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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meinen Vater hat es auch erwischt Mit Speiseröhrenkrebs


Kaldi
25.08.2012, 23:14
Hallo an alle.
Ich lese schon seit längerer Zeit bei Eich mit.
Ich bin wie erschlagen seit der Diagnose
meines Vaters.
Ich bekomme es nicht in meinen Kopf.
Warum nur? Warum?

SPEISERÖHRENKREBS.
T4 inoperabel, stend von 11 cm bereits eingesetzt
Ebenso wie der Port.
9 Bestrahlungen + 9 Chemos.
Jetzt musste unterbrochen werden wegen
Gewichtsabnahme (wiegt nur 66 kg bei einer
Größe von 183 cm)
Befund von Donnerstag
Loch in der Lunge durch vertrockneten Tumor.
Verlegung in eine speziklinik.

ulla46
26.08.2012, 20:22
Hallo Kaldi,
ich möchte dich hier im Forum willkommen heißen. Die Krebsdiagnose zieht jedem den Boden unter den Füßen weg, aber hier bist du unter Betroffenen, die dich verstehen und auch Antworten auf Fragen geben können, wenn du welche hast. Nur auf die Frage nach dem Warum wirst du wohl keine Antwort bekommen, denn darauf gibt es keine Antwort, oder ganz viele. Aber eine Antwort würde ja auch nicht helfen oder? Es ist passiert und daran kann man nichts mehr ändern. Wendet stattdessen all eure Kraft dafür auf, für einander da zu sein und die Hoffnung nicht zu verlieren.
In welche Spezialklinik ist dein Vater denn gekommen?
Ulla

Ed1
27.08.2012, 07:37
Hallo Kaldi, das mit deinem Vater ist wirklich schlimm. Die Fragen:
Warum habe gerade ich diese Krankheit bekommen? Habe ich etwas falsch gemacht und bin selbst schuld? Oder lag es an äußeren Einflüssen wie Stress im Beruf oder Probleme in der Familie?“ Wer hat sich die noch nicht gestellt hier...

Doch die Wahrheit ist, dass bei den meisten Krebserkrankungen eine eindeutige einzelne Ursache nicht bekannt ist.

Positive wie auch negativen Gefühle sind berechtigt und normal.
Gespräche, Weinen, Malen, Bewegen, Musik, Schreiben, sportliche Betätigung.
Das entlastet und befreit.

Niemand kann immer nur positiv denken. Zu einem inneren Gleichgewicht findet ein Mensch nur, wenn er alle Gefühle wahrnimmt und akzeptiert. Sie gehören zum Leben dazu. Wenn Angst und Verzweiflung aber übermächtig werden, ist es richtig, die Hilfe eines Psychoonkologen in Anspruch zu nehmen.

Ich wünsche Euch gaaaanz viel Kraft!
ed

Kaldi
28.08.2012, 00:49
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure Beiträge. Es tut echt sehr gut
Antworten zu erhalten.

Ich kann ja mal von vorne beginnen.
Also mein Vater ist 72 Jahre alt. Er ist wie man
mir nun sagte nicht unbedingt mehr in dem Alter
von "Speiseröhrenkrebs-Kandidaten" (das ist man wohl eher)
aber ein potentieller Kunde, da er seit seinem 16ten
Lebensjahr geraucht hat und auch beim Biergenuss eine tägliche
Leidenschaft da war.

Als meine Eltern am 27 Juni aus ihrem Urlaub zurückkamen dachte
Ich schon Mensch Papa hat aber für ein vier Sterne Hotel diesmal nicht richtig
Hingelangt. Er sah etwas weniger aus als vorher. Da habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht.

Da ich gerade erst im Mai mein zweites Kind bekommen habe war ich nun öfters da und sah, dass Papas Portionen beim Essen irgendwie weniger wurden.
Als ich mal nachfragte bekam ich die Antwort, dass alles ok ist nur der Appetit heut nicht so da wäre. (die Zigarette und das Bier schmeckten noch, somit wurde meine Angst auch noch nicht sooo groß)

Nach einem Mittagessen musste ich nun mitbekommen, dass Papa direkt nach dem Essen begann zu würgen, so als würde er sich jeden Moment übergeben.
Als ich meiner Mutter sagte dass sei doch nicht normal zuckte sie nur mit den Schultern und sagte diese Scheiß Zigaretten machen den Husten immer schlimmer.
Auf viele Worte von mir ging er zum Hausarzt, der Meinte er müsse eine Magenspiegelung machen, dass sei ja nicht normal. Das muss so der 9.7. Gewesen sein. Termin für die Magenspiegelung am 9.8.!!! vorher kein Termin und einen weiter entfernten Arzt wollte Papa nicht.
Am 10.7. war ich wieder zum essen da. Wieder das gleiche Bild bei Papa:
Kleine Portion und das würgen danach.

Ich rief nächsten Tag beim Hausarzt an und sagte es sei ganz dringend und schilderte die merkwürdige Situation. Musste mir dann noch anhören warum ich dieses Gespräch suchen würde und nicht meine Mutter.
Gott sei Dank erkannte man das ich es ernst meinte und Papa bekam einen Termin am 13.7.
Zum Erstaunen des Arztes der mit seiner Sonde fast gar nicht Richtung Magen kam, er nahm eine Probe und überwies ihn für den nächsten Montag ins KH.
Am 17.7. Deutete Papa schon was durch die Blume an. Entweder es sei ein Pilz oder vielleicht SPK. (ich glaube er hat es so verschachtelt gemacht damit Mama und ich uns schon mal mit dem Gedanken auseinandersetzen.
Am 18.7. Kam nun die Auswertung.
SPK!!! T4 inoperabel
Ich war geschockt, mein geliebter Papa soll das haben? und für meine Mama brach eine Welt innerlich zusammen. (aber keiner von beiden ist ein wahrer Gefühlszeiger)😥

Es folgten viele Untersuchungen, der Stent von 11cm Länge und wie man jetzt weiter machen wolle.
Als ich ihn am 23.7. besuchte und mit ihm auf der Terrasse saß, brach er mir miteinmal zusammen, seine Augen weit geöffnet und ein Ringen nach Luft. Ich schrie und weinte ich dachte ich müsse mich in diesem Moment verabschieden für immer. Ich holte Hilfe und plötzlich standen mindestens 12 Leute mit wiederbelebungsgeräten und Koffern um mich rum. Er hatte mal wieder kaum was getrunken. Er kam an Tropf und war selber etwas geschockt obwohl er meinte er wäre nur kurz weggenickt.
Ein Gedanke, der für mich noch NIE da war. Papa war immer gesund und der Gedanke auch jetzt wo ich das schreibe treibt mir Tränen in die Augen und die Realität ist wieder so nah.

Nach vielen weiteren Untersuchungen für die Vorbereitung zur Bestrahlung und chemo ging zeit vorüber.

So langsam ging meine Kraft aus mir raus. Ich weinte viel, war fertig mit der Welt, mein Säugling bekam Schwierigkeiten beim Stillen und zu meinem 2,5 Jahre alten Sohn war ich gereizt. Mein Mann hilft mir wirklich viel, hört mir zu und tut wirklich alles, aber wenn es um einen Elternteil geht helfen auch die lieb gemeinten Worte nicht immer. Für 10 Tage fuhren wir weg, natürlich so das ein schnelles wiederkommen gewährleistet war.

Bei Papa verzögerte sich der Beginn mit chemo und Bestrahlung weiter.
(ich glaube ich wäre die Decke hoch gegangen, zu wissen da ist dieser Scheiß Krebs in mir und es geht nicht so richtig los)
Ab 6.8. Ging es nun los. Ich rief alle zwei Tage an, ich muss dazu sagen dass es schwer ist mit Papa zu telefonieren da bei einer Untersuchung seine stimme etwas beschädigt hat, er kann fast nur flüstern.
Er sagte mir immer ihm ginge es gut und er würde alles ganz ok vertragen. Er sei nur sehr sehr schlapp.

Am 19.8. hab ich meinen Papa nun nach den 10 Tagen wieder gesehen. Mama sagte gleich ich solle mich nicht wundern, Papa würde durch die chemo merkwürdig riechen.
Als ich Papa sah war ich erschrocken, abgenommen hat er, leicht gekrümmte Haltung immermoch keine Stimme und total schlapp.
Aber ihn zu sehen tat auch gut.
Von den 4 Stunden die er da war, lag er 3,5 Stunden auf der Couch. Aber seine Freude beide Enkelkinder zu sehen Tat ihm gut.

Nächsten Tag wieder Bestrahlung. Er war zu schlapp alleine zu fahren, also fuhr Mama mit. Am Nachmittag konnte er nicht mehr und wollte auf eigenen Wunsch ins KH.
Was keinem bis zu diesem Zeitpunkt auffiel, Papa wog nur noch 66 kg bei einer Größe von 183 cm.

Als ich letzte Woche bei ihm im KH war, konnte ich zum ersten mal sehen wie dünn er jetzt ist. Ganz große Augen einen ganz dünnen Körper und dieser krasse Husten.
Am Freitag letzter Woche wurde er nun nach großhansdorf verlegt weil er ein Loch in der Lunge hat.

Ich habe ihn gleich am Freitag mit mama besucht.
Er sieht durch die künstliche Ernährung schon besser aus, nicht mehr so hart und kalt.
Heute war Mama ihn wieder besuchen und irgendwie bin ich wieder verunsichert.

Dieses Loch was da in der Lunge ist sollte lt. Ärztin vom Donnerstag vom eingetrockneten Krebs sein, der ein Loch da reingebohrt hat.
Nun könnte es wohl auch durch die Bestrahlung gekommen sein.
Auf jeden fall haben die Ärzte wohl gesagt, dass es ganz selten so was gibt und noch keine Info gegeben wie es jetzt überhaupt weitergeht.

Seit einer Woche auch keine Bestrahlung mehr.
Was hat das alles zu bedeuten?
Hab mal gehört wenn man unterbricht wäre das sehr schlimm.
Weiß das jemand oder kennt jemand so ein fall?

Ich hoffe morgen neue Infos zu bekommen.

Und danke an alle. Ohne dieses Forum ginge es mir noch viel schlechter.

Und danke, dass ihr mein leben teilt

Eure Kaldi

jensg
28.08.2012, 07:15
Hallo Kaldi,

kaum zu glauben, wie heimtückisch dieser Krebs ist. Erst wenn - wie bei deinem Vater massive Schluckbeschwerden einsetzen - fangen die Untersuchungen an, dann ist der Tumor oft schon ziemlich groß und die Aussichten auf Heilung schlecht. Natürlich ist jeder Einzelfall anders und die Hoffnung sollte man nicht aufgeben. Die Prognose für deine Vater ist nicht gut.
Meinst du, er macht sich Gedanken, ob er alles geklärt und geregelt hat, was ihm am Herz liegt? Ich denke an Themen wie Patientenvollmacht, Patientenverfügung, Testament etc.
Mir, ich bin auch Betroffener und habe meine Geschichte in dem Thread "Zwei Tage nach der Diagnose" bisher aufgeschrieben, war es eine Erleichterung als ich viele dieser Themen geregelt hatte.
Ich bin auch sicher, dass dein Vater noch Freude an den Enkelkindern hat. Wenn du in der Nähe wohnst, sind kurze Besuche ideal. Seid einfach für ihn da.
Wie geht deine Mutter mit der Situation um? Manche Angehörige neigen zur Verdrängung und wollen den Ernst nicht wahrhaben.
Es kommt auf euch wahrscheinlich eine schwere Zeit zu. Du musst auch auf dich achten und darfst deine Kraft nicht überschätzen. Deine Kinder brauchen dich sehr!

