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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kleinzelliges Bronchialkarzinom - verzweifelt


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Gina79
30.12.2012, 15:37
Hallo! Mein Name ist Nina. Wir (im besonderen mein Vater) kämpfen seit genau einem Jahr (22.12.11) gegen die Diagnose kleinzelliges Bronchialkarzinom mit Metastase in der Augenhöhle. Nach 2 Chemoschemen (Cisplatin/Etoposid und EPICO-Schema), Bestrahlung der Lunge und der Augenmetastase (Augenmetastase konnte gut bestrahlt werden - nichts mehr sichtbar) sind nun 4 Gehirnmetastasen zugekommen. Der Lungentumor ist auch wieder gewachsen. Nun vermuten die Ärzte einen Mischtyp, da die Chemos nicht den gewünschten ERfolg brachten. Mein Vater ist nun sehr geschwächt, hat außerdem mit Polyneuropatie und starkem Husten und Atembeschwerden zu kämpfen. Er hat in diesem Jahr stark abgebaut. Er kämpft so gut es geht, fährt auch noch mit dem Auto, sagt aber, dass dies keine Lebensqualität mehr sei. Er hat das Ausmaß seiner Krankheit glaube ich noch nicht richtig begriffen. Er hat geglaubt er macht die Behandlungen und dann ist alles so wie vorher. Er versteht nicht warum immer etwas neues kommt und dieser Zirkus nicht aufhört. Meine Mum und ich wissen genau bescheid, haben immer wieder Hoffnung auf eine schöne Zeit und fallen dann wieder ganz tief. Man lebt mit den Stimmungen des Kranken mit, geht es ihm gut, geht es uns auch gut. Das kann sich ein Nichtbetroffener nicht vorstellen. Seit einem Jahr denke ich nur an diese Krankheit oder an meine Arbeit, für sonst habe ich kein Interesse mehr. Schön langsam verzweifle ich. Momentan ist Papa auch wieder in so einem Loch wo er sich gerne bemitleiden lässt. Ich weiß es ist für ihn am schwersten, aber auch für uns ist alles furchtbar - auch unser Leben ist durcheinander.
Nun wird Papa ab 2. Jänner im Gehirn bestrahlt und wenn er wieder halbwegs auf den Beinen ist soll er sich beim Arzt melden, dann wird eine Biopsie unter Vollnarkose gemacht um ein größeres Stück herauszunehmen und um die Tumorart nochmals zu bestimmen.

Ich bitte um Erfahrungsaustausch mit Angehörigen und Betroffenen. Freunde oder Bekannte die noch nie so ein Schicksal hatten verstehen einen ja nicht. Sie wollen mich zwar aufheitern und ablenken mit schwimmen, Kino, Sauna,... aber ich habe einfach keine Kraft für so etwas. Es ist schon anstrengend genug in der ARbeit. Viele wollen nicht einmal etwas von Krankheit hören.
Manchmal ist es schon zum Verzweifeln.

Tschuldigung, dass ich mir mein Herz gleich so ausgeschüttet habe! Einen schönen Sonntag noch

Liebe Grüße Nina

Flower*
30.12.2012, 15:56
Liebe Nina,

Es tut mir wirklich leid, dass diese blöde Krankheit euch auch getroffen hat!
Ich kann dich auch so gut verstehen.. meine Mutter hat ihre Diagnose (Nicht-Kleinzeller, Metas in Hirn, Leber, Niere, Knochen) zwar "erst" vor 2 1/2 Monaten bekommen, jedoch schlaucht auch schon diese Zeit sehr..
Und ich kann meine Freunde immer weniger leiden ;) Nicht, dass ich sie nicht mehr meine Freunde nennen würde, aber sie nerven einfach so unglaublich.. Ich versteh dich also nur zu gut..
Wenn du mal wen zum privat quatschen brauchst, dann schreib mir gerne eine PN :)
Ich wünsch euch alles Gute, vor allem für die Bestrahlung!

Liebe Grüße!

Gina79
30.12.2012, 17:02
Danke ihr Lieben!
Ich weiß, dass ihr auch in dieser fiesen, miesen Situation steckt, aus euren Beiträgen kenne ich eure Geschichten ja schon, lese, hoffe, weine und bange ja schon seit einem Jahr still mit. Liebe Svenja, es freut mich, dass es bei euch wieder aufwärts geht, da entwickelt man selbst auch gleich wieder Kraft und Kampfgeist, das ist gut so! Danke Flower für dein Verständnis. Es ist sooooo gut sich mit Leuten auszutauschen die auch in dieser Situation sind. Man fühlt sich dann gar nicht mehr so alleine. Ich kann zwar mit meiner Mum gut reden, wir reden oft darüber aber wir zanken uns dann auch oft. Jeder von uns zweien will dann irgendwie seine Wut am anderen ablassen, ist ja auch kein Wunder, an wem sollen wir sie denn sonst ablassen.? Ich habe Gott sei Dank eine starke Mum, aber trotz allem überkommt mich dann die Angst wieder, dass sie oder auch ich vielleicht auch noch krank werden könnten durch die ganzen Sorgen. Hat man ja schon sehr oft gehört. Freunde erzählen mir dann dass irgendjemand auch einen Herzinfarkt hatte, usw., natürlich ist das schlimm, aber niemand kann sich vorstellen wie es ist wenn man mit der Diagnose Krebs immer wieder eine schlechte Nachricht erhält, es hört nicht auf. Ich hoffe nun, dass die Hirnmetastasen gut bestrahlt werden können und dass es meinen Paps nicht noch mehr zusetzt. Und natürlich hoffe ich, dass der Primärtumor in der Lunge nicht noch mehr strahlt in der Zwischenzeit wo da nichts gemacht wird. Von dem hat der Arzt nämlich gar nichts gesagt. Er sagte nur Dad soll die Bestrahlungen machen, soll sich wieder gut erholen und soll sich dann im Jänner bei ihm wegen der Biopsie melden. Ich bin mal gespannt. Nur dieses Jahr hat mich trotz allem sehr erwachsen gemacht. Konnte früher nie Nein sagen, jetzt kann ich es!! Ja, und wie ichs kann. Ich lass mir gar nichts mehr gefallen. Irgendwie bin ich stark geworden. Früher habe ich wegen allem nachgegrübelt, heute nicht mehr.Gut, heute grüble ich wegen Dad und der Krankheit. Ich bin von Beruf Lehrerin, was natürlich auch nicht immer einfach ist, mit 15/16jährigen Schülern, die Nerven zu behalten.
Haben es eure "Kranken" denn begriffen wie krank sie wirklich sind? Was mich auch sehr fertig macht ist der Gedanke daran was sein wird wenn keine Behandlung mehr greift. Ich will nicht, dass mein dad das Wort "austherapiert" hört, ich möchte ihn so gerne davor schützen, er soll seine Hoffnung nie verlieren - das ist eine meiner größten Ängste! Und ich hör es ja immer wieder, dass die Ärzte das ja klipp und klar sagen. Mir gruselt davor!
Ainu, ich kann verstehen, dass du Weihnachten mit deinem Sohn alleine sein wolltest. Es ist wirklich schwierig das unbeschwerte Leben der anderen mitanzusehen, gerade an solchen Tagen. Auch bei uns ist es so. Weihnachten mit allen Verwandten, mit kleinen Kindern die sich freuen, alle lustig und nervös und dann sind da Mum, Dad und ich die einen Stein im Herzen tragen und allesamt hoffen dass dieser Tag bald vorbei geht. Also von meiner Mutter weiß ichs und ich glaube Dad hat genauso gefühlt, das spürt man als Tochter.
Ich wünsche euch alles Gute und bin so froh, dass ich mich nun durchgerungen habe hier zu schreiben und nicht nur still mitzulesen. Obwohl schon alleine das Mitlesen/Mitleiden/Mitfreuen sooooo gut tat.

Alles Liebe Nina

Flower*
30.12.2012, 17:18
Ich glaub die "Kranken" wissen viel mehr, als sie uns sagen möchten und als wir denken.. da bin ich eigentlich ganz sicher.. Dabei geht denk ich auch jeder anders damit um, bei meiner Mutter hört man z.B. nur in schwachen Momenten raus, dass sie doch gut bescheid weiß..

Die "Verhaltensänderung" in die Richtung, dass man doch selbstbewusster und stärker wird, kann ich auch bestätigen. Ich bin eigentlich ziemlich schüchtern und ruhig, aber seit der Diagnose sollte mich besser keiner mehr nerven.. der große Rums wird denk ich auch noch kommen.. ;)
Hast du eigentlich mal deine Freunde drauf angesprochen? Da ich ja wie gesagt sonst ziemlich ruhig bin, hab ich mal einer Freundin folgendes geschrieben (direkt sagen hätt ichs ihr denk ich nicht gekonnt): "Wenn du mir weiter auf den Keks gehst, brauchst dich nicht mehr zu melden. Ich brauch dich nicht zum Reden, du hast keine Ahnung von nix, also lass mich mit deinen Klugscheißersprüchen in Ruhe, die hör ich schon von anderen viel zu oft und zu viel. Wenn du mir helfen willst, dann lenk mich ab, unternimm was mit mir und akzeptiers, wenn ich keinen Bock auf dich hab".. Sie war baff, kurzzeitig eingeschnappt und hats aber schnell verstanden. Seitdem is sie eigentlich die Einzige, die ich wirklich gern treff, wenn auch nur selten.. ;)
Im Endeffekt sind die Freunde ja auch hilflos.. sie wollen helfen, aber wissen auch nicht wie..

Was mich mal interessieren würde (als angehende Lehrerin ;)) ist, wie du mit deiner Klasse umgehst.. Also merken die, dass du Kummer hast oder haben die Kids mal nachgefragt? Was machst du denn, wenns dir an nem Tag richtig schlecht geht?

GeMa
30.12.2012, 17:49
Liebe Nina,
ich kann gut nachvollziehen wie es dir geht, da mein Mann seit August 2012 auch an einem kleinzelligen Bronchialkarzinom leidet.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass einem die Ärzte recht im Dunklen lassen, was die Krankheit anbelangt.
Man wird nicht einmal darauf hingewiesen wo man sich erkundigen kann, geschweige denn, dass man vom behandelnden Arzt anständig aufgeklärt wird,
nur im Wartezimmer hängen Plakate von Selbsthilfegruppen, Krebs-Beratungstage oder es liegen Broschüren aus.
Wenn wir nicht einen Radiologen (leider schon im Ruhestand) und eine Heilpraktikerin in unserem Bekanntenkreis hätten, die uns beraterisch zur Seite stehen und
uns aus dem Internet Informationen einholen würden wie z.B. in diesem Forum hier, wären wir fasst ahnungslos.

Mein Mann hatte die ersten Monate vollstes Vertrauen zu seinem Onkologen, ließ ihm machen, ohne nachzufragen.
Mittlerweile hat sich seine Einstellung geändert, weil wir feststellen mussten, dass sogar eine Lebermetastase als "sekundär/zweitrangig eingestuft und
mit der Aussage abgetan wurde" Wenn noch etwas im Körper herumschwirrt (Metastasen!) würde das eh mit von der Chemo-Behandlung erfasst werden":cool3:
Mein Mann hat nun den 6. Chemo-Block a 4 Behandlungen vor sich, danach folgen CTs und evtl. Bestrahlung.
Er ist Selbständig, geht in den dreiwöchigen Pausen immer noch arbeiten, so gut es eben geht und möchte nicht bemitleidet werden, auch nicht viel über seine Krankheit reden.
Jeder Betroffene muss seinen eigenen Weg finden, mit seinem "Untermieter" wie mein Mann seine Tumor nennt, umzugehen.
Genauso ist es mit den Familienangehörigen, dafür gibt es ja z.B.dieses Forum und auch Hospiz-Initiativen die einem zur Seite stehen, wenn nötig.

Einen schönen Satz habe ich hier im Forum gelesen...Hand in Hand schaffen wir das...;)
Ich/wir drücken Deinem Vater und Dir ganz fest die Daumen, für die bevorstehenden Bestrahlungen, dass er alles gut übersteht.

Alles Liebe,
Marina mit Gerhard

Gina79
30.12.2012, 17:57
Hallo Flower! Das mit deiner Freundin find ich große Klasse! Ich glaube die um uns herum wissen auch nicht wirklich wie sie mit uns umgehen sollen. Es ist ja auch wirklich schwer. Denn wenn es Papa gut geht, dann mag ich auch was unternehmen, dann mag ich shoppen gehn, tu was für die Figur (laufen),bin gut drauf und mag mich natürlich dann auch mit Freunden treffen. Wenns ihm aber nicht gut geht überträgt sich das so auf mich, dass ich teilweise wenn jemand anruft gar nicht reden mag. Oder wenn sie mich dann ablenken wollen mit ihren Sachen ich mir denke lass mich in Ruhe mit deinen "Mickey mouse Problemen" - leider, aber ich kann nicht aus meiner Haut und sie wissen ja auch nicht wanns für mich grad passt oder nicht. Mir tut es dann irrsinnig leid, dass ich so abweisend bin - aber da hab ich dann was anderes im Kopf einfach. Deshalb sagt man ja auch in solchen Situationen trennt sich eben dann der Weizen von der Streue, man erkennt dann wirklich wahre Freundschaften, die halten dem dann Stand. Das ist etwas an dem ich noch arbeiten möchte, dass ich die "Launen" oder "schlechten Tage" von meinen Dad nicht soweit an mich ran lasse. Aber leichter gesagt als getan wenn man einen lieben Menschen so leiden sieht. Und als Einzelkind ist es besonders schwer für mich, möchte ja meine Mum auch schützen wos nur geht.
In der Schule habe ich mir über das Jahr angewöhnt eine völlig andere Person zu sein - wirklich irgendwie ein Zwilling von mir. Es gibt die Person zuhause und die Person in der Schule. In der Schule versuche ich dann völlig professionell zu sein (was nicht immer funktioniert). Gerade wenn wieder Untersuchungen anstehen wo wir auf Ergebnisse warten dann ruf ich fast jede Pause daheim an und sitze auf Nadeln. Ansonsten versuche ich in der Schule die "Starke" zu spielen, auch wenn mich jemand fragt (wissen ja alle bescheid) dann antworte ich meist mit "geht schon" oder erzähle als würde es mich nicht betreffen. Beim Heimfahren oder alleine auf der Toilette kullern dann die Tränen. Aber was solls, so gehts glaub ich jeden von uns. Wie geht es dir denn in der Arbeit oder was machst du? Ich habe ja trotzdem das Glück nachmittags viel zuhause arbeiten zu können. Obwohl man das manchmal auch nicht als arbeiten bezeichnen kann. Also die Arbeit hängt da schon sehr nach. Ich kann mich manchmal gar nicht aufraffen was zu machen, mir tun die Kinder dann ziemlich leid aber dann denk ich mir ich nehm das Material vom Vorjahr weil ich einfach nicht kann.
Die Kids sind nicht "eingeweiht" da sie ja in einem blöden Alter sind und auch nicht so einfach zum handhaben sind. Die verstehn das nicht. Man muss sich da in der Schule als junge Lehrerin schon behaupten und soll (darf) keine Schwäche zeigen, leider.
Von Arbeitskollegen hört man auch nur "du arme" oder "schrecklich" oder " wird schon wieder" oder gar nichts, gar nichts heißt sie wollen mit dem Thema gar nicht anstreifen. So lass ichs lieber und will keinen belasten. Auch bei Freunden ist es so, die sind alle jung und haben einfach was anderes im Kopf (entweder schon Kinder, Männer, Fortgehen, Schminke, shoppen,...) aber sicherlich nicht Krankheit und alles was damit verbunden ist. Ich war ja auch nicht anders vorher. Drum versteht dich ja auch nur der, der das selbst schon einmal mitgemacht hat.

Gina79
30.12.2012, 18:11
Liebe Marina, lieber Gerhard!
Tut mir leid, dass ihr auch von dieser Krankheit betroffen seid. Du hast recht damit, dass die Ärzte eigentlich gar nichts konkretes sagen wollen. Einerseits bin ich froh darüber, denn wir wollen ja wirklich Hoffnung haben. Und die Hoffnung steht uns ja auch zu, denn die gibt es ja! Mein Paps hat auch anfangs vollstes Vertrauen in seinen Lungenfacharzt gehabt, nur schön langsam, wo er sieht es wird nicht besser sondern schlechter, verliert er das Vertrauen - macht aber trotzdem weiterhin was der Arzt ihm rät, und das ist auch gut so, denke ich. Er darf nur die Hoffnung nicht verlieren. Momentan hadert er halt richtig mit seinem SChicksal, was ja auch verständlich ist. Bei anderen Leuten redet er gar nicht über die Krankheit, er sagt immer "geht schon". Daheim merkt man es schon dann an der Stimmung, da zeigt er es dann schon, spricht aber auch nicht viel darüber, ist dann eher teilnahmslos und zeigt es uns halt so.
Alles was ich weiß über die Krankheit (und ich glaube mittlerweile bin ich schon ein kleiner Experte) habe ich von diesem Forum, sonst würde ich auch nicht viel wissen. Unser Lungenfacharzt ist wirklich eine sehr nette und verständnisvolle Person und auch die Onkologin ist eine tolle Frau. Aber sie können halt auch keine Wunder wirken und haben schon gesagt, sie machen alles um sein Leben zu verlängern, aber heilen können sie ihn nicht.

Es ist gut, dass Gerhard arbeiten geht. Ich glaube die beste Genesung bringt die Ablenkung und der Umgang mit Menschen.
Ich wünsche Gerhard alles Gute für die anstehende Chemo und für die vielleicht folgende Bestrahlung. Der Satz, den du im Forum gefunden hast sagt es ja auch richtig aus, es ist auch wirklich so, ... Hand in Hand schaffen wir das, und das werden wir auch, ganz bestimmt.

Liebe Grüße und alles Gute

Flower*
30.12.2012, 18:17
Mir gehts auch so, dass es mir gut geht, wenns meiner Mutter gut geht und schlecht, wenns schlecht ist.. Aber naja, ich denk, wenn es richtige Freunde sind, dann verstehen sie das schon.. und wenn nicht haben sie eben Pech gehabt..
Aber wie man es schafft, das nicht an sich ranzulassen, das weiß ich auch nicht so recht.. Manchmal schaff ichs und weiß gar nicht wie.. Manchmal tuts auch gut sich zu überwinden und was mit Freunden zu machen, auch wenn man keine Lust hat.. Mich würde auch mal interessieren, wie man diese unglaubliche Wut (hast du die auch?) los wird..

Ich denk deine Methode in der Schule ist bestimmt ne sehr gute, auch wenn es ziemlich anstrengend klingt.. im Endeffekt bringts ja nichts, wenn die Kids es wissen.. aber merken werden sie manchmal sicher was.. ich bin auch froh, dass ich noch nicht ganz soweit bin.. Ich bin jetzt am Ende des Lehramtsstudiums (Mitte Februar fängt das 1. Staatsexamen an) und weiß auch noch nicht, wie ich die Prüfungen durchstehen soll.. aber ich will es nicht verschieben (weil ich hoff, dass es meine Mama vllt. noch miterlebt, wie ich den Abschluss mach).. dafür hab ich schon viel Kritik und böse Blicke geerntet, aber ja, sie verstehen es einfach alle nicht..

Ich drück dir auf alle Fälle die Daumen, dass du nen Weg findest, deine Laune von der deines Vaters unabhängiger zu machen.. Und dass du dich auch mal ablenken kannst von allem schlechten..

Gina79
30.12.2012, 18:29
ja, das mit der Wut, das kenn ich auch. Ich bin dann so wütend auf Gott und die Welt, dass es uns getroffen hat. Dass wir in dieser beschissenen Situation sind und die Welt da draußen dreht sich einfach weiter. Und dass die Leute so unbeschwert feiern können und wir einen dicken Kloss im Hals stecken haben. Ich zanke mich dann oft mit meiner Mutter, wir halten uns dann vor wer von uns am meisten leiden muss. Sie, die den ganzen Tag bei Papa zuhause ist oder ich, die in der Früh trotz höllenhafter Nacht raus muss und in der Schule die Superfrau spielen muss. Eigentlich sind wir beide arm und noch ärmer ist Papa aber bei diesen Zankereien wollen wir eigentlich nur unsere Wut gegenseitig rauslassen und getröstet werden für unsere Situation. Und Papa können wir das ja nicht auch noch spüren lassen, der hat ja genug mit sich selbst zu tun. Ich vergleich das immer so, wir schwimmen alle auch offener See und kämpfen ums Überleben - da können wir keinen anderen mehr rausziehn oder retten, wir kämpfen, dass wir selbst nicht untergehen. So ist es hier auch, denke ich. Mum muss sehen, dass sie ihren Alltag schafft, ich muss mit durchsetzen in der Schule und meine Sachen erledigen und Papa sowieso.
Ich hoffe, dass du deinen Abschluss machen kannst, aber ich glaube du solltest dich da auch nicht zu viel unter Druck setzen damit. Was geht, das geht. Ich glaube die Situation müssen wir trotzdem vorziehen und wenn da mal was unerledigt bleibt ist es für mich auch nicht so schlimm. Ich denke du wirst deinen Abschluss schaffen und das weiß deine Mama auch genau, nur denke auch an dich und teile dir deine Kräfte ein. Ich kenne das mit dem "ich weiß nicht wie ich die Prüfungen durchstehen soll" - lass dir bitte trotzdem Zeit und denke an dich, auch du brauchst Ruhephasen und Erholung. Das ist nun wirklich kein Spaziergang den wir da gerade machen.

Gina79
31.12.2012, 16:26
Hallo zusammen! Mein Name ist Nina, ich bin schon seit einem Jahr stille Mitleserin bei euch, habe mich jetzt entschlossen aktiv mitzuschreiben. Habe auch einen Thread im Angehörigenforum. Mein lieber Papa hat voriges Jahr zu Weihnachten die Diagnose kleinzelliges Bronchialkarzinom mit Metastase in der Augenhöhle bekommen. War ein Zufallsbefund, hat sich alles durch eine "angebliche Bindehautentzündung im Auge" herausgestellt. War natürlich keine BIndehautentzündung, sondern eine Raumforderung in der Orbita. Die Metastase in der Augenhöhle konnte durch Bestrahlung gut behandelt werden. Er bekam 2 Chemoschemen (Cisplatin/Etoposid und EPICO), beide brachten nicht den gewünschten Erfolg. Dann heuer kurz vor Weihnachten bekamen wir die Nachricht 4 Hirnmetastasen (die größte 1 cm), diese werden jetzt im neuen Jahr bestrahlt.
Jetzt ist es aber so, dass die Ärzte schon am Zweifeln sind ob es sich wirklich um einen richtigen kleinzeller in der Lunge handelt. (Die Metastase in der Augenhöhle sollte auf jeden Fall ein Kleinzeller gewesen sein, hat ja auf die bestrahlung super angesprochen- alles weg!!!!:smiley1:)Die Ärzte gehen jetzt in der Lunge von einem Mischtypen aus. Bei der Biopsie vor WEihnachten hat man anscheinend nur gallertartiges, totes und unbrauchbares Gewebe entnehmen können - keine Ahnung was das heißt.
Er soll sich jetzt nach den Bestrahlungen, wenn er wieder am Damm ist (ist natürlich durch die Chemos schon geschwächt - Polyneuropatie, Schwäche, wenig Appetit,...) im Krankenhaus beim Arzt melden. Da soll dann eine große Biopsie unter Vollnarkose stattfinden. Ich habe natürlich jetzt solche Angst, dass der Krebs in der Zeit jetzt streut. Wäre ein Mischtyp negativer als der Kleinzeller??? Ich weiß, dass der Kleinzeller sehr heimtückisch ist, aber es gibt ja auch Leute die trotzdem relativ gut leben damit. Ich habe keine Ahnung? Wie würde so ein Mischtyp dann behandelt werden und welche Mischtypen gibt es denn eigentlich? Hat da jemand von euch Erfahrung damit???
Und noch etwas, Papas Husten wird immer mehr, die Paracodintropfen helfen glaube ich nicht mehr so gut. Was kann man da machen? Er sagt zwar der Husten wäre leicht und würde ihn nicht plagen aber es kommt mir vom Hinhören doch schlimm vor. Und gibt es jemanden von euch, der auch mit Neuropathie zu kämpfen hat? Was macht ihr dagegen? Papa hat manchmal richtige SChmerzen in den Unterschenkeln. Er hat zwar Tabletten bekommen, die haben aber total krasse Nebenwirkungen.
Ich wünsche euch allen einen guten Rusch, rutscht nicht aus und alles Gute. Und bitte gebt den Kampfgeist nicht auf - immer positiv denken, nach Regen kommt bekanntlich immer die Sonne!

Liebe Grüße Nina

cawo
31.12.2012, 20:07
Ach Nina,
wenn ich deinen "Fred" so lese, habe ich das Gefühl, dass du und die anderen Schreiber seelenverwand mit mir sind.

Dieses "Mama / Papa / Partner" hat ne gute Phase... JA, ich fühl mich als könnte ich (junge) Bäume ausreisen... Dann die schlechte Phase... deprimiert, weinen, zornen...

Ich muss derzeit Antidepressiva nehmen, um durch den Tag zu kommen... Ich mag eigentlich keine Medis... aber was solls, ich komm auch irgendwann wieder von den Dingern los.

Leider oder vielleicht GsD haben wir keinen großen Freundeskreis, somit halten sich auch die "guten" Ratschläge in Grenzen.

Bei mir ist es wie bei euch, alles dreht sich nur um die Krankheit (Bauchspeicheldrüsenkrebs) und auch bei meinem Mann habe ich das Gefühl, dass er verdrängt... Er muss es wissen, wie schlimm es ist... aber er gibt es nicht zu...

Leider ist der derzeit ja im KH, wir haben aber vereinbart, dass wir den Kalender auf 31.12. stehen lassen uns Silverster nachfeiern, sobald er wieder da ist.

(zum Feiern... ich werde dann mit einem Glas Sekt mit seiner Nahrungsinfusion anstoßen :cry: ) Aber das ist immer noch besser als zu sagen, schade dass du Silverster in der Klinik warst...

Liebe Nina, ich denke am 02. Jänner ganz feste an euch, dass die Bestrahlung die erhoffte Wirkung bringt. Toll dass dein Papa noch so mobil ist und auch noch Auto fahren kann!!!

LG

Carmen

Gina79
31.12.2012, 21:03
Liebe Carmen!
Ja, es ist so gut hier zu lesen und zu schreiben, trotz allem immer wieder aufbauende und ermunternde Worte von Gleichgesinnten. Ich bin zuhause, wollte meine Eltern zu Silvester nicht alleine lassen. Nun haben wir gegessen, Papa hat sich auf die Couch gelegt, redet ja sowieso nicht sonderlich viel im Moment - Stimmungsschwankungen und ist am dösen. Mama und ich glotzen in den Fernseher (oder auch nicht). Keine Ahnung, hoffe, dieser Tag vergeht schnell. So schlimm es ist, ich bin froh wenn solche Tage vorbei sind, das regt mich nur noch mehr auf. Mir sind die "normalen" Tage lieber. An solchen Tagen wird mir alles so bewusst.
Mach dich wegen den Antidepressiva nicht fertig! Ich denke in solchen Ausnahmesituationen ist es besser etwas zur Beruhigung für die Nerven zu nehmen. Ich glaube bei mir wird es auch nicht mehr lange dauern. Die Doppelbelastung Beruf und Krankheit zu Hause nagt sehr an den Nerven und am Körper. Ich könnte auch die ganze Zeit essen, vielleicht Frustessen, keine Ahnung... etwa so als würde ich mir Schutzpolster anessen wollen.Aber momentan denke ich nicht darüber nach, es kommen ja hoffentlich auch wieder andere Zeiten.
Wie geht es deinem Mann jetzt?
Das mit Silvester nachfeiern ist eine tolle Idee, so hat er ein Ziel vor Augen und kann sich darauf freuen. Auch wenn das Anstoßen mit einer Nahrungsinfusion ist, es wird trotzdem schön.
Auch wir haben keinen so großen Freundeskreis, schon viele Bekannte aber so richtig gute Freunde, die auch in der Not mal mithelfen und mit denen man über Sorgen und Probleme reden kann, auch eher wenige.
Ich wünsche dir trotzdem noch einen "guten" Abend und eine "gute" Nacht. Es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine ist, und das zeigt einem dieses Forum sehr gut auf!
Alles Liebe Nina

cawo
31.12.2012, 22:02
:knuddel:, für dich und deine Mama und eine Portion Gesundheit für Papa.

Und rutscht gut rüber

LG

Carmen

MaPa15
01.01.2013, 00:52
Liebe Gina,

dein Posting erinnter mich so sehr an mich vor gut1,5 Jahren. Ich hatte auch für nichts anderes mehr Platz in meinem Leben außer papa, familie (habe 5jährige Zwillinge) und noch Arbeit! Das klann keiner verstehn, der da nicht selber drinsteckt!!

ich wünsche dir soviel Kraft und sage deinem Papa alles, was dir auf der Seele brennt. Ich hab soviel geredet mit ihm!! Als er dann endlich ging, hatte ich das Gefühl, ich hab ihm alles gesagt!

Fühl dich gedrückt

Gruß Mapa

Gina79
01.01.2013, 10:26
Hallo Mapa!
Danke für deine Antwort, es tut immer gut zu lesen dass auch andere diesen sorgenreichen Weg gegangen sind und auch nicht an dem allen zerbrochen sind.
Es tut mir leid, dass dein Papa gehen musste. Wie geht es dir heute? Ist es schon ein wenig leichter für dich? Das mit den vielen Gesprächen finde ich toll, ich glaube später denkt man dann viel daran und erinnert sich positiv. Und man weiß dann auch man hat alles gesagt, ich glaube man ist dann zufrieden. So traurig die Situation natürlich ist.
Ja, ich führe viele Gespräche mit meinen Papa und so blöd es klingen mag, seit der Krankheit sind wir uns doch viel näher gekommen. Jeder genießt jeden Augenblick, man überlegt sich vorher schon wie man mit dem anderen umgeht. Und ich passe auch viel intensiver auf was mein Dad mag und was nicht. Es ist wirklich eine sehr intensive Zeit, man lernt sich selbst und auch den anderen viel besser kennen als vorher. Das ist wohl das positive.
Morgen fahre ich mit ihm mit dem Krankentaxi zur Bestrahlung der Hirnmetas. ER muss dann ca. 4 Tage im KH bleiben, damit er wegen den Nebenwirkungen überwacht wird. Ich freue mich, dass ich ihn begleiten darf. Eigentlich begleiten entweder meine Mum oder ich oder beide ihn überall mit hin. Es ist zwar sehr anstrengend aber das wollen wir uns nicht nehmen lassen.
Danke, dass du geantwortet hast, man fühlt sich dann trotzdem nicht mehr so alleine mit der Situation.
Einen schönen Feiertag und liebe Grüße Nina

Gina79
01.01.2013, 15:53
Kennt ihr das Gefühl, wenn die Stimmung so erdrückend erscheint, dass man glaubt man müsste darin ersticken? Bei uns ist es gerade so. Mein Papa gibt knappe Antworten, redet von selbst gar nichts, wenn dann seufzt er, liegt nur herum und bedauert sich selbst. Heute ist es die Luft wieder, die ihm schwer zusetzt. Jeden Tag, oder manchmal sogar jede Stunde etwas anderes. Bitte verssteht mich nicht falsch, aber es ist einfach so schwer zu ertragen, mir gibt es dann immer einen Stich, das Atmen fällt schwer, ich weiß nicht was noch. Wie ist das denn? Man sagt immer , man soll im Hier und jetzt leben und dem Moment genießen, den man miteinander hat. Ich möchte mich am liebsten, ich weiß es klingt jetzt hart und egoistisch, so meine ich es aber nicht, ... ich möchte mich am liebsten alleine verkriechen, zumindest weit weg von ihm. Ich liebe ihn, er ist mein Papi, aber er tut mir erstens soooo leid, ich kann das nicht mitansehen wie er leidet und dann eben weil gar nichts lebensfrohes oder positives von ihm kommt. Manchmal denke ich er will dass wir mitleiden. Ich weiß es einfach nicht. Tut mir leid, dass ich so schreibe aber ich hätte gerne gewusst ob nur ich so empfinde oder ob es nur bei uns so ist??? Aber wie soll man da den Moment genießen können? Sicherlich, er wird momentan auch nervös sein, morgen beginnen die Bestrahlungen und er muss wieder 4 Tage drinnen bleiben, was er ja so hasst, ich verstehs ja eh. Aber Mum und ich wir probieren wirklich alles, fahre morgen sogar mit ihm mit dem krankentaxi mit, um ihn zu begleiten weil ich gerade Ferien und Zeit habe. Nicht weil es so lustig ist, sondern weil ich was für ihn tun mag, weil er mir am herzen liegt, aber mir kommt vor, er schätzt das alles gar nicht mehr.
Auch gestern, wir 3 waren zuhause, Neujahrfeiern, ... es kam nicht viel von ihm. wir können ja auch nichts dafür für diese Situation, wir leiden ja eh alle schon wie die Hunde. Es ist wirklich nicht einfach.
Aber kennt ihr das auch, jede STunde hat er etwas anderes. In der Früh, wenn ich aufwache ist mein erster Gedanke, was wird heute wieder sein, und so ist es auch. Man fragt "hast du gut geschlafen?" - gar nicht gut - und mein Tag ist schon wieder gelaufen. Mum ist auch schon ganz hin und weg, sie meint er müsste sich ein wenig mehr bewegen, er hat schon gar keine Füße mehr. ER fährt zwar mit dem Auto, zum Wirt und wieder heim, aber zuhause ist er dann wieder depri.
Ich hoffe ihr glaubt jetzt nicht dass ich egoistisch bin aber manchmal halt ich das ganze einfach nicht mehr aus.

MaPa15
01.01.2013, 16:12
Hallo Gina

Mein Papa war geauso. Er hat nur sehr wenig gesprochen über seine Ängste, Gefühle und die Krankheit ansich!! Das war schwer. ich musste ihm alles aus der Nase ziehn. Aber je näher es dem Ende ging, desto besser wurde es! Leider. Diese Gespräche haben mir alle sehr viel leichter gemacht im Nachgang. Wie gesagt, ich hatte das Gefühl, alles ist gesagt.
Als mein papi noch Autofahren durfte, war auch noch alles besser, aber als die Metas im Hirn kamen und er nicht mehr fahren durfte, da war es ganz schlimm und er hat sich vollend aufgegeben. Auto fahren war seine einzige Freude noch. Er konnte sonst nix mehr haben, selbst von seinen heißgeliebten enkeln hat er sich zurückgezogen, weil es nicht mehr so konnte.

Ich weiß noch, 4 Wochen vor seinem Tod ist mein papa 70 geworden und wir dachte, wir tun ihm eine Gefallen, wenn er ein Tablet-PC bekommt. So bekam er ein Pad mit super vielen Fotos der Jungs und Solitär usw. damit er sich die Zeit im KH vertreiben kann. Da hatte ich noch Hoffnug. Papa war immer technisch sehr begabt, er hat 50 jahre für eine Computerfirma gearbeitet. Das Pad hab ich ihm gleube ich 20 mal erklärt, aber leider hat er es gar nicht mehr hinbekommen. die Bestrahlung im Gehirn hat ihn zuseh belastet. Kein geschmack mehr, völlig Durcheinander und einfach nicht mehr Papa. :sad:
Die zeit war hart, da meinen Mama zu der Zeit im KH lag mit Herzproblemen. Er war den ganzen Tag alleine, da ich arbeiten musste.

Ach Mensch, ich schweife ab und laber nur von mir. Lange rede kurzer Sinn. Die Zeit war hat, aber ich bin daran gewachsen und ich würde es genauso wieder tun für meinen Papa. Heute geht es mir soweit gut. ich denke noch oft an ihn, jeden Tag und es tut auch noch weh, aber ich weiß, dass es so viel besser ist für ihn.

Flower*
01.01.2013, 16:34
Hi Nina!
Ich wünsch dir ein frohes neues Jahr, auch wenns nicht froh erscheint.. allen anderen hier natürlich auch!
Ich kann dich auch hier wieder so gut verstehen.. Ich würde momentan auch am liebsten irgendwo ganz allein sein und an nichts denken! Einfach weg.. nicht jeden Tag Krankheit sehen und an alles schlimme denken müssen! Und vor allem meine Mama nicht so sehen, wie sie grad is, sondern sie so wieder haben, wie sie immer war.. aber das is ja leider alles unmöglich..
Und der Tag gestern war irgendwie der schlimmste in meinem ganzen Leben.. ich weiß auch nicht, es war einfach schlimm.. gings dir auch so?
Ich glaub übrigens, dass dein Vater es schon schätzt, wenn du morgen mit ihm zur Bestrahlung fährst.. Grad das 1. Mal is denk ich ziemlich angsteinflößend, da is es schön, wenn man jemanden dabei hat.. Irgendwann wird er dir das sicher auch mal zeigen..
Ich wünsch euch für morgen viel Kraft, hoffentlich gehts ihm soweit gut.. Aber Bestrahlung ist nicht schlimm, nervt nur (sagte meine Mutter mal ;))

Gina79
01.01.2013, 16:57
Ja, auch für mich war dieser Tag gestern die Hölle! Papa hat sich dann so um 22 Uhr hingelegt und hat gemeint wir sollen ihn aufwecken. Irgendwie hab ich überlegt "und wenn wir das alles jetzt verschlafen???, wär doch besser so!!!, aber dann habe ich gedacht, wir können ja nicht davonlaufen vor dem allen, wir müssen uns den Dingen ja stellen.
Papa liegt noch immer, seit Mittag. Mama ist voll fertig, wir beide waren grad ne Runde spazieren mit dem Hund. Sie wird noch immer innerlich sehr wütend wenn er sich so gehen lässt und liegenbleibt. Sie möchte, dass er sich ein bisschen bewegt, wenn auch nur im Haus ein wenig. Aber sich nicht sooooo fallen lassen und so teilnahmslos daliegen. So weit ist es glaub ich nämlich noch nicht. - Aber momentan kann ich unsere Situation gar nicht einschätzen.
Ich denke auch gar nicht mehr nach über Weihnachten oder über das neue Jahr, wie es wohl wird, ... es nimmt sowieso alles seinen Lauf.
So schlimm es klingt, irgendwie bin ich froh, wenn er jetzt wiedermal 3 oder 4 Tage im KH ist. So haben wir auch wieder etwas Zeit zum durchatmen. Es sind zwar die Besuche auch nicht einfach, weil er da auch immer sehr anstrengend ist und alles an uns auslässt, und wir uns danach auch wieder nur Sorgen machen , aber so wie es momentan ist....
Wie geht es deiner Mum denn heute, Flower?
Und wir halten trotzdem die Ohren steif!!! Liebe Grüße

Gina79
01.01.2013, 17:04
Liebe Mapa!
Wieso konnte dein Papa mit den Hirnmetastasen denn nicht mehr Autofahren? Das ist ja das nächste Problem, was ich auf uns zusteuern sehe. Derweilen hat noch niemand etwas gesagt von nicht fahren können. Wird das dann von den Ärzten bestimmt? Oh Gott, mich gruselt, das waäre dann das Schlimmste für ihn und für uns auch. Seine heißgeliebte Freiheit hergeben. Es ist jetzt schon so schwierig weil er ja soviele Dinge die ihm was gebracht haben nicht mehr machen kann. Es wirkt sich halt alles auf die Stimmung aus.
Wie hat deine Mum das alles verkraftet? Ich mache mir ja um Mama auch solche Sorgen. Ich bin zwar eh ab Nachmittag immer da, aber ich glaube sie weiß auch nicht mehr weiter mit ihm. Es kommt ja nichts zurück von ihm. Wenn man ihn momentan was fragt, dann ist die Antwort sicherlich "Keine Ahnung". Das ist jetzt schon seine Standardantwort. Man muss sich jetzt schon zwingen mit ihm zu reden. Es ist so grausam.

Gina79
01.01.2013, 18:07
Die Beschwerden ändern sich jetzt schon fast minütlich! Jetzt hat er eine Temperatur von 37! Ist ja eigentlich nicht so tragisch, nur er fühlt sich schlecht, müde und schlapp und es fröstelt ihn. Hat sich jetzt richtig ins Bett gelegt, das hat er sonst noch nie gemacht, hat sonst immer auf der Couch gepennt. Ich weiß nicht oder findet ihr eine Temperatur von 37 beängstigend? Von was könnte das kommen? Hoffe nicht, dass es Tumorfieber ist.:confused: Es ist alles echt :eek:. Bin nur froh, dass ich Ferien habe und mich nicht auch noch um die Arbeit kümmern muss.

Flower*
01.01.2013, 18:07
Ja, ich bin manchmal auch froh, wenn sie wieder im KH is.. man kann einfach mal wieder ne Nacht durchschlafen und durchatmen.. das hilft schon viel..
Zu den Hirnmetas: Die Bestrahlung kann sich auch auf die Sehkraft auswirken, deshalb darf man glaub ich kein Auto fahren :( Außerdem kann (je nachdem wo die sitzen) die Motorik und Wahrnehmung eingeschränkt sein, wodurch es ziemlich gefährlich werden kann..

Meiner Mama gehts nicht gut.. seit heute kann sie leider nicht mehr laufen und man versteht kaum mehr, was sie sagt.. deshalb auch ein Tipp an deinen Papa: Er soll sich bewegen so gut es geht, Muskeln bauen sich viel zu schnell ab! Er wird es wirklich bereuen, wenn ers nicht tut.. vor allem, wenns ihm soweit gut geht.. Wir haben im KH bescheid gesagt gehabt (anfangs eben) und meine Mutter wurde sofort täglich 15 Minuten aufs Fahrrad geschickt.. falls er das gern macht is das vllt. ne Möglichkeit.. geht auch während der Bestrahlung, wenns ihm soweit gut geht.. einfach hartnäckig bleiben.. ;)

Zur Temperatur: Vllt. mal im KH anrufen und das schildern? Oder den Hausarzt?

