ich jedoch auch nachfragen, was man gegen die Übelkeit und Erbrechen tun kann. Denn das ist ja wirklich schlimm. Man weiß ja selbst wie schrecklich es ist, wenn einem ständig übel ist... Und da muss man doch irgendetwas tun können! Denn wenn dein Papa bereits so viel Gewicht verloren hat, ist das ja ein Teufelskreislauf. Sicherlich, der Tumor verbraucht wahnsinnig viel Energie und zehrt daher an deinem Vater. Das bedeutet, dass dein Papa jetzt eigentlich noch mehr Nahrung zu sich nehmen müsste als unter "gesunden" Umständen. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass die hochkalorische Nahrung schlecht für deinen VAter wäre und den Tumor mit ernähren sollte. Da würde ich auch noch mal einhaken!
Und ich kann dich echt gut verstehen! Mir ging es ähnlich. Ich konnte anfangs auch kaum mehr schlafen, kam nicht zur Ruhe und fühlte mich wie ein Zombie. Daher ist es auch ganz wichtig, dass ihr diesen Gesprächstermin habt. Auch wenn es vielleicht nicht so positiv verlaufen sollte. Ich persönlich finde es immer einfacher, wenn man mit den Tatsachen konfrontiert wird, als sich im Gedankenkarussell zu verlieren. Und es ist gut, dass du Hoffnung hast, Andrea! Das ist auch ganz, ganz wichtig! Denn sonst kann man nicht weitermachen! Ich kann dir nur empfehlen, in der Gegenwart zu leben. Immer von einem Tag zum nächsten. Und freue dich über die guten Momente, die dein Papa hat.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen für das Gespräch!!!
Alles Liebe
Miriam :knuddel:
nicole35
29.08.2012, 16:16
hallo andrea,
ich kann überhaupt nicht verstehen,daß man euch nicht schon von allein über die palliative therapie aufgeklärt hat,es vergeht einfach zu viel zeit dadurch mit schmerzen,die dein papa so nicht haben müsste.
ich weiss manchmal nicht,wie ich mich ausdrücken soll,aber,ich habe das alles auch hinter mir und bin dankbar,das ich meinem schatz wenigstens die schmerzen und das leiden nehmen durfte....und das ist das wichtigste!
auch ich hatte hoffnung bis zum letzten tag,ich glaube,die muss man haben,sie hilft einem durch die schwere zeit.
unser arzt hat uns erklärt,das der körper ab einem bestimmten zeitpunkt einfach keine nahrung mehr braucht,weil er auf sparflamme läuft.
so traurig es ist,der körper meines mannes hat sich eine woche vor seinem tod schon darauf eingestellt.
man muss die ärzte immer direkt ansprechen,von allein haben sie auch mir nicht alles gesagt,alles was ich mir schon gedacht hatte:-(
aber ich bin froh,das ich ihn nach hause geholt habe,er musste so viel durch machen,den frieden und die ruhe zu hause hat er verdient,es war eine sehr intensive und liebevolle zeit bis zu seinem tod.
man muss nur los lassen,was wirklich schwer ist,weil da kommt wieder die harte realität zum vorschein,aber,vielleicht ist es das beste,ihr fragt deinen dad mal,wie er es sich wünscht,vielleicht will er ja nochmal dagegen ankämpfen...mit chemo,vielleicht möchte er das alles aber auch gar nicht mehr,seine entscheidung und seine wünsche sind jetzt wichtig.
jeder mensch hat es verdient,seine letzte zeit auf dieser erde so zu erleben,wie es ihm am liebsten ist.
ihr als familie braucht jetzt viel kraft,um seine wünsche zu unterstützen,du glaubst gar nicht,wie gross euere kräfte werden können.
ich wünsche euch,das ihr diesen weg gemeinsam meistert und alle kraft der welt..
liebe grüsse...nicole
Daddy´s Girl
26.09.2012, 12:51
Hallo, hier bin ich wieder!
Die letzte Zeit war ziemlich stressig und sehr schlimm für uns. Jetzt muss ich einiges los werden und wenn das jemand lesen will, sollte er sich Zeit nehmen, denn es sind so viele Gedanken und Gefühle, die die letzten Wochen in mir hoch kamen.
Nach meinem Gespräch mit dem Oberarzt, musste mein Daddy gleich im KH bleiben. Er war in so einem schlechten Zustand, dass sie ihn für ein paar Tage behalten wollten. Der Tumor war wieder gewachsen.
Papa war verzweifelt, weil er im Spital bleiben sollte, weil der Tumor gewachsen ist und weil der Oberarzt mit mir alleine sprechen wollte. Er hat mir lange nicht geglaubt, dass mir der Arzt keine Zeit, die ihm noch bleiben würde, gesagt hat.
Sein Zustand verbesserte sich unglaublich, nachdem er künstliche Nahrung bekommen hatte. Übelkeit und Wasser blieb weiter. Mit den Schmerzen ging es aber. Bei einem späteren Kontrolltermin sollte abgeklärt werden ob er eine neue CHEMO-Tablette bekommen würde....da er für eine erneute Chemo zu schwach war. Hat jemand Erfahrung damit?
Weiters wurde ihm auf meinen Wunsch (Papa wurde lt. Oberarzt bereits vor einigen Monaten darauf angesprochen..und er lehnte es ab) die Leiterin vom Palliativteam vorgestellt. Und ich bin froh, dass er sich überreden hat lassen.
Der vertraute er auch an, dass ihn was beschäftigt, was er loswerden möchte und zwar dass er sein Leben lang gearbeitet hat und für seine Kinder keine Zeit hatte. Ich hab das nie so eng gesehen, aber er macht sich da voll Vorwürfe.
Als es ihm besser ging, durfte er wieder zurück in sein geliebtes Zuhause. Aber irgendwie ging wieder alles von vorne los. Kurzfristig hatte er schon Probleme mit der Atmung.
Er fiel in den Gartenteich, weil er sich weg schlich um das Schilf aus dem Teich zu ziehen. Zum Glück sah Mama, wie er sich die Leiter holte, um über den Zaun zu kommen, doch als sie dort war, lag er schon drin. Meine Mama kann nicht schwimmen und hat es zum Glück geschafft ihn mit einem Stiel eines Gartengerätes rauszuziehen. (Man bedenke dieser Mann hat keine Kraft, die Stufen sind durch Algenansammlung rutschig und der Teich ist mittig 2m tief)
Ein Tiefpunkt für Papa, er wäre zu nichts mehr zu gebrauchen.
Ähnlich auch was das Autofahren betrifft, er sitzt oft stundenlang verzweifelt und versteht nicht, warum er nicht mit dem Auto fahren darf....aber er sieht nicht ein, wie gefährlich es ist, wenn er schon, während dem Reden, durch das Morphium aber auch durch die Krankheit, einschläft, und in der Küche mit runtergefallenen Zigaretten Brandlöcher verursacht...das könnte auch anders ausgehen.
Deshalb versuchen wir, dass Rund um die Uhr jemand bei ihm ist.
An einem anderen Tag war meine Mutter in der Nacht auf der Suche nach ihm ...und konnte ihn schließlich im Bad finden. Er ist hingefallen, mit dem Kopf und dem Rücken gegen Waschbecken und Unterschrank. Es war richtig schlimm. Niemand da, der ihr helfen konnte, und meine Mama darf eigentlich nichts heben.
Bei seinem Kontrolltermin vergangenene Woche musste er bereits gestützt werden, da er es alleine nicht mehr geschafft hat. Es wurden nur Ultraschall und Blut gemacht. Er ist einfach so schwach. Er hat auch wieder abgenommen. Und ist ständigt von der Wohnzimmer-Couch runtergefallen, wenn er eingeschlafen war.
Zur Befundbesprechung musste er dann vergangenen Freitag. Besprochen wurde kaum etwas, weil Papa gleich mit Verdacht auf Schlaganfall aufgenommen wurde. Er hatte die ganze Woche schon Probleme beim Gehen oder Abstützen auf den Arm, alles rechts. Aber am Freitag war es schon sehr schlimm, er konnte kaum Sprechen und der Mundwinkel hing runter.