Ich wünsche dir und deinen Eltern viel Glück
Jens

Kaldi
29.08.2012, 00:09
hallo Ulla46, Ed, Jens und alle Mitlesenden,

vielen Dank für Eure aufmunternden Worte.

Papa ist noch bis morgen im KH in Großhansdorf.
Heute hat die Ärztin bei Mama angerufen und gesagt die Sache mit dem Loch in der Lunge sei so selten und sie haben wohl keinen richtigen plan.
Gegen Mittag soll Papa dann wieder ins israelitische KH zurück ohne das was gemacht wurde. Als letzte instanz könnte man hier wohl auch einen Stent setzen.

weiß jemand von euch was das mit dem Loch auf sich haben könnte.
(ich denke mir ein Loch am Herzen kann doch auch repariert werden)

@Jens
Mama hat nach meinem Anraten hin sich eine Seelsorge in Form eines Pfarrers gesucht. Sie hatte bis jetzt erst ein Termin, der tat ihr wohl gut.
und ja Mama hat die Realität über diese Krankheit noch nicht oder bewusst wahrgenommen.

Ich habe Ihr nun heute (sie war sehr sehr niedergeschlagen nach dem Gespräch und dem Besuch bei Papa) nochmal gesagt das die Patientenverfügung etc. wichtig ist und sie mit Papa das klären sollte.
Testament existiert schon lange.

Ich bin sehr traurig, dass ich Papa nicht jeden Tag sehen kann. ich bekomme die Kinder nicht immer wegorganisiert und mitnehmen finde ich im Alter von 2,5 Jahren und 3 Monaten nicht so richtig.
und noch mehr traurig macht mich, dass er so wenig von sich aus erzâhlt wie es in ihm aussieht, was er denkt und fühlt. Nachfragen mag ich auch nicht. vielleicht auch aus Angst.
ich muss aber zugeben, dass nie viel über Gefühle gesprochen wurde.

Am Donnerstag hat mein Bruder ein geprächstermin bei seiner Ärztin gemacht
Vielleicht erfahren wir ja was neues.

Wünsche allen eine gute Nacht.

nine123pferd
29.08.2012, 22:05
Hallo Kaldi,
es hat mich sehr berührt, die Geschichte deines Vaters zu lesen. Wir, Angehörige und Betroffene geraten nach dieser Diagnose in einen Zustand,der sich nicht beschreiben lässt.
Bei uns ist mein Vater, 71 Jahre alt, an SPK erkrankt. T3-4, nicht operabel. Wir dachten eigentlich, die erste Krebserkrankung 2006 war Kehlkopfkrebs, ist überstanden. Um so schlimmer dann dieses Ergebnis jetzt. Ernährung ist nur über Magensonde möglich und nach der ersten Chemo geht es ihm sehr schlecht,er isst nichts und wird immer dünner.
Ich wünsch euch ganz viel Kraft und grüß dich ganz lieb.
Christine

Kaldi
31.08.2012, 20:06
Hallo Ihr Lieben,

es gibt mal wieder News.
Papa ist seit Mittwoch wieder im israelitischen Krankenhaus. Der "Ausflug" in die Lungenfachklinik war scheinbar für die Katz.
Denn die Ärzte jetzt sagten ach die haben ja jetzt gar nichts gemacht. (Ich dachte dass die Kliniken miteinander sprechen?!)

Papa bekommt seit gestern wieder Bestrahlung und die erste hat er auch ganz gut überstanden. Nun erzählen die Ärzte heute dass das Loch in der Lunge wohl wieder zu sei. Wie können die das denn ohne Untersuchung sagen?
Wenn dem so ist, bin ich ja total happy, aber ich habe einfach Angst vor neuen schlechten Diagnosen.
Mit Chemo soll es auch weitergehen.
Boah ich hab solche Angst, dass es zu viel wird.
Lt. der Ärzt hat er sein Gewicht von 64 kg auf 69 kg erhöht.
Papa wird zurzeit noch künstlich ernährt.

Jetzt haben die gesagt, dass er Mittwoch vielleicht nach Hause könnte und ab
Donnerstag mit "normalem" essen wieder beginnen könnte.
Meine Mutter hat Angst davor, sie möchte das der Anfang mit "normalem" essen bitte noch im KH gemacht wird. Ich kann sie verstehen.

Meine Eltern leben in einer DHH und das Schlafzimmer befindet sich oben(ca 13 Stufen)
Ich bin der Meinung das es besser wäre ein Schlafdomizil im Untergeschoss fertig zu machen Ich werde Mama morgen helfen, was herzurichten.
Wenn er die Stufen nach oben schafft umso besser.

Weiß jemand wie es mit der häuslichen Betreuung aussieht?
ich habe einfach Angst das meine Mutter sich zu viel zumutet.

Ich will Papa unbedingt sehen. Konnte 5 Tage nicht hin. Mein Sohn hatte Fieber.
Lt. Mama sieht er schon viel besser aus. Und er wil jetzt auch kämpfen.
Ich bin stolz auf ihn, denn ich wusste zeitweise nicht, welchen Weg er gehen möchte.

Vielen Dank an Euch alle.
Bin froh das es dieses Forum gibt.

Musste leider in der letzten Zeit die traurige Erfahrung machen, dass von mir geglaubte Freundinnen, die ich schon länger als 20 Jahre kenne, meine Lage nicht erkennen und mich verstehen.
Auf solche "Freunde" kann ich gut und gerne verzichten!!!!

jul123
31.08.2012, 20:22
Guten Abend, Kaldi! Wir kommen auch aus Hamburg und meine Mutter wurde ja schon im Uke operiert. Sie hat die Pflegestufe 1 noch im Krankenhaus bekommen. Ihr müsst bevor er entlassen wird unbedingt über den Sozialdienst eine Pflegestufe beantragen, die er bestimmt auch bekommt. Meine Mutter (lebt alleine und hat keinen Partner) hat 2-3 mal die Woche den ASB Pflegedienst bei sich, die auch mal für sie einkaufen usw...... das wäre doch sicher eine Entlastung erstmal für Deine Mama und die sind wirklich sehr nett. Auch Physio haben wir für zuhause bekommen, sodass er wieder zu Kräften kommen kann. Das mit den Freunden musste ich auch erfahren, nach 30 Jahren Freundschaft musste ich auch so einiges in Frage stellen und bin sehr enttäuscht worden. Meisst haben mir die Leute die man kaum kennt (Eltern aus dem Kindergarten) viel mehr zur Seite gestanden. Meine Tochter ist auch sehr krank, sodass ich manchmal auch nicht weiter wusste, aber irgendwie und vor allem mit positiven Gedanken geht es. Ich wünsche Euch weiterhin viel Kraft und vor allem positives Denken !!! Liebe Grüße. Jul

Kaldi
06.09.2012, 00:02
Hallo Ihr Lieben,

es gibt wieder News von Papa.
Ich habe Papa am Sonntag wieder im Krankenhaus besucht. Ich konnte vorher leider nicht, da mein Großer 40 Fieber hatte.
Papa sah echt wieder besser aus.
Dieser eingefallene Körper und dieser Schatten, der er nur noch da war, ist wirklich besser geworden.

Nach merkwürdigen Aussagen und einer nicht ganz klaren Rollenverteilung im KH und keinen befriedigenden Antworten auf meine Fragen,
hatte ich heute die Ehre ein Telefonat mit dem obersten zu haben. (ich hatte mich gestern lautstark beschwert)

Also lt. den Ärzten hat bei Papa die Bestrahlung so gut angeschlagen, dass der Tumor schon nach 15 BestrahlTerminen so in sich vertrocknet ist, dass er wohl wirklich gute Chancen hat.
Er hat zwar durch die Bestrahlung ein Loch zwischen Luft- und Speiseröhre, aber das sei ungefährlich und wird wieder heilen.
Er wird noch immer künstlich ernährt und auch Flüssigkeit und Vitamine werden Ihm über den Port gegeben.

Natürlich gibt es Momente wo mein Papa jetzt hilfloser und ratlos erscheint, was ich überhaupt nicht kenne. Er wirkt manchmal wie ein kleines Kind.

Am Freitag oder Samstag kommt er dann wohl nachhause. ;)

Wir haben jetzt über die Sozialarbeiterin einen Rollstuhl beantragt, da die Zufahrt zum Haus 100 Meter sind.
Die Pflegestufe wird auch beantragt. Werde wohl auch noch um einen Rollator bitten, da der leichter ist als ein Rolli.

Hat jemand noch Tipps was man gebrauchen könnte?

Er macht auch schon ein paar Übungen und auch Stufen hat er trainiert.
das hätte ich alles vor zwei Wochen nicht erwartet.

Heute hab ich ihn auch wieder gesehen. Es tut so gut, ihn so wieder zu sehen.
Habe ihm wieder ein Bild von meinem großen mitgebracht an dem hängt er sehr.
Und der gibt ihm sehr viel Kraft.

Ich Wünsche euch allen ganz viel Kraft.

Liebe Grüße und gute Nacht.Eure Kaldi

jul123
06.09.2012, 20:02
Hallo Kaldi !
Soll Dein Vater zu Hause denn auch über den Port ernährt werden? Ich habe Dir gestern eine private Nachricht geschickt ! Liebe Grüße.

Kaldi
05.12.2012, 23:55
hallo ihr lieben,
habe mich lange nicht gemeldet, aber
ich brauche dringend Hilfe, Erfahrungen
oder einfach nur ein offenes Ohr.

Papa geht es nicht gut. Nach vielen auf und
abs, nach vielen Verstopfungen des Katheters und
nächtlichen Fahrten ins KH, nach Bakterien
im Port und Katheter ist Papa nun wieder im Kh.

Er hat eine leichte Lungenentzündung und
heute kam die Diagnose, dass ein Lümpfknoten
gewachsen sei und sie noch nicht genau wüssten
ob noch mehr da sind. Sie überlegen mit Chemo
zu behandeln, aber nur wenn Papa das will.
Was heißt das jetzt genau?

Unsere Hausärztin sagte bereits am Montag,
das es nicht gut aussehen würde wir es ihm
noch so schön wie möglich machen sollten.

Mir gehen soooo viele Sachen durch den Kopf.
Ich hab Papa heute leider nicht gesehen, aber
ich werde morgen hinfahren.
Mama hat erzählt, dass Papa die Diagnose fertig
gemacht hat.
Ich weiß das Papa leben will, dass er noch
viel mit seinen Enkeln machen will.

Hat er noch Zeit?

Auch ich bin so hin und her gerissen.
Unsere Familie hat sich sehr lieb, allerdings
sagt man sich das leider nicht so direkt.
Ich würde es ihm gerne sagen, traue mich aber nicht
da ich nicht weiß wie er das dann aufnimmt.
Ich hab noch Schulden bei ihm.

Ich will nicht das er stirbt. Ich liebe ihn doch soooo.