MaPa15
01.01.2013, 18:14
Mein Papa durfte nicht mehr Autofahren, weil eine Metastase auf den sehnerv gedrückt hat!! Aufgefallen ist es dadurch, dass er beim Autofahren zusammengebrochen ist und nichts mehr sehen konnte, ganze 45 Minuten lang. hätte meine Mutter nicht daneben gesessen und geschrien wo er hin soll und er nicht so ein rutinierter Fahrer wäre, dann hätten sie in einer Hauswand gesessen!:weinen:

Gina79
01.01.2013, 18:17
Liebe Flower, es tut mir so leid für dich! Ist sie im Krankenhaus oder zu Hause? Ist sie so geschwächt? Ich schicke dir und natürlich auch deiner Mama ein ganz großes Kraftpaket!
Papa lässt sich im Moment richtig gehen. Man kann ihm auch nichts raten, dann wird er böse. Das war immer schon so. Er ist ein total lieber und hilfsbereiter Mensch, aber er hat seinen Kopf und den setzt er durch. So ist es hier leider auch. Wir können ihn weder zum Essen noch zum Bewegen zwingen. Ich weiß wie schnell die Muskeln schwinden, bei meinem Dad dauert es sicherlich auch nicht mehr lange, wenn es so weiter geht. Aber man ist so machtlos, man kann eigentlich nur geschehen lassen, da sein und ertragen.
Ich hoffe, dass es bei euch doch wieder aufwärts geht. Bin froh mit dir und natürlich auch allen anderen hier zu schreiben. Kräftigende Grüße

Flower*
01.01.2013, 18:25
Sie ist (noch) zu Hause.. aber naja, vllt. hilft ja die nächste Chemo, mal abwarten :) Wir wissen allerdings nicht, ob es an den Metas liegt oder daran, dass sie einfach keine Muskeln und keine Kraft mehr hat.. Wenn ein Arzt kommt sagt sie auch immer, dass es ihr gut geht, dass sie keine Schmerzen hat usw.. Stimmt natürlich nicht, echt dämlich -.-
Naja, Sturköpfe bleiben eben hartnäckig (meine Mama gehört auch zu der Kategorie).. aus meiner Erfahrung raus bringts mehr, wenn ein Arzt oder ein anderer Betroffener was dazu sagt.. Grad wenn er vllt. mal allein bei der Bestrahlung is werden da ja auch andere sein.. normal kommt man da immer ins Gespräch und das hilft den Betroffenen glaub schon ein bisschen.. In welchem KH seid ihr denn, is es ein großes? (wenn du nicht antworten willst is es auch nicht schlimm ;))

Monika Rasch
01.01.2013, 18:34
Eine Temperatur von 37 ° C ist NORMAL-Temperatur.
Also da kein Grund zur Sorge.

Dass er sich nicht gut fühlt ist verständlich,das Wetter, dieses Usselige, macht doch schon gesunden Menschen zu schaffen.

Mein Papa gibt knappe Antworten, redet von selbst gar nichts, wenn dann seufzt er, liegt nur herum
DAS ist ganz typisch...ganz typisch ganz besonders dann wenn er im Gesunden ein
Mann war, der wusste was er wollte und der sehr hilfsbereit war.

Ich weiss wovon ich rede, mein Papa (kein Krebs) hat jeden Tag ganz ganz
schlimme Schmerzen, eine wirkliche Ursache konnte bisher nicht gefunden
werden....
und er liegt quasi nur noch, steht im Grunde gar nicht mehr auf- und man sieht ihm an was er denkt.

Er denkt...ich bin zu nichts mehr nutze...ich hasse es so hilflos zu sein...das ist doch kein Leben mehr, jedes Tier würde man erlösen..ich will einfach nicht mehr.

und bedauert sich selbst
Ein wenig Selbstmitleid steht ihm zu, er ist schwerstkrank und die Therapien-
von denen keiner weiss ob sie wirklich sein Leben verlängern- macht er im Grunde NUR FÜR EUCH.

Gina79
01.01.2013, 18:44
Danke Monika für deine Worte! Ich weiß es im Grunde ja eh, nur es ist einfach so schwer in dieser ausweglosen Situation zu stecken. Er tut mir einfach so leid und es bricht mir fast das Herz wenn er dann so verschlossen ist. Eigentlich möchte ich ihn vor all dem beschützen, er soll es so schön wie nur möglich haben. Mir wäre es am liebsten, wenn er von all diesen Qualen nichts mitbekommen würde. Am liebsten würde ich ihm alles abnehmen. Er ist eben sehr eingeschränkt jetzt schon, kann seinen Lieblingsinteressen nicht mehr nachgehen. Mobilisiert seine Kräfte gerade noch um täglich unter die Leute (zum Wirt) für eine Stunde zu gehen und das fällt ihm schon immer schwerer. Liebe Monika, ich höre gerne von dir. Da ich ja schon seit einem jahr hier still mitlese habe ich den WEg, den du mit deiner Schwester gegangen bist auch schon durchgelesen und mir einiges davon mitnehmen können. Danke, Nina

Monika Rasch
01.01.2013, 19:15
Hallo Nina,
ich danke Dir für die lieben Worte.

Es ist für uns als Angehörige so schwer...aber noch schwerer für unsere Lieben, die krank und auf Hilfe angewiesen sind.
Sie haben es sich nicht ausgesucht.

Heike war eine geduldige Kranke, völlig untypisch für sie.
Wir reden oft davon, mit welchem Vertrauen in mich und ihre Ärzte sie den
unvermeidlichen Weg gegangen ist...
und immer glaubte, sie würde wieder
gesund und mindestens noch 19,5 Jahre leben..

Dein Vater spürt vielleicht ,dass er nicht mehr will, nicht mehr kann.

Das zu akzeptieren,- das ist schwer.

Fordert nichts, was er eigentlich ablehnt.
Die Hirnbestrahlungen sind kein Spaziergang.
Er möchte vielleicht selbst entscheiden, ohne dass es immer "kämpfen" heisst.

Gina79
01.01.2013, 19:24
Liebe Monika, danke!
Es ist von Minute zu Minute anders. Er ist vor ca. 20 Minuten wieder aufgewacht, sitzt gerade auf der Couch im Wohnzimmer und isst genüsslich ein heißes Nudelsüppchen und redet auch schon wieder etwas mehr.
Ein ständiges Auf und ab und hin und her und von Hoch zum Tief. Ich bin so froh, dass ich euch habe. Es tut sooooo gut!

Gina79
01.01.2013, 19:27
PS an Monika: Heike scheint wirklich eine beeindruckende Frau gewesen zu sein. Hab mir auch die Fotos angesehen. Ihr (allesamt - du, Heike, Heike's Mann, usw.) ihr könnt wirklich stolz auf euch und euren gemeinsamen Weg sein.
Ich wünsche mir das auch für meine Family und besonders für meinen Dad. Aber ich weiß, dass wir das auch schaffen.

vero1966
01.01.2013, 19:47
Hallo Nina, dein Vater hat nicht einfach!
wegen sein Husten, es sollte fragen "Codein" tropfen ,ich habe mein Husten damit weg bekommen.
ich habe auch LK aber nicht-kleinzelliger, ich hatte 6 Monate lang schlimme Husten und konnte kaum eine Satz ausprechen ohne Husten. Die Tropfen waren die Erlösung.
Ich hoffe das euch besser gehen wird und wünsch dein Vater ein Schmerzfreies Jahr mit viel Mut und Hoffnung...
glg Vero

Gina79
01.01.2013, 19:58
Danke, Vero! Ich weiß dass es Papa nicht einfach hat. Die Codein-Tropfen (wir haben Paracodin) ich glaube das ist das selbe hat Papa schon länger. Ich befürchte nur, dass man sich irgendwann dran gewöhnt und sie nicht mehr so gut wirken. Jedenfalls sieht es aus als ob sich dieser Husten nicht durch die Tropfen stillen lässt. Am meisten husten Papa beim bewegen. Und sei es nur eine kleine Bewegung. Im Sitzen und beim Schlafen hustet er fast gar nicht. eR hat ja auch ein Sauerstoffgerät zu Hause. Das haben wir von Arzt zur Vorsicht schon im voraus bekommen. Papa will es aber so gut es geht noch vermeiden, das finde ich auch gut so. Er kann auch teilweise keinen Satz sagen ohne dass er husten muss, das ist natürlich anstrengend für ihn.
Wie geht es dir jetzt? Machst du eine Erhaltungstherapie? Liebe Grüße und positive Energie Nina

bettinaco
01.01.2013, 22:23
Liebe Nina,
solche Mischtypen sind gar nicht so selten. Da beim Kleinzeller Chemo normalerweise sehr gut wirkt, kann es sehr gut sein, dass der Primärtumor überwiegend nichtkleinzellig ist. Dann würde eventuell eine andere Chemo besseren Erfolg bringen. Oder wenn Mutationen vorliegen, sogar eine Tablettenchemo.
Deine Angst, dass der Tumor jetzt weiter streut, ist natürlich berechtigt. Nichtkleinzellige sind da allerdings langsamer. Und während der Bestrahlung kann man ja nichts tun, da wäre die Belastung für deinen Papa zu groß.
Gegen die Polyneuropathie kann es helfen, Reize zu setzen. Also zum Beispiel auf unebenen Böden laufen. Igelbälle haben sich auch bewährt. Und eine Schüssel mit Hülsenfrüchten - etwa Trockenerbsen - füllen und mit den Füßen darin rumrühren. Manchen Patienten hilft auch Vitamin B - da müsst ihr den Arzt fragen.

Alles Gute
Bettina

mhb12
02.01.2013, 10:19
Liebe Gina, ich versteh dich wirklich gut und versuche auch sehr für meine Eltern da zu sein. Ich finde es aber wichtig, dass man sich auch eine Auszeit für sich (und bei mir) für seine eigene Familie nehmen muss. Ich denke nur wenn man ab und an auch mal egoistisch ist, mit einer guten Freundin weggeht und auch mal wieder lacht und nix von Krebs und Krankheit hört, hat man die Kraft dass alles durchzustehen.
Mir ging es am Anfang nach der ganze OP-Sache mit meinem Papa so schlecht, dass ich mich nicht mal mehr um meine Kinder kümmern konnte. Es ist echt hart wie es einen mitnimmt, aber für die Kiddies und mich war es gut, dass ich irgenwie wieder zur "normalität" übergegangen bin. Das geht aber wahrscheinlich bei uns leichter, da mein Papa ja immer noch in der Klinik ist und er somit nicht so present ist!
Aber ich denke Gina du bist eine Starke Frau und wirst das gut auf die Reihe bekommen! Also versuch mal wieder was schönes für dich zu machen! Kraft tanken ist total wichtig!!!!:prost:

Gina79
02.01.2013, 12:12
Danke meine Liebe! Ich versuche eh so oft es geht für mich etwas gutes zu tun. Gehe trotzdem viel spazieren in der frischen Luft, versuche mich gut zu ernähren, unternehme dann und wann was mit Freunden aber immer gelingt es halt nicht. Weil man sich vor sorgen lieber unter die Decke steckt und am liebsten alles verschlafen würde.
Papa ist gut angekommen in der Strahlenklinik. Bin mit ihm mit den TAxi hingefahren, aber nur ca. 20 min. geblieben weil ich ja mit dem Taxi wieder nach Hause musste. Er hat aber schon angerufen, seine Stimme ist wieder etwas kräftiger. Hoffe es bleibt so, morgen werden wir ihn dann besuchen. Solange es nicht schlechter wird ist es ja schon positiv!
Ja, wenn man Kinder hat stelle ich mir das auch sehr schwierig vor, sie spüren sicherlich wie es in dir aussieht und alles kann man vor ihnen auch nicht immer verbergen. Ich merke bei mir auch manchmal dass meine Geduld am seidenen Faden hängt, da kann ich gar nichts dafür, kann mich gar nicht so zusammenreißen. Soviel wie möglich Normalität in den Alltag bringen, das wäre für uns Angehörige und auch für den Kranken am Besten. Nur es funktioniert halt nicht immer. Aber wir arbeiten dran - versprochen!
Liebe Grüße Nina

vero1966
02.01.2013, 21:17
Hallo Nina,
Paracodin hatte auch bei mir nicht fonktioniert! Codein ist stärker und wirkt wunder!!ich hatte es bekommen nach OP an der Lunge (nur Biopsie).ich konnte auch nicht reden ohne zu Husten,und ich war total müde davon
Mir geht es gut ,ich bekommen Iressa Tabletten als Chemo, und bis jetzt hat es geklappt! Tumor kleiner und Metastasen teilweis nicht mehr nachweisbar.Also kleiner Wunder. Es ist ein Erhaltungstherapie und zum Glück, die wikrt bis jetzt und offentlich weiter und weiter...
ich hoffe das dein papa sich schnell besser fühlen wird .
ich denke an Euch...:engel:
lg vero

Almnixe
02.01.2013, 23:31
Liebe Nina,

ich kann Dich in allem sehr gut verstehen. Ich fühle genauso. Meine Schwester und ich haben auch diese Streitigkeiten. Das ist die Wut und die Traurigkeit! Mit meinen Freunden rede ich auch nur noch selten. Ich bin einfach nach einem Arbeitstag zu müde und habe auch keine Lust, ständig nur Trauriges von mir zu erzählen. Aber wirklich aufmerksam für andere Dinge bin ich auch nicht. Deshalb lasse ich es besser. Auf der Arbeit wissen nur mein Chef und ein paar Kollegen Bescheid. Ich bin da auch wie eine andere Person. Mein normales Leben...fast ohne Krankheit...

Wie gerne hätte ich mein altes Leben zurück, in dem meine Mama noch völlig gesund war....

Bei meiner Mama hatte ich auch oft das Gefühl, dass sie ihre Krankheit nicht ernst nimmt. Lange Zeit hat sie von Heilung gesprochen. Nach einigen Tiefschlägen hat sie aber erkannt, dass es wohl eher darum geht, den Krebs in Schach zu halten und eventuell, mit viel Glück, für einige Zeit in die Flucht zu schlagen, bevor er unwiderruflich wiederkommt. Nach den jüngsten Ereignissen hat sie auch vom Sterben gesprochen. Das zeigt mir, dass sie sich sehr wohl mit der Krankheit und ihren Folgen auseinandersetzt. Sie will meine Schwester und mich aber auch schützen vor dem, was kommen wird. Eben immer noch unsere Mama...

Ich hoffe, dass Dein Papa die Bestrahlungen gut übersteht und er wenige oder besser gar keine Nebenwirkungen haben wird!!!

Fühl Dich gedrückt!..und Du bist nicht allein...

LG, Tina

Gina79
03.01.2013, 11:53
Liebe Vero! Danke für den Tipp, ich werd dem gleich nachgehen! Toll, dass es dir gut geht und dass die ERhaltungstherapie wirkt. Ich wünsche dir, dass es noch ganz, ganz lange so weiter geht!
Ich wünsche dir alles Gute und hoffe wir bleiben in Kontakt! Liebe Grüße Nina

Gina79
03.01.2013, 19:17
Hallo! Heute Morgen am Telefon hat sich mein Papa gar nicht gut angehört. Die 2. Bestrahlung ist zwar gut vorbeigegangen aber er hatte sich anscheinend die ganze Nacht mit Husten herumgeplagt dass es ihm schon fast peinlich war vor seinen Zimmernachbarn.
Als wir ihn dann besucht hatten war der Husten GsD besser, wir haben ihm auch noch seine Paracodintropfen mitgebracht. Er ist dann sogar ein paar Schritte mit uns in den Fernsehraum gegangen und hat sich gleich nicht mehr so schlapp gefühlt. Hat heute sogar die Schwester nach Fläschchen zur Nahrungsergänzung gefragt weil dies sein Zimmernachbar auch bekommt. Er will heute abend gleich eins probieren. Bin mal gespannt was er morgen dazu sagt. Gut wäre es schon, sind auch mal 300 Kalorien mehr am TAg. Außerdem hat er beim Arzt heute ein wenig über Kopfschmerzen von den Bestrahlungen geklagt. Der Arzt hat ihm dann gleich Kortison verschrieben. Vielleicht ganz gut so, denn ich glaube Kortison macht Appetit. Oder ist die Gabe von Kortison bei Hirnbestrahlungen negativ? Vielleicht fühlt er sich dann auch nicht mehr so schwach. Sicherlich hat es auch Nebenwirkungen .

Schön langsam glaub ich auch das Papa weiß, dass er nicht mehr gesund wird. Ich glaube er wäre froh, wenn es ihm ein wenig besser gehen würde. Wenn die Luftnot und der blöde Husten nicht so quälend wären. Ich hoffe nur dass dies nicht Symptome für den wachsenden Tumor sind sondern vielleicht das abgestorbene Tumorgewebe von dem der Arzt gesprochen hat irgendwas verstopft. Aber man kann ja nur hoffen, man ist selber ja kein Arzt und manchmal wissen ja selbst die Ärzte nicht warum es so ist wie es ist. Aber seine Laune war heute auf jeden Fall schon wieder besser. Hoffe es bleibt so. Leider kann sich dies ja schon in der nächsten STunde wieder ändern.
Bin demnächst, liebe Grüße

Gina79
03.01.2013, 19:45
Liebe Flower!
Es tut mir so leid! wie geht es euch? Wisst ihr schon woran die Schwäche liegt? Es ist bei Papa auch so, man weiß nie woran es liegt und ich hoffe dann immer wieder dass es nur nicht an neuen Metastasen liegt. Das ist mir das wichtigste. Ja, ich glaube es gehört einfach auch zum Kranksein, dass man etwas stur wird. Das müssen wir akzeptieren. Es ist zwar nicht immer leicht aber ich muss mich da auch immer zusammenreißen. Am meisten hilft wirklich immer wenn Ärzte etwas sagen. Welche Chemo bekommt denn deine Mama jetzt? Habt ihr wenigsten einen guten Hausarzt, der mal vorbeischauen kann, sodass deine Ma nicht gleich wieder ins KH muss.
Ich bin aus Österreich, genauer gesagt aus OÖ!
Ich drücke dich ganz fest und hoffe so sehr für euch dass es wieder aufwärts geht. Bitte hol dir Hilfe wenns alleine zu Hause nicht mehr geht, vielleicht wirklich durch den Hausarzt?!
Alles Gute, Nina

Flower*
03.01.2013, 21:58
Hey Nina!
Der Hausarzt meint es liegt an den Metastasen.. vermutlich wird es auch keine Chemo mehr geben, da sie einfach zu schwach ist.. Cortison kann noch verdoppelt werden, danach geht nichts mehr.. :(
Naja, heut bin ich einfach nur müde.. es geht grad gar nichts mehr.. würd am liebsten auch nicht mehr zur Uni gehen..

Ich hoff mal, deinem Vater gehts morgen besser und der Husten is einigermaßen weg.. Und dass er zumindest die Flüssignahrung will is ja schon mal gut.. schaut, dass die immer kalt is, sonst schmeckt sich noch schlechter :D

Almnixe
03.01.2013, 23:53
Ist doch prima, dass Dein Papa zu Kräften kommen möchte!!! Der Husten kann ja noch tatsächlich von den Chemos kommen oder auch von der Strahlentherapie. Von dem schlechtesten Fall wollen wir erstmal nicht ausgehen...

Das Kortison wird wahrscheinlich verabereicht, um den Hirndruck zu lindern und einem Ödem vorzubeugen. Eine weitere Nebenwirkung des Kortisons ist tatsächlich, dass Dein Papa zunehmen wird. Wahrscheinlich wirst Du schon morgen eine Veränderung im Gesicht sehen. Meine Mama hat dann immer etwas vollere Wangen. Das sieht eigentlich ganz schön aus:)

Dein Papa sollte sich unbedingt mehr bewegen. Bewegung mag der Krebs nämlich gar nicht!!!

LG!

Tina

Gina79
04.01.2013, 17:40
Liebe Flower! Es tut mir so leid, ich kann dich so gut verstehen, dass du gar nicht mehr auf die Uni willst. Kannst du dir nicht eine kurze Auszeit nehmen, was wäre wenn du krank wärst? Du brauchst jetzt die Kraft, teile sie dir bitte gut ein! Was sagt denn der zuständige Arzt im Krankenhaus? Hat sie wieder einmal eine Kontrolle? Wenn das Cortison verdoppelt wird, wird sie hoffentlich wieder ein wenig zu Kräften kommen.
Warte mal ab, du kannst nichts machen als deine Mama mental zu unterstützen. Alles andere haben wir leider nicht in der Hand. Ich hoffe so sehr dass es nochmal zu einer Besserung kommt und kann dich so gut verstehen. Du bist nicht alleine, melde dich einfach wenn dir danach ist!
Ein großes Kraftpaket und pass auf dich auf!

Almnixe
04.01.2013, 21:51
Liebe Nina,

wie gehts Deinem Papa heute?

LG, Tina

Gina79
05.01.2013, 18:30
Hallo! Meinem Paps gehts dank Cortison (vermute ich) besser. Er hat wieder Appetit und auch der Husten und die Atembeschwerden bessern sich schön langsam. Er bekommt ja für die Hirnmetas 4 mg Fortecortin. Kann man dieses Cortison nicht immer nehmen, in ganz geringer Menge? So könnte man ja vielleicht die Beschwerden wie Müdigkeit, Husten,... etwas eindämmen? Oder ist es zu schädlich um es über einen längeren Zeitraum einzunehmen? Gestern hat er auch schon wieder eine hochkalorische Trinkpackung geschlürft. Ja, diese Stimmungsschwankungen und Müdigkeit bekommen wir glaube ich nicht mehr weg, die Krankheit ist eben schon sehr fortgeschritten. Aber wir sind froh wenn es ihm im Moment gut geht.
Leider denke ich dann sofort auch wieder an die nahe Zukunft! Wie wird es wohl werden wenn er sich im KH meldet, wird ihm wieder eine Chemo angeboten, wie verläuft die Bronchoskopie mit Narkose, welches Ergebnis erhalten wir, was wird aus seinem Allgemeinzustand????? Fragen über Fragen, das Kopfkino läuft! Aber das plagt euch sicherlich auch alle. GsD können wir uns hier austauschen und uns ein wenig von der Seele schreiben. Es tut sooo gut! Liebe Grüße

Flower*
05.01.2013, 20:19
Schön, dass es deinem Vater wieder ein bisschen besser geht :)
Beim Cortison ist das Problem, dass es irgendwann nicht mehr wirkt.. wobei 4mg eigentlich noch recht wenig sind.. normalerweise wird probiert, das wieder langsam auszuschleichen (so wurde es uns erklärt, meine Mutter bekam/bekommt aber auch 24mg, das is schon sehr viel)..

Wie gehts dir denn heute?

Gina79
05.01.2013, 21:56
Danke ihr Lieben! Momentan geht es ganz gut, er ist zwar schon sehr müde und schläft viel aber ich denke es ist eine NW der Bestrahlung. Appetit ist momentan wieder etwas mehr, allgemein alles momentan etwas besser.
Natürlich geht es einem da selbst auch dann besser.
Wie geht es dir Svenja? Gibts was neues?
Liebe Flower! Wie geht es dir? Wie geht es deiner Mama, ist sie noch so schwach? Ich hoffe, dass ihr mit der Situation einigermaßen zurecht kommt und wünsche deiner Mama Besserung! Bekommt deine Mama schon die doppelte Menge Cortison?
Vielleicht wenn sie wieder zu Kräften kommt kann man doch noch eine Chemo machen? Nie die Hoffnung aufgeben! Ich denke an euch!
Liebe Grüße

Almnixe
05.01.2013, 22:53
Sich auszutauschen ist wirklich wichtig und auch zu wissen, dass man nicht alleine mit dem Schicksal ist.

Ich weiss es nicht genau, aber ich glaube, die Einnahme von Coritson über einen längeren Zeitraum kann schon mehr Schaden anrichten als "nur" Gewichtszunahme. Die Ärzte im KH haben meiner Mama auch gesagt, dass sie das Cortison so schnell wie möglich wieder reduzieren werden...das finde ich schon bezeichnend. Und auch die Ärzte im Gamma Knife Zentrum haben ihr bei der letzten Behandlung kein Cortison gegeben. Der Arzt sagte dazu, dass der Köper nur so viel wie nötig belastet werden sollte...

Das Du Dir über die weitere Therapie Deines Papas Gedanken machst kann ich sehr gut verstehen. Aber dennoch kann ja gerade die Bronchoskopie großen Aufschluss geben. Wenn es stimmt und es handelt sich um einen Mischtypen, dann können sie bestimmt eine passendere Chemo verabreichen und die könnte sich doch durchaus positiv auswirken und Dein Papa würde sich dann besser fühlen. Die Bronchoskopie ist ja auch kein Rieseneingriff und ich denke, Dein Papa wird sie gut überstehen.

Die Müdigkeit und die Stimmungschwankungen hören bestimmt auch auf, wenn die Hirnmetas weg und der Primärtumor eingedämmt ist:)

LG!

Flower*
05.01.2013, 22:59
Liebe Nina!
Danke, aber der Palliativ-Dienst hat uns heute geraten, nochmal alle wichtigen Menschen kommen zu lassen.. Meine Mama wird demnächst sterben.. und da sie nie pflegebedürftig werden wollte wünsch ich mir für sie, dass es schnell geht, auch wenn es mir das Herz bricht.. Sie bekommt jetzt vor allem Morphium, damit sie keine Schmerzen hat und nicht leiden muss..

Wieviele Bestrahlungen bekommt dein Vater denn eigentlich insgesamt?

Gina79
06.01.2013, 11:52
Liebe Flower! jetzt geht auf einmal alles so schnell, es tut mir so leid für euch! Habt ihr denn schon einen Palliativdienst der täglich vorbeischaut und Infusionen anhängt? Ich kann gut verstehen, dass deine Mama kein Pflegefall sein möchte, mein Papa spricht auch immer davon (sogar beim Arzt) dass er auf keinen Fall ein Pflegefall werden möchte. Weiß deine Mama wie es um sie steht? Ich bin in Gedanken bei euch und hoffe und bete, dass deine Mama nicht leiden muss und sie bald hinüberschlafen darf.
Bitte sei jetzt stark, dieser Weg ist jetzt kein leichter, ich wünsche dir viel Kraft, du bist nicht alleine! Alles Liebe

Gina79
06.01.2013, 12:04
Hallo Svenja! Ich kann so gut nachfühlen wie übel diese Warterei auf einen Anruf ist. Auch bei uns ist es immer so und wenn wir dann nachrufen wird Papa meistens lästig weil wir ihn unter Druck setzen, meint er. Er meint immer er meldet sich eh wenn er etewas neues weiß aber er versteht natürlich nicht wie schlimm es ist wenn man zuhause auf Nadeln sitzt.
Hoffentlich bekommen die Ärzte das Fieber bald in den Griff. Wissen sie schon woher es kommt?
Wie lange hatte dein SChatz denn jetzt keine Chemo?
Vor Untersuchungen bin ich auch immer ganz durch den Wind. Aber bitte denk positiv, falls es eine negative Veränderung gibt können die Ärzte wenigstens gleich eingreifen und wir müssen da sowieso durch und können nichts zum Verlauf der Krankheit beitragen. Ich kenne dieses Gefühl. Gut, dass er wieder zu Kräften gekommen ist und wieder an Gewicht zugelegt hat.
Ich wünsche euch für Montag gute Ergebnisse, versuche trotzdem abzuschalten, dich vielleicht etwas abzulenken und positiv zu denken! Liebe Grüße und gib bescheid!

Gina79
07.01.2013, 21:53
Bei uns ist momentan alles ziemlich ruhig! Papa fährt jeden Tag in der Früh brav zu seinen Bestrahlungen, isst ganz gut, schläft am Nachmittag und geht unter die Leute so gut es geht. Der Husten ist weniger geworden, die Atmung besser. Ich glaube das Cortison leistet seinen Dienst!
Auch wenn ich weiß, dass es größtenteils am Cortison liegt tut es einfach gut zu sehen dass er sich selbst wieder halbwegs wohlfühlt. Halbwegs wohl halt, aber immerhin!
ER klagt zwar seit gestern ein wenig über Schulterschmerzen aber wir haben diese dann mit Voltarensalbe eingecremt und es geht jetzt schon besser. Aber man reimt sich halt bei den kleinsten Beschwerden gleich wieder etwas zusammen!
Also wie gesagt, momentan alles ruhig bei uns - hoffentlich bleibt es lange so!
Liebe Grüße und erholsame Nachtruhe!

cawo
07.01.2013, 22:08
Hallo Nina,

schön dass ihr derzeit ein kleines Hoch habt. Da ist man doch selber gleich wieder positiver gestimmt. Es ist schon irre, wie man sich über solche kleinen Verbesserungen freuen kann, oder??

Mir geht es ja genau so... ich bin immer der Spiegel von meinem Mann, man muss mich nur anschauen und sieht sofort wie es IHM geht.

Liebe Flower ich umärmel dich mal. Hoffentlich hat es deine Mama in den nächsten Tagen relativ leicht.

LG

Carmen

Gina79
07.01.2013, 22:27
Hallo Carmen! Ja, genauso wie du es schreibst so ist es auch, wir sind wirklich der Spiegel. Man sieht es uns schon 10 Meter gegen den Wind an wie es unseren Lieben geht.
Flower's Mama ist schon im Himmel, sie hat es in ihrem Thread geschrieben.
Liebe Grüße und erholsamen Schlaf!

Flower*
08.01.2013, 23:41
Hi Nina! Wie gehts deinem Papa?
Ich hoff es passt soweit alles!
Habt ihr die Schulterschmerzen abklären lassen?
Liebe Grüße!

OpaTochter
09.01.2013, 09:36
Hallo Gina,

ich wollte Dir auch hier noch einen Gruß lassen

... ich finde es immer wieder interessant, wie sehr ich das Gefühl habe in einen Spiegel zu blicken, wenn ich auch Deine Geschichte und Deine Gefühle lese. Das beruhigt doch und zeigt einem dass man für diese Situation "normal tickt".

Wie kommen die Ärzte bei deinem Pa auf Mischtyp? Bei meinem Pa konnte die Biopsie damals auch nicht an allen Tumoren gemacht werden. Musste aber angeblich auch nicht. Insbesondere der Tumor, der jetzt offensichtlich wieder wächst, ist wohl auch nur kleiner geworden. Wie genau, keine Ahnung, da ich ja bei den Gesprächen nicht dabei bin / war. Aber dies ist Dein Faden.

Heute war die Biopsie? Alles alles Gute.

Gina79
09.01.2013, 20:38
Hallo Flower!
Zu aller erst mal, wie geht es dir? Schön von dir zu hören!
Danke, Papa geht es soweit ganz gut, etwas müde von den Bestrahlungen, aber sonst läuft es momentan eher "normal". Bin froh darüber und ich hoffe es bleibt jetzt länger so. Die Schulterschmerzen werden weniger, er bekommt zum Zubettgehen eine Parkemed und Voltaren-Gel auf die Schulter.
Ich hoffe du denkst jetzt auch mal an dich, auch wenn du wahrscheinlich jetzt wahnsinnig viel zu tun hast und viel an deine Mama denken musst. Ich bin mir sicher sie sitzt jetzt da oben, schaut herunter zu dir und ist sehr stolz auf dich, wie du das alles meisterst. Ich wünsche dir, dass es trotz deines großen Verlustes wieder aufwärts geht bei dir!
Alles Liebe und viel Kraft!

Flower*
09.01.2013, 21:37
Huhu!
Meine Stimmung wechselt alle paar Minuten.. meistens frag ich mich aber, ob die Menschen alle so dumm sind und würd am liebsten jedem, der mir begegnet, die Zähne ausschlagen (um mal ehrlich zu sein)..
Ansonsten gehts einigermaßen, danke..

Schön, dass es deinem Papa soweit gut geht.. is er eigentlich zuhause? oder noch im KH? Wie gehts dir denn?

Gina79
09.01.2013, 21:44
Hallo Flower! Ich glaubs dir, zumal sich die Welt weiterdreht und man selbst bleibt einfach stehen und kann nicht verstehen warum alles ganz normal weiterläuft! Und es gibt soviele "blöde" Leute, die einem das alles auch nicht leichter machen. Ich hoffe du hast Unterstützung!
Ich denke an dich! Versuche zu schlafen und Kraft zu tanken!
PS: Ja, mein Papa ist zuhause.

Gina79
09.01.2013, 21:47
Egal ob betroffen, angehörig, hinterblieben, am schönsten wäre (ist ja nur ein Traum und nicht zu verwirklichen) wir würden alle in der Nähe wohnen und wir könnten uns sehen und uns gegenseitig so richtig unterstützen - aber geht ja leider nicht! Ich bin sooooo froh hier in diesem Forum zu sein und euch zu haben!
Gutes Nächtle!

Gina79
11.01.2013, 20:54
Weiß jemand bescheid über Schwitzen bei Lungenkrebs? Mein Papa schwitzt fast jede Nacht, mal mehr (Pyjama und Bettdecke nass), dann wieder mal weniger. Hat das mit dem Tumor etwas zu tun oder könnte das auch von den Medikamenten kommen?
Der Arzt sagt nicht wirklich was dazu und tut so als ob das normal sei.

Liebe Grüße Nina

Anderl
12.01.2013, 00:04
Hallo Nina,

schwitzen ist normal bei Krebs. Ich denke, dass es vom Tumor kommen muss, da ich bereits bevor ich Medikamente bekam, geschwitzt habe.
Es ist auch sehr unterschiedlich, oft schwitze ich nicht , dann ist es ständig und echt übel, aber es gehört wohl dazu.

Grüße
Andrea

Gina79
12.01.2013, 18:20
Danke Andrea für deine Antwort!Dir alles Gute!

Irmgard60
12.01.2013, 19:25
Hallo Nina,

Muss was mit dem Tumor zu tun haben, denn seit ich ihn herausoperiert bekommen habe, schwitze ich nur noch ab und zu leicht!

Vorher musste ich mich teilweise drei mal umziehen, weil ich klatschnass war:cool:

Alles Gute für deinen Papa,

bettinaco
12.01.2013, 19:48
Hallo Nina,

Schwitzen ist leider ein typisches Symptom bei Lungenkrebs. Es gibt aber auch Medikamente, die das auslösen. Zum Beispiel Schmerzmittel wie Tramal.

Liebe Grüße
Bettina

Almnixe
12.01.2013, 21:32
Liebe Nina,

ich bin auch froh, dass wir uns zumindest hier finden können und austauschen können...

Aber schön wäre es wirklich, wenn man sich auch mal treffen könnte...

Meine Mama hatte übrigens auch oft Schulterschmerzen. Ich habe natürlich immer sofort die Flöhe husten hören und dachte "Oh shit, da sind die Knochenmetas"...Auch sie hat Voltaren o.ä. bekommen und im Endeffekt kam es von der Chemo oder der Bestrahlung...aber so ist es eben, man rechnet immer mit dem Schlimmsten...

Auch ich bin immer etwas entspannter, wenn meine Mama gerade in Therapie ist, weil ich immer denke, dass dann gerade nicht so viel passieren kann, bzw. Neues dazu kommen kann...diese Phasen braucht man auch für sich selbst...und wenn gerade bei Euch alles "normal" läuft, dann versuch Dich ein bißchen zu erholen...

LG und alles Gute für Deinen Papa weiterhin!

Tina

cawo
12.01.2013, 23:17
Nina,

der Onkologe hat uns gesagt, dass Nachtschweiß jeden Arzt aufhorchen lässt.

Das ist nicht nur bei Lungenkrebs so.

Mein Schatz hat das (unregelmäßig) auch extrem und er hat ja Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Ach Nina... *drückdichganzfeste*

LG

Carmen

Gina79
13.01.2013, 16:35
Danke ihr Lieben! Ich werd mich beim nächsten Arztbesuch wo ich dabei bin mal schlaufragen! Liebe Grüße und euch allen alles Gute

Flower*
15.01.2013, 11:58
Huhu :)
Wollt mal nachfragen, wies euch so geht?! Ich hoffe, es ist alles okay..
Liebe Grüße!

Almnixe
15.01.2013, 19:50
Liebe Nina,

ich gehe davon aus, dass alles "gut" ist:)

LG!

Gina79
15.01.2013, 23:23
Hallo meine Lieben! Leider ist nicht alles ganz OK. Kennt ihr das auch, ihr denkt, ihr habt jetzt grad mal eine ziemlich "ruhige" Zeit in der man wieder mal etwas auftanken kann, da kommts von hinten wieder ganz dicke auf einen zu.
Gestern hat Mama am frühen Nachmittag den Notarzt gerufen (ich war gerade am Heimweg von der Arbeit, hatte zum Glück schon so bald aus) weil Papa unter seinem gewohnten Nachmittagsschläfchen auf einmal ganz starke Brustschmerzen bekommen hatte. Er wollte zwar keine Rettung und hat nach einem Parkemed verlangt aber Mama hat sich keine andere Möglichkeit mehr gesehen. Nun, Rettung nahm ihn und Mama mit, ich bin mit dem Auto nach, zur Aufnahme ins KH (ca. 2 Stunden gesessen) und dann auf die Lungenstation wo er immer liegt.
Dort war nur ein Bett am Gang frei aber wir waren über das schon glücklich. Ich fuhr dann heim um Papa seine Sachen zu holen, als ich wiederkam hörte ich schon dass sich bei der letzten Bronchoskopie ein Verdacht auf Lungentuberkulose herausgestellt hatte, dies aber noch nicht bewiesen sei. Wenn das so sein sollte, sagten die Ärzte müssten wir uns auch testen lassen (na toll!!!!)
Heute kam dann GsD mal Entwarnung wegen der Tuberkulose. Aber Papa liegt noch immer alleine in einem Zimmer (im Besprechungszimmer der Station, ohne WC und Bad!) und wir mussten trotzdem heute noch Mundschutz tragen bis die Blutwerte dann endgültig ausgewertet sind. Aber laut Schleimtest (Spucke) ist mal Entwarnung. Bluttest ist nur noch zur Sicherheit.
Ja, morgen wird dann die große Bronchoskopie unter Vollnarkose gleich stattfinden, wo der Tumor dann nochmals angeschaut wird. Papa hat heute gemeint, jetzt ist noch die Bronchoskopie wo dann der nächste Sch..... herauskommen wird. Gestern als der TBC Verdacht war hat er schon gemeint, dass er jetzt dann bald nicht mehr mag. Es ist alles so schlimm, gestern hat er dann auch noch geweint. Er tut mir soooo leid!
Ich hoffe und bete, dass die Bronchoskopie nicht noch mehr Negatives bringen wird. Er hustet auch schon wieder so komisch. Es ist einfach:smiley11:

Nun liegt er da drinnen in seinem "Besprechungszimmer " ganz alleine, was die SAche auch nicht besser macht wenn er so viel Zeit zum Nachdenken hat.
Ich muss jeden Tag in die Arbeit und weiß nicht mehr wo mir der Kopf steht. Habe mir heute aus der Apotheke Johanniskrautkapseln geholt. Ich hoffe sie machen mich ein wenig ruhiger.

Liebe Tina! Ich hoffe bei euch klärt sich alles zum Guten mit dem Lympfknoten und wünsche euch einen schönen Urlaub erstmal. Hab bei dir im Thread geschrieben!

Liebe Flower! Es freut mich von dir zu hören! Ich hoffe du hast die schwierigsten Tage schon vorbei und gut hinter dich gebracht. Ich umarme dich!

Ich lass wieder von mir hören, komm nur momentan nicht so oft zum PC, da ich immer gleich nach der Arbeit ins KH fahre und dann meist abends erst heim komme. Mein Hund will ja auch noch kurz sein Geschäft erledigen (der ist auch schon so aggressiv weil nie wer daheim ist) und dann falle ich total fertig in mein Bettchen! Aber ich meld mich so bald als möglich wieder, bis dahin wünsch ich euch nur das Beste! Gutes Nächtle Nina

Gina79
15.01.2013, 23:25
Ach ja, fast vergessen! Jetzt hätte Dad heute seine letzte Hirnbestrahlung gehabt. Die musste leider abgesagt werden, da das Ergebnis der TBC noch nicht da war. Macht das recht viel aus, was denkt ihr?

cawo
15.01.2013, 23:28
Ach Nina,
ich hatte mir auch schon Sorgen gemacht, da ich dich ein paar Tage nicht "gesehen" hab.

Hoffentlich ist nicht noch irgend ein Sch... da.

Ich drücke euch die Daumen.

Knuddel auch deinen 4-pföter mal. Dass der Arme Kerl die Welt nicht mehr versteht ist ja klar.

LG

Carmen

OpaTochter
16.01.2013, 11:53
Hallo Nina,

ich lasse Dir auch mal ein paar liebe Grüße da.

Puhh, bin ich froh, dass wir noch gar keine Katastrophenmeldungen hatten. Mein Pa war nur direkt bei Diagnosestellung im KH und seit dem nicht wieder. In so Momenten frage ich mich was einfacher ist, in der Nähe zu sein und das Leid(en) hautnah zu erleben, oder so untätig weit weg rum zu sitzen.

Aber schon mal gut, dass es keine Tuberkulose ist.

Bei der Bronchoskopie kann es doch eigentlich nur gute Nachrichten geben, oder? Gefühlt würde ich sagen wenn es doch nicht kleinzellig ist, könnte man ja vielleicht schneiden? -Aus mir spricht die totale Ahnungslosigkeit, frei nach dem Motto alles ist besser als kleinzellig.

Auf jeden Fall alles Gute für die OP.

