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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bruder erst 49 und dann BSDK


Tina26954
02.10.2012, 11:35
Hallo,
mein Bruder bekam an seinem 49. Geburtstag die furchtbare Diagnose BSDK mit Lebermetastasen. Trotzt regelmäßiger Krebsvorsorgeuntersuchungen wurde dieser Krebs zu spät entdeckt. Er bekommt nur lebensverbessernde Maßnahmen (Schmerzmittel). Von einer Chemo haben ihm 2 Ärzte und auch ein Professor abgeraten, weil es keinen Sinn mehr macht. Seine Lebensqualität würde sich durch die Chemo nur verschlechtern. Eine OP ist unmöglich. Seit vier Tagen kann er kaum noch essen. Heute wird er noch einmal genau untersucht von einem Professor für BSDK und Lebermetastasen. Was uns das bringt werde ich in Kürze erfahren. Er ist doch noch so jung. Einfach zu jung um uns alle zu verlassen.

Bremensie
02.10.2012, 18:14
Tag Tina,
Der sch... Krebs fragt nicht nach dem Alter. Der Arzt wird euch sicherlich auch gesagt haben das gerade auch Bauchspeicheldrüsenkrebs meistens spät erkannt wird. Ich hoffe das deine Mutti mit gut eingestellter Behandlung noch für eine Weile bei euch bleiben kann. Ich wünsche dir und besonders deiner Mutti viel Kraft.

theresa_n
02.10.2012, 19:23
Hallo Tina,
zuerst mal willkommen, auch wenn der Anlass beschienen ist :/
Dass es deinem Bruder bei der Diagnose :eek: und den erwähnten Aussagen der Ärzte :rolleyes: den Appetit verschlägt, verwundert kaum.
Ist dein Bruder in einem auf BDSK spezialisierten Zentrum in Behandlung? Wenn nicht, solltet ihr auf jeden Fall mit einem Kontakt aufnehmen. Ich bekam meine Diagnose auch in einem Krankenhaus, das als auf Krebs spezialisiertes gilt -zumindest in meinem Bundesland. Der dortige Oberarzt meinte "...durchschnittlich noch 6 Monate...palliative Chemo..blabla....Sie können fragen, wen sie wollen, Sie werden überall die gleiche Behandlung bekommen".
Stimmte aber nicht. Ich bin nun in der Uniklinik Wien, bekomme eine andere Chemo und bin noch da und recht gut beisammen, obwohl sich die Diagnose morgen zum ersten Mal jährt ;) (Details kannst du in meinem thread http://www.krebs-kompass.at/showthread.php?t=53568 nachlesen)
Was ich damit sagen will: gerade in der Onkologie gibt es praktisch täglich Neues, und nur Spezialisten schaffen es, in ihrem Bereich immer up-to-date zu sein.
Wenn dein Bruder aufgibt, dann allerdings ist es wirklich vorbei.
Google doch mal nach Ebo Rau, so zum mal-was-positives-lesen ;)
Ich wünsche euch das allerbeste,
alles Liebe,
theresa

Tina26954
08.10.2012, 10:12
Hallo Bremensie,

danke für dein Mitgefühl. Aber nicht meine Mutter sondern mein Bruder hat diesen bösen Mitbewohner in sich

Tina26954
08.10.2012, 10:19
Hallo Theresa,

danke für deine netten Zeilen. Aber meinem Bruder hat es nicht den Appetit auf Grund der Diagnose verschlagen. Er kann nicht mehr essen, weil sein unerwünschter Mitbewohner sich immer mehr und mehr ausbreitet. Ja, er ist in einer Spezialklinik und wird von einem Professor für Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lebermetastasen behandelt. Am Freitag sollte ein Stunt in den Gallenkanal über eine Magenspiegelung gesetzt werden. Das ist leider mißglückt. Heute soll der 2. Versuch starten. Das ist dringend notwendig, weil die Gefahr einer Gelbsucht sehr groß ist. Morgen soll dann eine Art Überbrückung vom Magen zur BSD gelegt werden. Danach soll er dann auch wieder essen können. Außer Schmerzmittel und Tab. für die Phsyche bekommt er nicht und die können auch nichts weiter machen. Das hat ihm der Professor auch bestätigt. Der Tumor klebt am Hauptversorgungskanal. Darum kann er nicht entfernt werden