Was würdet ihr machen?
Ich kann keine klaren Gedanken fassen.

lg 😥
kaldi

Jessica2511
06.12.2012, 08:23
Hallo Kaldi,
also ich würde ihm sagen wie sehr du ihn liebst. Ich hatte meinem Papa auch alles gesagt. Er starb mit nur 59. Wir meine Mutter, meine beiden Brüder und ich waren immer für ihn da. Familie war alles für ihn. Wir haben die letzte Zeit die wir hatten genossen so schwer es uns fiel. Er wurde anderthalb Jahre über den Port ernährt. Wenn er aber für uns kochen wollte oder mit uns grillen wollte haben wir immer alle zugestimmt. Uns fiel es sehr schwer vor ihm zu essen weil er es ja nicht mehr konnte. Aber es war für ihn immer toll und wichtig uns zu bekochen. Ich denke das es sehr wichtig ist einfach nur da zu sein. Und sag ihm auch wie lieb du ihn hast.
Liebe Grüße Jessica

Kaldi
06.12.2012, 10:21
Hallo Jessi K, vielen lieben Dank für deine Worte. Ja ich werde nachher zu ihm fahren und dann Hoffentlich ganz viel mit ihm sprechen können. Ich möchte noch so viel sagen. Aber ich weiß ehrlich gesagt auch nicht was. Ich habe etwas Angst davor weil ich noch nicht weiß was er mir alles sagen wird. Darf ich fragen wie alt du bist?
Das mit deinem Vater Tut mir leid. Ich kanns mir einfach nicht vorstellen dass er irgendwann vielleicht auch schon ganz bald nicht mehr da sein wird.
Ich bin so verdammt leer.

danny295
06.12.2012, 11:38
Hallo Kaldi,

deine Worte haben mich tief berührt. Auch meinen Papa hat es erwischt und ich kann nur zu gut nachemofinden, was du fühlst.
Mein Papa ist auch ein Eisblock der Gefühle, wenn es darum geht, drüber zu reden. Seit der Diagnose bin ich jeden Tag bei meinen Eltern, ich kann gar nicht anders. Ich hatte genauso Angst, offen mit ihm zu reden. Aber mittlerweile hat auch er sich geöffnet und es tut gut.

Wenn es wirklich so schlecht derzeit um ihn bestellt ist, ich weiß ja nicht, wie klar ihm das ist, sage ihm alles, was dir noch auf dem Herzen liegt. Ich glaube es gibt nix schlimmeres als ungesagte Worte. Teile ihm auch deine Ängste mit, sicher wird ihm das helfen zu sehen, dass er damit nicht allein ist.

Ich drücke dich ganz doll in Gedanken und wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft!!!

Liebe Grüße
Danny

Kaldi
06.12.2012, 12:04
Hallo Danny, vielen lieben Dank für deine schnelle Nachricht. Ja ich versuche auch jeden Tag bei meinen Eltern zu sein allerdings gestaltet sich das bei mir etwas schwierig. Ich habe noch einen Säugling von jetzt knapp sieben Monaten der leider auch nicht ganz so easy ist.

Ich weiß auch noch nicht von welchem Zeitraum hier gesprochen wird. Wie gesagt bei mein Vater ist die Diagnose seit 13. Juli diesen Jahres. Es wurde jetzt nur gesagt das ein Lymphknoten den sie schon entdeckt haben sich vergrößert hat und damit hat wohl keiner gerechnet und sie vermuten noch mehrere. Ich weiß nicht was das wirklich zu bedeuten hat wie viel Zeit noch bleibt.

Deine Mutter hat heute Morgen mit dem telefoniert und es ist das erste Mal dass er gesagt hat dass er sich sehr schwach fühlt.
Ich werde zu ihm fahren wenn ich meinen großen Sohn aus dem Kindergarten abgeholt habe.

Ich trage viele Sachen mit mir rum wie zum Beispiel das immer noch keine Patientenverfügung oder eine Generalvollmacht existiert. Und meine Mutter verschließt die Augen. Vielleicht muss ich das mit Papa besprechen. Ich weiß es nicht.

Vielleicht treffe ich ja nachher auch einen Arzt den ich mal direkt fragen kann. Entweder mein Vater weiß schon alles oder sie schonen ihn noch.

Die Ärzte hatten wohl noch von einer Chemo gesprochen die jetzt aber etwas auf Eis gelegt worden. Auch da weiß Ich nicht was das zu bedeuten hat.

Vielleicht würde es mir helfen wenn man einen groben Zeitraum sagen könnte so ist die Angst stündlich minütlich ja jeden Moment da. Ich bin die ganze Zeit weinen und mein großer fragt mich immer was los ist. Und er liebt seinen Opi über alles.
Es ist so verdammt ungerecht!

Kaldi
06.12.2012, 21:14
Hallo Ihr Lieben,
Vorhin war ich bei Papa und er machte ehrlich gesagt ein relativ fitten Eindruck. Ich war selber etwas überrascht und hin und hergerissen mit der Situation. Ich habe ihn gefragt ob soweit alles in Ordnung sein und er sagte mit der Chemo kann noch nicht begonnen werden, da eine Infektion im Port ist und er jetzt erstmal behandelt werden muss und wenn das Alles wieder o.k. ist werden sie mit der Chemo beginnen.

Ich habe mich nicht getraut die Patientenverfügungen und Generalvollmacht anzusprechen. Ich habe Ihn durch die Blume gefragt ob ich noch irgendwas für ihn erledigen kann was Mama nicht schafft. Oder was er bis jetzt noch nicht erledigt hat. Ich glaube schon dass er weiß was ich meinte aber es gab keine Reaktion. Ich bin zu feige Dieses Thema in dieser Situation anzusprechen.

Ich habe zu Papa gesagt dass ich ihn ganz doll lieb habe und er hat mir das auch gesagt. Es war so wunderschön.
Morgen fahre ich wieder hin.

monika100
06.12.2012, 21:19
Hallo Kaldi,

ich lese schon seit Tagen still bei dir mit. Mein Mann hatte ja auch SPRK, aber keine Metastasen, es geht ihm heute ganz gut.

Mach dir keinen Druck mit der Patientenverfügung, vielleicht ergibt es sich in der nächsten Zeit von selbst, sonst kannst du ihn immer noch ansprechen.
Viel wichtiger ist im Moment, dass du ihm gesagt hast, wie lieb du ihn hast.
Das Problem kennen wir wohl alle, man fühlt das natürlich immer, nur man drückt es meist nicht aus, keine Ahnung warum das so ist.

Schön, dass es ihm heute recht gut ging. Hoffentlich bringen ihm die Chemos noch eine schöne Zeit.

LG Monika

danny295
06.12.2012, 21:28
Hallo Kaldi,

schön zu hören, dass es ein recht guter Tag war.

Ich kann mich Monika nur anschliessen, dass wahrscheinlich wichtigste hast du gesagt. Arbeite dich Schritt für Schritt voran.

Mein Vater hat direkt nach der Diagnose alles geregelt.

Schau wie er morgenn drauf ist, vielleicht kommt das Thema ja auf. Ich glaube dir, wie schwer es ist. Wir wissen alle, was vllt. kommen wird, aber die Worte so klar und direkt auszusprechen klappt nicht...
Heute ist bei mir der erste Tag nach 7 Wochen, wo ich meinen Dad nicht gesehen habe und mir einen freien Tag gegönnt habe... und der Körper rächt sich... kann seit Stunden nicht mehr aufhören zu weinen...

Bitte gönne dir, so schwer es auch ist, ruhe. Und deine Denkerzellen brauchen auch mal ne Pause. Freu dich auf morgen und genieße den Tag.

Ich drück dich in Gedanken,
Danny

monika100
06.12.2012, 21:39
Danny,

das Weinen, das brauchst du um die ganze Sache zu verarbeiten.

Lass es raus, das ist gut so:pftroest:

LG Monika

Kaldi
06.12.2012, 23:14
Ihr Lieben,
ihr wisst gar nicht wie gut mir Eure Worte
tun. Am Mittwoch war ich echt ganz nah an einem
zusammenbruch, aber es hatte ja geschneit was für meine
Nachbarn ein großes Glück war, denn ich habe bei allen
den Schnee geschippt. Das tat in dem Moment total gut.

Heute war ja wirklich schon mehr Realität in den
Gedanken und weniger geweine. Ich muss auch sagen, dass
mir das Geweine echt verdammt gut tut.

Was mir an Papa noch aufgefallen ist, er hat einen ganz komischen
Husten. Der rasselt erst und dann kommt der Schleim hoch den er auch
auffängt mit einem Tuch. Es wurde bereits eine Probe verschickt.
Kennt das jemand oder ist das ein schlechtes Indiz?

Werde mal versuchen etwas zu schlafen, da die letzte nicht geschlafene Nacht
noch an mir nagt.

Vielen lieben Dank euch allen und bis morgen.
Ich drück euch alle

Kaldi
08.12.2012, 00:19
Hallo Ihr lieben.

Mein schlechtes Gewissen quält mich.
Ich habe es heute nicht geschafft zu Papa
zu fahren.
Ich habe mit ihm telefoniert und für morgen
mein Besuch auf jeden fall klar gemacht.

Jeden Tag was neues sagt Papa. Sie mussten
seine Kanülen entfernen, da sich alles entzündet
hat.
Und sie konnten kaum eine neue finden, weil
alles so dick ist. Och man, warum bleibt ihm
denn auch nix erspart?

Heute sind lieberweise meine Schwiegereltern
gekommen, damit ich mehr Zeit für Papa habe.
Das ist echt ganz lieb von denen.

Ich muss schlafen ich bin fertig, jede nicht so
schöne Nachricht von Papa reißt mir mein Herz
kaputt.
ich wünsch euch allen eine gute Nacht 🌜😴

Jessica2511
08.12.2012, 09:20
Hallo Kaldi,

Jessica2511
08.12.2012, 09:30
Also nochmal
Hallo Kaldi
also ich bin 35. Ich kann dich so gut verstehen. Mein Papa wurde die ganzen anderthalb Jahre seit er die Diagnose hat künstlich durch den Bauch ernährt. Da ich neben meinen Eltern wohne habe ich wenn meine Mutter gearbeitet hat alle 2 Std mit ihm gegessen da er es über Nacht nicht wollte. Damit er aber genug bekam mußten wir ihm alle 2 Std was geben. Zwischenzeitlich hatte ich meinen persönlichen zusammenbruch. Habe ja auch noch 2 Kinder und Hund und Haushalt. Zuerst war ich bei einem Psychologen der von der Krankenkasse Bezahlt wurde. Der wolltesehr schnell das ich Tabletten nehme. Das wollte ich aber nicht so einfach. Dann Habe ich eine Psychologin gefunden die mir in 2 Sitzungen eine Klopfteraphie gezeigt hat und es ging mir seit dem gut und ich hatte vor alendingen Kraft für meinen Papa. Ab einem gewissen Punkt war es uns klar das es kein zurück mehr für ihn gibt. Das war das schwerste Überhaupt denn er wollte Leben bis zum letzten Atemzug. Drei Tage vor seime, Tod kam er in ein Hospiz es ging räumlich nicht mehr zu Haus. Er wollte zwr zu Hause bleiben, aber das ging nicht.
Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft, haltet zusammen und seit füreinander da.
Ich drück dich ganz fest
Jessica

monika100
08.12.2012, 10:10
Hallo Kaldi,

ich wünsche dir, dass du deinen heutigen Besuch bei deinem Papa genießen kannst. Hoffentlich geht es ihm heute gut.