Gina79
16.01.2013, 20:26
Hallo! Danke für eure lieben Antworten und aufbauenden Worte! Die Bronchoskopie ist vorbei und auch halbwegs gut verlaufen. Er war zwar sehr müde als wir nachmittags kamen und hatte auch Schluck- und Atemprobleme. Klar wenn man einen dicken Schlauch hinuntergeschoben bekommt. Leider ist schon wieder Fieber dazugekommen, was uns anfangs total aus der Bahn geworfen hat. GsD haben Mama und ich keine Ruhe gegeben und uns den Arzt gesucht, der dann sofort für uns Zeit hatte. Das Fieber kommt von einem Bakterium im Blut, das kann sich anscheinend öfter bilden bei einer Broncho. Aber es ist trotzdem wieder ein Schmarrn weil er nun im KH bleiben muss bis es abgeklungen ist und der Körper wird dadurch ja auch wieder schwächer.
Der ARzt hat uns jetzt schon gesagt, dass wir das Ergebnis der Brocho zur Tumorbestimmung mal abwarten. Wenn es ein Kleinzeller sein sollte dann wird vorerst keine 3. Chemoschiene mehr gemacht weil die den Körper nur noch mehr schädigen würde und die beiden ersten Chemoschienen ja nicht den "Wahnsinnserfolg" brachten. Dann wird wahrscheinlich vorerst mal auf Schmerztherapie umgestellt (Schmerzen hat er ja (noch) keine aber die Atemnot und der Husten).
Wenn es ein "Mischtyp" sein sollte, dann würde man schauen welche Chemo in Frage kommen würde, natürlich auch erst wenn sich der Körper erholt hätte. Der Arzt hat auch gesagt, dass er jetzt körperlich schon sehr abgebaut hätte.
Sein Tumor liegt leider so blöd, dass er den Hauptbronchus umschließt und dies die Atembeschwerden macht.
Als wir Papa dann erzählt haben, dass wir mit dem Arzt ein wenig gequatscht hätten, hat er gleich gesagt "hat er euch jetzt die Wahrheit gesagt". Wir fragten "welche Wahrheit denn", er sagte dann, er meine nur so. Es ist alles so was von trostlos.
Wir haben den Arzt aber auch gefragt ob er Prognosen geben würde, das wollen wir ja auf keinen Fall. GsD machen sie das nicht, weil er sagt er könne das selbst nicht sagen, weil jeder Fall ist anders.
Alles in allem, sehr berauschend und aufbauend war der Tag heute nicht. Ich hoffe Papa geht es morgen wieder etwas besser und er hat sich von der Narkose und vond er Broncho etwas erholt und fühlt sich wieder besser.

OpaTochter - Ja, wir hatten das ganze Jahr vom KH keine Ruhe. Zu den Chemoaufenthalten kamen ja noch viermal ein Zusammensturz des Blutbildes, Lungenembolie, zwei mal Lungenentzündung, ein Hämatom am Bauch,...
Vielleicht wirds ja nochmal besser und wir haben doch jetzt mal etwas Ruhe vom Krankenhaus. Ich geb die Hoffnung nicht auf!

Liebe Ainu, liebe OpaTochter wie geht es euch? Leider hab ich momentan nicht so viel Zeit mich durch das Forum zu lesen, weil ich erst abends heimkomme und dann noch viel für die Schule tun muss. Aber ich werds nachholen!
Liebe Grüße und euch auch alles Gute
PS: Und danke für eure Antworten, es hilft mir sehr wenn ich von euch höre!

cawo
16.01.2013, 22:09
Liebe Nina,

also ihr hattet heute auch einen "gebrauchten Tag" :(

Hoffentlich erholt sich dein Papa relativ schnell, so dass er nach Hause darf.

Ach Mensch... es ist doch einfach zum k...

Kann denn dein Papa vielleicht auch parenteral ernährt werden??

Wenn er keinen Port hat, geht das ja auch mit Zusatznahrung über die normale Vene, das ist dann zwar keine hochkalorische Nahrung, aber immerhin zusätzliche Kalorien.

Drücke deinem Papa die Daumen, dass das Medi gut anschlägt und er bald fieberfrei ist.

LG

Carmen

Almnixe
16.01.2013, 23:04
Hey Nina,

es ist ganz bestimmt nicht schlimm, dass Dein Papa den letzten Bestrahlungstermin um ein paar Tage verschieben muss..oder vielleicht auch ganz ausfallen lässt.

Keine Tuberkulose? Gut! Bronchoskopie gemacht? Gut!!! Warten auf das Ergebnis? Schlecht! Wie immer doofe Zeit....aber Daumen drücken, dass die Ärzte zu neuen Erkenntnissen kommen...denkt ihr eigentlich noch über eine zweite Meinung nach? Ich weiss, dass das total stressig ist. Aber vielleicht reicht es ja auch, wenn ihr die Aufnahmen und die Arztbriefe wegschickt...vielleicht hat ein anderer Arzt ja noch eine Idee oder hatte schon mal einen ähnlichen Fall....Es tut mir so wahnsinnig leid, dass es Deinem Vater gerade so schlecht geht...wir können leider immer nur abwarten und hoffen, dass unserer Lieben wieder zu Kräften kommen und auch diese Hürde wieder meistern werden....

Diese Krankheit ist einfach grausam...ich kann es soooo gut nachvollziehen, dass man denkt, man hat gerade eine kleine Verschnaufspause und sich auch freut, dass man selber etwas zur Ruhe kommen kann und dann.... WUMM! Von einer Sekunde auf die andere ist man wieder im absoluten Horror angekommen und die großen Sorgen sind mächtiger als zuvor...

Ach Nina! Ich drück Dich und wünsche Deinem Papa, Deiner Mama und Dir alles Gute für die kommenden Tage!!!

Meld Dich wenn Du Zeit hast und bleib mutig und tapfer wie immer!

LG, Tina

OpaTochter
17.01.2013, 09:23
Hallo Nina,

warten ist immer doof, genau.

Wie es mir geht, weiß ich im Moment irgendwie gar nicht so genau. Es ist nicht so schlimm wie letztes Jahr. Aber die endgültige Gewissheit, dass man nun ganz sicher nicht mehr von kurativ, sondern pallativ spricht, ... nun das ist nicht soo schön für die angeeigneten Verdrängungsmechanismen.

Schaun wir mal. Nächste Woche fahre ich meine Eltern besuchen. Wir haben uns jetzt ja schon seit fast 3 Monaten nicht mehr gesehen. Da funktioniert das Verdrängen hervorragend :). Das sieht dann nächste Woche ganz sicher ganz anders aus. Mal schaun wie es Sohnemann dann wegsteckt.

Gute Besserung an deinen Pa und gib bitte Bescheid, wenn Ihr das Ergebnis bekommt.


P.S. heute Mittag für uns noch mal Daumen drücken. Die Knochen werden noch mal angeguckt.

mayflower64
17.01.2013, 09:35
hallo

drück allen hier die daumen die es gut gebrauchen können!

:winke::winke::winke:

Gina79
17.01.2013, 20:14
Ach danke ihr lieben, mir geht es gleich besser wenn ich die aufbauenden und mitfühlenden Worte von euch lese!
Der heutige Tag war schon etwas besser, bin erst nach der Arbeit um 5 zu Papa gefahren, Mama war schon seit 2 Uhr drin. Er fühlt sich heute wieder stabiler und hat auch schon gegessen, Fieber ist auch schon unten. Trotzdem liegt er noch isoliert weil man den letzten TBC Test noch abwarten muss. 3 wurden zur Sicherheit gemacht, 2 waren negativ also rechnen die Ärzten nicht mit einer Infektion aber sicher ist sicher sagen sie. Ist auch recht so!
Der Doktor hat anscheinend mit Papa auch schon gesprochen was getan wird wenn das ERgebnis da ist. Im Vordergrund steht jetzt für ihn, dass er wieder auf die Beine kommt. Ob er ihm von den Therapiemöglichkeiten, die es noch geben könnte (oder eher auch nicht mehr geben könnte wenn es ja wirklich ein Kleinzeller ist), erzählt hat weiß ich nicht. Ich glaube aber schon, dass er mehr weiß als er uns sagt. Aber er war heute wieder etwas positiver und hat zu Mama sogar gesagt, dass er wieder etwas spazieren gehen möchte, vielleicht langsam auf dem Heimtrainer fahren möchte usw. Mal sehen was kommt, so hats der Arzt zu uns auch gestern gesagt. Wir sollen mal abwarten wie sich alles entwickelt, denn das kann keiner sagen, auch die Ärzte nicht.
Liebe Tina! Hab bei dir gelesen! Tut mir leid, dass du dich auch schon wieder sorgen musst. Diese "Verwirrtheit" denke ich könnte schon von der OP noch kommen, deine Mum hat ja auch jetzt schon viel mitgemacht. Lasst ihr einfach Zeit und beobachtet es nicht so genau. Ich weiß, das ist schwer, ich beobachte Papa auch oft und mir fallen solche "Konzentrationsstörungen" und "Verwirrtheiten" auch sofort auf. Er hat das auch ein bisschen aber ich denke unsere Liebsten sind einfach ein bisschen "fertig" mit der Welt, ich glaube das gibt sich wieder!

Liebe OPaTochter! Ich glaube es ist gut, wenn man auch mal ein wenig verdrängt. Ich hoffe, dass du nächste Woche deinen Papa in einem einigermaßen "guten" Zustand wiedertriffst und es aufwärts geht! Gib bitte Bescheid! Ja, das glaub ich, dass es für deinen Sohnemann auch ziemlich schwer ist und dass du dir nicht sicher sein kannst wie er die ganze Situation aufnimmt. Wie geht er sonst mit der Situation um?
Ich wünsche euch alles Gute für die nächste Woche!

Liebe Mayflower, danke für die gedrückten Daumen! Wir könnens wirklich gebrauchen! Danke, danke, danke und liebe Grüße

Liebe Carmen! Nein über den Port bekommt Papa derweilen noch keine Nahrung weil er ja doch noch regelmäßig, zwar weniger aber doch, isst. Ich hoffe bei euch gehts aufwärts?!

mayflower64
17.01.2013, 20:37
hallo,
wollte mal eben was zum thema konzentrationsstörungen schreiben,
mein mann hat das zeitweise auch..erst dachte ich kommt von den chemos,aber die sind schon vorbei und trotzdem ist es manche tage...ich denke oft kommt es von zu wenig flüssigkeit..denn essen und trinken ist ja für manche betroffenen nicht leicht..inzwischen isst und trinkt mein mann sehr gut..gg..und schon sind auch die konzentrationsstörungen weniger...ganz weg nicht,aber liegt mit am alter..gg..und eben auch mit "am kopf voll haben"...

hab noch ne andere frage: hat jemand mit hörverlust zu kämpfen???
erst konnte er ja kaum sprechen weil der blöde tumor auf stimmbänder gedrückt hat,nu ist das besser und dafür hört er extrem schlecht und hat rauschen im ohr..

lg mayflower64

Gina79
18.01.2013, 21:40
Hallo Mayflower!
Danke, dass du den Zusammenhang mit Flüssigkeitsmangel und Konzentrationsstörungen ansprichst! Das kann wirklich sein, denn mein Papa muss auch zum Trinken immer gezwungen werden. An manchen Tagen trinkt er fast gar nichts - muss direkt mal aufpassen ob mir da diese Störungen auffallen!
Ja, mein Papa hört auch ein wenig schlechter seit der Chemo, nicht dramatisch aber doch! Es wurde uns aber gesagt, dass dies eine Nebenwirkung sein könnte!

mayflower64
18.01.2013, 21:59
hi gina,
jo..achte da mal echt drauf mit dem trinken..seitdem mein mann ca 1l wasser pro tag trinkt...und natürlich seinen geliebten kaffee..gg..ist es deutlich besser geworden..im kh hat er auch kaum was getrunken,mal nen tee...
schlecht hören wäre noch harmlos ausgedrückt..er hört sein handy kaum und mir liest er mehr von den lippen ab,als das er es versteht...und junior versteht er gar nicht..der spricht eh zu schnell..gg..
müssen nä woche zum hno,das abklären..soll evtl nebenwirkung der platinchemo sein..aber merke wie er sich gedanken macht,ob da doch was anderes hintersteckt..denn als die stimme weg war,dachte man ja auch nur an ne entzündung und nicht an so bescheidene untermieter...

wie gehts deinem papa im moment??? hoffe soweit gut?!

lg mayflower64:winke::winke:

Gina79
19.01.2013, 19:48
Hallo Mayflower! Ich würde auch sagen, was abgeklärt ist ist abgeklärt! Bevor man immer dahingrübelt wo es wohl herkommen mag ist es besser gleich zum Arzt zu gehen! Ein bisschen schlechter hört mein Paps auch von der Platinchemo aber wenn dein Schatz wirklich arg schlecht hört würd ich doch mal zum HNO schaun und nachfragen. Man muss ja nicht immer gleich an das schlimmste denken aber so macht man sich dann keine Sorgen mehr wenn es abgeklärt ist.

Papa ist noch immer im KH. Fieber ist GsD weg. Er hustet noch sehr von der Bronchoskopie und er fühlt sich noch ein wenig schlapp. Aber wir waren heute schon im Buffet und er hat sich ein Bier gegönnt. :augendreh
Am Montag wird er ein Gespräch mit dem Arzt haben wie es wohl weitergeht weil da sind dann die Ergebnisse der Brocho da.
WEnn wirklich bestätigt ist, dass es ein Kleinzeller ist, dann gibt es wohl keine wirkliche Therapie die ihm noch helfen könnte denn die beiden Chemolinien haben ja auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. WEnn es eine Mischform ist, dann könnte man ev. noch eine chemo machen aber zuerst muss er sich sowieso mal erholen, Kraft tanken und an Gewicht zulegen. Er isst aber wieder ganz brav (liegt wahrscheinlich noch am Cortison das er ja noch nimmt.)
Ja, Montag wird nochmal ein aufregender Tag für uns. Ich hoffe nur, der Arzt bringt ihm das alles schonend bei und fällt nicht mit der Tür ins Haus. So in etwa jetzt gibts nix mehr für sie. Ich möchte ihn da so gerne beschützen oder möchte das alles auf mich nehmen, dass er nicht so leiden muss. Es reicht jetzt wirklich mal, was er in dem Jahr schon erlebt hat.

Liebe Grüße, Kopf hoch und alles Gute für deinen Mann! Ich geb Bescheid am Montag!

Flower*
19.01.2013, 21:19
Huhu!
Es freut mich, dass dein Papa die Bronchoskopie gut überstanden hat und dass er wieder gut isst! Und wenn ein Mann sich ein Bier gönnt kanns ja nur gut sein :grin:
Ich drück ganz fest die Daumen, dass der Arzt am Montag lieb is und euch das alles schonend beibringt, egal was rauskommen mag (wobei ich nur das beste für euch hoff)!

Ich wünsch dir (und allen anderen hier natürlich auch) ein schönes Wochenende! ;)

Gina79
19.01.2013, 21:26
Danke Flower! Dir auch ein erholsames Wochenende! Liebe Grüße

cawo
20.01.2013, 02:06
Hallo Nina,

positiv hört sich soch schon mal an, dass das Fieber weg ist und dass Appetit da ist und das mit dem Lust auf ein Bier, ist doch auch schon was.

(Ach was würde ich mir wünschen, dass mein Mann nach essen und trinken schreit :()

Ich drück euch ganz feste die Daumen, dass die Ergebnisse nicht die ganz große Katastrophe sind.

LG und :knuddel:

Carmen

Gina79
21.01.2013, 21:36
Heute haben wir den ganzen Tag hingefiebert auf den Befund. Zu Mittag bei der Visite war er noch nicht da. Nachmittags sind wir dann Papa besuchen gefahren und mit ihm ins Krankenhauscafe. Als wir ihn ins Zimmer begleitet haben und beim Heimgehen waren kam uns der Arzt entgegen und berichtete uns den Befund, den er erst vor einer Stunde bekommen hat. Es ist tatsächlich ein Kleinzeller, wie befürchtet und auch immer angenommen, sie wollten mit der Biopsie einfach nur alle Möglichkeiten ausschöpfen und alles ausschließen.
Der Arzt ist dann gleich zu Papa rein um ihm das zu berichten. Beim Heimgehen haben sich Mama und ich voller Sorge um Papa und voller Schock entschieden , dass Mama nochmal zu Papa geht. Ich wartete derweilen in der Empfangshalle, damit es nicht so auffällig war dass wir uns sorgten. Vielleicht würde er sie ja brauchen, wer weiß was der Arzt noch mit ihm bespricht. Als Mama im Zimmer war lag Papa schon im Bett, das Gespräch dauerte nur ein paar Minuten. Der Arzt klärte ihn über den Befund auf und sagte, dass morgen Besprechung über die weitere Vorgehensweise sei. Das hat Papa laut Mama ganz normal aufgenommen. Nur was passiert morgen?????? Ich hoffe es gibt noch eine Therapiemöglichkeit. Ich will nicht, dass das jetzt das Ende ist und er jetzt nach Hause geschickt wird. Ich habe solche Angst. Angst wie er es aufnehmen wird, was in seinem Kopf vorgehen wird. Mir gruselt so sehr!
Mama war auch schon so fertig als wir heimkamen, der Arzt hat ja letztes Mal schon anklingen lassen,w enn es tatsächlich ein Kleinzeller sein sollte wäre eine weitere Chemolinie nutzlos weil die beiden ersten ja auch keinen wirklichen ERfolg brachten. Ich hab solche Angst.
Mama geht es auch nicht gut, sie ist mit den Nerven am Ende. Auch ich komme mir vor als wenn ich eine 90jährige Frau wäre. Mir tut mein ganzer Körper weh, am meisten morgens nach dem Aufstehen. Keine Ahnung was das wieder ist.
Es ist jetzt einfach schon so viel, dieses ganze Jahr, mit all diesen Krankenhausaufenthalten, eine Katastrophe jagt die nächste. Es ist einfach keine Ruhe und ich sehe das langsam nicht mehr ein.
Mein Papa hat doch niemanden etwas getan, warum muss der denn so leiden und warum müssen wir das alles mitansehen und können ihm nicht helfen. Wir können nur hilflos daneben stehen. Echt, zum :eek:

Jetzt müssen wir wieder bis morgen warten, bis uns Papa anruft dass er die Besprechung vorbei hat. Ich will einfach nur das Beste für ihn. Er ist doch mein papa und er hat seit einem Jahr nur negatives. Überhaupt keinen klitzekleinen Erfolg, gar nichts!

Ich werde morgen berichten! Danke fürs Lesen und gutes Nächtle und liebe Grüße

PS: Vielleicht habe ich ein wenig wirr geschrieben, bin einfach nur fertig und müde!

cawo
21.01.2013, 22:15
Liebe Nina,

ich drück dich erst mal ganz feste!

Gibt es denn bei diesem Kleinzeller nicht auch unterschiedliche Chemos??

Wenn eine Chemo nicht angeschlagen hat, heißt das ja noch lange nicht, dass ein anderes Mittel doch anschlägt (wobei ich mich beim Kleinzeller gar nicht auskenne), fragt doch bitte bitte mal den Onko, bzw. holt eine Zweitmeinung ein!!

Schau mal hier: http://www.krebsinformation.de/tumorarten/lungenkrebs/kleinzellig.php#inhalt9

Ich kann so gut nachvollziehen wie du dich jetzt gerade fühlst.

Auch wir haben heute mal wieder die volle Breitseite bekommen.....

Definitiv Lebermetastasen, bisher waren es ja "nur" Lungenmetastasen, Bauchfell und Lymphsystem :cry:. Bei meinem Schatz wird nun die Chemo umgestellt, ganz anderes Mittel...

Sei froh, dass dein Papa noch so mobil ist, dass ihr z.B. ins KH-Cafe gehen könnt... da sind wir leider meilenweit davon entfernt.

Drücke euch die Daumen, dass die Ärzte morgen bei der Besprechung mit einer weiteren Idee aufwarten können.

LG

Carmen

OpaTochter
22.01.2013, 09:26
Guten Morgen Nina,

fühl dich auch von mir mal in den Arm genommen. Ich denke ich weiß wie du dich fühlst.

Mir kommt die Geschichte mit den Adventkerzen in den Sinn. Ich weiß nicht ob ich sie zusammen bekomme. Nacheinander verlöschen die Kerzen des Glaubens, des Friedens und ich weiß gar nicht welche es noch war. Nur die Hoffnung flackert noch und das Kind nimmt die Flamme der Hoffnung und zündet die anderen wieder an.

Es ist sooo schrecklich, wenn die Hoffnung zu verlöschen droht.

Ich wünsche Euch alles Gute und meist gibt es am nächsten Tag wieder einen neuen Weg, auf den man sich konzentrieren kann.

Bis bald.

Fee04
22.01.2013, 15:40
Liebe Nina,
jetzt hab ich deinen Thread auch gefunden.

Es tut mir so leid das ihr keine positiveren Nachrichten bekommen habt.
Ich kenne mich zwar bei Lungenkrebs überhaupt nicht aus,aber es muß doch einfach noch andere Chemotherapien geben die dann besser anschlagen.

Ich drücke euch ganz doll die Daumen und wünsche euch alles Gute .... fühl dich mal ganz doll gedrückt.

Liebe Grüße,Verena

GeMa
22.01.2013, 16:57
Liebe Nina,
es tut uns auch sehr leid, dass ihr keine positive Nachricht bekommen habt.
Unsere Daumen sind weiterhin gedrückt, denn die Hoffnung bleibt!

Alles Liebe,:pftroest:
Marina & Gerhard

Gina79
22.01.2013, 19:12
Danke meine Lieben! Es tut so gut, wenn man weiß, dass da jemand ist der einen versteht, damit seid ihr gemeint! Danke!!!!!
Ich habe das ganze Jahr über, seit ich diese besch..... Krankheit realisiert habe gebetet und gehofft dass nie der Tag kommen würde andem meinem Vater gesagt wird, dass es für ihn keine Möglichkeiten mehr gibt.
Habe immer geglaubt im Leben kommt es doch anders als man denkt und mich auch manchmal darauf verlassen. Aber es geschah genauso wie ich es mir gedacht habe und wie ich es niemals wollte dass es so geschieht.
Papa hat es heute erfahren, der Arzt hat ihm gesagt, dass er für ihn nichts mehr an Therapien hätte und er jetzt nch Hause gehen könnte. Mama hat ihn dann abgeholt. Anscheinend hat Papa dann am Gang geweint als er es Mama erzählt hat. Ich bin dann auch ins KH gefahren und wir haben uns im KHCafe getroffen. Auch mir hat er es erzählt. Es war eigentlich ganz gefühllos weil wir ja im Cafe saßen, er hatte nur nasse Augen und ich hatte einen Schock. Ich war wie erstarrt obwohl ich es ja schon vorher wusste. Aber dies war dann meine Gewissheit und die Gewissheit, dass Papa nun wahrscheinlich einen großen Teil seiner Hoffnung aufgibt.:weinen:
Er hat einen Nachkontrolltermin für April bekommen, sonst nix. Der Arzt meinte wir sollten sonst mal Kontakt mit dem Hausarzt aufnehmen.
Ich verstehs nicht, Papa ist zwar ein wenig schwach und hat abgekommen und kämpft mit Husten und mit der Luft aber er geht ja herum. Es muss doch noch irgendwas geben, so schlecht ist sein Zustand nun auch wieder nicht.?!?
Er ist schon ein wenig zerknirscht, lässt sich aber wenig anmerken. Als ich sagte Papa wir kämpfen trotzdem und schaun dass es dir gut geht sagte er es bleibe ihm ja nichts anderes übrig. So eine SCh......e!!!!!!!!!!!
Ich wollte nie, dass dies passiert. Ehrlich gesagt, so blöd es klingen mag (bitte nicht falsch verstehen) aber da wär mir lieber gewesen er wäre irgendwann mal umgefallen oder mal nie wieder aufgewacht. DAnn müsste er nicht so leiden (nochmal, bitte nciht falsch verstehen!!!!!!!!!) Aber ich will einfach nicht, dass er die Hoffnung so verliert und so leiden muss.
Ich weiß nicht wie es weitergeht. Mal sehen wie sich die SAche entwickelt und wie er damit umgehen "lernt", sofern man damit überhaupt umgehen kann.
Hab auf jedenfall heute keine Ahnung mehr von nichts und kann nicht mehr. Mir tut selbst mein ganzer Körper schon weh. Mein Nacken und mein Unterfuß schmerzen seit Wochen und ich weiß nicht wo es herkommt. Hoffentlich ist da nix, ich muss fit sein!
Danke nochmal, dass ihr da seid und dass ihr bei mir lest und schreibt, es tut soooooo gut! Traurige Grüße

cawo
22.01.2013, 19:23
Liebe Nina,

DAS wollte ich nicht lesen...

:knuddel::knuddel::knuddel:

Ich habe auch KEINE Ahnung wie man vor allem als Patient mit einer solchen Aussage der Ärzte umgehen soll.

Dann dieses Alleinegelassen werden <- Termin im April :confused:

Ich kann deine Aussage "einfach mal umgefallen, oder nicht mehr aufgewacht" sehr sehr gut verstehen, dass ist absolut nicht herzlos, sondern es sagt in meinen Augen nur aus, dass du deinem Papa alles Leid der Welt ersparen würdest, wenn es ginge...

Wollt ihr denn nicht doch noch mit einer anderen Klinik Kontakt aufnehmen???

Nina, ich habe grad keine weiteren tröstenden Worte... Es macht mich sehr traurig deine Zeilen zu lesen.

Deine Schmerzen können (meines Erachtens) von der ganzen Stresssituation kommen. Beobachte mal deinen Körper, ob du dich nicht dabei erwischst, wie einzelne Muskeln, oder gar den ganze Körper wirklich angespannt ist. Mir geht es seit ein paar Monaten so... Wenn du dir aber nicht sicher bist, dann geh bitte zu Arzt und lass das checken..

Wenn es dich nun aus den Latschen haut, ist keinem geholfen.

LG

Carmen

Gina79
22.01.2013, 19:54
Danke liebe Cawo, hab vorher gerade bei dir geschrieben!
Wir schaffen das! Du wirst es schaffen deinen Liebsten so gut es geht zu unterstützen und zu kämpfen und ich schaffe es auch meinen Papa bestmöglich zu begleiten. Ich weiß das!
Ich hoffe du hast heute mal ein paar Stündchen Schlaf! Ja, ich denke auch, dass diese Beschwerden von der Psyche kommen. In der Arbeit, wo ich nicht daran denke sind sie nämlich fast weg!
Was solls, geschehen lassen was man nicht ändern kann und doch kämpfen! Aber manchmal bin ich schon sehr am Zweifeln an Gott und an der WElt (bitte auch das nicht falsch verstehen - ich glaube an Gott!!!) Aber manchmal überkommt mich dieser Zweifel einfach, überhaupt an Tagen wie heute!
Liebe Grüße

Gina79
22.01.2013, 20:40
Wer hat das alles schon mal erlebt? Wie verhält man sich denn dem Betroffenen gegenüber. Irgendwie mag ich auch nicht von "alltäglichen" Dingen reden, mein Papa hat doch andere Sachen zum Denken. Vielleicht glaubt er dann, dass ich mich nicht für ihn interessiere. Ich glaube er will aber auch nicht immer nur über die Krankheit reden. Es ist so schwierig und es tut mir alles so weh!:undecided
Ich denke er muss das alles erst mal verarbeiten was er da heute erfahren hat. Aber wird es wieder besser? Ich habe keine Ahnung und ich stehe irgendwie vor dem Nichts. Es ist alles so trostlos. Ich würde ihm so gerne helfen oder ihm etwas von seiner schweren Last abnehmen aber leider geht das nicht. Ich kann nur begleiten und weiß nicht mal wie ich das richtig machen soll.
Aufheitern geht ja auch nicht, wer oder was soll denn da heiter werden?ER sitzt da, hat zwar den Fernseher an aber man merkt, dass er nicht bei der Sache ist.
Ich verstehs nicht, er ist weder bettlägrig noch irrsinnig schwach. Es muss doch noch was geben was die Hoffnung noch ein wenig in die Höhe treibt!????!
Am liebsten wäre mir wenn er von all dem gar nichts mitbekommen würde, wenn er zwar wüsste er ist krank aber wenn dann stop wäre und mehr nicht.
Es ist alles so schwer zu ertragen, wie habt ihr das denn gemacht bzw. wie macht ihr das denn? Ich wollte nie, dass es so weit kommt. Das war immer meine größte Bitte und mein größter Wunsch. In diesen Situationen ist es so schwierig seinen Glauben und das Vertrauen in das Leben nicht zu verlieren.
Ich weiß, dass wir (mum und ich) es schaffen, dass wir das alles meistern was auf uns zukommt aber ich habe große Angst davor. Angst, dass uns Papa entrinnt und Angst dass Papa Angst hat.
Reden will er nicht wirklich über seine Gefühle. ER hat uns zwar gesagt was Sache ist aber wie er sich fühlt und wovor er Angst hat sagt er nicht. Ich denke da will er uns (noch) schützen.
Ich wäre über Ratschläge bzw. Erfahrungen sehr dankbar in dieser echt :eek:Situation!
Ich probiere jetzt mal Schlaf zu bekommen. Muss morgen wieder früh zur Arbeit und der Hund übergiebt sich auch schon seit 2 Nächten mehrmals. Entweder der Schnee oder der Stress weil sie auch diese Woche wieder so oft alleine war und das ja gar nicht gewöhnt ist.
Traurige Grüße

Flower*
23.01.2013, 00:18
Liebe Nina,
Das tut mir wirklich leid, dass ihr jetzt doch so schlechte Nachrichten bekommen habt.. fühl dich mal geknuddelt :pftroest:
Ich persönlich hab mich meiner Mutter gegenüber "normal" verhalten.. wir haben NIE über die Krankheit gesprochen, nur in ganz schwachen Momentan, wo sie sehr traurig war, sagte sie was und hat dann sofort das Thema gewechselt.. Auch wenns schwer is, ich find das muss man einfach akzeptieren.. wenn dein Papa nicht reden möchte, dann kann und sollte das niemand ändern oder erzwingen (meiner Meinung nach)..
An Silvester z.B., als ich schon wusste, dass es das letzte mit Mama sein wird, haben wir zusammen Dinner for One geschaut und gelacht.. ich denk sowas ist viel wichtiger als alles andere..
Ich schließ mich Ainu an und wünsch euch noch ganz ganz viel schöne Zeit zusammen!
Liebe Grüße

mhb12
23.01.2013, 14:14
Liebe Nina, mir tut es auch leid, dass ihr so schlechte Nachrichten bekommen habt. Ich kann dich gut verstehen. Es ist so "Endgültig" und du musst irgendwie damit umgehen und würdest am liebsten nur die Augen zu machen und die Zeit anhalten!
Ich glaube aber, dass du alles genau richtig machen wirst. Du hast unheimlich viel Kraft bis hierher gezeigt und hast da auch noch Kraftreserven von denen du noch nichts gewusst hast!
Ich finde es toll wie du dich um deinen Papa und deine Mama kümmerst und glaub mir, deine Eltern sind dir dafür bestimmt unendlich Dankbar!
Ich finde es gibt nichts besseres als einfach füreinander da zu sein!

Du machst das echt gut! :pftroest:
Wir wissen alle nicht was da noch auf uns zurennt, aber zusammen werden wir irgendwie damit fertig!

cawo
23.01.2013, 15:06
Liebe Nina,
mir geht es bei verschiedenen Dingen genau wie dir.

Irgendwie mag ich auch nicht von "alltäglichen" Dingen reden, mein Papa hat doch andere Sachen zum Denken. Vielleicht glaubt er dann, dass ich mich nicht für ihn interessiere. Ich glaube er will aber auch nicht immer nur über die Krankheit reden. Es ist so schwierig und es tut mir alles so weh!:undecided


Bei uns ist es so, dass ich gerne mal über die alltäglichen Dinge reden würde. Da aber auch ich derzeit mehr oder weniger ans Haus gebunden bin (bis auf die täglichen Gassigänge) erlebe ich nichts alltägliches, über das ich berichten könnte. Aber nur über die Krankheit reden geht auch nicht, zumal mein Schatz da ja eher dicht macht...

Aufheitern geht ja auch nicht, wer oder was soll denn da heiter werden?ER sitzt da, hat zwar den Fernseher an aber man merkt, dass er nicht bei der Sache ist.


jepp... das ist bei uns 100% auch so.

..und der Hund übergiebt sich auch schon seit 2 Nächten mehrmals. Entweder der Schnee oder der Stress weil sie auch diese Woche wieder so oft alleine war und das ja gar nicht gewöhnt ist.

Als mein Schatz das erste mal nach der Diagnose aus dem KH kam und da ja nachts schon so oft :smiley11: musste, bekam unser Hund ebenfalls Durchfall.... das hieß dann noch öfter nachts raus... Mittlerweile ist es so, dass unser Hund meinen Mann bewacht... sobald er nach seinem "Spuckeimer" greift, oder es ihn würgt, hat der Hund ALARM... (total agressives Bellen), das hört erst auf, wenn ich da bin und ihr sage, dass alles ok ist...

Nina, deine Maus spürt, dass etwas nicht ok ist. Sie spürt, dass es dir schlecht geht und sie reagiert darauf (vielleicht noch verstärkt durch das Schnee fressen)

Nimmst du deinen Hund mit zu deinem Papa?? Wenn dein Papa nicht gegen deinen Hund hat, dann vermittelt das Tier eigentlich nur positives...

Nina, wir stecken derzeit in einer Sch... Situation. Wir müssen stark sein und positive Gedanken vermitteln und sind selber schwach und können derzeit absolut nichts positives sehen...

Alles Liebe

Carmen

Almnixe
23.01.2013, 21:55
Liebe Nina,

ich musste gerade sehr weinen, als ich Deine Nachricht gelesen habe und tue es ehrlich gesagt immer noch. Das ist genau der Moment, vor dem man sich so sehr fürchtet...

Aber ich kann einfach nicht einsehen, warum Dein Papa austherapiert sein soll. Der Onkologe meiner Mama sagt immer, dass es noch verschiedene Möglichkeiten gibt, die man versuchen kann, wenn eine Chemo nicht funktioniert. Ich will hier keine Hirngespinste hervorrufen, aber bitte, bitte fragt doch nochmal woanders nach, ob der Weg hier wirklich zu Ende ist!!!Eine zweite Meinung. Ist das Kh Deines Papas ein zertifiziertes Lungenkrebszentrum? oder eine Uniklinik?

Nina ich drücke Dich ganz fest und glaube mir, ich weiss wie Du Dich fühlst. Als der Arzt von meinem Papa damals sagte, dass er ab jetzt keine lebensverlängernden Maßnahmen mehr ergreifen würde, dachte ich, ich hätte ihn nicht richtig verstanden, habs nicht kapiert, war furchtbar wütend, traurig und hatte große Angst um meinen Papa und vor dem was kommen wird!

Ich bin hier, wenn Du mich brauchst!

GLG! Tina

Gina79
23.01.2013, 22:48
Liebe Tina! Ich danke dir für deine Lieben Worte. Ich danke euch allen für eure tröstenden Worte!
Ja, ich kann es selbst noch gar nicht glauben. Zumal mein Paps ja noch kein "Pflegefall" ist sondern noch herumgeht, mit dem Auto fährt und ja noch im Tisch mit uns sitzt und isst. Sicherlich haben ihn die Therapien sehr mitgenommen und er hat abgenommen, ist schwächer geworden aber gleich austherapiert???!!!
Der Arzt hat uns erklärt dass, wenn es ein Kleinzeller ist (und das wurde ja definitiv bei der jetztigen Bronchoskopie wieder belegt), er wohl keine Therapieform mehr anbieten könne weil die 1. Chemolinie nicht den gewünschten Erfolg brachte (also nur Stable disease), die 2. Chemolinie gar nichts brachte, der Tumor sogar gewachsen sei und ins Hirn gestreut hätte und er ja schon eine Bestrahlung der Lunge hinter sich hätte. Eine dritte Chemolinie würde ihm "anscheinend" mehr schaden als helfen. Er erklärte uns, dass wenn 2 Linien schon nicht greifen, eine dritte ganz sicher nicht greifen würde und es eine zu hohe Belastung für den Körper sei. Es ist schlimm und ich habe Angst!
Wir geben aber trotzdem die Hoffnung nicht auf, dass Papa jetzt zu Kräften kommt (er isst wieder ganz normal) und der Tumor vielleicht doch nicht gleich "explodiert". Wir können nichts anderes tun.
Das Krankenhaus ist eigentlich sehr renommiert und die Lungenstation ist sehr bekannt. Es kommen Patienten von überall her.
Mama und ich sind jetzt eh schon am überlegen ob wir nicht eine 2. Meinung einholen sollen, aber wir müssen das jetzt alle mal verdauen, auch Papa.
Die frage ist nur ob es nicht dann alles nochmal von vorne losgeht und im Endeffekt der Körper wirklich nur noch mehr abbaut und Papa quält. Ich weiß im Moment gar nichts mehr. Ich habe mir jetzt auch schon abgewöhnt zu überlegen und zu grübeln - was wäre wenn... Ich muss funktionieren, muss jeden Tag in die ARbeit und brauche Kraft für zuhause, für Papa und für Mama! Bei mir fangen ja jetzt auch schon die Wehwechen an!
Papa redet gar nicht mehr darüber, ich weiß nicht was er denkt. Morgen will er aber mit Mama in den Baumarkt fahren um Glühbirnen,... einzukaufen. Er gibt sich nicht auf, er ist ein Kämpfer! Ich habe solche Angst!!!!!!

Wie geht es euch Tina! Habt ihr den Urlaub ein wenig genießen können und euch erholen können? Wie gehts deiner Mama?
Gute Nacht

Mirilena
24.01.2013, 08:31
Liebe Nina,

auch bei dir habe ich bisher nur still mitgelesen... Es tut mir so leid, dass man deinem Papa keine weiteren Therapiemöglichkeiten anbieten kann. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sich das anfühlt. Es ist eine Sache, sich mit der Krankheit und den möglichen Folgen theoretisch auseinander zu setzen und eine ganz andere, wenn Ärzte einem ins Gesicht sagen, dass es keine Hilfe und keine Hoffnung mehr gibt.

Du hast recht, dein Papa wird jetzt eine Zeit brauchen, um diese Nachricht zu verdauen, zu realisieren, was das bedeutet. Du schreibst, dass es ihm noch relativ gut geht. Das ist zumindest mal eine gute Nachricht! Ich kann dir nur empfehlen: nutzt diese gute Zeit, die euch bleibt und nutzt sie ganz bewusst und intensiv!!! Du fragst, wie du deinen Papa richtig begleiten kannst? Du trägst die Antwort in dir und ich kann dich nur bestätigen, du machst bereits alles richtig! Erzähle deinem Papa ruhig von deinem Arbeitsalltag und den so genannten Banalitäten. Zwar ist er todkrank, doch er möchte sicherlich nicht ständig damit konfrontiert werden und er möchte an DEINEM Leben teilhaben, ein Stück weit Normalität zurück.

Als ich in deiner Situation war, habe ich meinem Papa eine Wunschliste gegeben. Dort stand all das, was ich gern mit ihm unternehmen würde. Die Liste kam zu spät bzw. reagierte mein Papa darauf zu spät. Denn da hatte er keine Kraft mehr, er konnte nur noch im Bett liegen... aber er wusste, was ich mir gewünscht habe und er wusste und spürte, wie wichtig er mir ist und wie sehr ich ihn liebe. Ich hätte so gern einen Drachen mit ihm am Meer steigen lassen... Mit vom Wind zerzausten Haaren... Ich war immer etwas neidisch, dass er genau das mit meiner Tochter getan hatte und für mich als Kind keine Zeit dazu gewesen ist... Vielleicht gibt es Dinge, die ihr gemeinsam tun könnt, an denen auch dein Papa Freude hat? Das muss nichts Großartiges sein! Und wenn du mit ihm gemeinsam in den Baumarkt fährst und anschließend bei deinen Eltern "heimwerkerst";) Es geht nur darum, dass auch dein Papa vielleicht noch Wünsche äußert und somit Ziele hat... Und es ist völlig egal, ob die realistisch sind und sich umsetzen lassen...

Du bist eine ganz wundervolle Tochter und du kannst sehr stolz auf dich sein! Du machst deine Sache wirklich super! Also, zweifel nicht an dir, sondern mach weiter so, Nina!

Alles Liebe
Miriam :knuddel:

GeMa
24.01.2013, 11:33
Liebe Nina,
du kannst nichts anderes machen, als die Tochter sein, die du schon immer warst.
Genießt die Zeit miteinander, hab immer ein "Ohr" für ihn frei und begleite ihn auf seinen "Weg"
Vielleicht habt ihr bestimmte Rituale, die ihr schon immer gemacht habt, etwas, das in letzter Zeit in Vergessenheit geraten ist?...dann lasst es wieder aufleben.
Als meine Oma schon ans Bett gefesselt war, habe ich ihr die Fingernägel gefeilt und lackiert, ihr eine Handmassage gemacht und ihre Augenbrauen nachgezogen.
Das war ein Ritual, dass uns miteinander verbunden hat, etwas, was nur meiner Oma und mir gehörte...ich glaube, du weißt was ich meine....

Mein Mann hat ja auch einen Kleinzeller, er sagt, dass er so "normal" wie möglich weiterleben möchte,
also eben auch so behandelt werden will und möglichst nicht über seine Krankheit reden möchte.
Ich kann und muss das verstehen und akzeptieren, wenn ich auch manchmal mit ihm über seine Erkrankung reden möchte...
Beides ist nicht einfach, aber dafür gibt es ja dieses Forum, gemeinsam schaffen wir das!

Ich drück dich ganz feste...:knuddel:

Alles Liebe,
Marina

Gina79
24.01.2013, 20:07
Hallo meine Lieben! Wiedermal sag ich danke zu euch! Danke, dass ihr hier bei mir schreibt und mich aufbaut, mir gut zuredet und mir erzählt wie es bei euch war oder ist. Das tut unheimlich gut!

Liebe Mirilena! Ich habe deinen Weg mit deinem Papa schon vor längerer Zeit gelesen, da war ich nur Stille Mitleserin. Mir sind damals die Tränen geronnen aber ich habe beim Lesen deine Stärke und deine Kraft gespürt und kann mir heute einiges von dir "abschauen"! Danke, dass du mir so gut zuredest, es hilft so sehr!