theresa_n
08.10.2012, 10:45
Hallo Tina,

gut, dass ihr an der richtigen Stelle seid! :) Ich habe deshalb nachgefragt, weil es hier im Krebsforum immer wieder Fälle gibt, bei denen die Diagnose in einem kleinen Krankenhaus gestellt wurde und die empfohlene Behandlung eben nicht mehr ganz so auf dem Stand der Wissenschaft war....
Es tut mir leid zu lesen, dass die Erkrankung deines Bruders schon so extrem weit fortgeschritten ist. :(
Ich halte fest die Daumen, dass der Stent heute gesetzt werden kann und morgen auch alles klappt.
Für die kommende Zeit wünsche ich euch das allerbeste, viel Kraft, Liebe und Zusammenhalt.

Alles Liebe,
theresa

Tina26954
08.10.2012, 14:01
Ja, es tut gut zu wissen, das er in den richtigen Händen ist. Das hat er einer Arbeitskollegin seiner Frau zu verdanken. Die ist mit dem Professor verwand. Da hat er innerhalb von 3 Tagen einen Termin bekommen.
Ich hoffe auch, das die beiden Eingriffe gut verlaufen und es ihm hinterher besser geht. Was selbst der Prof. erstaunlich findet ist, das er kaum an Gewicht verloren hat, bis jetzt.Wir hoffen, das er noch recht lange bei uns bleib. Es würde mich freuen, wenn er sein 1. Enkelkind im Februar noch sehen kann.

Tina26954
09.10.2012, 07:46
und wieder sind zwei Tage von der wenigen Zeit, die meinem Bruder noch bleibt verstrichen. Auch der 2. Versuch den Stent im Gallengang zu plazieren ist Mißglückt. Heute sollte ja die Überbrückung vom Magen zum Dünndarm gemacht werden. Das wurde nun auf morgen verschoben, weil sie meinem Bruder nicht so kurzfristig 2 OP's zumuten wollen. Und wieder vergeht ein Tag wo nix passiert und sich dieser Parasiet breiter und breiter macht. Ich denke mal, mit jedem Tag des wartens, wird es schwieriger, ihm das Leben so schmerzarm wie möglich zu machen. Während der Op soll dann der 3. Versuch mit dem Stent starten. Alle guten Dinge sind 3. Ob das hier auch zutrifft? Ich weiß es nicht. Wir können nur hoffen.
Meine Mama war nun auch endlich zu ihrem Hausarzt und hat sich was zu Beruhigung geben lassen. Sie konnte nicht schlafen, hat nur noch geweint. Sie war einfach mit den Nerven am Ende. Auch meinem Papa geht das ganze kräftig an die Substanz. Es ist echt furchtbar ein Kind, oder wie in meinem Falle den einzigen Bruder so leiden zu sehen.
Er selber sagt immer, das ist so unglaublich, so unwahr. Er ist einfach noch nicht bereit, von dieser Welt zu gehen. Er hatte doch noch so viel vor, wollte doch so gerne noch mind. 20 Jahre leben....

Tina26954
10.10.2012, 08:49
Heute ist nun der Tag der großen OP. Ich habe gestern noch mit meinem Bruder telefoniert. Er hat mir jetzt auch erzählt, warum das mit dem Stent nicht klappt. Er hatte vor Jahren eine Gallen-Op. Jetzt haben sich die Enden des Gallengangs so verengt, das der Stent da nicht durch geht. Wenn die Umleitung vom Magen zum Dünndarm problemlos klappt, soll der 3. Versuch mit dem Stant heute über den offenen Bauch noch einmal probiert werden. Ich wünsche mir so sehr, das es klappt. Sollte es nicht möglich sein den Stent zu setzen, dann hat er ca. noch 3 Wochen.
Nach der heutigen OP muß mein Bruder 2 Tage auf Intensiv bleiben. Er wird dort auch künstlich ernährt. Er soll so wenig wie möglich sprechen und hat uns gestern darüber informiert. Jetzt heißt es für uns, warten, bis er sich meldet und nicht zu wissen, wie die OP verlaufen ist. Es ist zum Verrückt werden. :cry:

Iarexx
10.10.2012, 13:01
Ich drücke die Daumen für eine erfolgreiche OP!