Nachdem er aufgenommen war, starrte er nur in die Luft und reagierte nicht auf meinen Bruder und meine Mama. In der Nacht rief er an und war ganz verwirrt, sie hätten ihn aus dem Spital geschmissen...und wir müssen ihm das glauben und ihm das Auto bringen....
In dieser Nacht konnte man glauben, er würde keine weitere mehr haben.
Am nächsten Tag ein neuer Tiefpunkt seit seiner Erkrankung ... die Diagnose ... kein Schlaganfall, Hirnmetastasen, das wurde ihm einfach so gesagt. Der Verdacht darauf ließ nicht aus, aber dennoch war es für alle ein schmerzhafter Schock.
Aber Papa war wieder wie ausgewechselt, die Ärzte und Schwestern haben ihn wieder aufgepäppelt und uns allen Hoffnung gemacht. Ohne Behandlung ist plötzlich das Wasser weg...von einem Tag auf den andern...nach 3 Monaten.
Er solle nun Bestrahlung für die Kopfmetastasen bekommen, ziemlich weit weg von Zuhause.
Aber ich weiß nicht was ich von all dem halten soll. Wir dachten die Hoffnung wäre gestorben und nun geht es uns wieder besser, weil er gute Chance hätte....
Ich weiß nicht....
Den Tumor in der Lunge und an der Niere darf man nicht vergessen und die vielen vielen anderen Metastasen.
Dennoch klammert man sich an jedes winzige Fünkchen Hoffnung und es geht einem gut wie schon lange nicht mehr, und dann kommt vielleicht wieder der nächste Schlag ins Gesicht und irgendwann gibt es keine Hoffnung mehr.
Man entwickelt unglaubliche Kräfte und dennoch ist man verloren.
Dazu kommt, dass meine Tochter im September in die Schule begonnen hat und ich in einer Zwickmühle stand, wie ich es zeitlich schaffen soll Papa im Spital zu besuchen und danach aber auch zu Hause.
Weil ich doch so gern alle Zeit der Welt die uns noch bleibt mit ihm verbringen möchte, nur wir wohnen eine Stunde weg von meinem früheren Daheim und auch vom Spital.
Für die Kleine ist alles neu, da kann ich sie nicht gleich zu Hause lassen, um die Dinge zu erledigen, was zu den Wichtigsten gehören. Dann geh ich arbeiten, wo ich vergangenen Samstag heulend heim gegangen bin.
Denn nichts auf dieser Welt sollte im Moment wichtiger sein, als meine Familie, mein Kind, dass weinend fragt warum, und vor allem mein Vater.
Aber das Leben spielt so, man MUSS in die Schule und man MUSS arbeiten gehen und kann nicht einfach mal daheim bleiben, wenn es einem nicht gut geht. Bei meinen Diensten bleibt mir leider meist nur der Sonntag, und das ist zu wenig.
Naja, wir werden weiter kämpfen, auch wenn man uns jetzt wieder einen riesen-schweren Stein in den Weg gelegt hat.
Allen anderen Danke fürs Lesen, und allen Betroffenen gebt nicht auf, ich wünsch euch viel Kraft.
LG,
Andrea
Daddy´s Girl
27.09.2012, 21:55
Hallo meine Lieben,
diesen Dienstag ist mein Vater im Krankenhaus ziemlich schwer gestürzt. Er musste sofort verarztet werden und durfte nirgends mehr alleine hin.
Bis zuletzt war unklar, ob er wie besprochen am Mittwoch vielleicht entlassen wird.
Sie haben ihn dann aber gründlich untersucht und ein CT gemacht, da die Ärzte befürchteten er hätte was abbekommen.
Am Mittwoch war ohnehin das genaue Schädel CT ausständig, für das er in ein anderes KH überstellt werden musste.
Am Nachmittag wurde er entlassen....und am Freitag, also morgen darf er wieder hin zur Befundbesprechung. Was ich auch nicht verstehe, dass er die kostenlosen Fahrten mit der Rettung nur zu Chemo Termine, aber nicht zu Besprechungstermine bekommt. Meine Mama hat keinen Führerschein. Jedes Mal muss sie irgendwelche Nachbarn anbetteln...
Angeblich soll er nur eine Metastase mit einem Durchmesser von 13mm im Kopf haben....aber das so ein kleines Ding so enorme Auswirkungen zeigt ist für mich unbegreiflich...
Wie groß der Tumor an der Lunge im Moment ist, wurde uns auch noch nicht gesagt, der an der Niere ist 6cm.
Bin gespannt, was nun wirklich Fakt ist und wie die Chancen stehen. Ich wünsche meinem Vater und auch allen anderen, die dieses Leiden durchmachen, vom Herzen das Beste.
Welche Nebenwirkungen wird mein Vater bei einer Bestrahlung vielleicht ertragen müssen?
Weiters bitte nochmals: Hat jemand Erfahrung mit dieser Tablette statt einer Chemo?
Es ist schön, dass er wieder Zuhause ist, aber es wird auch schwer...vor allem für meine Mutter, die sich Rund um die Uhr um ihn kümmert und nun noch mehr auf ihn achten muss, weil er eben diese Aussetzer hat und eigentlich jeder Schritt eine Gefahr darstellt.
Ich wünsch euch allen eine Gute Nacht, trotz all unserer Sorgen, die wir im Herzen tragen.
LG,
Andrea
Larimari
27.09.2012, 23:28
hi andrea!
mein dad hat eine ganzkopfbestrahlung am laufen. hat noch drei termine.
nebenwirkungen sind: haarausfall, benommenheit, motorische stoerungen. - das ist so das gravierendste.
zur tablettenchemo kann ich dir leider nichts sagen.
Mirilena
28.09.2012, 09:22
Liebe Andrea,
ach Mensch, da macht ihr ja seit Wochen wirklich eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit. Das tut mir echt leid...
Du fragtest nach den Tabletten. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Chemotherapie, allerdings oral eingenommen statt Infusion... Also, mein Vater hat diese Tablettenchemo drei Monate gehabt. Jeden Tag musste er die Tabletten nehmen. Leider weiß ich nicht, welcher Wirkstoff bzw. welche Zusammensetzung das war. Angeblich sollte es sich dabei um einen neuen Chemowirkstoff für Lungenkrebspatienten handeln, der auch nur unter bestimmten Voraussetzungen eingesetzt werden kann (abhängig von der Art des Tumors). Er hat diese Art der Chemo relativ gut vertragen (rein äußerlich betrachtet), zumindest war ihm nicht ständig übel... Sogar die Haare sind ihm wieder gewachsen.
Ich drücke ganz feste die Daumen für euch!!!
Alles Liebe
Miriam :pftroest:
Andrea1979
02.10.2012, 15:14
Liebe Andrea,
Es ist so schwer, man merkt es geht bergab, plötzlich geht es wieder berauf.
Ich habe die letzten Wochen von meinem Papa wie eine Achterbahnfahrt mit zugebundenen Augen empfunden.
Sonst kann ich dir nur sagen, genieße die Zeit mit deinem Papa.
LG Andrea
Daddy´s Girl
03.10.2012, 23:27
Hallo meine Lieben!
Vielen lieben Dank für eure Beiträge.
Es ist ein seltsames Gefühl, wenn ein Mensch mit Herz mit Stolz und Respekt und auch in Würde kämpft und kämpft, und dann doch verliert, immer immer wieder aufs Neue.
Wenn man sich zum Millionsten Mal fragt warum....und keine Antwort bekommt.
Wenn man merkt wie die Kraft schwindet...bei Daddy, aber auch bei dem Rest der Familie...und doch hofft man, immer wieder aufs Neue, noch jedes so winzige Detail wandelt man ins Gute um, versucht wieder Kraft zu schöpfen und ans unendliche unserer Gefühle zu gehen.