Bei uns ist seit Papa aus dem KH entlassen wurde und seit wir darüber gesprochen haben,d ass es keine Therapieform mehr gibt, alles ganz, ganz ruhig. Irgendwie (ich habe auch mit Mama gesprochen) ist es jetzt für uns etwas "einfacher", wir sind jetzt auf "Gleichstand". Wir wissen was Papa weiß und Papa weiß was wir wissen. Vorher war es so nervenzerreibend nicht zu wissen ob Papa weiß wie es um ihn steht, ob nicht irgendein Arzt ihm mal eine Prognose abgibt oder aufklärt. Wir wussten nicht was er weiß. Jetzt ist alles klar gebettet, auf beiden Seiten! Es tut irgendwie gut. Ich hatte immer das GEfühl ich würde ihn hintergehen weil ich vielleicht (durchs Internet und auch durch euch) mehr wusste als er. Ich habe auch keine Angst mehr vor irgendwelchen Kontrollen, das hat mich ja vorher völlig "aufgefressen". Ich denke, was kommt, das kommt aber die nächste Kontrolle hat er erst Ende April und irgendwie ist es auch gut so. Vielleicht erholt er sich doch noch ein wenig wenn er nicht an irgendwelche Kontrolltermine, Therapien und Stagings denken muss.
Mum und Dad waren heute im Baumarkt und im Einkaufszentrum. Papa hat ganz schön viel gekauft! Er hat dann auch gut zu Mittag gegessen.
Ich glaube, oder besser ich hoffe, dass er seine Krankheit gerade annimmt. Ich bin nämlich, glaube ich auch gerade dabei das alles anzunehmen. Mit allen Folgen und verwunderlicherweise ohne zu hadern nämlich.

Ich wünsche mir einfach, dass wir möglichst "gut" leben, ohne großartig an die Zukunft zu denken. Einfach mal eine halbwegs "gute" und "lebenswerte" Zeit haben dürfen, ohne Angst und Panik!

PS: Mein Hund hat heute Nacht von 3 Uhr bis 5 Uhr schon wieder 6 mal gebrochen. War schon 2 x beim Tierarzt. Drückt uns die Daumen,d ass wir heute davon verschont bleiben und es nur eine Magenverstimmung war!

Liebe Grüße und danke nochmal für die lieben Worte!

Almnixe
24.01.2013, 21:06
Liebe Nina,

du bist wirklich total tapfer und sehr stark! Deine Eltern sind bestimmt richtig stolz auf ihre Tochter:)

Ich habe Deine Nachrichten von gestern und heute mehrmals gelesen. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass man innerlich doch irgendwie schon auf das vorbereitet ist, was man eigentlich nie hören wollte. DAs ist ja auch u.a. das, was einen immer so viel Kraft kostet. Eine schlechte Nachricht versetzt einen sofort in einen totalen Adreanlinschock und man fängt sofort an zu routieren, sich mögliche Wege zu überlegen und noch mehr als sowieso schon für den anderen da zu sein. Diese Situation hat man im Zweifel des öfteren durchlebt und kann deshalb, wenn dann die Nachricht tatsächlich kommt, dass es keine Möglichkeiten mehr gibt, nach dem ersten Schockmoment doch ganz gut damit umgehen. Du scheinst das im MOment sehr tapfer zu können und ich bewundere das sehr und hoffe, dass ich das auch schaffe, wenn es mal soweit ist.

Vielleicht ist es gut, dass ihr drei etwas ruhiger werdet und erst mal ein wenig Normalität einkehren lasst, soweit das möglich ist. Wenn ihr dann wieder Kraft habt, könnt ihr vielleicht immer noch eine 2. Meinung einholen.

Ich will jetzt noch nicht schreiben, dass ihr eure gemeinsame Zeit noch nutzten sollt, auch wenn die anderen bestimmt nicht Unrecht haben, vor allem weil sie schon in der Situation waren. Aber es hört sich schon so nach Abschied an und das will ich jetzt und hier noch nicht!

Ich bin hier.

LG! Tina

PS: Deine Unruhe und traurige Stimmung überträgt sich vielleicht auch ein wenig auf Deinen Hund, so dass er sich übergeben muss. Es ist betimmt nichts Schlimmes, drücke aber trotzdem ganz fest die Daumen!

mayflower64
24.01.2013, 23:24
hallo nina,
ich bin erst erschrocken und dann erstaunt über die entwicklung...

denke zur ruhe kommen,zeit miteinander geniessen...das ist jetzt sicher gut für euch 3....

wenn dein papa es möchte,würde ich mir auch eine 2.meinung einholen...

wünsche dir/euch alles gute und schöne gemeinsame stunden/wochen/monate/jahre....

:winke: glg mayflower64

Flower*
25.01.2013, 00:08
Liebe Nina!
Ich gebs gerne zurück, auch du bist eine super Tochter und sehr sehr stark! Du machst das alles wirklich klasse!
Ich wünsch euch weiterhin alles Gute und hoffentlich mal ein bisschen ruhige Zeit, die ihr zusammen genießen könnt..
Liebe Grüße!

Mirilena
25.01.2013, 08:26
Liebe Nina,

was in dir jetzt geschieht, das kenne ich auch. Du hast es ja schon erkannt, du nimmst jetzt die Krankheit deines Papas an und akzeptierst sie mit allen möglichen Konsequenzen. Und auch deinem Vater wird es so ergehen. So traurig dies ist, es eröffnet euch auch neue Möglichkeiten. Ihr könnt euren Frieden schließen und seid nicht mehr besetzt von den negativen Gefühlen... Angst und Wut verschwinden nun und dort, wo einst die Unruhe saß, herrscht auf einmal unglaubliche Ruhe. Stille. Und Stille kann durchaus heilsam sein. So habe ich es erfahren... Wenn man erkennt und akzeptiert, dann bekommt man dafür auch etwas geschenkt. Eine Zeit des Friedens und von unbeschreiblicher Intensität. Für mich war es vor fast genau einem Jahr so, dass ich spürte, dass nichts so wichtig ist wie meine Familie und die Liebe, die wir füreinander empfinden. Alles andere um mich herum wurde ganz klein, bis es am Ende verschwand, da ich in diese Stille abtauchte.

Auch für deinen Papa ist diese Phase so wichtig... Es gibt ihm die Möglichkeit, sich mit dem auseinanderzusetzen, was uns letztlich allen noch bevorsteht, sich intensiv zu verabschieden und alles zu regeln, was ihm wichtig ist... Ich hoffe, du nimmst mir diese Worte nicht übel... Ich wünsche euch von Herzen, dass euch noch viel Zeit bleibt und vor allem, dass dein Papa sich gut und wohl fühlt. Genau das, was du dir wünschst! Vergiss jetzt die Vergangenheit und auch die Zukunft und lebe im Hier und Jetzt...

Ganz liebe Grüße
Miriam :winke:

OpaTochter
25.01.2013, 08:48
Hallo Nina,

auch von mir schöne Grüße. Miriam kann immer so toll schreiben, dass ich mich gar nicht mehr trau ;)

Also auch bei uns ist jetzt die Entscheidung getroffen. Wenn ich von deinem Hund lese, denke ich immer an mein Kind. Wir wollen / werden heute zu meinen Eltern reisen und der Keks freut sich schon wie Bolle und dann ist er am Mittwoch krank geworden. Kopfweh, Fieber, spuken,... so können wir nicht los (vor allen Dingen wegen der Ansteckungsgefahr). Dann habe ich mir aber überlegt, wenn ich ehrlich bin ist es für mich und Ihn und meine Eltern WICHTIGER jetzt die Tage mit Zwergi genießen zu können als irgendwann später. Und wenn es damit bezahlt wird, das mein Pa sich einen Infekt holt, blöd, aber dann ist es so. Ich denke Ihr versteht was ich meine.

Heute geht es Zwergi aber wieder besser und wir freuen uns wie blöd heute nachmittag los zu können.

Also noch mal alles alles Liebe von hier aus.

Gina79
25.01.2013, 20:00
Hallo meine Lieben!
Danke, für eure lieben Antworten! Nein Mirilena, ich nehme dir gar nichts übel, ich bin dir so sehr dankbar, dass du mir bestätigst, dass meine Gedanken richtig sind und deine Erfahrungen wie du in dieser Situation gefühlt hast helfen sehr. Hatte oder habe irgendwie ein schlechtes Gewissen weil ich so ruhig bin. Weil alles so normal weitergeht, keiner redet davon, auch Papa nicht. Wir machen ganz normal weiter, das ist komisch. Eigentlich sollte für uns jetzt eine WElt zusammenbrechen, wir sollten nur noch heulen, aber dem ist nicht so und ich weiß nicht warum. Oder vielleicht ist es deswegen weil schon eine gewisse Akzeptanz eingetreten ist. Trotzdem geben wir natürlich die Hoffnung nicht auf, dass der Tumor jetzt mal nicht weiter wächst und nicht streut. Dass dies nicht aufzuhalten ist, das ist mir klar, aber wir geben die Hoffnung auf eine "relativ gute Zeit" nicht auf! Und er isst ganz gut, er heimwerkt ein wenig, löst Rätsel auf,... - ich denke er ist auch einfach nur erleichtert dass er jetzt mal keine Behandlungen hat und wieder zu Kräften kommen kann. (so Gott will kommt jetzt lange nichts dazwischen!!!)

Heute war auch schon wieder Action zwar nicht mit Papa dafür mit dem 4. Familienmitglied, meiner kleinen Hündin Gina. Sie hat ja jetzt schon 5 Nächte gebrochen, heute ist Mama mit ihr zum 3 mal zum Tierarzt, ich war ja in der ARbeit, Röntgen gemacht. GsD "nur" eine Gastritis. Aber egal mit wem was ist, es läuten sofort die Alarmglocken, könnte doch was schlimmeres sein. Ich hoffe das gibt sich irgendwann wieder mal.

Liebe Grüße und erholsames WE!:winke:

Mirilena
26.01.2013, 08:30
Liebe Nina,

herrje, immer sorgt man sich um jemanden! Ich wusste gar nicht, dass auch Hunde Gastritis bekommen können! Arme Gina, ich hoffe, es geht ihr bald besser!!!

Euch wünsche ich auch ein wunderbares und "normales" Wochenende!!! Mensch, du glaubst ja nicht, wie es mich freut zu lesen, dass es deinem Paps recht gut geht. Ich denke auch, dass er erleichtert ist, dem ganzen Krankenhaus-Wahnsinn entkommen zu sein... Ich meine das nicht böse!:zunge: Meinem Vater ging es ähnlich, der war immer heilfroh, wenn er das KH von hinten sah. Und es hilft ungemein, dass dein Papa jetzt zu Haus ist, dort, wo er sich fühlt und bei den Menschen, die er liebt. Keine Chemo, die ihn piesackt und keine Angst vor Nebenwirkungen. Ich wünsche euch von Herzen, dass diese gute Zeit gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz lange anhält und eigentlich nie mehr aufhört!

Ganz liebe Grüße
Miriam :winke:

Gina79
26.01.2013, 09:56
Guten Morgen Miriam! Danke! Ja, mein Papa mag ja gar nicht ins Krankenhaus und er sträubt sich immer mit Händen und Füßen wenns wiedermal darum geht. Da muss es schon gar nicht mehr gehn, dass er freiwillig sagt wir sollen fahren (wie neulich bei den argen Brustschmerzen die übrigens von den Bronchien kamen). Aber ich denke es würde jedem Menschen so gehen, keiner will da gerne rein.
Ja, momentan gehts ganz gut. Die kalte Luft (bei uns minus 10 Grad) macht Papa jetzt etwas zu schaffen - Atemprobleme! Ich hoffe es wird besser wenn es nächste Woche wärmer wird.
Gina geht es auch schon wieder besser - heute noch Nachkontrolle!

Wünsch dir auch ein schönes und erholsames Wochenende!

PS: Ich finds übrigens klasse, dass du deine Erfahrungen an uns hier weitergibst und uns mit deinen wahren Worten so hilfst! Das ist nicht selbstverständlich. Ich danke dir weil es sooooooooooooooooooo gut tut wenn dich jemand versteht und weiß wovon du sprichst!
Liebe Grüße Nina

Mirilena
26.01.2013, 15:06
Danke, Nina! Für mich ist es mittlerweile echt ein Bedürfnis geworden, irgendwie wenigstens durch Worte ein bißchen weitergeben zu können. Mir wurde hier auch geholfen und vieles war sehr kostbar. Wie beispielsweise der Tipp mit SAPV (hatte ich zuvor noch nie gehört). Das hat uns echt geholfen!!! Und ich gebe gern alles weiter, was nur im entferntesten helfen könnte.

Das gibt mir vielleicht auch das Gefühl, dass nicht alles "umsonst" gewesen ist... Und ich glaube irgendwie, dass alles, was wir von Herzen jemandem geben, auch wieder zu uns zurück kommt, wenn wir es benötigen... Und das macht das Leben vielleicht ein kleines bißchen wärmer und bunter;)

Morgen soll es schon etwas tauen! Da hoffe ich, dass das Atmen deinem Papa wieder leichter fällt.

Umarmung
Miriam

Almnixe
26.01.2013, 16:13
Liebe Nina,

ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und gute Besserung an Deinen Papa und ich drücke ganz, ganz fest die Daumen, dass sich der Krebs noch eine ganze Weile zurückhält.

Alles Gute!

Tina

cawo
26.01.2013, 16:23
Hallo Nina,

auch ich hoffe für euch, dass es ein bisschen wärmer wird und dein Papa wieder besser schnaufen kann.

Solange es deinem Papa einigermaßen gut geht, versucht euch das Leben so schön wie möglich zu gestalten, nichts aufschieben!!!

Ich drücke euch fest die Daumen, dass das Vieh noch ganz lange ruhig bleibt und deinem Papa keine großen Problem bereitet.

LG

Carmen

Gina79
26.01.2013, 17:58
Danke meine Lieben! Ja, mit der Luft geht es Papa im Moment nicht so gut, gerade wenn er von draußen reinkommt - der Temperaturunterschied von warm/drinnen nach kalt/draußen macht ihm zu schaffen. Gerade haben wir das Sauerstoffgerät, das Papa ja schon seit ein paar Monaten hat und nie nehmen wollte ausprobiert. ER möchte jetzt bei Bedarf, nur wenn er Probleme hat, morgens eine halbe Stunde das Gerät verwenden. Er hofft, dass es ihm dann tagsüber besser geht mit der Luft solange es so kalt ist draußen. Ein Versuch ists wert!
ER hat sich immer so gewehrt gegen diesen Sauerstoff, hat als er eine Einführung von einem Mann bekommen hat nicht mal aufgepasst, das musste Mama tun. ER hat getan als ob es ihm gar nichts angeht. Nun möchte er es doch probieren. So ändern sich die Zeiten!
Wir haben heute nachmittag gemeinsam Schifahren und Schispringen geschaut und hatten einen gemütlichen Nachmittag. Ich genieße es jetzt richtig, kein Stress, kein Krankenhausfahren und auch mal keine Arbeit. Muss selber auch mal wieder etwas runterkommen, es war halt wiedermal sehr anstrengend.
Meinem Hund gehts auch schon besser, Tierarzt meinte heute so eine Gastritis kann nicht gleich wieder gut sein und braucht eben auch seine Zeit. Ja, die Geduld werden wir auch noch aufbringen, hauptsache es ist nichts Schlimmeres, das Kopfkino läuft ja gleich wieder voll wenn sowas ist. Aber das werdet ihr ja auch alle kennen.
Ich hoffe ihr habt auch alle ein halbwegs ruhiges und entspanntes Wochenende und wir hören wieder von einander! Liebe Grüße

Almnixe
28.01.2013, 21:37
Liebe Nina,

wie geht es Euch?

LG! Tina

Gina79
29.01.2013, 19:06
Hallo Tina! Hab bei dir geschrieben!
Uns gehts im Moment mal gar nicht so schlecht! Papa hat dank Cortison großen Appetit, haben uns sogar für Sonntag vorgenommen Essen zu gehen - zum Griechen:), freu mich schon sehr!!!!
Mama war mal bei der Hausärztin, die sie ja gut kennt und hat mit ihr gesprochen. Papa soll in so 2 Wochen mal kommen zum Blutabnehmen, Kontrolle und ev. Cortisonwechsel. Es gibt anscheinend Cortisonpräparate die für die Bronchien ganz gut wären. Das werden wir dann nehmen. Vorher muss er jetzt noch sein Cortison für die Hirnödeme fertignehmen. Also in 2 Wochen dann.
Papa ist psychisch wieder halbwegs am Damm, so kommt es mir halt vor, ich kann ja nicht hineinschaun.
Morgens vorm Aufstehen nimmt er jetzt immer etwas Sauerstoff, ich glaube es wirkt!
Also alles in allem eher ruhig im Moment!!!GsD und ich hoffe es bleibt jetzt für eine lange Zeit so!!!!!!!!!!!!!!!!!
Liebe Grüße
PS: Ach ja, noch eine Frage! Seid Papa aus dem KH entlassen wurde schwitzt er nicht mehr. Früher hat er in der Nacht oft 3 x seinen ganzen Pyjama feuchtgeschwitzt! Das ist auf einmal weg, komplett verschwunden! Kann sich jemand vorstellen warum das auf einmal weg ist? Ich bin heil froh darüber, denn so schläft er jetzt auch besser!

Mirilena
29.01.2013, 19:19
Liebe Nina,

das ist schön, dass es bei euch so gut läuft! Und auch, dass dein Papa Appetit hat und essen mag. Selbst, wenn es dem Cortison zu verdanken sein sollte. Egal!!!

Und das Schwitzen... Hmmm, da kenne ich mich nicht aus. Könnte es etwas mit den Medis zu tun haben? Oder vielleicht auch mit seiner Psyche? Du schriebst ja, dass er auch so eine Phobie gegen das Krankenhaus hat und wenn man sich so gar nicht wohl fühlt... Ich weiß nur von mir, dass ich in unangenehmen Situationen oder bei Stress auch schwitze:eek:

Ach, genieß die Zeit, wie ihr sie jetzt habt! Das klingt alles wirklich fein und ich denke, dass dein Papa sich (den Umständen entsprechend)wohl fühlt! Er hat ja ganz offensichtlich auch eine tolle Frau und eine tolle Tochter :D

Hab einen schönen Abend!!!
Liebe Grüße
Miriam

P.S: Wie geht's der kleinen Gina? Schon ein wenig besser? Ob sie wohl auch solche Bauchschmerzen hat?

cawo
29.01.2013, 20:16
Hallo Nina,
schön dass im Moment ein bisschen Ruhe bei euch eingekehrt ist.

Ich finde es prima, dass ihr solche Dinge wie "zum Griechen gehen" macht, macht bitte alles sofort und spontan... nur nicht "in 4 Wochen gehe wir...)

Bei uns (weißt ja, wir haben ja nen anderen Feind) ist seit der Diagnosestellung so was gar nicht mehr drin... nicht mal ein gemeinsames Essen zu Hause..., ich sag dir, das ist viel schlimmer als es sich anhört....

Tja... die Raucherei... Mein Mann hat so lange ich ihn kenne geraucht... im Okt. im KH wollte er dann eine rauchen gehen... wir sind dann runter und er hat sich eine angezündet und ihm wurde es :smiley11: übel. Ich habe ihm dann versprochen, auch aufzuhören... Ich bin eine Lusche.... ich schaffe es derzeit nicht... ich hasse mich dafür...

Das mit dem Schwitzen hat(te) mein Mann auch... aber immer nur phasenweise... also 1-2 Mal pro Woche. Derzeit ist es ebenfalls komplett weg. Tagsüber hat er manchmal kalten Schweiß auf der Stirn, aber dieses Ganzkörperschwitzen ist weg... Würde mich auch interessieren, wieso das so ist... aber für uns ist wie für euch schon mal SUPER, dass es weg ist...

Liebe Grüße und Daumen sind gedrückt, dass dein Papa noch ganz lange so stabil bleibt.

Carmen

Almnixe
29.01.2013, 22:06
Hey Nina,

schön zu hören, dass gerade sowas wie Normalität bei Euch eingekehrt ist und ihr Euer Leben wieder aufnehmt (Du weisst wie ich das meine). Nimm Dir auch ein bißchen Zeit für Dich, dass tut Dir bestimmt auch gut!

Lasst es Euch beim Griechen ordentlich schmecken!

Ich denk an Euch/Dich!

LG! Tina

PS: Leider kann ich Dir zum Schwitzen nichts sagen...aber ist doch gut, wenns weg ist!

Gina79
29.01.2013, 22:16
Hallo Miri! Ja, ich finde auch, dass es in unserer Situation egal ist wo der Appetit herkommt, hauptsache er ist da! Papa hat sogar selbst den Vorschlag gemacht Essen zu gehen. Vor ein paar Wochen haben wir ihn mal gefragt da meinte er nein weil er ja sowieso auf nichts wirklich Appetit hätte. Ich freu mich!
Mit dem Schwitzen könntest du Recht haben, ich denke sowieso, dass da viel zu oft die Psyche dahintersteckt, das habe ich bei Papa schon oft beobachtet und mir immer wieder mal gedacht!Aber Hauptsache Schwitzen ist auch weg!
Gina gehts GsD auch schon wieder blendend, sie jagt gerade die Katze durch das Wohnzimmer, also geht es bergauf! Es ist oder war eine Gastritis, nur als sie eines nachts dann Blut erbrochen hat war ich schon sehr erschrocken. Also erschrecken tu ich seit Papa krank ist sofort, bei der kleinsten Kleinigkeit male ich mir schon das Übelste aus! (Habe mir ja auch schon gedacht, hoffentlich hat der Hund keinen Tumor im Bauchraum). Manchmal ist das schon krass, so hab ich früher nicht sofort gedacht, da bin ich immer vom Guten zuerst ausgegangen. Hoffe das kommt wieder!
Liebe Carmen! Nein, verschieben tun wir gar nichts mehr auf wirklich lange Zeit. Papa hat da auch so einen Tick bekommen, wenn er sich etwas vornimmt und sei es nur eine Heimwerkerarbeit, die muss sofort sein. Früher hat man ihn dauernd daran erinnern müssen, heute macht er es von selbst sofort.
Auch wir können nicht länger in die Zukunft planen als bis morgen oder vielleicht übermorgen, weiter trau ich mich nicht. ES war schon oft, dass sich alles von einer Stunde auf die nächste verändert hat.
Aber zum Griechen gehen wir am Sonntag, das ist mal fix!
Nein, du bist keine Lusche, es ist etwas, was dir Halt gibt. In Extremsituationen solltest du solche "Gewohnheiten" auch nicht aufhören. Ich bin mir sicher du schaffst es, noch nicht jetzt, aber wenn das Leben wieder geordneter und einfacher ist (und das wird es auch wieder, glaub mir) dann schaffst dus! Ich habe vor einem Jahr u.a. auch aufgehört weil der Arzt sagte, dass der Tumor, den mein Papa hat ein Rauchertumor ist, also dass der Tumor nur vom Rauchen kommt. Mach dir jetzt bitte keinen Stress damit!
Es tut mir so leid, dass du nicht mit deinem Schatz gemeinsam essen kannst. Aber Carmen, wir denken trotzdem positiv und machen kleine Schritte vorwärts!
Zu mir hat der Arzt mal gesagt, das Schwitzen kommt vom Tumor. Ich weiß nicht was er damit meint. Vielleicht wächst der Tumor im Moment nicht???!!
Ich wünsch euch einen schönen Abend noch und eine ruhige und entspannte Nacht, werd mich jetzt dann aufs Ohr haun!Liebe Grüße

OpaTochter
30.01.2013, 12:37
Hallo Gina,

ich bin gerade an deinem Satz hängengeblieben "Also erschrecken tu ich seit Papa krank ist sofort, bei der kleinsten Kleinigkeit male ich mir schon das Übelste aus!". Genau da habe ich heute morgen auch wieder drüber gegrübelt. Auf wie gemeine Art und Weise diese XXX-Krankheit einem die ... Unschuld (?) raubt. Diese kindliche Geborgenheit "Alles wird gut" die ist als erstes gestorben und sie lässt einen so hoffnungslos zurück. Ich würde ja jetzt gerne sagen, dafür weiß ich jetzt im Leben was wichtig ist und nutze die Zeit die ich habe. Nur wenn ich ehrlich bin, habe ich das immer getan. Vielleicht kann ich ja irgendwann etwas positives für mich daraus gewinnen, wenn nicht,... egal nutze den Tag.

Und genau in dem Sinne wünsche ich Euch heute einen schönen (nicht ganz so verregneten) beschwerdefreien Tag.

Mirilena
30.01.2013, 16:07
Liebe Nina,

kann ich auch gut nachempfinden, dass du so sensibel geworden bist, was körperliche Symptome angeht... Das wird sich wieder bessern, doch die Hellhörigkeit bleibt und das ist auch gut so!

Mensch, das ist ja toll, dass du so konsequent das Rauchen aufgegeben hast und durchhältst wie dein Paps! (Ich hab das nicht geschafft...:o)

Ihr macht doch alles richtig! Wenn es deinem Papa halbwegs gut geht und er einen Wunsch ´äußert wie den Restaurantbesuch, dann wird das in die Tat umgesetzt. Ich weiß auch noch, wie es sich anfühlt, nichts mehr planen zu können. Als wir mittendrin wieder mutiger wurden, weil es meinem Papa besser ging und ich eine Woche Dänemark buchte, wusste ich nicht, dass wir das nicht mehr schaffen würden... Ich rate auch immer dazu, alles sofort zu tun, was machbar ist. Ob ein Spaziergang am Strand, eine Motorradtour, ein Restaurantbesuch oder ein Konzert. Es ist schön, wenn man solche Dinge gemeinsam unternehmen und genießen kann.

Zum Glück geht's Gina auch schon wieder besser... Dann kann das Wochenende ja kommen:D

Ganz liebe Grüße
Miriam

Gina79
30.01.2013, 18:16
Hallo! Ja, ich hoffe, dass sich das wieder etwas bessert mit dieser Überempfindlichkeit was Krankheiten und Beschwerden angeht! Ich habe ja auch schon seit längerem jetzt mit Nackenschmerzen und Unterfußschmerzen zu tun, nicht immer, aber immer wieder mal. Mag gar nicht zum Arzt gehen, aus Angst es könnte wieder etwas sein wo man zusätzliche Sorgen hat. Mir reichen ja die schon im Moment, oder besser ich genieße es wenn es mal ruhig ist und ich keine Akutsituationen habe. Wobei ich auch denke, dass diese Beschwerden bei mir auch vom Stress kommen, ich denke es ist Psychosomatisch, vielleicht Verspannungen. Aber so denkt man halt dann oder wie beim Hund. Da denk ich dann gleich, nein, nicht noch was zusätzlich. Früher hätten mich solche Dinge nicht so leicht vom Hocker gehaun. Aber ich bin guter Dinge, dass es nicht so bleibt.

Das mit dem weiter nach vorne planen ist wirklich nicht mehr drin. Natürlich möchte ich mit meinem Papa die Zeit so gut es geht genießen und noch viel Positives erleben. Leider ist es halt schon so, dass wir trotzdem schon etwas "eingeschränkt" sind. Wollten heuer mal nach Kroatien fahren im August. Bei der Hitze (über 40 Grad) war dies natürlich nicht möglich. Waren dann außerdem froh, dass wir nicht gefahren sind, denn genau in der Woche wo wir es gepant hatten bekam Papa sowas von heftige Bauchschmerzen in der Nacht (von einem Hämatom durch die Trombosespritze), dass wir den Rettungswagen brauchten. Es war zwar nicht so schlimm letztendlich aber ein SChreck weil wir nicht wussten was jetzt los ist. Wenn uns das in Kroatien passiert wäre, nein danke!
Solche Dinge sind halt schwierig zu organisieren, gerade mit Papas Atembeschwerden und Hustenreiz. Er kann halt nicht wandern, am Strand in der HItze ist es zu heiß, Sightseeing ist auch teilweise zu stark, ... da bleibt halt nicht mehr viel an Aktivitäten.
Da wir halt wirklich von einer Stunde auf die andere nicht wissen was passiert (war schon öfters so), ist es auch schwierig etwas zu unternehmen ohne sich zu sorgen.
Aber momentan erholt er sich und das hat jetzt mal Priorität! Einzig der Husten, der wird einfach nicht wirklich besser.
Wünsch euch noch einen schönen Abend, bin heute total fertig! Die Temperaturen von über 15 Grad plus machen mich reif fürs Bett!
Liebe Grüße

Almnixe
31.01.2013, 21:04
Liebe Nina,

das man nicht mehr planen kann, ist richtiger Mist. Wie diese ganze Krankheit eben! Aber vielleicht könnt ihr ja zumindest mal übers Wochenende wegfahren. Das ginge ja vielleicht auch relativ spontan. Einfach mal in ein Hotel, wo keiner von Euch was machen muss, ausser aufstehen, essen und wieder schlafen. Restliche Zeit zur freien Verfügung;)...wir waren ja mit meiner Mama ein paar Tage im Harz. Der Ortswechsel und das Verwöhnen lassen im Hotel tat wirklich gut und wir konnten für einen Moment abschalten...

Das Du Nackenschmerzen und Unterfußschmerzen hast, kommt bestimmt von dem Stress. Hört sich für mich total nach Verspannungen an. Das ist bestimmt nichts schlimmes. Du solltest Dir mal was gönnen. Vielleicht einen Wellnesstag mit Massagen o.ä. Aber ich kann Dich total gut verstehen. Ich bilde mir inzwischen auch sämtliche komische Sachen ein und gehe auch sofort vom Schlimmsten aus. Das ist wohl der Situation geschuldet, in der wir sind. Wahrscheinlich wird es auch eine ganze Weile dauern, bis sich alles wieder bei uns normalisiert und wir glauben können, dass nicht direkt hinter jedem Zwicken das Schlimmste lauert.

Bis ganz bald und bleib weiter so toll tapfer!

LG! Tina

Mirilena
03.02.2013, 08:44
Guten Morgen liebe Nina,

wie geht es dir heute? Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass deine Schmerzen von Verspannungen herrühren. Dennoch wäre es nicht verkehrt, das mal von einem Arzt abklären zu lassen. Ich habe mich bestimmt fast über zwei Jahre mit Magenproblemen geplagt. Mein Vater wurde damals schon richtig wütend, dass ich nichts unternommen habe. Unter uns, ich hatte einfach Angst, dass wir noch so eine blöde Diagnose erhalten... Im Dezember letzten Jahres fand dann endlich die Magenspiegelung statt, denn nach zahlreichen Arztterminen und keiner Diagnose hatte ich die Nase voll. Ergebnis der Magenspiegelung? Kein Befund! Seltsam oder, wo ich doch dennoch diese Symptome hatte (und teilweise immer noch habe). Im Januar war ich jetzt zur Darmspiegelung. Da gibt es einen Befund...aber wohl nichts Schlimmes. Ich schätze, ich werde kommende Woche den Bericht mit meiner Hausärztin besprechen. Auch sie meinte, dass wohl alles psychosomatischer Natur ist, was jedoch nicht bedeutet, dass wir das still ertragen müssen. Es ist schon wichtig, Symptome zu klären. Andererseits ist es ja auch kein Wunder, dass bei der anhaltenden seelischen Belastung irgendwann der Körper schreit... Und diese Spannungsschmerzen kenne ich auch zu gut. Die hatte ich immer im Job, ganz extrem. Nackenschmerzen ohne Ende und dann stieg das in den Kopf...:eek: Na ja, nun, da ich daheim bin, wird es mir sicherlich besser gehen:tongue

Was macht dein Papa? Ist soweit alles okay? Ich denke, gestern war es bestimmt ein angenehmerer Tag, wo doch die Sonne schien und der Himmel so strahlte, oder?

Ich wünsche dir einen schönen und hoffentlich erholsamen Sonntag!
Liebe Grüße
Miriam

Gina79
03.02.2013, 16:31
Hallo liebe Miri! Ja, ich bin auch der festen Überzeugung dass meine Beschwerden eher seelischer Natur sind. Wenn wieder mal was ist was mich aufregt dann werden sie plötzlich mehr. Aber es kann nicht so schlimm sein, ich habe mir heute vormittag gegönnt mal für mich etwas zu tun und zwar bin ich eine halbe Stunde gejoggt. Und ich habe "wenig" gespürt!
GEnau das selbe denke ich mir auch, drum mag ich nicht zum Arzt. Ich habe Angst vor einer weiteren Diagnose und vor einem weiteren Problem. Früher war ich nicht so, ich dachte nie so.
Sogar wenn meine Mama mal hustet denke ich schon, "Horror" hoffentlich hat sie nicht..........! Ich hoffe wirklich das hört mal auf! Aber ich weiß auch dass es kein Wunder ist im Moment!
Ich hoffe du erholst dich jetzt mal zuhause und genießt die Zeit für dich! Du findest sicher bald wieder eine Arbeit die dir Spaß macht aber ich denke auch diese Auszeit jetzt ist nicht umsonst und lässt dich wieder ein wenig auftanken!

Wir waren ja heute beim Griechen essen! Das Essen war lecker und Papa hat geschlemmt wie ein Wilder.
Leider hatten wir vorher einen peinlichen Zwischenfall. Papa musste nochmal für "kleine Jungs", wir waren aber schon beim Auto und etwas gestresst weil der Tisch reserviert war. Also hatte sich Papa kurzerhand überlegt im Garten zu "gehen". Er stellte sich an eine Ecke und kam dann zurück zum Auto. ER sagte er hätte ein Problem. Oje, wir sahen es, die Hose am Bein ganz nass. Wir sind dann rein ins Haus umziehen, ihm war es so peinlich dass er Tränen in den Augen hatte. Er sagt er glaubt es wäre vom Wind gekommen. Der Wind hätte es genau auf sein Hosenbein geweht. Er sagte immer wieder es wäre bedenklich. Wir bauten ihn auf und sagten ist doch egal, das wäre uns auch passiert bei dem Stress und bei dem Wind. ER war so fertig! Umziehen natürlich wieder die volle Schnauferei.
Auch der Gang von Parkplatz ins Gasthaus die volle Schnauferei. Toilettengänge die volle Schnauferei. Mir ist das heute erst so richtig mal aufgefallen, dass er sich mit der Atmung wirklich massiv schwer tut. Es ist echt zum :eek:
Ich hoffe das ändert sich wieder, heute ist was die Atembeschwerden angeht kein guter Tag, denke ich, oder ist es immer so - keine Ahnung, ich kann es schon gar nicht mehr einschätzen!
Er tut mir einfach so leid, weil er es selbst ja auch mitbekommt wie seine Kraft immer weniger wird und er so tapfer dagegen ankämpft, es aber nichts hilft!
Wie geht ihr damit um? Wie kann ich ihn denn unterstützen und ihm Kraft geben wenn er mir so unendlich leid tut und mir das ganze fast mein Herz zerreißt? Wenn er es selbst doch nicht so klar mitbekommen würde?! Manche Dinge sind echt unfair auf dieser Welt, er kämpft so dagegen an und es bringt rein gar nichts! Ich weiß, ich muss es hinnehmen wie es ist und kann ihm seine Beschwerden leider nicht abnehmen und kann auch gar nichts machen als daneben zu stehen. Das ist ja das schwierige, wir sind machtlos und können nichts tun! Ich denke heute ist auch nicht mein Tag, hoffe morgen ist es besser!
Wünsch euch trotzdem noch einen erholsamen Sonntag! Liebe Grüße

Mirilena
03.02.2013, 17:21
Liebe Nina,

ja,das ist blöd... Das Atmen fällt schon bei leichter körperlicher Anstrengung schwer und dennoch ist es ganz wichtig, dass dein Papa immer ein paar Schritte läuft. So, wie er halt kann und in seinem eigenen Tempo. Für meinen Vater waren Treppen immer die Katastrophe schlechthin...

Ich kann mir auch vorstellen, wie unglücklich dein Papa heute war. Das war ihm bestimmt so peinlich. Aber ist es nicht seltsam, dass uns Töchter das alles irgendwie überhaupt nicht mehr kratzt?! Mir war es beispielsweise nicht unangenehm, meinem Papa auf Toilette zu helfen, ihn zu waschen oder ihm beim An- oder Entkleiden zu helfen. Selbst als er den Toilettenstuhl benutzen musste oder sich mal eingenässt hatte... war alles nicht schlimm! Hätte ich nicht gedacht (denn bei meinem Opa fand ich das ekelig). Aber wenn man jemanden so lieb hat, dann stört es einen nicht. Er hat es ja nicht mutwillig getan. Im Gegenteil!

Wie du ihm am besten helfen kannst? Du tust doch bereits alles, was nur möglich ist! Ich kenne deinen Papa ja nicht, bei meinem war es so, dass er eben nicht ständig die Krankheit und seine Gebrechen thematisieren wollte. Irgendwann hatte ich die Handgriffe drauf und wusste, wie ich ihm Hilfestellung geben konnte, ohne dass er darum bitten musste. Ich habe mir das auf der Palliativstation abgeschaut, da ich es so wunderbar fand, wie liebevoll und umsichtig die Pflegekräfte da mit ihren Patienten umgingen. Und auch sie halfen ohne Worte, sie wussten einfach, was zu tun war. Ich stelle es mir auch doof vor, wenn man um jeden Handschlag bitten muss. Aber bevor es sich so verschlimmerte bei uns, wollte mein Vater möglichst einen normalen Alltag leben.

Mensch, ist doch immerhin toll, dass es deinem Papa heute beim Griechen so gut geschmeckt hat und er mit Appetit genossen hat!!! Das ist schön!

Und morgen sieht deine Welt bestimmt wieder besser aus, Nina!

Liebe Grüße
Miriam :knuddel:

Gina79
03.02.2013, 18:01
Danke, Miri! Ich glaube auch, dass die Welt morgen wieder ganz anderes aussieht! Ja, man macht alles aus Liebe und denkt keine Sekunde darüber nach, es ist einfach so und man will sein bestes tun um zu helfen. Papa will auch nicht großartig über Krankheiten usw. reden, er will seine Krankheit auch nicht thematisieren oder in Worte zerkleinern. Er sagt uns auch nicht was er wirklich fühlt. Er war vorher auch nie ein Mensch der großen Worte.
Der Grieche war toll, wir sind alle noch immer mehr als satt!
Papa hat jetzt seine Hustentropfen bekommen, wie immer um die Zeit und jetzt geht er auf seinen Stammtisch und trinkt ein Bier! Mann, bin ich froh, dass er das noch kann und will! Ich find es so gut, wenn er unter die Leute geht und mal andere Gesichter zu sehen bekommt als Mum und mich.
Leider wird dort auch oft sehr geraucht und er kommt dann wieder hustend und schnaufend heim aber er war zumindest außer Haus! Ich hoffe das kann er noch ganz lange!
Schönen Sonntag noch! Liebe Grüße

Mirilena
04.02.2013, 08:42
Guten Morgen Nina,

eine neue Woche beginnt und es regnet hier seit gestern ununterbrochen... Ich finde es schön, dass dein Vater diesen Stammtisch hat! Mein Vater hat jeden Morgen seinen besten Freund besucht und dann haben die beiden geplauscht bei einem Kaffee. Das hat meinen Papa abgelenkt und wie du schreibst, ihm neue Eindrücke verschafft. Ich denke auch, dass es deinem Papa gut tut, diese Herrenrunde:D

Während ich hier im Pyjama faulenzen darf, musst du jetzt bestimmt arbeiten... Ich wünsche dir einen stressfreien und möglichst angenehmen Montag!

Liebe Grüße :winke:
Miri

Almnixe
04.02.2013, 20:08
Liebe Nina,

ich finde, Du machst das schon genau richtig. Du bist doch stark für Deinen Papa und sprichst ihm gut zu, wenn ihm mal so etwas wie mit der Hose passiert. Ihr versucht ihm das eigene ungute Gefühl zu nehmen und zeigt ihm nicht, dass ihr traurig seid. So habe ich es bei meinem Papa auch gemacht. Und so machen es doch unsere Eltern auch bei uns. Auch wenn uns was nicht so schönes passiert, sorgen doch immer unsere Eltern dafür, dass wir uns wieder etwas besser fühlen, in dem sie uns sagen, dass das alles nicht so schlimm ist. Und genau das tut uns gut. Und genauso tut es Deinem Papa gut, wenn Du so bist, wie Du bist:)
Es zebricht einem leider immer das Herz, wenn man sieht, wie seine Eltern schwächer werden, obwohl doch sie immer die Starken in unserem Leben waren. Ich habe das Gefühl bis heute nicht vergessen und werde es ja auch wieder (bald) mit meiner Mama erleben.

Aber Du mach einfach weiter so! Du machst das ganz toll und der Schmerz wird rauskommen, wenn es Zeit dafür ist.

LG und fühl Dich umarmt!

Tina

Gina79
04.02.2013, 20:43
Es tut so gut wenn da jemand ist der einen versteht! DANKE ihr Lieben! Papa hat heute seine Spritze wieder bekommen, die er alle 3 Wochen für die roten Blutkörperchen bekommt. So ne Art Doping hat der Arzt damals gemeint. Ich hoffe es hilft ihm wieder etwas besser Luft zu bekommen denn die Roten sind ja dafür zuständig.
Ja, mir gehts heute wieder etwas besser. Bin zwar grad wieder mit Mama zusammengekracht aber haben alles schon wieder im Griff. Das jammerliche ist halt dass jeder seinen Frust beim Anderen ablassen will oder ich möchte gar nicht sagen will sondern es passiert halt einfach. Und Mama und ich sind da sowieso etwas gefährdet. Wir können das ja nur gegenseitig, Papa wollen wir da ja nicht belasten. Dann krachts halt mal wieder zwischen uns wegen einer Kleinigkeit die eigentlich gar nicht der Rede wert wäre!

Liebe Grüße und danke für eure Worte, sie helfen immer so und ich fühle mich gleich besser weil ich weiß, dass ich nicht alleine bin mit dieser Situation!
:winke:

cawo
04.02.2013, 21:25
Hallo Nina,
das sind einfach Emotionen die hochkochen, bei dir und/oder deiner Mama. Das ist einfach leider so, man kann nicht alles unterdrücken. Ich denke aber, ihr beiden wisst das.. und nach dem "Gewitter" ist auch alles wieder gut :lach2:

Deinem Papa drück ich die Daumen, dass er es nach dem "Doping" wieder einfacher hat.