Tina26954
10.10.2012, 13:45
Hallo Iarexx,

danke für das Daumen drücken. Das mache ich heute auch schon den ganzen Tag. Bin in Gedanken nur bei meinem Bruder. Kann mich garnicht richtig auf die Arbeit konzentrieren. Es ist ein schwerer Tag heute. Morgen wird es ähnlich sein.

LG Tina

Colle
10.10.2012, 15:40
ich drück auch ganz viel Daumen. und auch Dich

mynona67
10.10.2012, 17:47
Hallo Tina,

es tut mir leid das von deinem Bruder hier zu lesen. Aber wie schon vorher hier jemand schrieb, nimmt diese sche... Krankheit leider keine Rücksicht auf das Alter . Mein Mann verstarb am 22.07.12 im Alter von gerade 46 Jahren an diesem Krebs. Uns blieb auch nicht viel Zeit nach der Diagnose. Trotz Bestrahlung und Chemo nahm sich der Krebs jeden Tag ein Stück mehr vom Leben meines Mannes.
Ich kann nur sagen, genieße jeden Augenblick der dir noch mit deinem Bruder geschenkt wird und sei dankbar, wenn er ein schnelles Erlösen haben kann.
Nichts ist schlimmer als einen geliebten Menschen diesen Kampf verlieren zu sehen und nicht helfen zu können.

Ich wünsche dir und deiner Familie all die Kraft die ihr braucht.

Heike

Tina26954
11.10.2012, 12:22
Hallo Heike,

wenn ich das lese, von der Diagnose bis zur Erlösung trotzt Bestrahlung und Chemo nur 5 Monate?!?!?!?!?! :cry::cry:
Mein Bruder bekommt keine Chemo und keine Bestrahlung, weil es ihm nicht mehr helfen kann. Er hat vor 2 Monaten die Diagnose bekommen. Mir wird Angst und Bange. Das ist ja echt furchtbar. Mir fehlen die Worte.

theresa_n
11.10.2012, 12:53
Hallo Tina,
es ist furchtbar, wenn man so plötzlich mit der Endlichkeit der eigenen Existenz konfrontiert ist. Wir alle wissen zwar, dass wir ein "Ablaufdatum" haben, aber irgendwie denkt ja trotzdem jeder:"Meins ist frühestens in 100 Jahren". :rolleyes:
Dass deine Eltern leiden, verstehe ich gut. Als mein Onkel starb, sagte meine Oma "das ist total unnatürlich, wenn die Eltern am Grab ihres Kindes stehen." :cry:
Weh tut es jedem, denn wer verliert schon gern einen geliebten Menschen. :(
Macht das beste aus der Zeit, die euch bleibt! Lasst es euch gutgehen! Alle, auch du, dein Bruder sowieso! :)
Sicher kann es jetzt ziemlich flott bergab gehen, allerdings spart sich dein Bruder die Belastungen, denen er durch eine Behandlung (z.B. Chemo) ausgesetzt wäre.
Ich allerdings traue ihm durchaus zu, dass er im Februar sein erstes Enkelkind im Arm hält und noch im März darüber meckert, dass er einen ganz anderen Vornamen gewählt hätte... ;) jedenfalls halte ich ganz fest die Daumen dafür.
Alles Liebe,
theresa

Tina26954
12.10.2012, 18:53
Heute nun ist mein Bruder von der Intensivstation in sein Zimmer verlegt worden. Er wird noch künstlich ernährt, im ist übel. Ansonsten ist er mit sich und dem Ergebnis der OP zufrieden. Es ist alles gut verlaufen und... der Gallengangstent sitzt auch. Ich bin jetzt sehr erleichtert. Euer Daumendrücken hat geholfen. Ich danke euch.
Jetzt geht es ans Kräfte sammeln und das Leben genießen, solange es noch geht.

LG Tina

Iarexx
12.10.2012, 20:31
Hallo, ich hab mich gefreut zu lesen dass Dein Bruder diese schwierigen zwei Tage gut überstanden hat. Ich hoffe jetzt liegen noch viele schöne und lebenswerte Momente vor Euch!