Und dann fragt man sich wieder warum diese Krankheit unser Leben beherrscht.
Ich bin soooo froh, dass ich euch hier habe. Das zeigt mir, dass meine Familie und ich leider nicht alleine mit diesem Schicksal zu kämpfen haben.
Und wenn diese Krankheit und die damit verbundenen Sorgen einem alle Kraft rauben, dann seit ihr da und fängt uns auf.
Papa sitzt seit gestern im Rollstuhl, da die Hirnmetastase keine Gehfähigkeit mehr zulässt, er kippt ständig um. Das ist besser so.
Wie bereits erwähnt wurde ihm eine Bestrahlung verordnet. Diese wird in unserem Krankenhaus nicht angeboten. Ihm wurde ein weiter weg gelegenes KH empfohlen (von dem er ohnehin - auf Grund einiger Erfahrungen - nicht sehr begeistert war), leider hat dieses nichts mehr frei. In Wien ist auch alles belegt.
Darf das denn sein? Jetzt soll Daddy in ein Spital, welches 2 Stunden pro Weg entfernt ist und weil das Rote Kreuz bzw. die Kasse die Kosten für den täglichen Hin- und Heimtransport nicht übernehmen möchte, soll er dort für 2 Wochen stationär aufgenommen werden....wieder ist eine Welt für ihn zusammen gebrochen. Bleibt ihm denn nichts erspart????
Dieser weite Anfahrtsweg macht ein tägliches Besuchen unmöglich....dabei wollten wir noch soviel Zeit mit ihm verbringen wie möglich, abgesehen davon, dass Daddy´s größter Wunsch war Zuhause sein zu können.
Ich versteh das nicht ganz. Gibt es denn keine andere Möglichkeit??
Er hat´s doch eh schon soooo schwer.
Nochmals ein Danke an euch fürs Zuhören und Dasein. :pftroest:
LG,
Andrea
Andrea1979
05.10.2012, 21:38
Liebe Andrea!
Das ist ja echt arg. In welchem kh ist denn dein Papa normal in Behandlung? Schwierige Entscheidung, entweder keine Bestrahlung oder eine Bestrahlung so weit weg von zu Hause.
Was möchte dein Papa denn?
Ich schicke dir auf jeden fall viel kraft.
Lg andrea
Daddy´s Girl
05.10.2012, 23:53
Hallo Andrea,
Mein Papa ist normalerweise im KH in Hollabrunn, wo er sich an und für sich gut aufgehoben fühlt, nur dass dort keine Bestrahlungen gemacht werden.
Dann wolltens ihn nach Krems schicken (täglich)....belegt, genauso wie leider in allen KH´s in Wien (angeblich ist alles voll) das wär von mir aus nicht so weit.
Jetzt soll er nach Wiener Neustadt fahren.
Hast du Erfahrungswerte mit einem der Spitäler? Wo war dein Papa?
Heute hat uns der Hausarzt gesagt, dass wir froh sein müssen wenn Papa bis Weihnachten noch bei uns ist. Der Oberarzt im KH hat sich dazu nicht geäußert. Er hat eben gemeint, er hätte gute Chancen bei der Bestrahlung. Unser Hausarzt wiederrum meint, dass es nur in 5-10% der Fälle was bringt. Dann frag ich mich schon für was, aber ich hab ja keine Ahnung davon.
Mein Vater redet nicht wirklich darüber was er will oder nicht, weil er es nicht wahr haben will.
Kommende Woche kommt wieder jemand vom Palliativteam, die möchte SEINE Wünsche aus ihm "rausquetschen", falls er bis dahin noch nicht in Wiener Neustadt ist....
Danke nochmals für deine lieben Worte....
LG,
Andrea
Gabitirol
06.10.2012, 19:01
Liebe Andrea!
Ich bin heute auf deinen Strang gestossen und habe alles gelesen.
Ich kann jetzt absolut nicht verstehn,dass dein Daddy keinen Taxitransportschein bekommen hat für die Besprechungstermine.Wir,also mein Lebensgefährte hat die immer vom Hausarzt extra ausgestellt bekommen.Und dass kein Platz für deinen Daddy im nahegelegenen Krankenhaus ist für die Bestrahlung kann doch wohl nicht sein.
Versuch doch mal dort nachzuhacken.
Ansonsten kann ich Euch nur viel Kraft wünschen,dass dein Daddy nicht allzusehr leiden muss und auch mit den medis bald gut eingestellt wird.
Alles Gute Gabi aus Innsbruck
Andrea1979
06.10.2012, 20:34
Hallo Andrea!
Mein Papa war in Wien im Wilhelminenspital. Die hatten immer sehr schnell Termine für eine Bestrahlung, aber vielleicht weil er generell dort zur Behandlung war von Anfang an!?
Wiener Neustadt ist ganz in meiner Nähe, aber sehr sehr weit weg von euch.
Mein Papa wollte es auch bis zum Schluss nicht wahrhaben, hat auch bis zum Schluss geglaubt, das wird schon wieder. Mein Papa wollte bis zum Schluss nix von einer Palliativstation wissen.
Es tut mir so leid, es ist so schrecklich das durchmachen zu müssen.
Ich hoffe bald wieder von dir zu lesen.
Eine dicke Umarmung von mir. Liebe Grüße Andrea
Daddy´s Girl
11.10.2012, 00:19
Hallo meine Lieben!
Danke für eure Kommentare und Tipps!
Leider bin ich zeitlich immer kurz gebunden. Möchte euch heute aber wieder auf den neuesten Stand der Dinge bringen.
Mein Papa hat sich unter Tränen (und dem "mir bleibt ja sonst nix übrig, weil sterben will ich nicht") zu der Bestrahlung und dem damit verbundenen Aufenthalt in dem weit entfernten KH entschlossen. Heute um 6Uhr morgens wurde er von der Rettung und von seinem geliebten Zuhause abgeholt. Die Tage davor, vor allem seine und unsere Angst, waren eine Katastrophe. Wir gingen durch die Hölle, vor allem meine Mama. Bei der Abreise meinte er, er würde sowieso nicht mehr heim kommen oder wenn nur als Pflegefall. Er will es nicht wahr haben, aber dann kommen doch wieder so Meldungen. So schlimm es klingt und so traurig es ist, aber ein Pflegefall ist er bereits jetzt. (Er kann sich nicht mehr waschen, kein Essen schneiden, ihm fällt alles aus der Hand, er kann nicht mehr gehen, er schafft es nicht mehr aufs WC, ect. ect....und all das hat sich binnen weniger Wochen soooo schlagartig verändert). Aber besser wir konzentrieren uns auf die Sachen, die er noch kann und auf das was er bereits geschafft hat. Hut ab.
Apropos Pflegefall....es dauert ewig, bis mal jemand kommt, wenn man Antrag auf Pflegegeld stellt, schon eine Frechheit, wir warten nun über 2 Monate und Papas Zustand wird von Tag zu Tag schlimmer....aber uns wurde gesagt, das kann noch dauern.
Zum Glück war seine Schwester aus der Steiermark heute angereist und hat ihn im Spital empfangen um ihm den Start leichter zu machen. Großen Dank an sie, sie hat den ganzen Tag mit ihm verbracht.
Die Aussichten sind ohnedies nicht gerade toll, was Papa und seine Schwester heute wieder einmal bestätigt bekommen haben. Die Bestrahlung kann anschlagen und ihm dann noch ein paar Monate verschaffen. Oder sie greift nicht an und dann.......ja was dann
Während der Tumor an Niere und Lunge weiterwächst....
Dazu kommt, dass er mittlerweile auch schon seit 3-4 Wochen Probleme mit der Luft hat (aber nur so schubweise) und ganz komisch und schwer hustet, was neben dem Lungenkrebs und den Kopf-Metastasen auch der Grund dafür ist (denke ich), dass er so heiser ist. Weshalb man ihn plötzlich wiederrum schlecht bis kaum versteht. Wenn man nachfragen muss, ist er oft gereizt.
Allgemein nehmen die Aggressionen mittlerweile zu.