LG

Carmen

Almnixe
05.02.2013, 22:07
Hey Nina,

Wie gehts Deinem Papa? Bekommt er nach der Spritze besser Luft?

Und es ist ganz und gar nicht jämmerlich, wenn Du mit Deiner Mama aneinander gerätst. Das ist doch ganz normal und mit wem kann man denn bitte besser streiten, als mit einem Familienmitglied? Wirklich nicht schlimm! Aber ich weiss, dass auch das total anstrengend ist, aber trotzdem gehts einem auch etwas besser danach, nicht?! Ich habe übrigens am We einen Besen kaputt geschlagen, weil ich mich meiner Mama gegenüber im Streit nicht zu sehr aufregen wollte. Erst war ich etwas erschrocken, aber ehrlich gesagt tats auch echt richtig gut! Komplette Entladung. Wahrscheinlich ähnlich wie zum Schreien mal kurz in den Wald zu gehen...Hätte ich nie gedacht, dass das heilsam sein kann.

LG! Tina

Gina79
06.02.2013, 16:13
Hallo! Bei uns ist grad auch mal wieder der Tiefpunkt einer deprimierenden Stimmung erreicht! Keine Ahnung warum aber seit gestern abend ist Papa total desinteressiert, depressiv und irgendwie teilnahmslos. Er isst zwar ganz normal, eher zuviel (ich fahre extra in der Früh nochmal nach Hause um ihm sein Gebäck zu bringen), aber sonst zeigt er kein Interesse. Wenn man mit ihm reden will sagt er nur ja oder nein und das auch mit einer resignierenden Stimme, mehr nicht.
Er setzt sich von einem Ort zum anderen, schnauft, schaut in die Luft, (als ob er es uns irgendwie zeigen möchte dass er leidet). Es ist unerträglich mitanzusehen und mich zerreißt es innerlich wenn ich ihn so ansehen muss.
Ich weiß nicht ob er möchte dass wir ihn anreden was er hat, ob er es bewusst macht oder ob es ihm gar nicht auffällt? Ich kann es echt nicht mehr sagen. Ich trau mich aber auch nicht fragen weil ich Angst habe es könnte eine Lawine losgehen die ich nicht mehr stoppen kann.
Ich denke schon er möchte dass wir sehen wie er leidet. Und wir leiden auch mit! Es ist ja nicht so dass unser Leben einfach nett weitergeht, Mama ist fast am Ende, sie ist ja den ganzen Tag um ihn rum und ich muss stark und fit sein für die Arbeit und bin dann auch um ihn rum. Es ist wirklich unerträglich, kaum zum Aushalten.
Mir ist auch aufgefallen dass mein Fuß in der Arbeit fast oder gar nicht schmerzt und sobald ich nach Hause fahre beginnt es im Auto schon weh zu tun.
Eigentlich mag ich zuhause auch nur mehr schlafen damit ich nichts mitbekomme, traurig!
Ich weiß nicht, bin ich ungerecht weil ich mir einbilde dass er es uns zeigen will dass er leidet?!?
Wir können es ihm nicht abnehmen! Ich weiß er kämpft mit der Luft wie ein Verrückter. Es wird ihm glaube ich jetzt auch sehr bewusst dass viele Dinge jetzt einfach mühsam werden. Ich weiß nicht wie es wird wenn er mal nicht mehr unter die Leute kann sondern daheim bleiben muss den ganzen Tag, das ist er nämlich nicht gewöhnt. Ich weiß nur dass Mama und ich auch leiden, vielleicht nicht körperlich aber seelisch auch und ich denke nicht, dass er das sieht. Ach es ist so schwer. Habt ihr das auch so mitgemacht oder macht ihr das auch so mit oder ist es nur bei uns so?
Es ist momentan noch ein sich aufbäumen, sich wehren und sträuben gegen diese Krankheit. Er probiert seinen Tag noch gut zu leben aber es wird halt schon sehr sehr mühsam. Es ist irgendwie eine Mischung aus gesund und todkrank! Nicht das und nicht das.
Tschuldigung, heute bin ich wirklich am Sudern und Jammern. Hoffe es wird wieder besser. Hoffe es auch für Papa!
Liebe Grüße

Mirilena
06.02.2013, 17:45
Liebe Nina,

ja, ich habe das ähnlich mit meinem Papa erlebt. Er war über Wochen bzw. Monate ziemlich teilnahmslos, saß nur in seinem Sessel und der Fernseher lief und lief und lief. Wenn ich von der Arbeit dorthin hetzte und mich auf ihn freute, hatte ich oft das Gefühl, es sei ihm völlig egal, ob ich da sei oder nicht. Manchmal war es gar so, als sei ich ihm lästig... Das tat weh. Meine Mutter war auch mit den Nerven am Ende. Sie wollte so gern die Zeit nutzen, Gespräche führen, schöne Momente genießen, doch der Fernseher lief und eine banale Serie löste die nächste ab. Wir konnten da eigentlich sehr wenig tun außer durchhalten...

Sehr, sehr viel später hat mein Papa mir erzählt, dass er meint, depressiv gewesen zu sein. Irgendwann war es ihm einfach zu viel. Als er mit der Lungenentzündung ins Krankenhaus kam, dann diese halbwegs verkraftet hatte und dann festgestellt wurde, dass ein Pleuraerguss vorlag, er Drainage gelegt bekam und 5 Wochen im Krankenhaus bleiben musste... Da wollte er nicht mehr, alles um ihn herum war dann nur noch grau und eintönig. Er hatte keine Hoffnung und das war vielleicht das Schlimmste. Und da er ein Mensch war, der so ziemlich alles mit sich selbst ausmachte, konnte er sich uns nicht mitteilen...

Vielleicht weiß dein Papa selbst nicht, was er mit seinem momentanen Verhalten bezweckt, vielleicht ist ihm auch nicht bewusst, wie sehr ihr mit leidet. Ich kann dir eigentlich nur empfehlen, ihn doch in einem geeigneten Moment darauf anzusprechen. Besser, wenn ihr offen miteinander sprecht und eine Lawine losgetreten wird. Die wird auch irgendwann unten ankommen im Tal und dann ist sie platt und ihr könnt die Reste wegschaufeln. Aber dann habt ihr die Chance, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, Ängste zu teilen und euch gegenseitig in den Arm zu nehmen und gemeinsam zu weinen...

Fühle dich ganz, ganz fest in den Arm genommen
Miri

cawo
06.02.2013, 18:26
Liebe Nina,

du kannst dir gar nicht vorstellen, wie gut ich dich verstehe.

Das "Ja" und "Nein" kenne ich nur zu gut.

Ich weiß mittlerweile auch nicht mehr was ich reden soll, da auch mir die Themen ausgehen... da hast du eigentlich einen Riesenvorteil, du kommst jeden Tag raus und kannst vielleicht banale Alltagsdinge erzählen, versuche das zu tun!!!

NEIN, ungerecht bist du nicht! Du leidest!

Seid froh, dass er noch raus kann, hoffentlich geht das noch ganz ganz lange so!!

LG

Carmen

cawo
06.02.2013, 18:29
Liebe Nina,

ja, ich habe das ähnlich mit meinem Papa erlebt. Er war über Wochen bzw. Monate ziemlich teilnahmslos, saß nur in seinem Sessel und der Fernseher lief und lief und lief. Wenn ich von der Arbeit dorthin hetzte und mich auf ihn freute, hatte ich oft das Gefühl, es sei ihm völlig egal, ob ich da sei oder nicht. Manchmal war es gar so, als sei ich ihm lästig... Das tat weh. Meine Mutter war auch mit den Nerven am Ende. Sie wollte so gern die Zeit nutzen, Gespräche führen, schöne Momente genießen, doch der Fernseher lief und eine banale Serie löste die nächste ab. Wir konnten da eigentlich sehr wenig tun außer durchhalten...




...sie scheint meinen Schatz zu kennen... Das könnte eine Momentaufnahme von uns sein....


Carmen

Gina79
06.02.2013, 19:27
Danke für die tröstenden Antworten ihr Lieben! Ich weiß ja, ich bin nicht alleine. Es geht euch ja genauso oder ist euch genauso ergangen. Es tut halt einfach auch so gut wenn man hört dass ihr das auch schon mitgemacht habt bzw. gerade mitmacht. Geteiltes Leid ist halt wirklich auch halbes Leid! Ach Miri, wenn wir dich hier nicht hätten, du hast uns durch deine verständnisvollen und wirklich wahren Worte schon so oft geholfen und uns wieder aufgebaut. Und ich bewundere dich, du hast wirklich auch schon viel erlebt und bist für uns auch noch da! Danke nochmal dafür!
Liebe Cawo, ja, wenn man immer daheim ist ist es denke ich noch schwieriger als wenn man noch berufstätig ist. Mama und ich streiten uns an heiklen Tagen immer wer von uns jetzt die "größere" Belastung hätte, ich mit Job und Daheim oder sie die nur daheim ist. Es ist beides schwierig, aber schön langsam denke ich dass es nur zuhause wirklich "schlimmer" ist, wenn man gar nicht rauskommt und immer nur Leid sieht. Meine Mum kann das sehr gut, dass sie Papa immer irgendwelche Alltagsdinge erzählt und ihn dadurch ablenkt, und sei es nur was sie gerade im Fernsehen sieht. Sie kann das wirklich gut. Sie ist aber auch anders als ich, sie denkt nicht so viel nach und beobachtet nicht so viel wie ich. Sie quatscht einfach mit Papa und denkt auch nicht nach darüber ob es ihn interessiert oder nicht. Hauptsache er ist abgelenkt und es ist etwas Bewegung im Haus.
Ich bin wirklich sehr froh, dass er noch unter die Leute geht. Aber schön langsam wo alles sehr mühsam wird denke ich darüber nach wie lange er es noch schafft. Ich hoffe noch ganz lange!
Ich bin trotzdem guter Dinge und hoffe, dass Papa morgen wieder etwas zuversichtlicher und positiver ist und wir ihn aus dem Loch wieder ein wenig rausholen können! Danke nochmal und schlaft gut!

Almnixe
07.02.2013, 19:52
Liebe Nina,

ich hoffe, dass sich Dein Wunsch für heute erfüllt hat und Dein Papa wieder besser drauf ist!

LG!

Gina79
07.02.2013, 19:57
Hallo! Papa war heute beim Augenarzt, weil sein Auge (da war ja die Metastase drin, die ja gut bestrahlt wurde) morgens immer wieder etwas verklebt war in letzter Zeit. Hat gut gepasst weil er sowieso seine Augentropfen wieder holen musste. Sie haben ihm die Tränenkanäle durchgespült und gesagt es käme vom Cortison. So war es im Sommer auch, da war es dann auch wieder alles OK. Mama sagte nach dem Arztbesuch war er wieder viel gesprächiger und besser drauf. Ich denke das hat ihn auch schon wieder etwas belastet. Die Angst davor, dass der Tumor am Auge wieder zurück sei. Nun doch die Erleichterung!
Sonst alles beim Alten, Appetit wunderbar dank Cortison, schnaufen ja, Husten wird weniger (wahrscheinlich doch durch die Spritze für die roten Blutkörperchen).
Mal sehen, vielleicht gehts ja doch wieder ein bisschen bergauf! Ich hoffe und hoffe und geb die Hoffnung so schnell nicht auf! Schönen Abend euch allen!:winke:

cawo
07.02.2013, 20:26
Mal sehen, vielleicht gehts ja doch wieder ein bisschen bergauf! Ich hoffe und hoffe und geb die Hoffnung so schnell nicht auf! Schönen Abend euch allen!:winke:

Nina,
genau so!

LG

Carmen

Gina79
07.02.2013, 20:34
Liebe Carmen! Auch wenn wir manchmal in ziemlich schwierigen Situationen stecken und glauben es geht gar nichts mehr, wir lassen uns nicht kleinkriegen und geben die Hoffnung nicht auf, noch nicht so schnell jedenfalls!
Ich drück dich!

Mirilena
07.02.2013, 22:00
Wie schön, Nina!!! Das freut mich, dass deinem Papa heute sicherlich ein großer Felsbrocken von der Seele gefallen ist! Das muss auch schlimm sein, wenn man vor jedem Kontrolltermin und vor jedem Gang zum Arzt immer solche Ängste durchstehen muss. Das hat ihn bestimmt aufgebaut heute und nun hat er dann auch keine Probleme mit seinem Auge mehr;)

So, nun darfst du mal durchatmen und dich zurücklehnen, ja?!

Und deine Einstellung ist richtig! Wie Carmen dich bestätigt, kann ich das auch nur tun! Weiter so!!!

Ganz liebe Grüße
Miriam :winke:

Gina79
12.02.2013, 20:42
Hallo! Wollte mich kurz mal wieder melden! Bei uns gibts nicht gerade viel Neues zu erzählen. Wenn was Neues dann eher negativ! Die Atmung wird von Tag zu Tag schlechter, Papa muss bei der kleinsten körperlichen Betätigung (WC-Gang zum Beispiel) schnaufen. Es ist so tragisch mit anzusehen wie er sich immer weniger bewegen kann weil die Lunge nicht mehr mitspielt.
Er hat noch immer keinerlei Schmerzen, isst gut, isst viele Süßigkeiten (Cortison denke ich) aber diese Atembeschwerden sind der reinste Wahnsinn. Ich weiß nicht was besser zu behandeln wäre das Luftproblem oder Schmerzen?! Wünschen würde ich mir gar nichts davon.
Natürlich leidet seine Psyche auch darunter. Er "singt" ein wenig dahin ich hoffe ihr wisst was ich meine, redet wenig. Es ist auch für uns sehr belastend weil wir sehen dass das jetzt schon nicht mehr sein Leben ist, ich will mir gar nicht näher ausmalen was da noch alles kommt!
Tja, am Donnerstag geht er zur Hausärztin zur Blutabnahme als Kontrolle, das erste Mal seit der Entlassung aus dem KH. Bin gespannt, vielleicht stellt sie das Cortison um und hat vielleicht etwas für die Atmung für ihn zur HIlfe. Leider habe ich gehört dass es für die Atembeschwerden nur Cortison, Hustencodeintropfen und Sauerstoff gibt und das haben wir alles schon. Der Sauerstoff wird Papa jetzt auch schön langsam schon recht, auch wenn er sich die erste Zeit dagegen gesträubt hat.
Ach es ist so schlimm wenn man mitansieht dass es nicht besser sondern schlechter wird.
Ich sags wies ist, ich mag jetzt mal Ruhe und etwas Erholung und nicht jeden Tag mit einem murmeligen Gefühl aufwachen was heute wieder ist oder kommen wird. Habe immer Angst dass wir eine Akutsituation haben und die Rettung anrufen müssen, irgendwie habe ich da schon eine kleine Phobie entwickelt seit dem letzten Mal. Wie geht ihr damit um? Besonders in der Nacht bin ich immer sehr besorgt und mache mir Sorgen und GEdanken dass eh nix ist.
Ich wünsch euch einen schönen Abend! Versuch mich jetzt ein wenig zu entspannen! Liebe Grüße

Monika Rasch
12.02.2013, 20:58
Hallo Gina,
ich aknn nicht viel zu der Entwicklung bei Deinem Papa sagen.
Aber Dir will ich Mut zusprechen.
Du bist so engagiert, versuchst zu helfen was Du kannst, Dein Papa weiss das.
Er ist sicher kein Freund von vielen Worten(ich hab selber so einen), aber glaub mir er weiss dass Du alles für ihn tust, dass Du alles für ihn tust weil Du ihn lieb hast.
Er weiss das !

Halt Dich tapfer !
ganz lieben Gruß
moni

Flower*
12.02.2013, 22:06
Liebe Nina!
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaub meine Mama hat zum besseren Atmen vom Palliativteam Buscopan gekriegt (Spritze in den Bauch, damits schneller wirkt).. es war auf alle Fälle ein Mittel gegen Bauchweh, dass da allerdings auch hilft.. Vllt. könnt ihr ja die Hausärztin mal drauf ansprechen..
Ich drück die Daumen, dass du immer wieder kleine Momente findest, in denen du dich entspannen kannst!
Liebe Grüße

cawo
12.02.2013, 22:29
Hallo Gina,
ich aknn nicht viel zu der Entwicklung bei Deinem Papa sagen.
Aber Dir will ich Mut zusprechen.
Du bist so engagiert, versuchst zu helfen was Du kannst, Dein Papa weiss das.
Er ist sicher kein Freund von vielen Worten(ich hab selber so einen), aber glaub mir er weiss dass Du alles für ihn tust, dass Du alles für ihn tust weil Du ihn lieb hast.
Er weiss das !

Halt Dich tapfer !
ganz lieben Gruß
moni

Liebe Nina,
ich hab jetzt mal den Text von Monika zitiert! Genau das Gleiche würde ich auch sagen (und ich hab ja auch so ein wortkarges "Exemplar")

Deine Sehnsucht nach Ruhe und Erholung kann ich sehr gut nachvollziehen.

Nina, sei froh, dass du deinen Job hast und aus dem Haus kommst, aber gleichzeitig weißt, dass dein Papa gut versorgt ist. Das ist Zeit, in der deine Gedanken irgendwie abgelenkt sind... und das brauchst du.

Versuch doch auch zusätzlich mal ein bisschen raus zu kommen. Treff dich mit "Ginafreunden" und macht einen schönen Spaziergang.

LG


Carmen

Mirilena
13.02.2013, 08:13
Liebe Nina,

bei meinem Paps war's nicht ganz so arg mit dem Atemproblem, dafür hatte er diese widerlichen Schmerzen verursacht durch die Knochenmetas... Schlecht Luft bekam er vor allem dann, wenn er Treppenstufen bewältigen musste. Dann schnaufte er ordentlich. Wahrscheinlich tun die Ärzte schon alles, um deinem Papa das Ganze ein wenig leichter zu machen. Beim Schlafen ist es wichtig, dass der Kopf ca. 30° höher gelagert ist. Das haben wir bei meinem Vater gemacht, nachdem der Palliativarzt uns das erläutert hatte. Könnt ihr das Kopfteil seines Bettes höher stellen? Ich glaube, das würde die Nachtruhe erleichtern.

Ansonsten schließe ich mich Moni, Carmen und Flower an... Du machst das alles großartig!!! Leider kannst du ihm nicht seine Krankheit abnehmen... Da sind wir alle hilflos. Doch wenn man ihm mit so viel Liebe begegnet, wie deine Mama und du es tun, dann hilft es deinem Papa allemal, nicht zu verzweifeln und immer auch einen Lichtstreif am Horizont zu sehen. GAnz bestimmt!

Und Carmen hat Recht, gelegentlich musst du dir diese Inseln schaffen, Dinge, worauf du dich freust, Treffen mit Freunden, die dich ein wenig auf andere Gedanken bringen, damit du wieder Kraft auftanken kannst. Versprochen?!

Umarmung
Miri :knuddel:

Gina79
13.02.2013, 18:55
Ach danke ihr Lieben für die Antworten! Ja, das Atemproblem ist noch immer da und wir werden es auch nicht mehr losbekommen schätze ich. Morgen gehts dann zum Hausarzt, mal sehen was die sagt.
Ich bin eh ganz froh, dass ich in die Arbeit gehen kann und rauskomme. Aber natürlich sorge ich mich in der Arbeit auch um daheim. Bei jeder kleinsten Gelegenheit die ich finde rufe ich zuhause an und frage ob eh alles passt. Ich möchte hat immer alles organisiert wissen und selber dabei sein. Meine Mama tut mir dann auch immer leid weil ja sie den ganzen Tag bei papa daheim ist. Außer Samstags, da geht sie geringfügig arbeiten und ich bin daheim.
Es ist auch in der Nacht ziemlich schlimm. Wir haben ein großes Haus, ich bin im 1. Stock des Hauses und doch höre ich Papa husten wenn er aufsteht. Und er muss sicherlich 4 bis 5 mal zur Toilette in der Nacht. Natürlich wache ich da auf und kann dann nicht mehr so leicht einschlafen. Bin natürlich dann morgens wie gerädert und schlafe dann meistens am späten Nachmittag mal für eine Stunde.
Ich probiere mich zu entspannen. Mama und ich gehen auch gemeinsam viel mit dem Hund spazieren. Papa kann ja noch alleine bleiben. Wir würden ihn nicht mehr einen ganzen Tag alleine lassen aber ein paar Stunden geht schon. Er hat ja nix außer Atembeschwerden und Husten aber davon halt die volle Portion.
Ich nehme mir dann auch meine Auszeiten und triff mich mit Freunden oder geh mal shoppen nur ich bekomm dann immer ein schlechtes Gewissen. Dieses Gewissen wo ich mir immer denke eigentlich dürfte ich in meiner Situation jetzt nicht an zb. SChuhe oder neue Klamotten denken. Dieses GEwissen hindert mich halt dann wieder daran. Oder habe mir auch schon mal überlegt mal wellnessen zu fahren. Aber dann denke ich wieder wie kann ich es mir "gut" gehen lassen und daheim leidet mein Papa und meine Mama noch dazu. Das geht einfach nicht.
Heute hatten wir Heringschmaus zuhause. Mama hat sich richtig was angetan und es war lecker! Papa hat nicht wirklich viel gegessen davon wollte aber nachher dann noch ein Eis. Mit Eis kann man Papa im Moment viel Freude machen. Ich weiß nicht ob es am Krebs liegt aber eine Bekannte deren Mann an Krebs erkrankt und vor mehreren Jahren schon verstorben ist sagte mir dass ihr Mann ebenfalls viel und gerne Eis gegessen hat während seiner Erkrankung. Hat das was damit zu tun?
Ja und Papa hat jetzt einen Naseninhalator von Wick gegen Schnupfen. Er hat zwar nicht wirklich Schnupfen aber er nimmt ihn weil er sagt es hilft ihm beim Atmen. Ich denke der Mentolgeschmack hilft ihm ein wenig.
Ich wünsch euch einen schönen Abend und danke nochmal für die lieben Antworten und guten Tipps! Liebe Grüße

cawo
13.02.2013, 19:37
Hallo Nina,

das mit dem schlechten Gewissen beim shoppen kenne ich nur zu gut.
Mein Schatz wr im KH und ich geh Klamotten kaufen.

Tja... aber ich musste auch... habe knapp 8kg abgenommen...es sah verboten aus, wenn ich mit meinen bisherigen Hosen rumgelaufen bin (sorry für OT)

Wir brauchen alle miteinander kein schlechtes Gewissen zu haben! Es hilft unseren Partnern / Eltern /Freunden nicht, wenn wir schlapp machen.

Ich selber habe zwar derzeit gar keine Auszeit, aber wenn ich jemanden hätte der mich unterstützt, würde ich dann schon auch mal ein Stündchen für mich haben wollen.

Das nachts wach sein und morgens aufstehen müssen, dass ist wirklich heftig (bei dir ja noch mehr,,, ich kann derzeit ja theoretisch liegen bleiben).

Es ist halt auch so belastend, du hörst deinen Papa husten, er tut dir leid und du kannst NICHTS tun... Ach wie gut ich dich verstehe.

Das einzige, was mein Schatz zu seiner parenteralen Ernährung gelegentlich wollte:

Eis, Joghurt (eiskalt)

Ich habe diese Vorliebe nach kalt auch schon öfter in Zusammenhang mit Krebs (oder evtl. der Chemeo :confused: ) gehört.

...das mit dem Wick ist ne gute Idee...

Wünsch euch eine ruhige angenehme Nacht.

LG

Carmen

Gina79
14.02.2013, 19:24
Hallo! Kurzer Bericht von uns: Papa war heute bei der Hausärztin. Sie hat ihn abgehört und meinte die Atembeschwerden kommen von den Bronchien, nicht von der LUnge. Er "brodelt" ein bisschen von den Bronchien weil er sehr verschleimt sei meinte sie.
Er bekam nun eine Infusion die das Atmen erleichtern sollte, morgen dann nochmal. Nächste Woche wird er dann auf Tabletten umgestellt, sie heißen glaub ich "Volon" oder so (wahrscheinlich falsch geschrieben).
Tja, Besserung ist noch nicht viel in Sicht aber wir warten ab. Von einer Infusion wird es nicht gleich um so viel besser werden.
Ich wünsch mir so sehr, dass es doch ein wenig besser wird mit der Luft und er dann doch wieder ein wenig mehr Lebensqualität hat (von der die Ärzte im KH ja immer wieder sprechen, ich aber nichts davon bemerke).

Meld mich morgen wieder und wünsch euch einen schönen Valentinstag!:1luvu:

Almnixe
14.02.2013, 21:24
Liebe Nina,

ist doch erstmal super, dass es nicht von der Lunge kommt! Dann soll Dein Papa jetzt mal ein bißchen inhalieren und dann drücken wir die Daumen, dass es besser wird.

Ansonsten kann ich mich nur allen anschließen. Mach weiter so!:)

Ich kann Dich auch so gut verstehen, dass Du Dich danach sehnst, aufzuwachen und mal einfach wieder unbeschwert zu sein. Das habe ich auch....

Zudem möchte ich auch am liebsten alles organisiert haben für meine Mama. Und auch ich kenne es, öfter am Tag zuhause anzurufen, nur um mich zu versichern, dass noch alles soweit ok ist. Es lässt einen leider nicht los und begleitet einen Tag und Nacht. Das schafft einen. Umso wichtiger ist es, dass Du Dir zwischendurch mal was gönnst. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn Dein Papa wüsste, dass Du wegen ihm ein schlechtes Gewissen hast, dann wäre er bestimmt sauer mit Dir. Er möchte doch vielmehr, dass es Dir gut geht und möchte Dir doch eigentlich auf gar keinen Fall Sorgen machen! Du bist doch sein Kind:)

Und ein paar Stunden mal raus, können doch kleine Wunder bewirken...

LG und bis ganz bald!

Tina

Mirilena
14.02.2013, 21:39
Liebe Nina,

kann dein Papa denn "abhusten"? Ich meine, wenn er hustet, hustet er dann den Schleim aus? Das wäre gut. Ich glaube, mein Vater hat ACC akut 600mg bekommen und die jeden Tag genommen.

Ich drücke ganz fest die Daumen, dass die Infusion ihm hilft und ihm das Atmen dann wieder leichter fällt. Ich stelle mir das auch sehr schlimm vor, wenn man so kämpft. Als Teenie hatte ich mal eine Bronchitis und konnte vor Schmerzen nur noch ganz flach atmen. Das war die Hölle...

Dir auch einen schönen Valentinsabend! Ich habe meiner Tochter einen bunten Rosenstrauß in ihr Zimmer gestellt, da ihr Liebster kein Geld dafür hatte;)

Ganz liebe Grüße
Miri

Gina79
15.02.2013, 21:15
Hallo ihr Lieben, danke für die lieben Antworten! Leider war dieser Tag mal wieder ein sogenannter Höllentag für uns! Mama hat sich seit dem letzten Krankenhausaufenthalt fest vorgenommen, dass Papa nicht mehr so schnell in KH kommt, wirklich nur in Notfällen, alles andere möchte sie ihm ersparen und soviel wie möglich daheim machen. (Mama hat 15 Jahre bei einem Hausarzt als Sprechstundenhilfe gearbeitet und kennt sich halt schon ein wenig aus!)
Ja, das hatte sie sich fest vorgenommen. Leider kam es heute wieder anders. Papa zog jetzt schon seit Sonntag ein bisschen komisch herum. Immer wieder Husten in der Nacht, allgemeine Atemnot und Schwäche und Antriebslosigkeit. Er wollte auch nirgends mehr hingehen wegen seiner Atemnot. Sie waren ja gestern bei der Hausärztin wo er eine Infusion bekommen hatte und Tabletten, wir waren auch eher positiv gestimmt das die helfen. Heute dann akute Atemnot am Vormittag (ich war ja in der Arbeit). Papa konnte nicht mal mehr alleine aufs WC und kämpfte mit der Luft. Sogar zu Hund hat er anscheinend gesagt "Gini es geht dahin mit mir".
Nun, eigentlich hätte er heute nochmal einen Termin bei der Hausärztin gehabt um eine Infusion zu bekommen. Dies war gar nicht möglich weil Mama nicht wusste wie sie ihn ins Auto bringen soll. Sie hat angerufen und abgesagt, Termin ev. am Samstag! Papa hat dann noch ein wenig herumgetan und meinte es wird schon wieder wir warten noch ab, weil er ja nie gerne ins KH mag. Etwas später wurde ihm die Rettung dann recht und Mama rief sie dann an. Beide sind dann mit der Rettung ins KH gefahren.
Zu Mittag erhielt ich in der Arbeit dann die SMS von Mama, Papa wäre wieder im KH. Ich bin dann gleich los und ins KH wo ich die beiden eh gleich antraf. Mama wieder Tränen in den Augen weil ihr Papa so leid tat und sie ihn wieder ins KH bringen musste und sich doch geschworen hatte es nicht mehr so bald zu machen. Und Papa auch sehr traurig wieder da zu sein. Ich stand wie immer in solchen Situationen unter Schock oder eher unter Strom und habe gefühlslos funktioniert. Bei der Heimfahrt im Auto haben Mama und ich dann gemeinsam eine Runde geheult und uns angesudert wie leid er uns nicht tut und dass es schon so mühsam für ihn ist und wie schmerzlich es für uns ist ihn so zu sehen.
ER sagte er hatte sich überhaupt ganz ganz schlecht gefühlt und eben auch mit der Luft stark gekämpft.
Jetzt waren wir abends nochmal drin und er machte schon wieder einen etwas besseren Eindruck. Er hat ein Lungenröntgen bekommen (wo sich anscheinend nichts verändert hat gegen dem letzten, hätte sein Arzt gesagt, das wäre eher positiv wenn nichts gewachsen wäre). Ich hoffe da kann man Papa glauben, er reimt sich schon manchmal nur die guten Dinge zusammen. Mal abwarten auf morgen.
Er hat dann heute 2 starke Spritzen für die Luft bekommen, morgen soll er 4 davon kriegen. Es geht ihm jetzt wieder etwas besser, auch Schokobananen wollte er schon wieder essen.
Ach ich hoff es wird bald wieder! Und das alles natürlich wieder pünktlichst zu meinem Ferienbeginn. Aber besser jetzt als wenn ich arbeiten müsste, so habe ich wenigstens Zeit.
Bitte drückt uns die Daumen, dass nichts schlimmeres mehr kommt, er sich bald erholt, vielleicht im KH gut mit Medis eingestellt wird und er bald wieder heim darf! Mein tapferer Papa, er ist so ein Kämpfer! Werd mich jetzt vorm Fernseher legen, bin total müde! Morgen gehts ja wieder weiter!
Liebe Grüße und danke fürs Lesen ihr Lieben!

mhb12
15.02.2013, 22:04
Ach du Arme! Ich kann dich gut verstehen, diese Krankenhäuser geben einem echt immer so ein komisches Gefühl!
Dieses Auf und Ab ist auch echt super anstrengend für uns Angehörige.
Aber ich finde du machst das echt super, bist immer für deine Eltern da! Ich wies wie anstrengend das ist! Ich schicke dir mal eine Runde Selbstmitleid und dann geht es wieder weiter liebe Nina!
Sofa und Fernseh sind eine tolle Erfindung!:winke:

cawo
15.02.2013, 22:33
Nina,
nun dachte ich bei euch ist wenigstens ein bisschen Ruhe eingekehrt :(

Ach Mensch, ich kann es nachfühlen, so lange wie möglich nicht ins KH. Da hab ich ja auch so einen Kandidaten hier. Grundsätzlich ist es ja auch ok, aber gewisse Dinge gehen halt zu Haus nicht.

Hoffentlich ist es nur ein Kurzaufenthalt. Vielleicht kann deine Mama ja auch die Spritzen daheim verabreichen. Sie ist ja sozusagen vom Fach.

Drücke die Daumen

LG

Carmen

GeMa
16.02.2013, 09:16
Liebe Nina :knuddel:
ich drücke dir/euch von ganzem Herzen die Daumen!
Dieses Hoffen und Bangen macht uns allen sehr zu schaffen,
außer dem Betroffenen zur Seite stehen, können wir nicht viel tun...:(

Liebe Grüße,
Marina

Gina79
16.02.2013, 18:24
Hallo! Kleiner Kurzbericht von uns heute! Waren heute nachmittag im KH bei Papa. Er war psychisch schon etwas besser drauf , hat mit den Bettnachbarn schon wieder gequatscht und wollte sich dann auch das SChifahren im Fernsehen ansehen. Er hat sich vormittags schon einen Rolli organisiert und mit dem bewegt er sich jetzt (zwar sehr langsam) voran. Sind dann gemeinsam mit ihm ins Fernsehzimmer gegangen und haben SChifahren geschaut.
Er hat heute wieder vier Spritzen gegen die Atemnot bekommen. Es geht ihm "etwas" besser. Was ich nicht ganz verstehe ist dass die SChwestern ganz erpicht darauf sind dass er ja seinen Sauerstoff nimmt. Dachte immer es wäre gut wenn man mit wenig auskommt aber sobald er ihn runternimmt kommt schon iwieder eine Schwester und sagt er solle ihn nehmen.
Tja, soweit war heute alles ok. Morgen ist Sonntag, da wirds genauso sein. Am Montag wird dann sein zuständiger Arzt wieder kommen. Bin gespannt was er ihm dann für daheim mitgibt für die Luftprobleme und ob er ihm etwas mitgibt.
Mal sehen, werd mich jetzt wieder vor den TV (ja, die beste Erfindung!)setzen und bald schlafen. Hab mich grad vollgefuttert und bin schon wieder komplett müde von dieser Krankenhausluft!
Euch allen liebe Grüße und eine ruhige und erholsame Nacht! Besonders dir eine ruhige Nacht liebe Carmen!
Miri: Ja, Papa hustet schon oft Schleim rauf. Aber bis er den SChleim halt heroben hat muss er sich ganz schön plagen und husten. Er hustet ihn dann immer in ein Taschentuch, die hat er gemeinsam mit seinen Minzbonbons immer eingesteckt. Er nimmt auch jeden 2. Tag einen Schleimlöser, ich denke das wird das selbe sein wie das ACC. Aber danke, ich werd mich erkundigen ob das nicht besser wäre! Liebe Grüße

Mirilena
17.02.2013, 15:19
Hallo Nina,

bin gerade zurück aus Rostock und habe mit Erschrecken gelesen, dass dein Papa wieder im KH ist... Wie geht es ihm denn heute? Ist es ein wenig besser mit dem Atmen? Mensch, das kann ich mir vorstellen, dass ihr alle drei euch elend fühlt. Das war auch immer meine Angst, dass man solche Atemprobleme bekommt. Ich drücke ganz, ganz fest die Daumen, dass der Arzt morgen deinem Papa helfen kann, so dass ihr ihn schnellstmöglich wieder heim holen könnt!

Ganz liebe Grüße
Miri :knuddel:

Vavi
17.02.2013, 17:27
Huhu...
auch ich drücke euch die Daumen das es deinen Papa wieder schnell gut es und raus darf...Bei Papa hab ich immer das Gefühl,er mag das Kh...weil er halt nach einer Nicht-gut-geht-Phase,wieder merkt das es ihm hilft...

Du bist bestimmt heute wieder im Kh,wo die Luft doch so toll ist :(
Lg Vavi

Gina79
17.02.2013, 18:40
Hallo ihr Lieben!

Vavi, meinem Papa war dann vorgestern das KH auch schon recht und man hat gemerkt wie es mit seiner Stimmung wieder aufwärts ging als er drinnen war und er merkte dass was geschieht und ihm geholfen wird. Sonst will er das KH eher vermeiden aber wenns daheim dann wirklich nicht mehr geht ist es das Beste für ihn und ich denke das sieht er schön langsam auch schon ein. Er sagte dann selber dass es das Beste für ihn war.

Miri wie war euer Mama- Tochter Kurzurlaub? Ich hoffe ihr konntet die Tage ein wenig genießen und euch gut erholen! Freu mich dass du wieder da bist!
Papa bekommt noch immer seine Spritzen er kann über den Tag verteilt 4 Spritzen nach Bedarf haben.

Heute wollte er dann duschen als wir da waren. Es war natürlich sehr sehr anstrengend! ER hat sich vorher eine Spritze geben lassen und ist dann ins Bad. Dort konnte der dann die Warm-Kalt-Regelung nicht bedienen, hat Mama bescheid gesagt, sie konnte es aber auch nicht. Er ist dann halbnackt auf dem Hocker gesessen, das kalte Wasser ist geflossen und er war richtig nervös und verzweifelt. Die Atemnot und dann noch sowas. Mama hat dann einer Pflegerin bescheid gesagt und die hat das dann gemacht. Aber es war eine Tortour und es hat ihm wiedermal völlig fertig gemacht weil er gesehen hat, dass das alles nicht mehr leicht geht und die kleinsten Schritte und Handgriffe zur Höllenqual werden. Er hat mir so leid getan als ich ihn da auf seinem Hocker verzweifelt und halb nackt sitzen gesehen habe, aber man kann nicht helfen, man steht dabei und ist machtlos.
Ich habe ihm dann beim Abtrocknen geholfen und ihn am Bett eingecremt. Seine Haut ist ein reiner SChuppenhaufen, so trocken.

Dank Sauerstoff hat er sich schnell wieder erholt. Aber jede körperliche Anstrengung und sei es nur ein WC-Besuch ist momentan noch eine Qual. Ich hoffe es wird besser und der Arzt kann was machen. Ich weiß nicht ob es für Atemprobleme sonst noch Medikamente oder Abhilfe gibt? Habt ihr vielleicht Erfahrung damit?
Das kann doch nicht sein, dass es zur Erweiterung der Bronchien nichts gibt?! Bin gespannt was sein Arzt morgen sagt aber die Wunderlösung sind diese Spritzen natürlich auch nicht. Oder müssen wir uns jetzt wohl daran gewöhnen, dass er nicht mehr alleine aus dem Haus kann?! Ich hoffe und wünsche mir, dass es doch wieder etwas besser wird und er noch ein klein wenig Lebensqualität zurückbekommt.
Er isst verdammt viele Süßigkeiten. Seit gestern sind 1 Pack. Dickmanns und eine Tafel Schoko weggeputzt. Ich weiß nicht ob wir schimpfen sollen wegen der vielen Süßigkeiten. Es hat ja schon Zeiten gegeben, da wollte er nicht mal eine Suppe essen. Irgendwie denk ich mir es ist ja egal, hauptsache er isst.

Wir überlegen jetzt schon das Bad umzubauen. meine Eltern haben noch ein "altes" Bad, d. h. in der Badewanne die Dusche. Das wird Papa bald nicht mehr schaffen, in die Badewanne zu steigen und dort zu duschen.
Habt ihr alle eine Dusche wo man eben hineingehen bzw. eventuell auch fahren kann? So ein Bad ist halt eine enorme Baustelle und wieder eine zusätzliche Belastung für Mama. Ich weiß noch nicht, aber wir müssen da echt was machen. Das Duschen war ja heute im KH schon eine riesen Prozedur und dort konnte er aber am Hocker sitzen.
Bitte drückt uns die Daumen für morgen wenn der Arzt kommt. Vielleicht hat er ja eine Idee wegen der Atmung und es wird wieder ein wenig besser. Papa ist jetzt auch sehr anhänglich. Heute meinte er (wir waren da schon 3 Stunden drin und haben die Besuchszeit längst überschritten) wir sollen bitte schon noch bis zu Abendessen bleiben. Sie liegen eh zu dritt im Zimmer, da hätte er Ansprache. So kenn ich ihn gar nicht. Aber ich denke 3,5 Stunden sind dann genug, wir haben den Hund alleine daheim und der mag auch noch raus. Und wir brauchen auch mal wieder Ruhe, sonst haben wir keine Kraft mehr für den nächsten Tag!
Ich wünsch euch was ihr Lieben!

Gina79
17.02.2013, 19:06
Danke Svenja! Irgenwie ist es bei uns beiden gerade gleich schlimm, nicht wahr!? Ja, ich merke schon irgendwie (ohne mich zu überschätzen) wie ich gerade an Stärke wachse. Mich nimmt vieles nicht mehr so schnell mit und ich erschrecke nicht mehr so leicht. ES ist irgendwie ein GEfühl da das sagt es kommt wie es kommen muss und der Weg ist vorgezeichnet.
Ich versuche nur, meinen Papa in jeder Situation, die auch noch auf uns zu kommen mag, beizustehen und ihn so gut es geht zu unterstützen.
Der Zwang, die Angst was wieder geschehen wird und was sie wieder finden werden ist weg. Sie ist weg seit uns der Arzt gesagt hat dass es keine Therapie mehr geben wird. Es ist irgendwie alles ausgesprochen. Wir haben zwar mit papa nur einmal damals darüber gesprochen, als er es uns erzählt hat und dann nie wieder. Aber irgendwie ist alles klarer und reiner geworden. Diese Angst ein schlechtes ERgebnis zu bekommen ist völlig weg und es lebt sich komischerweise leichter damit.
Früher wenn ich Papa angerufen habe im KH habe ich ihn immer ausgequetscht was die Ärzte gemacht haben oder gesagt haben. Heute frage ich ihn nur mehr nach seinem Befinden, dies ist entweder besser oder schlechter. Mehr nicht und es tut auch ihm gut, kommt mir jedenfalls vor.
Das mit den Süßigkeiten sehe ich auch eher als positiv an, wir hatten schon Zeiten da konnte ich ihn mit gar nichts locken. Und ich denke es ist egal ob es jetzt gesund ist oder nicht, Hauptsache es tut ihm gut und schmeckt ihm.
Liebe Svenja ich hoffe es geht bei euch wiedermal bergauf! Ich wünsch es euch so sehr! Liebe Grüße

cawo
17.02.2013, 19:26
Nina,
alles nicht so prickelnd :sad:
Gut dass dein Papa wenigstens merkt, wenn es zu Hause nicht mehr geht, dass ihm dann im KH geholfen wird.

Mein Schatz kennt im KH nur 4 Worte: Ich will nach Hause

Ja, aufeinmal kann man nicht mal mehr das normalste der Welt. Als wir das erste mal im KH zum duschen sind, hat das auch nicht wirklich geklappt.