Regentrude
13.10.2012, 13:56
Liebe Tina,

meine Mutter erlebt wohl gerade etwas sehr Ähnliches wie dein Bruder. Gestern ist der erste Versuch, ihr per Gallengangspiegelung einen Stent zu setzen, gescheitert. Dass sie es bei deinem Bruder letztendlich doch noch geschafft haben, macht mir Mut, dass es bei meiner Mutter auch noch klappt.

Ich wünsche deinem Bruder, dass es nun stündlich bergauf geht mit ihm. Und er für alles, was noch vor ihm liegt, wieder Kraft schöpfen kann.

Regentrude

Tina26954
14.10.2012, 20:33
Hallo liebe Regentrude und Iraxx,

ich muß mir meinen seelischen Schmerz von der Seele schreiben. Ich habe gerade mit meinen Eltern telefoniert. Sie waren heute mit meiner Schwägerin bei meinem Bruder im Krankenhaus. Es war furchtbar. Es war einfach nur schlimm. Der Gallengangstent wurde nicht gesetzt. Das war eine Fehlinfo. Mein Bruder wußte es zu dem Zeitpunkt, als er seinem Sohn das am Telefon erzählt hat, nicht besser.
Er hat ganz schlimm was durchgemacht in den letzten Tagen. Hat geschrien vor Schmerzen und 5 Ärzte konnten ihm nicht helfen. Ihm wurde schon vor der großen OP ein Schmerzkatheder in den Rücken gesetzt. Der brachte keinen Erfolg. Da setzten die Ärzte einen 2. Schmerzkatheder. Auch der half ihm nicht. Er hatte nach der OP unerträgliche Schmerzen. Aus lauter Ratlosigkeit, wurde die Narbe wieder geöffnet. Alles in Ordnung nur die Schmerzen waren nicht besser. Bis die Ärzte endlich darauf kamen, daß der erste Schmerzkatheder nicht mehr richtig saß. Er hatte einen Nerv beschädigt, der ab Bauchnabel nach unten Schmerzen auslöste. Was muß der Arme gelitten haben. Er wird noch immer künstlich erhährt. Muß immer würgen, weil die Magensonde das wohl auslöst. Morgen soll die Sonde eventuell entfernt werden. Hoffentlich. Er will niemanden, außer seiner Frau, sehen. Es tut so weh.

Ich melde mich die Tage wieder

Regentrude
14.10.2012, 21:04
Ach Tina. Erst diese Hoffnung und dann das. Wie geht es jetzt weiter? Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich wünsche euch, dass sie eine Lösung finden, dass es ihm wieder besser geht und er nicht mehr diese fürchterlichen Schmerzen haben muss!

Iarexx
14.10.2012, 22:03
Oh das tut mir so leid zu hören! Es ist schrecklich einen lieben Menschen leiden zu sehen und nichts tun zu können. Ich hoffe die Ärzte bekommen die Schmerzen Deines Bruders so schnell wie möglich in den Griff und Dir liebe Tina wünsche ich viel Kraft und innere Stärke in auf diesem schweren Weg zu begleiten! Ich hoffe, der Stent kann doch noch gesetzt werden, bei meinem Schwiegervater (hatte auch einen Bauchspeicheldrüsentumor als Folge eines Prostatakrebs) hat es auch mehrere Versuche gebraucht, ich hoffe die Ärzte können den doch noch setzen.