Meine Mama war die letzten Tage sehr verzweifelt. Er will rund um die Uhr bei ihr sein. Sie ist im Moment auch krank und wenn sie zum Arzt gehen möchte, bekommt er es gleich mit der Panik zu tun. Obwohl sie dafür sorgt, dass er nicht alleine ist und seine Mutter anruft oder die Nachbarin kurz bittet rüberzugehen.
Er lehnt es ab, wenn er mit meinem Bruder alleine ist, immer soll meine Mama mit dabei sein. Spürt er etwas, oder wovor hat er solche Angst?
Als ich am Dienstag mit meiner Mama telefoniert hab, hat er auch gemeint, dass er das nima aushält, wenn wir so lange reden (15 bis 20 Minuten) und sie mir das endlich sagen solle....
Was ist bloß los?
Nichts ist mehr wie es war. Krebs dachte ich ist nicht gleich Krebs, zumindest, nachdem Daddy ein Jahr ohne (grobe) Probleme rumgeschaukelt hat. Und nun zeigt sich wieder wie heimtückisch diese Krankheit ist.
Ich hab diese Hilflosigkeit früher nur bei meinen Großeltern gesehen und in der Zeit, wo ich aktiv im Rettungsdienst war. Aber nun ein sooo junger Mensch, sooo Hilfe bedürftig.
Ich wünsche mir manchmal in einem sehr langen tiefen schlimmen Albtraum drin zu stecken und irgendwann wieder aufzuwachen und uns allen ein normales Leben zu ermöglichen, aber das wird es nie mehr sein.
Traurige Grüße
Andrea
Andrea1979
12.10.2012, 06:18
Liebe Andrea,
Ich habe leider nicht viel Zeit, aber ohne dir kurz etwas zu schreiben will ich auch nicht gehen.
Es tut mir so leid, ich kann leider so gut nachempfinden wie du dich fühlst, denn mir ging es in den letzten Wochen von meinem Papa genau so.
Du bist eine starke Frau, du schaffst das auch wenn deine Kräfte schon schön langsam zu Ende gehen.
Schaffst du es deinen Papa im Krankenhaus in Wiener Neustadt zu besuchen? Wenn ja vielleicht magst dich ja auf einen schnellen Kaffee treffen?! Vielleicht tut dir eine persönliche Unterhaltung gut?! Ich wäre auf jeden Fall gerne für dich da.
So, ich muss wieder weiter.
Einen dicken Knuddler liebe Grüße Andrea
Daddy´s Girl
13.10.2012, 00:00
Hallo Andrea, :winke:
vielen lieben Dank für deine Nachricht. :)
Ja, leider musstest auch du das durchmachen und hast trotzdem noch die Kraft für uns hier da zu sein - schon alleine dafür ein herzliches DANKE. Es ist bestimmt nicht leicht...
Papa hat in den vergangenen Wochen 15kg verloren. Schon schimm.
Gestern habe ich Papa spontan besucht und weil ich ihn nicht erreichen konnte, wusste er nichts von mir und meinem Besuch. Musste mal den Weg und einen Parkplatz und dann das KH und das richtige Haus usw finden, nicht so einfach, wenn man so hilflos und desorientiert ist wie ich ;-)
Endlich im Zimmer, war er nicht da und ich musste ihn im KH suchen, weil er eine Maske für die Bestrahlung angefertigt bekommen hat. Nach 45 Minuten stand ich da vor ihm...er weinte, vor Angst zu sterben, dass er dort gefangen ist, aber auch vor Freude mich zu sehen. Er dachte er würde spinnen, mich da zu sehen...und der Besuch war es wert (jeder Augenblick ist ein Geschenk), ich konnte ein wenig Zeit mit ihm verbringen, ihm den Tag, der aus sitzen und nichts reden besteht, versüßen. Ich hab mit ihm "Mittag gegessen", ihn im Rollstuhl durch das Spital geschoben und ihn ein bisschen zum Lächeln bringen können, das gab mir viel und zauberte auch mir noch Stunden später ein Lächeln ins Gesicht. All den Stress und die lange Hin- und Herfahrerei war es mir wert.
Im Moment geht mir aber alles wieder im Kopf rum, weil ich vorhin mit meiner Mama telefoniert hab und die mir leider wieder eine traurige Nachricht überbracht hat. Papa bekommt den ganzen Kopf bestrahlt...weil die Aussage von seinem Chemoarzt (nur eine Metastase mit 13mm)...eine Lüge war.
Ich baue immer mehr und mehr an Wut gegen Ärzte und Krankenkassen auf. Papa hat seit sehr langer Zeit (eineinhalb Jahre) Kopfschmerzen. Er hat immer wieder gefragt ob es sein könnte, dass der Lungenkrebs den Weg in den Kopf genommen hat und hat um ein CT gebeten, nein gebettelt, ohne Erfolg, keine Chance. Er wurde abgelehnt, vertröstet und wieder vertröstet..und immer und immer wieder mit dummen Aussagen (wie zuviele Strahlen wären schlecht, es gibt keinen Grund ein CT einzureichen, da das sicher nicht so ist und außerdem würden die Kassen es nicht bewilligen und die Kosten nicht übernehmen und und und), bis eben diese Zeit hier rum war, wo es nun eben aussieht, als wäre es zu spät. Statt dessen haben sie ihm im vergangenen Jahr 12 Zähne gezogen, denn es könnte ja sein, dass die Schmerzen im Kopf von einem Zahn ausgelöst werden, grrrrrrrrrrrrr
Hätte man ihm doch vielleicht noch helfen können....
Papa wurde am Mittwoch gesagt, dass er kommende Woche vielleich doch hin- und herfahren könne, wenn es sein Zustand erlaube und für ihn 4 Stunden Fahrt (Hin und Heim) in Ordnung wären und dass er am Samstag den ganzen Tag raus dürfe vom KH, seine Schwester war dabei und hat das auch gehört, sie hätte ihn auch abgeholt ... und dann enttäuschen ihn die Ärzte und Schwester wieder, als wie wenn sie nie was davon gesagt hätten, nein auf keinen Fall.....für was macht man jemanden Hoffnung um ihn dann jedes Mal wieder ins Herz zu treten?
Es ist soooo traurig :weinen: und ich versuche dennoch alles zu überspielen, auch vor Papa. Wenn er weint, nehm ich ihn in den Arm und erzähle ihm vom Alltag...hoffe halt, dass mein Vater, nicht denkt, es würde mich nicht interessieren, aber ich will ihn ablenken und nicht vor ihm weinen. Was sagt ihr dazu?
Denn ich muss stark sein, denn er war es schon zu lange. Ich versuche auch so gut es geht, die Familie zusammen zu halten und für alle da zu sein. Mama leidet sehr...zuerst ist ihre Mama mit 63 Jahren an Krebs verstorben, 9 Jahre später ihr Papa, Geschwister hat sie keine, dann lag sie selbst mit 54 Jahren auf der Intensivstation obwohl sie eine "harmlose" Operation hatte und hätte es fast nicht geschafft. Papa hat dann Depressionen bekommen und sich nie vollständig von dem Schock, dass wir sie fast verloren hätten, erholt. Als mein Opa 2008 verstarb, sagte Papa er hofft, wir müssten die nächsten 10 Jahre keinen Schritt mehr in irgendein KH machen (da ein anderes Krankenhaus damals, mehr als bedenklich im Fall Opa handelte). Lange hat dies leider nicht angehalten.
Der Vater von meinem Papa ist leider auch mit 54 Jahren verstorben. Seine Mama ist noch unter uns, aber es wirkt manchmal, als wäre es ihr egal, weshalb wir auch nicht den so tollen Kontakt mit ihr haben.
Nochmals zu dir, liebe Andrea, und deinem Angebot....liebend gerne. Kann dir aber nur kurzfristig Bescheid geben, wann ob und überhaupt ich es schaffen würde. Danke, dass du da bist <3
Jeder hier hat zu kämpfen, jeder hier liest irgendwo still mit und hat beim Lesen Tränen in den Augen. Man kennt einen Menschen nicht und trotzdem fühlt man sich mit ihm verbunden. Unser Herz weint und schreit vor Schmerz und dennoch geben wir nicht auf.