Ich habe mich dann kurzerhand auch bis auf die Unterwäsche ausgezogen und konnte ihn so duschen ohne dass meine Kleidung pitsche patsche nass war...

Tja, zu Hause geht Bad bei uns gar nicht mehr... Wir haben keine Dusche, sondern eine Wanne mit Duschwand. Keine Chance da einzusteigen.

Wir haben einen Duschsitz (der wird auf die Wanne gelegt und ist drehbar), den hasst mein Schatz.... Also sind wird nur noch "von Hand gewaschen"

Toll wäre wirklich eine befahrbare Dusche.... leider leider ist unser Bad zu klein... und die Badewanne opfern, das geht gar nicht (hier kommt mein Egoismus durch)

Bevor ihr einen Badumbau ins Auge fasst, redet mit ihm, ob er das gut findet... Am Ende ist es umgebaut und er will es nicht nutzen....

Tja, Malheure passieren bei uns auch, ich denke die Belastung ist beim Betroffenen sehr groß, weil es ihm einfach peinlich ist... aber ist halt so... Malheur beseitigen und gut is.

Zu den Dickmanns... wenn dein Papa keinen Zucker hat und am Tag einen Packen futtern will... dann frag ihn ob er vielleicht noch einen zweiten möchte :rotier2:.

Mein Onkel hatte unheilberan Leberkrebs (er hat nie einen Tropfen getrunken), im Krankenhaus stand er mit seinem Infusionsständer vor der Tür und rauchte eine nach der anderen.... Wie oft musste er sich anhören, hör doch mit dem Rauchen auf, dass ist so ungesund... Weißt was ich meine...

Oh... jetzt hab ich dich ganz schön vollgelabert....

Daumen für morgen sind gedrückt.

Wünsch euch einen erholsamen Abend

LG

Carmen

Vavi
17.02.2013, 19:54
Huhu Nina...

also mit dem Duschen/baden ist bei uns auch son ding...
Wir haben jetzt ein Badewannen Lift...das ist ein Sitz der mit einer Fernbedienung bedient wird,ist echt praktisch.Ausprobiert aber noch nicht...ich denke auch das unsere Badewanne etwas zu klein dafür ist,heut zu tage gibt es ja nur noch die kleinen.Aber wenn ich ein alter Bad mit langer Wanne habt ,dann könnte das vllt. eine Lösung sein?Wir haben das Rezept vom Hausarzt bekommen und bei der Krankenkassen abgegeben,ein Sanitätshaus hat es uns vorbei gebracht...Mit der Luft hat Papa zum glück noch nicht wirklich Probleme toi toi toi ,inhalieren tut er trotzdem Kochsalzlösung mit Salbutamol,wie ich wenn ich mein Asthma habe,kann ja nicht schaden...Papa bekommt sogar besser Luft als meine Mutter,das findet Mama immer so unfassbar,er raucht ja auch noch:undecided

Ich schicke dir ganz viel Kraft für morgen im KH,vllt.haben die ja noch eine Lösung für dein Papa,ich kenn es nur zu gut,ich spreche aus erfahrung,es ist schrecklich und man bekommt Angst wenn man keine Luft bekommt...
Lg Vavi

kathi1977
17.02.2013, 20:18
Hallo ihr alle
entschuldigt wenn ich mich so einmische in eure Vertrautheit.....ich lese schon seit længerem mit....ich bin auch Angehørige...meine schwiegermama hat ein kleinzelliges BC mit lymphknotenbefall und ein geschwollener lymphknoten um die Leber. Sie hat Chemo bekommen 2 mal bis jetzt und zumindest lassen die Luftnot und der Husten nach. Das ist schon mal ein gutes Zeichen, ich kann euch alle richtig gut verstehen was ihr erlebt und diese Auf-und abfahrten kønnen ganz schøn anstrengend sein.:winke:

Monika Rasch
17.02.2013, 20:22
EIN BADEWANNENLIFTER wäre die Lösung für Euch.

Ich betreue ja noch die Mutter meines Lebensgefährten, unsere kleine alte Schachtel, wird im April 92.
Die hat so schwer abgebaut im letzten Jahr, alleine duschen( hoch das Bein, in die Wanne-das ist vorbei) geht gar nicht mehr.
DeR Hausarzt hat auf meinen Wunsch einen Badewannenlifter verordnet.

Der ist jetzt in der Wanne, der Sitz ist so hochgefahren dass Edith rückwärts vor der Wanne stehend sich draufsetzen kann, ich heb die Beine
dann rüber.
Dann zieh ich den Duschvorhang zu ,damit ich nicht komplett nass werde.

Ich dusche Edith dann sitzenderweise in der Wanne ab- das ist total easy.
Kurz aufstehen, Popo abwaschen.
Dusche aus, auf dem Badewannensitz sitzend wird sie mit einem großen Handtuch abgetrocknet,soweit wir kommen.
Vor der Wanne ist die Toilette.
Füsse raus aus der Wanne, Handtuch auf den Toilettensitz,Edith hochgehievt, Popo abgetrocknet,, auf den Toilettensitz abgesetzt.
Großes Handtuch um die Schultern, dann Füsse abtrocknen, eincremen,Windelpanty anziehen, Strumpfhose, dicke Socken,Leggins,Pantoffeln.
Danach dann obenrum anziehen, Haare fönen.

ich denke, über einen behindertengerechten Ausbau des Badezimmer braucht ihr in der momentanen Situation nicht nachzudenken.
Das ist nichts was mal eben erledigt ist.
Ausserdem kostet es eine Menge, und der Dreck..wer will dass denn haben ..?
Solltet ihr allerdings entschlossen sein, dann stellt unbedingt vor Auftragserteilung einen Antrag auf teilweise Kostenübernahme, ich weiss es jetzt nicht genau aber bin sicher dass der Betrag den die KK zahlt Eure Rechnung um (hau mich nicht,weiss nicht genau:D ) ca.2500 € reduziert.
Habe hier einen Link
http://www.online-wohn-beratung.de/pflegeversicherung_umbau.0.html

Mirilena
17.02.2013, 21:49
Liebe Nina,

ich gebe Monika recht... Ein Umbau eures Badezimmers bringt wiederum unnötig viel Stress und Lärm in euer Zuhause und das könnt ihr jetzt so gar nicht gebrauchen. Ich kenne diese Badewannensitz auch noch von meinem Opa, der ihn auch genutzt hat. Das war allerdings nichts Automatisches, sondern eine Hilfe, die einfach auf den Rand aufgelegt wurde. Mit Hilfe dieses Sitzes hat mein Opa noch sehr, sehr lange seine Badewannenprozedur selbstständig meistern können. Ich denke, das wäre die einfachste Lösung.

Wir hatten auch noch den Plan, die Badezimmertür bei meinen Eltern auszubauen, weil sie zu schmal für den Rollator war, den mein Vater benötigte, um überhaupt gehen zu können (er hatte ja gar keine Kraft mehr). Zwar ist das Bad meiner Eltern "altengerecht", doch die verdammte Tür ist extrem schmal, um Platz zu sparen... Wir haben dann darauf verzichtet, weil der Umbau einfach viel zu stressintensiv gewesen wäre. Klasse war, dass wir meinen Paps mit dem Toilettenstuhl (der ja wie ein Rollstuhl ist) durch die schmale Tür bekamen. So konnte er sich im Sitzen waschen und beim Duschen hat die Palliativschwester geholfen.

Man kommt echt an seine Grenzen in einem ganz "normalen" Haushalt, oder? Da sind so viele Dinge, an die man einfach nie gedacht hatte...

Aber erst einmal wünsch ich euch, dass dein Papa nun wieder durchatmen kann! Alles andere ist eher unwichtig!

Fühle dich gedrückt
Miri :remybussi

Almnixe
17.02.2013, 22:47
Ach Nina:(

Das mit den Süßigkeiten sehe ich inzwischen auch viel entspannter. Wenn ich vor ein paar Monaten noch etwas maulig war, wenn NOCH ein Keks gegessen wurde, denke ich heute, meine Mama kann noch ein paar mehr davon vertragen, damit sie wieder zu Kräften kommt.

Ruhephasen für Dich und Deine Mama sind sehr wichtig. Das ist auch überhaupt nicht egoistisch, sondern nur so kann man sich für die weiteren Zeiten rüsten. Aber meine Mama hat es an manchen Tagen auch ein bißchen eingefordert, dass ich noch länger im KH bleibe. Ich weiss nicht, vielleicht brauchen sie es dann einfach. Ich war dann erst immer etwas "genervt", dachte dann aber auch sofort, wer weiss wie lange ich sie noch habe. Trotzdem war ich auch schon froh, wenn ich dann mal ein bißchen Abstand hatte.

Meine Schwester und ich haben heute festgestellt, dass es einfach sehr schwierig ist, mit den veränderten Situationen plötzlich umgehen zu müssen. Obwohl man theoretisch weiss, was auf einen zukommt, ist man praktisch völlig unvorbereitet. Ich würde auch Deinen Papa fragen, was er von einem Badumbau hält oder wie er zu der Sache mit dem Sitz steht. ICh würde ihn definitv in die Entshceidung mit einbinden, denn er kann ja noch entscheiden, so schlimm ist es ja noch nciht! Und wenn er sich für einen Umbau entscheidet und es stellt sich heraus, dass es zu lange dauert o.ä., dann könnt ihr wieder gemeinsam beratschlagen...meine Mama wollte das so. Sie würde es gar nicht mögen,wenn Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden, die sie auch noch primär betreffen.

Bei uns ist es morgen und übermorgen wieder so weit. Morgen Blutabnahme (wg. Blutarmut und möglicher Transfusion) und übermorgen Ergebnis der Tumorkonferenz, was nun geschehen soll. Ich kann Dich gut verstehen, wenn Du sagst, dass nun alles so klar bei Euch ist. Man verharrt eben nicht mehr wie in Kanninchenstarre vor dem Telefon und wartet und bangt. Diese Angst kostet einfach auch ganz viel Kraft.

Ich finde nach wie vor ganz toll, wie Du die Situation meisterst. Man ist doch stärker als man denkt!

Ganz liebe Grüße und bis bald.

Tina

Gina79
18.02.2013, 10:17
Guten Morgen! Danke für eure Tipps wegen dem Bad! Moni, über so einen Badewannenlift habe ich auch schon mal nachgedacht und ich denke, dass es bei uns wirklich die beste Lösung wäre. Mal sehen wie es wird und was sich ergibt wenn er nach Hause kommt.
Ja, es ist echt anstrengend! Zumal ich ihn heute in der Früh angerufen habe und nach seinem Befinden gefragt habe. ES kam dann nicht gut und er wird es uns nachmittags wenn wir kommen eh erzählen. Das war schon öfters so bei ihm und Entschuldigung jetzt muss ich Dampf ablassen, es ist echt lästig und macht mich wütend wenn er uns mit den Nachrichten bis Nachmittag warten lässt. Kann er nicht am Telefon sagen was denn so schlecht ist und solche Beschwerden gemacht hat???? Mama und ich sind jetzt wieder zwei STunden da gesessen und haben gerätselt was denn wieder war. Ich habe ihn gefragt ob ein Arzt schon da war, er meinte nein. Also erfahren hat er dann sicher nichts neues oder schlechtes.
Aber es nagt halt an den Nerven wenn man in der Früh nach dem Aufstehen schon erfährt dass es ihm nicht gut gegangen ist und er nicht ausredet bis wir am Nachmittag kommen. Natürlich ist der ganze Tag wieder besch.....!
Mama meint da möchte er uns schon ein wenig "mitleiden" lassen. Ich weiß es nicht, ich bin nicht in seiner Situation und ich kann mir nicht vorstellen was er mitmacht und was er sich denkt wenn er uns da so zappeln lässt. Ich glaube er denkt sich da gar nichts und er weiß nicht dass wir da noch mehr leiden wenn wir nicht wissen was ist.
Wir brauchen auf jeden Fall viel Kraft und schön langsam merke ich wie diese Kraft bei Mama schwindet.
Sie macht sich auch große Sorgen wie es wird wenn er nach hause kommt, wie sie das alles schaffen wird. Seine Launen und Stimmungsschwankungen werden ja durch die immer mehr abnehmende Selbstständigkeit nicht besser.
ER ist eh wirklich sehr tapfer und nimmt es alles wirklich geduldig hin aber ich denke da kommt mit Sicherheit noch was auf uns zu.
Papa geht jetzt mit einem Rollator im KH. Wir werden uns von Oma sowas ausborgen für daheim. Sie hat das im Keller von einer Knieoperation und braucht es noch nicht bzw. nicht mehr.
Das mit den Süßigkeiten ist schon ein wenig komisch, er stopft sie sich schon richtig rein. In 5 Minuten eine Schachtel Kekse und das war dann nicht alles ist schon ein wenig viel. ER wundert sich dann warum der STuhlgang so schwer ist. Aber besser zuviel essen als gar nichts.
Tja, nun schaun wir mal was jetzt wirklich los ist. Mag ihn aber nicht mehr anrufen, sonst wird er wieder gereizt wenn wir uns zu oft melden. Kranke sind halt manchmal schon schwierig!
Ich bin sehr froh, dass ich jetzt gerade Ferien habe, so kann ich wenigstens ausschlafen und muss an nichts anderes denken und nichts zusätzliches organisieren. Aber die Woche ist schnell um!
Ich werd bescheid geben was sich heute wieder ergibt, der Arzt kommt ja auch heute wieder! Bin so gespannt und doch etwas nervös. Ich hoffe so sehr dass es doch noch ein wenig besser wird aber meine Hoffnung schwindet schön langsam. Wir müssen glaub ich froh sein wenn es so bleibt!
Liebe Grüße und bitte denkt an mich heute nachmittag dass nichts Schlimmes ist!

Mirilena
18.02.2013, 18:24
Liebe Nina,

ich hoffe ganz fest, dass dein Papa vielleicht einfach nur keine Lust zu telefonieren hatte. Und dass der Arzttermin keine schlechten Nachrichten bedeutet!!!

Du hast Recht, es kostet unglaublich viel Kraft und manchmal denkt man, dass es einfach nicht mehr geht. Ich weiß, dass ich eigentlich nur noch müde war und schlafen wollte. Einfach Augen zu und weg...Und obwohl ich mich so erschöpft fühlte, ging es immer weiter. Deine Mama muss ein wenig auf sich aufpassen, dass sie sich diese Inseln schafft. Kleine Auszeiten wie ein Kaffeetrinken mit einer Freundin, einen Friseurbesuch, einen Spaziergang oder einfach mal eine Stunden Schlaf am Nachmittag. Und für dich gilt das ebenso, zumal du ja auch noch arbeitest! Ihr müsst immer einen kleinen Ausgleich haben, um wieder Kraft zu tanken.

Und ihr solltet zusehen, dass ihr jede Hilfe annehmt, die ihr erhalten könnt. Wir haben für meinen Papa die Pflegestufe 2 erhalten, als er nach dem Oberschenkelhalsbruch und der niederschmetternden Diagnose "Sie sind austherapiert" nach Haus kam. Wir hatten jeden Morgen eine Palliativschwester, die seine Wunden auf dem Rücken pflegte und auch noch die ambulante Pflege übernahm (tägliche Hygiene). Das war meiner Ma zuviel, weil sie befürchtete, dass mein Vater fallen könnte und einen erneuten Bruch erlitte. Diese professionelle Unterstützung war schön und hat uns geholfen, uns an die Situation zu gewöhnen (Gabe der Medikamente etc.). Auch mein Papa fühlte sich damit wohl zuhaus. Am Ende habe ich gelegentlich eine Nachbarin gebeten, für zwei Stunden zu meinen Eltern zu kommen (weil meine Mutter nachts ja kaum schlafen konnte), damit meine Ma sich mal ausruhen konnte. So etwas bieten auch die ehrenamtlichen Hospizhelfer an.

Liebe Nina, ich denke gerade ganz, ganz fest an euch und hoffe, dass sich deine Bedenken und Sorgen heute "aufgelöst" haben und dein Papa nichts Dramatisches mitzuteilen hatte.

:knuddel:
Miri

Gina79
18.02.2013, 19:40
Hallo Miri! Leider war dieser TAg für mich wieder mal ein absoluter Horrortag! ES wird und wird nicht besser.
Sind dann heute zu Papa ins KH gefahren, er hatte am Bett gesessen und Sudoku gerätselt. Dann erzählte sein Zimmernachbar dass er sich große Sorgen um ihn gemacht hat heute Nacht. Wir fragten warum. Papa sagte dann er hatte große Atemnot und Stechen in der Brust. Sie haben dann ein EKG gemacht und es kam raus dass er Vorhofflimmern (Herz) hatte. Sein linkes Bein hat auf einmal Wasser. Er zeigte es uns und sagte dann ganz traurig das wird nix mehr mit mir. Dann regte er sich so auf, glaub ich dass er sich aufs Bett legen musste und die Sauerstoffmaske aufsetzte. ER hat jetzt zum leichter Atmen eine kleine Maske bekommen.
Er hat dann sowas von tief geatmet und hatte die Augen zu, ich denke er hat ein wenig geschlafen. Mama und ich hielten seine Hand. Sein Brustkorb ging immer ganz hoch und nieder vom schwer atmen, dazwischen hatte ich das GEfühl als ob er nicht mehr atmet und es jetzt zu Ende geht. Papa hat das Bett in der Mitte. Links hatte der Besuch des Bettnachbarn gelacht und gescherzt, rechts hatte sein Bettnachbar versucht sich mit uns zu unterhalten. Mama wurde es zuviel, ihr sind die Tränen gekommen und sie ist raus geflüchtet. Ich wusste nicht soll ich bei Papa bleiben oder nach Mama sehen. Bin dann bei Papa geblieben.
Mama kam dann wieder rein und hat sich beruhigt. Papa hat sich dann nach 10 min wieder aufgesetzt und eine Schokobananen gegessen. Es ist so krass, zuerst denkt man es geht jetzt zu Ende und dann isst er Schoko?! Es war einfach nur die Hölle, und dann in der Mitte von Menschen die so tun als wäre alles in Ordnung. Ich dachte echt ich bin im falschen Film da drin.
Mir tat Papa so leid, er war schon wieder so verzweifelt und ich denke dadurch hat er wieder so eine Atemnot bekommen.
Der Arzt hat angeblich noch gemeint heute Vormittag dass Papa vielleicht eine Lungenembolie hatte und Vorhofflimmern. Das Vorhofflimmern wurde durch das EKG bestätigt. Für die Embolie haben sie eine CT gemacht, aber es hat sich dann bis abends niemand mehr gemeldet. Ich denke das hat er dann nicht, sonst hätten sie schon was unternommen.
Wir waren dann lange drinnen, bis das Abendessen kam. Er hat sich dann mit Tränen in den Augen von uns verabschiedet, das ist aber nur mir aufgefallen. Mir ist es gestern schon aufgefallen dass er so komisch geschaut hat beim Verabschieden. Mama konnte die gestrige Nacht keine Ruhe finden, sie denkt jetzt sie hat es sicherlich gespürt dass es ihm in der Nacht schlecht ging.
Wir haben jetzt nochmal telefoniert. ER löst jetzt Rätsel auf und es geht im etwas besser.
Ich kenn mich nicht mehr aus, einmal so und einmal so. Außerdem isst er so verdammt viele Süßigkeiten, diese Mengen sind nicht mehr normal. Weiß jemand was das auf sich hat?
Er tut mir einfach so leid, aber wir können nicht noch länger drinnen bleiben. Es ist ja ein 3-Bett-Zimmer und die wollen ja auch mal eine Ruhe haben, besonders beim Essen.
Es war furchtbar heute. Ich hoffe er bekommt die Nacht gut rüber und es geht ihm morgen besser. Es ist einfach zum :eek:
Mama ist natürlich auch komplett fertig, sie wollte heute gar nichts essen. DAnn hat sie aber keine Kraft, sie hat sich dann gezwungen dazu. Sonst hab ich bald 2 Patienten, dann mach aber ich auch bald schlapp!
Bitte denkt an uns dass es in der Nacht nichts gibt. Ich habe ein ungutes Gefühl weil Papa so weinerliche Augen hatte beim Verabschieden.
Ich bin jetzt echt müde und werd mir jetzt noch ne Tablette wegen Kopfschmerzen einwerfen! Bis morgen, liebe Grüße

Gina79
18.02.2013, 19:43
Liebe Tina! Ich drück euch die Daumen dass das Blut morgen passt und für übermorgen wenn das Ergebnis der Tumorkonferenz kommt!
Alles wird gut!
Liebe Grüße

Vavi
18.02.2013, 20:07
Guten Abend Nina,
es ist schrecklich was du hier berichtest.Ich kann nachvollziehen wie du dich fühlen musst,wenn die Zimmernachbarn irgendwie auf heile Welt machen und ihr traurig um Papa/Mann seid:( es tut mir so unendlich leid und hoffe das dein Papa eine bessere Nacht heute hat.

Und wegen den Süßigkeiten habe ich mal nach gegooglet...
Krebszellen gewinnen ihre Energie nicht wie die gesunden Zellen aus Sauerstoff, sondern aus Zucker, Ein hoher Blutzuckerspiegel lässt sie deshalb wachsen und gedeihen. Der Blutzuckerspiegel wird vom Insulin normalerweise gesenkt, also muss bei hohem Zuckerverzehr auch viel Insulin gebildet werden.
Ich will dir damit aber keine Angst machen...

Ich denk ganz viel an dich/euch...
Lg Vavi

kathi1977
18.02.2013, 20:30
Hej
@Gina was du erzaehlst treibt einem trænen in die Augen, man kann in der Art wie du alles beschreibst merken wie sehr du dir Sorgen machst, was auch klar ist....Drueckt der Tumor auf das Herz? Oder ist das anstrengende pumpen des Herzens was zu vorhofflimmern fuehrt? Furchtbar das kein Arzt kommt und einem erklært was mit dem kørper passiert? Und wie muss es erst deinen Dad gehen? Und das alles in einem dreibett zimmer? Schlimm,,,,,ich wuensche euch ganz viel Kraft und Glueck.....lg Kathi

Gina79
18.02.2013, 21:04
Danke! Ja, die Situation in diesem Dreibettzimmer war wirklich unerträglich! Vor allem weil der linke Nachbar schon wieder auf dem Weg der Genesung ist und nur davon redet wie gut es ihm heute geht und er brauche keinen Sauerstoff mehr. Außerdem hat er papa in der Nacht angemotzt weil papa das Licht angemacht hat als es ihm nicht gut ging und er gehustet hat. Der rechte Nachbar hat aber anscheinend zu papa geholfen und ihm etwas Gas gegeben. Echt schlimm wie dumm und verständnislos manche Leute sind! Der rechte Nachbar ist nett und passt auf Papa auf, er redet zwar ununterbrochen aber er ist sehr verständnisvoll.
Im Nachhinein habe ich mir jetzt gedacht oh Gott, wenn es wirklich schon aus gewesen wäre, ich hätte ja Papa gar nicht gesagt wie lieb ich ihn habe, ich habe nur seine Hand gehalten.
Aber es war so krass, zuerst ging es ihm sehr sehr schlecht und dann sitzt er sich auf uns isst Süßigkeiten oder löst Rätzel auf oder isst zu Abend. Ich kenn mich nicht mehr aus! Und dann die weinerlichen Augen von Papa als wir uns verabschiedet haben. Aber wir können nicht ewig drinnen bleiben, nicht in einem DreiBettZimmer und die Station platzt schon aus allen Nähten, da liegen die Leute schon am Gang teilweise.
Das Vorhofflimmern kommt wahrscheinlich weil das Herz zu stark überlastet ist. Es muss ja die Arbeit der Lunge übernehmen und das wird ihm zu viel. Es hat sich letzte Woche bei der Hausärztin schon abgezeichnet. Da war sein Puls anscheinend schon über 130 und das ist eindeutig zu viel .
Ich wünsch euch eine erträgliche Nacht und denkt bitte an uns dass der morgige Tag was besseres bringt und Papa sich ein wenig erholen kann! Liebe Grüße

kathi1977
18.02.2013, 21:16
Guten Abend...

ich kann mir gut vorstellen wie das ablæuft in einem Dreibettzimmer...man traut sich nicht mal sich nachts umzudrehen,,,,,schrecklich.....bei uns ist eher friedlich im moment.....(ist das die Ruhe vor dem Sturm?) . Wir haben alle Grippe in der Umgebung,,,,,heute hat sich mein Schwiegervater mit Lungenentzuendung flach gelegt.....neben meiner krebskranken und sich in Chemo befindenen Schwiegermutter....das ist doch ein schlechter Scherz dachte ich erst...wohlwissend das es lebensgefæhrlich fuer sie sein kann.....sie hat mittlerweile alle Haare verloren...ich finde das ging schnell nach nur einem Zyklus Kemo....jetzt hat sie gerade den 2.durchgang hinter sich und hælt sich gut......das ist schøn zu sehen....in 2 wochen hat sie den dritten durchgang..danach sagte sie mir ein neués CT und dann Termin zur weiteren besprechung....sie hofft auf weitere 3 Kemo´s. Sie bekommt ja nur palliative terapi da der tumor zu gross war. Und das mit 54!

cawo
18.02.2013, 21:21
oh je... Dreibettzimmer, das ist natürlich heftig, grad wenn dann auch noch so unterschiedliche Leute zusammen liegen.

Diese unterschiedlichen Zustände kenne ich auch. Im KH lag mein Schatz teilweise im Dämmerschlaf und hat auf Ansprache nur mit einsilbigen Lauten reagiert. Kam dann ein Arzt und frage laut, "na Herr ... wie geht es ihnen denn" hat er sich aufgesetzt und mit fester Stimme gemein, dass soweit schon alles ok sei :confused:

Was íst denn nun weiter im KH geplant??

Wisst ihr denn schon, wann er raus darf?

Nina, ich denke an euch !!!!

LG

Carmen

Monika Rasch
18.02.2013, 21:32
Hallo Gina, diese Heißhungerattacken auf Süßes kommen vom Cortison-da bin ich ziemlich sicher.
Ich weiss jetzt nicht ob Dein Papa vorher schon Diabetiker war, Fakt ist aber dass das Cortison den Blutzuckerspiegel nach oben treibt.
Und schon machen die Langerhansschen Inseln (in der Bauchspeicheldrüse) das wofür sie da sind...sie schütten Insulin aus.
Das Insulin treibt den Zucker in die Zellen, damit eine schnelle Flucht möglich wird(oder körperliche Aktivität,Arbeit).
Der Zucker der jetzt in den Zellen ist ist zum sofortigen Verbrauch bestimmt,und wenn das wegen Untätigkeit nicht passiert haben wir ein Problem.
Dann ist kein Platz mehr in der Zelle, sie ist süß, und es immer noch Insulin im Blutkreislauf.
Und Insulin im Blutkreislauf macht Hunger auf Süßes.
Schon ist der Kreis geschlossen.

"Papa" darf nicht so viel Süßes essen.
Seht zu, dass es vollwertigere Nahrung für zwischendurch hat.
Ich würde vorschlagen, mit dem behandelnden Arzt zu sprechen und unbedingt einen
zeitnahen Termin mit der Ernährungsberaterin des Krankenhauses zu machen.
Glaub mir, die haben eine Ernährungsberaterin oder Diätassistentin.

Und bis dahin würde ich vorschlagen, mehr Obst.
Zuhause schon Apfelstücke vorbereiten, schälen oder nicht, kurz in Zitronenwasser tauchen gegens Braun werden.
Kohlrabi, Möhrchen zum knabbern, kleine Stifte, alles eintuppern.
Bütterken als Überlebensration, Vollkornbrot, bisschen Butter drauf, vierteln, eintuppern.
Muss einfach zu knabbern sein, genau so schnell wie einen Schokoriegel aufzureissen.
Die Nummer habe ich schon durch, das merkst Du wohl.

Mirilena
18.02.2013, 22:41
Ach Nina,

ich kann es so gut nachempfinden, wie du dich jetzt wohl fühlst. Wahrscheinlich kommen deine Kopfschmerzen von all der Anspannung und Sorge. Ich hoffe, dass du heute Nacht wenigstens halbwegs Schlaf findest. Ich weiß noch sehr genau, wie sich das anfühlt...

Das erinnert mich irgendwie alles an die Geschichte meines Vaters. Liegt dein Papa momentan auf der Onkologie oder auf einer anderen Station? Meinen Dad hatten sie letztes Jahr in ein Fünfbettzimmer (!!!) gesteckt. Das war eine Katastrophe (auch für die Mitpatienten, die dort lagen), denn da kam doch tatsächlich der Onkologe rein und eröffnete meinen Vater, dass er austherapiert sei, man habe nun zahlreiche weitere Knochenmetastasen entdeckt, aber er solle doch noch eine dritte Chemotherapie machen. Ich bin schier ausgerastet, denn mein Vater war zu dem Zeitpunkt so schwach und elend, dass er kaum mehr selbstständig aus seinem Becher trinken konnte. Wenn er zur Toilette musste, ist immer ein Bettnachbar mitgekommen, um ihm die Tür aufzuhalten... Wir haben dann die Palliativmedizin eingeschaltet und ihm dort ein Zimmer besorgt und das war ein Segen für ihn. Er wurde auf eigenen Wunsch einen Tag später auf die Palliativstation verlegt, nachdem er die dritte Chemo abgelehnt hatte. Dort bekam er ein Zimmer für sich und hatte Ruhe. Außerdem begann dann endlich seine Schmerztherapie, so dass wir ihn knapp zwei Wochen später nach Haus holen konnten.

Wäre dein Papa einverstanden, dass ihr mal mit den behandelnden Arzt sprecht? Gibt es eine Palliativstation in dem Krankenhaus? Ich würde an eurer Stelle jetzt erwarten, dass ein Palliativmediziner dazugezogen wird. Ich denke mal, dass der auch die Gabe des Sauerstoffs ganz anders beurteilen würde... Und vielleicht wird die Atemnot deines Papas zusätzlich durch den Stress ausgelöst, dem er da ausgesetzt ist.

Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr alle eine ruhige Nacht haben mögt und es deinem Papa morgen ein wenig besser geht.

Ganz liebe Grüße :remybussi
Miri

Gina79
19.02.2013, 12:44
Ach danke, für die lieben Ratschläge und eure Erfahrungen! Sie helfen mir so sehr!
Wir werden heute gleich den Arzt informieren, dass Papa soviel Appetit auf Süßes hat. Danke Moni für die Erklärung! Was kann er dann bekommen, wenn er soviel Süßes isst? Würde dann noch Diabetes dazukommen? Ich gönn es ihm ja von Herzen und er hat so eine Freude beim Essen und wir waren auch sehr dankbar weil wir gedacht haben besser er isst als er isst nichts. Diese Appetitlosigkeit wo er sich gerade mal ein Keks runterwürgt hatten wir ja auch schon. Aber das ist wohl wirklich zu viel!
Papa hat sich heute früh schon gemeldet und gesagt er hätte heute besser geschlafen und es hätte keine Zwischenfälle gegeben! Puh, erst mal ERleichterung!
Mama ist heute komplett von der Rolle. Als ich vom Einkauf heimkam hat sie mit ihrer Schwester telefoniert und geweint. Ich habe mich natürlich blödsinniger Weise dann auch noch mit ihr angelegt. Ihre Schwester hat bis jetzt nur aus Neugier angerufen und denkt nicht nach beim Reden. Sie hat schon viele Dinge einfach so weitererzählt. Ich möchte aber nicht, dass Papas Befinden so herumgetragen wird. Wenn er dann doch wieder fit werden sollte dann muss er das büßen. Mama braucht jemanden zum Reden aber sie meinen es halt nicht ehrlich, so denke ich zumindest (sie normalerweise auch). Ich habe ihr dann gesagt sie solle sich halt nicht so öffnen vor ihr. Sie weiß es natürlich auch und hat es eingesehen nur sie ist halt mit den Nerven schon am Ende!
Sie ist jetzt schon am Ende mit den Nerven nur wir sind noch lange nicht am Ende angekommen. Ich weiß nicht wie ich das schaffen soll. Die täglichen Besuche im Krankenhaus wo man von einer Stunde auf die nächste nicht weiß was wieder passiert ist, mein armer todkranker Papa und meine weinerliche Mama die mir bald zusammenbricht und zu guter Letzt auch noch die Angst vor dem was noch alles kommt. Denn das ist ja noch nicht alles, das weiß ich ja.
ES ist so schwierig stark zu sein und nicht zu brechen.
So schlimm es ist, auf der einen Seite möchte ich, dass mein Papa noch ganz ganz lange bei uns ist, auf der anderen Seite wünsche ich mir, dass dieser Horror nun endlich mal ein Ende hat. Ich hab meinen Papa so lieb und möchte dass es ihm gut geht, aber er leidet schon so. Warum ist es noch immer nicht genug? Frag ihr euch das auch manchmal? Wieviel muss ein Mensch überhaupt ertragen??Es ist alles besch....!
Fahren jetzt wieder ins KH und hoffe es hat sich am Zustand seit heute morgen nichts verändert! Vielleicht gehts ja doch wieder aufwärts!
Melde mich wieder, liebe Grüße und danke, dass ihr da seid!

Gina79
19.02.2013, 12:48
PS Miri: Papa liegt auf der Lungenstation des Krankenhauses. Es soll weit und breit die beste LUngenstation sein. SEin behandelnder Arzt macht eigentlich alles was Menschenmöglich ist, aber er kann halt auch keine Wunder wirken.
Sie haben die Sauerstoffzufuhr jetzt von 2 auf 4 erhöht.
ER hat ja keine Schmerzen, nur diese Atemnot, die ihm das Bewegen so schwer macht.
Ich denke es muss jetzt dann eh mal eine Entscheidung gefällt werden wie es weitergeht. Danke und liebe Grüße

Mirilena
19.02.2013, 14:27
Liebe Nina,

immerhin hat dein Papa eine bessere Nacht gehabt! Wie war die Nacht für dich?

Und deine Mama, nun ja, vielleicht braucht sie mal jemanden, dem sie ihr Herz ausschütten kann. Meine Mutter musste vor einem Jahr auch ständig alles loswerden. Wenn sie nicht im Krankenhaus war, dann hing sie am Telefon und erzählte all ihren Cousinen ihre Geschichte... Das war für mich okay! Ich bin ähnlich! Wenn mich etwas sehr betrübt oder auch sehr freut, dann MUSS ich mich mitteilen. Wenn ich das nicht kann oder darf, habe ich das Gefühl, ersticken zu müssen. Vielleicht geht es deiner Mama genauso?! Nimm ihr das bitte nicht übel, sie braucht auch ein Ventil, um mit ihren Ängsten und Sorgen klar zu kommen. Du hast das Forum, doch was hat sie?

Ich meinte das nicht böse mit der Station im KH... Ich denke, dass die Ärzte schon alles Erdenkliche für deinen Papa tun, doch manchmal ist es des Guten zu viel und da wir so gute Erfahrungen mit der Palliativstation gemacht haben, empfehle ich das dann immer gern.

Ich kann deine Gedanken sehr gut nachempfinden. Du kommst jetzt an diesen Punkt, wo du erkennst, dass das Festhalten nur weh tut, oder? Deinem Papa geht es sehr schlecht und eine tatsächliche Besserung ist nicht in Sicht. Man ist dann immer dankbar, wenn keine weitere Verschlechterung eintritt. Deshalb denke ich, dass es auch nicht dramatisch ist, wenn er so viel Süßes isst. Was soll das jetzt noch Schlimmeres bewirken? Die Nerven liegen blank, der absolute psychische und physische Erschöpfungszustand, völlige Dünnhäutigkeit, jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt. Ich wünsche euch schöne Stunden bei deinem Papa im Krankenhaus, viel Nähe und Liebe!

Denke an dich
Miri

Gina79
19.02.2013, 20:20
Ach danke Miri! ja, es stimmt schon, ich habe GsD euch, das Forum hier dass mir so unendlich viel hilft meine Gedanken zu ordnen, vieles zu überdenken und auch wieder weiterzudenken.
Ich habe das auch gar nicht böse aufgefasst mit der Palliativstation sondern ich bin sehr sehr dankbar für die Ehrlichkeit, denn so bin ich vorbereitet auf das was kommt!
Mama hat das nicht und sie hat auch niemanden außer mich, dem sie sich wirklich anvertrauen kann, dem sie ihr Herz völlig ausschütten kann. Wir sind Mutter und Tochter und wollen uns natürlich gegenseitig schützen und liegen uns deshalb auch oft in den Haaren. Und wir bauen auch bei uns gegenseitig Frust und Wut ab. Ich versteh sie auch aber es gibt halt ehrlichere Menschen denen sie sich anvertrauen kann, das sagt sie selber. Sie sagt auch wenn jemand von ihnen anruft dann muss sie immer weinen weil sie soviel nachfragen und nachbohren.
Als wir nun heute im KH angekommen sind und zu Papa sind hing gleich ein kleines Schild über seinem Bett "Angehörige bitte bei der KSchwester melden". OH Gott, wir sind dann hin und sie erklärte uns eben das alles wegen palliativ. Mama hat gleich wieder zu weinen begonnen.
Der Arzt war heute nicht mehr da und wir haben jetzt für morgen vormittag einen Termin.
Mama war wieder fix und fertig und hat mit sowas gar nicht gerechnet. Sie sagt, da sie ja so lange bei einem Arzt gearbeitet hat kann sie Papa die Spritze auch zuhause ohne Pflegehilfe geben.
Wir werden sehen was noch kommt und schlagen die Palliativhilfe natürlich nicht ganz ab aber momentan wollen wir es alleine schaffen. So wird es Mama auch morgen dem Arzt sagen.
Ich weiß nicht ob Papa wusste was los ist. Zuerst hat er getan als ob er gar nicht Bescheid wüsste warum das Schild hängt. Dann als wir zurückkamen und das wegen den Spritzen erzählt haben, das die Mama eh geben kann da hat er dann schon ein wenig rausgerückt. Es gibt halt nichts mehr für Papa zu tun, außer diese Spritzen (die übrigens für Luft und Schmerzen sind) und Sauerstoff. Ach Sch....ße!
Papa hat heute schon wieder so einen Atemnotanfall bekommen als wir von der Schwester reingekommen sind. Ich glaube er regt sich da so auf.
Die Beschwerden sind sonst noch alle gleich, Luft, Wasser im linken Bein und die Schulter tat ihm heute ungeheuer weh. Dagegen bekam er Novalgin Tropfen, da waren sie in 10 min weg. Er hat sich heute auch sehr schwer getan Harn zu lassen. Er hatte zwar das Gefühl, ist aufs WC, konnte aber schwer. Mit großer Mühe (er hat dann den WAsserhahn aufgedreht) konnte er dann doch.
Ich weiß nicht, die Beschwerden werden immer mehr. Ich glaub ich hör jetzt endgültig auf nachzudenken.
Mama möchte ihn, wenn es mgl. ist morgen gleich mit nach Hause nehmen. Werde morgen mit rein fahren vormittag, habe Angst dass Mama sonst zusammenklappt. Bin gespannt wie lange ich nach Außen die Starke spielen kann, ich kann nicht lange auf beide aufpassen und mich um beide sorgen.
Werden dann morgen vormittag reinfahren, dann schnell wieder heim zu Hund und Gassi gehen und dann nachmittags wieder rein (außer er dürfte heim).
Ich hätte immer gehofft und habe gebetet, dass uns das jetzt erspart bleibt. Aber ich glaube es gibt nur wenige Menschen in diesen Situationen denen das erspart bleibt, oder. Die meisten müssen da durch bis zum bitteren Ende. Es geht nicht um mich, ich halte das durch. Mir geht es um Papa, der so leidet und nirgends mehr hin kann. Es ist echt besch...!!!!!!!!
Bin schon gespannt auf das Gespräch morgen und hoffe, dass Papa bald entlassen wird und wir ihn daheim wieder ein wenig aufpäppeln können.
Ja, meine Nacht war ganz gut heute, habe nämlich eine halbe Beruhigungstablette genommen (Mama als ehem. Arzthelferin hat das daheim). Tagsüber nehme ich Johanniskrautkapseln, die beruhigen mich ein wenig, bilde ich mir zumindest ein!
Ich wünsch euch eine gute Nacht und bitte denkt an uns morgen vormittag! Liebe Grüße

Monika Rasch
19.02.2013, 20:31
Tagsüber nehme ich Johanniskrautkapseln,

Johanniskraut(Felis425) nehme ich seit jahren in den dunklen Monaten, habe nämlich eine SAD.
Eine Saisonal Abhängige Depression.
Kurz, wenn die Tage dunkel und Kurz sind dann bin ich lustlos und oft tieftraurig.
Das Johanniskraut beginne ich im September zu nehmen, und wenn die Segelsaison vorbei ist, ist die Wirkung schon da.
Dafür reicht es.
Wenn dann so Klamotten kommen wie jetzt mit meiner Mama, dann bricht hier
meine Stimmung zusammen- da reicht dann das Johanniskraut nicht aus.
Bin auf Droge, abends eine Opi...., und ich schlafe ganz wunderbar und ich träume sehr schön , besonders von den Menschen die ich schon verloren habe.
Schöne Träume.
Bin morgens regelrecht glücklich wenn ich wach werde, so lange bis mir alles wieder einfällt.
Aber ich rödel mich durch die Tage ohne zusammenzubrechen und freu mich aufs Bett am Abend.