Tina26954
08.11.2012, 14:46
Heute habe ich nun mal wieder den Mut, euch über den Stand der Dinge zu informieren. Ich mußte selbst erst ein wenig zur Ruhe kommen. In der letzten Woche war ich bei ihm (er wohnt ja 297 km von mir weg). Ich bin sehr froh, das ich dort war, so hart, wie es auch gewesen ist.
Nachdem er nun aus dem Krankenhaus entlassen wurde, ging es 4 Tage so einigermaßen. Dann wieder unerträgliche Schmerzen und ab in s Krankenhaus. Die Schmerzen hatten aber nix mit dem Tumor oder der OP zu tun. Es waren reine Blähungen als Nachwirkungen der OP und der vielen Schmerzmittel, die ihm gespritzt wurden und er eingenommen hat. Er bekam ein 50 mg Morphium-Pflaster und wurde, nach dem Ultraschall und 2 Tagen Medikamenteneinstellung wieder entlassen. nach 3 Tagen dann das 2 Pflaster (nun insgesamt 100 mg). Dann der Anruf von ihm. heute seit 8 Wochen der erste Tag ohne Schmerzen. Und er hat eine 24 h Paliativbetreuung bekommen. 24 Std. später dann der Anruf von meiner Schwägerin. Er wurde mit Blaulicht ins Krankenhaus geholt. Verdacht auf Darmverschluß. Sein Bauch war aufgebläht wie der Bauch einer hoch schwangeren Frau. Er kam nicht allein aus dem Bett. Selbst das Anziehen war eine Last. Er wurde ins Hospits gebracht. Verdacht nicht bestätigt. Großes aufahtmen. Alle Tabletten weg, Abfürmittel mehrmals täglich, und alle vier Std., bei Bedarf auch öfter, Spritzen. Am Montag wurde ihm ein Port gesetzt (Schmerzcomputer). Gestern habe ich mit ihm telefoniert. Der erste Morgen mit einer Schmerzskala von "NULL!!!!!". Er hat seit 10 Wochen auch endlich mal wieder ein ganzes Brötchen zum Frühstück geschafft, zum Mittag eine ganze Currywurst ohne Beilage, aufs Abendbrot hat er verzichtet um seinen Magen nicht zu überfordern. Ihm wurde gesagt, das sein Körper von den Medikamenten vergiftet war, darum auch die Darmträgheit. Der Bauch wird auch weicher. Er muß nun noch bis Montag dort bleiben. Ist ihm aber auch ganz recht. Er will ohne Schmerzen nach Hause zu seiner Frau. Ja, von dem Tag der Diagnose bis heute sind nun 14 Wochen vergangen, davon war er 11 Wochen im Krankenhaus. Das hatten sich die Ärzte und er ein bischen anders vorgestellt. Ich hoffe, das er dann etwas länger zu Hause bleiben kann und sich noch ein paar "schöne Tage" mit seiner Familie machen kann. Ich melde mich wieder, sobald es eine Veränderung gibt.

LG Tina

Regentrude
08.11.2012, 20:48
Was für ein Auf und ab... Ich wünsch ihm auch, dass er nochmal zur Ruhe kommt und die Zeit genießen kann. Toi Toi Toi!

Netty1967
09.11.2012, 19:50
Liebe Tina

ich wünsche Euch das es jetzt Bergauf geht und ihr alle zur Ruhe kommt.
Sende euch ganz viel kraft .
Liebe Grüße
Netty

Tina26954
14.11.2012, 09:05
Hallo,

gestern war nun die 8. Magenspiegelung. Und ich bin der Meinung, das war zwar für meinen Bruder die schwerste, weil die Spritze zu spät gewirkt hat, aber die Erfolgreichste. Es wurde der Pilzbefall des Magens festgestellt. Ja und was Pilze bewirken können, ist echt unglaublich. Er bekommt jetzt eine Pilzbehandlung. So wie ich im Netz lesen konnte, kann es durchaus die Lösung für die Verdauungs- und eßstörung sein. Die Pilze haben auch nicht wirklich was mit dem BSDK zu tun, kann er sich aber durchaus im Krankenhaus auf der Intensiv wärend der künstlichen Erhährung geholt haben.
Wieder mal ein Tag der guten Hoffnung. Und er geht mal wieder den Berg hoch. Ich hoffe ganz doll, das er diesmal ganz lange auf der Bergspitze bleibt.