Alles Liebe,

Monika

danny295
08.12.2012, 20:37
hallo ihr lieben,

Monika, du hast so recht. der Abend entwickelte sich noch in einem reinen Heulkrampf, aber jetzt hab ich wieder Kraft, bis zur nächsten Attacke... leider läuft es auch bei uns nicht glatt und das bringt mich langsam zum verzweifeln.

Kaldi, dieses schlechte Gewissen kenne ich, ich weiß nicht, ob es irgendwann wieder aufhört. Papas Wunsch war, dass ich trotz der Krankheit im Mai heirate, damit er mich zum Altar führen kann (er denkt nämlich, dass ihm nicht mehr so viel Zeit bleibt) und auch meine Flitterwochen wahr nehme, damit ich ihm all die schönen Fotos zeigen kann. Aber ich muss ehrlich sagen, es zerreisst mich innerlich. Wie soll ich mich auf all das freuen, wenn die Zukunft so ungewiss ist??? Es ist sein Wunsch, dass wir so normal wie möglich leben und das ist für mich große Stärke und ich glaube einfach Elternliebe... in meinen Augen liegt es jetzt an mir, meinem Papa all das zurück zu geben. Aber es fällt schwer.

Es ist so schön euch gefunden zu haben, die Außenwelt versteht ja doch nicht, dass man nach mittlerweile acht Wochen noch immer traurig und verzweifelt ist...

Habt einen schönen Abend ihr Lieben,
Danny

Kaldi
08.12.2012, 23:33
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure lieben Sätze. Es tut immer wieder gut Eure
Statements zu lesen.

Ich war heute bei Papa und ihm geht es den Umständen entsprechend gut.
Sein Husten ist immer noch so doll aber wir kommen beide damit ganz gut klar.
Wir haben heute über viele Sachen geredet. Dann hat er mir erzählt das ein Pastor vorbei gekommen ist mit dem er sich gar nicht unterhalten wollte aber es wurde wohl dann doch ein sehr nettes anderthalbstündiges Gespräch.
(Bei diesem Pastor ist Mama schon in der Seelsorge gewesen.)
Papa hat mir erzählt dass der Pastor zu ihm gesagt hat, dass er eine Kerze heute für ihn anzünden würde. Papa hat dann angefangen zu weinen!!!!!
Ich habe Papa noch nie weinen sehen 😥
Es war so furchtbar. Der für mich immer starke Mann, immer einen Rat oder einen Tipp hat.
Dann hat er heute auch nochmal gesagt, wie sehr er sich auf Weihnachten freut.
Er macht sich schon genau Gedanken wie was werden
soll. Manchmal macht es mir schon fast Angst.

Am Dienstag hat Papa jetzt einen Termin mit dem Pastor
gemacht für Mama und ihn. Er hat gefragt ob ich auch dazu
kommen möchte. Ich hab echt Angst.

Und jetzt spielt mein Körper auch verrückt.
Vor einer Stunde Durchfall und jetzt hab ich mich eben
übergeben. Ich Leg mich mal hin.
Ich Drücke und umärmel euch alle.

monika100
09.12.2012, 09:00
Guten Morgen Kaldi,

hoffentlich hast du ein bisschen schlafen können. ?

Dass dein Körper in dieser Situation rebelliert, das kann ich gut verstehen. Wichtig wäre, auch ein bisschen "Ruhe-Oasen" für dich selbst zu finden, aber das ist leicht gesagt, ich selbst konnte das auch nicht. Meinst du, du kriegst das hin?

Und Kaldi, du wirst sicher die nächste Zeit sehr viel bei deinem Papa sein wollen. Gibt es denn Leute um dich herum, die du mal ansprechen kannst, dass sie hin und wieder auf deine Kinder aufpassen?? Z. B. deine Schwiegereltern oder Freunde?? Du kannst sowas besser jetzt schon regeln, als wenn du nachher kurzfristig niemanden bekommst.

Der Pastor scheint deinem Vater gut zu tun, er heisst nicht umsonst "Seel-Sorger".
Hast du auch schon mal dran gedacht, sowas für dich in Anspruch zu nehmen??

Ich wünsche dir einen schönen 2. Advent.

LG Monika

danny295
09.12.2012, 11:06
Guten Morgen ihr Hübschen,

Kaldi konntest du etwas schlafen und zur Ruhe kommen? Achte bitte auf die Zeichen deines Körpers, es bringt keinem etwas, wenn du jetzt auch zusammenbrichst!!!:boese:

Ich bin ein ständig positivdenkender Mensch und ich möchte dir davon etwas abgegeben: Dein Papa plant Weihnachten, dass ist toll! Es ist wichtig, Ziele vorm Auge zu haben! Also versucht ihm das Fest so schön wie möglich nach
seinen Wünschen zu gestalten.

Mir bleibt auch jedesmal das Herz stehen, wenn mein Papa anfängt zu weinen... ja, die Rollen haben getauscht. Und ich denke, es ist das größte Geschenk für deinen Papa, dass er diese Tränen (so weh es auch tut) bei dir
rauslassen kann. Ein größeres Zeichen der Liebe gibt es wohl nicht!

Ich finde es auch sehr gut, dass dein Papa mit dem Pastor reden möchte. Ich denke auch, dass es deiner Mama helfen wird. Mein Papa lehnt alles derartige ab, als "Mann" macht man das nicht.

Ich würde es aber sehr befürworten, wenn auch du dir Hilfe suchst, bzw ein offenes Ohr, um all deine Ängste mitzuteilen. Frag bei euch nach nem Psychoonkologen nach.

Hast du denn sonst noch Untertützung in deinem Umfeld?

Hab einen schönen 2. Advent und fühl dich fest gedrückt!

Danny

Kaldi
09.12.2012, 21:12
Hallo Monika, hallo Danny.
Vielen Dank für Eure lieben Beiträge.
Ja, es geht mir etwas besser. Mein kleinen
Sohn und mich hat es etwas erwischt. Wir
haben uns nicht mehr übergeben, aber
Durchfall haben wir noch.

Ich versuche ja auch immer positiv zu denken,
aber zurzeit fällt es mir sehr schwer.

Meine Schwiegereltern sind gerade da und kümmern
sich um den Großen. Das ist eine große Hilfe nur leider
wohnen die 700 km entfernt.

Hab Papa heute nicht mal angerufen. Das nagt auch sehr an mir.
Aber ich fühl mich echt schwach. Morgen Ruf ich ihn wieder an.

Ja ich glaube ich muss mir auch jemanden suchen.
Vielleicht gehe ich (Papas Vorschlag) am Dienstag mit
zum Termin mit dem Pastor. Oder?

Ihr alle tut mir echt gut, so kann ich immer
einigermaßen schlafen.

Wünsche Euch noch einen schönen zweiten
Restadvent.
Ich umärmel Euch ganz doll.

teufelchen1966
11.12.2012, 18:17
hallo kaldi
das is klasse es hilft manchmal über kummer zu reden mit leuten die einen nicht kennen.als die krankheit mein leben beeinflusste bekam ich hilfe in form von ergotherapie wo ich auch heute immer nochhingehe...
seelensorger sind klasse weil die zuhören und einfach reden lassen.
alles gute weiterhin euch drücke euch auf euren weg den ihr gerade geht.

lg gitta

monika100
11.12.2012, 20:30
Hallo Kaldi,

wie geht es denn bei euch??

LG Monika

Kaldi
14.12.2012, 23:40
Hallo Ihr Lieben.

Wir hatten alle hier einen Magen-Darm-Infekt.
Es hat uns alle ganz schön umgehauen.
Aber jetzt sind wir alle fast wieder fit.

Papa ist seit Mittwoch wieder Zuhause.
Leider konnte ich ihn aufgrund des Viruses
nicht besuchen. Aber wir telefonieren fast täglich.

Hab heute nicht so viel zu schreiben. Fühle mich etwas
leer und schlapp.
Ich drück euch alle.
lg

danny295
29.12.2012, 21:37
Hallo kaldi,

lang nix mehr gehört, wie gehts bei euch?

Liebe Grüße
Danny

Kaldi
02.01.2013, 00:39
hallo ihr lieben.
Ich hoffe ihr hattet schöne Weihnachten und seit ohne Unfälle
ins neue Jahr gekommen.

Papa hat Weihnachten gut überstanden. ich bin am 27.12.
nach Süddeutschland gefahren zu meinen Schwiegereltern.

als wir endlich da waren und ich Mama anrief, dass wir gut angekommen
sind sagte sie mir das Papa wieder ins Krankenhaus musste da
er eine Gürtelrose bekommen hat.
so eine scheiße, dem bleibt echt nix erspart.

Ich bin total fertig. Habe Papa angerufen und ihm ein frohes neues
Jahr gewünscht. Ich habe ihn gefragt wie es ihm geht und er sagte
es sei ja wieder was neues dazu gekommen.
er hat Fieber. 39 grad und noch weiß keiner woher.
Papa Klang heute nicht mehr nach allzu großem Lebensmut.

Ich habe ein schlechtes Gefühl.

Habe mit Mama abgesprochen wenn es ihm morgen noch
nicht besser geht, dass ich dann mit dem lütten mit der Bahn morgen
losfahre zu Papa.
Papa hat das nicht verdient.

Ich kann bald nicht mehr. habe mir jetzt Tropfen aus
der Apotheke gegen nervöse Erschöpfungszustände geholt.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht und Papa:
Wir schaffen das, egal welchen Weg Du gehen willst,
aber bitte warte auf mich.
lg
Kadi

Kaldi
06.01.2013, 22:57
Ein Hallo an Euch alle.

Ich bin seit Freitag spät wieder in HH. Und heute habe
ich Papa besucht.

Seine Gürtelrose hat er fast komplett überstanden und nun hat
er Darmbakterien. Wir müssen jetzt Anzüge und Handschuhe anziehen.

Heute sah er echt schlecht aus. Er war ganz fahl und sein Blick war leer.
Irgendwann sagte er das es ihm heute nicht so gut ginge. Er würde sich so
"Bäh" fühlen. Es kam dann nach klingeln eine Schwester die Blutdruck und Puls gemessen hat. Beides war wohl sehr schwach, da wieder irgend eine Lösung
verabreicht wurde.

Ich brauchte mal von jemanden Infos über den PEG.
Papa wird ja nun schon über Monate über den Port ernährt.
Schwiegermama fragte warum er nicht über PEG ernährt wird, da man ihn dann ja auch kalorienreicher ernähren könne.

Papa hat jetzt nachgefragt und die Antwort der Ärztin war
warum er das denn wolle.
Was ist das denn für eine Antwort????
Haben die Papa doch aufgegeben?
Nun wollen sie diese Woche wohl über den PEG ernähren.

gibt es Nachteile bei der Ernährung?
Ich muss mal wieder ein treffen mit der Ärztin machen.

Ich wünsche Euch allen Kraft und Glück für was auch immer kommen mag.

lg
kaldi

monika100
06.01.2013, 23:34
Hallo Kaldi,

über diese Art der Ernährung kann ich dir leider nichts sagen, das hatte mein Mann nie. Aber es wird sich sicher noch jemand dazu melden.