Mirilena
19.02.2013, 20:42
Meine liebe Nina,

ich kann sehr gut nachvollziehen, dass ihr möglichst alles selbst bewältigen wollt, doch an eurer Stelle würde ich mir gut überlegen, ob ihr das Palliativnetz bzw. die SAPV ausschlagt. Gerade da dein Papa solche Atemprobleme hat, solltet ihr euch die Möglichkeit offen halten, rund um die Uhr einen Palliativarzt zur Hilfe rufen zu können. Das ist wirklich Gold wert! Wir hatten diese Situation genau letztes Jahr nachts (auf den Tag genau). Mein Vater regte sich derart auf, dass er plötzlich keine Luft mehr bekam und Schnappatmung hatte. Das letzte, was er artikulieren konnte war: "Ich bekomme keine Luft!" Mein Horrorszenario! Wir haben sofort die Palliativhilfe angerufen und die haben uns den Arzt rausgeschickt. In der Wartezeit bat ich meine Ma, gemeinsam mit meinem Vater zu atmen. Immer laut ein und aus und das half. Er horchte auf ihren regelmäßigen Atemrhythmus und passte seinen Atem an. Damit beruhigte er sich und dann schlummerte er ein. Als der Arzt ihn untersuchte, hatte er sich bereits so weit auf seine Reise gemacht, dass dieser vorschlug, ihm zu helfen mit der terminalen Sedierung. So bekam mein Papa nichts mehr mit von den fiesen Schmerzen und konnte entspannt seine Reise antreten. Der Arzt hat uns auch sehr vieles erklärt, auch meinem Dad, obwohl der ja schlief. Das hat uns alle beruhigt und uns die Angst genommen. Danach war Ruhe und Frieden. Ich möchte dir nur zu bedenken geben, dass eines Tages eine solche Extremsituation eintreten könnte bei euch... Auch wenn dein Ma medizinisch ausgebildet ist, so ist es doch ein gewaltiger Unterschied, ob man einen fremden Menschen versorgt oder seinen geliebten Mann... Ich lese das immer wieder hier bei Krankenschwestern.

Es tut mir so, so leid, dass ihr jetzt an diesem Punkt angelangt seid, da euch ins Gesicht gesagt wurde, dass man deinem Papa nicht mehr helfen kann. Die Palliativstation wäre eben nur eine Station, die dafür sorgt, dass dein Papa vernünftig eingestellt wird. Novalgin ist ein gutes Schmerzmittel, doch bei tumorösen Schmerzen reicht es nicht. Ein Palliativmediziner kennt sich einfach besser aus mit Schmerztherapie und welche Wirkstoffe sich miteinander vertragen und für den Menschen okay sind. Mein Papa hatte auch Novalgin plus Morphium (und noch viele, viele andere Medis). Ich kann euch das also nur ans Herz legen. Dein Papa muss ja nicht dort bleiben, aber anschauen schadet nichts. Ich denke, vielleicht wäre es sogar eine schöne und positive Erfahrung für ihn nach all dem Krankenhausstress, denn die Leute dort sind echt großartig. So warmherzig und liebevoll...

Kann es vielleicht sein, dass dein Papa wegen der Wassereinlagerungen Probleme mit dem Harn hat? Eventuell mal nach einer Entwässerungstablette fragen? Aber ich weiß nicht, ob das machbar ist... Ach Nina, das ist alles so traurig! Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man sich selbst eingesteht, dass es nicht besser wird oder ob ein Arzt einem das ins Gesicht sagt. Das ist so niederschmetternd und fühlt sich an, als würde er euch den Rettungsreifen wegreißen. Und ja, leider bleibt es fast niemanden erspart, was dein Papa jetzt durchmachen muss. Das ist grausam. Aber ihr werdet das gemeinsam schaffen! Ihr habt bereits so viel geschafft! Ihr gebt euch gegenseitig Kraft und Unterstützung.

Alles alles Liebe und ich denke ganz fest an euch morgen Vormittag
Miri

P.S.: Ob Baldrian oder Johanniskraut oder Schüßler Salze... Ganz egal, was es ist, alles was dir gut tut, ist jetzt gut!!!

Gina79
19.02.2013, 20:43
Liebe Moni! Habe in einem anderen Thread das Foto von deinen 2 Hunden gesehen! Die sind ja entzückend! Ich habe auch einen kleinen Hund (Shi-Tzu) Gina. Hätte ein Foto angehängt, weiß nicht obs funktioniert! Liebe Grüße

kathi1977
19.02.2013, 20:44
Hej Gina, das ist ja traurig das es bei euch jetzt diesen weg nimmt....man hoftt ja doch immer noch....ich hoffe das ihr deinen dad schnell nach hause bekommt und das er nicht in diesem schrecklichen dreibett zimmer liegen muss....hast du schon mal in der apoteke nach proteindrinks gefragt? Kann man uebrigens super selber machen....das dein dad probleme beim wasserlassen hat kann mit daran liegen das er das wasser im kørper lagert anstatt es auszuscheiden das kann auch eine nebenwirkung der spritzen sein.....ich drueck euch von hier aus....

Gina79
19.02.2013, 20:52
Danke Kathi für den Tipp, werd ich gleich morgen mal nachfragen bei der Hausärztin! Der eine Mann kommt GsD morgen schon nach Hause. Er ist sehr sehr egoistisch, er hat heute schon wieder erzählt wie weit er nicht schon wieder laufen kann. Furchtbar und wir sitzen da und Papa kann gerade mal auf das WC alleine gehen. Der andere Mann ist nett, er hilft Papa und redet ihm auch immer gut zu. Ja, hoffentlich darf er bald heim! Liebe Grüße

kathi1977
19.02.2013, 21:00
Hej
Gsd wohnen wir in einem Land wo es nur 2 bett zimmer gibt und auf unseren onkologischen abt. gibts nur einzelzimmer und gemeinsames wohn und esszimmer. Meistens wird ja zum WE entlassen und soweit ich mich erinnere ist das in dtl. auch so. Wenn deine mama sich das zutraut und deinen Dad selber spritzen kann dann sollte er so schnell wie møglich nach hause. Denkt dran--ich weiss --das klingt schlimm-- die Pflegestufe falls dein dad eine hat sollte rasch geændert werden-ich weiss das dreht sich um Geld aber ich weiss auch das ihr in dtl. viel selber kaufen muesst. Ich kann nur erahnen was ihr gerade durchmacht und deshalb hoffe ich du nimmst das nicht uebel. Einen schønen Abend trotz allem.

Monika Rasch
19.02.2013, 21:08
Hallo Gina,
der ist ja auch süüüüß.
Mit meinen Beiden laufe ich - wenn das Wetter es zulässt- jeden Nachmittag eine große Runde über Schloss Berge, das ist ein Park hier ganz in der Nähe.
Das ist eine Zeit, in der ich meine Sorgen komplett ausschalten kann, und wenn ich über das ganze Elend dann doch mal nachdenke kann ich auch die Tränen laufen lassen.
Meine Hundis halten das aus.
Die trösten mich !

Gina79
19.02.2013, 21:40
Liebe Kathi! Nein, gar nicht! Ich wohne ja in Österreich! Bei uns ist es normal, dass man in einem 3-Bett-Zimmer liegt. Ja, die medizinische Versorgung, gerade für Tumorpatienten empfinde ich bei uns nicht so gut. Die Krankenschwestern sind immer im Stress, wenn man läutet kommen sie erst 20 min später, Ärzte sind ab mittag fast nicht mehr anzutreffen und am WE und abends sind nur mehr junge Turnusärzte da.
Als meine Mum heute zu weinen begonnen hat wie uns die Schwester da mit der Palliativversorgung sagte hat sich keiner um sie gekümmert. Ich verlange ja nicht dass sie sie trösten oder in den Arm nehmen aber zumindest ein bisschen Herz zeigen und mal nachfragen ob man was tun kann, aber gar nichts. Ich möcht mich echt nicht beschweren und man wird halt auch manchmal etwas ungerecht und gibt vielleicht den Ärzten die Schuld aber ich wünschte mir halt ein bisschen mehr Herzenswärme. Mir kommt das alles so kalt vor. Was macht da ein Mensch, der krank ist und alleine ist? Was macht jemand, der keine Familie hinter sich hat, die mit den Ärzten redet, Tabletten besorgt, tröstet,...?
Vielleicht bin ich auch momentan ein wenig angerührt und sensibel aber es hat halt niemand Zeit für einem im Krankenhaus.
Wir haben (noch) keine Pflegestufe und ich glaube Mama will das auch gar nicht. Sie will (im Moment noch) dass Papa mit dem Wort Pflege gar nicht konfrontiert wird. Er soll jetzt mal ganz normal heim kommen. Ich weiß nicht was auf uns dann daheim zukommt. Ich glaube sie stellt sich das leichter vor als es wirklich wird.
Ich habe ihr auf jeden Fall gesagt, dass wir uns nachts abwechseln können. WEnn ich später Schule habe und das ist 2 x die Woche kann ich bei Papa schlafen und am WE auch. So hat sie dann auch etwas Schlaf. ER braucht jetzt seine Spritzen alle 4 Stunden, in der Nacht 1 x. ICh weiß nicht wie sich das alles entwickelt. Wir können nichts anderes tun als alles auf uns zukommen lassen.
Aber wir wollen Papa halt immer noch vor Pflege und Pflegestufe usw. schützen. Er soll halt noch immer Hoffnung haben dass es eventuell wieder besser wird. Oder ist das falsch?? WAs meint ihr?? Es ist echt schwer. Bin gespannt was der Arzt morgen berichtet.
Ach, danke dass ihr alle da seid! Werd mir jetzt noch einen Kakao gönnen und ins Bett fallen!Gute Nacht!

PS Moni: Ja, meine Gina tröstet mich auch immer und heitert mich auf! Außerdem würde ich mich ohne sie nicht überwinden an die frische Luft zu gehen und meine Runden zu drehen! Sie sind halt Schatzis unsere Wuffis!

kathi1977
20.02.2013, 07:49
Go´morgen
ich will gerne ein bisschen von uns hier erzaehlen, wir wurden als der Verdacht Lungenkrebs aufkam einer speziell onkologischen Einheit angeschlossen, wo man sich rum um die Uhr hinwenden kann mit al seinen Fragen , Ængsten und Sorgen. Es gibt Angehørigekrankenschwestern und Patientenkrankenschwestern. Auf der onkologischen Abteilung sind fuer 12 Patienten 7 Krankenschwestern und 3 Aerzte rund um die Uhr, und wenns mal soweit kommt haben wir das palliative Team das nach Hause kommt oder man kommt in ein Hospiz wenn man das møchte. Ich moechte nicht prahlen aber hier sind wir schon gut versorgt. Ich kann dich sehr gut verstehen, das du sensibel bist, Angehørige sein ist manchmal schwerer als Betroffener, aber das ist normal weil man sich so hilfslos fuehlt und es ist nie schøn einen geliebten Menschen leiden zu sehen.....ich bin mir sicher dein Dad weiss das ihr alles in eurer Macht stehende tut um alles ein wenig ertræglicher zu machen, glaub mir. Einen schønen Tag euch allen. :knuddel:

Mirilena
20.02.2013, 07:56
Liebe Nina,

ich denke jetzt ganz fest an euch!!! Und in Gedanken reiche ich dir die Hand, du bist also nicht ganz so allein...

Liebe Kathi,

darf ich mal fragen, in welchem Land du lebst? Vielleicht irgendwo in Skandinavien (wegen des "durchgestrichenen" a, o )? Das ist ja vorbildlich, wie es dort auf der onkologischen Station läuft. Ich hätte mir das für meinen Papa und überhaupt für alle erkrankten Menschen gewünscht!!!

Liebe Grüße
Miri

kathi1977
20.02.2013, 08:14
Hej Miri,
ja du hast recht , ich wohne in Daenemark, ich bin geborene Deutsche , lebe aber schon lange hier, deswegen auch die komische Schrift und manchmal komische Aussprache , ich merke wie sehr mir deutsch im Alltag fehlt.....:)
Ja gott sei Dank--wir sind hier gut versorgt, selbst wir die auf dem Land wohnen......andre Lænder kønnten sich da ne Scheibe abschneiden. Ich arbeite selbst im medizinischen Bereich und habe gemerkt wie sehr man hier Wert auf Selbstbestimmung und Patienteneinfluss legt, das mancht das Arbeiten sehr attraktiv, man wird immer aufgeklært bevor etwas passiert und man hat das Recht nein danke zu sagen , das finde ich toll. Angehørige werden immer mit einbezogen. Natuerlich hat auch das dænische Systme seine Macken aber grob gesehen funktioniert das hier ganz gut.

kathi1977
20.02.2013, 08:19
@Nina
hat dein Dad eigentlich gar kein Schmerzpflaster? Das gibt permanent Morphin ab ( Fetanyl, Durogesic o.aehnliches) das kønnte ihm die vielen Spritzen ersparen? Es gibt ganz viele verschiedene Stærken und man kønnte ja mit relativ kleinen Dosen anfangen. Uebrigens solltet hr dafuer sorgen das dein Dad Movicol oder andere Laxantia ( die machen den Stuhlgang weich) da er sonst ne mega Verstopfung bekommt , das sind Nebenwirkungen vom Morphin. UNd oft leiden Menschen mit Morphin an Mundtrockenheit, da kann man Feuchtigkeitsgel in der Apotheke kaufen. Nur so n paar kleine Tips.

Gina79
20.02.2013, 09:40
Danke, ihr seid so lieb und ich muss gestehen ich sauge eure Anteilnahme und eure lieben Worte richtig auf. Ich kann das jetzt richtig gut brauchen. Es ist jetzt eine Zeit angebrochen, die ich immer vermeiden wollte. Ich wollte diese Zeit meinem Dad und auch uns ersparen, aber hilft nicht, wir müssen da durch und werden auch die Kraft und Stärke aufbringen meinen Paps so gut es geht zu begleiten.
Liebe Miri, ich stell mir gerade vor wie ich dir meine Hand gebe und ganz, ganz, ganz fest halte!
Mama hat heute schon mit Papa telefoniert, es gibt ihm ganz gut. Er war gestern sogar im Fernsehraum mit Sauerstoff und Rolli! Darum, es ist einfach so schwer verständlich, dass er jetzt Palliativpatient ist. Auf dieser Lungenstation liegen noch viel "schwerere" Fälle, zumindest macht es für mich den Eindruck. Viele Leute auf der Station können gar nicht mehr essen und sind auch noch dort. Warum muss Papa plötzlich weg von dieser Station?
Ich weiß, ich werde jetzt ein wenig ungerecht bzgl. der Ärzte und Schwestern im KH aber ich kanns halt so schwer verstehen. Man baut eine Beziehung auf zu seinem Arzt, er begleitet den Patienten über ein Jahr, gibt Hoffnung und schwups wird man fallen gelassen in die nächst niedrigere Station, ohne irgendwelche Skrupel oder Gedanken wie es einem da geht.
Ich habe auch das Schild an Papas Bett gestern so schlimm empfunden "Angehörige bitte bei der Schwester melden" - die wissen genau, dass wir jeden Tag um die selbe Zeit kommen, die müssten nur mal nachschauen. Es ist echt alles so frustrierend.
Wir werden jetzt dann wegfahren so dass wir um halb elf im KH sind. Da hat der Arzt zwar Visite aber die Schwester meinte wir sollten um die Zeit kommen. Bin gespannt, der wird keine Freude haben um diese Zeit. Alles so chaotisch.
Bitte drückt uns die Daumen, dass das Gespräch nicht all zu schlimm wird und Papa seine Hoffnung dadurch nicht ganz verliert. Denn ich denke schon, so lange ein Mensch lebt sollte man ihm doch die Hoffnung nicht nehmen, oder liege ich da falsch??
Liebe Grüße
PS: Kathi: Papa hatte bis gestern überhaupt keine Schmerzen, nur Atemnot und Husten. Gestern hatte er dann Schmerzen in der Schulter, die aber jetzt wieder weg sind. ER nimmt keine Tabletten außer eine Cortisonspritze, Spritze zur Blutverdünnung zur Vermeidung einer Embolie, Blutdrucktablette und eine Tablette zum SChlafen. Und jetzt halt seine Spritzen für die Atmung. Aber Schmerzmittel in dem Sinne nimmt er (noch) nicht. Ich weiß nicht ob er gegen die Luftbeschwerden Pflaster kleben kann, werde heute nachfragen! Danke für die Tipps, das mit der Verstopfung werden wir sicher bald besorgen, soviel Schoko wie er isst!

Tiina
20.02.2013, 12:35
Liebe Gina,
ich würde vermuten, dass die Spritzen auch Morphium sind - zumindest hat meine Mami die auch gegen Atemnot bekommen.
Insofern ist der Hinweis mit dem Movicol wichtig...

Ich kann so gut verstehen, wie es Dir jetzt geht - diese furchtbare Situation, das Gefühl von Ärzten, Krankenschwestern... doch sehr im Stich gelassen zu werden...

Ich finde es auch gut, Deinem Papa die Hoffnung nicht zu nehmen, ihr macht das alles super gut!

Viel Kraft in dieser unglaublich schweren Zeit! Und dann Dein Papa (und damit ihr!) möglichst wenig leiden muss!
Liebe Grüße,
Anja

Liebe Kathy,
mit der onkologischen Station hört sich ja wirklich super an - das hätte ich mir auch gewünscht für meine Mami und mich...

Liebe Grüße,
Anja

cawo
20.02.2013, 14:58
Nina,
ihr 3 macht ja derzeit ganz schön was mit.
Ich hoffe sehr, dass dein Papa bald wieder nach Hause in seine gewohnte Umgebung darf.
Das mit der Pflegestufe, würde ich dann langsam zu Hause angehen, ihm einfach die Vorteile aufzeigen. Wir gehen hier auch eins NACH dem anderen an. Vor 2 Wochen hätte mich mein Mann noch zum Teufel gejagt, wenn ich ein Pflegebett beantragt hätte. Jetzt ist es (mit seiner Zustimmung benatragt), weißt was ich meine... zu viele Dinge auf einmal belasten den Patienten ja auch mega... Aber überleg, das mit dem Sauerstoff wollte er am Anfang auch nicht, mittlerweile nimmt er ihn gerne an... so wird es auch mit anderen Hilfsmitteln und auch der Pflegestufe und Unterstützung von außen durch z.B. einen Palliativpflegedienst sein.

Bei uns hilft es wenn ich jammer, so nach dem Motto, ich bin froh wenn die kommen und nach dir schauen, dann bin ICH doch auch beruhigt....

Lass dich mal drücken (und einen Drücker auch an deine Mama!)

LG

Carmen

kathi1977
20.02.2013, 15:01
Hej alle sammen,

ich hoffe ihr hattet einen guten Tag mit wenigen boesen ueberraschungen, ich hab Urlaub und war zu Besuch bei Schwiegermama...so wie jeden Tag und ich hatte ihr heute ne Saftpresse gekauft wo sie selber jeden Tag eine grosse Kanne frischen Saft aus allen møglichen fruechten und gemuese pressen kann denn dadurch erhælt sie viele Vitamine, sie isst im moment nicht gut, nur sehr fetthaltigen joghurt og eben diese sæfte. Aber ansonsten gehts ganz ok. Das finde ich toll.......liebe gruesse an alle

Gina79
20.02.2013, 19:56
Hallo! Kathi, die Idee mit der Saftpresse finde ich super, so hat deine Schwiegermama Vitamine und es schmeckt ihr sicher auch, außerdem ist es halt mal was anderes!
Liebe Anja! ja, haben heute erfahren, dass die Spritzen schon ganz schön was heftiges sind und eh schon unter die Palliativcare fallen. Sie heißen Vendal, er bekommt im Moment noch die geringste Dosis, die man aber bei Bedarf steigern kann.

Der Tag war heute echt anstrengend, für Papa, für mich, für Mama und auch für meinen kleinen Hund Gina da sie ja viele STunden alleine daheim war (und das ja gar nicht gewöhnt ist).

Hatten heute das Gespräch mit dem Arzt, er hat Papa vorher aufgeklärt und wollte dann mit uns alleine reden. Er wollte mit uns alleine reden weil er uns schon ganz genau gesagt hat was SAche ist, Papa hat er es aber etwas abgeschwächt und etwas sanfter erzählt. (Er hat ihm die Hoffnung nicht genommen - und das ist uns das wichtigste)! Uns hat er schon gesagt, dass er an dieser Krankheit sterben wird, er aber nicht weiß wann und auch keine Prognose abgibt. Aber dass er glaubt, dass sich Papas Zustand sicherlich verschlechtern wird und im April bei der Nachsorge (die übrigens eine Proformanachsorge ist damit der Patient nicht das Gefühl hat das nichts mehr geschieht) es ihm schon schlechter gehen wird als jetzt. Wir haben dann auch gefragt was Papa alles weiß. papa weiß auch, dass er an der Krankheit sterben wird aber dass es halt noch mal besser werden kann. Der Arzt war recht nett und hat uns dann die Nummer von der Palliativpflege gegeben. Er hat uns aber versprochen dass er noch immer der zuständige Arzt von Papa ist und wenn was ist ist er immer da. Nur Papa wird am Freitag entlassen und da soll halt die "Versorgung" für Papa gewährleistet sein.

Nachher sind wir dann nochmals zu Papa, dann mittags heim zum Hund und nachmittags wieder zu Papa um ihn zu besuchen. Dazwischen hat Mama mit der Dame von Palliativ telefoniert und einen Termin für 15:oo Uhr ausgemacht. Promt war die Dame dann am Zimmer bei Papa und wir haben jetzt einen Pflegeantrag gestellt. Sie hat auch gefragt was Papa sonst noch alles braucht und es wird dann am Montag jemand vorbeikommen und sich bei uns vorstellen. Wir haben gesagt, dass das alles Mama übernimmt mit den Spritzen und falls Pflege notwendig ist sind Mama und ich immer da. Aber wir wollen uns die Türe offen lassen falls es einen Notfall gibt dass uns vom Palliteam geholfen wird.
Papa hat dann gleich gefragt wenn er jetzt den Pflegeantrag unterschreibt ob er dann eh seinen Führerschein behalten darf. Das war ihm sehr sehr wichtig. Die Dame meinte ja, es würde niemand fragen ob er mit dem Auto fährt. Ich bin dann mal gespannt. Das würde seinem Ego sehr weh tun wenn ihm der FS auch noch genommen wird, egal ob er noch fahren kann oder nicht.
ES war wieder megamäßig anstrengend. Einfach auch dieser Nervenkitzel ob die Dame eh nix falsches zu Papa sagt was ihn überrumpeln würde oder was ihm die Hoffnung nehmen würde. Das ist meine größte Angst! Könnt ihr das verstehen? Habt ihr das auch oder bin da nur ich so?
Ich bin gespannt wie es dann daheim wird. Auch auf die Nächte bin ich gespannt, er hat ja jetzt in der Nacht eine Spritze bekommen. Es wird anstrengend. Auch bin ich auf seine Laune daheim gespannt. Im 3-Bett-Zimmer unter den anderen Leuten ist er ja halbwegs gut drauf, er ist schon ein kleiner Schauspieler geworden. Ich hoffe das bricht zuhause nicht völlig, ich kann es nicht einschätzen.
Mama ist mit den Nerven schon am Ende und hat heute wieder beim Arztgespräch geweint. Ich saß regungslos daneben als ob es mich gar nicht angeht, keine Ahnung warum. Mich hauts dann daheim alleine immer zusammen aber in der Situation bin ich komplett gefühlskalt als ob ich eine andere Person wäre.
Ich habe ja jetzt GsD noch ein paar Tage frei aber ich glaub ich brauch dann Ferien von den Ferien. Leider geht das nicht aber ich hätte es echt dringend nötig. Habe echt Angst wie es weitergeht und hoffe dass mir die Kraft für zuhause und für die ARbeit nicht ausgeht. Möchte Mama nämlich schon auch in der Nacht helfen damit sie auch mal schlafen kann.

Ich wünsch euch eine Gute Nacht, werd mich jetzt mal vorm Fernseher haun!
ja, Papa meinte er schaut sich heute im Fernsehraum Fußball an, ich hoffe er hat genügend Luft dafür! Meld mich, liebe Grüße

Mirilena
20.02.2013, 20:11
Liebe Nina,

diese sogenannte Gefühllosigkeit kenne ich auch. Da war ich ähnlich vor Fremden bzw. Ärzten. Wahrscheinlich wirkte ich so kopfgesteuert, dass die sich immer alle an mich gehalten haben. Mach dir deshalb keine Vorwürfe, denn deshalb liebst du deinen Papa nicht weniger. Es ist sogar gut, wenn einer bei euch einen "klaren Kopf" bewahrt!

Es tut mir leid, dass die Aussichten nicht so gut sind und es tut wirklich weh, das vom behandelnden Arzt zu hören. Doch ich finde es sehr, sehr gut, dass der Arzt euch gegenüber so ehrlich war und ich finde es auch gut, dass er nicht versucht, deinem Papa noch eine weitere Chemo aufzuschnacken. (Wie das bei meinem Dad der Fall war) So traurig die Wahrheit ist, man kann sie dennoch besser vertragen, denn nun könnt ihr euch mit dem Unvermeidlichen auseinandersetzen. Und Nina, du kannst deinen Papa nicht davor beschützen... Ich verstehe so gut, dass du es möchtest, aber glaube mir, dein Papa selbst wird es spüren, wenn die Kraft ihn verlässt. Das ist auch für ihn wichtig, um sich auf das vorzubereiten, was dann kommt.

Ich schließe mich Carmen an, ihr macht das alle drei ganz toll! Aber pass auf dich auf, damit du nicht irgendwann zusammen klappst. Es ist eine extreme Belastung, wenn man arbeitet und dann nachts nicht durchschlafen kann. Ich bin den letzten Monat mit der Arbeitszeit runtergegangen und dann ganz zuhaus geblieben. Hast du schon vom Familienpflegezeitgesetz gehört? Aber es ist besser, wenn man das einfach so mit seinem Arbeitgeber regeln kann, wenn's schnell gehen muss.

Und Autsch, mir tat meine Hand heute vormittag ein kleines bißchen weh;)
Nein, ist ein Scherz! Du kannst so fest drücken, wie es sein muss, das ist okay!!!

Ich knuddel dich
Miri

kathi1977
20.02.2013, 20:30
Hej aus dem hohen Norden,

bekommt dein Vater Vendal? Das ist ein Opiat, was dem kørpereigenen Opiaten sehr æhnelt und dadurch besonders gut vertræglich ist und es wird besonders bei Atemnot bei BC verwendet, dein Dad darf aber damit kein Auto fahren, aber das muss ich euch bestimmt nicht erklæren. Schøn das ihr heute soviel regeln konntet auch wenn es ein trauriger Anlass ist. Aber ich finde ihr seid eine super starke Familie und ihr Mædels macht das super. Ich finde es toll wie sehr du deine Mutter unterstuetzt, das du kaputt und muede bist kann ich gut verstehen. So ging es uns vom 19.Dezember bis zum 7.Januar, als wir keine Diagnose hatten und alles nur Rætsleraten war.....puha anstrengende Zeit....ganz viel Kraft fuer die naechsten Tage.

Gina79
20.02.2013, 20:40
Danke Miri, ich hab deine Hand in GEdanken wirklich ganz ganz fest gedrückt und es hat Kraft gegeben. Es ist so schön wenn man weiß dass da Menschen sind die an einem denken!
Ich weiß, dass ich Papa nicht davor beschützen kann aber es tut halt so unheimlich weh wenn er das alles mit der Pflege gesagt bekommt. Das ist so endgültig. Wenn ich mir denke dass er heute wahrscheinlich wieder in den Fernsehraum geht und Fußball schaut dann kann ich das alles gar nicht glauben. Aber ich weiß die Zeit kommt und sie rückt immer näher und es ist gut wenn man professionelle Hilfe hat auf die man zurückgreifen kann wenn es bremslig wird und wir es alleine nicht mehr schaffen. Es ist halt alles ein wenig viel und geht auch sehr sehr schnell.
Eine Familienpflegezeit kann oder will ich mir nicht nehmen. Meine Mama ist ja eh schon in der Pension und daheim. Als Lehrerin ist es halt schwierig zu fehlen, da muss jemand für dich einspringen und das ist im Krankheitsfall von ein paar Tagen schon nicht leicht bei uns.
Außerdem bin ich da leider eine kleine "Perfektionistin" die halt nie fehlen mag. Habe in den 10 Jahren wo ich arbeite bisher nur einen Tag gefehlt und da war ich selbst im KH mit einem Abszess in der Brust. Ich weiß, das liegt an mir selbst und es ist vielleicht falscher Stolz aber so lange es geht muss ich da wohl so durch. Wenns wirklich nicht mehr geht und sich die Situation zuspitzt muss ich mir eh ein paar Tage frei nehmen.
Hast du in dieser schwierigen Zeit Medikamente zur Beruhigung genommen? Ich weiß noch nicht ob ich mir welche verschreiben soll. Mama meint sie will keine denn sie will nicht abhängig werden aber dann denke ich mir bevor es nicht mehr geht würde es vielleicht doch besser sein etwas gegen die Angst und zur Beruhigung zu nehmen. Liebe Grüße

Mirilena
21.02.2013, 07:45
Guten Morgen Nina,

oh, ich wusste nicht, dass du Lehrerin bist! Ich habe auch mal auf Lehramt studiert, aber damals wollte ich lieber nicht unterrichten und habe dann gewechselt zu Magister. Wie dumm von mir, denn als allein erziehende Mama wäre es optimal gewesen, als Lehrerin zu arbeiten. Heute könnte ich mir das gut vorstellen, da ich mit den Teenies prima zurecht komme. Aber nun ist es zu spät und da bin ich halt ein "Marketing-Fuzzi" geworden:D

Ich habe keine Medikamente genommen, aber ich brauchte sie auch nicht. Bis auf meine Ruhelosigkeit und die Schlafstörungen und die daraus resultierende Erschöpfung kam ich ganz gut klar. Aber ich würde jedem empfehlen, zum Arzt zu gehen und sich Unterstützung zu holen, wenn man sie benötigt. Es ist ja kein Makel, wenn man etwas nimmt!!! Ich glaube, ich habe mir nur Globuli geholt, aber ich weiß gar nicht mehr, welche das waren. Da du ja jeden Tag vor ca. 20 bis 30 Schülern stehst und volle Konzentration angesagt ist, solltest du schon mit deinem Arzt sprechen. Kinder sind ja sensibel und das auch im negativen Sinn... Die merken schnell, wo man seine Schwachstelle hat.

Ich kann dich so gut verstehen! Das ist eine ganz, ganz schwierige Situation, denn wenn man erkennt, dass es keinen Strohhalm mehr geben wird, an den man sich klammern kann und dass auch das erhoffte Wunder ausbleibt, dann tut das so weh, dass man das Gefühl hat, es nicht mehr ertragen zu können. Ich weiß, dass ich an dem Punkt eine irrationale Angst entwickelt habe, dass mein Vater ja allein gehen müsste. Wir bleiben zusammen und er musste seinen Weg allein fortsetzen. Da habe ich drei Bücher von Elsiabeth Kübler-Ross gelesen über das Sterben und den Tod und die Vorstellung, dass wir alle einen Schutzgeist oder etwas Ähnliches haben, der uns unser ganzes Leben begleitet, hat mich sehr getröstet. Dieser Schutzengel ist immer bei uns und er hilft auch beim Übergang. Mag jetzt blöd klingen, aber ich habe den Schutzengel meines VAters gebeten, sich mir irgendwie zu zeigen, damit ich weiß, dass es ihn gibt. Das hat er dann auch getan und ich war so beruhigt. Da legte sich eine innere Ruhe über mich und ich habe davon meinem Papa auch erzählt. Ich weiß nicht, ob ihn das vielleicht auch beruhigt hat, aber mir hat es geholfen zu wissen, dass wir nie ganz allein sind. Dennoch hat man eine gewisse Angst vor dem, was da kommt, doch mit dem Wissen, dass mein Vater auch dann nicht allein sein würde, konnte ich es ganz gut überstehen.

Ich kann dich auch verstehen, dass du weiterhin voll arbeiten willst. Bei uns war es auch so, dass meine Mutter ja rund um die Uhr daheim war und ich sie dann in meiner Freizeit unterstützt habe. Am Schluss wollte ich dann aber mehr Zeit für meinen Papa haben und das wurde mir auch ermöglicht.

Ganz liebe Grüße
Miri

Gina79
21.02.2013, 11:44
Hallo Miri! Ja, es ist schon ziemlich schwierig im Moment als Lehrerin, zumal ich es ja mit 15 bis 16 jährigen zu tun habe. Die sind halt auch nicht immer ganz einfach und man braucht sehr sehr viel Geduld. In kniffeligen Situationen in der Schule, wenn ich viel Geduld brauche sage ich mir immer vor ruhig zu bleiben. Es hat schon einige Situationen gegeben wo ich dann einfach laut losschreien wollte mich aber dann wieder runtergeholt habe. Ich bin normal sehr sehr geduldig aber ich merke jetzt schon dass ich teilweise in der Arbeit mit jungen Leuten an meine Grenzen stoße.
Ich werd alles auf mich zukommen lassen. So lange es geht werde ich arbeiten gehen und wenn es nicht mehr geht kann ich sicher ein paar Tage "frei" haben. Lange halt nicht weil ja alles aussuppliert werden muss.

Zwei Bücher von Elisabeth Kübler Ross habe ich schon vor längerer Zeit gelesen. ICh hatte so mittendrin mal den Drang mich mit dem Thema zu beschäftigen, hatte damals aber auch ein schlechtes Gewissen dabei. Dachte mir immer warum beschäftige ich mich schon mit dem "Äußersten" wenn es ja noch gar nicht so weit ist. Aber ich hab sie dann gelesen und es hat mir gut getan.

Heute hat mein Paps wieder völlig verzweifelt angerufen wann wir kommen. Ich sagte nachmittags warum denn. ER meinte sie schicken ihn jetzt auch noch zum Urologen. ER war komplett verzweifelt. ER konnte ja schon seit ein paar Tagen nicht richtig Wasser lassen und sein linker Fuß hat ein wenig Wasser gestaut. Er war schon wieder so verzweifelt dass noch was dazukommt und er vielleicht am Freitag nicht heim darf.
ER meinte die Nacht war furchtbar aber er erzählt es uns wenn wir bei ihm sind. Es wird und wird immer mehr zum :eek:
ES ist nicht die Angst dass er sterben wird, ich fürchte mich vielmehr vor dem ganzen Leid, dass mein Papa jetzt schon und in Zukunft ertragen muss. Es kommen immer mehr Wehwechen dazu, immer mehr Dinge, die er nicht mehr machen kann und sich das selbst eingestehen muss. Auch das mit dem Pflegeantrag gestern, das quält ihn so sehr weil er das jetzt alles braucht. ER ist so verzweifelt und tut mir so schrecklich leid.
Vor einer Woche ist er noch aufrecht zum Stammtisch gegangen und jetzt muss er sich aus dem Bett quälen. Es geht alles so furchtbar schnell und doch so langsam.
Ich will nicht, dass er sich das alles mitmacht und von Tag zu Tag sieht wie sein Körper immer schwächer wird und jedes Organ seinen Schaden nimmt.
Ich kann dieses Krankenhaus nicht mehr sehen. Nicht weil ich gegen das KH an sich etwas habe aber es ist halt alles schon zu viel. Ich weiß aber auch, dass es daheim nicht besser wird, eher noch anstrengender. Da ist natürlich auch die Sorge wie meine Mama das alles dann daheim verkraftet und die Furcht dass sie dann nicht auch noch krank wird weil sie ja gar keine Zeit mehr für sich haben wird.
Ich bin so froh, dass ich euch hier habe. Tut mir leid, habe jetzt mal wieder richtig Dampf abgelassen! Liebe Grüße

mayflower64
21.02.2013, 12:01
hallo nina...
:pftroest::pftroest::pftroest:
fühl dich mal gedrückt....
es tut mir leid zu lesen was im moment bei euch los ist...
gegen das wasser im fuss könnte dein papa evtl lymphdrainage bekommen? hilft gut,zumindest bei mir,habe seit jahren mit wassereinlagerungen zu kämpfen..
und wegen dem pflegeantrag,meinst du wegen pflegestufe? die haben wir auch seit november,ging bei uns sehr schnell.männe braucht ja auch hilfe beim baden usw..und solche unterstützungen stehen einem zu,bzw entlasten die angehörigen enorm..männe tat sich auch schwer damit,auf meine hilfe angewiesen zu sein usw..inzwischen ist er froh das wir das alles gemacht haben..auch wenn es im moment bei uns gut ist,heisst das noch lange nicht das es so bleibt (leider wissen wir das alle ).
ich bin an einem punkt angekommen wo ich nehme was uns zusteht u dafür kämpfe das er relativ selbstständig bleibt..zb mit dem scooter kann er mal alleine raus..mit rollator reicht die luft auch nicht sooo lange...

ich finds toll das du mit deiner mutter deinen papa super unterstützt,man merkt wie wichtig dir das ist....das machen längst nicht alle töchter so...

glg mayflower64:remybussi:winke::winke:

Mirilena
21.02.2013, 13:06
Liebe Nina,

ich finde, dass mayflower absolut richtig liegt! Alles in Anspruch nehmen, was einem zusteht! Man kann wirklich jede hilfreiche Hand gebrauchen. Ich weiß, dass es schwer ist und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schlimm sich das alles für deinen Papa anfühlt. Es muss grausam sein, wenn man seinen körperlichen Verfall so bewusst erlebt. Mein Vater mochte nicht mehr in den Spiegel schauen... Wenn er sich irgendwo sah, dann zuckte er regelrecht zusammen. Ich weiß nicht einmal, was er am Ende wog. Er hat so viel abgenommen (obwohl er nie sonderlich viel gewogen hat)... zum Schluss war er Haut und Knochen. Es tat mir weh, ihn so zu sehen. Er hatte ja nicht einmal mehr die Kraft, ein Glas in die Hand zu nehmen und zu trinken. Meine Mutter war da sehr pragmatisch und hat einen Schnabelbecher besorgt, damit er selbstständig trinken konnte, ohne sich zu verschlucken. Am Ende hat mein Papa alles nur noch geschehen lassen. Aber wie dein Vater wollte er so lange wie irgend möglich die Selbstständigkeit erhalten. Er hat sich mit letzter Kraft zum Toilettengang geschleppt und es hat mir immer das Herz zerrissen, wenn dieses spindeldürre Kerlchen so krumm und unter Schmerzen mit dem Rollator zur Toilette schob. Ein wahnsinniger Kraftakt jedes Mal. Ich hätte ihm auch von Herzen gewünscht, dass ihm das alles erspart bleibt, nur leider ist es wohl den wenigsten Menschen vergönnt, einfach so einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen. Alle anderen müssen kämpfen und leiden. Und immer wieder loslassen. Ich frage mich, das in ihnen vorgeht, wenn die Krankheit so rasant verläuft und sie so schwach und hilfsbedürftig werden. Das muss sehr weh tun. Aber das Schöne in dieser schlimmen Situation ist es, Menschen an seiner Seite zu haben, die zu einem halten. Die ohne große Worte das Richtige tun und einfach nur da sind. Und das seid ihr, Nina!!!

Nun, da hast du es in deiner Klasse also mit richtigen Teenies zu tun (wie meine Tochter, die wird am 01.03. auch 15 Jahre), die alles andere im Kopf haben als Schule... Oje, das stelle ich mir auch sehr, sehr anstrengend vor. Ich habe mich dann auch daran erinnert, bei dir doch schon gelesen zu haben, dass du unterrichtest und dass es oft sehr schwierig ist. Vor allem, da du dort niemandem von deiner persönlichen Situation erzählt hast. Ich bin froh, dass du wenigstens hier im Forum mal Dampf ablassen kannst! Da brauchst du dich gar nicht entschuldigen. Dafür gibt es uns schließlich! Und du weißt ja, Hand in Hand lässt sich vieles besser ertragen als allein...

Umarmung und schöne Grüße an deinen Papa
Miri

Almnixe
21.02.2013, 19:03
Hey Nina,

es ist so eine besch... und schwierige Situation und die Nerven liegen blank, so dass es klar ist, dass man dünnhäutig ist. Das kenne ich auch und ist normal und menschlich in solchen Situationen. Auch wenn manche es nicht verstehen, weil sie um Deine Situation nicht wissen.

Ich fürchte mich auch vor der Zeit, die bald kommen wird. Ich möchte auch nicht, dass meine Mama so leiden muss. Aber wer weiss was noch kommt und vielleicht bleibt uns ja doch ein bißchen was erspart. Für unsere Eltern wünsche ich mir das natürlich noch viel mehr...

Fühl Dich gedrückt! Habe in meinem Thread geschrieben:(

LG! Tina

Gina79
21.02.2013, 19:37
Hallo ihr Lieben! Ich bin nun wieder zurück vom KH. Haben gerade was gegessen um nicht ganz dir Kraft zu verlieren.
Papa hatte ja heute Nacht irrsinnige Schmerzen und konnte nicht Wasser lassen. Sie haben ihm dann einen Katheder zum Wasserlassen gemacht und eine Schmerzspritze gegeben.

Daraufhin wurde es dann als wir gegen Mittag ins KH gefahren sind gleich besser und der Katheder (da war dann über 1 Liter Harn drin) wurde ihm dann auch entfernt. Ich weiß nicht was sie jetzt vor haben weil ja niemand mehr zum Reden da war. Schwestern sagen nix, Ärzte sind ab Mittag fast nicht mehr aufzufinden.
Sein Bettnachbar hat uns erzählt dass Papa heute ganz verzweifelt war und immer gesagt hat er kann und mag bald nicht mehr. Sein Bettnachbar kümmert sich rührend um ihn, er redet zwar ununterbrochen aber er ist ein Engel und passt immer auf ihn auf!

Mir ist schon seit 2 Tagen aufgefallen dass Papa manchmal für Sekunden die Augen schließt und eindöst, dann aber gleich wieder voll da ist. Heute war dies besonders schlimm. Vielleicht auch weil er die ganze Nacht nicht geschlafen hat und weil er ja die Vendalspritzen und eine Schmerzspritze bekommen hat. Heute ist mir auch zum ersten Mal aufgefallen dass er manchmal, wirklich nur ganz kurz zwischendurch Blödsinn redet, dann aber wieder voll da ist. ER sagt dann selbst dass er schon wieder den Faden verliert und greift sich dann aufs Hirn. ER bekommt das mit, dass er da nicht ganz da ist. Es war irgendwie erschreckend! Kennt ihr das? Sind das die Medikamente oder bekommt da das Gehirn zu wenig Sauerstoff??