LG Tina

Tina26954
23.11.2012, 10:19
Nun sind 10 Tage Antibiotika gegen die Pilze rum und mein Bruder kann noch nix essen. Seit 3 Tagen bekommt er nun Nahrungsersatz über seinen Port. Der Tropf läuft nachts, so daß er sich am Tag frei bewegen könnte. Das geht leider nicht, weil er inzwischen so viel Wasser in den Beinen hat, das er kaum laufen kann. Das nun auch noch. Ihm bleibt aber auch nix erspart.Und dabei ist er so mutig. Aber er sagt immer wieder, das er so langsam die Lust zum kämpfen verliert. Es kommt immer wieder was Neues. Obwohl er essen und trinken darf, was er will, verzichtet er zur Zeit auf alles, was er über den Mund zusich nehmen muß. Er will seinen Darm leer bekommen und dann einen Kostaufbau bei Null anfangen. Die Verdauung muß doch mal wieder in Gang kommen. Sein Bauch ist nun schon 3 Wochen genauso dick wie der von meiner Schwiegertochter, die jeden Tag mit der Geburt meiner kleinen Enkelin rechnet. Er hat ja keine wirklichen Krebsschmerzen. In der Hinsicht haben die Ärzte ihr Versprechen gehalten. Es ist aber unverständlich, das Die die Verdauungsstörung nicht in den Griff bekommen. Mein Bruder war, seit er weiß, daß er BDSK hat (Diagnose am 8.8.2012), nur 4 Wochen zu Hause. Den Rest der Zeit in Krankenhäusern und die letzten 3 Wochen im Hospits. Es ist nur schade, das ich 300 km weg wohne und nur noch 3 Tage Urlaub habe. Aber so bald meine kleine Enkelin geboren wurde (mein Sohn wohnt nur 20 km von meinem Bruder entfernt) dann fahre ich wieder hin. Zur Zeit telefonieren wir jeden 2. Tag. Selbst das ist mir noch zu wenig. Vor ein paar Tagen hat er so sehr gewint vor Verzweiflung. Eine Stunde später rief er mich dann wieder an, und wollte sich entschuldigen. Das war's ja wohl.
Heute ist wieder Telefontag. Hoffentlich gibt es mal gute Nachrichten.

LG Tina

Tina26954
13.12.2012, 23:23
Hallo,
möchte mich heute mal wieder melden. Ich bin jetzt seit einer Woche hier bei meinem Bruder und meiner Schwägerin. Mein Bruder hat bereits das Endstadium erreicht und es geht ihm heute wieder sehr schlecht. Meine Schwägerin und ich wollen ihm seinen Wunsch, zu Hause zu sterben, erfüllen. Bisher klappt es ganz gut. Er wird allerdings von einer ambulanten Paliativpflege betreut. Diese Organisation steht und Tag und Nacht bei Bedarf zur Verfügung. Sie kommen in der Woche täglich vorbei um nach dem Rechten zu sehen.
Der Zustand meines Bruders hat sich in den letzten 10 Tagen so verschlechtert, daß man kaum glauben kann, das er vor 14 Tagen noch mit seinem Mops spazieren gegangen ist. Seit 10 Tagen kann er allein keinen Schritt mehr machen. Er liegt den ganzen Tag und kann nur noch trinken. Sein Bauch ist so dick, daß man denkt, er könnte jeden Moment platzen. Das Antibiotika gegen die Pilze war auch nicht der Retter zu einer besseren Nahrungsaufnahme.
Es ist furchtbar mit anzusehen, wie er im Gesicht immer schlechter aussieht. Es beruhigt mich ein wenig das ich weiß, daß er keine Schmerzen hat und der Arzt mir versichert hat, daß er sanft einschlafen wird. Jeden Abend stehen meine Schwägerin und ich an seinem Bettund fragen uns, ob er noch einmal aufwacht, oder ob er in dieser Nacht von uns geht. Er muß 2 x am Tag 2 Spritzen bekommen. Die sind wohl sehr schmerzhaft. Heute abend stand ich an seinem Bett mit Tränen in den Augen und habe zu meiner Schwägerin gesagt, er schläft jetzt so schön und wir müssen ihm nun wieder mit den Spritzen wecken. Es ist echt ein Jammer, was er und auch wir jetzt erleben. Meine Schwägerin und mein Neffe sind so froh das ich hier bin.Ich bin es natürlich auch. Allein hätten sie die Pflege nicht geschafft. Meine Schwägerin ist bereits einmal zusammengebrochen und hatte einen Nervenzusammenbruch, bevor sie mich anrief und mir sagte, daß es meinem Bruder so schlecht geht. Aber er kämpft noch. Der Arzt sagte vor einer Woche, es könne sich nur noch um Stunden handeln. Das er noch bei uns ist, zeigt mir, das er noch nicht bereit ist, von uns zu gehen. Er kann nicht loslassen, obwohl er weiß, das ich auch, wenn er nicht mehr bei uns ist, etwas bei seiner Frau und Sohn bleibe.
Wer weiß, was uns der morgige Tag wieder bringt

cicabohna
14.12.2012, 08:12
Liebe Tina
Du machst das wirklich super und deine Schwägerin ist sicher heilfroh dich zu haben. Ich freue mich auch immer riesig mit seiner Schwester reden zu können, wenn sie uns besuchen kommt. Ich hoffe dass wir nie soweit kommen, aber wenn doch wäre ich auch froh um solch eine Unterstützung. Du bist toll!
lg cica