Gute Nacht
Andrea1979
13.10.2012, 17:45
Hallo Andrea!
Als ich den Text gelesen habe musste ich weinen. Aber vor lauter Freude, ich freue mich so das du so schöne Stunden mit deinem Papa verbracht hast. Es sind so kostbare Momente. Ich habe das ja bei meinem Papa auch gehabt, und freue mich jetzt im Nachhinein auch so sehr das ich diese Momente mit ihm erleben konnte.
Mein Papa hatte auch in den letzten Monaten so viel an Gewicht verloren, schrecklich.
Was ich besonders schlimm finde sind die Ärzte. Ich finde es schlimm das Patienten angelogen werden. Ich finde es arg das sie so wie deinem Papa eine Untersuchung einfach nicht machen. Ich habe z.B.mit dem behandelnden Arzt von meinem Papa ein Gespräch eine Woche bevor er gestorben ist gehabt. Ich habe den Arzt um Offenheit gebeten. Als ihn in fragte ob wir von Tagen, Wochen oder Monaten sprechen, war seine Antwort, "Wochen oder Monate"
Drei Tage später habe ich dann mit einer anderen Ärztin gesprochen weil mir mein Gefühl einfach gesagt hat wir haben nicht mehr lange, und die sagte mir dann die Wahrheit. Mir ist schon klar das Ärzte nicht alles wissen, aber bestimmte Werte waren einfach eindeutig.
Ich finde es teilweise echt zum ko....! Sorry meine Ausdrucksweise. Auch dieses Hoffnung machen von den Ärzten, sie können nach Hause, oder ein paar Stunden raus, und dann ein paar Stunden später, obwohl keine Verschlechterung , "nein, doch nicht!"
Zu deiner Frage ob es okay ist wenn du deinen Papa versuchst abzulenken in dem du ihm vom Alltag erzählst, ja das ist okay.
Ich wünsche dir noch viele schöne Momente mit deinem Papa.
Lg Andrea
Daddy´s Girl
17.10.2012, 14:59
Hallo!
Ich weiß gerade nicht wohin mit meinen Gefühlen und meinen Tränen......
.....meinem Papa geht es seit heute sehr schlecht. Bis vor wenigen Minuten wussten wir nicht, was mit ihm los ist, außer, dass er Sauerstoff bekommt, Schmerzen in den Füßen hat, nur mehr liegt und Wasser in den Fußsohlen hat.
Er war noch so frohen Mutes und hatte noch soviel Hoffnung, er freute sich schon aufs Heimkommen. Und nun hat er eine Lungenentzündung, genau rund um den Tumor.
Es schaut sehr schlecht aus sagen die Ärzte und ich selbst weiß was dies für einen so schwachen Menschen bedeutet....mein Opa ist daran gestorben.
Meine Mama und mein Bruder sind bereits auf dem Weg zu ihm. Am Vormittag ist seine Schwester aus der Steiermark wieder gekommen, die alle über seinen Zustand informiert hat. Mama hatte sich schon gewundert, warum er nicht anruft.
Ich selbst lieg mit Grippe zu Hause. Mir gehts nicht sonderlich.
Meine Kleine hat den Anruf vorhin mitbekommen und weint.
Was soll ich noch tun? Man ist so hilflos. Wenn er es noch schafft, will ich ihn nicht anstecken. Wenn er es nicht mehr schafft, dann will ich bei ihm sein, auf seinem letzten Weg. Und dann ist es mir egal ob ich im Krankenstand bin oder nicht.
Bin soooo verzweifelt. Kein anderer Schmerz ist unendlicher und tiefer, als der einen geliebten Menschen zu verlieren.....
Traurige Grüße,
Andrea
Daddy´s Girl
17.10.2012, 15:52
Liebe Svenja!
Vielen lieben Dank für deine Worte.
Wenn sein Kampf verloren und sein Weg zu Ende ist, wird mich die Grippe nicht hindern, wenn er noch eine winzige Chance hat, dann bleibe ich ihm fern um ihn nicht anzustecken...aber leider kann mir niemand diese Frage beantworten...also weiß ich nicht was ich tun soll. Meine Mama hat gesagt, sie ruft an und wird mir Bescheid geben, ob ich kommen soll oder nicht....bis dahin dauert es aber noch.
Der Krebs hat uns alles genommen :sad:
:weinen:
Andrea
Andrea1979
17.10.2012, 20:06
Hallo Andrea,
Es tut mir so leid. Mir fehlen die richtigen Worte. Bitte halte uns am laufenden!
Ganz ganz liebe Grüße Andrea
Daddy´s Girl
18.10.2012, 11:02
Hallo meine Lieben!
Mama ist über Nacht bei Verwandten geblieben, sie war bis 21.15 Uhr im Krankenhaus. Papa ist stabil, auch wenn es nicht so gut aussieht.
Ich darf nach Auskunft der Ärzte nicht zu ihm, weil das sein Todesurteil wäre. Und irgendwie gehts mir mit meiner Grippe statt besser wieder schlechter :-(
Ich hab das Gefühl, als könne ich mich gar nicht wirklich erholen, weil ich auch psychisch so angeschlagen bin.
Meine Mutter wurde gleich in der Früh wieder ins KH gebracht...Papa tut das gut, er wollte sich nicht von den Schwestern waschen lassen, nur von meiner Mutter. Ich hab ihr gesagt, dass sie auch auf sich schauen soll. Sie hat Zucker und muss mit der Nahrungsmittelaufnahme und auch der Regelmäßigkeit aufpassen, was nicht grad einfach ist, wenn sie den ganzen Tag im Spital ist.
Ich kenne das leider allzu gut, wenn man auf sich selbst vergisst.
Ich habe große Angst und manchmal das Gefühl, dass ich durchdrehe.....aber es beruhigt mich, dass Mama da ist und mich am Laufenden hält.
Papa wäre morgen entlassen worden und hätte die letzten 3 Bestrahlungen ambulant durchführen lassen dürfen (dafür haben wir gekämpft)...wäre nicht wieder etwas dazwischen gekommen.
Wünsche euch einen noch schönen Tag und melde mich wieder sobald es was Neues gibt.
Daddy´s Girl
20.10.2012, 15:27
Hallo alle Beisammen!
Papa hat mittlerweile schon 7 Bestrahlungen hinter sich.
Ich hoffe es bessert seinen Zustand und wenn es angeschlagen hat, dass es auch von längerer Dauer ist.
Das mit der Lungentzündung kann ich leider absolut nicht einschätzen, weil ich mir davon selbst kein Bild machen kann. Aber so schlimm wie es in den ersten Tagen war, dürfte es nicht mehr sein.
Ich hoffe er hält durch und findet wieder Kraft. Es wird leider noch dauern bis ich zu ihm kann, weil mein Husten statt besser immer schlimmer wird.
Es ärgert mich auch, dass wir den Ärzten hilflos ausgeliefert sind. Meine Mama hat gefragt, ob er gehen dürfe, wenn er sich am Rollstuhl anhält oder ob es wegen der Lungenentzündung besser wäre, wenn er sitzen bleibt. Daraufhin wurde sie von der Ärztin angeschnauzt, dass muss er schon selber wissen, denn er will eh nur gehen, damit er eine rauchen kann......
Mittlerweile trifft meine Mama beinahe täglich auf eine Ärztin, von der man sich keine kompetente Antwort erwarten darf, dafür immer angeschnauzt wird.