Auf jeden Fall isst er wie ein Großer. Er isst noch immer sehr viele Süßigkeiten und genießt die richtig. Heute hat er zum ersten Mal gesagt dass es nichts mehr gibt für ihn und er jetzt die restliche Zeit sich es nur noch schön machen soll. Ich weiß nicht wo er das her hat oder ob er sich das denkt!? Mama hat gesagt aber das machen wir ja! Ich glaube er weiß jetzt genau wo sein Weg hinführt. Er tut mir so leid!
Also mit dem Heimgehen wirds mit Morgen nix hat die Schwester gesagt. Mal sehen, vielleicht das WE wenn nichts mehr passiert.
Mama hat die Dame vom Pallidienst heute nochmal angerufen und gesagt dass wir den Pflegeantrag nicht stellen. Ich weiß wir sollten jede Hilfe in Anspruch nehmen aber Mama und ich haben uns darauf geeinigt dass wir es nicht nehmen. Das hat Papa gestern zuviel mitgenommen. Wir möchten nicht dass da noch jemand dann nach Hause kommt und ihn ausquetscht was er noch alleine kann.
Er war viele Jahre von Beruf mit dem Auto unterwegs und will auch seinen Führerschein behalten, (Kann er eh laut Schwester) aber er fühlt sich da in seiner Ehre gekränkt. Wir haben das auch Papa gesagt und er war einverstanden. Das mit dem Palliativdienst wenn was ernstes ist nehmen wir aber an. DAs ist uns sehr wichtig.
Ich bin gespannt auf die kommende Zeit. Einerseits fürchte ich mich irrsinnig davor wenn er dann daheim ist und auch nachts Hilfe braucht, andererseits freue ich mich wenn mein Paps wieder in seiner gewohnten Umgebung ist. Aber es wird hart, besonders hart für Mama.
Ich meld mich morgen wieder mit hoffentlich keinen neuen Horrormeldungen. Es muss doch mal stabil bleiben! Gute Nacht und danke ihr Lieben!

kathi1977
21.02.2013, 20:03
Hej Nina
das hørt sich alles sehr traurig an, neben dem unzufriedenen Verhalten der Aerzte und Schwestern (das find ich jedenfalls) kommt auch noch die Hilflosigkeit, dass man daneben steht und nichts machen kann, hilflos und klein fuehlt man sich und man hætte lust alle anzuschreien und zu heulen gleichzeitig--ist es das was du meinst? Ich kann dich gut verstehen, du liebst deine Eltern und deshalb ist es so schwer, jeder Mensch wuerde so fuehlen, ich hoffe du hast gánz viel Kraft mit dir, die werdet ihr brauchen, ich finde es sehr mutig das ihr keine pflegehilfe wollt aber auch toll, ich kann beide seiten gut verstehen. Lg Kathi

Almnixe
21.02.2013, 20:14
Hey Nina,

vielleicht hat Dein Papa ja auch ein bißchen Blutarmut. Wegen der Müdigkeit und dem etwas verwirrten Hirn. Das haben die Ärzte nämlich heute auch zu Mama gesagt, dass das Verwirrte tatsächlich auch von der Blutarmut gekommen sein kann und die Müdigkeit ja eh. Frag doch einfach mal, ob sie das Blut Deines Papas nochmal schnell untersuchen können. Mama hat nämlich vorgerstern zwei Transfusionen bekommen und seit dem geht alles wieder etwas besser...

Ich kann verstehen, dass Du Dich freust, wenn Dein Papa nach hause kommt. Ich glaube, dass ist die Nestwärme, die irgendwie allen ganz gut tut. Der Rest bleibt erstmal abzuwarten...

Kopf Hoch und Danke für Deine lieben Worte in meinem Thread!

LG und schlaf gut, tief und erholsam,

Tina

Gina79
21.02.2013, 20:17
Danke Kathi! Wir nehmen natürlich, wenn wir wirklich mal Hilfe brauchen und es nicht anders geht, die palliative Hilfe in Anspruch. Das wollen wir auf jeden Fall. Aber wir wollen meinen Papa mit den Pflegeeinstufungen und diesen quälenden Fragen was er noch selbst tun kann und was nicht nicht belasten.
Wir verzichten nur auf das Geld, die mobile Pflegehilfe wollen wir bei Bedarf schon annehmen.
Sie sind schon nett im KH, ich möchte auch gar nicht schimpfen. Sie haben nur viel zu wenig Zeit für die Patienten und sind halt auch schon abgestumpft. Aber das muss man wohl sein in diesem Beruf sonst könnte man ja nicht helfen und sie können ja nicht mitleiden. Und man muss sagen dass nicht alle Ärzte und Schwestern gleich sind, es gibt sehr viele ganz liebe und einfühlsame. Nur leider haben die zickigen und gefühlskalten halt auch mal Dienst.
Ja, manchmal möchte ich einfach irgendwem anschreien, muss mich in der Arbeit mit den Jugendlichen schon sehr zusammenreißen damit mir der Geduldsfaden nicht reißt.
Hast du Erfahrung mit Vendal? Wird man davon sehr müde? Papa ist heute ein paar mal einfach weggenickt und war aber dann gleich wieder voll da. Auch verwirrt war er ein wenig.
Liebe Grüße

edith57
21.02.2013, 21:06
Liebe Nina,

Mein Mann hat auch Vendal bekommen, erst als Saft, dann als Spritzen, als er nicht mehr schlucken konnte. Er war auch sehr müde und zunehmend verwirrt. Wir haben damals die Auskunft bekommen, dass das vom Vendal kommt, weil es zwar sehr hilfreich ist gegen Schmerzen und zur Beruhigung, aber leider auf Kosten eines klaren Bewußtseins.

Leider bleibt keine Wahl - alles ist besser als ständige Schmerzen. Ich wünsche euch für euren bevorstehenden Weg viel Kraft und Mut. Es wird schwer werden für euch, aber es wird auch eine sehr intensive und wertvolle Zeit sein, für die ihr später einmal dankbar sein werdet.

Alles Gute für euch.

Liebe Grüße
Edith

Gina79
21.02.2013, 21:27
Danke Edith! Ich weiß es wird sehr sehr schwer und ich versuche heute schon die "schönen" Momente aufzusaugen und zu genießen. Heute zum Beispiel als wir heimgegangen sind, der Blick von meinem Paps und wie er mit den Händen gewunken hat, diese einzigartigen Gesten, die berühren mich so sehr.
Er verändert sich irgendwie, ich weiß nicht wie, aber so hat er früher nicht gewunken, das ist ganz ganz eigen aber schön und zugleich auch schwer zu ertragen für mich.
Ihr dürft mich jetzt nicht falsch verstehen aber am liebsten wäre es mir wenn mein Paps kein Bewusstsein mehr hätte, damit er dieses verdammte Leid nicht mehr mitbekommt. Damit er es selbst nicht mehr spürt wie sein Körper und auch sein Geist (jetzt durch die Medikamente) immer schwächer werden. Es ist so verdammt hart für ihn und er tut mir so leid. Ist das normal dass ich so denke???
Aber es wäre mir echt lieber.
Papa ist nur ganz ganz kurz etwas verwirrt oder ihm fallen Dinge nicht mehr ein aber er weiß das und es ärgert ihn dann. Das ist das schlimmste, weil er weiß dass er dann verwirrt ist und plötzlich ist er wieder ganz normal.
Ja, es bleibt keine Wahl und ich bin sehr dankbar dafür wenn Papa keine SChmerzen hat.
Liebe Grüße

kathi1977
21.02.2013, 21:34
Hej Nina, ich hatte gerade das Glueck auf einem Kurs in einem Hospiz zu sein, da habe ich viele neue Sachen gelernt. Vendal ist ja schon ein Opiat und davon kann man schon etwas døsig werden und auch etwas verwirrt, vielleicht bekommt er etwas zu viel? Sein kørper muss sich auch erst daran gewøhnen. Das kann schon in Verwirrung enden. Er muss mehr trinken das wære wichtig aber ich weiss auch das das eine schwierige angelegenheit ist. Wir hier zuhause arbeiten wir mit roten tropfen, ja die heissen wirklich so, das ist reines morfin mit alkhol. ein bis zwei tropfen am anfang reichen auf etwas zucker, ich weiss nicht ob das nicht besser wære. da es dem kørperlichen opiaten sehr æhnlich ist hat man kaum nebenwirkungen, lg und kopf hoch kathi

Gina79
21.02.2013, 21:59
Danke Kathi, werd mich morgen gleich erkundigen! Lg

Mirilena
21.02.2013, 22:06
Liebe Nina,

ich kann mich Kathi und Edith nur anschließen. Mein Vater hat ja Durogesic Pflaster erhalten (Morphium) und diverse andere Medikamente. Als man im Krankenhaus mit dem Morphium startete, ging es ihm ganz genauso wie deinem Paps. Er döste ständig ein und bekam im wachen Zustand Wortfindungsstörungen und hatte arge Konzentrationsprobleme, was ihn ärgerte. Der Palliativarzt erklärte mir auch, dass der Körper sich an das Morphium gewöhnen muss. Deshalb sei er so müde und erschöpft. Auch die Bewusstseinstrübungen wären darauf zurückzuführen. Mein Vater bekam zuhause noch ein weiteres Morphiumpräparat, das er oral einnahm, während die Durogesic Pflaster immer gesteigert wurden in ihrer Konzentration. Von afänglichen 25 mg waren wir am Schluss bei 175 mg... Da halluzinierte er auch, hörte Stimmen, die wir nicht hören konnten und sah seltsame Gestalten. Dazwischen war er aber immer bei vollem Bewusstsein.

Das ist alles sehr schwierig und ich habe es genauso empfunden wie du. Aber mir war dann auch am wichtigsten, dass er nicht so arge Schmerzen hatte und die Nebenwirkungen musste er dafür in Kauf nehmen...

Fühle dich umarmt
Miri :pftroest:

Almnixe
22.02.2013, 19:12
Liebe Nina,

wie geht es Deinem Papa, Dir und Deiner Mama heute? Haben ein paar der Tipps unserer Mitstreiterinnen Deinem Papa geholfen? Ich hoffe!

Fühl Dich gedrückt!

Tina

Gina79
22.02.2013, 20:26
Hallo! Melde mich heute etwas später, waren fast den ganzen Tag im KH. Leider spitzt sich unsere Situation immer mehr zu und Papa geht es immer schlechter. Wir bekamen heute um 8:30 in der Früh den Anruf einer Krankenschwester dass es Papa nicht gut ginge und er sehr verwirrt sei. Wir sollten bitte kommen. Wir sind hingefahren und trafen ihn auch etwas verwirrt an. Ich hatte es mir aber schlimmer vorstellt. Er kannte uns und redete auch mit uns.
Der Arzt hat dann mit Mama gesprochen und gefragt wie die Situation daheim aussieht. Mama sagte wir hätten so niemanden, ich wäre in der Schule und sie ist halt alleine. Er hätte ihn uns so mitgegeben, hat aber dann die Übergangslösung gefunden Papa in ein sehr feines Einzelzimmer mit Fernseher und Übernachtungsmöglichkeit für uns zu geben.
Er wurde dann umgebettet und liegt nun alleine. Wir waren bis jetzt bei ihm. Eine Schwester meinte zwar sie hätte kein gutes Gefühl wenn wir nicht da schlafen aber wir können ja nicht jetzt schon rund um die Uhr da bleiben. Er war manchmal schon ein wenig verwirrt in seinen Aussagen was Wochentage oder Uhrzeiten angeht aber die meiste Zeit war er heute nachmittag ganz klar.
Mal sehen, bis nächste Woche darf er mal in dem Zimmer bleiben.
Papa ist jetzt ein Pflegefall. ER hat jetzt eine Windel (ich weiß nicht ob wegen dem Katheder der ihm immer wieder umgesetzt wird oder wegen dem weil er nicht alleine aufs WC kann)? ER kommt schwer aus dem Bett und ins Bett aber es geht dann doch wenn er will. ER hat sogar heute am Tisch und am Sessel einen Kaffee getrunken in seinem Zimmer als wir da waren.
Ich weiß nicht. Er hat so verwirrte Momente und dann ist er wieder so klar und weiß ganz genau was los ist.
Als mama schnell was zu trinken kaufen war fragte er mich was wir jetzt von ihm und der Situation an sich halten. Ich habe gesagt wir 3 halten zusammen und wir schaffen alles. Dann meinte er die Zeit ist halt jetzt etwas kürzer als gedacht. Ich hielt seine Hand, dann kam Mama wieder und wir redeten nicht mehr davon.
Sie sind alles ganz lieb und kümmern sich wirklich super um Papa. Papas ehemaliger Zimmerkollege kommt ihn immer besuchen, er hat auch Mamas Nummer und wenn was ist ruft er uns an. Er kümmert sich auch so brav um Papa, er geht sogar heute abend fernsehen zu ihm.
ES ist alles so paradox, heute mittag meinten Mama und ich schon es wäre jetzt wirklich bald zu Ende und nachmittags ging es ihm wieder ganz gut. Ich meine aufstehen kann er nicht mehr wirklich weil die Kraft fehlt aber er hat heute fern gesehen und gegessen und Cola getrunken.
ER tut mir so leid, das ist mein Hauptproblem. Wenn er wenigstens nicht mehr wüsste wie sehr er leidet und was mit ihm los ist aber er hat nur wenige verwirrte Momente gehabt seit Mittag.
Ich habe solche Angst und ich will meinen Papa nicht verlieren. Ich sauge die schönen Momente auf wie ein Schwamm und auf einmal gibt es so viele schöne und einzigartige aber ganz banale Momente und Dinge mit ihm zusammen.
Ich hoffe so sehr, dass er heute eine halbwegs ruhige Nacht hat. Irgendwie habe ich Schuldgefühle weil wir nicht im KH bei ihm geblieben sind aber er denkt sich ja auch was da los ist wenn wir auf einmal drin schlafen. Er bekommt ja alles voll mit. Es ist soooooooooooooo schwer aber ich versuche einfach nicht mehr nachzudenken und alles geschehen zu lassen. Ich kann es ja sowieso nicht steuern, merke nur immer mehr dass meine Kraft nun bald am Ende ist!
Bitte denkt an uns!

Mirilena
22.02.2013, 20:52
Liebe Nina,

lass dich mal in den Arm nehmen und ganz fest halten. Dein Papa scheint innerlich zu wissen, dass ihm nicht mehr so viel Zeit bleibt. Ich denke heute, dass wir spüren, wenn wir gehen müssen... Mein Vater wusste es auch. Als ich ihm von seinem Schutzengel erzählte und wie froh ich sei, dass immer jemand an seiner Seite wäre, lächelte er und meinte, nun müsse er sich mit dem Sterben und dem Tod auseinander setzen. Mir tat das alles auch so leid. Dass er solche Schmerzen hatte, diesen Verfall mitbekam und seine Selbstständigkeit einbüßte. Auch mein Vater musste diese Windelhosen tragen, weil er einfach keine Kraft mehr hatte, sich im Bett aufzurichten und sich dann auf den Toilettenstuhl zu setzen. Und du glaubst nicht, wie sehr mein Dad die Windeln gehasst hat!!!

Es kann auch sein, dass dein Papa sich auf seine Reise vorbereitet... Dann geht der Blick immer öfter in die Leere, denn er richtet sich nach innen. Oft wirkt man dann auch so abwesend und unkonzentriert.

Nina, mach dir keine Vorwürfe! Ich denke, dein Vater hätte euch gesagt, dass ihr über Nacht bleiben sollt, wenn er sich das gewünscht hätte. Ich bin ganz sicher, dass du ihn morgen unverändert antreffen wirst. Es tut mir so, so leid und ich wünschte, ich könnte irgend etwas für dich tun. Ich kann dir nur raten, weiterhin so viel Zeit wie möglich mit deinem Papa zu verbringen. Auch wenn er verwirrt sein sollte oder viel schläft, noch ist er da und du kannst seine Hand halten, ihn anschauen, an ihm schnuppern, ihn küssen und dich an ihn kuscheln. Eine Freundin hier hat mal gesagt, sie hat es bereut, sich nicht zu ihrer Mama mit ins Bett gelegt zu haben. Ich habe das auch nie getan... Ich habe immer sehr dicht bei meinem Paps gesessen und seine Hand gehalten und ihn gestreichelt, ihn eingecremt und massiert an den Beinen. Das mochte er gern. Und wenn er klar war, dann habe ich gern mit ihm gesprochen. Am glücklichsten war ich immer, wenn er lächelte und einen kleinen Scherz machte...

Ich denke ganz, ganz fest an dich und deine ELtern!
Umarmung
Miri

Almnixe
22.02.2013, 21:23
Ach Nina! Es tut mir so leid...

Ich denke ganz fest an Euch und schicke Euch noch ganz viel Kraft, Energie und Stärke!!!

LG! Tina

kathi1977
22.02.2013, 21:27
Hej Nina. Habe gerade gelesen, was alles bei euch passiert. Das ist nicht so schøn. Ich glaube,dein Vater weiss in welche Richtung es geht und man sollte die Wirkung von Morfin nicht unterschætzen, manchmal kommt man in ein sogenanntes Delirium, ein von Morfin ausgeløster Zustand, wo der Betroffene sich wie ein gefangener fuehlt, gefangen in eigenen Gedanken und gefangen im eigenen Kørper. Das ist leider oft eine Nebenwirkung von Morfin. Auf der anderen Seite wirkt es als einziges Schmerzmittel gegen Tumorschmerzen, da alle anderen Medi´s nur eine halb so grosse wirkung hætten. Ich will damit nicht sagen lieber verwirrt als mit schmerzen, aber im Moment ist wie Pest oder Cholera. Ich wuensche dir viel Kraft. Alles Liebe fuer euch aus dem hohem Norden, und uebrigens finde ich es sehr schøn das dein Dad allein in einem Zimmer sein darf um die nøtige Ruhe zu haben.

Gina79
22.02.2013, 21:59
Danke ihr Lieben, ihr gebt mir so viel Kraft. Musste gerade wieder weinen. Ich bin im KH bei Papa so stark aber dann wenn ich alleine bin falle ich in mich zusammen.
Habe 2 schöne Fotos von Papa parat für den Fall der Fälle und mir auch über das ganze Jahr schöne Sprüche gesammelt. Irgendwie schäme ich mich dafür dass ich mich so früh schon auf das Äußerste vorbereitet habe.
Ich habe solche Angst dass es Papa doch besser geht als wir alle glauben, vom verwirrt sein meine ich. Dass es vielleicht viel zu früh sei mit dem Einzelzimmer. Vorhin hat er angerufen und gemeint er ruht sich jetzt ein wenig aus und sieht dann fern und gefragt wann wir morgen kommen. Da ist er doch völlig klar im Kopf. Ich versteh das alles nicht.
Er hat es uns übrigens nicht gesagt dass er eine Windelhose trägt. Ich habe es gesehen als er die Füße ins Bett hob. Ich weiß jetzt nicht ob er es selbst nicht weiß oder ob er es uns einfach verschweigt weil er sich vor uns schämt oder wir nicht wissen sollen dass es schon so weit ist.
ES ist einfach so grausam, seit man ihm das alles mit Palliativ, Pflege und keine Chemos, usw. sagte hat er innerhalb von 2 Tagen abgebaut. Vor drei Tagen sind wir noch mit ihm im Fernsehraum gesessen und haben schifahren geschaut und er hat da nicht mal Sauerstoff gebraucht. Und jetzt geht alles auf einmal so schnell. Ich glaube er hat das was die Ärzte und Schwestern gesagt haben nicht verkraftet. Oder es wäre so und so gekommen. Ich weiß es nicht aber ich grüble immer wieder darüber nach.

Ich bin so froh euch zu haben, ich hab sonst niemand zum Reden außer euch und Mama. Aber Mama ist auch schon so fertig und muss zusehen dass sie selbst den Boden unter den Füßen nicht verliert.

Sie hat in der Pension immer einmal die Woche in einem Modegeschäft ausgeholfen weil es ihr Spass machte. Heute bekam sie den neuen Dienstplan für dieses Monat. Sie hätte da mehrere Dienste und auch unter der Woche wo ich in der SChule bin und niemand daheim wäre.
Wenn wir Papa heimbekommen muss aber jemand da sein.
Sie hat dann heute gleich dort angerufen und sozusagen "gekündigt". Sie kann ihre Dienste nicht mehr einhalten. Das hat ihr natürlich auch unheimlich weh getan weil es ja ein bisschen "normales Leben schnuppern" war und es ihr so Spass gemacht hat. Aber ich kann ihr da nicht helfen, ich muss in die Schule. Es ist alles so sch...ße!
Ja, Papa weiß glaub ich dass seine Reise bald beginnt und wir alle loslassen müssen.
In diesem Jahr habe ich erst richtig begriffen was mir mein Papa wert ist und wie sehr ich ihn brauche und wie lieb ich ihn hab! Es ist so furchtbar, ich will ihn nicht hergeben.
Mama sagte heute dass er seinen Charakter jetzt ein bisschen verändert. ER ist auf einmal wieder so spitzbüberisch wie er früher war als sie ihn kennenlernte und das war eigentlich die Eigenschaft die sie an ihm so faszinierte. Er hatte es im Laufe der Jahre verloren und ist ernster geworden. Nun ist er wieder so. Es ist alles so eigenartig!
Ich fühle mich wie in einem schlechten Film wo wir die Hauptrolle spielen. Ich funktioniere nur mehr und versuche so wenig wie möglich nachzudenken und so wenig wie möglich Gefühl ins Spiel zu bringen. Leider gelingt es mir nicht immer, wie zuerst zum Beispiel.
Mein einziger Wunsch ist jetzt dass mein Papa nicht leidet, psychisch leidet meine ich (Schmerzen hat er ja keine und die Atemnot war heute auch nicht so schlimm, auch der Husten nicht).
Danke, dass ihr an uns denkt!

Gina79
22.02.2013, 22:03
PS: Ich habe Papa heute zum ersten Mal gesagt wie lieb wir ihn haben! Er meinte er weiß das!
Muss schon wieder heulen! Es wird Zeit fürs Bett glaub ich!

cawo
22.02.2013, 22:39
Hallo Nina,
weißt du wieviel mg Morphin er bekommt?

Das ab und zu verwirrte ist sicherlich eine NW.

Leider hat das aber nix mit dem körperlichen Verfall zu tun. Ich weiß nur zu gut wie weh das tut es mitansehen zu müssen.

Mein Schatz trägt ja auch seit ner Woche Windeln. Wir haben aber bisher noch alles im Griff, soll halt Sicherheit für den Notfall geben. Ich bin so froh dass er das ohne Murren akzeptiert. Ich stelle mir das sehr schwer vor, wenn ein erwachsener mündiger Mensch auf einmal Windeln tragen soll.

Kümmert euch jetzt schon mal drum.. lasst ein Rezept rausschreiben und informiert euch wer die Dinger liefert. Dort anrufen und erst mal eine Mustersendung bestellen!

Empfehlung von mir: Keine Windelhosen wenn er nicht mehr selber auf Toilette kann, dann die Klebevariante.

Ach Mensch, ich dachte nicht dass es jetzt so abwärts geht.

Aber vielleicht klappt alles wieder einen Tick besser, wenn er zu Hause in seiner gewohnten Umgebung ist.

Ich drücke euch die Daumen!!

LG

Carmen

by the way.... haste gut gemacht, zu SAGEN, dass du ihn liebhast. Spüren und sagen sind halt 2 Paar Stiefel

Mirilena
23.02.2013, 07:39
Liebe Nina,

ja, ich stimme Carmen zu! Sag deinem Papa ruhig mehrmals am Tag, wie lieb du ihn hast. Ich bin ja der Meinung, dass man das gar nicht oft genug sagen kann.

Aus dem Verlauf der Krankheit meines Vaters weiß ich, wie schnell der Zustand sich verschlimmern kann. Die Ärzte und Schwestern im Krankenhaus haben ja wesentlich mehr Erfahrung und sie erkennen sozusagen die Zeichen. Deshalb haben sie es euch gegenüber auch so ausgesprochen... Ich denke nicht, dass es deinem lieben Papa daher nun schlechter geht, sondern dass er sich leider in diesem Stadium befindet, da der Körper rasant an Kraft verliert. Dein Papa spürt das innerlich. Dieser für dich sehr schwer nachzuvollziehende Wechsel zwischen Verwirrtheit und klarem Bewusstsein, den habe ich bei meinem Papa genauso erlebt. Und er bäumte sich auch immer wieder auf, doch irgendwann war auch das nicht mehr möglich und ich denke, da hat er sich dann mit dem Ende arrangiert. Es hilft ja nichts, wenn man sich gegen etwas wehrt, das stärker ist als man selbst, dann hat man es nur noch schwerer...

Genau wie du habe ich auch versucht, mich vorzubereiten, habe gewisse Vorkehrungen getroffen und wenn ich mich dabei ertappte, fühlte ich mich schlecht und elend, so als würde ich den Tod geradezu heraufbeschwören. Aber im nachhinein weiß ich, dass es nur tausende kleiner Abschiede waren und dass wir mit der Trauerarbeit schon zu dem Zeitpunkt begonnen hatten...

Ich war ganz gerührt, als ich von der wiederkehrenden Spitzbübigkeit deines Papas las. Das ist ja schön und wird deine Mama an ihre erste Zeit mit ihm erinnern.

Liebe Nina, ich wünsche euch heute eine schöne gemeinsame Momente mit deinem Papa, Momente der Nähe und der Liebe mit ganz viel Wärme. Und denk dran, diese kann dir niemand wegnehmen!

Umarmung
Miri

Almnixe
23.02.2013, 10:01
Liebe Nina,

Du brauchst Dich für nichts zu schämen, was Dir hilft, Dich auf diese Situation vorzubereiten. WEnn es Dir hilft Fotos zu sammeln und Sprüche zu sammeln, dann ist das gut, weil es sich für Dich richtig anfühlt.

Sag Deinem Papa noch oft, dass Du ihn lieb hast. Ich habe das meinem Papa vorher nicht so ausdrücklich gesagt und habe es erst getan, als es schon ganz schlecht um ihn Stand. Es war so schön, weil er es mir auch gesagt hat und ich habe in diesem Moment die ganze Liebe zwischen uns gespürt. Diesen Augenblick kann mir keiner mehr nehmen und dacon zehre ich noch heute. Jetzt muss ich auch weinen...Meiner Mama sage ich das, seit sie krank geworden ist. Immer wieder und es tut uns gut und ich bilde mir ein, dass es ihr hilft, wenn sie immer wieder hört, wie sehr sie von ihrer Famile geliebt wird.

Liebe Nina, es hat Deinem Papa bestimmt zu denken gegeben, dass man mit ihm das Thema Pflege etc. besprochen hat. Meiner Mama würde das auch die Füße unterm Boden wegziehen, da ihr damit alle Hoffnung genommen wird. Und für den Kampf gegen diese schlimme Krankheit brauchst Du ein Ziel. Ich kann das sehr gut verstehen.

Das mit den Windeln hätte uns mein Papa auch nicht gesagt. Er war doch immer der Starke, das Oberhaupt der Familie. Ich denke nicht, dass sich Dein Papa unbedingt schämt, aber er möchte Euch kein schlechtes Gefühl geben, indem nun Sachen eintreten, die ihn noch schwächer erscheinen lassen. Es ist eben ein notwendiges Übel. Punkt!

Liebe Nina, ich denke ganz fest an Euch und schicke Euch alle Energie die ich habe!!!!

Bis ganz bald, Tina

Gina79
23.02.2013, 16:01
Mein Papa ist heute um 7:10 in der Früh ganz friedlich eingeschlafen. Wir sind zwar um eine Sekunde zu spät gekommen weil es so schlecht zum Fahren war, aber er war noch ganz ganz warm als wir gekommen sind. Ich dachte er schläft nur, weil er die Augen zu hatte.
Er sah so friedlich aus!
Ich bin unendlich traurig aber zugleich erleichtert dass meinem Papa weiteres Leid erspart geblieben ist!
Ich danke euch allen, besonders Miri, Carmen, Tina, Kathi, Moni für die lieben Worte und die große Hilfe hier im Forum!
Ich meld mich sicher wieder, werde weiterhin bei euch mitlesen und schreiben und mithoffen und bangen. Werde auch wenn die Zeit da ist mir im Hinterbliebenenforum einen Platz sichern!

Brauche aber momentan ein wenig Ruhe, danke für alles und ich melde mich!

cawo
23.02.2013, 16:10
Nina, neinnnnn

Hoffentlich lernt er meinen Schatz kennen.

er ist ihm um 15:00 gefolgt

Carmen

ich weine mit dir

kathi1977
23.02.2013, 17:05
Hallo ihr lieben
oh was????????Ich bin geschockt, euch beiden mein Beileid, dein Vater und dein Schatz haben es gut wo sie jetzt sind, ich bin in gedanken bei euch.......:engel:

Flower*
23.02.2013, 19:26
Liebe Nina!
Ich hab euch so sehr die Daumen gedrückt! Es tut mir wirklich sehr leid, dass dein Vater nun gehen musste und wünsche dir alles Gute und viel Kraft für die kommende Zeit!

Auch dir, Carmen, mein Beileid! Ich wünsche dir ebenfallls viel Kraft!

mhb12
23.02.2013, 20:09
Es tut mir so leid für euch beide!

Liebe Nina, ich bin so geschockt, dass es jetzt so schnell ging. Ich kam gar nicht mehr mit dem lesen nach. Ich wünsche dir und deiner Mutter für die nächste Zeit viel Kraft. Dein Papa wird immer bei euch sein und glaub mir, er ist bestimmt stolz auf dich als Tochter, dass du deine Eltern so unterstützt hast!

Traurige Grüße

edith57
23.02.2013, 20:38
Liebe Nina, liebe Carmen

Es tut mir leid, dass es bei euch beiden nun so schnell gegangen ist. Aber es ist eine Erlösung für euch alle - für die Kranken und für die Zurückgebliebenen. In dieser letzten Lebensphase habt ihr euren Lieben noch soviel Zuneigung und Herzenswärme zukommen lassen - das wird euch in der nun kommenden schweren Zeit ein großer Trost sein.

Ihr habt alles für eure Lieben getan, es gibt keinen größeren Liebesbeweis.

Ich nehm euch beide mal ganz fest in den Arm und weine mit euch um eure Lieben.

Stille Grüße
Edith

Andrea1979
23.02.2013, 20:41
Liebe Nina!

Es tut mir so leid. Ich habe sehr oft bei deinem Beitrag mitgelesen. Es war vieles genau so wie bei meinem Papa. Eure Geschichte hat mich so sehr an unsere erinnert.

Als du geschrieben hast er hat dir als du gegangen bist gewunken, habe ich nur noch mehr geheult. Als ich mich am Tag bevor mein Papa verstorben ist von ihm verabschiedet habe, hat er mir auch gewunken.

Ich habe so mit dir mitgefühlt, konnte dir aber nicht schreiben, denn ich hatte so Angst dir die Hoffnung zu nehmen.

Es tut mir so leid mit deinem Papa.

Glg andrea

Mirilena
23.02.2013, 21:13
Liebe Nina,

ich bin fassungslos, sprachlos... Was soll ich schreiben? Mir kommen meine Worte immer so banal und nichtssagend vor in Anbetracht des unermesslichen Verlustes. Ich habe jetzt hier reingeschaut und bin davon ausgegangen, dass es deinem Papa seelisch heute ein wenig besser geht. Es tut mir so unglaublich leid...

Ihr habt wirklich alles getan und ich freue mich für dich, dass du deinem Papa noch gesagt hast, wie lieb du ihn hast. Ich hoffe sehr, dass es deine Mama und dich irgendwann trösten wird, dass ihr immer an der Seite deines Papas ward und alles getan habt, besonders in der Zeit, da er euch am meisten brauchte. Jetzt stehst du sicherlich unter einer Art Schockstarre und ich kann gut verstehen, dass du erst mal deine Ruhe benötigst. Ich wünsche dir und deiner Mama von Herzen, dass sich diese besondere Atmosphäre des Friedens über euch legen möge. Ihr seid nicht zu spät gewesen, dein Papa wollte ganz allein gehen... Alles ist gut!

Stille Grüße und eine feste Umarmung sende ich dir und deiner Mama
Miri

Liebe Carmen,

ich bin geschockt, dass auch dein Mann heute gegangen ist... und meine Gedanken sind bei dir. Ich habe dich hier in diesem Thread als sehr starke Frau erlebt, die alles für ihren Mann getan hat. Mehr kann man für einen geliebten Menschen nicht tun und ich hoffe, dass dir das irgendwann ein Trost sein wird. Ich kann nicht ermessen, wie schwer es ist, seinen geliebten Partner zu verlieren.... Denk immer daran, dass dein Mann dich nicht verlassen hat, sondern jetzt anders bei dir ist, ja? Fühle dich fest umarmt!

Stille Grüße
Miri

:engel::engel:

Enibas27
23.02.2013, 21:35
Liebe Nina,

lese gerade Deinen Thread und es erschüttert mich. Da sind so viele Parallelen, obwohl es bei mir mein Bruder und BSDK ist ...

Ein stiller Gruß an Dich und Deine Mutter.

In stiller Anteilnahme, Sabine

Myri78
23.02.2013, 22:27
Liebe Nina,
ich habe immer still mitgelesen und war jetzt fassungslos, dass es nun doch so schnell ging... damit hatte ich nicht gerechnet.
Es tut mir unendlich leid und ich kann nur erahnen, wie es Dir geht... Du und auch Deine Mum waren wundervoll in allem, ihr habt soviel gemacht und seid immer für ihn da gewesen. Ich wünsche Euch ganz viel Kraft für die kommende Zeit und alles Liebe !

Liebe Carmen,
auch Dir möchte ich mein Beileid aussprechen. Ich bin fassungslos. Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und viel Kraft !

Liebe Grüße an Euch beide.
Myri

mayflower64
24.02.2013, 09:51
liebe nina...
es tut mir sehr leid....
eine stille umarmung und viel kraft für die kommende zeit..:pftroest:

Vavi
24.02.2013, 11:47
Mh jetzt bekomm auch ich etwas Angst...ich habe gerade etwas nachgelesen...mein Papa wird auch immer mehr verwirrter und hat ein Einzelzimmer...ich bin unendlich traurig und kann verstehen wenn du jetzt etwas Ruhe brauchst...nimm dir soviel Zeit wie du brauchst...du bist und bleibst eine tolle und auch starke Tochter...

In stillen Gedanken bei dir...
Vavi

GeMa
24.02.2013, 13:39
Liebe Nina,
ich wünsch dir für die kommende Zeit viel Kraft und Zuversicht. :knuddel:

Alles Liebe,
Marina

GeMa
24.02.2013, 13:43
Liebe Carmen,
auch dir wünsche ich für die kommende Zeit Kraft und Zuversicht. :knuddel:

Alles Liebe,
Marina

Almnixe
24.02.2013, 15:00
Ach Nina...Fühl Dich ganz fest umarmt.

Es ist ein totaler Schock für mich und obwohl man ja weiss, dass es so kommen wird, ist es trotzdem nicht zu glauben, dass es wirklich passiert!

Es tut mir unendlich leid und ich sende Dir und Deiner Mama mein herzliches Beileid. Dein Papa wird noch einige Zeit um Euch sein.

Die Zeit wird nun erstmal seltsam unwirklich und ich wünsche Euch für die kommenden Wochen und Monate ganz viel Kraft! Und falls Du Dich nun fragen solltest, wie Deine Mama und Du den Tag der Beerdigung überstehen sollt, dann sei Dir gewiss, dass ihr es schaffen werdet,da ihr sehr tapfer und stark seid!

Ganz lieben Gruß und lass Dir Zeit!

Tina

Liebe Cawo,

auch Dir mein herzliches Beileid!

LG! Tina

Gina79
25.02.2013, 12:13
Danke, ihr Lieben für eure Worte und für eure Anteilnahme!
Momentan befinde ich mich wie in einem Schockzustand, wenn mich jemand anspricht kann ich nicht mal weinen. Trage gerade Papas Fleece-Jacke und fühle mich so wohl darin. Auch seine Uhr hab ich schon am Handgelenk. Es ist ein schönes GEfühl!
Habe ein komisches GEfühl, kann oft gar nicht weinen, fühle mich so hart und so leer und wundere mich warum. Ich hab meinen Papa so lieb und müsste eigentlich die ganze Zeit weinen, kann aber nicht. Manchmal, wenn ich an ihn denke, wenn ich grad mal alleine bin, dann kullern die Tränen, ist aber sofort wieder vorbei!

Mama ist auch sehr stark und tapfer. Wir sind so froh, dass es Papa auf so einen schönen Weg geschafft hat. Er wurde kein richtiger Pflegefall, was er ja nie sein wollte. Er hat alles richtig gemacht und wir sind so stolz auf ihn, er ist unser Held, unser Kämpfer, der nie wirklich gezeigt hat wie es ihm geht und uns immer schützen wollte.

Und wisst ihr was ganz eigenartig ist? Ich hab die letzten 14 Monate mein Handy so sehr gebraucht, hatte es überall mit, in der SChule sogar in der Federschachtel und hab immer nachgesehen ob eh nix passiert ist. Seit heute ist es kaputt. Wie ein Wunder ist es jetzt (wo es nicht mehr so wichtig ist für mich und ich es auch nicht mehr überall mithabe) einfach kaputt gegangen. Komisch, nicht wahr!?

Wir haben jetzt noch viel zu tun, haben aber auch schon viel erledigt. Bin heute daheim, werde morgen wieder in die ARbeit gehen und am Mittwoch ist dann das Begräbnis um 12:00 Uhr. Davor habe ich noch Angst aber wie mein Papa immer sagte "das werden wir auch noch hinbekommen".
Ich werd ins Hinterbliebenenforum umziehen wenn es etwas ruhiger geworden ist bei mir und werde euch dann viel erzählen von unserem letzten Tag der sehr sehr schön war.

Ich möchte nochmals danke sagen, dass ihr immer da ward und mich mit euren tröstenden und aufmunternden und auch wahren Worten immer unterstützt habt.

Ich meld mich bald wieder und lese und schreibe wie schon gesagt auch wieder bei euch mit wenn es für mich wieder ruhiger wird!

Danke und ganz liebe Grüße

PS: Bitte denkt an uns am Mittwoch!

Almnixe
25.02.2013, 19:38
Liebe Nina,

als mein Papa gestorben ist, war ich genauso. Ich konnte immer sehr rational über die Krankheit und den Tod reden und es war eher so, als wäre mir das gar nicht passiert. Ich war sehr gefasst und habe auch nur geweint, wenn ich alleine war. Selbst bei meiner Mama und bei meiner Schwester konnte ich nicht weinen.

Ich denke zum einen ist das der Schock und zum anderen schützt man sich, da man den absolut tiefen SChmerz sonst nicht ertragen würde.

Nina ich denke an Dich und Deine Mama, seit ich von dem Tod Deines Vaters gelesen habe. Ich habe mich auch heute auf der Arbeit ertappt, wie meine Gedanken zu Euch abgeschweift sind. Ich bin so sehr traurig mit Euch!!!

Ich werde am Mittwoch ab 12:00 Uhr ganz fest an Euch denken und Euch so auf diesem so traurigen Gang in Gedanken begleiten.

LG und eine feste Umarmung!

Tina

mia32
25.02.2013, 22:43
Liebe Gina,

hatte gerade in einem anderen Thread auf eine Frage von Dir geantwortet und lese nun, dass Dein Papa schon gehen musste. Mein aufrichtiges Beileid!

Mir ging es ähnlich wie Dir. Nach Mamas Tod war ich kurzzeitig sogar froh, dass sie von ihren Leiden erlöst wurde. Dann habe ich funktioniert und mich in ihre Beiseitzung reingehängt. Nach der Beerdigung bin ich in ein tiefes Loch gefallen und mir ist so ganz und gar bewusst geworden, dass sie niemals wiederkehren wird. Und ich konnte plötzlich NICHTS mehr für sie tun, was ja die Zeit vor ihrem Tod mein ganzer Lebensinhalt war. Zudem war sie ein Mensch, mit dem ich viel gemeinsam hatte. Ich wusste, dass ich einen Menschen wie sie nicht wieder finden würde - und es viele Dinge gab, die ich so richtig nur mit ihr teilen konnte. Inzwischen habe ich aber gemerkt, dass ich doch noch etwas für sie tun kann. Da wäre z.B. das Haus mit dem Grundstück, dass vielen Tieren ein Zuhause war. Auch jetzt lasse ich einen Teil des Grundstücks ganz wild und schaue nach dem Teich, denn ich weiß, dass ihr das sehr wichtig gewesen wäre.
Ich wünsche Dir sehr, dass Du eine Schulter hast, an der Du Dich ausweinen kannst, wenn es so weit sein sollte. :pftroest:

cawo
25.02.2013, 23:41
Liebe Nina,
ich möchte nochmals unterstreichen, dass du nicht alleine bist.
Habe mal deinen Text zitiert und meine Anmerkungen dazu geschrieben.
Uns (ich schreibe bewusst UNS) ist heute etwas sehr schönes widerfahren.

Ich habe einen Platz in der Urnenwand ausgesucht.

Als ich ihn gefunden hatte, sagte die Gemeindemitarbeiterin, das ist Nr. 11.

Ich bin fast umgefallen. Unser Traumzuhause hier wo wir die glücklichste Zeit unseres Lebens hatten, hat die Hausnummer 11.

Das ist doch irre?!?

Nina, ich denke am Mittwoch ganz feste an euch!!!

Wir haben den Weg am Mo. 04.03. um 14:00 vor uns

:knuddel:<- für dich, :knuddel: <- für deine Mama.

Schön dass ihr im gleichen Haus wohnt, dann ist keiner von euch wirklich alleine.

LG

Carmen

little_mermaid
25.02.2013, 23:48
Ich bin "leider" neu hier und habe deine Geschichte soeben gelesen. Mein tiefempfundenes Mitegefühl für dich und deine Familie. Es gibt kaum Worte, die das beschreiben können, was du durchmachen musst. :(

Pandura
25.02.2013, 23:52
Liebe Carmen,
liebe Nina,

nehmt die Zeichen und schöpft Kraft daraus, auch wenn ihr beide so etwas erlebt, es ist wirklich etwas besonderes und ich glaube daran, an Euch.
:knuddel::remybussi
Umärmel Euch von Herzen