Iarexx
14.12.2012, 15:36
Liebe Tina,

ich möchte Dir auch sagen dass Dein Bruder sich glücklich schätzen kann Dich zu haben. Einen größeren Dienst kannst Du ihm gar nicht leisten und ich bin überzeugt, dass Deine Unterstützung für Deinen Bruder uns seine Familie von unschätzbarem Wert ist. Auch Du wirst Dich wohl noch lange an diese Zeit erinnern und wirst hoffentlich voll Stolz und auch Freude sein, dass Du bei ihm gewesen bist!

Fühl Dich umarmt - ich wünsche Euch dass der Abschied leicht fällt!

Alexandra

Tina26954
09.01.2013, 14:22
Hallo ihr Lieben hier,

will heute mal versuchen, wieder was von mir hören zu lassen.
Mein Bruder ist am 18.12.2012 um 20.45 sanft eingeschlafen.
Es war nicht leicht für seiner Frau, seinem Sohn und für mich. Trotzt allem waren wir alle drei froh, das wir bis zum letzten Atemzug bei ihm waren. Seine Frau und ich haben ihm 3 Std. lang die Hand gehalten. Jeder Eine. Er hatte so Angst vorm Sterben. Das hat er mir am NAchmittag noch gesagt. Er hat gekämpft und doch verloren. Es ist für mich noch immer unfaßbar. Seine Fam. kann es auch noch immer nicht wirklich glauben. Obwohl gestern die Urnenbeisetzung war, habe ich immer noch das Gefühl, als ob er nur weggefahren ist und irgendwann an meiner Tür klingelt.
Wenn man so überlegt, vom Tag der Diagnose bis zur Erlösung - nur 4 Monate und 10 Tage.
Wir haben ihm in den letzten Tagen jeden Wunsch erfüllt. Er hat sich über Kleinigkeiten so freuen können. Und wenn es statt Wasser trinken ein Stück Annanas oder Pfirsich gab. Der Winter war ja seine Jahreszeit, aber Den konnte er in diesem Jahr nicht mehr erleben. Wir haben ihm eine Schüssel Schnee gebracht und er hat dann mit dem Schnee gespielt. Da gab es in den letzten 2 Wochen viele solcher angenehmen Momente. Die werden noch lange in meiner Erinnerung bleiben.
Ich bin so traurig über den schmerzlichen Verlust.

Auf diesem Wege möchte ich mich bei euch für euer offenes Ohr und die kraftspendenden Zeilen bedanken. Es tut gut zu wissen, wo man sich mal alles von der Seele schreiben kann und man genau weiß, das man verstanden wird. Mitgefühl kann jeder geben, aber ich denke, die meiste Kraft können diejenigen geben, die ähnliches erleben mußten

In tiefer Trauer
Eure Tina

tischlerin
09.01.2013, 20:47
Liebe Tina!
Ich war stille Mitleserin und möchte dir mein aufrichtiges Beileid ausdrücken. Auch ich habe meinen Bruder an diesem Krebs verloren als er erst 45 Jahre alt war. Mir ging es genauso, hab gedacht, er sei mal kurz weggefahren, als er gestorben ist. Nun sind es bald drei Jahre, dass er von uns gegangen ist und ich vermisse ihn noch immer sehr.
Aber ich bin heute noch immer sehr froh darüber, dass ich ihn bei seinem Kampf und seinem Sterben begleiten konnte und denke an die kleinen schönen Momente zurück. Ich finde es wunderbar, wie ihr ihn begleitet und mit kleinen Freuden verwöhnt habt.
Ich kann Dich sehr gut verstehen, was Du durchmachst, ich wünsche Dir alle Kraft der Welt. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie lehrt uns, damit zu leben.
Alles Liebe für Dich!

cawo
09.01.2013, 22:03
Ich schicke dir eine stille Umarmung

:knuddel:

LG

Carmen

Iarexx
10.01.2013, 17:58
Liebe Tina,

ich glaube ganz fest daran dass Du Deinen Bruder irgendwann wiedersehen wirst! Fühl Dich gedrückt!

Alexandra