Ich hoffe Papa kann nach seiner letzten Bestrahlung am Mittwoch zumindest von dem weit entfernten KH mit den unfreundlichen Ärzten in sein "alt-bewährtes" überstellt werden. Da dieses Spital vom Personal her unbeschreiblich freundlich ist. Man hat dort auch nicht das Gefühl eingesperrt zu sein, da es bei der internen Station gleich eine herrlich große Terasse mit toller Aussicht gibt und man sich auch jederzeit beim Ein- und Ausgang im Außenbereich aufhalten darf. In den meisten Spitälern, wird um 22Uhr alles versperrt, dort nicht. Und vom Anfahrtsweg her, wäre das natürlich auch ein Traum im Vergleich zu dem jetzt.
Zur Kontrolle wird er jedenfalls nochmals dort hin müssen. Und eben hoffe ich stark, wenn es angeschlagen hat, dass es in 2 Monaten nicht gleich wieder soweit ist.
Ich wünsche mir soooo sehr, dass Daddy noch länger bei uns sein darf und alles wieder ein bisschen besser wird. Er hat sein Leben lang schwer gearbeitet, hat sich nie Zeit für sich genommen und kurz vor der Pension ist er erkrankt.
Ich umarme ihn in Gedanken.
Liebe Grüße,
Andrea
Andrea1979
24.10.2012, 12:14
Hallo liebe Andrea!
Wie geht es deinem Papa? Konnte er überstellt werden? Wie geht es ihm?
Liebe Grüße Andrea
Daddy´s Girl
28.10.2012, 19:27
Hallo Andrea!
Schön, dass du dich wieder meldest.
Deine Frage, ob mein Papa entlassen wurde, kann ich mit JA beantworten. Wir wussten aber selbst bis zum letzten Moment nicht, ob er heim kommt oder ins Krankenhaus Hollabrunn überstellt wird, da er noch Blutbefunde abwarten musste.
Zum Glück ist alles gut gegangen. Ich hab ihn mittlerweile 2 Wochen nicht mehr gesehen, da meine Grippe sehr hartnäckig war...ich bin erst seit 2 Tagen am Wege der Besserung. Nächste Woche werd ich ihn dann endlich wieder besuchen. Meine Kleine freut sich auch schon.
Zuhause war dann gleich mal der Hausarzt im Urlaub und seine Vertretung auch nicht da.....
Durch die Bestrahlung hat er erneut alle Haare verloren. Er kann nun gar nicht mehr gehen. Vor der Lungenentzündung hat er sich oft am Rollstuhl gestützt und diesen geschoben. Die letzten Tage wo er noch im KH war hat das mit dem Brechen und Nichts-Essen wieder begonnen. So zwischendurch war er echt brav, muss ich sagen. Er kämpft eben, nach wie vor.
Nur nachdem einfach nichts mehr geht, was vor 2-3 Monaten noch so problemlos erschien, ist er sehr geknickt. Er hat auch gemeint, wenn er sich nach der Diagnose gleich das Leben genommen hätte, dann müsste er das hier nicht mehr durchstehen.
Für meine Mama stellt es nun eine extreme Belastung dar. Sie muss mit Papa aufstehen, schlafen gehen, wenn er Nachts mal die Flasche braucht, kommt er alleine nicht hoch. Sie muss ihn waschen und anziehen. Und Mama soll nirgends hingehen und ihn nicht allein lassen, telefonieren darf sie seit einiger Zeit auch nicht mehr. Das ist schon ungewohnt, wenn ich anrufe und abgewimmelt werde :-(
Rund um die Uhr braucht er sie und will aber keinen Kontakt zu anderen...er wollte letztes Mal nicht mal mit meinem Bruder allein sein und den anderen Besuch im Krankenhaus hat er einfach so abgewimmelt mit den Worten: Wann fahrt ihr endlich. Ich bin irgendwie ganz komplex. Kennt jemand diese Situation?
Das Palliativteam hatte noch keine Zeit um vorbei zu schauen. Pflegegeld bekommen meine Eltern nach wie vor nicht, weil sie nach 2 Monaten erneut ansuchen mussten, nur weil Papa zum besagten Termin im Krankenhaus war. Nun beantragen Sie einen dauerhaften Rollstuhl über die Krankenkasse. Auch das Thema Krankenbett wurde schon angesprochen. Die Frage wohin, ist aber noch nicht geklärt, da irgendwie nirgends genug Platz ist.
Bis Bald,
Andrea
Andrea1979
29.10.2012, 02:02
Hallo Andrea,
Schön zu lesen dass es dir wieder besser geht, dein Papa wieder zu Hause ist und du ihn bald besuchen kannst.
Das es für deine Mama anstrengend ist, das glaube ich. Vor allem wenn sie keine freie Minute für sich hat. Wenn sie nicht mal telefonieren darf, sie muss ja mit jemanden ihre Sorgen und Ängste besprechen können.
Das es noch immer kein Pflegegeld gibt ist natürlich nicht toll.
Wegen dem das dein Papa den Besuch weg schickt, das hatte ich bei meinem Papa nur an einem Tag, aber bei ihm hatte es den Hintergrund das es ihm zu anstrengend war. Er wollte nicht reden, sondern einfach nur schlafen.
Ich hoffe wenn du deinen Papa in ein paar Tagen sehen kannst, das ihr schöne Momente miteinander habt.
LG Andrea
Andrea1979
09.11.2012, 21:33
Hallo!
Denke so oft an dich. Wie geht es deinem Papa denn?
Daddy´s Girl
10.11.2012, 11:53
Hallo Andrea!
DANKE - ich freue mich immer ganz riesig über jede einzelne Nachricht von dir.
Ich hab meinen Papa seit damals nicht gesehen, zuerst ich krank, dann mein Freund und die Kleine und zu guter Letzt hat die Kleine letzte Woche, als es so weit war und ich dachte wir könnten ihn besuchen, Scharlach bekommen.
ABER - heute ist es so weit....ich kann´s kaum glauben....so lange Zeit waren wir noch nie getrennt. Ich werd mein altes Zuhause kaum wieder erkennen. Das Wohnzimmer wurde in ein Krankenzimmer umfunktioniert, die Couch weg und dort stehen Krankenbett, Rollstuhl, Leibstuhl....naja ich bin man gespannt, hoffe es schockt mich nicht all zu sehr, wenn ich Papa so abgemagert und sicher wieder verändert sehe.
Geb dir dann nächste Woche Bescheid, was ich alles zu berichten hab, wenn ich mir von der Lage selbst ein Bild machen konnte. Bisher hatten meine Mama und Papa im KH Hollabrunn nur eine Besprechung....wo nicht wirklich sein Zustand besprochen wurde, sondern eher, was er jetzt wieder alles machen muss (Röntgen, Ultraschall, CT usw.) und dass im Dezember nach Kontrolle in Wiener Neustadt, dann schon was gesagt werden kann. Aber ich denke mal, wenn die Bestrahlung angeschlagen hätte, könnte er zumindest noch ein bisschen Gehen, oder? Vom Essen her ist es halt sehr schlimm, weil er entweder nichts mag oder gleich wieder alles retour geht.
Wünsch dir noch ein schönes Wochenende.
Bis Bald
Andrea1979
11.11.2012, 16:04
Liebe Andrea, ich bin so froh das zu lesen, denn ich habe schon so oft rein geschaut, aber es war nichts zu lesen von dir. Ich freu mich so für dich das du deinen Papa sehen kannst. <3
Es ist sicher schwer alles so verändert vorzufinden. Ich meine die Umgebung, aber auch deinen Papa. Ich wünsche dir trotzdem das du die zeit mit ihm genießen kannst.
Bitte schreib wieder.
Glg andrea
Daddy´s Girl
22.11.2012, 10:44
Da bin ich wieder ;-)
Es tat echt gut, Papa und auch den Rest der Familie wieder zu sehen.:1luvu:
Der Anblick von Daddy hat mich aber auch meine Kleine wieder sehr traurig gestimmt...weil wir immer noch nicht wahr haben wollen, dass mein geliebter Papa sich bald auf den Weg zu den Engeln machen wird.....
Er hat eine total dunkle Hautfarbe bekommen, vor allem im Gesicht und die Haut geht auch stellenweise runter, wo dann die neue Haut rosa zum Vorschein kommt. Ich nehme mal an, das kommt von den vergangenen 10 Bestrahlungen...