Ich krieg nur mittlerweile die Wut, wenn ich wieder und wieder höre und lese, dass die Menschen, die eh schon sehr krank sind, überflutet werden von diesen Bakterien bzw. Keimen.
Ich hab ja selbst lange damit gekämpft.

Hoffentlich geht es deinem Vater morgen besser.

LG Monika

Hamlet7732
07.01.2013, 09:09
Hallo Kaldi,
schau mal nach meinem Beitrag bei "Mein Vater hat Speiseröhrenkrebs, wie soll es bloß weitergehen???!!!" von "Wölkchen08".
Ergänzend dazu noch folgendes:
Beim An-und Abhängen des Nahrungsbeutels durch den Sozialdienst bei mir zu Hause wurde immer peinlichst auf Sterilität geachtet (Desinfektionsspray, steriles Tuch als Unterlage, Handschuhe usw). Außerdem wurde vor und nach der Nahrungszufuhr jedes mal der Port mit Kochsalzlösung gespült. Zudem wurde wöchentlich die Portnadel gewechselt. Eine Entzündung oder Verunreinigung des Ports darf daher eigentlich nicht vorkommen.
Der Nahrungsbeutel enthielt cal 2 ltr "Ollimel", das wurde über Nacht komplett in die Vene gepumpt (dauerte ca. 14 Std). Tagsüber war der Port dann frei für Chemo und Ähnliches.
Auch bei der Chemo wurde der Port vor- und nachher jedesmal gespült.
Das Ollimel war so nahrhaft, dass ich in den 8 Wochen leicht zugenommen habe.
Ich kann den Port nur wärmstens empfehlen.

Gruß
Michael (Hamlet7732)

Hamlet7732
07.01.2013, 09:50
Hallo Kaldi,

noch ein Hinweis zu den vielen Erkrankungen Deines Vaters:
Bei mir wurde vor jeder Chemositzung eine Blutuntersuchung gemacht. War der Leukozytenwert zu niedrig (unter 2000), wurde die Chemo verschoben.
Bei zu niedrigem Leukozytenwert ist die Gefahr einer Ansteckung zu groß.
Zu dem Loch in de Lunge: Wurde ein Lungenfacharzt (Pneumologe) konsultiert?
Bei mir wurde 2 mal eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) durchgeführt, um einen Durchschlag Speise->Luftröhre rechtzeitig zu entdecken.

Gruß
Michael (Hamlet7732

Kaldi
22.01.2013, 00:08
Hallo Ihr Lieben

Sorry das ihr nix von mir gehört habt.

Das Leben ist doch soooo gemein.
Es sah doch alles einigermaßen gut aus und nun
heute wieder Bad News.

Ganz kurz mal zum Zustand.
Gürtelrose gut überstanden
Darmbakterien gut überstanden
Fieberschübe gut überstanden
Magensonde ganz gut überstanden
(Ernährung hatte nicht soo gut geklappt)

Heute Gespräch mit dem Arzt erbeten, da
Papa ja schon seit 27.12. im Kh ist.

Folgende Situation
Die Fistel in der Speiseröhre kann nicht verschlossen werden
Jetzt auch noch Blut im Stuhl kommt lt. Arzt von dem Lymphknoten der sich gerade anfängt in den Magen zu bohren.
Möglichkeit der Magenentfernung wurde heute angesprochen, aber das
scheint so ein komplizierter Eingriff zu sein, dass das die
Chirurgen entscheiden müssen.
Zusätzlich ist noch Gallengries da.

Wenn die Chirurgen morgen ihr ok geben sollten will Papa diese op auch.

Mein armer Papa. Es scheint kein Licht am Ende des Tunnels mehr für ihn zu geben.
Meine Mama kann nicht mehr. Sagte heute schon das sie das alles nicht packt.
Aber ich muss es packen und stehe vor meinem knapp dreijährigen Sohn und muss ihm erklären dass Opi immer noch im kh ist.
Ich weiß auch nicht ob die sich nochmal sehen werden.
Papa soll erstmal im kh bleiben da ja die Möglichkeit des inneren Verbluten besteht.

Habe heute gefragt da keine Patientenverfügung vorliegt wie es weitergehen soll.
Der Assistentsarzt hat gesagt es gibt schon ein paar Grundregeln.
Sie würden auf keinen fall beatmen da seine Grundkrankheit vorliegt.
Im Falle von inneren Verbluten würden Sie wenn es zu stark wäre dann keine Blutkonserven mehr verabreichen und mit Schmerzmittel "verbluten lassen"

Ich habe gehofft und gehofft. Es hat nichts geholfen.

Er redet nicht richtig mit uns will uns schützen was die Situation für mich nur schlimmer macht.
Ich wollte noch so viel mit ihm machen.

ich bin so verzweifelt und traurig.
ich überlege die ganze zeit was mir noch wichtig ist zu sagen, aber mein Kopf ist leer.
ich will stark sein und will für ihn kämpfen, aber meine Kraft reicht nicht.
ich will versuchen ein wenig positiv zu sein, aber ich weine seit Stunden.
Ich weiß nicht mehr weiter.

Ich muss versuchen zu schlafen
ich wünsch euch allen ganz viel Kraft und eine gute Nacht.
Kaldi

monika100
22.01.2013, 08:14
Liebe Kaldi,

das tut mir sehr leid, komm mal her:pftroest::pftroest:

Ich weiss nicht wie ich dich trösten soll, das hört sich wirklich nicht gut an.
Ob es gut ist, deinem Vater noch so eine schwere OP zuzumuten mit den damit verbundenen Ernährungsproblemen hinterher - ich weiss es nicht. Das müssen die Chirugen entscheiden.

Dir bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten und zu hoffen, dass die Ärzte noch irgendwas aus dem Ärmel zaubern.
Verbring so viel Zeit wie möglich mit deinem Vater, vielleicht hast du jemanden, der auf deine Kinder achten kann?? Diese Zeit jetzt kommt nie mehr wieder.

Ich drück dich,

Monika

Kaldi
22.01.2013, 15:13
Hallo Monika,

vielen lieben Dank für deine lieben Worte. Ja ich bin mit dieser OP auch nicht so wirklich glücklich. Aber es scheint nur diese Möglichkeit zu geben. Und da mein Vater gesagt hat er will unbedingt diese OP machen kann keiner was an seinem Wunsch ändern.

Ihm wurde auch gesagt was für Einschränkungen beziehungsweise Komplikationen dort hinter sich verbergen.
Ich bin mir aber nicht sicher ob er in so einer Situation das alles hören will. Er zieht sich an jeden Strohhalm hoch und lässt alles so ganz selbstverständlich über sich ergehen. Ich habe ja schon geschrieben dass die Ärzte in sterben lassen wenn es zu einem Atemstillstand kommen würde und wenn das verbluten einsetzen sollte. Ich habe den Arzt gestern auch gefragt ob Papa nicht mit nachhause kommen könnte. Zurzeit ist das aber aufgrund der Blutung in Magen nicht möglich da wir zuhause gar nicht testen könnten wann wieder Blutungen einsetzen da das nur über ein Bluttest möglich ist. Ich glaube dass Papa zuhause vielleicht noch etwas mehr Kraft tanken könnte da er da eine 24 Stunden Betreuung von Mama und mir hätte.
Ich warte jetzt auf das auf den Bescheid von den Chirurgen wie es weitergehen wird. Ich bin heute nicht in der Lage zu ihm ins Krankenhaus zu fahren morgen will ich wieder hinfahren aber heute schaffe ich es einfach nicht.

ganz besonders traurig macht mich das Verhalten meines Bruders! Meine Mutter hat ihm gesagt das gut wäre wenn er aus München in absehbarer Zeit noch mal hochkommen würde da es um Papa halt so schlecht steht. Und mein Bruder sagt er hätte im Moment so viel um die Ohren und noch eine weit entfernte Tante
seiner Frau sei verstorben und die muss Beerdigt werden.

Ohne Worte!

monika100
22.01.2013, 19:45
Liebe Kaldi,

ich hoffe du hast heute ein kleines bisschen Kraft zu Hause schöpfen können? Es ist gut, wenn du morgen wieder zu deinem Vater hinfährst.

Ich kann deinen Vater gut verstehen, er greift nach jedem Strohhalm, möchte noch bei euch bleiben. Und dafür will er alles versuchen.
Wartet jetzt ab, was die Chirugen sagen, letztendlich muss man den Ärzten vertrauen.

Das mit deinem Bruder ist ein starkes Stück.
Kann es sein, dass er das alles erst einmal verarbeiten muss und sich nicht zu deinem Vater hintraut?? Du weisst ja "Männer weinen nicht, Männer zeigen keinen Schmerz!"... und sowas alles???
Und deshalb schiebt er diese Tante seiner Frau vor??
Hoffentlich besinnt er sich noch rechtzeitig.

Meld dich morgen, wie es war, o. k.?

Drück dich,
Monika

Kaldi
23.01.2013, 00:40
Hallo meine Lieben,

so erstmal vielen Dank Monika. Es ist schön zu wissen, dass man hier nicht alleine gelassen wird. 😘😘😘😘

Habe mir heute einen Ablenkungs- und Kraft-hol-Tag gegönnt.
Überteuertes Frühstück mit einer ganz lieben Freundin mit unseren kleinen und heute Nachmittag zu einer anderen Freundin auch mit zwei Kiddis.
Das tat echt gut. Auch wenn das Warten und Wissen, immer bei einem parat ist und viele Blicke zum Telefon gehen.

Mama war im Krankenhaus und dann kam der nette Arzt von gestern und noch der Professor. So wie ich Mama verstanden habe, wurde die Blutung gestillt und eine Op soll jetzt nicht überstürzt werden ?!?!?
Morgen wird eine Psychologin zu Papa kommen, die sich mit ihm unterhalten möchte und am Donnerstag kommt eine Physiotherapeutin die mit ihm
Bewegungsabläufe trainieren soll.
Ich versteh das irgendwie nicht. jetzt klingt das wieder alles so harmlos.

Heute ging es ihm mal wieder besser, dass er es auch von sich aus gesagt hat.

meine Mutter hat heute mit meinem Bruder gesprochen und ja Monika du wirst recht haben, leidet er auch.
Aber er flüchtet sich immer in neue Ausreden und sein beliebtester Satz:
Papa will ja nicht das ich komme.

Selbst wenn Papa das sagen sollte, wäre mir das als Tochter egal. ich würde hinfahren, da ich ja doch weiß das er sich freut.
Viele Freunde und bekannte fragen immer schon wann er denn kommt bzw. setzen voraus das er da ist.
Leute die mich nicht so gut kennen fragen ob ich Geschwister habe und auch da ging mir schon des Öfteren durch den Kopf einfach NEIN zu sagen!!!

So jetzt geht's mir noch besser. ihr tut mir echt gut.
Danke an Euch alle 😘😘

monika100
23.01.2013, 09:04
Liebe Kaldi,

ich glaube du hast wirklich ein bisschen neue Kraft geschöpft, DU hörst dich viel besser an.:)

Ich wollte dich gestern schon fragen, ob es denn nicht möglich ist, die Stelle im Magen deines Vaters zu veröden oder sowas ähnliches, damit er diese schwere OP nicht auch noch durchmachen muss.
Anscheinend ist da jetzt ja was passiert und ich finde es gut so wie es jetzt ist.