Ein Häufchen Elend...wenn er so vor einem sitzt. Wirklich nur mehr Haut und Knochen. Ist das wirklich mein Papa? Der immer mit Rat und Tat zur Seite stand? Der Mann, der soviel Kraft hatte?
Er tut sich beim Reden schwer, und das Röcheln ist total schlimm, bei jedem Huster leidet man selbst sooo mit.
Außerdem ist Papa sehr verwirrt. :confused: So schlimm es ist, aber man muss das ganze mit Humor nehmen, sonst übersteht man es nicht.
Und ins Krankenbett geht er partout noch nicht rein. Ich denke, da siegt noch der Stolz.
Mama ist quasi auf sich alleine gestellt. Vom Rollstuhl hochziehen, halten, umziehen, wegen dem Wundsein versorgen, ins Bett bringen, von dort wieder hochziehen uvm.
Das Palliativteam hat sich erst zweimal gemeldet, seit Papa wieder entlassen wurde. Einmal haben sie krankheitsbedingt abgesagt, beim zweiten Mal war unsere Zuständige einmal für eine Stunde da, nur um mit Papa zu reden....das war´s dann aber schon wieder. Ganz ehrlich gesagt bin ich enttäuscht.
Heute kommt endlich der Rollstuhl von der Krankenkasse und wir können den vom Roten Kreuz wieder zurückgeben und in dieser Sicht die täglichen Kosten sparen.
Vom Pflegegeld her gibt es noch immer nichts.
Papa ist sehr verzweifelt, weil das alles kein Leben mehr ist. Trotz allem hat er Angst vom Sterben, redet aber nicht mit uns darüber.
Die Aggressionen steigen und prinzipiell ist Mama an allem Schuld und er streitet ständig mit ihr. Ich sag ihr immer wieder, sie darf es nicht persönlich nehmen, weil er das alles selbst nicht verstehen kann und wahrscheinlich gar nicht so meint. Ich weiß, dass ist bestimmt sehr schwer für sie.
Aber er ist noch hier. Mitten unter uns. Wir sind dankbar, dass er da ist. Und ich hoffe soooo sehr er hält noch durch...meine Kleine hat erst wieder gefragt, ob Opa zu Weihnachten noch da sein und leben wird oder ob er dann schon im Himmel ist...weil ohne Opa hat sie keine Freude an Weihnachten...ich weiß es nicht, mir blutet das Herz bei dem Gedanken daran und die Tränen kullern abwärts, es wäre schön, wenn wir noch ein letztes Mal im Kreise der (noch übrig gebliebenen) Familie feiern könnten. Aber entscheiden wird das das Schicksal.
Kann mir jemand ein Buch empfehlen, was den Kinder das Leben mit dem Tod näher bringt?
Jedes Weihnachten wenn einer unserer Geliebten gefehlt hat, war es trauriger und einfach nicht mehr das Gleiche wie früher. Meine Uroma ging damals am 26.11. ins Licht. Meine Oma hat uns damals ein Monat vor Weihnachten 24.11. verlassen, mein Opa am 19.12. Meine Tante am 24.12.
Dieses Jahr ist ein guter Freund von mir, im 26. Lebensjahr an Lymphknotenkrebs gestorben.
Der Winter nimmt uns die Leben...vielleicht in eine bessere Welt!?
Ich klammer mich an den Gedanken und die Hoffnung, dass dort oben alles besser ist, dass es keine Krankheiten mehr gibt und wir uns alle wieder sehen und dort wieder vereint sind. Ohne diesen Gedanken würde es mich umbringen.
Irgendwas danach muss es doch geben und inzwischen sehen sie als Engel auf uns herab, Tag und Nacht, ihr Körper ist da oben, aber die Seele unter uns.
Hoffend blicke ich da rauf in den Himmel, und bitte die da oben, die uns leider voraus gegangen sind,...unsere Familie endlich aus diesem schrecklich-schlimmen Traum erwachen oder ein Wunder geschehen zu lassen.
Und trotz allem: WIR KÄMPFEN WEITER
Heute ist Papa übrigens mal im Krankenhaus zur Blutuntersuchung und zum Röntgen/Ultraschall beim Arzt dort in der Nähe bestellt. Hoffe es geht alles gut.
Am 30. November feiert Papa seinen Geburtstag.......und ich hab keine Ahnung was ich ihm schenken soll. Er braucht keinen Duft, er braucht kein Werkzeug mehr, keine Kleidung und keine Nascherei. Und lesen kann er auch nichts mehr, da er nicht mehr gut sehen kann.
Er braucht eben ein Wunder, und das gesunde Leben, dass er sich so sehr wünscht, kann ich ihm - auch wenn ich ihm diesen Wunsch allzu gern und um alles dieser Welt erfüllen würde - nicht schenken.
Wir werden alle da sein, das ist bestimmt neben dem Wunder sein größter Wunsch. Ich möchte ihm doch noch mal eine Freude im Leben bereiten.
Ich werde ihm ein Fotobuch machen. Er bekommt hochkalorische Puddings (hat Papa sogar selbst vorgeschlagen, da es finanziell mittlerweile bei meinen Eltern auch nicht so gut aussieht). Lena wird ihm mit meiner Hilfe eine Holz-Dose bemalen, mit Steinchen bekleben, außen Opa mit einem Glitzerstift schreiben und auf der Innenseite DANKE draufschreiben, und ein Foto und ein Sprücherl reingeben und ein paar Brieflose und Rubbelllose (sowas mochte Papa auch immer gern)...oder hat sonst jemand noch eine Idee????????
Heute musste ich wieder mal ein paar Steine abwerfen, indem ich euch ein paar Zeilen mehr geschrieben habe. DANKE für alle, die es lesen und mir vielleicht zur Seite stehen.
WIR SAGEN DEM KREBS NOCH EINMAL DEN KAMPF AN, denn aufgegeben wird erst wenn wir im Himmel sind. :megaphon:
Liebe Grüße,
Andrea
Daddy´s Girl
22.11.2012, 18:35
Nur ein paar Stunden nach meinem Beitrag heute, hab ich einen Anruf erhalten, dass Papa vom Krankenhaus nicht mehr heim durfte.
Es sieht wieder einmal gar nicht gut aus, um es positiv zu formulieren.
Sein Blutbild ist so schlecht, dass sie 2 Beutel anfordern mussten, die er hoffentlich heute noch bekommt. Beim letzten Mal hat er es aber nur sehr schlecht vertragen und war komplett neben sich.
Außerdem hat Mama bei unserem Telefonat gesagt, dass er nun erstmals einen transparenten Beutel mit Flüssigkeit bekommt, der mit Vitaminen und so angereichert ist, aber was genau wusste sie zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Papa hat im Hintergrund gewimmert und gejammert vor Schmerzen. Es ist einfach sooooooo schlimm.
In Gedanken halte ich seine Hand, morgen werde ich ihn besuchen. Ich hoffe sein Zustand bessert sich bis dahin, denn meine Kleine mag unbedingt mit zum Opi.
Einfach nur zum Verzweifeln....
:sad:
Andrea.... :weinen: ich halte Euch alle Daumen und denke an Euch!!! :pftroest:
Daddy´s Girl
22.11.2012, 19:58
Hallo Klecks!
Vielen lieben Dank für deine Worte.
Auch dir wünsche ich alles Liebe.
GLG
Liebe Andrea,
mir sind die Tränen gekommen. Die Krankheit ist ganz furchtbar und uns steht noch genau das gleich Schicksal bevor.
Ich halte Euch die Daumen, dass ihr noch ein schönes gemeinsames Weihnachtsfest haben werdet. Ich denke an Euch!
GLG, Tina
Daddy´s Girl
23.11.2012, 00:16
Auch dir Tina vielen Dank für deine lieben Worte. Ich wünsche mir so sehr, dass Daddy zu Weihnachten noch bei uns ist, aber eben auch, dass er nicht leiden muss. Ich versuche positiv zu denken und dennoch muss ich vom Schlimmsten ausgehen.