Liebe Kaldi, dein Vater ist sehr schwer krank. Es ist gut, wenn eine Psychologin mit ihm spricht - und sich vielleicht auch ein bisschen um euch kümmert.
Und es ist gut, wenn er jetzt mithilfe der Physiotherapeutin wieder ein bisschen auf die Beine kommt. Das verschafft ihm ein bisschen mehr Lebensqualität. Vielleicht kann er ja doch noch nach Hause.

Für deinen Besuch heute wünsch ich dir viel Kraft und euch Allen viele schöne Momente!

Dein Bruder - der hat mit Sicherheit einfach nur eine Scheiß-Angst...
Aber trotzdem sollte er sich - wie schließlich auch Du - überwinden und für euren Vater da sein.
Und auch deine Mutter und du braucht ihn, es ist nicht schön, wenn man sich in der engsten Familie im Stich gelassen fühlt.
Kannst du nicht mal mit ihm telefonieren und ein offenes Gespräch führen??

LG Monika

monika100
23.01.2013, 22:45
Hallo Kaldi,

wie wars denn heute??

LG Monika

Kaldi
24.01.2013, 23:27
Hallo Monika,

er wollte mich gestern nicht sehen. Er war der Meinung das das für mich immer sehr stressig ist.

Ich war vor drei Stunden bei Papa im Krankenhaus.

Der Arzt hatte versehentlich mich angerufen und mitgeteilt das Papa nun MORGEN operiert wird.
Er sagte mir auch, das es keine einfache op wird. Es könnten auch Komplikationen auftauchen.
Ich fragte ob es besser wäre heute nochmal zu kommen, was er auch bestätigte.

Ich rief Mama an und erklärte ihr die ernste Situation und bin mit ihr hingefahren.

oh man was für ein komisches Gefühl.
Wir waren ca. 45 min bei ihm und dann war er müde.

Viel geredet haben wir nicht. Er wollte wissen was seine beiden Enkel so machen und Mama ging ihm mit ihrem nachgefrage und geweine etwas auf die Nerven.
Er weiß das es nur diesen weg gibt.

Ich wollte vor der Op morgen mit dem kleinen nochmal zu ihm, aber das wollte er nicht. Ich akzeptier das!!!

Ich lieg jetzt traurig und grübelnd im Bett und hoffe das morgen alles Super verläuft. Ab 9 Uhr irgendwann wird es losgehen.

Bitte lieber Gott hilf ihm.

Ich muss jetzt versuchen zu schlafen

Bitte drückt und betet für meinen Papa.
Ich hab ihn doch sooooo lieb

Arona
24.01.2013, 23:45
Lieber Kaldi,
hab gerade eine Kerze angezündet und bete für euch (und für uns alle),
schlaf trotz allem gut,:schlaf:
Arona

monika100
25.01.2013, 11:47
Liebe Kaldi,

ja das mach ich! Hoffentlich geht alles gut.

Alles Gute für deinen Papa und meld dich gleich, wenn du was weisst, o. k.?

LG Monika

Laesperanza
25.01.2013, 12:30
Auch von mir alles Gute und ich denke an Euch.

Kaldi
25.01.2013, 12:32
Oh man scheiße!
Die warterein macht mich wahnsinnig! Bis jetzt noch keine Informationen über den OP Verlauf. Gutes Zeichen? Schlechtes Zeichen?

Melde mich später wieder!

Kaldi
25.01.2013, 21:18
Hallo Ihr Lieben

die Op hat erst später angefangen und deswegen mussten wir
so lange warten.

Op ist soweit gut verlaufen. Was heißt gut?!
Also da keiner der operierenden Ärzte mehr im Haus war bekomme wir Montag
erst Bescheid.
Es wurde uns nur gesagt, dass der Magen und auch ein Stück Leber entfernt wurde.

Er liegt jetzt auf der Intensivstation und soll morgen auf die chirurgische gelegt werden wenn alles gut verläuft.

morgen können wir ihn wohl gegen Nachmittag mal besuchen fahren.

Ich danke Euch allen fürs Daumen drücken und beten.

Ich melde mich sobald es wieder Neuigkeiten gibt.

lg

monika100
25.01.2013, 23:20
Hallo Kaldi,

dann hat dein Vater diese OP Gott sei Dank hinter sich und überstanden.

Wenn alles gut läuft, wird er wohl ca. 2 - 3 Wochen im Krankenhaus bleiben müssen und geht dann wahrscheinlich anschließend gleich in die Anschlussheilbehandlung.
Die ist sehr wichtig, weil die Ernährung ohne Magen erst einmal schwierig ist und dort wird er betreut und geschult. Auch für deine Mutter, die ja wahrscheinlich kocht zuhause, wäre so eine Schulung wichtig. Aber das wird man euch ja alles noch sagen.

Ich hoffe, du kannst schlafen und wünsch euch für morgen alles Gute.

Monika

Kaldi
26.01.2013, 21:42
Hallo Ihr Lieben,

da meine kleinen heute wieder mit Fieber in den Tag gestartet sind, bin ich lieber Zuhause geblieben. Ich habe Angst irgendwas zu verschleppen, was ja nun ganz ganz doof wäre.

Aber Mama war da, zwar nur für zehn Minuten, aber sie hat mir gleich berichtet.

Seine erste Frage als er sie sah hat er gefragt ob wir nun endlich die Heizung bei meinen Eltern mit Wasser gefüllt haben und die Heizkörper auch entlüftet haben (ich hatte ihn am Montag gefragt wie das geht)

Da musste ich ja etwas schmunzeln.

Also er hat Schmerzen und bekommt was dagegen. Sein Kreislauf war vorher auch noch nicht perfekt, aber ich denke das ist in dieser Situation völlig normal.

Ich hoffe das ich morgen es vielleicht schaffe.

Ich umarm euch alle und danke für die kraft und eure positive Energie.

Eure kaldi

monika100
29.01.2013, 19:50
Hallo Kaldi,

wie läuft es denn bei euch???
Wie geht es deinem Vater?

LG Monika

Danie
31.01.2013, 17:43
Hallöchen lese schon seit einiger zeit mit und muss mir jetzt auch mal meine sorgen und Ängste freien lauf lassen.Ich lege einfach mal los hab sowas ja noch nie gemacht.Angefangen hat alles im Juni/Juli 2012 da ist mir zum ersten mal aufgefallen das meine Mutti nur noch sehr wenig gegessen hat sie hatte immer kein Hunger wir sind jeden sonntag zum Essen da.Gut kann ja sein dann klagte sie über Rückenschmerzen und Herzrasen sie nimmt schon immer Blutdruck Tabletten somit habe ich mal einen Termin bei meinem Hausarzt gemacht so gleich im Wartezimmer hat sie ein trink bekommen weil ihr Blutdruck viel zu hoch war.Ärztin hat sie untersucht alles soweit ok Rückenschmerzen daher das sie 35 jahre schon im Verkauf arbeitet also ruhe brauch sie.Das wars dann erstmal.Im Juli zeigte sie mir dann ihre Sachen die sie auf meiner Hochzeit tragen möchte sie war so unglaublich dünn geworden als ich sie fragte sagte sie stress auf arbeit.Dann Kam meine Hochzeit im August jeder fragte was mit Mutti los sei ich hatte keine Antwort darauf sie erzählte ja keinem was nach der Hochzeit kapselte sie sich immer mehr ab war lustlos ist nur noch auf arbeit gegangen wo ich mich gefragt habe wie schafft sie das nur sie sah schlecht aus und immer wochen vergingen sie wollte ja nicht mehr zum Arzt da sie schlechte erfahrungen gemacht hatte.Irgendwann sagte ich das geht so nicht mehr und sie ist wieder zu ihrem Hausarzt anfang November er hat ihr eine Überweisung zum Schlauchschlucken mit gegeben so Termin gab es am 09.01.2013 der Hammer ich sagte bis dahin ist sie uns verhungert also rief ich eine Freundin an die kümmerte sich sofort und rief mich zurück und sagte in zwei tagen kann sie kommen.Gut super Mutti ist auch freiwillig hin gegangen hätte ich nicht gedacht.So untersuchung wurde abgebrochen weil der arzt nicht weit kam tumor musste danach sofort ins Krankenhaus zu der Ärztin die sich damit auskennt.Darauf folgten alle Untersuchungen dann kam Chemo eine woche lang 24 stunden und jeden Tag Bestrahlung die erste hat sie ganz gut verkraftet über Port wurde sie nachts ernährt.Die zweite chemo auch alles gut danach gaben sie ihr neues Blut weil die werte im Keller waren dann kam das wasser in den beinen dafür hat sie dann tabletten bekommen die sie nicht immer nehmen durfte weil ihr Blutdruck zu niedrig war.Jetzt am Wochenende waren die Beine so dick durch das Wasser mein Vati sagte das Nachts kaum schlafen kann weil sie so röchelt und hustet ich sagte dann zu ihm wenn es nicht geht ruf einen arzt wollte Mutti alles nicht okay.Jetzt am Montag war termin bei der Ärztin da dachte ich okay sie wird sich das ja ansehen aber nix chemo dran gemacht das wars wieder ab nach Hause.In der Nacht von Montag zu Dienstag rief mich mein Vati um vier an ich solle rüber kommen Mutti gehts nicht gut sie will aber keinen arzt.Wir wohnen fünf minuten auseinander so ich so schnell wie möglich rüber ich hörte sie schon weiten Röcheln und au schreien im Rücken hatte sie schmerzen und in der Brust so schnell konnte sie nicht gucken da habe schon den Notarzt angerufen.Blutdruck 70 zu 49:-(sie sagte immer das sie erstickt ich konnte es nicht mehr hören hatte Angst das sie jetzt tot umfällt.Als sie draussen war war ich froh hört sich böse an aber ich konnte es nicht ertragen das sie so leidet.Seit dem liegt sie auf der ITS sie hat wohl ein loch in der lunge jeder schluck den sie trinkt läuft wohl gleich in die lunge.Ein CT wurde gestern konnten nix sehen wo es her kommt da sie bei Mutti kein Kontrastmittel spritzen können da sie allergisch ist.Heute war ich mit Vati sie wieder besuchen es ist jedes mal ein grauen für mich sie so zu sehen und die ganzen geräte.Mutti ist doch erst 53 Jahre :-(und heute kam dann ne Ärztin die dann einfach so sagte das der Krebs ja eh nicht zu heilen wäre das hörten wir alle zum ersten mal davon war nie die rede meine Mutti war total geschockt die Ärztin meinte ja in dem stadium T3 wäre das so wir wussten alle nicht was wir sagen sollten.Und weg war die Ärztin was soll ich denn jetzt tun eine zweite Meinung ein holen ??Vati und ich sind am Ende und wissen nicht woran wir sind mal wird so geredet und mal so.Was sagt ihr dazu ???Ich hoffe ich hab nicht zu verwirrend geschrieben.
Ganz ganz viele liebe grüsse von mir

Kaldi
01.02.2013, 16:19
Hallo Ihr Lieben, ich habe mich lange nicht gemeldet und es gibt viel zu berichten.
Papas OP ist gut verlaufen. Letzte Woche Sonntag war ich bei ihm auf der Intensivstation. Ich muss ehrlich zugeben es war ein Anblick der mich geschockt von nachdenklich gestimmt hat. Diese vielen Geräte und Monitore um ihn herum.
(Es wurde der Magen, ein Stück Leber und etwas Zwerchfell entfernt)
Als ich dann am Dienstag zu ihm wollte war er schon auf die chirurgische Abteilung verlegt.
Dort musste er sich leider mit einem absolut arroganten Zimmernachbarn das Zimmer teilen der kein Verständnis dafür hatte das Papa bei offenem Fenster friert und auch Kopfhörer sollte Papa gefälligst aufsetzten wenn er Fernsehen oder Radio hören will. Das kann ich ja noch verstehen aber der Ton macht die Musik. Dieser Mann saß in seinem Bett und aß ein Brötchen und sprach über das aufstehen was er nächsten Tag gerne machen würde. Also ihm ging es um einiges besser als mein Vater. Und der Oberhammer war, dass seine Besucherin als bei Papa eines seiner Gerätes piepte und die Flüssigkeit alle war ging diese Besucherinnen zu Papas Gerät hin schaltete es aus und mir sagte ich solle den Pfleger Bescheid sagen es müsste was neues gebracht werden.
War ich habe mich so aufgeregt und habe den Pflegern Bescheid gesagt dass die Konstellation Papa mit diesem Herrn überhaupt nicht ginge. Auch denen war schon aufgefallen dass es zwischen den beiden keine Harmonie gehabt. Am nächsten Tag rief ich noch Beim Chef an und teilte mit das ist ja nicht sein könne das fremde Leute an Geräten rum spielen würden die nicht mal zu den Patienten gehören.
Gleich am nächsten Morgen wurden wir zwei getrennt mir fiel ein Stein vom Herzen.Mir ging es echt schlecht mit dem Gedanken daran dass Papa bei jemanden Liegt, der noch nicht erkannt hat wie schlecht es Papa geht. Und mit so Kleinigkeiten in das Leben echt noch erschwert.

Sonst ging es ihm die letzte Woche soweit ganz gut. Einmal hatte mich noch etwas geschafft in dem etwas halluzinierte und mich in einem Bild an der Wand meinte zu erkennen was mir überhaupt nicht ähnlich ist.

Jetzt haben meine beiden Kinder eine Lungenentzündung und ich kann ihn nicht besuchen.
Gestern war meinem Schwieger Eltern bei meinem Vater zu Besuch (beides Ärzte) und fanden seinen Allgemeinzustand für die Operation echt gut.
Und gestern hatte er keinen komischen Anwandlung. Nun habe ich gerade einen Anruf von meiner Mutter erhalten dass Papa jetzt gerade wieder operiert wird. Irgendetwas mit der Magensonde ist nicht in Ordnung.

Jetzt heißt es wieder bangen und warten.

Bitte drückt die Daumen und schließt ihn in Eure Gebete mit ein.

lg
Kaldi

monika100
01.02.2013, 19:59
Hallo Kaldi,

also erst mal ist es gut, dass es deinem Vater für die große OP entsprechend "normal geht". Was jetzt mit der Sonde ist, muss man abwarten, vielleicht ist die nur irgendwie verrutscht.

Das mit dem Zimmernachbarn, sowas kann man in so einem Zustand genau gebrauchen. So ein Ar... Man ist sowieso als Angehöriger so beunruhigt, wenn man den Patienten im Krankenhaus zurücklassen muss und wäre froh, einen Bettnachbarn zu haben, der ein bisschen auf den Anderen achtet. Gut dass du dich für deinen Papa gewehrt hast, klappt es mit dem neuen Nachbarn besser?
Und dass die an seinen Apparaten herumspielen, das geht gar nicht, was bilden die sich ein.

Ich hoffe, dass nun alles gut geht bei deinem Vater, ich bin in Gedanken bei dir.

LG Monika

jensg
02.02.2013, 19:11
Hallo Danie,

es klingt gar nicht verwirrend, was du schreibst. Ist doch klar, dass Betroffenen und Angehörige bei einer solchen Diagnose verunsichert und verwirrt sind. Dazu trägt - jedenfalls hab ich das so empfunden- auch das Ärztelatein bei. Ich habe mich bemüht die Arztbriefe immer zu verstehen und habe oft googeln müssen, bis ich verstanden habe, was gemeint ist und was es bedeutet.
Ich hoffe, dass deine Mutter die Chemotherapie gut übersteht und sich die Nebenwirkungen begrenzen lassen.

T3 ist ein Teil des Stagings und sagt etwas über den Tumor aus, was bei dem Staging fehlt (müsste im Arztbrief stehen) ist die Bewertung der Lymphknoten (nodes) Nx und der möglichen Metastasen Mx. Daraus kann man ableiten, ob deine Mutter ein Kandidat für eine OP ist, das wird im Anschluss an die Chemo auf jeden Fall auch noch mal bewertet.
Wenn du zum Staging oder einer möglichen OP Fragen hast, meld dich einfach nochmal. Welche Chemomittel bekommt deine Mutter, üblich ist Cisplatin und 5Fu. Es gibt auch Varianten mit Oxaliplatin (EOX ist die Abkürzung für die Wirkstoffkombi). Ich habe beides hinter mir. Ev. macht das deiner Mutter Mut.

Vieleicht machst du auch einen eigen Thread auf, damit deine Fragen und Beiträge nicht untergehen. Meine bisherige Geschichte habe ich in dem Thread "Zwei Tage nach der Diagnose" dokumentiert.

Ich wünsche dir und deiner Mutter ganz viel Mut, Kraft und Glück
Liebe Grüsse
Jens

jensg
02.02.2013, 19:18
Hallo Kaldi,

schön, dass dein Vater die OP gut überstanden hat. Es wird noch eine Zeit dauern, bis sich wieder Normalität eingestellt hat. Erstmal müssen die Schläuche raus. (Als ich in der Intensivstation aufgewacht bin habe ich 9 Schläuche gezählt, mit jedem den ich loswurde habe ich mich ein Stück besser gefühlt)
Einen Ausnahme, die Schmerzpumpe, dannach hatte ich sowas wie Entzugserscheinungen. Hat dein Vater eine solche Schmerzpumpe? Das Morphium kann ein Grund für die Verwirrung sein. Ich hatte ganz wirre Träume, wie ein kleiner Drogenrausch. (Ich habe z.B. geträumt dass ich mit Flusspferden schwimmen war)

Das mit der Magensonde ist hoffentlich nicht so schlimm und bereits ausgestanden.

Liebe Grüsse
Jens

Danie
03.02.2013, 17:33
Hallöchen ihr lieben....
Leider liegt meine Mutti jetzt im Sterben unglaublich wie schnell das alles ging ich finde leider keine worte mehr....
Liebe grüsse Danie

pags
04.02.2013, 11:43
Hallo Liebes :pftroest:
Du/ihr werdet jetzt viel Kraft brauchen... das es schnell ging ist relativ, auf der einen Seite gut auf der anderen will man die Person noch nicht gehen lassen :( Ich weiß genau, was Du meinst... aber schau mal, Deine Mama hat Dich noch unter die Haube gebracht und hat gesehen, dass Du glücklich bist. Sei jetzt für Deinen Papa da, so sehr wie er sie vermissen wird, ist es bei den Kindern nicht. Er war tag ein und tag aus mit ihr zusammen. Ich kann nur hoffen, dass es schnell geht... mein Papa hat die letzten 2 Wochen starke Schmerzen gehabt und sehr gelitten. Für uns wars die Hölle und trotzdem meinten die Ärzte zu uns, wir können froh sein, dass es so schnell ging... Dieser Zustand hätte noch 6 Monate so gehen können :sad:

Kaldi
04.02.2013, 15:12
Hallo Ihr Lieben,

vielen lieben Dank für eure lieben Worte und dass ihr immer an meiner Seite seit. Papa hat am Freitag die OP an der Magensonde beziehungsweise jetzt ist es ja eine Darmsonde gut überstanden. Er liegt noch auf der Intensivstation und ich hoffe das er jetzt in ein zwei Tagen wieder auf die chirurgische verlegt wird. Dann kann ich ihn auch endlich wieder besuchen.

Manchmal wäre es für mich einfacher wenn Papa mit mir reden würde Aber er hat den Schutzmantel über Mama an mich so ausgebreitet das ein reinkommen an ihn nicht möglich ist.
Ich würde so gerne wissen wir er sich fühlt wie ich ihm helfen kann was ich ihm für Wünsche noch erfüllen kann. Aber er lässt überhaupt nichts erkennen.


Liebe Dani das mit deiner Mama tut mir sehr leid. Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Diese blöde hinterhältige Krankheit die einem so das leben verändert.

Ganz liebe Grüße an euch alle

pags
04.02.2013, 17:34
Hallo Kaldi,
ich finde es sehr sehr schade und sehr schwer für Dich, dass Dein Papa Dich so auf Abstand hält :knuddel:
Ich drücke euch die Daumen, dass alles gut wird :pftroest:

monika100
04.02.2013, 18:17
Liebe Kaldi,

ich denke auch, dass dein Vater EUCH schützen will. Deshalb will er nicht REDEN. Und vielleicht muss er auch erst einmal selbst mit allem klarkommen.

Lass dich davon nicht abhalten, pack ihn dir und sage ihm, dass du ihn lieb hast und dass du immer für ihn da bist, egal was kommt. Er wird schon sehen, dass du kein kleines Mädchen mehr bist und dass er auf dich zurückgreifen kann, wenn er es irgendwann braucht.

Alles Liebe für euch,
Monika

Kaldi
17.02.2013, 15:24
Hallo Ihr Lieben,
ich glaube es ist mal wieder Zeit das ich etwas berichte.
Ich muss ehrlich gestehen das ich längere Zeit nicht bei Papa war, da meine beiden Boys eine Lungenentzündung hatten und mir es auch besser tat ihn nicht immer zu sehen.

Was gibt es neues bei Papa?
Also vorletzte Woche Donnerstag um 21:00 Uhr rief Papa mich an und teilte mir mit dass er jetzt operiert wird.
Ich sagte Papa ist es 21:00 Uhr ich glaube nicht das du jetzt operiert wirst. Doch er war sich ganz sicher und behauptete wehement: doch jetzt die Ärzte haben eine neue Idee sie wollen die Stents entfernen und was neues machen.

Ich fragte Papa ob er Mama Bescheid gesagt hätte das er jetzt operiert werde. Nein sagte er aber ich könne sie informieren dann wüsste sie auch Bescheid.
Ich rief Mama an und fragte sie ob sie schon wusste dass Papa JETZT operiert wird. Sie war völlig aus dem Häuschen und verwirrt sagte nein natürlich nicht und warum er mich anrufen würde um sie davon nichts wusste.

Wie entschieden uns auf der Station anzurufen um nachzufragen was los sei. Doch leider ging da keiner ans Telefon. Schweres Herzens entschlossen wir uns am Freitag nachzufragen wie die OP verlaufen sei.