Ich wünsche euch vom Herzen, dass ihr die Kraft und den Zusammenhalt habt, den noch so schweren Weg gemeinsam zu gehen.
Diese Krankheit macht einen so hilflos, ratlos, zieht einem dem Boden unter den Füßen weg.
Sie macht uns allen Angst...seit Juli ist es besonders schlimm.
Wie oft dachten wir schon, dass es Zeit wird sich zu verabschieden...und irgendwann wird das real sein...so sehr ich es versuche, aber ich kann mich nicht an den Gedanken gewöhnen, dass wir ohne Papa auskommen müssen.
Ich sitz da, sollte schon schlafen, aber ich muss immerzu an meinen Vater denken.
Er liegt ganz allein und hilflos im Krankenhauszimmer. Was ist, wenn Nachts was ist, wenn er verwirrt ist und den Schwesternnotruf nicht drücken kann oder nicht weiß wo er ist? Fassungslos macht einen das alles.
Er hat heute seine Schmerztabletten nur teilweise bekommen und wurde im KH komplett vernachlässigt, da eine junge unerfahrene Schwester und eine ebenso neue Ärztin im Dienst waren. Sowas darf einfach nicht sein.
Er hat so geschrien, sagte Mama.
Das Blut was ihm Vormittags versprochen wurde, hatte er bis Nachmittags um 15Uhr noch nicht.
Die Vitamine und Spurenelemente was er angeblich im Sackerl bekommt, waren schon 4 Stunden angehängt, ohne das was durch ging. Mama war etliche Male bei der Schwester und hat gebeten, dass sich das jemand ansieht. Erfolglos. Sind wir von diesem Krankenhaus eigentlich nicht gewohnt.
Allerdings ist Papa´s Wasser in den Beinen heute durch das viele Liegen ein wenig zurück gegangen. Seit er die Bestrahlungen bekommen hat, ist es wieder so schnell gekommen wie gegangen. Anfangs hat er keine Medikamente dagegen bekommen, da der Wasserentzug, natürlich wieder die Verstopfung, die er ohnehin nicht wegbekommt, begünstigt.
Mama war bis ca. 15Uhr bei ihm, seither haben wir nichts mehr gehört. Am Handy hebt er nicht ab und ich mache mir sooo wahnsinnige Sorgen, bin schon den ganzen Tag den Tränen nah.
Wir haben seit Ewigkeiten nichts Richtiges mehr mit unserer Tochter unternommen. Nur Schule, Arbeit, Krankenhaus. Für Morgen hatten wir fix eingeplant, auf den Christkindlmarkt zu gehen und jetzt wird wieder nichts daraus. Meine Kleine Große leidet schon sehr darunter. Mit ihren 6 Jahren macht sie sich ihre eigenen Gedanken und versteht jetzt auch schon mehr. Als ich ihr das schonend beigebracht habe, ist sie mir gleich verfallen, warum kein Christkindlmarkt, wo ich mich doch so sehr gefreut habe? Warum muss Opa schon wieder ins Spital? Warum ist er so dünn und kann nicht mehr essen und gehen? Oma hat jetzt gar keine Zeit mehr. Die sind so arm. Fragen über Fragen....wir leiden alle sehr.
Leider bin ich berufsbedingt auch oft am Wochenende arbeiten. Was alles nicht einfacher macht, da meine Eltern und das Krankenhaus ziemlich weit entfernt sind und ich schauen muss, dass ich meine Tochter unter der Woche in die Schule bringe und wieder abhole. Wo sich ein schnelles, ich fahr ins Spital oder zu meinen Eltern, nicht ausgeht.
Warum muss alles so verdammt kompliziert sein? Wer hat das erfunden, Krebs?
Er fehlt mir so.....und unser altes Leben.
Andrea1979
24.11.2012, 22:27
Liebe Andrea!
Es tut mir so leid was ihr durchmachen müsst. Ich kann mich noch so gut erinnern wie es mir gegangen ist. Wie Achterbahn fahren mit geschlossenen Augen, nicht sichtbar wo die nächste Kurve ist, der nächste Looping, bzw.das Ende, so habe ich es wahrgenommen.
Ich wünsche mir für dich das ihr noch schöne Momente mit deinem Papa erleben könnt. Auch das ihr Weihnachten noch feiern könnt.
Ich denke sehr oft an dich.
Liebe Grüße Andrea
Hallo Daddys Girl...
ich habe knapp 2 std.nun hier vor gesessen und alles gelesen...
Ich bin unendlich traurig wie schlimm es euch getroffen hat.Mein Papa hat die Diagnose Lungenkrebs in September 2012 bekommen und ab da an ging es auch Bergab mit ihm:-(...
Ich würde gerne wissen wie es deinen Vater geht und auch dir...
Bitte meld dich mal hier...
Lg Vavi
Andrea1979
21.01.2013, 20:17
Liebe vavi!
Ich hoffe es ist Andrea Recht das ich dir schreibe. Ihr Papa ist leider noch im November verstorben. :(
Guten morgen...
Oh nein das tut mir so leid für Andrea...:-( ihr Papa ist jetzt ein Engel und schaut ihr von oben zu...all das werde ich auch noch mitmachen müssen...
LG vavi
Daddy´s Girl
24.02.2013, 01:34
Liebe Andrea!
Es ist kein Problem, dass du das Unvermeidliche ausgesprochen hast. Ich hätte es ohne deine Hilfe ohnehin nie übers Herz gebracht. :shocked: :(
Liebe Vavi!
Vielen lieben Dank vorab, dass du dir die Zeit genommen hast, um meine traurige Geschichte zu lesen. Ich wünsche dir und deinem Vater, dass ihr noch viele schöne gemeinsame Momente verbringen könnt. Kostet jede Minute aus, das Leben ist so wertvoll und leider oft auch so schnell vorbei.
Genau vor 3 Monaten hat Papa in meinen Armen den letzten Atemzug gemacht, dann ist er für immer eingeschlafen. :engel:
Die Zeit davor und danach war unvorstellbar schrecklich.
Bei jeder Atempause, habe ich gezittert und gehofft, dass er weiteratmet.
Aber Papa hat sich auf die Reise zu den Engeln begeben.
Sein Weg war so steinig und so unerträglich schwer, der Kampf endete auf einem zu mühsam gewordenen Weg.
Dankbar bin ich, für die Erfahrung, dass ich ihn auf seinem letzten Weg begleiten durfte. Das bedeutet mir sehr viel.
Ich hoffe er hat sein Ziel da oben im Himmel erreicht und ist immer bei uns.
Zuhause waren dann 2 große Kinderaugen, die traurig guckten, wo es keiner Worte bedurfte, Opa´s Platz war leer, meine Kleine nahm mich in den Arm und wir weinten.
Ich kann es noch immer nicht glauben.
Er fehlt mir so. Da ist noch immer diese Leere, dieses Loch, welches niemals jemand ausfüllen wird.
In meinem Herzen wird er immer einen Platz haben, ich trage ihn mit mir solange ich lebe.
Papa durfte nur 58 Jahre werden. Seine Beerdigung war an seinem Geburtstag. Und es war wohl der schwerste Weg, den ich je gegangen bin besser gesagt gehen musste.
Ich liebe DICH über alles Daddy. :1luvu:
Begrenzt ist das Leben, doch unerschöpflich die Liebe.
Liebe Andrea,
mein herzliches Beileid nachträglich.
Unsere Eltern kämpfen so sehr und verlieren leider doch zumeist. Aber ich bin so dankbar, dass sie kämpfen! Und Dein Papa hat großartig gekämpft!
Das erste Jahr ist das schlimmste. Ich will nicht sagen, dass es dann besser wird, aber es wird anders und man fängt an mit der Lücke zu leben, die leider für immer bleibt.
Fühl Dich gedrückt und weiterhin viel Kraft für die kommende Zeit!
LG! Tina
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