Freitag früh riefen wir gleich an und fragt nach wie es gelaufen ist. Die Pfleger waren etwas erstaunt da natürlich keine OP stattgefunden hat und sie jetzt eine Bronchoskopie machen wollten. Und hier war tatsächlich eine neue Idee die zwei Stents die er jetzt in der Speiseröhre hatte zu entfernen und durch einen größeren zu ersetzen mit der Hoffnung die Fistel gleichzeitig zu verschließen.
(Papa hatte sich also nur etwas vertan und war nicht verwirrt und erzählte irgendwelche komischen Sachen).

Und was soll ich es sagen Leute, es hat geklappt. Papa fängt jetzt langsam wieder an zu essen und zu trinken. Er hat zwar kein Magen mehr aber die Ärzte sind sehr begeistert und sind wahnsinnig stolz auf ihn mit welchen Lebenswillen das Ganze meistert.

Papa ist zwar oft sehr schwach und antriebslos, aber ich hoffe er wird jetzt Kraft finden um nachhause kommen zu können und das wir es ihm richtig schön machen können.
Das letzte Problem was wir jetzt noch meistern müssen damit er nachhause kann, ist das Wundwasser was aus seiner Naht heraustritt.

Die Ärzte hoffen vielleicht schon in der nächsten Woche.

Ach ich bin so stolz auf Papa und das er noch nicht aufgegeben hat und zu kämpfen. Auch wenn wir noch nicht wissen wie viel Zeit im noch bleibt er hat tatsächlich an Lebensqualität gewonnen.

Und für die Ärzte ist es ein kleines Wunder denn schließlich hatte man ihn schon mehr oder weniger aufgegeben.

Ich wünsche euch allen noch einen sehr schönen Restsonntag und hoffe bald wieder tolle Sachen berichten zu können.
lg
Eure Kaldi

monika100
17.02.2013, 16:19
Liebe Kaldi,

ich freue mich für euch. Das ist ja schöööön!:)

Weiter so!!

LG Monika

Kaldi
16.05.2013, 21:48
Hallo ihr lieben

lange ist es her, dass ich geschrieben habe...

Also mein Papa lebt noch. Und es gab wirklich viele, die ihm nicht lange gegeben haben. Selbst die Hausärztin ist völlig aus dem Häuschen, dass er auch die Tür aufmachen kann und seine stimme vollständig zurückgekehrt ist.
Ihm geht es zwar zurzeit kreislaufmäßig wirklich schlecht, aber alle anderen Werte sind ok.

Hat jemand einen Tipp wie man ihm helfen könnte? Er liegt eigentlich nur noch in seinem Bett und kommt kaum noch hoch. Er bräuchte irgendwas zum "dopen"das seinen Kreislauf unterstützt.

Ich bin am überlegen ob Papa vielleicht einen Therapeuten bräuchte da ich ab und zu das Gefühl habe er ist leicht depressiv.
Vielleicht täte ein fremder Mann ihm auch mal gut, denn schließlich Sitzverteilung Tag ein Tag aus nur von Frauen umgeben. (Lokopädin, Krankengymnastin und die Pflegedamen und natürlich MAMA)

Kann mir jemand von Euch direkt betroffenen sagen, ob ihr das gut gefunden hättet?

Ich bin einfach nur fertig, denn oft muss ich Mama auf den Boden der Tatsachen zurückbringen und ich tue fast gar nichts mehr für mich.
Werde jetzt bei der Krankenkasse nach Mutter-Kind-Kuren fragen, da ich merke dass ich so nicht mehr lange machen kann.

Im März musste ich Abschied von meinem Opa nehmen. Es war nicht einfach, aber da er nicht mehr wollte und auch nicht mehr konnte war es leichter zu akzeptieren. (Und mit 90 Jahren auch ein wirklich tolles Alter)
Aber wenn jetzt was mit Papa passieren würde...da er ja nicht erzählt ob er noch Kraft hat und ob er noch will, wäre es die größte Katastrophe für mich.

Es tut gut hier zu schreiben und ich werde versuchen es wieder öfter zu tun.

Ich denke an alle Betroffenen und Angehörigen.

Liebe Grüße Eure Kaldi

jensg
17.05.2013, 09:17
Liebe Kaldi

ich freue mich, dass es deinem Vater wieder halbwegs gut geht. Er hat ja schon einiges hinter sich.
Aber vor allen Dingen wollte ich dir schreiben, wie toll ich es finde, wie du dich um deinen Papa kümmerst. Du bist immer für ihn da, und er spürt bestimmt, die Wärme und Liebe, die du empfindest. Auch wenn er - wie du andeutest - kein großer Reder ist.
Denk bitte auch an dein Leben und deine beiden Boys?

Liebe Grüße
Jens

Kaldi
21.05.2013, 09:08
Guten Morgen ihr Lieben.

Erstmal dir Jens vielen lieben Dank für deine immer wieder aufbauenden Worte. Ich weiß das ich an meine Familie denken muss aber es fällt mir verdammt schwer. Auch in der jetzigen Situation ist mein Bruder wieder mal nicht in der Lage mich zu unterstützen und vor allem meine Mutter.

Kaum schreibe ich euch wieder etwas positives über meinen Papa kam gestern Abend noch die ernüchternde Nachricht. Er wurde gestern um 22:30 Uhr mit 39 Graf Fieber ins Krankenhaus eingeliefert.

Mama hat wieder nur geweint. Ich habe ihr gesagt, das es ja nicht so schlimm sei. Jetzt warten wir mal ab was die Meldung aus dem Krankenhaus ist.

Ich drücke euch ganz doll und melde mich sobald es was Neues gibt.
lg eure kaldi

Kaldi
28.05.2013, 23:01
Hallo Ihr Lieben,

kurzes Update von Papa.
Papa ist immernoch im KH. Ihm geht es soweit ganz gut.
Nur seine Kreislaufbeschwerden sind noch nicht erklärt.

Nun heute der schock

Mama war heute zufällig zur Visitenzeit da und bekam
alles mitgesagt.
Der Tumor ist die Bronchien hoch gewandert!!!

Ach Scheiße!!! Tränen und Hass auf diesen SCHEIß Krebs
habe ich schon wieder vergossen.
Warum nur, was kommt jetzt?

Jetzt heißt es erstmal Donnerstag abwarten und die Bronchioskopie
überstehen, damit wir mehr wissen.

Diese Erkenntnisse stammen aus dem CT von gestern.

Was meint ihr?

Ich habe das Gefühl ich hab ein Stein im Magen und der zieht
und zieht mich nur runter.

Armer Papa liegt im KH mit dieser Drecksnachricht und ist allein.

Er hat zu Mama gesagt, ob es besser wäre das Haus zu verkaufen?!
Was geht ihm da nur durch den Kopf?
Denkt er das weil er meint er würde nicht mehr helfen können
oder fühlt er was anderes.

Ich bin so durch den Wind, dass kam so überraschend.

Es grüßt Euch alle ganz lieb
eine ganz traurige Kaldi

Kaldi
30.05.2013, 12:06
Jetzt ist gerade Bronchoskopie. Warten kann so furchtbar sein. Ich war gestern im Krankenhaus und diesmal hat es mir gesagt, dass er große Angst vor heute hat.

Sowas hatte noch nie gesagt. Oh man Papa Ich wünsche mir dass es ein akzeptables Ergebnis wird.

Melde mich später nochmal.

Lg
Kaldi

monika100
30.05.2013, 13:32
Hallo Kaldi,

ich drücke euch die Daumen, dass es wenigstens halbwegs gute Nachrichten für euch werden.

LG Monika

Kaldi
30.05.2013, 23:10
Hallo Ihr Lieben,

erstmal liebe Monika, vielen Dank für Deine Anteilnahme.
Es tut soooooooooo verdammt gut zu wissen man ist nicht allein.

So die Gewissheit ist nun da.
Der Tumor ist in Richtung Bronchien gewandert und drückt da auf die Lungen.
(Mama konnte mir keine weiteren Auskünfte geben 😢, ich werde den Professor
aber nochmal Löchern wenn ich ihn sehen sollte)

Papa hat das Ergebnis gut aufgenommen und ist bereit noch etwas zu kämpfen.
D.H. Papa wird noch einen Stent in die Lunge bekommen. Der soll ihm die Lebensqualität noch mehr erhalten.
Der Professor hat gesagt, dass es Patienten gäbe, denen würde er abraten aber bei Papa wäre er zuversichtlich und wenn Papa seinen Rat hören wolle würde er es befürworten. Schließlich sei er ein Kämpfer.

Eine Chemo wäre vielleicht irgendwann auch möglich,
allerdings müsse dafür die allgemeine Verfassung noch viel besser sein und auch die Situation das hergeben. und es müsse dann auch die Lebensqualität immer im Vordergrund stehen.

Was soll ich sagen, Happy bin ich nicht aber geweint hab ich auch nicht.
Es ist eine scheißkrankheit.
Ich wünsche mir das alles gut geht und Papa noch wirklich schöne Monate vielleicht auch länger haben wird.

Ich danke Euch für Beiträge und aufbauende Worte. es gibt mir viel kraft.
Danke Euch allen. Ihr seit toll.

Gute Nacht
Eure Kaldi

Kaldi
13.09.2013, 00:07
Papa hat gestern um 21:25 Uhr seine letzte Reise
angetreten und ich kam 2 Minuten zu spät.

Ich kann es nicht glauben.

PAPA ich Liebe Dich!!!

monika100
13.09.2013, 07:52
Liebe Kaldi,

das tut mir soo leid. Mein herzliches Beileid.:pftroest:

Und mach dir nicht so viele Gedanken, weil du "zu spät" warst. So ging es mir damals mit meinem Vater auch.
Aber wir waren die ganze Zeit immer an deren Seite. DAS ist das was wirklich zählt.

Viel Kraft für euch,
Monika

Kaldi
04.10.2013, 00:06
Hallo Ihr Lieben,

ich bin mir noch nicht sicher ob dies mein letzter
Eintrag wird.

Morgen 04.10. wird es nun nochmal verdammt schwer.

Beerdigung morgen um 13 Uhr. Ich stehe völlig neben mir und weiß nicht
ob ich das durchstehen werde. Es tut wieder alles so verdammt weh.

Ich habe Angst vor dem Fall ins dunkle Schwarze Loch vor dem mich
alle warnen. Aber wie soll ich mich vor dem Fall schützen.

Die letzten 3 Wochen war ich mit der Organisation für morgen so
beschäftigt, dass mir oft keine Zeit blieb bzw. ohne daran zu denken, dass ich mir dann wieder schlecht vorkam.

Wiederrum denke ich wenn es morgen alles so klappt wie geplant hätte Papa es sehr gefallen.
Ich träume wirre Sachen von ihm und wie oft erwische ich mich mit der Frage wie Papa das wohl gefunden oder entschieden hätte.


Papa Du fehlst mir und ich liebe Dich über alles.

Bitte gib mir ein Zeichen dass es Dir jetzt gut geht.

In ewiger Liebe und Dank für alles!!!

Deine dich Liebende Tochter.

monika100
04.10.2013, 10:16
Hallo Kaldi,

komm, ich drück dich mal:pftroest:
Ich war damals auch davon überzeugt, die Beerdigung meines Vaters nicht zu schaffen, daher kann ich mir vorstellen wie du dich fühlst.

Aber du wirst die Beerdigung schaffen, da bin ich ganz sicher. Du bist die ganze Zeit an der Seite deines Vaters gegangen - und wirst es auch dann tun.

Ich denk an dich,

Monika